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ARD-aktuell

26. Mai 2019

Die neue grüne Mitte

Was sich bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen schon andeutete, setzt sich jetzt auf Bundesebene fort. Die Grünen haben das Thema der Stunde und rückten gleich im doppelten Sinne in die Mitte. Zum einen gelingt es ihnen sich von der Größe her zwischen Union und SPD zu positionieren. Mit ihren gut 20 Prozent haben sie praktisch die Stärke der bundesweiten CDU (ohne die CSU). Und nach unten ist der Abstand zu den Sozialdemokraten deutlich. Sie rücken aber auch politisch aus dem Lager heraus in die Mitte. Wie schon in Hessen und Bayern, gelingt es ihnen maßgeblich Wählerinnen und Wähler der Union zu gewinnen. Unsere Wählerwanderung, die die Bewegungen seit der letzten Bundestagswahl beschreibt, zeigt, dass die Grünen aus dem gleichen Umfang von SPD und Union gewinnen: 1,3 und 1,1 Millionen Stimmen.

Nach jetzigem Hochrechnungsstand sind die Grünen bei den unter 60-Jährigen die stärkste Partei. Bei den Erstwählern erreichen sie Werte um die 35 Prozent und in der breiten Schicht der 25- bis 60-Jährigen liegen sie mit etwa 25 Prozent vorn. Ihr Thema ist der Klima- und Umweltschutz. Zum ersten Mal haben uns die Wählerinnen und Wähler bei einer bundesweiten Wahl dieses Thema als ihr wichtigstes Motiv für die Wahlentscheidung genannt und der Kompetenzvorsprung auf diesem Feld für die Grünen ist gewaltig. 56 Prozent der Wählerinnen und Wähler trauen den Grünen hier am meisten zu. Die Union mit 14 und die SPD mit 5 Prozent sind auf weitem Abstand.

Es sieht so aus, dass die Grünen, die ohnehin Rückenwind hatten, nun auch von den neuen jungen Klimaschutzbewegungen beflügelt werden. Einen solchen Vorsprung in der jungen Wählergruppe hatten die Grünen noch nie.

8 Kommentare

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1: Kittie:

27. Mai 2019 um 08:04 Uhr

Mich würde mal interessieren, warum keiner erwähnt, dass CDU und SPD es sich mit der Uhrheberrechtsreform ziemlich bei den jüngeren Wählern verscherzt haben.
Klimaschutz ist auf jeden Fall wichtig, aber Artikel 13 hat sicher auch einen Beitrag geleistet.
Oder sind Sie da anderer Meinung?

2: Jan:

27. Mai 2019 um 19:48 Uhr

Hallo Herr Schönenborn,
danke für Ihre wie immer sehr schön präsentierten Zahlen.
Meine Frage passt vielleicht nicht ganz zu Ihrem Blogbeitrag, aber eine Sache interessiert mich sehr:
Ich schaue mir immer gerne die Wählerwanderung-Grafiken an, deren Datengrundlage ja, soweit ich es verstehe, Nachwahlbefragungen sind. Dabei finde ich auch die Gruppen der Nichtwähler, der Weggezogenen und der Verstorbenen interessant. Wie groß diese Gruppen sind, lässt sich aus öffentlichen Daten natürlich herausfinden. Aber wie lässt sich ermitteln, woher die Wanderung in diese Gruppen stammt? Schließlich nimmt ja keine davon an Nachwahlbefragungen teil. Die Summe aller drei Gruppen für eine Partei ist indirekt ausrechenbar, aber wie wird diese Summe aufgeteilt? Ist es eine reine Schätzung?
Neugierige Grüße
Jan

3: Basti:

27. Mai 2019 um 20:55 Uhr

Ich stimme Kittie zu, die Urheber Reform wird schon wieder in den Medien verschwiegen aber auch meiner Meinung nach hatte die ebenso dank dem Verhalten der CDU und SPD Politiker großen Einfluss auf das Wahlverhalten!

4: Andrea:

27. Mai 2019 um 21:50 Uhr

Herr Schönenborn
Sorry aber ich muss Sie aus ihren Träumen holen. Denn die Wahl ist möglicherweise ungueltig! Gerade eben wird bei Tag24 von der Polizei ein neuer Fall von Wahlmanipulation gemeldet:

https://www.tag24.de/nachrichten/augsburg-europawahl-manipulation-afd-schwaben-urne-manipuliert-1079964#article

Vorwürfe werden laut: Wurde die Europawahl in Schwaben manipuliert?

"Augsburg/ Welden – Die Polizei sieht Manipulation bei der Europawahl in einem Wahllokal in Schwaben."

[..]

"Ähnlich schilderte Kreiswahlleiterin Marion Koppe die Lage. Dass jemand – wie in dem mit dem Foto verbreiteten Text behauptet wird – in die Urne gegriffen hat, könne nicht bestätigt werden, sagte sie. Die Staatsanwaltschaft prüft noch, ob der Vorfall strafrechtlich relevant ist. "

Laut Bericht prueft die Staatsanwaltschaft den Fall!! Zusätzlich dazu gibt es zwei Fälle: einer in Meißen und ein weiterer in Glashuette laut MDR.

5: Andrea:

27. Mai 2019 um 21:51 Uhr

Hier der Bericht vom MDR dazu:

https://www.mdr.de/sachsen/dresden/meissen/ausgefuellter-stimmzettel-kommunalwahl-meissen-versendet-100.html

"Ähnlicher Vorfall in Glashütte"

"Zuvor hatte es in Glashütte einen ähnlichen Vorfall gegeben. Dort teilte die Stadtverwaltung selbst mit, dass ein bereits ausgefüllter Stimmzettel versehentlich an einen Briefwähler verschickt wurde. Auf dem Zettel seien zur Prüfung der Papierqualität an verschiedenen Stellen sechs Kreuze gesetzt worden. Der damit ohnehin ungültige Stimmzettel sollte laut Stadtverwaltung eigentlich vernichtet werden. Wie er trotzdem versendet werden konnte, sei unklar."

Damit ist die Wahl eventuell ungueltig! Von daher: freut euch nicht zu frueh… 😀

6: Jan Genge:

1. Juni 2019 um 19:57 Uhr

Guten Tag, Herr Jörg Schönenborn!
Ihnen ist in der Grafik zu den Wahlergebnissen in Bremerhaven ein schwerwiegender Fehler unterlaufen;
das Ergebnis der Grünen bei Landtagswahl liegt laut Ihrem Diagramm bei 1,7%:

https://wahl.tagesschau.de/wahlen/2019-05-26-LT-DE-HB/charts/index/chart_382475.jpg

Tatsächlich haben die Grünen dort aber 16,62% erzielt und die sonstigen Parteien lediglich 4,57%:

http://www.wahlen-bremen.de/Wahlen/2019_05_26/04012000/html5/Buergerschaft_Bremen_22_Gemeinde_Stadt_Bremerhaven.html

(Und das Ergebnis der SPD müsste eigentlich auf 25,0% aufgerundet werden.)

Mit freundlichen Grüßen!

7: Jo Geise:

19. Juli 2019 um 11:20 Uhr

Bin bei den Grünen, finde aber die Berichterstattung doch zunehmend manipulativ zugunsten der Grünen.

Der Beitrag von Gestern über Freital war wirklich journalistisch schlimm. Der eindeutige Unterton: eine demokratische Mehrheit für die AfD ist eine schlechte Sache. Da wurde ein kitschiges Theaterstück referenziert, das Toleranz propagieren soll. Jan Hofer sprach in der Anmoderation von den Landtagswahlen als Motivation.

Demokratie ist ergebnisoffen. Es ist für mich als Grünen zu bedauern, wenn Menschen in Freital AfD wählen. Als TV-Redakteur habe ich mich zusammen zu reissen. Das ist Demokratie.

Es gibt zur Zeit viel unkritische Berichterstattung zu grünen Themen wie Klimawandel. Da wäre mehr Scrutiny(was heißts auf Deutsch?) angebracht.

Unangenehm wie penetrant Ihr Euch verbiegt um eine parteipolitische Agenda zu pushen. Sogar als Grüner finde ich das gar nicht prima. Wenn die Rechten übernehmen, dann habt ihr die Medien-Neutralität schon vorher kaputt gemacht. Bärendienst.

8: Klaus van Wahnen:

27. Juli 2019 um 19:01 Uhr

Welche Konsequenzen haben diese Wahlergebnisse ? Die Regierungsparteien sind erstarrt und bewegen sich keinen Millimeter in Sachen Klimaschutz. Nur so kann ich mir erklären, dass die Grünen Frau "von der Leyen" nicht gewählt haben. Dabei brauchen wir eine neue Landwirtschaftspolitik in Europa bei der ökologische Vielfalt, gesunde Böden und sauberes Trinkwasser honoriert werden.

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