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ARD-Hauptstadtstudio

15. Oktober 2017

Stephan Weil: Nicht aufregend, aber offenbar verlässlich

Vor knapp fünf Jahren war Stephan Weil ein blasser Kandidat gegen den strahlenden Ministerpräsidenten David McAllister. Das hat sich nun deutlich geändert. Seinen Kandidatenfaktor hat er gegenüber der letzten Wahl von 19 auf 31 Punkte steigern können. Der Kandidatenfaktor bezeichnet den Anteil der Wählerinnen und Wähler einer Partei, die bei unseren Befragungen angeben, hauptsächlich wegen des Kandidaten ihre Wahlentscheidung getroffen zu haben. 2013 war Stephan Weil gegenüber David McAllister der unbekanntere und in fast allen Kategorien unterlegene Kandidat. Heute gilt er gegenüber seinem Herausforderer Bernd Althusmann als glaubwürdiger, führungsstärker , bürgernäher und – was für einen SPD-Kandidaten ungewöhnlich ist – sogar als wirtschaftkompetenter. Mit 34 zu 30 Prozentpunkten hat er in dieser Kategorie einen knappen Vorsprung, aber der zeigt: Der Versuch, seine Aufsichtsratsarbeit bei Volkswagen anzugreifen, ist der CDU nicht gelungen. Diese Angriffe gingen ins Leere. Auch ein anderer Pfeil der niedersächsischen CDU hat nicht ins Schwarze getroffen, nämlich der Versuch, mit dem Unterrichtsausfall an den Schulen zu punkten. In Nordrhein- Westfalen hatte das noch erheblich zum Regierungswechsel beigetragen. Jetzt aber hat der Angreifer Bernd Althusmann einen entscheidenden Nachteil: Er war selbst im CDU-geführten Kabinett bis 2013 Kultusminster. 67 Prozent der Wählerinnen und Wähler meinen, das sei das gemeinsame Problem aller bisherigen Regierungen. Einen sichtbaren Kompetenzvorsprung hat die CDU allein auf dem Feld der Kriminalitäts- und Verbrechensbekämpfung aufbauen können. Hier trauen der CDU mit 44 Prozent deutlich mehr Befragte etwas zu als der SPD mit 29 Prozent.

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