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Jörg Schönenborn

Moderator, WDR
ARD-DeutschlandTrend

Pressefoto

ARD-DeutschlandTrend

13. März 2016

Erste Zahlen: Wer wählte wen?

Jörg Schönenborn

Einige erste Zahlen aus unser Wahltagsbefragung, aber Achtung: Es sind vorläufige Werte, ein Teil der Interviews fehlt noch, so dass es hier und da noch Korrekturen geben wird.

Baden-Württemberg

Wie vermutet stellt hier Winfried Kretschmann den Parteirekord an persönlicher Zugkraft auf. Er erreicht 48 Prozent beim so genannten Kandidatenfaktor, das heißt 48 % der Grünen-Wähler geben an, vor allem wegen ihm das Kreuz gemacht zu haben.

Interessant auch wo die Gewinne der Grünen herkommen: Die stärksten Zugewinne mit 15 Punkten gibt es in der Gruppe der Renterinnen und Rentner. Das Altersprofil der Grünen, das normalerweise in den Gruppen 35 – 60 Jahre einen dicken Bauch hat, hat sich nun auch nach oben erweitert. In der Gruppe 60-69 Jahre ist das Abschneiden mit 32 % durchschnittlich und nur bei den über 70 jährigen mit 26 % etwas schwächer. Die Zugewinne bei den Älteren sind aber deutlich und sind die Basis für den großen Erfolg von Winfried Kretschmann.

Die AfD hat ihr stärkstes Profil bei Arbeitern und Arbeitslosen, dort kommt sie auf 25 bzw. 29 % und ist bei den Arbeitslosen sogar stärkste Partei. Das ist allerdings in Baden-Württemberg bekanntlich insgesamt eine eher kleine Gruppe.

Rheinland-Pfalz

Auch hier ist der Kandidateneffekt deutlich messbar. Malu Dreyer hat einen sogenannten Kandidatenfaktor von 45, das heißt 45 % der SPD Wähler geben an, vor allem wegen ihr das Kreuz gemacht zu haben. Damit erreicht sie ziemlich genau das Niveau von Kurt Beck aus dem Jahr 2001 und 2006. Julia Klöckner hingegen kommt nur auf eine  Kandidatenfaktor von 31 % . Wichtigstes Motiv der SPD-Wähler sind die Themen soziale Gerechtigkeit  und Wirtschaft und Arbeitsplätze, während bei den AfD-Wählern erwartungsgemäß die Flüchtlingspolitik oben steht.

Sachsen-Anhalt

Hier hat die AfD nicht nur ihr bestes Ergebnis, sondern auch das ausgeprägt männlichste Profil. Bei Männern erreicht sie nach vorläufiger Berechnung 27 %, bei Frauen 18%. Unter Arbeitern ist sie mit 36 % und unter Arbeitslosen mit einem Anteil von ebenfalls 36 % die stärkste Kraft. Wie in den anderen Ländern auch wird die Flüchtlingspolitik als wichtigstes Motiv angegeben. Am stärksten ausgeprägt ist die Zustimmung in den Altersgruppen von 25 bis 60 Jahren. Dort sind es jeweils zwischen 27 % und 28 %, bei den Jüngeren und Älteren ist es jeweils schwächer.

 

 

ARD-Hauptstadtstudio

13. März 2016

Wahlen: Senden aus dem Zelt

Jörg Schönenborn

Zelte werden immer populärer. Bisher kennen wir das aus Schwerin und Potsdam, das in den Landtagen nicht genug Platz ist, um all die Wahlstudios unterzubringen und deshalb draußen vor der Tür Zelte aufgebaut werden. In Hamburg ist dem Senat das Parkett im Rathaus zu schade, deshalb versammeln sich die Journalisten immer in einer Messehalle. Und jetzt sind wir auch in Stuttgart als Camper unterwegs: der Landtag wird umgebaut deshalb sind wir mobil im Vorhof des Stuttgarter Schlosses.

Die Abläufe in den Arbeitscontainern sind wie immer: Unsere Hochrechner bekommen stündlich Daten über die Wahltagsbefragungen. Aus den drei Bundesländern erwarten wir bis 18 Uhr jeweils zwischen 25.000 und 33.000 Interviews, die die Grundlagen für die Prognose bilden.

Und natürlich gucken wir auf die spannenden politischen Fragen, die die Umfragen nahelegen: Zum Beispiel wie stark die AfD in die drei Landtage einzieht. Das neue Parteien beim ersten Antreten im jeweiligen Wahlgebiet starke Ergebnisse erreichen, auch schon mal zweistellig werden können, ist nicht neu. Die bisherigen „ Bestwerte“ erzielte in Hamburg 2001 die Schill-Partei mit 19,4 % und die Sachsen-Anhalt 1998 die DVU mit 12,9%.

Bei anderen Parteien stellt sich die Frage, ob bisherige Tiefstände unterboten werden, in Baden- Württemberg hatte die CDU bei der Wahl 1952 mit 36,0 % ihre bisherigen Tiefstand, die SPD bei der Wahl 2011 mit 23,1%.

Die Grünen wiederum hatten ebenfalls bei der letzten Wahl in Baden Württemberg mit 24,2 % das bisher beste Ergebnis ihrer Partei überhaupt in der bundesdeutschen Geschichte vorgelegt. Auch hier ist ja nach den Umfragen ein neuer Rekord denkbar.

Und vielleicht brauchen wir ja auch diese Grafik heute: bisher schlechtestes Ergebnis der SPD in Sachsen-Anhalt ?

Mehrfach haben wir diskutiert in welcher Reihenfolge wir die Prognosen um 18 Uhr senden, mittlerweile fällt die Antwort nicht mehr schwer, in allen drei Ländern ist es politisch spannend, also gehen wir entweder alphabetisch oder nach der Bevölkerungsgröße der Bundesländer vor. Das Ergebnis ist jeweils das gleiche: Erst Baden-Württemberg, dann Rheinland-Pfalz, dann Sachsen-Anhalt.

ARD-aktuell

10. Mai 2015

Was gerade passiert…

„Spannend“ ist ja ein im Zusammenhang mit Wahlabenden oft  benutzter Begriff. Für uns ist im Moment spannend, ob wir wie angekündigt in der 20 Uhr-Tagesschau eine Hochrechnung liefern können. Was passiert im Moment? Die Mitarbeiter des Statistischen Landesamtes zählen zentral die ersten Stimmen aus und hatten uns zugesagt zwischen 19:30 Uhr und 20:00 Uhr erste Zwischenergebnisse zur Verfügung zu stellen. Aus diesen Zwischenergebnissen und unseren eigenen Befragungen am Wahltag würde dann eine Hochrechnung entstehen. Jetzt, 19:50 Uhr ist die Datenlage aber noch ziemlich dünn. Mal sehen, was in den nächsten zehn Minuten noch passiert…

ARD-aktuell

10. Mai 2015

Bremen = Hamburg²

Die Wahlen in Bremen und Hamburg spannen uns besonders auf die Folter. In allen anderen Bundesländern gibt es um 18:15 Uhr, spätestens 18:20 Uhr eine erste Hochrechnung und dann wird es jede Viertelstunde etwas präziser. Das Wahlrecht in den beiden Hansestädten bringt die Dramaturgie der Wahlabende aber ziemlich durcheinander. In beiden Ländern haben die Wählerinnen und Wähler zehn Stimmen, je fünf für die Landesebene und fünf für die untere kommunale Ebene. Ab 18 Uhr wird es dadurch kompliziert: Anders als in Hamburg, wird hier in Bremen nicht im Wahllokal gezählt, sondern die Urnen werden mit dem Auto in drei Auszählzentren gebracht. Und anders als in Hamburg, gibt es keine Schnellauszählung, bei der sich die Wahlhelfer einen ersten Überblick über die Stimmverteilung unter den Parteien verschaffen – mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass diese ersten Zahlen für Hochrechnungen verwendet werden können. Nein, in Bremen wird von Beginn an gewissenhaft jeder Stimmzettel nicht nur auf die Parteien, sondern auch auf die einzelnen Kandidaten verteilt. Mit der ersten Hochrechnung ist deshalb vermutlich erst in der Tagesschau um 20 Uhr zu rechnen. Weiterlesen