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ARD-aktuell

24. Mai 2013

Kleber, Wickert und die Tagesschau

Seit eineinhalb Tagen werde ich von Journalisten mit der Frage bedrängt, Herr Gniffke, was sagen Sie zu den Äußerungen von Claus Kleber, die Tagesschau habe sich überlebt? Zuerst einmal habe ich dazu gar nichts gesagt, weil wir auch sonst noch genug zu tun haben. Dann habe ich Kleber selbst gefragt, wie er das gemeint hat und gestern Abend  habe ich mir die ganze Schwarte in der aktuellen Print-Ausgabe der ZEIT mal komplett durchgelesen. Zwei reifere Herren (Wickert, Kleber) philosophieren über Nachrichten, und da möchte ich Ihnen die Haltung eines dritten reiferen Herren (nämlich Gniffke) nicht vorenthalten.

Über weite Strecken verläuft der bedeutungsschwere Diskurs der beiden Grandseigneure wenig überraschend: Früher war alles besser, insbesondere die Sprache und die Filme, das Tempo war niedriger und die Moderatoren waren so wunderbar uneitel. So weit so erwartbar. Dann aber nimmt das Gespräch eine Wendung, die uns bei ARD-aktuell alle Ehre macht: Beide arbeiten sich tüchtig an der Tagesschau und ihrem Sprecher-Prinzip ab. Schon das Wort “Sprecher” wirkt auf das Herren-Duo wie ein Bayern-Trikot im BVB-Fanblock. Kleber: “Vermeiden Sie bitte den Ausdruck Sprecher!” Wickert: “Wir sind keine Sprecher. Wir kommen aus dem Journalismus. (…) In der Tagesschau wird lediglich (sic!) ein Text vorgetragen, den die Redaktion verfasst hat.” Ja, so isses! Und die Tagesschau-Redaktion kommt, nein, nicht aus dem Bäckerhandwerk oder dem KFZ-Gewerbe, sondern ebenfalls aus dem Journalismus. Und diese exzellenten Journalisten schreiben Texte, die dann ein professioneller Sprecher fehlerfrei vorträgt. Schönen Gruß von Leuten wie Jan Hofer und Linda Zervakis. Wickert fügt hinzu: “Ich finde es schade, dass die Tagesschau nicht moderiert wird.” Ich nicht. Im Gegenteil, so lange ich Verantwortung in diesem Laden trage, bleibt die Tagesschau eine Sprecher-Sendung, weil ich sicher bin, dass die Menschen die knackige Viertelstunde um 20 Uhr schätzen, ohne Emotionalisierung und lange Interviews. Knack und Back sagen, was aus unserer Sicht heute für dieses Land von Bedeutung war. Das ist Tagesschau.

Doch dann die finstere Prophezeiung des Claus Kleber: “Ich glaube, dass sich dieses Konzept gerade überlebt”, denn das Internet mache Nachrichtensendungen wie die Tagesschau überflüssig,  und er konstatiert für die junge Generation: “Die brauchen die Tagesschau wirklich nicht.” Da macht das böse Netz jetzt also auch noch unsere Tagesschau kaputt. Wenn ich ehrlich bin, habe ich das auch mal geglaubt. Das muss so 2006  gewesen sein, als uns die BBC mit der These erschreckte, dass das lineare Fernsehen am Ende sei (“The channel is dead”). Sieben Jahre später weiß ich, dass die Wirklichkeit viel anstrengender ist. Denn das Fernsehen ist stark wie nie! Parallel dazu, und keineswegs stattdessen, müssen wir die Menschen auf allen anderen Wegen zusätzlich bedienen. Bei uns sieht das so aus (Achtung jetzt kommt Abteilung dicke Hose): Die Tagesschau erreicht 2013 so viele Zuschauer wie die Hauptnachrichtensendung von RTL, ZDF und Sat 1 zusammengerechnet. Die Tagesthemen hatten 2012 das beste Ergebnis seit 18 Jahren. Unsere Seite tagesschau.de liegt in der Akzeptanz auf einem hervorragenden Platz, und die Tagesschau-App macht den Nutzern seit 2010 viel Freude. Da kann man in Klebers Haus natürlich ins Grübeln kommen.

Am Ende des Gesprächs zeigt Kleber dann einmal mehr, dass er einer der wirklich klugen Köpfe im deutschen Fernsehen ist: “Es gibt noch Sendungen, die wirken wie das alte Lagerfeuer. Da will man dabei sein, etwas Rituelles erleben”, sagt er. Stimmt, jeden Abend 20 Uhr im Ersten.

33 Kommentare

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1: Georg Sander:

24. Mai 2013 um 11:34 Uhr

Habe ich das richtig verstanden, dass sich Herr Wickert für “uneitel” hält?

2: Ludwig-Friedrich Undi:

24. Mai 2013 um 11:54 Uhr

ich finde, das ist wirklich ein bisschen zu sehr “dicke hose”, herr gniffke. das hat die tagesschau nicht nötig.
darüber hinaus geht die diskussion der beiden älteren herre am thema vorbei, v.a. die von hrn kleber, der ja selbst im news-boot sitzt und mit den selben problemen kämpfen müsste.
vielmehr sollte doch kontrovers diskutiert werden, warum sich die tagesschau offenbar an rtl-news oder dem ard-innerhäusigen “brisant”-magazin orientiert und (aktuelles beispiel!) verpixelte grausame bilder aus dem syrischen bürgerkieg zeigt unter dem hinweis “zu grausam, sie zu zeigen”. warum ZEIGT man diese denn dann überhaupt? die aussagekraft speziell dieser bilder war gleich null, weil nahezu alles geblurrt werden musste! wenn es nicht so traurig wäre, hätte man aufgrund der gesehenen realsatire lachen müssen.
wie gesagt, nur ein beispiel unter vielen. ich finde diese art der neuausrichtung der tagesschau schade, weil unnötig.
in steter hoffnung auf besserung,
freundliche grüße
LF Undi

3: Robert Hildebrand:

24. Mai 2013 um 12:46 Uhr

Ich gucke fast täglich die Tagesschau… und möchte sie nicht missen. Der Kleber ist wohl eher neidisch, dass die Tagesschau als “Institution” deutlich mehr Zuschauer als alle anderen Nachrichtensendungen zusammen hat

4: Eduard:

24. Mai 2013 um 14:10 Uhr

Ihre dicke Hose ist berechtigt! Ich vergleiche ab und zu heute um 19 Uhr und die Tagesschau um 20 Uhr und frage mich danach, warum das ZDF so trivial geworden ist.
Die privaten Sender sollen es so machen, wie es ihren Unternehmen nützt – denn sie sind kommerzielle Unternehmen.
Aber die Öffentlich-Rechtlichen bekommen Gebühren von jedem Haushalt – und da erwarte ich unaufgeregte, geballte Informationen.
Weiter so – weiter entwickeln aber nicht zum Boulevard-Magazin werden!

Danke!

5: olwo:

24. Mai 2013 um 14:29 Uhr

bei allem respekt herr gniffke und ihr anspruch in allen ehren, aber einem moderator hätte man den kübelböckschen gurkenlaster eher verziehen. auch wenn sie es immer wieder betonen das die nachricht der star sei und das nur das wesentliche in die tagesschau kommt, müssen sie sich dann eben auch solche “ausrutscher” vorhalten lassen. ich wusste auch nicht was so deutschlandbewegend an gottschalks wechsel zur ard war… sein letztes dahinscheiden im vorabendprogramm war ihnen dann auch keine meldung mehr wert…

6: Jan W.:

24. Mai 2013 um 14:30 Uhr

Die Tagesschau bleibt ein Klassiker, aber sie modernisiert sich auch, auch wenn ich finde, dass man da die Handbremse noch etwas lockern könnte.
Vor allem aber ist ihre Reichweite konstant groß, wenn auch auf mehr Kanälen als vor 10-15 Jahren.

An dieser Stelle mal die Anfrage ans Archiv: was haben die mitausstrahlenden Sender (vor allem die Dritten) früher eigentlich zwischen 20:00 und 20:15 gesendet und wie klein wurden dort um punkt 8 die Quoten, wenn die halbe Republik ins Erste umschaltete?

7: marco:

24. Mai 2013 um 16:53 Uhr

Ich finde die Tagesschau in der Flut von anderen “Worthülsen-Sendungen” fast schon wohltuend.
Eine Sehnsucht nur nach Nachricht pur! Bloß nicht noch ein “Raumschiff-Studio” mit Pseudo-Grafiken und Trickfilmchen…

8: knopfpeeetz:

24. Mai 2013 um 17:50 Uhr

Macht es bitte dem ZDF nicht nach. Die witzerzählerei und lacherei der beiden Moderatoren sind von übel. Beide lachen und dann die Meldung über viele Tote. Was sind das für Menschen – für mich und viele meiner Freund gibt es nur noch ARD, ARD und nochmals ARD.

9: Alex:

24. Mai 2013 um 18:12 Uhr

“So lange ich Verantwortung in diesem Laden trage, bleibt die ‘Tagesschau’ eine Sprecher-Sendung, weil ich sicher bin, dass die Menschen die knackige Viertelstunde um 20 Uhr schätzen, ohne Emotionalisierung und lange Interviews.”
ARD-aktuell-Chef Kai Gniffke weist die Kritik von Claus Kleber und Ulrich Wickert an der “Tagesschau” zurück.
….

Das heisst also, dass ich bis zu diesem Termin auf die Tagesschau weiterhin werde verzichten müssen ! Also werde ich mir weiterhin RTL Aktuell anschauen – die schaffen es mit einem attraktiven News-Format auch in 15 Min. (ohne den Sport mitzurechnen) Nachrichten attraktiv und modern zu vermitteln!
Die Sportergebnisse könnte man ja in max. 1 Minute vorlesen (ohne Einspieler). – Aber so modern und fortschrittlich will die ARD Tagesschau leider nicht sein. Die Uneinsichtigkeit von Gniffke und Genossen ist völlig unverständlich und für mich als Gebührenzahler völlig inakzeptabel. Aber wer interessiert sich schon für den Zuschauer?

10: Solarkritiker im Exil:

24. Mai 2013 um 18:43 Uhr

In der Schweiz gibt es “SRF1″ und “SRF2″, öffentlich-rechtlich zu 100% vergleichbar mit “ARD” und “ZDF”, allerdings mit dem gravierenden Unterschied, dass es in “SRF2″ keine Nachrichten-Sendung gibt, weil es diese Nachrichten-Sendungen bereits im “SRF1″ gibt. Denn das wäre wohl aus der Sicht der sparsamen Schweizer Verschwendung von Gebührengeldern !!

Was sagt uns das ??

Das “ZDF” braucht doch gegenwärtig Sparpotential. Die Abschaffung der Nachrichten-Redaktionen beim ZDF würden auf einen Schlag das ZDF sanieren und das seit Jahren nervende dumme Gerede von Claus Kleber hätte sich überholt…

11: Jo Brauner:

24. Mai 2013 um 19:06 Uhr

Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen, lieber Dr. Gniffke. Wenn die beiden Nachrichten-Redakteure (Journalisten, natürlich und keine Sprecher) in der ZEIT über die gute alte TS sprechen, versteht man natürlich nicht, warum Herr Kleber die adäquaten Sendungen des eigenen Hauses – ZDF – nicht erwähnt. Oder liegt es daran, dass in der Art der Präsentation bei den öffentlich-rechtlichen ZDF-Kollegen Sprecher- und moderierte Sendungen vermengt sind? 19.OO-Uhr-Heute hat einen Moderator und einen “Sprecher/in”, die TS um 20.oo Uhr “nur einen Sprecher/in”. Aber nun vergleiche man einmal die Einschaltquoten! Na, lieber Kollege Kleber, sind die Leute so dumm, dass sie nicht endlich das vollziehen, was der Tagesschau gerade in letzter Zeit immer wieder prognostiziert wird!? Nämlich die TS nicht mehr einschalten? Läuft irgendwie an der Realität vorbei. – Weitermachen so, liebe Kollegen von ARD-aktuell. Im Übrigen haben die beiden öffentlich-rechtlichen News-Ikonen Birnen mit Äpfeln verglichen: Das eine sind moderierte Sendungen (Tagesthemen, Heute-Journal) mit ausführlicheren Hintergrundbetrachtungen, das andere straffe Nachrichten, die das Detail-Erklärende den erstgenannten überlassen. Stimmt doch, Uli, n’est pas?

12: Sennheiser:

24. Mai 2013 um 19:57 Uhr

Verehrter Herr Dr. Gniffke, Sie haben völlig recht: die Tagesschau (gemeint die Abendausgabe um 20 Uhr) ist DIE Nachrichtendung im deutschen Fernsehen überhaupt, in der Regel schnörkellos, sachlich und gut erklärt, meist ohne langatmiges Geschwafel von Korrespondenten, die nur sagen, dass sie auch nichts wissen. Ich sehe die Tagesschau mit Freude seit mehr als 40 Jahren so gut wie täglich, sie ordnet Nachrichten und wird in der Regel ihrer Gatekeeper-Funktion gerecht. Natürlich gibt es Ausnahmen, nicht nur den Gurkenlaster, der mit Herrn Kübelböcks Auto kollidiert, auch der Eurovision Song Contest (und vor allem als Vorbericht!) hat in der Tagesschau nichts zu suchen, da sollten Sie bitte etwas konsequenter sein und sich nichts aufschwätzen lassen, nur weil der NDR auf dem eigenen Gelände viel Geld in das Zeugs investiert. Etwas weniger Sportwäre wäre auch gut. Alles in allem aber: die Tagesschau ist ok und man kann sich zuhause fühlen.

13: Sennheiser:

24. Mai 2013 um 20:05 Uhr

leider möchte ich noch etwas mehr sagen:
Die Sprechersendungen haben sich bewährt, im Vergleich mit “heute” im ZDF spielt die Tagesschau in einer völliug anderen Klasse: ohne alberne Überleitungen von Moderator zu Sportmoderator, ohne Hunde auf dem Surfbrett oder grösste Würstchentheken der Welt – was beim ZDF alles zu Nachrichten zählt. Heutiges abschreckendes Beispiel: eine “CountdownUhr” zur morgigen Fußballlsendung im ZDF rechts oben dauerhaft IN den Nachrichten eingeblendet. Da die Tagesscghau in ihren Nachmittagssendungen aber auch moderierte Nachrichten anbietet, noch eine zusätzliche Einschätzung. Diese sind zwar um Klassen seriöser als bei der Konkurrenz (insbesonddere mit Frau Holst), fallen gemessen an der Abendausgabe aber deutlich ab. Macht bitte wieder mehr Sprechersendungen, z.B. um 17 Uhr. Und seid bitte standhaft gegen den angeblichen Zeitgeist. Und sorgt bitte dafür, dass auch Sportberichte keine Wertungen enthalten, das wäre schön.

14: Claus Kleber:

24. Mai 2013 um 20:49 Uhr

Gut gebrüllt, Kai Gniffke!
herzlich Dank für Ihre coole Reaktion auf das hochgejazzte ZEIT-Geplauder. Die TS20 liegt mir am Herzen. Ich glaube auch nicht an ihren Untergang. Weil sie sich nämlich ändert. Deshalb überlebt sich für mich nicht die Sendung, sondern nur ihre alte Form. Aber da laufen ja längst Erklärstücke, die mehr sind als pure “news”. Und Sie trauen sich, persönliche Einschätzungen Ihrer Korrespondenten in die Sendung zu nehmen, wenn auch etwas hölzern verpackt a la “zu der Entwicklung in X nun mein Kollege (!!) …”. Den Eindruck, dass die “heute” mit ihren viel-dimensionalen Erklär-Elementen und ihren ModeratorInnen da weiter ist, werden Sie dem ZDF-Mann Kleber nachsehen.
So oder so: die 20-Uhr Tagesschau bleibt eine Referenz für Nachrichten. Da ist mir so wenig bange wie Ihnen. Auch wenn Sie Ihre zu mehr fähigen PräsentatorInnen weiter in ein Sprecher-Korsett zwängen wollen. Tempora mutantur nos et mutamur in illis – wie reifere Grandseigneure sagen.

Ihr CK

15: Thomas:

24. Mai 2013 um 21:52 Uhr

Was ich an der TAGESSCHAU am furchtbarsten finde sind diese üblichen, unsäglichen 30 bis 40 Sekunden wenn Politiker zu Wort kommen und das völlig Erwartbare zum Besten geben: also z.B. Westerwelle verurteilt irgendeinen Anschlag irgendwo auf der Welt, oder Innenminister Friedrich fordert mehr Überwachung. Ich schaue die Tagesschau deshalb seit einigen Jahren wirklich sehr selten – Tagesthemen und Nachtmagazin kommen da eher in Frage.

16: Dennis:

25. Mai 2013 um 01:34 Uhr

Ich stimme Marco voll und ganz zu.
Außerdem ziehe ich den Sprecher-Stil der Tagesschau jener Klebers vor, der – Stichwort “eitel” – manchmal wirkt, als würde er sich weigern eine Brille aufzusetzen, sodass man aufgrund einer riesigen Schriftgröße auf dem Teleprompter genau mitverfolgen kann, wann er zur nächsten Zeile springt. Die leuchtend blauen Augen kommen so zwar besonders zur Geltung, doch “angesprochen” fühlt man sich da nicht.

@Thomas: Die Tagesschau bemüht sich um Sachlichkeit und Validität. Das sind nun mal die, zugegebenermaßen glatten, offiziellen Stellungnahmen solcher Amtsinhaber. Der Vorwurf sollte den Politikern selbst gelten. Das ist Teil des Konzepts der Tagesschau. Für Hintergrundanalysen, weitereführende Didaktik etc. sind andere Formate zuständig.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass ich wohl zum jüngeren Publikum der Tagesschau gehöre. Will also verlauten lassen, es gibt uns auch noch; wir sind nicht alle bei RTL.

17: Peter Kunde:

25. Mai 2013 um 09:52 Uhr

Ich schließe mich den Ausführungen von Jo Brauner an. Allerdings sollte es aus Gründen der PC nicht mehr “Sprecher”, sondern nur noch “Sprechender” heißen.

18: Hans-Otto Schenk:

25. Mai 2013 um 11:43 Uhr

Als Zuschauer, der die Tagesschau seit ihrer ersten Ausstrahlung (wenn auch nicht als Grandseigneur) mit Dankbarkeit verfolgt, teile ich Jo Brauners Appell: Weitermachen! Schon wegen der Auswahl und Reihenfolge der Themen sowie, vor allem, der Wortwahl kann es für eine Nachrichtensendung zwar keine hundertprozentige Objektivität geben. Aber die Tagesschau lässt wegen der durch Sprecher(innen) vorgetragenen sorgfältig und präzise vorformulierten Texte immer das Bemühen um größtmögliche Objektivität erkennen. (Den Vorwurf der “Trockenheit” verstehe man bei der ARD getrost als Auszeichnung!) Die Vermittlung von Nachrichten und Hintergrundinformationen durch Moderator(inn)en mag “lockerer” und unterhaltsamer erscheinen. Mit ihr wachsen auch die Gefahren subjektiver Äußerungen; diese gehören in separate Kommentarteile. D’accord, Herr Kleber und Herr Wickert?

19: Nick:

25. Mai 2013 um 12:02 Uhr

Die Tagesschau sollte bleiben wie sie ist. Bin auch noch jüngerer Zuschauer (u40) und finde es schon albern Überleitungen wie “und damit zurück zu XY” statt “und damit zurück zur Tagesschau nach Hamburg” zu formulieren, und auch das “Guten Abend” müsste wegen mir nicht durch “ich begrüsse Sie zur Tagesschau” ergänzt werden, damit aber kann ich leben, wenn es denn sein muss. Die Nachrichten sollten bitte sachlich bleiben, vielleicht den ein anderen Korrespondetenbericht weniger, wenn da eh nichts zu sagen ist und dafür mehr verlesene Nachrichten (aber es gibt ja noch den ähnlich zuverlässigen Deutschlandfunk). Die Auswahl stimmt, wenn es auch zu viel Sport in der Tagesschau gibt. Im Übrigen: Herr Wickert sollte sich von seiner Rente und der zusätzlichen Alterversorgung von ARD und ZDF mal einen schönen Rotwein gönnen und drüber nachdenken, ob man er zu seiner Zeit wirklich alles so viel besser gemacht hat, wie er für sich heute in Anspruch nimmt.

20: the camera:

25. Mai 2013 um 12:13 Uhr

@Eduard:
@Sennheiser:
Ihre Anmerkungen befürworte ich nachdrücklich: Der befreundete Mitkonkurrenzsender ist unter der Ägide von Chefredakteur Frey zu einer tw. kruden Mischung aus Boulevard und Kirmes mutiert. Da sollte ARD-Aktuell in jedem Fall gegensteuern bzw. den Kurs halten: Keine infantilen “Überleitungen” von News zu Sport o.ä. (die haben wir leider schon mehr als ausreichend, wenn von z.B. einem Magazin zu den “tagesthemen” Zuschauer “mitgenommen” werden sollen und wir des öfteren Zeugen von wahrlich intellektuellen Dialogen werden…-Am Besten noch neben/über/unter einem Abspann, dann lohnt sich der Aufwand wenigstens). Ach ja: Börsenhofberichterstattung in diesen Zeiten, in der Tagesschau, in diesem Umfang? Die Zeit kann sinnvoller genutzt werden! Und noch ein Aspekt: Nachrichten spiegeln Ereignisse, aber eigentlich nicht noch nicht stattgefunden habende. Wer was wann evtl. sagen wird? Einfach abwarten und dann berichten/kommentieren. Wie sich’s ja auch eigentlich gehört…

21: Nils:

26. Mai 2013 um 00:13 Uhr

Sie schreiben: “dass die Menschen die knackige Viertelstunde um 20 Uhr schätzen, ohne Emotionalisierung”
Ich hoffe, Sie haben die gestrige Tagesschau verpasst. Über die Hälfte der 15 Minuten ging es um ein Fußballspiel, Interviews mit vorfreudetrunkenen Fans inklusive. Ernsthaft: Welche Spitzenjournalisten haben sich das ausgedacht?

22: Hannes:

26. Mai 2013 um 01:00 Uhr

Bitte die Sprecher behalten. Oder muss ich mich mit meinen 26 jetzt zum alten Eisen zählen?

PS Gerade im Zusammenhang mit dem Tornado wurde die Wortwahl etwas reißerisch (Monstersturm). Keine Angst vor der “Trockenheit”, wenn man solche Begriffe meidet. Wirkt noch seriöser.

23: Jannis:

26. Mai 2013 um 18:47 Uhr

Also zunächst mal würde ich mich mit meinen 17 Jahren nicht als veraltet oder internetfern oder was auch immer sehen. Trotzdem schaue ich täglich die Tagesschau auf einer guten alten Röhre völlig analog, da man im Netz zwar leider massig Informationen findet, die meisten aber unglaubwürdig oder irrelevant sind. Da schau ich lieber ganz klassisch die Tagesschau, wo die Informationen sorgfältig selektiert werden. Somit denke ich das sich das Format keineswegs überlebt. Mit dem Internet ist keine “neue Welt” entstanden, wie oft propagiert wird, eher bekam die alte eine neue Kommunikationsebene hinzu. Meine Generation wählt heute absolut selbstverständlich zwischen Printmedien, TV, Radio und Internet aus. Für uns gibt es kein “Surfen”, man geht nicht “ins Internet”, es gibt keine “Internetsucht”. Es ist völlig selbstverständlich, dass das Internet da ist, es ist Teil von uns. Und wenn es die praktischste Kommunikationsart ist, wird es halt dafür ausgewählt. Absolut rational. MfG Jannis

24: Linuxpinguin:

29. Mai 2013 um 23:01 Uhr

Hallo Herr Gniffke,
da bin ich mal wieder. Zu diesem Thema sage ich ganz ehrlich: ich gucke sehr gerne die 20-Uhr-Tagesschau hier auf meinem Notebook im Internet, weil ich hier einfach ein besseres Bild habe als auf unserem TV.

Aber was diese Sache mit dem “Sprecher” von Herrn Kleber und von Herrn Wickert betrifft: da gebe ich den beiden mal vollumfänglich recht. Das Wort “Nachrichtensprecher” ist einfach wirklich ein alter Zopf von anno dazumal. Heute sollte man wirklich besser sagen: Nachrichtenmoderator/-moderatorin. Das passt einfach irgendwo besser in die Moderne.

Außerdem schätze ich solche Interview-Anteile wie etwa auch in den Videoblogs von Herrn Schneider und seinen Kollegen aus Tel-Aviv oder Interviews mit anderen Personen aus Politik und vom Fach (“Fach-Idioten”). Ich schreibe das Wort deshalb in Anführungszeichen, weil ich dass als echten Spezialisten/Spezialistin auslege, der/die sich in einer bestimmten Materie (= Themengebiet) besonders gut auskennt…

25: Linuxpinguin:

29. Mai 2013 um 23:06 Uhr

Denn solche Spezialisten brauchen wird gerade jetzt und wir werden so noch mehr brauchen, wenn es zum Beispiel gerade um die Themen “erneuerbare Energien”, “Asse-Räumung”, “Rückbau der AKWs”, “Atomendlager”, “Umabau/Weiterentwicklung der Europäischen Union inklusive Bankensektor”, usw. geht.

Darüber hinaus lockern solche Interviews die Nachrichtensendungen nicht nur auf, nein sie bereichern sie auch um etliche Informationen. Daher fände ich es gut, wenn es sowas in den Nachrichten öfters geben würde.

Daher meine ich, das Wort “Nachrichten-Moderator”/”Nachrichtenmoderatorin” passt einfach besser in die heutige Zeit und wir erleben doch gerade einen massiven Umbruch bzw. eine Umstellung auf die Moderne und auf die Zukunft, Herr Gniffke.

Daher meine ich: solche alten Zöpfen, wie etwa dem Wort “Nachrichtensprecher” sollte man wirklich endlich mal abschneiden. Das passt einfach nicht mehr in die aktuelle Zeit. Da haben Herr Kleber und Herr Wickert (den ich ebenso sehr schätze) mal recht.

26: Linuxpinguin:

29. Mai 2013 um 23:14 Uhr

Aber Herr Gniffke,

dass heißt jetzt nicht etwa, dass sich die Tagesschau überlebt hätte. Nein, sie entwickelt sich nur weiter und könnte dadurch noch etwas besser werden.

Bitte lassen Sie Herrn Wickert und Herrn Klaus Kleber hier wirklich bitte etwas mehr Beinfreiheit. Das würde den Nachrichten wirklich gut tun.

Herr Kleber bringt dadurch wirklich etwas frischen Wind in die Tagesschau rein und ich würde mich in der Tat mal auf ein Wiedersehen mit Herrn Wickert freuen, den ich für seine Erfahrung im Nachrichten-Bereich sehr schätze und schon früher geschätzt habe, als ich noch jünger war. Er war und ist jemand, auf den man sich verlassen kann und der noch ehrlich und offen ist und den Zuschauern die Wahrheit nicht vorenthält, so wie es viele andere Sender tun (wie z.B. gerade RTL, Sat1, Pro7, RTL2, Kabel1, etc).

Bei diesen genannten Sendern merkt man in der letzten Zeit immer deutlicher ein politisches Leaning und deutlichen Einfluss durch die politischen Parteien.

27: Phonomatic:

31. Mai 2013 um 12:44 Uhr

tagesschau.de gehört mit sicherheit zu den besten deutschsprachigen Foren, aber das internetangebot der ÖR insgesamt erfüllt nicht das was ich für 16€ im Monat erwarten würde, da können sie sich gerne mit kleinen Erfolgen wie der App schmücken, es ändert ehr nichts daran dass ich mich als internetnutzer vom ÖR ungeliebt fühle, meine Positionen fast nie in der Selbstreflexion der medien wiederfinde, und in diversen bereichen zensur, ausgrenzung und uninformation unterliege, die es so im fernsehen nicht gibt, obwohl der Fernsehszuschauer wohl um einiges passiver seine wünsche zum Ausdruck bringt.

28: desmo:

4. Juni 2013 um 10:07 Uhr

Vermisse einfach nur INFORMATION über das Geschehen in Deutschland und der Welt. Wichtiges nicht Schnickschnack über irgendein z.B. Fußballspiel über das man sowieso zwangsinformiert wird in allen möglichen Sendungen und von allen möglichen Sendern.
Bitte macht die Tagesschau wieder zu einer ernsthaften Sendung mit wirklich wichtigen Informationen !!!

29: Ina:

7. Juni 2013 um 02:25 Uhr

Nach den gestrigen Äußerungen des ehemaligen ARD-Korrespondenten Kleber, so sie denn in der Medienpresse richtig wiedergegeben wurden, möchte ich nur anmerken, dass die Tagesschau in diesem Jahr im Internet einen Relaunch an den Tag gelegt hat, wie man ihn besser nicht hätte machen können. Vor knapp zwei Jahren lagen in meinem Surfverhalten tagesschau.de und heute.de gleichauf, nachdem man sich beim ZDF dann allerdings im mobilen Wahn völlig verrannt hat, ist deren Portal am heimischen Rechner unbenutzbar. Im Fernsehen fährt die Tagesschau auf gewohntem Niveau gute Marktanteile ein, während Heute im Quotentief der sterilen grünen Hölle steckt und mittels eines 3D-Modells eines Castor-Behälters Mehrwert zu suggerieren versucht. Wenn nun Herr Kleber sich nun also vor amerikanischen Kollegen für den deutschen Nachrichtenmarkt schämt, so sollte man dies angesichts der Abwesenheit eines Produktes wie FOX NEWS als Kompliment ansehen. Liebe Tagesschau – bleib so gut, wie du im Moment bist.

30: Linuxpinguin:

12. Juni 2013 um 14:07 Uhr

hi Ina,

was diese angebliche “Unbenutzbarkeit” des Portal von heute.de angeht, stimme ich nicht mit Ihnen überein.

Ich finde dieses neue Portal, wenn man noch ein paar kleine Änderungen machen würde, sogar richtig gut.

Was ich an dem Portal von heute.de nicht so gelungen finde ist, dass die Funktionsbuttons für “Wetter”, “Chats- und Foren” und noch einige weitere Punkte jetzt nur noch ganz klein in dieser grauen Leiste ganz unten stehen.

Da würde ich mir doch mal entweder auf der linken oder auf der Rechten Seite eine Leiste wünschen, wo man untereinander angeordnet diese Funktionen finden könnte. Von daher: das ist Verbesserungwürdig.

Das hat die ARD im Gegenzug dazu richtig gut gemacht mit der Menüleiste oben.

Aber ansonsten ist dieses Portal von heute.de richtig gut gelungen und eigentlich auch sehr gut benutzbar bis eben auf diese Punkte, die ich angesprochen habe.

31: schmidtbochum:

17. Juni 2013 um 09:51 Uhr

Ich finde es toll, dass ARD und ZDF eigene Redaktionen betreiben, dadurch wird Unabhängigkeit und Vielfalt bewahrt.
Die Lokalsender greifen ja schon auf die Tagesschau zurück, sodass die Kosten nicht explodieren.
Ich schaue mir gern Tagesschau UND heute-Journal an, um mich danach im Intrrnet bei anderen Portalen noch der zu informieren.
Von daher, nur weiter so!
Sparen könnt ihr bei Wetten das, langweiligen Fernsehfilmen und schlechten Dokumentationen ;)

32: waleri:

29. Juli 2013 um 22:55 Uhr

Ich finde auch, dass die ts für das Internet zu wenig tut. Es ist nicht so, dass ich erwarte, dass nur “Stoff” geliefert wird, sondern dass die Gesamtperformance effektiver wird. Klährende Gespräche unter den Besuchern, Hinweise auf andere Quellen, wie die Drucksachen des Bundestages bleiben aus. Mit der neuen 8h Kommentierfunktion und Depublizierung hat sich die ts so ziemlich zurückentwickelt, anstatt sich weiter zu entwickeln. Viele Zusammenhänge von den präsentierten Themen bleiben unerkannt. Man hat auch nicht das Gefühl, man gehöre zum Team.

Ich hoffe Ihr tut in der Richtung zukünftig etwas mehr.

33: waleri:

2. August 2013 um 09:40 Uhr

Ne mal im Ernst. Die GEZ-Gebühr würde internettauglich gemacht. Wenn es ums Bezahlen geht, dann gehören alle zum Team. Wenn es um Mitbeteiligung geht, dann gehört man nicht zum Team, die Ausgrenzung wird praktiziert.
Die Kraft der Gemeinschaft wird ignoriert anstatt technische Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sie sich entfalten kann.

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