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ARD-aktuell

17. November 2014

Putin einsam oder nicht einsam?

Die Berichterestattung deutscher Medien über den Ukraine-Konflikt ist ja seit Monaten Diskussionsthema in Print-, Online-, TV- und Hörfunkredaktionen. Fast hatte ich schon die Sorge, dass die ARD mit dem Putin-Interview von gestern in den Verdacht geraten könnte, Russland-Versteher zu sein. Da stellt Stefan Niggemeier unser Weltbild wieder vom Kopf auf die Füße. Wir sind und bleiben die heimlichen Unterstützer der NATO, die täuschen, fälschen und verdrehen.  Weiterlesen

ARD-aktuell

1. Oktober 2014

Noch einmal: Ukraine-Berichterstattung

Vorgestern hatte ich von unserer internen Diskussion über die Ukraine-Berichterstattung erzählt. Dabei haben wir einen selbstkritischen Blick auf unsere Arbeit geworfen, aber zugleich war mir wichtig, dass wir keinen schweren sachlichen Fehler begangen haben. Und nun stellt sich heraus, dass wir vor fünf Monaten doch einmal gravierend danebengelegen haben. Weiterlesen

ARD-aktuell

29. September 2014

Zwischenbilanz: Der Ukraine-Konflikt in der Tagesschau

Der Ukraine-Konflikt ist längst nicht beigelegt. Aber der Krieg in Syrien und Irak sowie die Bombardements gegen den “Islamischen Staat” haben dem osteuropäischen Konfliktherd in den Nachrichten wieder den Rang abgelaufen. Der Pulverdampf über der Ukraine hat sich erst einmal verzogen. Und allmählich auch der Pulverdampf der emotionsgeladenen Diskussion über die Ukraine-Berichterstattung. Für unsere Redaktion heute Gelegenheit für eine Zwischenbilanz. Weiterlesen

ARD-aktuell

27. August 2014

Tagesschau macht Personen unkenntlich

In den vergangenen Tagen hatten wir mehrfach Fälle, bei denen wir Personen in Videos unkenntlich gemacht haben. So zum Beispiel den US-Journalisten Foley, der von einem IS-Kämpfer getötet wurde, aber auch gefangene Soldaten, die in Donezk präsentiert wurden. Danach haben uns Nutzer mehrfach gefragt, warum wir das eigentlich tun. Lassen Sie mich vier Fälle kurz erklären. Weiterlesen

ARD-aktuell

14. Juli 2014

Ist Jan Hofer Argentinier?

Nach der Tagesschau entbrannte am Sonntagabend eine Diskussion über die Krawatte von Jan Hofer. Hofer trug weißes Hemd mit hellblauer Krawatte und schwupps wähnte so mancher Zuschauer eine weiß-blau-weiße Sympathiebekundung für das argentinische Team. Die mutmaßliche Bestätigung dieses Verdachts erfolgte in der Halbzeitpause: Hofer trug vor 30 Millionen Zuschauern in den Tagesthemen einen anderen Schlips. Offensichtlich hatte die “Enttarnung” als argentinischer V-Mann Wirkung gezeigt.

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ARD-aktuell

4. Juli 2014

Tagesschau im Viertelfinale

Wer eben im Ersten Programm die Tagesschau gesehen hat, war möglicherweise überrascht, dass er die Meldung zum NSA-Untersuchungsausschuss zweimal gehört hat. Tatsächlich war das im Sendeablauf nicht vorgesehen. Schließlich war es bereits die zweite Ausgabe dieser Tagesschau am heutigen Tag.  Weiterlesen

ARD-aktuell

21. Juni 2014

Eilmeldung: Westerwelle hat Leukämie

Heute Mittag erreichte uns aus dem ARD-Hauptstadtstudio die Nachricht, dass Guido Westerwelle an Leukämie erkrankt ist. Kurze Zeit später lief über die Nachrichtenagenturen die Eilmeldung von der Erkrankung des früheren Außenministers. Mein erster Impuls war: Das muss nicht in die Tagesschau. Und dann war es doch um 20 Uhr eine Meldung. Weiterlesen

ARD-aktuell Chefredaktion

12. Juni 2014

Zum Tod von Frank Schirrmacher

Frank Schirrmacher hatte Prägekraft für diese Republik. Als Journalist hat er sich in Themen vertieft, der Analyse Raum verliehen und sich dann mit beachtlicher intellektueller Kraft zu Wort gemeldet. Dieses war oft richtungsgebend für eine Debatte und ein Anstoß zur Reflexion über den Tag hinaus. Wie das Internet die Kommunikation einer Gesellschaft verändert, wie die digitale Revolution das Gefüge der Kulturen durchdringt, dies hat ihn zuletzt stark beschäftigt. Als Herausgeber der FAZ widmete er diesem Thema viele Schwerpunkte, weil er überzeugt war, dass es das Zusammenleben fundamental beeinflusst. 

Schirrmacher hat sich Themen genähert, ohne den Weitblick zu verlieren. Er hat den kritischen Blick, die scharfe Analyse, die verdichtete Conclusio gewagt, wissend sich selbst deutlicher Kritik auszusetzen. Diesen Mut aufzubringen, ist Aufgabe eines Journalisten. So wie Frank Schirrmacher diese jedoch gelebt hat, hat er sich eine Vorbildfunktion im Journalismus erarbeitet. Welcher Verlust sein Tod ist, zeigt die heutige Betroffenheit so vieler Repräsentaten der Republik. Sein Tod ist eine Erschütterung des Qualitätsjournalismus, der ohne Journalisten seines Kalibers kaum Bestand hätte. Gerade in einer Zeit des stark beschleunigten, weltweiten Informationsflusses bedarf es Journalisten, die inne halten und zugleich Richtung geben. Wie er.

ARD-aktuell

26. Mai 2014

Andrei Mironow stirbt durch Mörserbeschuss

Der militärische Konflikt im Osten der Ukraine ist täglich Teil unserer Berichterstattung. Unsere Korrespondenten leisten wertvolle Aufklärungsarbeit in einem sehr gefährlichen Umfeld. Dies ist am Wochenende noch deutlicher geworden: Der italienische Journalist Andrea Ronchelli starb am Samstag nahe der Rebellenhochburg Slawjansk durch Mörserbeschuss. Neben ihm wurde auch ein “Übersetzer” getötet, verbreiteten die Agenturen. Er heißt Andrei Mironow und hat wertvolle Arbeit auch für die ARD geleistet. WDR-Chefredakteurin Sonia Mikich, die mit ihm zusammengearbeitet hat, hat uns mit folgenden Zeilen informiert:

Die Gewalt in der Ukraine ist soeben bei mir persönlich angekommen. Einer meiner besten Kontakte während des Tschetschenienkrieges, Andrei Mironow starb gemeinsam mit dem italienischen Fotografen Andrea Ronchelli in der Ostukraine. Sein Tod ging etwas unter, vielleicht, weil er ‘nur’ der Übersetzer war. Aber Andrei war durch und durch politischer Kopf und analytischer Journalist. Dazu Menschenrechtler der ersten Stunde. Er saß als Dissident im sowjetischen Lager und half später uns westlichen Journalisten, das neue Russland zu verstehen. Die Tagesschau, Tagesthemen, der Weltspiegel – sie verdanken dem Mann im Hintergrund gute Themen und gute Einordnung. Er war anständig, gebildet, unendlich hilfsbereit. Ich mochte seinen Mut und Scharfsinn. Ich bin traurig, wütend.”

Wir trauern mit ihr!