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ARD-Hauptstadtstudio

15. Oktober 2017

Knappe Ergebnisse in Niedersachsen

Die niedersächsischen Parteien kokettieren ja ganz gerne damit, dass es in Hannover lange Wahlabende und knappe Ergebnisse gibt. Das hat nachvollziehbare Gründe. Zum einen hat sich in Niedersachsen länger als in fast allen Bundesländern die klassische Struktur der großen Volksparteien erhalten. SPD und CDU sind strukturell beide noch in der Lage, Ergebnisse deutlich über 30 Prozent zu erzielen, denn das Land hat zum einen eine intakte Industriestruktur, vor allem in der erfolgreichen Automobilindustrie, und zum anderen stark landwirtschaftlich geprägte Regionen. So hat jedes Lager seine Hochburgen, und der Wahlkampf 2017 war nicht das erste Kopf-an-Kopf-Rennen der SPD und CDU.

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ARD-Hauptstadtstudio

15. Oktober 2017

Stephan Weil: Nicht aufregend, aber offenbar verlässlich

Vor knapp fünf Jahren war Stephan Weil ein blasser Kandidat gegen den strahlenden Ministerpräsidenten David McAllister. Das hat sich nun deutlich geändert. Seinen Kandidatenfaktor hat er gegenüber der letzten Wahl von 19 auf 31 Punkte steigern können. Der Kandidatenfaktor bezeichnet den Anteil der Wählerinnen und Wähler einer Partei, die bei unseren Befragungen angeben, hauptsächlich wegen des Kandidaten ihre Wahlentscheidung getroffen zu haben. 2013 war Stephan Weil gegenüber David McAllister der unbekanntere und in fast allen Kategorien unterlegene Kandidat. Heute gilt er gegenüber seinem Herausforderer Bernd Althusmann als glaubwürdiger, führungsstärker , bürgernäher und – was für einen SPD-Kandidaten ungewöhnlich ist – sogar als wirtschaftkompetenter. Mit 34 zu 30 Prozentpunkten hat er in dieser Kategorie einen knappen Vorsprung, aber der zeigt: Der Versuch, seine Aufsichtsratsarbeit bei Volkswagen anzugreifen, ist der CDU nicht gelungen. Diese Angriffe gingen ins Leere. Auch ein anderer Pfeil der niedersächsischen CDU hat nicht ins Schwarze getroffen, nämlich der Versuch, mit dem Unterrichtsausfall an den Schulen zu punkten. In Nordrhein- Westfalen hatte das noch erheblich zum Regierungswechsel beigetragen. Jetzt aber hat der Angreifer Bernd Althusmann einen entscheidenden Nachteil: Er war selbst im CDU-geführten Kabinett bis 2013 Kultusminster. 67 Prozent der Wählerinnen und Wähler meinen, das sei das gemeinsame Problem aller bisherigen Regierungen. Einen sichtbaren Kompetenzvorsprung hat die CDU allein auf dem Feld der Kriminalitäts- und Verbrechensbekämpfung aufbauen können. Hier trauen der CDU mit 44 Prozent deutlich mehr Befragte etwas zu als der SPD mit 29 Prozent.

ARD-Hauptstadtstudio

15. Oktober 2017

Niedersachsen: SPD durchbricht Abwärtstrend

Für die Union setzt sich der Abwärtstrend fort. Nach dem Absturz bei der Bundestagswahl kommt die CDU in Niedersachsen nun erneut auf ein historisch schlechtes Ergebnis. Zuletzt war der Stimmanteil 1959 mit damals 30,8 Prozent geringer. Die SPD hingegen hat den Abwärtstrend durchbrochen. So richtig ungetrübte Freude an einem Wahlabend hatte sie zuletzt vor fast fünf Jahren genau hier, in Hannover. Damals wurde die SPD zwar nicht stärkste Partei, hatte aber trotzdem mit starken Grünen den Regierungswechsel geschafft. Heute nun wird sie zum ersten Mal seit 1998 wieder stärkste Partei in Niedersachsen, dafür ist jetzt noch ziemlich offen, zu welcher politischen Konstellation das am Ende führt. Und noch eine Botschaft gibt es von diesem Wahlsonntag: Für die AfD wachsen die Bäume nicht in den Himmel.

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ARD-aktuell

20. September 2017

@tagesthemen – Neues vom TT-Twitter-Account

Vielleicht ist es Ihnen schon mal aufgefallen, dass ARD-aktuell zwei verschiedene Twitter-Accounts hat: Einmal natürlich unter unserem Markennamen „tagesschau“, aber auch einen Account für die „tagesthemen“. Diese Zweiteilung leitet sich ab aus der Fernsehwelt, und lange Zeit haben wir diese Parallelwelt durchgehalten. Während wir unter „tagesthemen“ rund 236.000 Follower haben, folgen der „tagesschau“ etwa zehn Mal so viele Menschen. Deshalb hatten wir uns schon fast entschlossen, den TT-Account einzustellen, haben es uns dann aber anders überlegt. Weiterlesen

ARD-aktuell

3. Mai 2017

Ein Monat Faktenfinder bei der Tagesschau

Vor genau einem Monat, am 3. April, hat ein neues Team bei ARD-aktuell seine Arbeit aufgenommen: die „Faktenfinder“. Hört sich an wie Pfadfinder, und tatsächlich versuchen diese Leute jeden Tag (mindestens) eine gute (journalistische) Tat zu vollbringen. Mit diesem Team reagieren wir auf das Phänomen, über das derzeit so viel gesprochen wird, Fake News. Nach vier Wochen ist es für eine Bilanz zwar noch zu früh, aber vielleicht Gelegenheit Ihnen ein bisschen über die Arbeit der Faktenfinder zu erzählen. Weiterlesen

ARD-aktuell

26. März 2017

Der Schulz-Effekt

Geradezu euphorisch ist die SPD in den ersten Landtagswahlen des Jahres gegangen. Schließlich hat sie seit Nominierung ihres Spitzenkandidaten Martin Schulz im ARD-Deutschlandtrend in anderen vergleichbaren Umfragen satte zwölf Punkte zugelegt. Warum sollte sich das nicht auch in einen landespolitischen Erfolg im Saarland ummünzen lassen? Weiterlesen

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15. Dezember 2016

Unsere Berichterstattung zum Thema Abschiebung

Heute nimmt das Thema Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern wie schon gestern einen breiten Raum in der Tagesschau ein. In unseren Kommentarspalten und an den Zuschriften merken wir, wie sehr dieses Thema polarisiert. Und immer wieder zwingt uns das Thema Abschiebung von Flüchtlingen zur Selbstreflexion, ob wir unseren eigenen Ansprüchen auf eine unvoreingenommene Berichterstattung gerecht werden. Als ich mir vornahm, heute dazu etwas im Tagesschau-Blog zu veröffentlichen, fiel mir das Manuskript meines Blogeintrags zu diesem Thema aus dem letzten Jahr in die Hände. Es ist ein Text, der noch vor dem Höhepunkt des Zustroms von Flüchtlingen und dem legendären Merkel-Satz entstanden ist. Und das, was ich am 24. August 2015 zum Thema Abschiebung geschrieben habe, gilt heute noch genauso. Halten Sie mich bitte nicht für schreibfaul, aber an dieser Stelle veröffentliche ich denselben (nur um einen Absatz gekürzten) Text noch einmal, weil er für unsere Haltung beim Thema Flüchtlinge und Abschiebung auch heute noch steht. Weiterlesen

ARD-aktuell

6. Dezember 2016

Die Tagesschau und der mutmaßliche Vergewaltiger

In den vergangenen Tagen gab es eine intensive Diskussion über die Frage, ob die Tagesschau über die Festnahme eines Tatverdächtigen in Freiburg hätte berichten sollen. Wir hatten uns dagegen entschieden. Meine Begründung lässt sich vereinfacht auf zwei Fragen reduzieren: Sollen wir über jeden Mordfall in der Tagesschau berichten? Ist eher eine rhetorische Frage – natürlich nicht. Aber wenn wir das nicht tun, lautet die zweite Frage: Sollen wir also nur berichten, wenn der Tatverdächtige ein Flüchtling ist? Diese Fragen bekommen heute eine neue Aktualität, denn in Bochum wurde ein irakischer Asylbewerber verhaftet, der zwei Frauen vergewaltigt haben soll. Weiterlesen

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4. Dezember 2016

Der Mordfall von Freiburg

Viele Menschen diskutieren gerade intensiv die Frage, ob die Tagesschau um 20 Uhr am Samstag über die Festnahme eines Tatverdächtigen in Freiburg hätte berichten sollen. In sozialen Netzwerken und in manchen Medien kritisieren Kommentatoren unseren Kurs, nicht über den Mordfall von Freiburg zu berichten. Deshalb nehme ich hier persönlich noch einmal Stellung. Mir fällt es unendlich schwer, jetzt quasi technokratisch zu erklären, nach welchen Nachrichtenkriterien wir diesen Fall bewertet haben. Denn es geht um ein Menschenleben. Was müssen die Eltern, Angehörigen und Freunde des Opfers denken, wenn wir durchdeklinieren, warum es der Tod ihrer Tochter nicht in die Tagesschau geschafft hat. Aber es ist ein wichtiges journalistisches Thema. Deshalb will ich es versuchen. Weiterlesen

ARD-aktuell

9. November 2016

Trump: Für die Überraschung gibt es Gründe

Es zeichnet sich klar ab, wie diese unerwartete Wende zustande gekommen ist. Donald Trump hat vor allem im mittleren Westen, aber auch in anderen Bundesstaaten sehr viel stärker bei Männern ohne College-Abschluss gepunktet als erwartet und von den Demoskopen bei ihren Berechnungen unterstellt. Hillary Clinton hat es umgekehrt nicht geschafft das Potential der Minderheitenwähler auszuschöpfen. Sowohl bei den Schwarzen als auch bei den Hispanics bleibt sie deutlich hinter den Werten zurück, die Barack Obama vor vier Jahren erreicht hat. Bei den Hispanics kommt Clinton laut Wahltagsbefragung nur auf 65 Prozent, Obama erreichte 2012 71. Bei den Schwarzen erreicht sie 88 Prozent, Obama lag weit über 90. All ihre Versuche in Staaten wie Florida gerade diese Gruppen in den letzten Tagen zur Wahl zu motivieren, sind offenbar gescheitert. Weiterlesen