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ARD-aktuell Chefredaktion

19. August 2020

So geht die tagesschau mit der Nennung von Namen in Gerichtsprozessen um

Wenn Sie die tagesschau der vergangenen Wochen verfolgt haben, mag Ihnen aufgefallen sein, dass wir in den Berichten über den rassistischen Anschlag von Hanau nicht den Namen des Täters ausschreiben. Das gilt auch für zwei weitere aktuelle Gerichtsprozesse, in deren Berichterstattung wir weder die vollen Namen der Angeklagten nennen noch ihre Gesichter zeigen.

Da ist zum einen der Prozess gegen den Mann, der angeklagt ist, im Sommer 2019 den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke ermordet zu haben und der deswegen seit Juni 2020 in Frankfurt am Main vor Gericht steht.

Außerdem muss sich seit Juli 2020 in Magdeburg ein Mann vor Gericht verantworten wegen Mord und Mordversuchen bei einem Anschlag auf eine Synagoge in Halle an der Saale.

In der Berichterstattung der tagesschau sprechen wir von Tobias R., Stephan E. und Stephan B. Wir kennen ihre Namen, und wir könnten ihre Gesichter zeigen. Aber wir verzichten auf die Veröffentlichung.

Warum machen wir das?

Bei der Eröffnung des Prozesses gegen Stephan B. in Magdeburg waren neben Vertreterinnen und Vertretern vieler anderer Redaktionen auch unsere Kolleginnen und Kollegen vom MDR vor Ort und berichteten über den Tag. Dabei fiel einem Kollegen ein Detail über den Angeklagten besonders auf: „(…)noch bevor er im Saal ist, wird über seinen Anwalt mitgeteilt: Er möchte mit vollem Namen genannt werden, kann gern unverpixelt gezeigt werden.“

Der MDR sah in diesem Statement des Angeklagten und mit seinem folgenden Verhalten vor Gericht einen Hinweis darauf, dass er den Prozess nutzen möchte, um eine Bühne für antisemitisches und rechtsradikales Gedankengut zu bekommen.

Wir schließen uns der Interpretation des Kollegen an. Deswegen werden wir darauf verzichten, Stephan B. mit vollem Namen und unverpixelt in unserer Berichterstattung zu präsentieren. Sie soll nicht zur Plattform für menschenfeindliches Gedankengut werden. Das gilt auch für die Videos, die Tobias R. vor seiner Tat in Hanau verbreitet hat.

Neben diesen journalistischen Kriterien nehmen wir die juristischen Rahmenbedingungen ernst, die seriösen Medien gesetzt sind. Sie dürfen sich nicht im luftleeren Raum bewegen und keine Persönlichkeitsrechte verletzen – zum Beispiel, wenn sie namentlich über Beschuldigte in Gerichtsprozessen berichten.

Eine Ausnahme gibt es, wenn eine Tat beispielsweise eine besondere politische oder gesellschaftliche Tragweite oder sogar eine historische Dimension hat. Dann kann das Interesse der Öffentlichkeit, den vollen Namen und gegebenenfalls auch das Gesicht des oder der Beschuldigten zu kennen, schwerer wiegen als das Recht, erkennbar in der Berichterstattung aufzutauchen.

Für uns gilt das in besonderem Maße, denn die tagesschau und die tagesthemen gelten als Dokumente der Zeitgeschichte. Das heißt, sie dürfen unbegrenzt online gestellt werden. Unbegrenzt heißt mitunter auch: Verantwortung für Jahrzehnte.

Deswegen machen wir uns in jedem einzelnen Fall erneut Gedanken. Wir diskutieren darüber in unserer Redaktion, in der ARD und mit unserem Publikum.

Das passiert im Lichte der Aktualität; dem Kern unserer Berichterstattung. Aktualität hat aber die grundlegende Eigenschaft, dass sie die Bewertung von Entscheidungen verändern kann.  Das spiegelt sich auch in unserer Berichterstattung über den Prozess gegen den Mordangeklagten im Fall Lübcke wider. Dort haben wir zunächst den vollen Namen genannt und heute nennen wir ihn nur noch Stephan E. Warum haben wir uns so entschieden?

Weil wir auch diesem mutmaßlich ideologisch geprägten Täter keine Bühne bieten wollen. Und weil wir in diesem Sommer nicht gleichzeitig über zwei Angeklagte in zwei Prozessen berichten wollen, von denen wir in der heutigen Aktualität noch nicht wissen, ob wir sie unterschiedlich behandeln sollen.

Wir werden diese Entscheidung überdenken, wenn dafür Anlass entsteht. Und dabei in erster Linie daran denken, wie können wir den Opfern und ihren Angehörigen ebenso gerecht werden wie den Regeln unseres Rechtstaates.

Die Chefredaktion von ARD-aktuell

Marcus Bornheim, Dr. Helge Fuhst und Juliane Leopold

Häufig erreichen uns Fragen, welche Kriterien die tagesschau anlegt, wenn es um Kriminalitätsberichterstattung geht. Hier hat Dr. Kai Gniffke, bis 2019 erster Chefredakteur der tagesschau, umrissen, wie die tagesschau entscheidet, über welche Fälle sie berichtet. 

ARD-aktuell

5. August 2020

Aufnahmen aus Beirut in tagesschau und tagesthemen

Es waren Bilder, die verstörend waren: eine Explosion. Blutüberströmte Menschen. Glassplitter auf den Straßen. Staubwolken, die ein ganzes Stadtviertel unter sich begraben.
In Beirut sind am gestrigen Abend bei einer Detonation am Hafen über 100 Menschen gestorben, mehrere Hundert werden noch vermisst und die Zahl der Verletzten liegt nach offiziellen Angaben bei rund 4000. Eine unglaubliche Tragödie.
Über Social Media haben wir schnell reagiert und ausführlich berichtet, aber hätten wir dieses Ereignis nicht auch im klassischen Fernsehen besser abbilden müssen?
Um es kurz zu sagen: Ja, hätten wir. Es war eine journalistische Fehleinschätzung.
Bilder sind auch Nachrichten und unser Anspruch ist es, Sie zu Augenzeugen bei relevanten Ereignissen zu machen.
Im Nachhinein ist es schwierig zu erklären, warum wir es gestern nicht ausreichend gemacht haben, denn es war eigentlich so offensichtlich. Es sind marginale Details, die am Ende zu einer Fehlerkette führen.
Die tagesschau um 20 Uhr hatte einen Beitrag in der Sendung, allerdings auch diesen zu weit am Schluss der Sendung.
Die tagesthemen hatten einen Kurzbericht im Nachrichtenblock. Auch das war zu wenig.
Beide Teams grämen sich heute, dass dies dem Nachrichtenereignis nicht angemessen war. Sie können davon ausgehen, dass Redakteurinnen und Redakteure von ARD-aktuell die schärfsten Kritiker ihrer eigenen Produkte sind. So ein Abend wie gestern nagt an unserem Selbstverständnis. Sie schenken uns jeden Abend Ihr Vertrauen und das wollen wir nicht enttäuschen.
Unser Social-Media-Team hat schnell reagiert und einen sehr erfolgreichen Livestream gebaut, sodass man dort ab 19 Uhr tatsächlich zum Augenzeugen werden konnte und auch der Chef vom Dienst bei tagesschau.de hat die Live-Bilder aus Beirut in den Artikel gesetzt.
Sie werden jetzt sagen, das ist unser Job und damit haben Sie recht.
Dieser Abend hat uns eines gezeigt: Wir müssen immer wieder an uns arbeiten, damit wir besser werden. Wir sind Deutschlands Nachrichtenmarke Nr. 1 und Sie haben einen Anspruch darauf, auf jedem Ausspielweg das beste Nachrichtenprodukt zu bekommen.

Die ARD-aktuell Chefredaktion

Marcus Bornheim, Helge Fuhst und Juliane Leopold

ARD-aktuell Chefredaktion

29. Mai 2020

Wir berichten aus New York, Rio, Tokio – und aus Ihrer Heimat! #tagesthemenmittendrin

Was ist für Sie die ARD? Denken Sie zuerst an den Sender „Das Erste“? Das geht vielen so, der ist schnell zu finden auf Platz eins der Fernbedienung. Die ARD bietet aber noch viel mehr, z. B. neun ARD-Sender bei Ihnen vor Ort: NDR, MDR, rbb, BR, SWR, SR, HR, Radio Bremen und WDR. Bei den Rundfunkanstalten arbeiten Menschen, die Ihre Nachbarn sind, die in Ihrer Stadt oder Ihrem Ort wohnen. Sie berichten lebensnah, überraschend, diskursfördernd. Davon wollen wir mehr zeigen, auch in unseren bundesweiten Nachrichtensendungen. Neben der großen Weltpolitik und dem Politikbetrieb in Berlin sollen Sie im Scheinwerferlicht stehen. Das ist unser Versprechen mit der neuen Rubrik „tagesthemen mittendrin“ – ab sofort jeden Freitag in den tagesthemen ab 21:45 Uhr sowie mit einzelnen Geschichten und Portraits auf tagesschau.de und den tagesschau- und tagesthemen-Profilen bei Instagram, Twitter und Youtube.

Unser Ziel ist, dass wir gemeinsam Deutschland besser kennenlernen, uns gegenseitig mit all unseren Stärken und Schwächen verstehen und respektieren. Das ist ein Beitrag, unsere Gesellschaft zu stärken.

Wir laden Sie ein auf diese Deutschlandtour! Bei der ersten Ausgabe von „tagesthemen mittendrin“ werden wohl mehr als zwei Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer den 1.000-Einwohner-Ort Bollstedt in Thüringen kennenlernen. Unsere MDR-Reporterin Nadja Storz stellt uns diesen Ort vor, der bei einem Europawettbewerb ausgezeichnet wurde – ein ganz besonderes Dorf also! Bollstedt kannten Sie noch nicht? Da sind wir nicht überrascht, denn wir wollen Ihnen immer wieder Orte und Regionen näher bringen, die sonst nicht ständig in den großen Nachrichtensendungen auftauchen. Wir wollen alle Regionen Deutschlands porträtieren und ihre Geschichten erzählen.

„tagesthemen mittendrin“ ist keine einmalige, schnelle Aktion, sondern ein langfristiges Versprechen an Sie, unsere Zuschauerinnen und Zuschauer. Dafür haben wir sogar mehr Sendezeit bekommen: Freitags sind die tagesthemen jetzt doppelt so lang. Keine kurze Sendung mehr, sondern 30 Minuten lang, und früher als an allen anderen Tagen: Freitags sehen Sie uns bereits ab 21:45 Uhr.

Mit „tagesthemen mittendrin“ heben wir den Schatz der ARD und machen ihn für alle sichtbar: die regionale Kompetenz unserer starken Sendergemeinschaft. Alle in der ARD stehen hinter dieser Regional-Offensive. Hier ist die ARD eins. Wenn Sie das nächste Mal an die ARD denken, haben Sie unsere Reporterinnen und Reporter vor Augen, die von Starnberg bis Stralsund verteilt leben und dort über Ihre und unsere Heimat berichten.

Helge Fuhst, Zweiter Chefredakteur – für die ARD-aktuell Chefredaktion

ARD-aktuell

4. April 2020

Einfach mal Danke sagen

Immer, wenn es richtig ernst wird in unserem Land und der Welt, schauen die Menschen in Deutschland die tagesschau. Diese simple Wahrheit bestätigt sich auch in Zeiten der Corona-Krise. Wir sehen dies an den Reichweiten, die unsere Sendungen, Online-Destinationen und Social Media-Postings im März erreicht haben.

–     Der Erfolg der 20-Uhr-Ausgabe ist schlicht überwältigend. Am 22. März konnte sie laut NDR-Medienforschung im Ersten und in den Dritten Programmen der ARD 18,775 Millionen Zuschauer*innen vor den Bildschirm holen. In den letzten beiden Märzwochen lag der durchschnittliche Marktanteil bei rund 43 Prozent. Das entsprach im Durchschnitt ca. 16 Mio. Zuschauern pro Ausgabe.

–     Bei den Zuschauer*innen unter 30 konnte die 20-Uhr-Ausgabe im März ihren Marktanteil im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppeln.

–     Die tagesthemen haben im letzten Monat 60 Prozent mehr Zuschauer*innen eingeschaltet als im März 2019

Aber nicht nur im Linearen haben Sie uns gezeigt, dass Sie uns vertrauen. Auch unsere digitalen Ausspielkanäle sind gefragt wie selten zuvor.

Am Tag der Verkündung der Kontaktsperre, dem 22.03., verbuchte tagesschau.de in Web + App 13,8 Mio. Visits. Im März 2020 haben sich die Visits von tagesschau.de Web + App im Vergleich zum März des Vorjahres mehr als verdreifacht.

Auch auf unseren Social Media-Kanälen wecken wir immens viel Interesse. Bei Instagram folgen mittlerweile mehr als 1,7 Millionen Accounts dem Angebot der tagesschau. Damit nähern wir uns stark dem tagesschau-Facebook-Account mit 1,83 Millionen Followern. Unser YouTube-Angebot hat gerade die Marke von 600.000 Abonnent*innen überschritten. Die Social-Media-Redaktion erhielt auf diesen Plattformen im März insgesamt mehr als 1,1 Millionen Kommentare. Das entspricht durchschnittlich 25 Kommentaren pro Minute. Das TikTok-Team steigerte die Follower-Zahl auf 415.000. Bei Twitter folgen dem Account @tagesschau 2,7 Millionen Accounts.

Aber es sind nicht die puren Zahlen, die uns berühren. Es ist die Tatsache, dass hinter diesen Zahlen Menschen stecken, die in Zeit großer Verunsicherung ihren Blick auf uns richten, um Orientierung zu suchen. Diese Orientierung bieten wir quer durch alle Altersgruppen.

All dies passiert, während wir gleichzeitig wie alle anderen Betriebe auch versuchen die Arbeit so sicher wie möglich zu gestalten. Denn ARD-aktuell ist nicht aus der Welt gefallen. Auch unser Haus besteht am Ende einfach nur aus Menschen, die möglichst heil durch diese schwierige Zeit kommen wollen.

Deswegen haben wir als Chefredaktion viele Aufgaben ins Home Office verlagert. Was uns hilft: Alle ziehen an einem Strang. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erproben flexibel und agil neue Wege, ihre Arbeit in gewohnt höchster Qualität zu leisten, auch wenn sie nicht in unserem Newsroom sein können. Der NDR hilft uns dabei. So sind wir ein Team, auch wenn wir nicht an einem Ort sitzen.

Dafür möchten wir heute einfach mal aus tiefstem Herzen Danke sagen.

Genau, wie wir Ihnen Danke sagen wollen – den Menschen, die jeden Tag auf unsere journalistischen Angebote schauen. Ob im Vorbeiscrollen auf dem Smartphone oder vor dem Fernseher – wir freuen uns über jede und jeden Einzelnen. Sie sind unser Antrieb, unsere Arbeit zu machen, nicht trotz, sondern gerade wegen der schwierigen Zeit.

Danke für Ihr Vertrauen, Danke fürs Einschalten. Wir wollen für Sie da sein, solange wir können.

Herzliche Grüße

Marcus Bornheim, Helge Fuhst und Juliane Leopold im Namen von ARD-aktuell

 

ARD Studio Peking

26. März 2020

Wenig Licht am Ende des Tunnels

Von Tamara Anthony

Seit einer Woche bin ich nun zuhause in Quarantäne. Eine neue Phase in der Corona-Berichterstattung. Begonnen hat sie für uns Anfang Januar. Seitdem hat sich viel verändert. In den vergangenen zwei Monaten brach für unsere chinesischen Kollegen ihre Heimat zusammen, jetzt macht für uns der sichere Hafen Deutschland dicht. An uns nagen zwei Monate Lockdown, jetzt die Sorge um die Verwandten im fernen Deutschland und das Leben in eingeschränkten Verhältnissen hier. Die Schikanen gegen westliche Journalisten haben in den vergangenen Monaten zugenommen, einige wurden sogar ausgewiesen. Eine Umfrage hierzu des Foreign Correspondent Club China ist erschreckend. Weiterlesen

ARD-aktuell

23. Februar 2020

SPD stürzt, aber nicht ins Bodenlose

Die Trends bei dieser Bürgerschaftswahl sind im Wesentlichen dieselben wie bei den anderen Landtagswahlen der vergangenen zwei Jahre – sie führen nur zu einem völlig anderen Ergebnis. In Hamburg gibt es weiterhin stabile Verhältnisse, weil die SPD zwar auch deutlich Federn lassen muss, aber dies auf hohem Niveau. Ein starker Spitzenkandidat bewahrt sie vor einem Sturz ins Bodenlose. Der grüne Koalitionspartner wird im Gegenzug deutlich gestärkt, so dass der rot-grüne Senat per Saldo seine Arbeit mit noch größerer Mehrheit fortsetzen kann als bisher. Insofern ist Hamburg ein Fels in der politischen Brandung. In acht Bundesländern gibt es mittlerweile Dreierbeziehungen in der Regierung oder es reicht, wie in Thüringen, noch nicht mal dafür. In Hamburg hingegen baut die letzte verbliebene rot-grüne Koalition auf Landesebene ihre Mehrheit aus und bewegt sich je nach Abschneiden der kleineren Parteien sogar um die Zweidrittelmehrheit herum. Weiterlesen

ARD-aktuell

23. Februar 2020

Hamburg – das etwas andere Wählen

Hamburg hat das komplizierteste Wahlgesetz der Republik. Das kostet die Wählerinnen und Wähler einige Mühe, denn sie müssen bis zu zehn Kreuze machen. Und die Öffentlichkeit muss sich in Geduld üben, denn in Hamburg dauert das Auszählen einfach länger.

Das Hamburger Wahlrecht ist das Ergebnis von zwei Volksbegehren. Seit 2011 können die Hamburger Wählerinnen und Wähler nicht nur darüber entscheiden, wie stark die Parteien in der Bürgerschaft vertreten sind, sondern auch, welche Kandidat*innen von den Listen der Parteien zu Abgeordneten werden. Weiterlesen

ARD-aktuell Chefredaktion

21. Februar 2020

Zum Begriff Fremdenfeindlichkeit

An einem Tag wie gestern, der auch an routinierten Nachrichtenmacher*innen nicht spurlos vorbeigeht, muss man – so zynisch es klingen mag – nach einem Moment des Innehaltens anfangen zu arbeiten.
Konzentriert, schnell, hochprofessionell. So wie man das von der tagesschau auf allen Ausspielwegen erwartet.
Es gibt Sondersendungen im Fernsehen, Live-Blogs bei tagesschau.de und schnelle Zitate von Politiker*innen bis zu Expert*innen, die korrekt wiedergegeben werden müssen.
In diesen Phasen kommt es manchmal vor, dass die Zeit zum Diskutieren zu kurz ist.
Aufmerksame Leser*innen und Zuschauer*innen aber fällt das auf.
Gestern war so ein Tag. Es gab in der öffentlichen Debatte eine Verselbstständigung des Begriffs Fremdenfeindlichkeit. Es gab Politiker, die diesen Begriff sehr schnell verwendet haben und entsprechend zitiert werden müssen.
Wir bei der tagesschau haben dafür feste Regeln: „Fremdenfeindlich motiviert ist eine Tat, wenn sie gegen eine am Tatort fremde Person verübt wurde, beispielsweise einen Touristen oder kürzlich Zugezogenen. Dies können sowohl deutsche als auch ausländische Personen sein.“
Zum Teil war es und ist es so, dass fremdenfeindlich auch als vermeintliches Synonym für rassistisch verwendet wurde und wird. Dies geschieht beispielsweise dann, wenn der Begriff rassistisch als zu stark empfunden wird. Rassistische Taten sollten aber auch so benannt werden.
Die unglaubliche Tat von Hanau war rassistisch. Punkt. Da gibt es keine Zweifel.
An so einem Tag – gerade an so einem Tag wie gestern mit einer so schlimmen Tat – muss unsere Sprache korrekt sein und wir müssen klar sagen, was ist.

ARD-aktuell

27. Oktober 2019

CDU und SPD: Gegenwind aus Berlin

Acht Mal wurde nun seit der Bundestagswahl gewählt, sieben Mal in Bundesländern und ein Mal das Europäische Parlament. Und jeweils sieben Mal gab es für Union und SPD teils deutliche Verluste. Mehrfach waren die Ergebnisse, wie jetzt für CDU und SPD in Thüringen, historische Tiefpunkte im jeweiligen Wahlgebiet. Weiterlesen

ARD-aktuell

27. Oktober 2019

Die Linke: Erfolgsfaktor Ramelow

So unverständlich für viele das Ergebnis als Gesamtkunstwerk sein mag, so klar lassen sich doch die einzelnen Entwicklungen erklären. Der Erfolg der Linken ist uneingeschränkt ein Sieg für Bodo Ramelow. Dafür gibt es viele Indizien. Weiterlesen