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Jens Riewa

Jens RiewaChefsprecher
tagesschau

Geboren 1963 in Lübbenau. Nach dem Abitur ging er 3 Jahre zur Armee. Sein Studium an der Verkehrshochschule in Dresden brach er vorzeitig ab, ließ sich stattdessen zum Fluglotsen ausbilden. Bei einer Benefizveranstaltung Berliner Journalisten entdeckt ihn seine spätere Sprecherzieherin Rosi Grosse als Talent und überzeugt ihn von einer fundierten Ausbildung zum professionellen Sprecher. Riewa moderiert bald darauf aktuelle Magazine, Chart- und Klassiksendungen. Seine markante Stimme wird zu seinem Markenzeichen in Hörspielen, Dokumentationen und kommerzieller Werbung.

1989 erhält er zufällig das Angebot, im Fernsehen eine eigene Kindersendung zu moderieren. „Wie wär’s“ wird der Renner bei 8-14-jährigen Kindern, eine Sendung, die Hobbys, Spiele und Basteleien pflegt und bis dahin eher beschaulich daherkam. 1989 dann Riewas – nach eigenen Angaben – spannenste Fernsehzeit. Das Jugendmagazin ELF99 erhält eine Nachrichtenachse, Riewa begleitet die Wendezeit, 5vor5, 7vor7 und 8vor8 genießt den Ruf als respektloseste Nachrichtensendung dieser Zeit.

1991 erhält er eine Einladung des NDR zum Casting und beginnt im März, Nachrichten der tagesschau zunächst als OFF-, ab 1994 als ON-Sprecher zu verlesen. 1992 zieht Riewa von Berlin nach Hamburg.
Hier erhält er die Möglichkeit, die ganze Bandbreite eines Nachrichtenjournalisten kennen zu lernen. Riewa spricht die Berichte vom Tage, etabliert sich bei DAS! und moderiert 3 Jahre lang das Hamburg Journal.

1995 erste Ausflüge in die Fernsehunterhaltung. Dieter Thomas Heck überträgt ihm die Moderation der Deutschen Schlagerparade, dem ARD-Pendant zur ZDF-Hitparade. Nach 6 Jahren und 67 Sendungen mag er nicht mehr, die Sendung wird ein Jahr später eingestellt, nachdem wechselnde Moderatoren keinen Anklang beim Zuschauer fanden.

1996 und 1997 begeistert Riewa die Schlagergemeinde mit einer eher unkonventionellen Moderation des Grand Prix d’Eurovision de la Chanson. Aber auch Berlin bleibt er treu und bereist 3 Jahre lang im ORB-Reisemagazin „Wunderschönes Brandenburg“ die schönsten Ecken seiner alten Heimat.
Zunehmend konzentriert er sich auf Musikproduktionen, arbeitet mit dem Hamburger Produzenten Franz Plasa (u. a. ECHT) zusammen, produziert Hörbücher („Bullshit“, „Sakrileg“) und entwickelt Showformate für große Konzerne wie MediaMarkt und Saturn. Zahlreiche Firmen buchen ihn seit Jahren beständig als Moderator ihrer Galas.

Riewa interessiert sich für Blechblasinstrumente (6 Jahre Studium am Musikkonservatorium im Fach Bariton) und Hubschrauber-Modellbau.

 

Interview

Welche Nachricht würden Sie gerne einmal präsentieren?

Nachrichten sind ein Abbild der Realität und kein Wunschkonzert.

Bei welcher Nachricht fiel es Ihnen schwer, Ihre Emotionen zu unterdrücken?

Während des Kosovo-Krieges sah ich Bilder, die nie gesendet wurden. Seit dem weiß ich, wie sehr man in diesem Beruf manchmal Emotionen zu verbergen vermag.

Haben Sie Lampenfieber und wenn ja, was tun Sie dagegen?

Lampenfieber ist der Respekt vor dem Zuschauer. Es sorgt für ungeahnte Energie.

Was macht einen guten Moderator aus?

Eine Stimme, der man auch über lange Zeit zuhören mag und die Fähigkeit so zu betonen, dass man die Meldung nach einmaligem Hören verstanden hat. Alles andere ist sekundär.

Welchen Beruf würden Sie gerne ausüben wenn Sie nicht bei der tagesschau wären?

Hausmann.

Werden Sie in der Öffentlichkeit oft erkannt und angesprochen? Wenn ja, empfinden Sie dies als eher angenehm oder unangenehm?

Nach einigen Jahren tagesschau kann ich nachts mit Basecap und Sonnenbrille in ein Taxi steigen und werde schon durch das undefinierte Murmeln eines Straßennamens wiedererkannt. Und dann wird zumeist lustig geplaudert.

Wem möchten Sie auf keinen Fall in der Sauna begegnen?

Ich mag Sauna nicht.

Als Kind wollten Sie sein wie…?

… die Leute vom Zirkus. Jeden Tag woanders.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Es reicht, dass ich sie kenne.

Was ist Ihre größte Stärke?

Ich weiß um meine Schwächen.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Lesen und Schlafen. In dieser Reihenfolge.

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?

An meinen Freunden schätze ich, dass sie es über Jahre mit mir aushalten.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

Das richtet sich immer nach der Gesamtpersönlichkeit des Menschen.

Was war der größte Fehler Ihres Lebens?

Es irrt der Mensch, so lang er lebt.

Was war die beste Entscheidung Ihres Lebens?

Ich war Erster an der Eizelle.

Was möchten Sie in Ihrem Leben noch erreichen?

Wie gesagt, das Leben ist kein Wunschkonzert.

Was lässt ihr Herz höher schlagen?

Die alles überragende Kraft der Liebe.

Worüber können Sie lachen?

Loriot, meine Steuererklärung und am meisten über mich.

Was ist Ihr Lebensmotto?

Arbeite, als würdest Du das Geld nicht brauchen. Liebe, als wärst Du niemals verletzt worden. Tanze, als würde niemand zusehen.