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ARD-Hauptstadtstudio

31. August 2014

AfD

Der Wahlkalender war für die AfD wie eine Steilvorlage. Bei der Europa- und der Bundestagswahl war sie in keinem Bundesland so stark wie in Sachsen. Dabei war sie zu den Wahlen zum Europaparlament mit 10,1 Prozent sogar zweistellig – ob das heute Abend so bleibt, wissen wir nicht. Weiterlesen

ARD-aktuell

31. August 2014

Erfolgreich verloren


Neben dem klaren Einzug der AfD in den Sächsischen Landtag ist für mich das die eigentliche Überraschung dieser Wahl:  Die sächsische Dauerregierungspartei CDU, die für ihre politische Arbeit in der Regierung exzellente Noten bekam, die einen populären in allen politischen Lagern respektierten Ministerpräsidenten hat, die Rückenwind von einer starken Kanzlerin aus Berlin bekommt und die eigentlich von einer exzellenten Wirtschaftslage profitieren sollte, tritt auf der Stelle, ja, könnte sogar auf ihr schlechtestes Ergebnis der sächsischen Geschichte zulaufen. Das ist erklärungsbedürftig.

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ARD-aktuell

27. August 2014

Tagesschau macht Personen unkenntlich

In den vergangenen Tagen hatten wir mehrfach Fälle, bei denen wir Personen in Videos unkenntlich gemacht haben. So zum Beispiel den US-Journalisten Foley, der von einem IS-Kämpfer getötet wurde, aber auch gefangene Soldaten, die in Donezk präsentiert wurden. Danach haben uns Nutzer mehrfach gefragt, warum wir das eigentlich tun. Lassen Sie mich vier Fälle kurz erklären. Weiterlesen

ARD-aktuell

14. Juli 2014

Ist Jan Hofer Argentinier?

Nach der Tagesschau entbrannte am Sonntagabend eine Diskussion über die Krawatte von Jan Hofer. Hofer trug weißes Hemd mit hellblauer Krawatte und schwupps wähnte so mancher Zuschauer eine weiß-blau-weiße Sympathiebekundung für das argentinische Team. Die mutmaßliche Bestätigung dieses Verdachts erfolgte in der Halbzeitpause: Hofer trug vor 30 Millionen Zuschauern in den Tagesthemen einen anderen Schlips. Offensichtlich hatte die “Enttarnung” als argentinischer V-Mann Wirkung gezeigt.

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ARD-aktuell

4. Juli 2014

Tagesschau im Viertelfinale

Wer eben im Ersten Programm die Tagesschau gesehen hat, war möglicherweise überrascht, dass er die Meldung zum NSA-Untersuchungsausschuss zweimal gehört hat. Tatsächlich war das im Sendeablauf nicht vorgesehen. Schließlich war es bereits die zweite Ausgabe dieser Tagesschau am heutigen Tag.  Weiterlesen

ARD-aktuell

21. Juni 2014

Eilmeldung: Westerwelle hat Leukämie

Heute Mittag erreichte uns aus dem ARD-Hauptstadtstudio die Nachricht, dass Guido Westerwelle an Leukämie erkrankt ist. Kurze Zeit später lief über die Nachrichtenagenturen die Eilmeldung von der Erkrankung des früheren Außenministers. Mein erster Impuls war: Das muss nicht in die Tagesschau. Und dann war es doch um 20 Uhr eine Meldung. Weiterlesen

tagesschau.de

20. Juni 2014

Fracking-Vorstoß im WM-Schatten?

Weltmeisterschaften sind keine gute Zeit für politische Debatten. Die halbe Republik sitzt vor dem Bildschirm und interessiert sich vor allem für die fußballerischen Dramen in Brasilien. Was an solchen Tagen in den langen Sitzungen des Bundestags debattiert wird: nachrangig. Das ist schlecht für den politischen Diskurs, einerseits. Andererseits eröffnet so ein Turnier der Regierung die Möglichkeit, heikle Gesetzesvorhaben in der Stille der Fußballübertragungen durchs Parlament zu bringen. Von dieser Möglichkeit haben wechselnde Regierungen in der Vergangenheit wiederholt Gebrauch gemacht. Weiterlesen

ARD-aktuell Chefredaktion

12. Juni 2014

Zum Tod von Frank Schirrmacher

Frank Schirrmacher hatte Prägekraft für diese Republik. Als Journalist hat er sich in Themen vertieft, der Analyse Raum verliehen und sich dann mit beachtlicher intellektueller Kraft zu Wort gemeldet. Dieses war oft richtungsgebend für eine Debatte und ein Anstoß zur Reflexion über den Tag hinaus. Wie das Internet die Kommunikation einer Gesellschaft verändert, wie die digitale Revolution das Gefüge der Kulturen durchdringt, dies hat ihn zuletzt stark beschäftigt. Als Herausgeber der FAZ widmete er diesem Thema viele Schwerpunkte, weil er überzeugt war, dass es das Zusammenleben fundamental beeinflusst. 

Schirrmacher hat sich Themen genähert, ohne den Weitblick zu verlieren. Er hat den kritischen Blick, die scharfe Analyse, die verdichtete Conclusio gewagt, wissend sich selbst deutlicher Kritik auszusetzen. Diesen Mut aufzubringen, ist Aufgabe eines Journalisten. So wie Frank Schirrmacher diese jedoch gelebt hat, hat er sich eine Vorbildfunktion im Journalismus erarbeitet. Welcher Verlust sein Tod ist, zeigt die heutige Betroffenheit so vieler Repräsentaten der Republik. Sein Tod ist eine Erschütterung des Qualitätsjournalismus, der ohne Journalisten seines Kalibers kaum Bestand hätte. Gerade in einer Zeit des stark beschleunigten, weltweiten Informationsflusses bedarf es Journalisten, die inne halten und zugleich Richtung geben. Wie er.

Auslandskorrespondenten

30. Mai 2014

Helikopterabsturz Slowjansk, Ukraine

Die Manipulation von Informationen und Bildern ist im Ukraine-Konflikt ein gängiges Muster. Als Korrespondenten sind wir um höchste Sorgfalt bemüht. Das ARD-Team prüft unter hohem Zeitdruck Quellen, ordnet ein und hat selbst Manipulationen aufgedeckt und hierüber berichtet. Trotz unseres intensiven Bemühens, ist uns nun ein Fehler unterlaufen. Das ukrainische Fernsehen hat gestern einen kurzen Ausschnitt von einem abstürzenden Helikopter gezeigt, den wir – neben authentischen Material der Nachrichtenagentur AP – als etwa zweisekündige Sequenz in Beiträge aufgenommen haben. Tatsächlich stammen die Bilder des abstürzenden Hubschraubers nicht aus Slowjansk, sondern aus Syrien, und sie sind vom vergangenen Jahr. Die Bilder wurden von anderer Seite offensichtlich gezielt manipuliert: Es wurde eine Ausschnittsvergrößerung vorgenommen, zugleich wurde ein neuer Ton unterlegt.

Die Tatsache des Abschusses selbst war zu dieser Zeit gestern unstrittig. Uns fehlte an dieser Stelle sicher das nötige Misstrauen, mit dem wir sonst an externes Bildmaterial herangehen. Dafür entschuldigen wir uns und bedauern es sehr. Die Bilder sind im Archiv und Netz inzwischen ausgetauscht worden, die Veränderung wurde kenntlich gemacht.

Unsere Beiträge haben die Geschehnisse ansonsten korrekt wiedergegeben, der Kontext ist richtig. Nach Aussage der OSZE verfügen die Separatisten im Raum Slowjansk tatsächlich über Boden-Luft-Raketen und haben mit diesen auch in der Vergangenheit erfolgreich ukrainische Hubschrauber abgeschossen.
 
Dennoch: Unser Misstrauen fremden Quellen gegenüber ist noch weiter geschärft worden. Wir danken dem User, der uns auf den tatsächlichen Ursprung des Videos hingewiesen hat!