Skip to Content

Auslandskorrespondenten

31. Oktober 2013

Parteien, die die Welt nicht braucht

Die armen Ungarn ! Da beschwert sich der Magyar-Nemzet-Korrespondent in Brüssel, dass wir nur über Rechtsextremismus berichten. Wahrscheinlich ist er zu weit weg von zu Hause. Denn seit heute gibt es schon wieder eine neue Rechtsaußen-Partei, die keiner braucht: “Ungarische Morgenröte”. Vorbild, der Name sagt es schon: Die griechische Neonazi-Partei gleichen Namens, die Mörder und Schläger in ihren Reihen hat.

Einer der Gründer der ungarischen “Morgenröte” sitzt schon im Parlament – früher Jobbik-Abgeordneter, jetzt “unabhängig”. Der Chef der 10-Mann-Partei ist auch ein Ex-Jobbik-Mann, der letztes Jahr rausflog, weil er die Partei angeblich spalten wollte.

Das Gute deshalb: die “neuen” Radikalen wenden sich auf Ihrer Internet-Seite vor allem gegen die alten Kumpels von Jobbik.

www.magyarhajnal.com

Das Parteilogo soll wohl entfernt an eine Svastika erinnern, man kann es aber auch mit einem Lüftungspropeller oder einem Bumerang verwechseln.

In diesem Sinne

Auslandskorrespondenten

30. Oktober 2013

Hungaricum

„Listen Shitheads“, so beginnt ein Brief des Brüsseler Korrespondenten der regierungsnahen ungarischen Tageszeitung „Magyar Nemzet“ an die Kollegen der Auslandspresse in Ungarn. István Lovas zieht darin so richtig vom Leder. Die ausländischen Korrespondenten in Ungarn hätten die „gigantischen Skandale der Sozialisten“ vergessen zu erwähnen.

Lovas bezieht sich aktuell auf den Streit um ein angeblich gefälschtes Video, das Stimmenkauf im südungarischen Baja zugunsten der Regierungspartei Fidesz zeigen soll (Cathrin Kahlweit berichtete in der „Süddeutschen Zeitung“ darüber). Derzeit wird geklärt, ob die Sozialisten nicht vielleicht die Auftraggeber des Videos waren. Die Wochenzeitung „HVG“ räumte ein, „voreilig“ gehandelt zu haben, als sie die Story als “klaren Beweis für den Wahlbetrug des Fidesz” veröffentlichte, Chefredakteur Gábor Gavra nahm seinen Hut.

Der „Magyar-Nemzet-Korrespondent“ kommt jedenfalls in seinem Brief zu dem Schluss: Sicher werde die ausländische Journaille schon bald wieder „Dutzende Artikel über Antisemitismus schreiben und das Verschwimmen von Regierungspartei und Rechtsextremen“. Es folgt noch ein Gruß an die „Arschlöcher“ und die Empfehlung: „Fresst Scheiße, um  Eure Ernährung umzustellen, die Euch von Euren Verlegern verordnet wurde“. Der Brief ist kein Fake. Er ist echt. Lovas hat gegenüber HIPA, dem ungarischen Verband der Auslandspresse bestätigt, ihn genau so geschrieben zu haben.

Wie verzweifelt muss man eigentlich sein, um auf diesem Niveau zu kommunizieren ?

Jedenfalls hat sich Lovas mit diesem Brief keinen Gefallen getan: Auf der Internet-Seite des Investigativ-Portals átlátszó.hu hagelte es hämische Kommentare. Einer fragt, warum Lovas eigentlich im Ausland studiert hat. Diese Sprache hätte er auch zu Hause lernen können. Einer macht darauf aufmerksam, dass sich “gerade wieder eine Nazi-Partei gründet”. (Ehemalige Mitglieder der rechtsextremen Partei “Jobbik”, die im ungarischen Parlament ist, wollen dem Vorbild der griechischen “Morgenröte” folgen.)

Auf Átlátszó.hu ist der Originalbrief von Lovas veröffentlicht:

http://atlatszo.blog.hu/2013/10/29/egyetek_szart_seggfejek_lovas_istvan_a_kulfoldi_tudositoknak

BBC-Reporter Nick Thorpe, den Lovas als lobendes Gegenbeispiel erwähnt, wehrt sich gegen die Lovas-Lorbeeren in der linken Tageszeitung “Népszava”: “Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde”. Mit den ausländischen Korrespondenten-Kollegen in Ungarn erklärte sich Thorpe “solidarisch”.

Danke.

 

Medien

23. Oktober 2013

Realität schlägt Satire: Flaschenpfand soll sich wieder lohnen

Das Satiremagazin „Der Postillon“ hat gemeldet, die neue Große Koalition wolle als eine der ersten Maßnahmen das Flaschenpfand erhöhen. “Wenn Menschen, die ihr Leben lang ehrlich gearbeitet haben, im Alter von ihrer Rente nicht mehr leben können, bleibt ihnen das Wühlen im Müll oft als einzige würdevolle Alternative zum Betteln”, erklärte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ihre Pläne zur Pfanderhöhung, schrieb das Satire-Magazin. Die Erhöhung sei wahrscheinlich, da die SPD bereits ihre Zustimmung signalisiert habe, so „Der Postillon“ weiter. Im Netz sorgte die Satire für viel Heiterkeit. Der sozialdemokratische Geist sei bereits in der Großen Koalition zu spüren, spotteten Nutzer.

„Der Postillon“ hat eine große Fan-Gemeinde, das Magazin schafft es immer wieder, wirklich politische Satire zu schreiben. Es werden nicht einfach tollpatschige Politiker verulkt, sondern gekonnt aktuelle Debatten karikiert.

Doch in diesem Fall musste gar nichts mehr karikiert werden. Weiterlesen

ARD-aktuell Chefredaktion

18. Oktober 2013

Ingo geht, Pinar kommt!

Jetzt ist es raus. Im Februar 2014 wird es im Moderatorenteam der tagesthemen einen Wechsel geben. Ingo Zamperoni geht nach Washington, um von dort als Korrespondent für uns zu berichten. Wir freuen uns sehr mit ihm! Für ihn wird Pinar Atalay ins Team rücken und die beiden Moderatoren Caren Miosga und Thomas Roth vertreten. Eine wunderbare Bereicherung für unser Team! Weiterlesen

ARD-aktuell

1. Oktober 2013

Tagesthemen – Early bird vor Mitternacht

Es war am Persischen Golf. Mit einem philippinischen Kutter waren wir draußen auf dem Meer und beobachteten amerikanische Kriegsschiffe während des sogenannten “Tankerkriegs” Iran gegen Irak. Das hatte niemand sonst gefilmt. Zurück im Hafen von Dubai hatten wir tolles Material. Aber keinen Satellit, mit dem wir es hätten überspielen können. Also alles umsonst? Nein. Denn die Tagesthemen Redaktion telefonierte weltweit alle großen Networks durch. Nichts ging.  Am Ende aber transportierte unseren TT Beitrag ein “early bird” des amerikanischen Senders ABC nach Hamburg. Wie das geklappt hat? – Ein cleverer TT Redakteur kannte Leute in der ABC Zentrale in New York und bat um Hilfe. Professionelle Arbeit und viel Leidenschaft. So kenne ich TT seit vielen Jahren. Lange bevor ich es selbst moderieren durfte. All jene, die die Zuschauer nicht kennen, ohne die aber Tag für Tag nichts geht – die haben ganz besonders einen Preis verdient. Finde ich. Zum Beispiel den Deutschen Fernsehpreis. Für die Tagesthemen. Das wär´s. Und wie wär s mit ihrer Stimme ? – Danke!!

ARD-aktuell

30. September 2013

Wir machen uns gemein …

“Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er Distanz zum Gegenstand seiner Betrachtung hält; dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er immer dabei ist, aber nie dazugehört.” So lautet der berühmte Satz eines unserer Vorgänger auf dem Stuhl der Tagesthemen, Hanns Joachim Friedrichs. Und nach dieser Maxime gehen wir jeden Tag aufs Neue unsere Arbeit an, um Ihnen, unseren Zuschauern, Orientierung in einer immer unübersichtlicheren Welt zu bieten. Doch nun ist ein Fall eingetreten, in dem sicherlich auch Hajo Friedrichs von dieser seiner Maxime abgewichen wäre. Wir machen uns gemein mit einer Sache… unserer eigenen!

ARD-aktuell Chefredaktion

27. September 2013

Fernsehpreis mal anders

Man sagt uns immer nach, wir seien humorlos. Ich muss leider sagen: Das stimmt. Bei Nachrichten sind wir komplett humorlos. Entertainment können andere besser. Mit dieser Haltung für einen Publikumspreis nominiert zu sein, ist ein starkes Stück. Die Reaktion von Caren Miosga? Humorlos und trocken. Wir können nicht anders. MAZ ab.

ARD-aktuell Chefredaktion

24. September 2013

Deutscher Fernsehpreis

In einer Woche wird der Deutsche Fernsehpreis vergeben. Wir fühlen uns sehr geehrt, denn wir sind nominiert für den Zuschauerpreis. Noch bis nächste Woche kann man abstimmen unter diesem Link. Dass wir als nüchternes Nachrichtenmagazin zu diesen Ehren kommen freut uns ungemein. Denn wenn wir uns einer Sache gewiss sind, dann dieser: Wir sind keine Entertainer. Wir machen Journalismus.  Und fühlen uns sehr wohl dabei. Weiterlesen

ARD-Hauptstadtstudio

22. September 2013

Merkel im Takt

“In wenigen Minuten kommt die alte und neue Kanzlerin” brüllt es plötzlich im Adenauer-Haus durch die Lautsprecher, als die TV-Sendung “Berliner Runde”, live auf zig Bildschirme in jedem Stockwerk übertragen, gerade zu Ende ist. Zwanzig Minuten müssen die CDU-Mitarbeiter und -Gäste dann doch Weiterlesen

ARD-Hauptstadtstudio

22. September 2013

Zwei Tendenzen bei der AfD

Die Schwankungen bei der Partei in den Hochrechnungen sind ja seit 18 Uhr minimal. Gerade eben um 21 Uhr haben wir sie zum ersten Mal nicht bei 4,9 sondern bei 4,8 Prozent gezeigt. Auch, wenn man das anders vermuten könnte: Das ist keine künstliche Stabilisierung durch unsere Hochrechner, sondern die erste echte leichte Verschiebung im Laufe des Abends. Weiterlesen