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ARD-aktuell

18. August 2018

Der Tötungsfall in Offenburg

Uns erreichen auf verschiedenen Wegen Publikumsreaktionen, die nicht nachvollziehen können, warum wir über die tödliche Attacke auf einen Arzt in Offenburg nicht in der Tagesschau berichtet haben. Für all diejenigen, die es nicht erfahren haben: Ein somalischer Asylbewerber hat offenbar in Offenburg einen 51-jährigen Hausarzt aus ungeklärten Motiven mit einem Messer erstochen. Warum hatten wir das nicht in der Hauptausgabe der Tagesschau?

Lassen Sie mich das Wichtigste vorwegschicken: Die Tötung eines Menschen ist das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Mein Mitgefühl gilt der Familie und dem Umfeld des 51-jährigen Arztes. Und zugleich packt mich die Wut, wenn ich lese, was in Offenburg passiert ist. Ja, ich verabscheue die Tat. Der Täter muss mit aller Konsequenz zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn ich nun darüber schreibe, wie die Tagesschau einen solchen Fall bewertet, habe ich zugleich immer die Angehörigen des Opfers im Kopf, die möglicherweise lesen, wie der Tod ihres geliebten Menschen einzuordnen ist. Ich hoffe, ich kann diese Einordnung leisten, ohne zynisch zu klingen.

Wir berichten in der Tagesschau über Dinge von gesellschaftlicher, nationaler oder internationaler Relevanz. Dinge, die für die Mehrzahl der rund 83 Millionen Deutschen von Bedeutung sind. Dabei können wir nicht über jeden Mordfall berichten. Ich glaube, da würde wohl auch die Mehrzahl unserer Kritiker noch mitgehen. Wo die Meinungen auseinander gehen, ist die Frage, ob wir darüber berichten sollten, wenn es sich beim Tatverdächtigen um einen Asylbewerber handelt. Aus meiner Sicht sollten wir das dann tun, wenn Asylbewerber überproportional an Tötungsdelikten beteiligt wären. Das ist, soweit wir es recherchieren können, nicht der Fall. Deshalb haben wir uns gegen die Berichterstattung entschieden.

So, und nun kommt ein Satz, der mir ganz wichtig ist. Es haben all diejenigen Recht, die sagen, dass der Arzt heute noch leben würde, wenn dieser Flüchtling nicht ins Land gekommen wäre. Stimmt, ganz klar. Aber ich sage ebenso deutlich, dass auch das für mich noch keine Begründung ist, über einzelne Kriminalfälle in der Tagesschau zu berichten, weil das gilt, was ich oben beschrieben habe. Ausdrücklich erkenne ich an, dass es absolut legitim ist, uns danach zu fragen. Wer uns wegen unserer Haltung beim Fall Offenburg kritisiert, ist kein Rassist. Dabei lasse ich jetzt mal die Zuschriften außer Acht, die uns vorwerfen, statt über Offenburg über den Tod einer „farbigen“ Musikerin namens Aretha Franklin berichtet zu haben.

Auch wenn wir bei Vorfällen wie in Offenburg traurig oder wütend sind, versuchen wir weiterhin nach journalistischen und ethischen Prinzipien unabhängig und unvoreingenommen zu berichten. Das ist das, was das Publikum von uns zu Recht erwarten darf.

145 Kommentare

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1: Emma:

18. August 2018 um 16:56 Uhr

Ja, genau so. Danke für das Statement.

2: Jürgen Weiß:

18. August 2018 um 17:02 Uhr

Danke für diese gute und abgewogene Klarstellung.

3: janeh:

18. August 2018 um 17:03 Uhr

"Wir berichten in der Tagesschau über Dinge von gesellschaftlicher.. Relevanz."

Das macht Ihr eben nicht!

außerdem poliert mal Eurer Wissen über Statisiken und Warscheinlichkeit auf…

4: Thomas R.:

18. August 2018 um 17:05 Uhr

Ich habe selten eine so sachliche und gut begründete, neutrale Erklärung gelesen. Mein großes Lob an den Autoren des Beitrags, der mit Kritik großartig umzugehen weiß.

5: Trautsich:

18. August 2018 um 17:06 Uhr

Ich kann die Entscheidung nachvollziehen und teile sie auch inhaltlich. Allerdings ist die Linie, welche die Tagesschau fährt, sehr schmal. Sie lädt ein sowohl von der einen, als auch von der anderen Seite in Zweifel gezogen zu werden und damit ausgenutzt zu werden. Da hilft auch der gut gemeinte und feinfühlig geschriebene Blogeintrag nicht. Ich habe auch keine bessere Lösung parat, aber es braucht eine klarere Linie. So dass dann auch keine Blogeinträge notwendig sind um die Linie zu erklären, sondern da sollte dann eben ein Satz reichen. Die Tagesschau, die Medienlandschaft insgesamt sollte alle Ressourcen darauf verwenden, diese klare Linie zu finden.

6: Michael Hagenbeck:

18. August 2018 um 17:07 Uhr

Trauer und Wut, damit beschreiben Sie die Gefühle der meisten Menschen sehr gut. Allerdings stimmen Ihre Ausflüchte einen ebenfalls traurig, denn die Menschen in diesem Land sind SEHR an eben diesen täglichen "Einzelfällen" interessiert. Somit sollten Sie überlegen, ob Sie Ihre Berichterstattung lieber an ihren (zwangszahlenden) Zuschauern oder weiterhin der politischen Korrektheit – viele sprechen auch von Vorgaben aus der Politik – ausrichten. Denn leider gewinnt man oft den Eindruck, dass Ihre Berichte einzig und allein der "Parteilinie" entsprechen und sehr wenig mit den realen Ereignissen zu tun haben. Beispiel: Brückeneinsturz in Italien. Immer mehr Berichte tauchen auch, die von einer Explosion der Brücke handeln. Bei Ihnen wird nur auf die laxe Handhabung der örtlichen Bauvorschriften berichtet. Das mag zutreffen, aber es gäbe eben auch noch andere Möglichkeiten. Einfach mal über den eigenen Schatten springen 😉

7: Bernhard Kaim:

18. August 2018 um 17:08 Uhr

Ganz ehrlich, das glauben Sie doch wirklich selbst nicht ! Die Berichterstattung ist tendenziell. Und, wir Bürger sind längst informierter, als die Damen und Herren Journalisten glauben. Ich persönlich denke, dass Sie mit einer derartigen Erklärung die ganze Sache nur nich schlimmer machen.

Bernhard Kaim

8: Ralf Kröger:

18. August 2018 um 17:08 Uhr

Was meinen Sie mit "überproportional"? Im Sinne von: bezogen auf alle Vorfälle in Deutschland? Dann ist klar, dass von solchen Menschen weniger Taten begangen werden. Oder im Sinne von: bezogen auf alle solche Menschen im Vergleich zu allen solche Taten in Deutschland? Wie sieht es dann aus?
Im übrigen erwarte ich von öffentlich-rechtlichen Medien eine sachliche, unvoreingenommene Berichterstattung über alles, was für die Bildung der ihre Gebühren entrichtenden Menschen in diesem Land wichtig ist. Sie denken hoffentlich an Ihren Auftrag!

9: Jürgen Womser-Schütz:

18. August 2018 um 17:09 Uhr

Für mich ist diese Entscheidung völlig OK!

10: Christoph T.:

18. August 2018 um 17:10 Uhr

Gute Begründung, kann ich nur zustimmen!

11: Grimm90:

18. August 2018 um 17:12 Uhr

Man sollte sich bei der TS überlegen ob man bei solchen Fällen immer wieder die nationale Relevanz vorschieben möchte. Man sieht auf der TS nämlich oft Beiträge bei denen sich dann die Frage nach der Relevanz stellt.

Außerdem geht es auch vielen Menschen gegen den Strich das positive Einzelschicksale recht gern aufgegriffen werden aber die negativen nicht.

12: Rheinhesse:

18. August 2018 um 17:13 Uhr

Nachvollziehbar erklärt. Leider werden das wieder einige abstreiten, weil sie gar nicht bereit sind, Sachargumente zu akzeptieren. Lasst euch davon nicht beeindrucken. Denn noch immer gilt, dass nicht der Recht hat, der am lautesten brüllt.

13: B. Wagner:

18. August 2018 um 17:13 Uhr

Dankeschön für die zielführende Erläuterung

14: Wittenbreder, Hans-Hermann:

18. August 2018 um 17:15 Uhr

In gleicher Weise, wie Sie berichten, wenn es eine Attacke auf einen Mitarbeiter der Arbeitsagentur oder eines Gerichtes gegeben hat, hätten Sie auch diese Meldung aufnehmen können. Immerhin handelt es sich bei einem Arzt um eine Person des öffentlichen Lebens, und den Zuschauer interessiert natürlich insbesondere das Motiv des Täters und die Frage, was in der Beziehung zwischen Arzt und Patient möglicherweise falsch gelaufen ist.

15: Jürgen Leidner:

18. August 2018 um 17:21 Uhr

Die fehlende Berichterstattung ist Wasser auf die Mühlen der AfD. Dem Volk soll wieder ein Mordfall der von einem Migranten begangen wurde, verheimlicht werden.Tötungsdelikte begangen von Migranten, sollten immer, auch im Fernsehen, ohne Polemik, òffentlich gemacht werden.

16: E.L. Iden:

18. August 2018 um 17:22 Uhr

Guten Tag,
Ihre Begründung überzeugt mich nicht. Schon die Ausführlichkeit zeigt, dass Ihnen bewußt war, was Sie durch die unterlassene Berichterstattung anrichten. Natürlich hat jeder Journalist das Recht eine politische Meinung zu vertreten. Aber in erster Linie erwartet der Leser eine neutrale Berichterstattung. Und leider erlebe ich in den vergangenen Jahren immer wieder, dass die öffentlich rechtlichen Anstalten versuchen, wichtige Nachrichten – die politisch brisante Themen betreffen – zu vermeiden. Dadurch besteht eine wachsende Gefahr einer zumindest gefühlten Zensur.

17: peenemünder:

18. August 2018 um 17:23 Uhr

Die Aufgabe der Tagesschau heißt Information
und nicht Filterung nach Gustus des Chefredakteurs.
Das Putin zur Hochzeit einer Dame nach Österreich kommt war eine Rieseninformation auf Seite eins !
Das war Bild-Niveau!
Was geht das die Tagesschau an, wer wohin zur Hochzeit reist.
Berichten Sie über Ereignisse in Deutschland und verschweigen Sie nicht die, die Ihnen nicht in den Kram passen.

18: Problembaer:

18. August 2018 um 17:26 Uhr

Ich stimme Herrm Gniffke vollinhaltlich zu!

19: Gerald Antgen:

18. August 2018 um 17:27 Uhr

Sehr geehrter Herr Gniffke,

da Sie ja selber nun gemerkt haben, wie in allen Medien außerhalb des Staatsfernsehens darüber berichtet wird, sollte Ihnen doch bewußt geworden sein, wie sensibel die Bürger auf die Unterschlagung einer solchen Nachricht in diesen Zeiten reagieren.

Gerade dadurch ergibt sich für die Tagesschau eine Relevanz, die zum Berichten in jedem Fall genötigt hätte.

Für mich bestärkt Ihr Verhalten meine Auffassung, daß durch gezieltes Weglassen solcher Themen und, im Gegensatz dazu, negative Berichterstattung über Personen, Aktionen oder der einen, unausprechbaren Partei, welche sich gegen eine solche Entwicklung in Deutschland stellen, ein politischer Auftrag Ihrerseits erfüllt werden soll, der sich mit meinem demokratischen Verständnis nicht vereinbaren lässt.

Aus dem Grund rangiert in meiner Lesezeichenliste "tagesschau.de" auf gleicher Höhe mit "RT-Deutsch"

Daß das so ist, liegt am Verhalten des gesamten Tagesschau-Teams seit spätestens 2015.

Gerald Antgen

20: S. Brendel:

18. August 2018 um 17:30 Uhr

Absolute Zustimmung! Als nächstes verlangt jede gesellschaftliche Gruppierung ihre eigene Norm wer wann
worüber zu berichten hat. Über kriminell gewordene
Flüchtlinge: selbstverständlich – es passt ja schließlich ins Weltbild. Über steuerhinterziehende
AFD-Abgeordnete: natürlich nicht, denn erstens machen es alle so und zweitens gilt die Unschuldsvermutung.
Es ist schon beängstigend weit gekommen in Deutschland. Und wie es enden kann dürfen wir tagtäglich in
den USA zur Kenntnis nehmen.

21: Thomas Rasch:

18. August 2018 um 17:30 Uhr

Im Ortenaukreis gab es voriges Jahr so viele Strafverfahren wie noch nie. Fast 32 000 Delikte musste die Staatsanwaltschaft Offenburg bearbeiten. Das sind 30 Prozent mehr als vor noch fünf Jahren und eine neues Allzeit-Hoch.
Offenburg. Vor allem bei Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz gab es einen drastischen Anstieg, berichtete Herwig Schäfer als Leitender Oberstaatsanwalt. "Bei unerlaubten Einreisen von Mi­granten verzeichnen wir hier in der Region einen Anstieg um 45 Prozent", sagte Schäfer bei der Jahrespressekonferenz der Ermittlungsbehörde in Offenburg. Dies sei auf starke Kontrollen der Polizei und auf die Tatsache zurückzuführen, dass sich im Raum Offenburg viele Migrantenwege als Knotenpunkt kreuzen würden.
Die Offenburger Staatsanwaltschaft kommt wegen der zunehmenden Fälle kaum noch mit ihrer Arbeit hinterher. Deshalb soll nun neues Zusatzpersonal zumindest etwas Entlastung bringen. Zwei von fünf offenen Stellen sollen besetzt werden. Quelle: Lahrer Zeitung

22: JM:

18. August 2018 um 17:31 Uhr

Ich bin der Meinung, dass ein Mord eines Asylwerbers durchaus von gesellschaftlichem Interesse ist. Es sind viele Jahre lang Fehler seitens der Regierung gemacht worden, die nicht entsprechende Regeln zur Integration festgelegt hat (leider fehlt hier der Text, um diese ausführlich anzuführen).
Der Brückeneinsturz von Genua ist tragisch, nur ist wohl jedem bekannt, dass in Italien seit Jahrzehnten Misswirtschaft und Korruption herrschen, so eine Trgödie war also absehbar. Hier sehe ich einen Mordfall, der im Inland passiert, als mindestens ebnso berichtenswürdig.
Und ob der russiche Präsident vor seiner Deutschlandvisite eine private Hochzeit in der Steiermark besucht oder nicht, sehe ich nicht als gesellschaftlich bedeutend an. Auch amtierende, unparteiliche Minister haben ein Privatleben.
Summa summarum finde ich es erschreckend, wenn die Tagesschau nicht über einen seitens eines Asylwerbers begangenen Morders berichtet.
Mein Beilid gilt den Angehörigen!

23: Werner:

18. August 2018 um 17:32 Uhr

Ich teile die Einschätzung der Tagesschau, was berichtenswert ist, völlig.

24: Harald Reisen:

18. August 2018 um 17:33 Uhr

Tja, so was nennt man eigentlich "Schere im Kopf"…oder auch einseitige Berichterstattung. Der TAZ hätte ich das zugetraut, der Tagesschau bislang nicht. Schade.

25: Hans:

18. August 2018 um 17:34 Uhr

Klarer fall von fremdschämen. Ja es ist nazionales interesse wenn menschen denen wir helfen uns umbringen, der grund ist erstmal egal. Es muss möglich sein, sich eine meinung bilden zu dürfen. Dazu gibt es die tagesschau eben auch. Ich halte es für viel gefährlicher nichts zu sagen, denn nun gibt es den verdienten eindruck, das man lieber die opfer alleine läßt als einem verdienten mitglied der gesellschaft den tribut seines lebenswerkes zuzugestehen. Es gab einen mann der ist jezt tot. Das heißt nicht das man sein erbe nich würdigen sollte. Grade im hintergrund das er flüchtenden geholfen hat zeigt doch das sein erbe die botschaft trägt zu leben. Wiso alles auf den mord reduzieren, ist doch gar nicht ihre aufgabe diesen zu ermitteln. Sondern um über unsere helfer und hilfe zu berichten und bewusstsein schaffen im umgang mit der verzweiflung. Die kulturellen unterschiede sind gewaltig, wie wäre es da mal mit hilfe von der tagesschau, erkärt uns doch mal wer da kommt nicht nur warum.

26: Holger Schmidt:

18. August 2018 um 17:36 Uhr

Ich bedanke mich für die Erklärung und kann die Angaben nachvollziehen!
Ich kann aber die Meinung ..
– Verbrechen von Migranten
– organisiertes Verbrechen
– Fehlverhalten im Staatsapparat
werden heruntergespielt..
oder als minderwichtig eingestuft
– Angriffe gegen Minderheiten aufgebauscht
Ich sehe darin ein Spiegelbild der Beteiligten im Fernsehrat!
Trotzdem ist das ÖR mein Favorit für meine politische Information!
Bitte berücksichtigen Sie in Zukunft etwas deutlicher den Normalbürger.. sonst verlieren Sie die Bevölkerungsgruppe!
Ich bedanke mich für die Arbeit der ÖR Anstalten

27: XXY:

18. August 2018 um 17:36 Uhr

Also Entscheidet die Tagesschau was für die Deutsche Bevölkerung von Relevanz ist oder was die Leute im Land nicht zu wissen brauchen.
Aber wenn ein Flixbus auf der Autobahn umkippt, dann hat mich diese regionale Nachricht zu interessieren? Ein abgestochener Arzt ist also weniger Wert bei der TS als einige Verletzte Bustouristen
Das erinnert irgendwie an Zensur, wenn den Leuten Informationen vorenthalten werden.
Unabhängiger Journalismus sieht anders aus, sorry.

28: Peter Frey:

18. August 2018 um 17:37 Uhr

Die Beteiligung von Asylbewerbern an Tötungsdelikten“….soweit die Tagesschau recherchieren konnte….“

Dazu 3 Einwände:

– wie tragfähig sind die „Recherchen“, zumal die staatlichen Organe ganz unterschiedliche Zahlen aus z.T. interessengelenkten Statistiken nennen?
– Tötungsdelikte mit Messern zeichnen sich mit „besonderer Qualität“ aus; wie hoch ist hier der Anteil von Asylbewerbern?
– wenn das Opfer bei der Ausübung seines Berufes als Arzt vor den Augen seines 10- jährigem Kindes, Patienten und Mitarbeitern getötet wird und das von einem bereits mehrfach „auffälligen“ Asylbewerber, dann stellt sich die Frage, ob die journalistische Sorgfaltspflicht in solchem Fall nicht anspruchsvollerer Differenzierung gebietet. Das umso mehr als ja der SWR mit seinem Bericht schon einige Millionen Menschen erreicht.

29: Andrea:

18. August 2018 um 17:37 Uhr

Hallo Herr Gniffke,

Sieh haben zwar mit Ihrem Kommentar soweit recht. Nur: alle anderen Quellen haben offen darueber berichtet, was passiert ist. Und eigentlich gehört sowas zur Informationspflicht bei Nachrichten. OK es gibt dann das Problem, dass man dann eventuell wieder diesen Hetzern von der AfD in die Hände spielt, richtig. Aber damit muss Deutschland umgehen lernen.

Aus dem Grund kann ich diesem Absatz:

"So, und nun kommt ein Satz, der mir ganz wichtig ist. Es haben all diejenigen Recht, die sagen, dass der Arzt heute noch leben würde, wenn dieser Flüchtling nicht ins Land gekommen wäre. Stimmt, ganz klar."

nicht zustimmen:

"So, und nun kommt ein Satz, der mir ganz wichtig ist. Es haben all diejenigen Recht, die sagen, dass der Arzt heute noch leben würde, wenn dieser Flüchtling nicht ins Land gekommen wäre. Stimmt, ganz klar."

Denn wir wissen erst mal nicht, was diesen Fluechtling zu seiner Wahnsinnstat – die ich genauso verurteile – getrieben hat.

30: D. Döring:

18. August 2018 um 17:38 Uhr

Gut geschrieben. Danke

31: HS:

18. August 2018 um 17:39 Uhr

Würde die ARD auch nicht berichten, wenn ein Deutscher den Somalier umgebracht hätte?

32: Beckmann:

18. August 2018 um 17:39 Uhr

Dann recherchiert die Tagesschau extrem schlecht, denn laut Berliner Kriminalstatistik gab es bei Auseinandersetzungen und Taten, bei denen Messer eingesetzt wurden, einen Anstieg um 13 Prozent, in Hessen stieg die Zahl sogar um 29 Prozent. Nur vier Bundesländer lieferten laut dem Bericht Zahlen zur Nationalität der Beteiligten. Dort waren häufiger Nicht-Deutsche oder Flüchtlinge unter den Tatverdächtigen.
Opfer von Messerdelikten seien daher überproportional auch häufig nicht-deutscher Herkunft.
Die Polizeigewerkschaft sprach ebenfalls davon, dass die Zahl junger männlicher Migranten unter den Messerangreifern "auffallend" sei.

Quelle: n-tv.de , mba

33: Roland Horn:

18. August 2018 um 17:43 Uhr

Ich finde ihre Erklärung und Einstellung nachvollziehbar und richtig. So traurig es ist, kann man nicht über jeden Mordfall berichten und ich finde Sie bekommen den Spagat sehr gut hin.
Vielen Dank
Roland Horn

34: christiane hartmann:

18. August 2018 um 17:44 Uhr

Ich kann die Argumentation gut nachvollziehen. Nur wo ist der Unterschied zu dem Mord an Maria L. in Freiburg? Über den wurde städig berichtet.Unhabhängig, unvoreingenommen und sensationslüstern?

35: Karl-Heinz Noe:

18. August 2018 um 17:45 Uhr

sehe ich anderst !! Die Tagesschau sollte wissen, dass das ein wichtiger Fall ist ! Nach Köln wollten sich die öff. rechtlichen Medien änder -soweit ich weiss !!Alle Bürger bezahlen die Tages-Schau !!!

36: Claude:

18. August 2018 um 17:46 Uhr

Sie haben in der TS natürlich keine Zeit über alle Mordfälle zu berichten, aber wenn Sie sich an die o. g. Richtlinien halten, dann dürfen Sie künftig über keinen Mordfall mehr berichten geschweige denn über Verletzte z. B. bei Verkehrsunfälle. Ihren Recherchen über Delikten von Asylbewerber kann ich leider nicht glauben. Setzen Sie die Fälle einfach mal ins Verhältnis zu der Population an Asylbewerber und Sie werden mit Sicherheit einen höheren Prozentsatz erhalten als in der übrigen Population (die übrige Population selbstverständlich ohne die arabischen, türkischen etc.. Großfamilien, Sie wissen sicherlich, wer gemeint ist).

37: Jürgen Schmidt:

18. August 2018 um 17:46 Uhr

Im Grunde finde ich Ihren Kommentar nachvollziehbar, das evoziert aber auch, dass der Hintergrund , ob etwas in der Öffentlichkeit Relevanz zu haben hat, völlig unterschiedlich gesehen wird. Schwierig auf jeden Fall für den Journalisten zu erklären, warum ein Fall öffentlich gemacht wird und ein anderer nicht, das können nur Sie selbst erklären.

38: Siebo M. H. Janssen:

18. August 2018 um 17:48 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren. Ich teile sowohl ihre Abscheu vor einem mutmaßlich feigen Mord wie auch ihre Entscheidung nicht über dieses Verbrechen zu berichten wie auch ihre Argumentation diesbezüglich uneingeschränkt. Sachliche und unaufgeregte Berichterstattung sind, in volatilen Zeiten wie wir sie gegenwärtig erleben, der beste Schutz gegen die schrecklichen Vereinfacherer der sogenannten AfD in ihrer Wut- und Hassbürgerpose. Mit besten Grüßen aus dem spätsommerlichen Bonn, Siebo M. H. Janssen.

39: HOPF L.:

18. August 2018 um 17:49 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr.Kai Gniffke!Ich möchte mich einmal bei diesem Thema,auf einen ehemaligen ARD
Redakteur der Tagesschau,Herrn Volker Bräutigam be-
rufen.Er sagte bei einem Interview:"Die Mängel in der Tagesschau sind institutionell begründet".Er
war 10 Jahre in Hamburg bei der ARD,als Redakteur
der Tagesschau tätig.Ich glaube,Seine Aussage spricht für sich.Bei der ARD vermisse ich den Mut zur Wahrheit,wie beim ORF.at.,SRF.ch. bzw.bei den verstorbenen Dr.Heiner Geißler und Dr.Peter Scholl-
Latour.

40: Horst luebl:

18. August 2018 um 17:49 Uhr

Es ist bekannt das die tagesschau einseitig ist. Ihr kommentar aendert das nicht.

41: Horst:

18. August 2018 um 17:49 Uhr

Ihre Argumentation ist nach vollziehbar.
.
Aber könnte sich dann die Redaktion der TS auch mal ein wenig in der Wortwahl zurück halten?
.
Ich erwarte zu den Artikeln, die ich hier lesen darf wenigstens eine sachliche Berichterstattung. Und es muß nicht über jedes Todesopfer berichtet werden.
.
Aber z.B. solche Artikel wie von Herrn Kitzler "Lehrstunde in Sachen Populismus" sind von der Wortwahl her eines Journalisten nicht würdig.
"Zynisch, verlogen und dilettantisch".
.
Ich bin ja gezwungen Beiträge zu bezahlen, egal ob ich ÖR nutze oder nicht.
.
Aber wenn ich für etwas bezahle, erwarte ich mehr Qualität, und nicht nur Polemik.

42: Günter Wolf:

18. August 2018 um 17:50 Uhr

So sieht eben verantwortungsbewusster Journalismus aus. Pressefreiheit bedeutet nicht nur, dass über alles frei berichtet werden kann und darf, sondern auch, eben nicht über alles zu berichten, vor allem dann, wenn es Abwägungsgründe gibt. Daher teile ich die Stellungnahme. Zudem ist auch mir der Blick auf die Hinterbliebenen wichtig: Sie müssen nicht quer durch alle Medien an ihren erlittenen Verlust erinnert werden – was vor Ort dennoch "ausreichend" geschehen wird.

43: Ohne Name:

18. August 2018 um 17:51 Uhr

Wie können sie einen Satz wie: "Es haben all diejenigen Recht, die sagen, dass der Arzt heute noch leben würde, wenn dieser Flüchtling nicht ins Land gekommen wäre." diesen schreiben und wirklich meinen, was sie da geschrieben haben. Die Stunde ist für diesen Menschen gekommen und wäre er nicht erstochen worden, hätte er vielleicht einen Unfall gehabt.

44: Friedrich Brocke:

18. August 2018 um 17:51 Uhr

Vor allem dürfen wir erwarten, daß die selbstgefällige Richtergilde, die "im Namen des Volkes" Recht zu sprechen hat, dessen Interessen und nicht diem eines gemeingefährlichen Orientalen (Fall Sami A.) vertritt. Außerdem steht den Richtern es nicht zu, Kritiker dieser Urteile als "ahnungslose Stammtischdilettanten" zu diffamieren. Richter sind weder heilig gesprochen, noch sind sie wie der Papst unfehlbar, sie haben der Öffentlichkeit zu dienen und nicht juristische Spitzfindigkeiten nach willkürlichem Gutdünken zu nutzen.

Der Bürger erwartet von den Journalisten statt devotem Gerede eine Klarstellung in seinem (im Namen des Volkes) Sinne.

Außerdem wünsche ich, auch von Ihnen gesieztt zu werden, wir sind hier nicht im angelsächsiscen Sprachraum.

45: Jan Hauke Kleinhenn:

18. August 2018 um 17:52 Uhr

Wenn ein "Reichsbürger" einen Bürgerkriegsflüchtling erstochen hätte, hätte die Tagesschau berichtet, zuzüglich 10 mal Talkshow

46: arecafin:

18. August 2018 um 17:52 Uhr

das halte ich alles für sehr bedenklich. unabhängig? unvoreingenommen? das glauben sie doch wohl selber nicht. wäre der fall umgekehrt passiert …. Arzt tötet Asylbewerber – wäre das nicht ein freudenfest für die medienfürsten geworden. aber nun, so wie die propagandamaschinerie halt funktioniert, werden sie sicher das alles hier wieder löschen.

47: Rolf May:

18. August 2018 um 17:53 Uhr

Die Tagesschau hat deurch Ihre Entscheidung kein ernsthaftes Informationsdefizit erzeugt, ich z. B. habe auf verschiedenen Wegen und teilweise auch mehrfach Details hierzu erfahren. Allerdings wird voraussichtlich anschließend der Vorwurf erhoben werden, die Tagesschau habe, möglicherweise auf Druck "von oben", im Gegensatz zu anderen Medien diese Nachricht unterdrückt; ein Vorwurf, dessen politische Wirkung schwer abzuschätzen ist.

48: Kurt Steiniger:

18. August 2018 um 17:53 Uhr

Bei der Kritik, dass die TS nicht berichtet, geht es in erster Linie nicht um den Mordfall, sondern um das Flüchtlingsthema. Und die bisherige politische, juristische und journalistische Arbeit vermittelt den Menschen das Gefühl, dass der Staat sich um jeden Flüchtling persönlich kümmert, die Deutschen selbst aber sich um sich selbst kümmern müssen und nur zum Zahlen in diesem Land lebt. Dem Bürger ist ja bis heute nicht klar, ob die Flüchtlinge nun vorübergehend hier sind oder ob sie dauerhaft integriert werden sollen. Die mangelnde journalistische Information in der Silvesternacht zu Köln, der nicht berichtete Mordfall an einer Jugendlichen und nicht zuletzt die immer wieder erscheinenden Bilder von Frauen und Kindern als Flüchtlinge, obwohl hinlänglich bekannt ist, dass 2/3 der Flüchtlinge männlich sind, bei den jungen Erwachsenen sogar 3/4, vermittelt nun mal nicht das Gefühl, dass in dem Kontext Flüchtlinge ehrlich mit dem Bürger umgegangen wird (P.S. Kein AFD-Wähler)

49: Christian Nerger:

18. August 2018 um 17:55 Uhr

Besten Dank für diese gute und ausgewogene Erklärung, Herr Dr. Gniffke!
Ich lebe derzeit (als Deutscher) in Österreich. Wenn dort in den Radionachrichten immer wieder ganz normale Verkehrsunfälle minutenlang thematisiert werden, sodass national und international Wichtiges in der Berichterstattung völlig ausgeblendet wird, nervt mich dieses sehr.
Insofern kann und soll die Tagesschau nicht über jeden Unfall oder Mordfall berichten, wenn dieser nicht von zumindest nationalem Interesse ist, meine ich. Dies gilt selbstverständlich unabhängig von Nationalität und kulturellem Hintergrund des mutmaßlichen Täters.

Da die Verteilung von Straftaten auf Täter unterschiedlicher Herkunft anscheinend bei vielen Menschen auf großes Interesse stößt (= nationales Interesse, ob berechtigt, sei einmal dahingestellt), fände ich es gut, diese Informationen zusammen mit Angaben z.B. zu Geschlecht, Alter usw. jedes Mal dann mitzuliefern, wenn über eine schwere Straftat berichtet wird.

50: Matthias Langenbach:

18. August 2018 um 17:55 Uhr

Recht so.

Für mich ist der Tod einer Legende eine wichtigere Nachricht als der höchst bedauerliche Tod eines Hausarztes.

51: Fritz Voll:

18. August 2018 um 17:55 Uhr

Warum kann sich die Redaktion auch nicht einen Fehler zugestehen. Anstatt dessen versucht die Presse immer wieder die Meinungsbildung zu bevormunden und entscheiden wass angemessen ist oder nicht, Warum werden die Richtlinien der DPA gefolgt und alle berichten gleichermassen mehr oder weniger die selben Nachrichten vor allem Banalitäten und seit Jahren vermehrt die USA Details anstatt die richtigen Problemen hier im Lande anzugehen.

52: Lothar:

18. August 2018 um 17:56 Uhr

Ich finde das dies eine gute Stellungsnahme ist.

53: H. Ilflos:

18. August 2018 um 17:57 Uhr

also warten wir bis "…Asylbewerber überproportional an Tötungsdelikten beteiligt sind" , dann berichtet
die Tagesschau darüber und alles ist gut.ODER?

54: Adrian:

18. August 2018 um 17:57 Uhr

Richtig so. Im letzten Jahr gab es in Deutschland über 400 Morde. Soll die tagesschau jeden Tag über einen Mord berichten?

Die Identität des Täters allein kann dabei kein Kriterium für/gegen eine Berichterstattung sein:
Für das Opfer und die Angehörigen ist es auch nicht schlimmer, von einem frisch zugezogenen Asylbewerber ermordet zu werden als von seinem biodeutschen und langjährigen Nachbarn.

55: Michel E.:

18. August 2018 um 17:59 Uhr

Vielen Dank für diese klaren Worte und die Entscheidung gegen die Sensationsgier der Boulevard-Presse.
Ich kann dem Gesagten nur aus vollem Herzen zustimmen.

56: Harald Stroedecke:

18. August 2018 um 18:00 Uhr

Das ist eine sehr begonnene Stellungnahme. Sie zeigt journalistische Verantwortung und zutiefst tolerante Einstellung.
Ob aber der Anteil der Flüchtlinge an bestimmten Taten überproportional oder nicht ist; darüber gibt es widersprüchliche Statistiken.
Hier wäre ein wichtiges Arbeitsfeld.
Ich selbst weiß nämlich nicht, welcher Statistik ich glauben kann.

57: Lars H:

18. August 2018 um 18:01 Uhr

Erstmal mein Beileid der Familie und den Angehörigen.
Na ja, es könnte der Eindruck entstehen das man etwas vertuschen will oder weil es ein Migrant war. Was ich der TS aber nicht vorwerfen will. In der heutigen Zeit lässt sich so etwas nicht mehr unter den Tisch kehren. Das müsste auch die TS wissen wegen der Vorwürfe. Bis zu den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln, was da los war das wissen wir alle und wie man versucht es zu verheimlichen. Das Klima in diesem Land ist mittlerweile so vergiftet, Leider. Aber von allen Seiten. Liebe TS, bitte objektiv berichten und ohne Selbstzensur!

58: Andreas Zeise:

18. August 2018 um 18:01 Uhr

Richtig.

59: Andreas knigge:

18. August 2018 um 18:02 Uhr

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Weiter so.

60: Buntekuh:

18. August 2018 um 18:02 Uhr

Dann aber bitte konsequent über andere Fälle berichten

Nach den Aussagen des BKA in seiner Studie "Krimi­nalität im Kon­text von Zu­wan­de­rung Be­trach­tungs­zeit­raum: 01.01. – 31.12.2017" sind Flüchtlinge unterproportional an Tötungsdelikten beteilt, dafür aber z.B. mit 24% aller Roheitsdelikte (Raub, räuberische Erpressung etc.) Die Tagesschau müsste nach der Begründung ihres Chefredakteurs über schwere Rohheitsdelikte mit Flüchtlingsbezug verstärkt berichten. Das ist aber gerade nicht mein Eindruck. Ich finde nach wie vor, dass das unbequeme Thema der Flüchtlingskriminalität in der ARD überwiegend marginalisiert wird (Ausnahme BR). So wäre es durchaus auch einmal möglich, den grünen OB von Tübingen, Boris Palmer, in der Tagesschau zum Thema Flüchtlingskriminalität zur Wort kommen zu lassen.

61: Witzlos2016:

18. August 2018 um 18:02 Uhr

Zuviel negative Nachrichten!

Mir sind die Nachrichten im allgemeinen zu negativ und teilweise einseitig berichtet. Jede Regung von Erdogan wird kommentiert. Selbst die türkischen Sesamkringel schaffen es in die deutschen Nachrichten. Nach den grenzenlosen Beleidigungen von Erdogan möchte ich über den so wenig, wie möglich lesen. Außer er entschuldigt sich. Nicht jeder Mord muss veröffentlicht werden, aber gesellschaftlich relevante Nachrichten sollten veröffentlicht werden.

62: Dagmar Tillich-Schmidt Georg:

18. August 2018 um 18:03 Uhr

Danke für diese Klarstellung und deutliche Stellungnahme.
Ich kann Ihre Entscheidung gut nachvollziehen.

63: DerNick:

18. August 2018 um 18:05 Uhr

Absolut nachvollziehbar für mich.

64: Herr Bi aus Ha in He:

18. August 2018 um 18:06 Uhr

Finde ich richtig, Herr Gniffke.

Das Berichten über Taten spezifischer Bevölkerungsgruppen führt zu einer Verzerrung der öffentlichen Wahrnehmung.
Vergewaltigung, Mord, Diebstahl, Einbruch, Überfall – geschieht alles auch ohne Flüchtlinge und Asylbewerber.
Es ist bekannt das ein beachtlicher Teil dieser Taten zwar von (europäischen) Ausländern begangen wird, aber eben auch von deutschen ohne Migrationshintergrund.

Das Fingerzeigen "der hat", "die sind" durch einzelne Magazine, Boulevardmedien und Sendungen aus Auflagengier führt lediglich zu einem Resultat: Einer erneuten Reichsprogromnacht. Die paralelen zur Situation von vor 100 Jahren sind wirklich erschreckend.

Ebenso macht es mich wütend wenn Leute pauschal Straftäter verteidigen, was hier aber trotzdem nicht der Fall ist.

65: Andreas Dechant:

18. August 2018 um 18:06 Uhr

Dem Kommentar ist nichts hinzuzufügen.

Wenn man über jeden (mutmaßlichen) Mord, der tagtäglich in Deutschland passiert, berichten würde, wäre die Tagesschau jeden Tag wohl etwa 30 Minuten lang.

Und bei Mord unterscheide ich nicht ob es ein Flüchtling, illegaler Einwanderer, Bayer, Schwabe oder sonst wer war.

Mord ist Mord.

Es gibt Themen, über die es wichtiger ist zu berichten.
Unsere Politiker selbst geben ja dazu derzeit viel Anlass, auch Abseits der Flüchtlingsdebatte.

66: Querdenker:

18. August 2018 um 18:07 Uhr

Aus dem Kommentar: 'Aus meiner Sicht sollten wir das dann tun, wenn Asylbewerber überproportional an Tötungsdelikten beteiligt wären. Das ist, soweit wir es recherchieren können, nicht der Fall.'

Die polizeiliche Kriminalstatistik besagt genau das Gegenteil.
Asylbewerber sind deutlich überdurchschnittlich gerade bei Tötungsdelikten Täter.

Ein Fall für den Faktenfinder.

67: May:

18. August 2018 um 18:08 Uhr

Super Herr Dr. Gniffke, ich bin völlig Ihrer Meinung und froh über jeden verantwortungsvollen Journalisten, der nicht jede Gelegenheit zum Hetzen ergreift, sondern erst mal das Gehirn einschaltet.
Weiter so!

68: Berlin1:

18. August 2018 um 18:09 Uhr

Man muss sicherlich nicht alles berichten, aber sie berichten auch, wenn in Frankreich ein Polizist erstochen oder in Sachsen Asylbewerber angegriffen wurden, was ich beides schlimm finde. Insofern ist ihre Stellungnahme nur eine Ausrede.

69: Kai Gniffke:

18. August 2018 um 18:10 Uhr

Ich bitte um Verständnis, dass ich selbst als erster kommentiere: Habe gerade nachträglich das Wort "farbige" in Anführungszeichen gesetzt. Normalerweise sagen wir "Schwarze". Dabei habe ich längst nicht alles wörtlich wiedergegeben, was Leute in Bezug auf Aretha Franklin geschrieben haben.

70: frosthorn:

18. August 2018 um 18:10 Uhr

"Es haben all diejenigen Recht, die sagen, dass der Arzt heute noch leben würde, wenn dieser Flüchtling nicht ins Land gekommen wäre."

Natürlich stimmt das. Aber was soll diese Tautologie denn beweisen? Alle Mordopfer, auf der ganzen Welt und von Anbeginn an, wären am Leben geblieben, wenn der Täter zur Tatzeit nicht im gleichen Land wie das Opfer gewesen wäre. Wer das wirksam verhindern wollte, müsste also dafür sorgen, dass sich niemals zwei Menschen gleichzeitig am selben Ort aufhalten.
Eine solche Feststellung ist also völlig sinnfrei, gibt keinerlei Erklärung über die Tat und zeigt auch keine Möglichkeit einer Prävention auf. Sie dient einzig dazu, Gewaltverbrechen und deren Opfer für politische Agitation zu missbrauchen.

71: Scheibenweltbewohner:

18. August 2018 um 18:11 Uhr

Danke für die Klarstellung, ich ziehe die seriöse und ausgewogene Berichterstattung der Tagesschau jedem 'alternativen' Medium vor. Weiter so und nicht von den Schreiern beirren lassen.

72: EDE Wolf (der im Schafspelz):

18. August 2018 um 18:12 Uhr

Wirklich,ein sehr schwieriges Thema.
Wohl hege ich immer wieder den Verdacht, dass die Tagesschau negative Nachrichten über Flüchtlinge im Zweifel lieber nicht verbreitet.
Aber, für Ihre Meinung habe ich gleichwohl Verständnis.
Die (nicht) Berichterstattung reiht sich leider in sehr auffällige Fälle bei Ihnen, anderen Medien, aber auch Politikern.
z.B. sehr wenige unrechtmäßige Abschiebungen werden wiederholt als Gefahr (!) für den Rechtsstaat bezeichnet,
tausende misslungene Abschiebungen wegen Untertauchens oder mehrer hundert wegen gewaltsamen Widerstandes werden eher sachlich statistisch und beiläufig erwähnt, wenn überhaupt, obwohl dabei eher eine echte Gefahr für den Rechtsstaat und natürlich für die Bürger dieses Landes ausgeht.
Für mich ist das eine Fortsetzung einer irreführenden Informationspolitik.
Im übrigen: junge Menschen kennen eher nicht Aretha Franklin und Ihre Bedeutung und verstehen dann auch nicht die Verbreitung der Todesnachricht in den Medien.

73: Balinerin:

18. August 2018 um 18:12 Uhr

Es ist nicht der Einzelfall über den berichtet werden muß. Aber viele Einzelfälle (Morde) durch Asylbewerbern – davon ist zu berichten und da gibt es schon eine lange Liste. Das ist meine Meinung.

74: Hanno Kuhrt:

18. August 2018 um 18:15 Uhr

Herr Gniffke gibt hier selber die Begründung, warum dieser Fall eine gesellschaftliche Relevanz hat.
"Wäre der Somalier nicht als Flüchtling in dieses Land gekommen würde der Arzt noch leben".
Ja denn genau das ist das Thema, welches die Bürger bewegt-nichts erzeugt mehr Zorn in der Bevölkerung, als die Kriminalität von Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, um hier Schutz zu suchen. Weiterhin ist es auch in diesem Fall so, dass der Täter bereits gewalttätig war und natürlich wieder die Frage gestellt werden muss, ob wir solche Flüchtlinge bei uns dulden wollen.

75: skyhound:

18. August 2018 um 18:16 Uhr

Chapeau!
Leider steht in der aktuell aufgeheizten, um nicht zu sagen überhitzten Stimmung in Europa und unserem Land zu befürchten, dass Sie – und im Kielwasser meiner vollen Zustimmung zu Ihrer Erklärung auch ich – von populistisch und/oder ideologisch Verblendeten in welcher Form auch immer angegriffen werden.
Bei aller Tragik und Verwerflichkeit der Tat, für die ich der Familie des Opfers meine aufrichtige Anteilnahme auspreche, dürfen Besonnenheit und journalistische Distanz nicht außer Acht gelassen werden.

76: Einwurf:

18. August 2018 um 18:16 Uhr

Solange Tagesschau.de über ein Seilbahnunglück im fernen Nepal mit ca 7 Opfern ohne Bezug zu Deutschland oder Tourismus berichtet – es ist unklar, warum das wichtiger für die deutsche Öffentlichkeit sein soll als der zielgerichtete bewusste Tötungsfall eines Arztes in seiner Praxis durch einen 2015 eingewanderten Asylbewerber.

Warum ist Nepal bei Fahrlässigkeit wichtiger?

77: Kiki:

18. August 2018 um 18:18 Uhr

“Wir berichten in der Tagesschau über Dinge von gesellschaftlicher, nationaler oder internationaler Relevanz. Dinge, die für die Mehrzahl der rund 83 Millionen Deutschen von Bedeutung sind.”

Tatsächlich?
Ist das so?
Dann wundert es mich aber schon, dass sie über jede Sammelabschiebung (von meist Kriminellen) nach Afghanistan kritisch berichten und diese quasi ständig als unangemessen darstellen.

Ich glaube nicht, dass dies für die Mehrzahl der rund 83 Millionen Deutschen von Bedeutung ist und diese die Abschiebungen in der Mehrzahl so kritisch begleiten wie sie. Denn leider können wir die Welt nicht retten und brauchen auch mal Realpolitik.

Insofern hätte ich auch ihre Berichterstattung in Offenburger Fall erwartet. Genauso wie beim Tötungsdelikt von Maria L. in Freiburg.
Man fragt sich schon, ob das ein Trend ist und man nur die Spitze des Eisbergs erfährt.

Sie sägen an Ihrer Glaubwürdigkeit. Das ist sehr gefährlich.

78: cfix:

18. August 2018 um 18:20 Uhr

Bitte bleiben Sie bei dieser Redaktionslinie. Alles andere ist Unterstützung des populistischen rechten Diskurses und das machen leider schon viel zu viele Medien.

79: Jo:

18. August 2018 um 18:21 Uhr

Sehr guter Kommentar! Es kann nicht über jeden Todesfall berichtet werden, ansonsten wäre die Seite voll von gemeldeten Verkehrstoten. Auch wenn das gerne mal vergessen wird von einigen Teilen der Bevölkerung, aber durch einen Verkehrsunfall getötet zu werden ist eine weitaus höhere Wahrscheinlichkeit als durch einen Asylbewerber!

80: L. Stahn:

18. August 2018 um 18:24 Uhr

Ich stimme dieser Klarstellung sowie dem Kommentar #16 (Adrian) voll zu.
Wenn hier jemand zu wenig Morde und zu wenig Verkehrsunfälle in der Tagesschau beklagt, dann solle er doch die "Nachrichten" bei den privaten Sendern bevorzugen. Anscheinend beklagt sich dort niemand über eine einseitige Berichterstattung.
Ich bleibe jedenfalls bei der Tagesschau. Danke für Ihre professionelle Arbeit, danke für die Vielfalt und die Pro und Kontras in den Magazinen, Talkshows etc. etc.

81: Buntekuh:

18. August 2018 um 18:25 Uhr

Ein Grundsatzfrage stellt sich für mich: Hat die Tagesschau die Zuschauer nach ihren eigene Vorstellungen zu informieren oder soll über das zu berichtet werden, was zumindest einen erheblichen Teil der Zuschauer/Bevölkerung interessiert. Wer meint, die Tagesschau soll nach eigenem Gusto informieren, der soll offenlegen, warum die dort tätigen Menschen mit ihren Vorstellungen dazu das Recht auf Kosten des Gebührenzahlers haben. Ich fände gut, wenn der Gebührenzahler seine (Un-)Zufriedenheit mit der Berichterstattung über eine jährliche Umfage äußern könnte. Nur so lassen sich für mich Gebühren rechtfertigen.

82: Markus Blumenstock:

18. August 2018 um 18:26 Uhr

Mit 12,4% bei Mord und Totschlag (aufgeklärte Fälle, Niedersachsen, 2016) sind die Flüchtlinge echt gut dabei.
Quelle: Tabelle 18 in Christian Pfeiffer, Dirk Baier, Sören Kliem: Zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland. Januar 2018, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. (Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie)

83: Dr. Hanns Uwe Pfaff:

18. August 2018 um 18:26 Uhr

Lieber Herr Dr. Gniffke,

der messbare Erfolg der tagesschau und der tagest. zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen Vertrauen in die Arbeit Ihres Teams hat. Und dass, obwohl man heute mit einem Klick ein schwindelerregendes weltweites Angebot an Nachrichten nutzen kann. Es ist traurig, dass Sie die professionelle Position der tagesschau bzgl. dieses Mordes überhaupt erklären müssen. Das liegt daran, dass in der immer mehr durch ideologische Kämpfe durchzogenen Meinungslandschaft so ein Einzelfall skrupellos ausgeschlachtet wird – den entspr. Protagonisten geht es dabei natürlich nicht im geringsten um die Angehörigen oder Deutschland, es geht denen darum, deren Ideologie einfädeln zu versuchen…Dass man an Einzelfällen meist keine allg. Tendenzen ableiten kann, das zu erkennen, dazu fehlt den Adressaten dieser Rattenfänger/innen offenbar schlicht der Verstand…Es ist beruhigend, dass die tagesschau vernünftig über gesicherte Fakten berichtet und sich nicht instrumentalisieren lässt.

84: jemuel:

18. August 2018 um 18:27 Uhr

es ging bei der Abwägung zur Berichterstattung wohl nicht um das Ob, sondern um das Wie des zu sendenden Beitrags. Solchen Auftrag sollte die Tagesschau doch professionell lösen können. Denn dieser Mord ist doch eher von gesellschaftlicher Relevanz als ein Bericht über einen FlixBus, der im Straßengraben gelandet ist – hätte auch jeden anderen Bus treffen können.

85: Irgendwer:

18. August 2018 um 18:28 Uhr

In der Tat hat sich die Diskussion um das Asylrecht in Deutschland zu einem Punkt entwickelt, dass man sich vorwerfen lassen muss Öl ins Feuer zu gießen, wenn man über von Flüchtlingen begangene Straftaten schief-proportional berichtet.

Andererseits ist es heutzutage anscheinend wieder möglich – mit der Behauptung sich für die Zukurzgekommenen einzusetzen – durch öffentlich lautes Jammern Zwietracht säend politisches Mitspracherecht sich zu, na ja, ergaunern ist hier das passende Wort. Ja, durch Hetze gerade gegenüber den Flüchtlingen, die im Zweifel immer noch hierher geflüchtet sind um das nackte Leben zu retten, kann man heutzutage offenbar wieder in Parlamente gelangen.

Die Jammerhetzer werden bei ihren ohnehin sich ungerecht behandelt fühlenden Anhängern Punkte sammeln können mit dem Hinweis auf diese Berichterstattung.

86: Drumknott:

18. August 2018 um 18:33 Uhr

Der Kommentar ist zwar richtig – aber er ignoriert trotzdem die wesentlichen Dinge. Natürlich muss nicht über jeden Fall berichtet werden – auch nicht über jedem Mord. Interessant fand ich, dass auch der SWR nicht berichtet hat, ich habe es zuerst auf coloquio (einer Ärzteseite) im Kontext von Gewalt gegen Hilfskräfte mitbekommen. Wichtig ist eher, wie eventuell berichtet wird, und hätte eine kurze Meldung, was passiert ist (2 Zeilen) für angemessen gefunden. Andererseits wird jede Malerei eines pubertierenden Deutschen zu einer Nachricht von bundesweiter Relevanz.
Ich verstehe auch nicht, warum die Redakteure der Tagesschau für sich reklamieren zu wissen, was berichtet werden muss. Nur berichten, nicht kommentieren. Sollte das Ergebnis sein, dass die Seite der Tagesschau kleiner, kürzer, und strikt nach Meldung und Meinung getrennt erscheint – PRIMA (das fehlt).

87: Sepp Punzenschlecker:

18. August 2018 um 18:34 Uhr

Das Schlimmste, was die Tagesschau tun kann, ist es, Kapitalverbrechen von Migranten bewußt zu vertuschen, zu verzögern, oder zu verschweigen. Genau das ist aber – mit setsamen Rechtfertigungen – mehrfach passiert. Es nützt am Ende doch nichts, weil sich die Menschen im Zweifel woanders informieren. Das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Tagesschau schwindet durch Ihr Verhalten!

88: Buggi:

18. August 2018 um 18:35 Uhr

Ich kann Ihrem Kommentar gut folgen. Ähnlich wie die Justiz sollte sich auch der Journalismus nicht vom sogenannten "gesunden Volksempfinden" leiten lassen. Wieso bei einem solchen Anspruch an Seriosität und Sachlichkeit in Ihrem Medium allerdings ein Kommentar erscheinen kann, wie der heutige oder gestrige zum Thema Genua und dem Umgang der italienischen Regierung mit diesem Unglück, erschließt sich mir nicht. Wohl gemerkt: Dieser italienischen Regierung stehe ich nicht nahe. Mit der Verrohung der Sitten und Ausdrucksweisen im politischen Betrieb, gut an den Beispielen Trump und Salvini zu verdeutlichen, scheint aber gelegentlich auch eine Vulgarisierung und Emotionalisierung im journalistischen Vokabular einherzugehen, die ich mir früher ebenso wenig hätte vorstellen können.

89: G.Holet:

18. August 2018 um 18:38 Uhr

Pressefreiheit, genauer die äußere Pressefreiheit, bezeichnet das Recht von Einrichtungen des Rundfunks, der Presse und anderer Medien auf ungehinderte Ausübung ihrer Tätigkeit, vor allem auf die staatlich unzensierte Veröffentlichung von Nachrichten und Meinungen.
Bei Tagesschau bedeutet es, ich nehme mir die Freiheit worüber ich berichte und manipuliere somit.

90: gast_1901:

18. August 2018 um 18:42 Uhr

Ich kann mich über die Arbeit von Herrn Gniffke und der Kollegen nicht beschweren. Ich verfolge diverse Medien in der Berichterstattung diverser Themen und halte die ÖR für am objektivsten. Das mag Populisten (egal ob rechts oder links) nicht so vorkommen was aber wohl eher daran liegt dass diese Leute gerne ihre eigene Meinung unters Volk gebracht hätten. Ein Mann wurde ermordet. Das ist sehr schlimm. Aber was nimmt man als Grundlage um darüber zu berichten? Die Nationalität? Sicher nicht. Das erinnert mich an vergangene Zeiten. Bestimmt wäre das Geschrei einiger Populisten hier nicht mal halb so laut wäre der Täter ein Deutscher gewesen… Schlimm!

91: Landow:

18. August 2018 um 18:44 Uhr

Die Tagesschau darf sich selbstverständlich die Ereignisse aussuchen, die sie für erwähnenswert hält.
Ich suche mir ja auch die Quellen aus, aus denen ich meine Informationen bekomme.
Blöd nur, dass ich für den vorselektierten Kram immer noch bezahlen muss.

92: Joachim:

18. August 2018 um 18:45 Uhr

Richtige Entscheidung und nachvollziebare Begründung. Mehr bleibt mir da nicht zu sagen.

93: Folgefragensteller:

18. August 2018 um 18:47 Uhr

Ohne eine politische Meinung zu vertreten, nur um Ihre Richtlinien zu verstehen:
Hätten Sie darüber berichtet, wenn ein Politiker oder die Staatsanwaltschaft die „ungeklärten Umstände” als „nicht auszuschließender terroristischer Hintergrund” bezeichnet hätten?
Und: Inwiefern machen Sie einen Unterschied zwischen Tötungen von Ausländern (im Aus- und Inland) und Tötungen von Deutschen (im Aus- und Inland)? Sinnvollerweise würde ja über die Tötung von Deutschen mehr berichtet (da die Leserschaft überwiegend Deutsch ist)?

94: Beverstedter:

18. August 2018 um 18:47 Uhr

Sehr geehrter Herr Gniffke,
wie halten Sie das bloß aus? Ich erkenne Ihre wohlgemeinte Absicht und teile Ihre Einschätzungen. Umso niederschmetternder empfinde ich die Kommentare hier, die oft missverstehen WOLLEN, und manchmal wohl tatsächlich nicht verstehen können.
Nur weil wir in einem funktionierenden, vertrauenerweckenden (ja, immer noch) Rechtstaat leben, können einige dieser Kommentare überhaupt abgegeben werden. Und doch verunglimpfen und schulmeistern sie ihn. Traurig und erschreckend.

95: christian rannenberg:

18. August 2018 um 18:48 Uhr

Wenn ich einen Teil der Kommentare hier richtig verstehe, dann erwarten einige Foristen, daß über jeden Mord, der von einem Asylbewerber begangen wird, berichtet wird. Die anderen Morde sind zwar bedauerlich, aber nicht so wichtig.

Dahinter verbirgt sich eindeutig eine politische Agenda, für die diese Morde dann instrumentalisiert werden sollen. Jeder von einem Ausländer getötete Mensch soll zum Kronzeugen gegen die Fremden gemacht werden.

Da ist es dann auch wohl egal, wie die betroffene Familie darüber denkt, wie ich aus meinem privaten Bekanntenkreis weiß. Ich bin mit dem Bruder von Sophia L. bekannt. Das ist die junge Frau,die wohl von einem marokkanischen LKW-Fahrer ermordet wurde. Sophias Familie hat sich deutlich dagegen positioniert, daß der Fall für eine fremdenfeindliche Agenda missbraucht wird. Was dann passierte, zeigt deutlich, daß diesen Instrumentalisierern das Opfer und ihre Familie komplett egal sind. Kübel voller Dreck wurden ausgegossen. Morddrohungen inklusive.

96: Tanzbär:

18. August 2018 um 18:50 Uhr

Ich bin nicht Ihrer Meinung. Niemand erwartet von der Tagesschau einen "Skandaljournalismus" ala BILD oä.
Aber es hätte wenigstens einer Meldung wert sein können.
Sie bestätigen durch nicht Berichterstattung die Bürger in der Auffassung einer "von Oben" beeinflussten Berichterstattung.
Wenn man sieht was die Tagesschau für berichtenswert erachtet zb. Tagelang und Seitenweise Nichtigkeiten von Özil,Erdogen und dem Chinesischen Sack Reis, frage ich mich schon wo Sie Ihre Prioritäten setzen.

97: Klaus Philipp Mertens:

18. August 2018 um 18:51 Uhr

Die Redaktion der Tagesschau muss souverän sein. Zu solch einer Haltung gehört, dass auch über Vorgänge berichtet wird, die Ressentiments gegen Asylbewerber und Zuwanderer schüren könnten. Wie die Gesellschaft mit jenen umgeht, die das Gastrecht missbrauchen, ist Sache der Legislative und der Judikative. Aber eben nicht die einer Redaktion.
Ohne eine Schere im Kopf könnte der öffentlich-rechtliche Rundfunk beispielsweise auch über die eidliche Falschaussage eines Alexander Gauland berichten, die dieser 1989 als Leiter der Hessischen Staatskanzlei abgab, um einen untadeligen Beamten aus dem Amt zu entfernen und einen rechtsradikalen CDU-Mann an seine Stelle zu setzen. Der Schriftsteller Martin Walser hat über diesen Fall ein Buch geschrieben: Finks Krieg. Die Lektüre lohnt sich – und böte hinreichend Stoff für einen ARD-Tatort.

98: DrBeyer:

18. August 2018 um 18:55 Uhr

@EDE Wolf
"z.B. sehr wenige unrechtmäßige Abschiebungen werden wiederholt als Gefahr (!) für den Rechtsstaat bezeichnet,
tausende misslungene Abschiebungen wegen Untertauchens oder mehrer hundert wegen gewaltsamen Widerstandes werden eher sachlich statistisch und beiläufig erwähnt, wenn überhaupt, obwohl dabei eher eine echte Gefahr für den Rechtsstaat und natürlich für die Bürger dieses Landes ausgeht."

Das ist zu kurz gedacht bzw. vergleicht Äpfel mit Birnen.
Das eine ist Staatsversagen und dadurch per se schon eine Gefahr für den Rechtsstaat, und zwar in großem Stil. Bei jedem einzelnen Fall.

Das andere ist schlicht kriminelles Verhalten. Das es zu bekämpfen gilt, aber nicht unbedingt eine Gefahr für den Rechtsstaat darstellt.

99: Ella:

18. August 2018 um 18:57 Uhr

Sehr geehrter Herr Dr. Kniffke,

es ist doch so: wie man es macht, macht man es verkehrt. Nicht berichten = Feuer ins Öl gießen, berichten = ebenfalls.
Mein Vorschlag: warum zeigen Sie nicht mal als Statement während einer ganzen TS nur niedliche Katzenvideos? Das wird dann sicherlich auch international zur Kenntnis genommen. Wir brauchen dringend Diksussionen, welche die Ansichten der anderen Länder auf Deutschland – auch außerhalb d. EU – mit einbeziehen. Ansonsten hat alles so ein "Geschmäckle", als ob sich die Öffentlich-Rechtlichen in D eigene Filterblasen zusammenstricken. Gobalisierung auch hier wäre m.Mn. nach dringend vonnöten.

100: tomrider:

18. August 2018 um 18:58 Uhr

@janeh:

"… außerdem poliert mal Eurer Wissen über Statisiken und Warscheinlichkeit auf… …"

Kleine Korrektur: Das heißt "Statistiken und Wahrscheinlichkeit".

101: christian rannenberg:

18. August 2018 um 19:03 Uhr

Lieber Herr Gniffke,

ich bin etwas überrascht und auch verstört, daß der Tod von Aretha Franklin offensichtlich rassistische Hasskommentare zur Folge hatte.

Ein moderiertes Forum hat natürlich Vorteile, hat aber offensichtlich auch zur Folge, daß die gesellschaftliche Wirklichkeit verzerrt abgebildet wird.

Ich hatte mich sehr über die Kommentare unter der Meldung zu Arethas Tod gefreut, da sie ausnahmslos respektvoll waren. Ich bin da offensichtlich einer Heile-Welt-Illusion aufgesessen, obwohl ich es als jemand, der seit Jahrzehnten mit schwarzen Amerikanern in Deutschland arbeitet, eigentlich besser wissen müsste.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma weiß ich auch nicht. Ausgewählte rassistische Hasskommentare zu veröffentlichen kann es wohl nicht sein, weil sich dann gewiss einige in ihrem Hass bestärkt fühlen.

Ich bin ratlos.

102: dongo:

18. August 2018 um 19:04 Uhr

Es ist immer klar, berichtet man nicht, dann spaltet man mehr, weil einem das vorgeworfen wird ( auch da ja per Zwang finanziert) Der Umstand ob der Mann im Land wäre oder nicht, das ist wie ob er geboren wurde oder nicht. Wichtig ist warum der Mann, der ja als Gewalttäter bekannt war, nicht hinter Schloss und Riegel saß, egal wo, unabhängig von seiner Herkunft. Und es ist eben kein Einzelfall, alle paar Wochen kommt so eine Meldung. ( wenn nicht bei der Tagesschau, dann woanders) Der Umstand das es sich um Täter aus der Menge der Flüchtlinge handelt, ich finde damit hat es weniger zu tun. Es gibt seit 2015 einfach 2 Millionen Menschen mehr im Land, 80% junge Männer. Die sind nun mal, gerade wenn nichts zu tun und ohne Perspektive, problematischer, sieht man auch an jungen Sachsen. Und man hat prozentual nicht mehr Polizei eingestellt, nicht mehr Infrastruktur geschaffen, mehr Ärzte und so weiter. Dafür tragen Justiz und Politik die Verantwortung. ( Nicht die Flüchtlinge, die meisten s

103: Ulrich Schwarz:

18. August 2018 um 19:07 Uhr

In Deutschland läuft ein riesiges Sozialexperiment, welches seit 2015 noch viel weiter vorangetrieben worden ist. Es ist Ihre journalistische Pflicht auch über Schieflagen, Risiken und Probleme zu berichten. Wenn Asylanten maßgeblich, aus welchen Gründen auch immer, in der Öffentlichkeit immer häufiger durch schwere Delikte auffällig werden, sind das Folgen einer Politik und müssen berichtet werden. Wenn sie die Probleme für nicht für nicht berichtenswert erachten, bringen Sie die Gebührenzahler gegen Sie auf und beschädigen die Glaubwürdigkeit der ÖR.

104: B. E.:

18. August 2018 um 19:09 Uhr

Die Entscheidung der TS-Redaktion über diesen Mordfall nicht zu berichten war richtig! Ich erwarte von einer überregionalen Nachrichtensendung Informationen die für Mehrzahl der Zuschauer von Bedeutung sind.
Als Stuttgarter interessiert mich ein Mord in Offenburg nicht – natürlich tun mir die Angehörigen des Opfers leid, aber trotzdem hat dieser Mordfall für mich keinerlei Informationswert.

105: Brady4711:

18. August 2018 um 19:10 Uhr

Der Anstieg in bestimmten Bereichen der Kriminalstatistik beruht in erster Linie auf der Zunahme von Gewaltdelikten rechtsextremen Ursprungs. Da ist es natürlich auf sehr eigene Weise richtig, dafür Migranten verantwortlich zu machen. An Zynismus kaum zu überbieten.
Im Übrigen ist es ja völlig sinnfrei, der Tagesschau vorzuwerfen, dass sie eine Auswahl bei ihrer Berichterstattung trifft. Und das Zensur zu nennen. Natürlich macht sie das. Muss sie das machen.
Und wenn umgekehrt Özil und Erdogan als unrelevante Nichtigkeiten bezeichnet werden, dann bin ich froh, dass es eine verantwortungsvolle Redaktion gibt, die für die notwendige Auswahl zuständig ist – und nicht etwa das sogenannte gesunde Volksempfinden oder andere Größen, die überhaupt nicht begreifen, was gesellschaftlich von Belang ist.

106: Aktuelle Kamera:

18. August 2018 um 19:10 Uhr

Sie nehmem sich die Freiheit worüber Sie berichten und manipulieren mich somit, das ist Aktuelle Kamera 2.0. Das ist ein schon wieder zwischen den Zeilen lesen zu müssen. Ich verlange ausgewogene Informationen und keine Manipulation für meinen Beitrag.

107: DrBeyer:

18. August 2018 um 19:18 Uhr

@Landow
"Die Tagesschau darf sich selbstverständlich die Ereignisse aussuchen, die sie für erwähnenswert hält.
[…]
Blöd nur, dass ich für den vorselektierten Kram immer noch bezahlen muss."

Ich finde es nicht blöd, für den "Kram", wie Sie es titulieren, auch noch bezahlen zu müssen.

Und Sie haben einen Denkfehler: Die Tagesschau DARF sich nicht aussuchen, sondern sie MUSS aussuchen. Sie hat da gar keine andere Wahl.

108: Buntekuh:

18. August 2018 um 19:19 Uhr

Zwischenbilanz des blogs: Deutschland ist tief gespalten. Darauf könnte wir uns vielleicht einigen. Ob der Alleingang der Bundeskanzlerin es Wert war, wahrscheinlich nicht. Die Spaltung wird leider mehrere Jahrzehnte bleiben, unsere Parteinlandschaft dauerhaft verändert sein.

109: DrBeyer:

18. August 2018 um 19:20 Uhr

"Warum kann sich die Redaktion auch nicht einen Fehler zugestehen."

Weil, wie Herr Gniffke sehr ausgiebig und verständlich erklärt hat, sich die Redaktion viele Gedanken gemacht und sich aus ganz bestimmten Gründen gegen eine Veröffentlichung entschieden hat.

Und also auch keinen Fehler gemacht hat.

110: dideldum:

18. August 2018 um 19:21 Uhr

Für mich fällt die TS schon lange unter die Rubrik "Wir bilden dir deine Meinung"
Und der Beitrag ist für mich nichts anderes als Selbstschutz ohne ausreichende Argumentation. Zumal belegbare staatliche Statistiken bewusst verdreht werden.

111: Müller Thomas:

18. August 2018 um 19:21 Uhr

Zitat:
"Wir berichten in der Tagesschau über Dinge von gesellschaftlicher, nationaler oder internationaler Relevanz."

Aha.
War das der Grund warum die Tagesschau am 20.05.2018 einen ganzen Artikel dafür verschwendet hat darüber zu berichten das Donald Trump auf Twitter den Namen seiner Frau falsch geschrieben hat?

So lang es darum geht die "richtigen" Leute fertig zu machen ist kein Anlaß zu klein.

112: Bruno:

18. August 2018 um 19:22 Uhr

Einfühlsame und wohlüberlegte Begründung!
Traurig, dass es Leute gibt die, so kommt es mir vor ungeduldig auf Verbrechen von Asylbewerbern warten um ihre hässliche politische Gesinnung aufzudrängen.

113: Aber:

18. August 2018 um 19:27 Uhr

Ich verstehe die Logik hier nicht so ganz. Wenn man es als notwendig erachtet, sich für eine Nicht-Berichterstattung zu rechtfertigen, beweist das nicht bereits, dass die Relevanz für eine Berichterstattung sehr wohl gegeben ist? Es passieren täglich tausende Dinge, über die TS nicht berichtet, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Also gehört dieser Fall offenbar nicht zu diesen Dingen.

114: hast0011:

18. August 2018 um 19:28 Uhr

Ich glaube es gibt kaum ein Thema, das im Augenblick für die Mehrzahl der rund 83 Millionen Deutschen von größerer Bedeutung ist, neben der Einwanderung. Und wenn es das für den/die Einen oder Anderen noch nicht sein sollte, dann sollte es das werden – dringend!

115: L. Schiele:

18. August 2018 um 19:30 Uhr

Ich stimme Herrn Gniffke zu.

116: ST:

18. August 2018 um 19:31 Uhr

Volle inhaltliche Zustimmung. Bleiben sie dieser Linie bitte auch zukünftig treu.

Es gibt genügend einschlägig bekannte B(lätter), die sich solcher Themen zur Steigerung der Auflage und Bedienung einer bestimmten Klientel bedienen.

117: frosthorn:

18. August 2018 um 19:32 Uhr

@Aktuelle Kamera

Sie schreiben:
"Sie nehmem sich die Freiheit worüber Sie berichten und manipulieren mich somit, das ist Aktuelle Kamera 2.0."

Ich zitiere Karl Valentin:
"Es ist doch immer wieder erstaunlich, dass jeden Tag auf der Welt genau so viel passiert, wie in eine Zeitung hineinpasst."

Wie stellen Sie sich ein Nachrichtenmedium vor, dass über ALLES berichtet, was täglich geschieht, damit auch wirklich nichts fehlt, was irgendjemandem wichtig erscheinen könnte? Und wollen Sie ernsthaft behaupten, Sie hätten die Zeit, das auch alles zu lesen?

118: Florian:

18. August 2018 um 19:33 Uhr

Sehr geehrter Herr Gniffke! Ihre Erklärung kann ich nachvollziehen und teile sie prinzipiell. Was mich allerdings zunehmend am Gebaren der Öffentlich-Rechtlichen stört: Immer öfter ist die Rede davon, dass Sie etwas "einordnen" müssten. Ihre von mir lange Zeit geschätzte Kollegin Dunja Hayali hat damit angefangen, mit diesem Wort zu jonglieren, und nun muss ich es bei Ihnen auch lesen. Wer hat Sie eigentlich damit beauftragt, für mich etwas "einzuordnen"? Ich zahle meinen Rundfunkbeitrag gern, weil ich eine ordentliche Berichterstattung und gelegentliche Kommentare schätze. Glauben Sie mir: Das Einordnen gelingt mir schon allein ganz gut! Ich halte es für arrogant, wenn jemand meint, er müsste für mich etwas "einordnen"! Bleiben Sie in der ARD bitte weiter wie bisher bei einer ordentlichen Berichterstattung, das können Sie gut und dafür will ich gern auch weiterhin meinen Obolus entrichten!

119: Brynn:

18. August 2018 um 19:36 Uhr

Als ein paar vermutlich rechtsgerichtete Jugendliche (?) einen Hund auf Flüchtlinge gehetzt hatten, war das eine Meldung bei der Tagesschau wert. Als ein Flüchtling allerdings einen Arzt ermordet hat, wird darauf verwiesen, dass man nicht über jeden Mord berichten könne. Ich kann verstehen, wenn Menschen glauben, die Tagesschau wolle das Bild verzerren und nur das melden, was in ihr Weltbild passt.

120: Jens Discher:

18. August 2018 um 19:37 Uhr

Die Tagesschau muss auch vom „Kleinigkeiten“ berichten, vor allem da sie von meinen Gebühren lebt. Ich kann dann für mich entscheiden was relevant ist, und was nicht. Das ein Boris Becker pleite ist wird auch berichtet, und interessiert mich nicht.

121: christian rannenberg:

18. August 2018 um 19:38 Uhr

@113: Aber

Sie schrieben:

>>Ich verstehe die Logik hier nicht so ganz. Wenn man es als notwendig erachtet, sich für eine Nicht-Berichterstattung zu rechtfertigen, beweist das nicht bereits, dass die Relevanz für eine Berichterstattung sehr wohl gegeben ist? Es passieren täglich tausende Dinge, über die TS nicht berichtet, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Also gehört dieser Fall offenbar nicht zu diesen Dingen.<<

Die Logik ist leicht zu verstehen.

Wenn ein Fall, über den die Tagesschau nicht berichtet, von bestimmten politischen Kreisen zum Anlass für eine Kampagne genommen wird, dann heißt das noch lange nicht, daß die Relevanz für eine Berichterstattung sehr wohl gegeben ist. Es heißt lediglich, daß die Relevanz für diese politischen Kreise gegeben ist. Und eine Internetkampagne kriegt man mit wenigen Leuten hin.

Natürlich muss die Tagesschau dann reagieren, denn durch Totschweigen befeuert man solche Kampagnen bloß noch.

122: Fakt:

18. August 2018 um 19:40 Uhr

@Landow
Blöd nur, dass ich für den vorselektierten Kram immer noch bezahlen muss."
——–
Und für Ihre Tageszeitung bezahlen Sie nichts? Denn auch dort entscheidet die Redaktion und damit letztendlich der Chefredakteur, was ins Blatt kommt und was nicht.
Ansonsten hätte Ihre Tageszeitung den Umfang etlicher Telefonbücher einer Großstadt und um die Tagesschau zu gucken müssten Sie einen Tag Urlaub nehmen.

123: Timbo Jones:

18. August 2018 um 19:42 Uhr

Ich kann die Auffassung von Herrn Gniffke komplett nachvollziehen. Die Tagesschau ist nunmal nicht die Bild-Zeitung.

Es ist allerdings so, das selbst die lokale Boulevardpresse immer weniger gewillt ist, über solche Verbrechen zu berichten.

Als Lokalmatador lese ich gerne den Kölner Express. Und dort stand letzte Woche 2 Tage lang eine Headline darüber, dass einer Kölnerin in München von einem DEUTSCHEN auf den Hintern gehauen wurde.
Ist natürlich auch ein widerwärtiger Vorfall, aber ich hätte mich besser informiert gefühlt, wenn wenigstens in einer kleinen Meldung dieser Mord in Offenburg erwähnt worden wäre. Dem war leider nicht so.

124: Friedhart:

18. August 2018 um 19:44 Uhr

Die Larmoyanz des Artikels von Herrn Kniffke erstaunt.

Es werden so oft Schlägereien und Messerstechereien von Großfamilien etc unter den Tisch fallen gelassen.

Diesmal gab es wohl zuviele Protestmails.

125: Thomas Machemehl:

18. August 2018 um 19:44 Uhr

Aktuell sind drei Artikel zu Kofi Annan, zwei Artikel zum Brückeneinsturz in Genua und ein Foto vom türkischen Kringel auf Tagesschau.de zu finden. Wen wundert es dann, dass sich Kritik an der Auswahl der Artikel breitmacht? Die in einem anderen Kommentar konstruierte und provokavative Frage,ob der von einem Reichsbürger an einem Asylbewerber begangene Mord berichtet worden wäre, muss man sich dann leider gefallen lassen.

126: engelchen:

18. August 2018 um 19:45 Uhr

Wieder wurde ein Mord begangen von einem Flüchtling!Was kommt als Nächstes? Steinigungen??
Kann nicht nachvollziehen,dass so eine Straftat vertuscht wird!!
Die Bevölkerung wird nicht erfahren ob dieser Mörderbestraft wird.
Gott sei Dank gibt es die AFD!!

127: Casch:

18. August 2018 um 19:45 Uhr

Diese Begründung erkenne ich nicht an. Im übertragenen Sinne würde auch schon öfter berichtet, wenn in Australien ein Bus verunglückte oder in Timbukto jemand an einem verrosteten Nägel verstorben ist. Dann sage ich immer: Was hat diese Nachricht in den deutschen Nachrichten verloren?!??

128: Mr.Grillhaxe:

18. August 2018 um 19:47 Uhr

Die Diskussion ist wie immer, wenn es um Geflüchtete geht, hysterisch und schrill.
Die Logik ist oft typisch.
Weil einige Flüchtlinge Straftaten begehen, darf keiner mehr rein.
Es wird immer auch Flüchtlinge geben, die gegen das Gesetz verstossen. Genau wie es auch Deutsche gibt, die gegen das Gesetz verstossen.
Etwas Anderes zu erwarten ist welt- und realitätsfremd.
Menschen in Not deswegen auszusperren, ist genauso sinnvoll, wie Autobahnen zu verbieten, weil Menschen darauf tödlich verunglücken.

Es ist sehr erschreckend, dass sich immer mehr Menschen einreden lassen, dass das Thema von nationaler Bedeutung ist.

Ich finde die Argumentation der Tagesschau in diesem Fall nachvollziehbar und richtig.

129: Thorsten:

18. August 2018 um 19:48 Uhr

Ich teile die Grundlinie dieser Stellungnahme, alles so weit in Ordnung für mich. Aber das Ganze offenbart ein anderes Problem. 15 Min. Hauptnachrichten sind einfach zu wenig. Vorschlag an die ARD: Eine Stunde Nachrichten, von 20-21 Uhr. Umfassende Berichterstattung über Deutschland, Europa und die Welt. Kein Boulevard. Trauen Sie Ihren Zuschauern etwas zu! Inkl. Tatsachen wie die, dass auch Asylbewerber Mörder sein können. Dann wäre ja genug Zeit für verschiedene Positionen.

130: der Alte M:

18. August 2018 um 19:50 Uhr

Das ist eine gute Entscheidung, Danke.
Der Hass hat viele von uns krank gemacht
-fast Unmenschlich.
Es ist wie eine Sucht.
Und es ist ansteckend.
Durch immer die selben Bilder.
Durch immer die selben Geschichten.
Durch immer die selben Zielgruppen.

Danke, dass Sie das nicht mitmachen.
Danke dass Sie gesund bleiben.

131: Andrea:

18. August 2018 um 19:50 Uhr

Von daher gebe ich Ihnen abschließend recht bei diesem Satz:

"Dinge, die für die Mehrzahl der rund 83 Millionen Deutschen von Bedeutung sind. Dabei können wir nicht über jeden Mordfall berichten."

das stimmt schon, dass es andere Nachrichten gibt, die wirklich wichtiger sind. Gar keine Frage. Aber ganz verschweigen darf man solche Sachen nicht. Denn auch der Merkur, die Sueddeutsche Zeitung, der Focus und viele weitere berichten ueber diesen Fall.

Und wie schon geschrieben:
auch mein Mitgefuehl gilt der Familie des Arztes, den Familien von dem Brueckenunglueck in Genua und auch seit heute der Familie des verstorbenen ex-UNO-Generalsekretärs Kofi Annan.

132: Max:

18. August 2018 um 19:51 Uhr

Ich beobachte schon länger, dass nach einer unangenehmen Meldung zum Thema "Flüchtlinge" (Straftaten, Verhinderte Abschiebung von Straftätern, Rückführung von mutmaßlichen Terroristen) oft positive Meldungen zu Flüchtlingen folgen (Beispiele gut integrierter Flüchtlinge, arbeitende Flüchtlinge, Anstieg freiwilliger Rückkehrungen) folgen. Nun, es kann Zufall sein. Es kann aber auch sein, dass man versucht, die Meinung zu lenken: Kurz das Unangenehme melden und danach sofort zum schönen kommen. Bei anderen Themen ist mir das noch nicht aufgefallen.

133: Zeitlos-Geistlos:

18. August 2018 um 19:53 Uhr

Oh, das wusste ich nicht. Schon wieder? Wo konnte man darüber lesen?

Ich teile Ihre Meinung nicht. Auch nicht Ihre Einschätzung, ob Sie darüber berichten, was die Mehrheit bewegt. Auch nicht, ob die TS diesen Maßstab gewöhnlich berücksichtigt.

Ihre Erklärung jedenfalls nehme ich wohlwollend zur Kenntnis. Andererseits hätte ich eine Meldung anstelle der Selbstdarstellung bevorzugt.

134: Fakt:

18. August 2018 um 19:56 Uhr

126: engelchen:
Die Bevölkerung wird nicht erfahren ob dieser Mörderbestraft wird.
Gott sei Dank gibt es die AFD!!
——–
Doch, man wird es erfahren, zumindest aus der örtlichen Presse. Für die ist der Fall nämlich – im Gegensatz zu bundesweiten Medien – von Relevanz. Bundesweit betrachtet ist der Fall lediglich für Leute mit ausgeprägter Sensationsgier von Belang. Oder für diejenigen, die, wie wohl auch die afd, ihre Vorurteile bestätigt sehen möchten, um aufgrund eines Einzelfalls wieder schön pauschalisieren zu können.

135: Rein Parr:

18. August 2018 um 19:57 Uhr

Was Herr Dr. Gniffke geschrieben hat, kann ich einigermaßen nachvollziehen. Nicht über jeden Mord muss in jedem Medium berichtet werden. Es gibt ja auch noch die lokale Zeitung oder das Lokalradio.

Jede Redaktion muss abwägen, über was berichtet wird und was weggelassen wird. Nicht immer ist die Frage der Relevanz eindeutig zu entscheiden. Und natürlich haben Medienkonsumenten unterschiedliche Interessen.

Mich nervt beispielsweise die Sport-»Berichterstattung«. Wenn sich 22 Menschen um einen Ball streiten, was nicht immer nur spielerisch geschieht (Fouls mit Verletzungen, Wirtschaftsinteressen), hat das nach meiner Auffassung keine gesellschaftliche Relevanz. Trotzdem ist das Stoff für die allermeisten Medien. Ich toleriere das und schalte dann um oder lese etwas anderes, was für mich mehr Relevanz hat.

Als Konsument kann ich unter vielen Medien auswählen und bin für mein Informationsverhalten selbst verantwortlich. Ich bin froh über diese Freiheit.

136: Andrea:

18. August 2018 um 19:58 Uhr

Aber ich schreibe zu dem hier:

"Lassen Sie mich das Wichtigste vorwegschicken: Die Tötung eines Menschen ist das Schlimmste, was man sich vorstellen kann."

nochmal: stimmt schon. Genauso ist es und ich weiss das auch seien Tochter in der Praxis war, als es geschah. Und ja fuer die Familie von ihm war das schlimm, gar keine Frage.

Und weiterhin schreibe ich auch nochmal zu dem hier:

"Mein Mitgefühl gilt der Familie und dem Umfeld des 51-jährigen Arztes."

Mein Mitgefuehl gilt sowohl der Familie dieses Arztes als auch den Hinterbliebenen der Toten von dem Brueckenunglueck in Genua und auch der Familie von Kofi Annan (dem ehemaligen UN-Generalsekretär der heute gestorben ist).

137: Uwe Brandt:

18. August 2018 um 19:58 Uhr

Ich kann zwar verstehen, dass man nicht über jeden einzelnen Vorfall und Fall berichten kann – dafür sind es inzwischen eben KEINE Einzelfälle mehr, sondern sehr viele.
Aus alten Fehlern hätte man lernen MÜSSEN. Natürlich soll man Menschen humanitär helfen, die in Not sind. Das geschieht seit Jahrzehnten auf vielfältige Art und Weise – leider mit mäßigen Erfolgen. Trotz der geflossenen Milliarden machen sich Millionen Menschen auf die Wege aus versch. Gründen. Man kann in wenigen EU Ländern nicht die halbe Welt mit retten.
Berichte über spektakuläre Vorfälle wie ich diesen einstufe, sollten aber immer mal wieder möglich sein. Ich lese inzwischen täglich von Gewaltattacken versch. Art und Weise. Das sollte nicht komplett umgangen werden.
Was der bedauerliche Krebstod von Areatha Franklin, eine der besten Sängerinnen, damit zu tun hat, erschließt sich mir auch nicht. Auch Kritiker sollten nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Die innere Sicherheit des Landes hat großen Schaden genommen.

138: Carl von Osten:

18. August 2018 um 19:59 Uhr

Es ist schon richtig,daß nicht über den Mord in der Tagesschau berichtet wird,auch ist es richtig das über den Tod von Aretha Franklin als weltbekannte Persönlichkeit berichtet wird.
Natürlich wäre dieser Mord nicht geschehen,wenn ausländische Straftäter unverzüglich abgeschoben würden.
Allerdings ist eine kritische Berichterstattung nicht unbedingt das Ressort der Tageschau,sondern eher eine Regierungskonforme.Daher sehe ich Nachrichten der öffentlich rechtlichen kaum noch.

139: Tim:

18. August 2018 um 20:00 Uhr

Jeder harte Fall von Migrantengewalt über den nicht berichtet wird verhindert die politische Meinungsbildung. Kandel und die Demonstrationen dort zeigen deutlich, das es sich um ein Thema von großem öffentlichen Interesse handelt.
Solche Themen nicht anzusprechen kostet die AfD Wählerstimmen, die sie eigentlich bekommen würde…

140: Andrea:

18. August 2018 um 20:01 Uhr

Aber Her Gniffke:

Sie machen zu dem hier:

"Und zugleich packt mich die Wut, wenn ich lese, was in Offenburg passiert ist. Ja, ich verabscheue die Tat. Der Täter muss mit aller Konsequenz zur Rechenschaft gezogen werden."

einen gewaltigen Fehler. Der Fehler ist hier, dass Sie sich hier von persönlichen Rachegefuehlen, von Wut und anderen niederen persönlichen Gefuehlen leiten lassen, anstatt von der Besonnenheit des Rechtsstaates.

Und von daher möchte ich Ihnen – Herr Gniffke – nochmal diesen Satz von Jedi-Meister Joda ans Herz legen:

"Doch huete dich, Wut, Zorn, intensive Gefuehle… die dunkle Seite der Macht sind sie. Begibst du dich auf diesen Pfad einmal, fuer immmer beherrscht wird sein davon dein Leben.".

Aus dem Grund:
wir muessen uns hier beherrschen und den Rechtsstaat walten lassen.

141: R.H.:

18. August 2018 um 20:04 Uhr

Ich bin ansonsten auch ein intensiver Kritiker von Kai Gniffke, aber in diesem Fall hat er korrekt gehandelt. Solche Themen werden und sollten hoffentlich in "BRISANT" oder im "MITTAGSMAGAZIN" behandelt werden, aber gehören vor dem jetzigen Hintergrund nicht in die TAGESSCHAU. EINVERSTANDEN, Herr Gniffke !!

142: Bob:

18. August 2018 um 20:05 Uhr

@Mr.Grillhaxe
Menschen in Not deswegen auszusperren, ist genauso sinnvoll, wie Autobahnen zu verbieten, weil Menschen darauf tödlich verunglücken.

Wenn Menschen das System ausnutzen, dann wird es interessant. Viele Menschen haben nichts gegen Asyl. Viele glauben allerdings, dass ein Großteil der Flüchtlinge nicht asylberechtigt ist. Das Problem: Asyl kostet Geld, Geld, was an anderer Stelle fehlt. Deshalb will auch niemand die Flüchtlingshilfe privat finanzieren, sondern fordert, dass der Staat einspringen soll.

Preisfrage: Offenbar sind ihnen menschliche Werte sehr wichtig. Doch wie vielen notleidenden Menschen haben Sie ein Dach über den Kopf gegeben? – Sie könnten es sich wahrscheinlich leisten.

143: Andrea:

18. August 2018 um 20:06 Uhr

Von daher Herr Gniffe möchte ich Ihnen auch zu dem hier:

"Der Täter muss mit aller Konsequenz zur Rechenschaft gezogen werden."

sagen:
bitte vertrauen Sie dem Rechtsstaat. Denn sowas kann schon heute per Strafgesetzbuch § 211 StGB bestraft werden. Aber: unsere Justiz darf sich nicht von Bauchgefuehlen leiten lassen wie es das Oberverwaltungsgericht Muenster ganz richtig im Fall Sami A. gesagt hat, sondern die Justiz muss sich von Recht und Gesetz leiten lassen. Und per Strafgesetzbuch § 211 kann sowas heute schon mit lebenslänglicher Freiheitsstrafe bestraft werden.

Aber auch der Somalier darf genauso zu seiner Verteidigung vortragen, was ihn zu dieser Wahnsinnstat – die ich ja ganz genauso verurteile – getrieben hat. Eventuell ist da vorher was vorgefallen, was wir alle nicht wissen können.

Aus dem Grund habe ich hier sehr den Eindruck – Herr Gniffke – dass Sie hier in diesem Fall nicht mehr unparteiisch und nicht mehr objektiv sind.

144: Oliver:

18. August 2018 um 20:09 Uhr

Sehr geehrter Dr. Gniffke,
ich hätte nie gedacht, dass ich die öffentlich- rechtlichen Medien einmal so kritisieren würde! Mittlerweile sind sie nicht besser als die restlichen Wettbewerber. Auch Ihr Statement ist mit Verlaub "grottenschlecht", weil es wesentliche Fehler enthält. Auch wenn ich weder Rassist noch Nationalist bin, so leben 83 Millionen Menschen in Deutschland und nicht 83 Mio. Deutsche! Auch die Aussage, dass Zuwanderer bzw. Flüchtlinge nicht mehr Tötungsdelikte begehen als die restliche Bevölkerung, ist nur nach absoluten Zahlen richtig. Es ist schlimm, dass es in Deutschland immer noch Menschen gibt, die die Qualität eines Menschen und dessen Schaffens an seiner Hautfarbe oder Abstammung festmachen (Aretha Franklin etc.). Aber dennoch erwarte ich bei solch einem aufsehenerregenden Tötungsdelikt eine Nachricht in der Tagesschau. Ansonsten wächst in mir das Gefühl, Sie glauben zu wissen, was gut für mich ist. Meine Lebenserfahrung und mein IQ reichen dafür aus. MfG

145: DrBeyer:

18. August 2018 um 20:12 Uhr

@hast0011
"Ich glaube es gibt kaum ein Thema, das im Augenblick für die Mehrzahl der rund 83 Millionen Deutschen von größerer Bedeutung ist, neben der Einwanderung."

Sie täuschen sich.

Erst vor kurzem wurde darüber berichtet, dass die Einwanderung für die Mehrzahl der Deutschen gar nicht so wichtig ist.
Da waren einige Themen, die für die überwältigende Mehrheit der Deutschen viel wichtiger sind.

Die AfD und die CSU schreien nur lauter, das ist alles.

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