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ARD-aktuell

28. Oktober 2018

Grüne – ein Gewinner der Wahl in Hessen

Einer der beiden Wahlsieger ist wieder einmal die Partei der Grünen. Sie erhält nicht nur ihr bestes hessisches Wahlergebnis, sie avanciert auch zur stärksten Kraft in den hessischen Großstädten mit vermutlich am Ende um die 27 Prozent, die sie in den Großstädten holt. Die Partei hat ein eher junges Wählerprofil. Die stärksten Anteile holt sie bei den 18- bis 24-Jährigen mit rund 26 Prozent. Nur bei den über 70-Jährigen spielt sie mit 11 Prozent Wähleranteil eine geringe Rolle. Wie schon in Bayern binden die Grünen die höher Gebildeten und sind dafür bei den Menschen mit einfacher Bildung eher schwach.

Am erstaunlichsten ist aber der Image-Wandel, den sie in den letzten Jahren vollzogen haben. Er drückt sich vor allem in diesen Statements aus: 81 Prozent finden es gut, dass die Grünen sich „für eine offene und tolerante Gesellschaft einsetzen“. 69 Prozent unterstützen die aus ihrer Sicht humane Asylpolitik der Grünen und 65 Prozent erklären: „Die Grünen verteidigen Werte, die mir persönlich wichtig sind“.

Damit setzt sich die Positionierung fort, die schon bei der Bayernwahl zu beobachten war. Die Grünen werden als politische Kraft wahrgenommen, die plötzlich eine bewahrende Position hat. Sie steht für die Liberalisierung und Öffnung der Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten und tritt dafür ein, genau diese Entwicklung nicht zurück zu drehen, sondern zu verteidigen.

8 Kommentare

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1: Herr K. aus L.:

28. Oktober 2018 um 18:42 Uhr

Vielleicht sollten die sich die ganzen "VIP's" die sich auf den ganzen Wahlpartys der Parteien -mehr oder weniger- "feiern" lassen, Prosecco süppeln und Canapes futtern, mal zur Abwechslung in ein Wahllokal gehen und dort "für ein Butterbrot" die Stimmzettel auszählen.

2: David:

28. Oktober 2018 um 19:18 Uhr

Mein Kommentar ist kein Kommentar sondern eine Frage zur Altersstruktur der Grünen Wähler.
Sind die Grünen bei jüngeren Wählern eher erfolgreich weil
a) die Grünen Politik für jüngere Leute machen oder
b) jüngere Leute mit den Grünen aufgewachsen sind und sie daher als Volkspartei (liberales Gesamtpaket) empfinden? Kann man solche Schlüsse aus Ihren Daten ziehen?
Im Fall b) dürfte man ja erwarten, dass das Wählerpotential noch wächst weil junge Wähler nachkommen und jetzige dabei bleiben. Im Fall a) würde man erwarten, dass die Jetzt-Grün-Wähler wenn sie älter werden abwandern.

Viele Grüße!

3: AbseitsDesMainstreams:

28. Oktober 2018 um 19:48 Uhr

Platz eins bei den absoluten Gewinnen scheint jedoch knapp an die AfD gehen. Absolut betrachtet, hat sich die AfD verdreifacht, die Grünen haben gerade mal eine Hälfte draufgesetzt.
Also, wer über die Grünen jubelt, müsste mindestens so laut auch über die AfD jubeln!

4: Roland Schmiermund:

28. Oktober 2018 um 19:49 Uhr

Grüne sind ein Gewinner der Verluste der Regierungsparteien, die AfD ist zweifelos der größte Gewinner. Hat die AfD als einzige echte Oppositionspartei auch verdient.

Verloren hat aber Deutschland. Merkel wird so weitermachen, wie bisher. Und die Grünen verbreiten ihre skruden unüberlegten Thesen weiter.

Schade, dass die AfD nicht viel stärker geworden ist, denn das hätte diesen Spuk endlich ein Ende gesetzt.

5: Wolfgang Birke:

28. Oktober 2018 um 21:36 Uhr

Was mich vor allem interessieren wuerde, welche Parteien hinter "Sonstigen" stehen, denn es scheint mir ungewoehnlich, dass diese mehr als 5 Prozent bekommen.

6: Jörg Schönenborn:

28. Oktober 2018 um 23:03 Uhr

@ David: Ich glaube hier kommt beides zusammen. Wer heute 65 und älter ist, hat den Einzug der Grünen in den Bundestag schon in der Berufs- oder Familienphase erlebt. Da hat man die Revoluzzer-Phase hinter sich und ist weniger offen für neue Entwicklungen. Die sogenannte „grüne Generation“ der heute 45 bis 60-Jährigen hat an die Grünen hingegen politische Jugenderinnerungen. Und, weil viele geburtenstarke Jahrgänge dazu gehören, liegt hier nach wie vor das Fundament des grünen Erfolgs.
Die hohen Werte bei den ganz Jungen, also den 18-24-Jährigen, deute ich persönlich inhaltlich. Diese Gruppe ist besonders interessiert an ökologischen Themen, fürchtet die Folgen des Klimawandel noch stärker selbst zu erleben. Und ist außerdem, zumindest in den oberen Bildungsschichten, international orientiert.
Alle Grafiken finden Sie unter wahl.tagesschau.de

7: Gunter Baumgart:

29. Oktober 2018 um 09:15 Uhr

auch eine Frage: Mir erscheint es im Augenblick so, dass die Grünen die einzige Partei sind, die ein halbwegs ganzheitliches Konzept für die Zukunft haben. Bei SPD und CDU wirken für mich einzelne Themen isoliert. Gibt es dazu irgendwelche professionellen Einschätzungen?
Auch frage ich mich, ob man schon einmal eine Kanzlerpräferenz zwischen Frau Merkel und Herrn Habeck abgefragt hat?

8: David:

31. Oktober 2018 um 00:15 Uhr

Vielen Dank für die sehr konkrete Antwort! Bisher hatte ich die 45-60-Jährigen als Gruppe mit grüner Erinnerung noch garnicht so im Blick.
Ich (35, Angestellter) denke es könnte für Sie spannend sein in einem längeren Artikel genau solche Aspekte mal als Prosa aufzuschreiben: welche Kohorte würde wen wählen, im Moment, und was denken sich die Leute dabei. Es scheint mir, dass es bei jugendlichen und älteren große Ängste gibt, während man altersmäßig dazwischen im Schnitt von der brummenden (im Rausch?) Wirtschaft profitiert.
Dazu gehört auch: an welchem örtlichen, altersmäßigen oder sonstigen Rand sind eigentlich die Wähler, die Parteien wählen die das Grundgesetz in Frage stellen.
Ich würde gerne einen monolithischen Text von Ihnen Lesen über die Frage wer wählt wen und warum.
Beste Grüße,
David

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