Die Situation hatten wir bei der Bundestagswahl 2005 schon mal: Weil ein Direktkandidat gestorben ist, wird in einem der Wahlkreise nicht heute sondern erst in 14 Tagen gewählt. Es ist der Wahlkreis 33, der im wesentlichen die Insel Rügen umfasst. Das besondere an solch einer Nachwahl ist ja, dass alle, die dann ihre Stimme abgeben, das unter rein taktischen Überlegungen tun können, wenn für das gesamte Land noch wichtige politische Veränderungen möglich sind.

Wie wichtig der Wahlkreis heute Abend noch wird, hängt also davon ab wie knapp die Ergebnisse sind. Theoretisch könnte davon abhängen, ob Rot-Grün eine Mehrheit hat.  Die FDP liegt soweit unter der 5%-Hürde, dass sie selbst mit einem Bombenergebnis auf Rügen nicht mehr in den Landtag einziehen wird. Bleibt die Frage: Könnte die NPD durch ein besonders schwaches Ergebnis noch rausfliegen? Die Wahlforscher von Infratest dimap halten das nur dann denkbar, wenn die NPD am Ende des Abends bei 5,2 Prozent oder darunter stehen sollte. Und selbst bei einem Ergebnis von 5,2 müssten bei der Nachwahl die Anhänger der anderen Parteien so diszipliniert ihre Stimme abgeben, dass die NPD einen extrem unterdurchschnittlichen Anteil erreicht. Möglich ist so was, aber die Wirkung der Nachwahl hängt selbst in diesem Fall von vielen Variablen, insbesondere der Wahlbeteiligung ab.