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Marcus Bornheim

Erster Chefredakteur

Pressefoto

ARD-aktuell

19. Januar 2022

Erweiterung der Farbskala der Corona-Karte der tagesschau

Bereits im November 2021 haben wir Sie darüber informiert, dass wir die Karte der 7-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ausdifferenzieren mussten. Anlass war das dynamische Infektionsgeschehen. Damit ist es leider nicht vorbei.

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz erreicht durch die Ausbreitung der Omikron-Variante neue Höchstwerte. Inzidenzwerte, die vor einem Jahr noch undenkbar waren, sind jetzt Realität. Dadurch können wir bei der tagesschau mit unserer zu Beginn der Corona-Pandemie entwickelten und später erweiterten Skalierung die aktuelle Infektionslage nicht mehr adäquat abbilden. Wir brauchen für die Darstellung höherer Inzidenzwerte eine höhergehende Skala und eine in Teilen geänderte Farbgebung.

Da es bei der Berichterstattung viel um Transparenz und eben auch um Glaubwürdigkeit geht, wollen wir dies hiermit extra ausweisen. Uns ist es wichtig, dass Sie die Gedanken der Redaktion nachvollziehen können.

Was passiert konkret?

Um die unterschiedlichen Situationen vor Ort und in den verschiedenen Altersgruppen besser abzubilden, brauchen wir für hohe Inzidenzwerte zusätzliche Wertebereiche und neue Farbstufen. Unverändert bleiben die Intervalle und Farben für alle Inzidenzwerte von 0 bis 100. Der folgende Wertebereich reicht nun bis 250, behält aber seine bisherige Farbe. Danach geht es zunächst in 250er-Schritten weiter und ab einem Inzidenzwert von 1000 in 500er-Schritten. Außerdem stellen wir das Prinzip der Heatmap wieder in den Vordergrund und sorgen für eine bessere Unterscheidbarkeit der Farben.

Sowohl unsere Fernsehsendungen als auch Online-Produkte werden diese neue Skalierung einsetzen. Als Datenquelle dienen uns nach wie vor die Zahlen des Robert-Koch-Instituts.

Wir wollen ausschließlich die reale Situation vor Ort möglichst genau abbilden, nichts unterschlagen und nichts überdramatisieren. Wichtig ist uns, dass Sie der tagesschau weiter vertrauen können.

 

ARD-aktuell Chefredaktion

30. Dezember 2021

Der Fels in der Brandung geht – Tschüss, lieber Claus-Erich Boetzkes

Als die Flugzeuge am 11. September 2001 in die New Yorker Twin Towers flogen, war es in Deutschland früher Nachmittag. In Hamburg saß die Tagesschau-Redaktion gemeinsam vor den Bildschirmen und starrte auf die Bilder aus New York. Es war Zeit, auf Sendung zu gehen. Claus-Erich Boetzkes hatte Dienst und begann zu moderieren – ohne zu wissen, wie dieser Tag endet, aber wissend, dass es ein historischer Moment für die Welt sein wird.

Es kamen noch viele Sondersendungen hinzu: Neben Terroranschlägen waren es aber auch Wahlberichterstattungen und zuletzt viele tagesschau Extra-Ausgaben zu Corona.
Egal was passierte: Claus-Erich Boetzkes war die Ruhe selbst. Pressekonferenzen, die sich um 10, 15 oder gar 20 Minuten verspäteten: Er führte das Programm sehr souverän weiter. Leitungen zu Reporterinnen und Reportern, die plötzlich abbrachen: kein Problem für ihn. Ein ausgefallener Teleprompter: Er moderierte einfach weiter. Neue Infos, die ihm die Chefs vom Dienst zwischendurch reinriefen: Claus-Erich Boetzkes baute sie sehr elegant in seinen Redefluss ein.

Auch Pannen, die es – ja man muss es zugeben – auch bei der tagesschau gibt, umspielt er lässig. Sogar, als eine Sendung nach kurzer Zeit ganz abgebrochen werden musste: Claus-Erich Boetzkes hat es dem Publikum so souverän verkauft, dass es keinerlei Beschwerden gab.

Seine größte Stärke: Er ist immer auf Augenhöhe mit den Zuschauerinnen und Zuschauern. Man versteht ihn. Man begreift sofort das, was er sagt. Niemals abgehoben, niemals besserwisserisch. Sogar seine Lieblingsthemen wie Wirtschaft und Finanzmärkte kann er so gut erklären, dass er nicht wie ein Experte wirkt, sondern wie derjenige, der wie ein Nachbar am Gartenzaun die richtigen Fragen stellt.
Deshalb mag ihn das Publikum so sehr, auch wegen seiner sonoren Stimme, die jede noch so tragische Nachricht erträglich macht.

Jede Reporterin oder jeder Reporter, die von draußen mit ihm ein Schaltgespräch machen, kennen sein dezentes Räuspern, wenn man zu lange redet und das kalkulierte Zeitbudget zu sehr strapaziert. Zweimal hintereinander Räuspern heißt unmissverständlich: Sofort Schluss machen! Die eingeplante Zeit ist schon lange aufgebraucht.

Heute ist der letzte Arbeitstag von Claus-Erich Boetzkes bei der tagesschau und ARD-aktuell bedankt sich für die vielen Stunden, die er wie ein Fels in der Brandung vor der Kamera stand.
Wir haben ihm viel zu verdanken und wünschen ihm alles Gute für seinen Ruhestand.

ARD-aktuell Chefredaktion

3. September 2021

Herzlich willkommen, Aline Abboud!

Am Samstag ist es endlich so weit: Aline Abboud feiert ihre Premiere bei den tagesthemen. Wir alle bei ARD-aktuell freuen uns sehr auf unsere neue Kollegin.

Aline Abboud wurde 1988 in Ost-Berlin geboren, studierte in Leipzig, Beirut und Istanbul und arbeitete in Israel und Palästina.
Sie präsentiert auch das funk-Format „Die da oben“, um Politik für junge Userinnen und User verständlich zu machen.
Zudem hat Aline Abboud eine große Expertise für den Nahen Osten und bringt durch ihre Biographie einen ostdeutschen Blick mit.
Libanesische Wurzeln, ostdeutsche Sozialisierung und aufgewachsen im vereinten Deutschland. Eine spannende Mischung.
Für sie ist der neue Job mehr als nur Moderieren: Sie will sich einbringen, sie ist neugierig und freut sich sehr auf die Premiere.
Besonders freuen sich Caren Miosga und Ingo Zamperoni. Schon bei den ersten Kennenlerntreffen hat die Chemie gestimmt. Die drei bilden ein wunderbares Trio.

Caren Miosga, Ingo Zamperoni und Aline Abboud stehen im tagesthemen Studio

Caren Miosga (links), Ingo Zamperoni (Mitte) und Aline Abboud (rechts) bilden das neue tagesthemen-Trio.

 

ARD-aktuell Chefredaktion

29. Dezember 2020

Wenn die tagesschau selbst zur Nachricht wird…

An manchen Tagen ist einfach der Wurm drin. Heute war so ein Tag bei der tagesschau. Selbstverständlich passiert uns das in diesem Jahr, von dem wir alle gehofft haben, dass es möglichst schnell vorbeigeht. Aber auf der Zielgeraden streikt bei uns die Technik – und das gewaltig.

Als die tagesschau um 17 Uhr startet, war allen im Team klar, hier stimmt etwas nicht. Kein Hintergrund. Das Studiolicht passte auch nicht, der Ton hallte. Claus-Erich Boetzkes moderiert sehr charmant und souverän wie immer, weil er sich von so etwas natürlich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Auch als der erste Beitrag nicht startet, bleibt er locker. Pannen passieren, da Fernsehen ein Zusammenspiel zwischen Menschen und Technik ist.

Nach kurzer Zeit bekommt der Moderator über seinen Knopf im Ohr aus der Regie den Hinweis: Das ganze System ist abgestürzt. Kein Zugriff auf die Beiträge, die Hintergrundbilder – und sogar die ganze Sendung muss abgebrochen werden. https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-802613.html

Dann der zweite Anlauf nach wenigen Minuten, die sich für alle bei ARD-aktuell angefühlt haben wie Stunden. Aber auch dieser Versuch scheitert. Dankenswerterweise übernehmen die Kolleginnen und Kollegen von Brisant. Vielen lieben Dank nach Leipzig!

Inzwischen geht unser Technik-Team davon aus, dass alles wieder funktioniert. Seit 18 Uhr sendet die tagesschau regulär auf tagesschau24.
Uns bleibt nur, Sie um Verständnis zu bitten. Wir versuchen alles, damit das nicht wieder vorkommt.

ARD-aktuell

14. Dezember 2020

Der „Außen- und Innenminister“ der tagesschau nimmt Abschied

Heute geht bei der tagesschau eine Ära zu Ende: Nach mehr als 35 Jahren verabschiedet sich Jan Hofer in den Ruhestand. Fast zwei Jahrzehnte war er Chefsprecher. Er war das Gesicht der tagesschau nach außen – und nach innen verliert die Redaktion einen ihrer herzlichsten Mitarbeiter. Wenn man so will, war er Außen- und Innenminister gleichzeitig.

Drei Monate ist es her, da teilte er seinen Sprecherinnen- und Sprecherkollegen mit, dass ab sofort etwas anderes für ihn Priorität hat. Er war dabei so geradeheraus wie er immer war, wenn er Nachrichten vortrug: Auf den Punkt. Zurückgenommen. Er machte um sich kein großes Ding. „Es wird jetzt Zeit, mich um meine Familie zu kümmern – und weniger um die täglichen Weltnachrichten.“ Hausarbeiten und Hausaufgaben statt Corona-Zahlen und Berliner Politik. Seitdem fällt mir noch stärker auf, was für ein großartiger Kollege er ist. Weiterlesen

ARD-aktuell

5. August 2020

Aufnahmen aus Beirut in tagesschau und tagesthemen

Es waren Bilder, die verstörend waren: eine Explosion. Blutüberströmte Menschen. Glassplitter auf den Straßen. Staubwolken, die ein ganzes Stadtviertel unter sich begraben.
In Beirut sind am gestrigen Abend bei einer Detonation am Hafen über 100 Menschen gestorben, mehrere Hundert werden noch vermisst und die Zahl der Verletzten liegt nach offiziellen Angaben bei rund 4000. Eine unglaubliche Tragödie. Weiterlesen

ARD-aktuell Chefredaktion

21. Februar 2020

Zum Begriff Fremdenfeindlichkeit

An einem Tag wie gestern, der auch an routinierten Nachrichtenmacher*innen nicht spurlos vorbeigeht, muss man – so zynisch es klingen mag – nach einem Moment des Innehaltens anfangen zu arbeiten.
Konzentriert, schnell, hochprofessionell. So wie man das von der tagesschau auf allen Ausspielwegen erwartet.
Es gibt Sondersendungen im Fernsehen, Live-Blogs bei tagesschau.de und schnelle Zitate von Politiker*innen bis zu Expert*innen, die korrekt wiedergegeben werden müssen.
In diesen Phasen kommt es manchmal vor, dass die Zeit zum Diskutieren zu kurz ist. Weiterlesen

ARD-aktuell

26. Juni 2019

Wir wollen noch crossmedialer arbeiten

Es gibt keinen tolleren Job im Journalismus, als Chef der Tagesschau zu sein. Das Nachrichten-Flaggschiff ist die Informationsquelle Nummer 1 in Deutschland. Egal ob im linearen Fernsehen oder auf digitalen Kanälen. Die Tagesschau steht für Glaubwürdigkeit und Nachrichtenkompetenz. Getragen wird diese Glaubwürdigkeit durch ein herausragendes Team: Jeden Tag zerreißen sich hier bei ARD-Aktuell alle – egal in welcher Funktion -, um die besten Nachrichten für alle Ausspielwege zu erstellen. Hier wird gerungen, gestritten, diskutiert und auch gelacht. Es werden Formulierungen hin- und hergewogen, Sätze verworfen und bessere geschrieben. Jede und jeder kämpft für das Produkt, das sie oder er verantwortet. Das ist der Geist der Tagesschau. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Und immer wieder stellen wir uns die Frage: Was geht besser? Weiterlesen

ARD-aktuell

30. April 2019

Serie #lösungsfinder wird fortgesetzt

Normalerweise sind wir mit Serien in den Tagesthemen sehr zurückhaltend. In der Regel startet man euphorisch, doch dann kommt die erste breaking-news-Situation und wir schmeißen die Planungen über Bord.
Mit der Serie #lösungsfinder war es anders. Trotz vieler sogenannter „aktueller Nachrichtenlagen“.

Die anfängliche Skepsis ist gewichen und stattdessen herrschte rückblickend auf die vergangenen zwei Wochen große Zufriedenheit. Natürlich mit den Beiträgen und auch der Resonanz auf die Reportagen.
Viele haben uns ermutigt, weitere Lösungsfinder zu suchen.
Und auch wir haben etwas gelernt:
Dass man als Unternehmen, das Seife spendet, steuerlich schlechter gestellt wird als wenn man die Seife wegschmeißt.
Dass man aus drei Geschossen mit geringem Aufwand durchaus fünf Geschosse machen kann.
Dass bei Hebammenmangel eine GmbH die Lösung sein kann.

Für die Tagesthemen war es ein Experiment. „Solutionsjournalism“ heißt der Trend, der derzeit vor allem in den USA an Fahrt aufnimmt. Ziel ist es, für ein gesellschaftlich relevantes Problem eine Lösung zu finden, die es bereits gibt und die sich bewährt hat. Also keinen theoretischen Plan, keine Idee, sondern Praxis. Es geht nicht darum, die Welt rosarot zu malen, sondern auch die Nachteile einer Lösung aufzuzeigen. Lösungsorientierter Journalismus verlangt viel Recherche, um nicht in eine PR-Falle zu laufen.

Wir haben nach Antworten gesucht und ganz respektable gefunden. Wer noch einmal schauen will, kann das hier bei tagesschau.de/loesungsfinder
Oder heute Abend in den Tagesthemen, 22.15 Uhr, im Ersten.
Vor allem haben wir uns über die Kommentare gefreut, die über unsere Social-Media-Kanäle kamen. „Cool. Besser als immer nur rummeckern.“ Oder: „Tolle Idee von Euch!“.

Wir finden, dass die Sendungen gewonnen haben, weil wir nicht nur über Missstände und Skandale berichtet haben, sondern auch über Lösungen. Denn auch die gehören zu unserem Alltag. Wir wollen das ganze Bild zeigen.
Deshalb werden wir die Serie fortsetzen. Mindestens einmal im Monat wollen wir Lösungen zeigen, die bisher ohne große Aufmerksamkeit ausgekommen sind. Aber genau auf diese wollen wir künftig häufiger unsere Scheinwerfer richten.

ARD-aktuell

24. Juli 2018

Özil wird zum Politikum

Es ist wirklich sehr, sehr ungewöhnlich, dass der Rücktritt eines Fußball-Nationalspielers die Tagesschau um 20 Uhr prägt. Gestern war dies allerdings der Fall. Warum haben wir das gemacht?

Wir haben die Diskussion um die Begründung von Mesut Özil abgebildet, die politisch und gesellschaftlich sehr kontrovers diskutiert wird. Weiterlesen