20. Juli 2010, 18:58 Uhr - von Jörg Sadrozinski
Depublizieren ist ein Begriff, den es nicht gibt. In keinem Duden findet sich dieses Wort und trotzdem haben wir in den vergangenen Monaten und Wochen häufig darüber gesprochen. Depublizieren bezeichnet das “Offline stellen” von Internetinhalten. Unter anderem von Inhalten, die künftig nicht mehr über tagesschau.de verfügbar sind - obwohl sie von Ihnen bezahlt wurden. Warum Sie künftig auf tagesschau.de (und bei anderen öffentlich-rechtlichen Angeboten) möglicherweise nicht mehr das finden, was Sie suchen, haben wir Ihnen hier erklärt. Viele Nutzer sind empört, dass Inhalte, die mit ihren Rundfunkgebühren erstellt und veröffentlicht wurden, ab dem 1.September 2010 nicht mehr verfügbar sein werden. Aber auch Inhalte und Sendungen, die erst noch produziert werden, verschwinden nach Ablauf einer so genannten Verweildauer. Bei tagesschau.de werden wir künftig Meldungen nach zwölf Monaten, Sendungen (mit Ausnahme der 20-Uhr-Ausgabe und der Tagesthemen) bereits nach sieben Tagen depublizieren.
Einige Nutzer haben gefragt, ob die Beiträge komplett gelöscht würden. Das ist nicht der Fall - die Inhalte verbleiben in unserer Datenbank, werden aber nicht mehr über unsere Webserver ausgespielt. Die Meldungen dürfen wieder “leben”, wenn ein Ereignis eintritt, das eine erneute Berichterstattung rechtfertigt.
“Websites must live forever” - das Ideal eines unbegrenzten und stetig wachsenden Wissens- und Informationsspeichers im Internet wird durch diese gesetzlichen Regelungen ad absurdum geführt. Deshalb empfehlen einige Nutzer, die derzeit verfügbaren Inhalte zu sichern und auf anderen Servern zur Verfügung zu stellen. Es könnte also sein, dass Inhalte von tagesschau.de künftig länger an anderen Stellen im Netz zu finden sind.
Wieder andere Nutzer sind der Meinung, dass Petitionen an die Landtage zur Änderung des Rundfunkstaatsvertrages der richtige Weg sei, um das absurde Verfahren zu stoppen. Denn absurd finden selbst einige unserer Kollegen, dass mit Rundfunkgebühren zunächst etwas geschaffen wird, das nach wenigen Tagen (oder Monaten) wieder - mit Gebührengeldern - vernichtet wird.
Heute nun haben sich die Vorsitzenden unserer Rundfunkräte in Berlin getroffen, um über die verschiedenen Drei-Stufen-Tests zu informieren und Bilanz zu ziehen. Viel Zeit, viel Geld haben diese Verfahren und Gutachten gekostet. Und Sie fragen sich bestimmt auch: wozu das Ganze?
Eine ausgewogene, objektive und moderat-öffentlich-rechtliche Antwort zu finden, fällt mir schwer. Im Interessenausgleich zwischen privatwirtschaftlichen und öffentlich-rechtlichen Medien hat die Politik ein bürokratisches Verfahren geschaffen, zu dem mir nur eines einfällt: Depublizieren. Sofort!
Nachtrag: einige Fragen der Nutzer habe ich am 20. und 21.7. bei EinsExtraAktuell beantwortet:
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video741396.html
http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video742280.html
blog tagesschau.de - hinter den Nachrichten.
Jörg Sadrozinski |
20.07.2010 18:58 Uhr
Kategorie: ARD-aktuell Chefredaktion, tagesschau.de
Schlagwörter: Depublizieren, Drei-Stufen-Test, Rundfunkstaatsvertrag
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Am 20. Juli 2010 um 19:19 Uhr
Wäre es möglich die von den Öffentlich-Rechtlichen produzierten Inhalte unter einer Lizenz zu veröffentlichen, die es erlaubt diese unbegrenzt weiter zu verbreiten und weiter zu bearbeiten (zum Beispiel eine Creative Commons Lizenz)?
Das würde zum einen dem zugrunde liegenden Gedanken entsprechen für alle Menschen frei zugänglich und zum Gemeinwohl zu produzieren und zum anderen ermöglichen die Beiträge legal extern online und frei zugänglich zu archivieren.
Das ist zwar noch nicht die Ideallösung, wäre aber eine Verbesserung im Status quo.
Am 20. Juli 2010 um 19:58 Uhr
“Bei tagesschau.de werden wir künftig Meldungen nach zwölf Monaten, Sendungen (mit Ausnahme der 20-Uhr-Ausgabe und der Tagesthemen) bereits nach sieben Tagen depublizieren.”
Gilt diese Ausnahme auch für das Nachtmagazin??
Am 20. Juli 2010 um 20:25 Uhr
Also wenn sich die Ö-R Sender über eine Zwangsgebühr finanzieren dürfen und dann noch ihr Budget mit Werbung aufbessern, dann kann es ARD und Co. doch gar nicht so schlecht gehen.
Was für die GEZ als Gegenleistung kommt, ist gerade im Bereich der Nachrichten immer wieder boulevardlastig und nähert sich dem Niveau der Privatsender an.
Am 20. Juli 2010 um 21:20 Uhr
Gegen diesen lächerlichen Beschluss, der das Offline stellen von tagesschau.de Inhalten fordert, hilft meiner Meinung nach nur eins: ziviler Ungehorsam. Lassen sie die Inhalte einfach im Netz. Am besten irgendwo, wo keiner so schnell rankommt. Beratung vom CCC gibts bestimmt gratis. Erst wenn die Sache eskaliert, kommt größere Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Und wenn die erstmal diesen Unsinn richtig verstanden hat, wird Unterstützung nicht lange auf sich warten lassen und der politische Druck wird zusammenbrechen.
Nicht dass Sie mich falsch verstehen, ich will damit nicht sagen, dass alles was auf tagesschau.de publiziert wird auch tatsächlich erhaltenswert wäre - aber so gehts nicht.
Am 20. Juli 2010 um 21:22 Uhr
Den Frust über die Löschaktion teile ich. Aber macht das dieses Thema relevant für die 20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau? Die Löschung an sich ist schließlich keine Neuigkeit mehr. Meldungen à la „Die ARD segnet die Internetinhalte der ARD ab“ sind doch Nabelschau par excellence. – Würde sich spiegel.de entscheiden, sein Archiv zu löschen, gäbe es auch keine Meldung in der Tagesschau.
Am 20. Juli 2010 um 21:36 Uhr
Man sollte überlegen, ob nicht Inhalte, die nach 7 tagen gelöscht werden, von Anfang an nicht mit Gebührengeldern finanziert werden sollten.
Am 20. Juli 2010 um 21:48 Uhr
Diese absurde Regelung ist ein Kniefall vor der Content-Mafia. Erreicht haben sie damit bei mir nur eines: Die Wahrscheinlichkeit, dass ich den traditionellen Verlagen jemals wieder Geld in Form eines irgendwie gearteten Abonnements zukommen lassen werde, geht hart gegen Null.
(Nicht, dass diese bisher sehr groß gewesen wäre, aber dies lag hauptsächlich an mangelndem Interesse an den angebotenen Inhalten, weniger an prinzipiellen Gründen.)
Des weiteren dürfen sich die verantwortlichen Politiker und Parteien darüber “freuen”, meine Stimme an der Wahlurne bis auf Weiteres los zu sein.
Last but not least werde ich wohl meinen tatsächlich nicht vorhandenen, aber bisher freiwillig an die GEZ bezahlten, Fernseher zugunsten eines Radio bzw. eines Internet-PC abmelden.
Die so gesparten Gebührengelder kann man dann sinnvoll und zielgenau an Blogger verteilen (z.B. übr flattr oder anderweitig spenden (z.B. Wikileaks).
Am 20. Juli 2010 um 21:49 Uhr
Die Idee, Inhalte unter Creative Commons zur Verfügung zu stellen, finde ich toll. Allerdings ist vermutlich auch ARD-aktuell an Lizenzen gebunden, wenn es Inhalte wie Texte, Bilder o. ä. von externen Quellen erwirbt. Möglich wäre das also nur für vollständig eigenerstellte Werke, oder? Ob das dann wieder die private Medenlandschaft in unangemesserener Weise benachteiligt, ist noch einmal eine ganz andere Frage. In diesem Zusammenhang danke für die Wikileaks-Anregung
Insgesamt kann man tatsächlich nur den Kopf schütteln, wie die Politik versucht, mit Protektionismus die Interessen der kränkelnden Printmedien zu schützen. Ich dachte bisher, wir leben in einer freien Marktwirtschaft? Wenn Zeitungen verschwinden, dann tun sie das halt. Das mag man mögen oder auch nicht, aber so läuft der Hase. Wenn die Nutzer im Internet nicht (im gewünschten Maße) bereit sind, für Informationen zu bezahlen, dann werden sich entsprechende Angebote nicht durchsetzen. Fertig. Das man nun versucht, das Angebot der ÖR künstlich zu beschränken, ist kurzsichtig und dumm. Zugegeben, es gibt sicher Inhalte bei ARD und ZDF, die auch gern wieder aus dem Netz verschwinden können, aber bei Nachrichten sieht das doch etwas anders aus. Schließlich ist die Informationsversorgung für Jedemann Auftrag der ÖR und dazu gehört heutzutage nun einmal das Internet mit all seinen Möglichkeiten. Die guten alten Printmedien haben das verstanden und ganze Lobbyarbeit geleistet. Glückwünsch. Schade nur, dass die Politik das noch nicht begriffen hat. Internet? Das ist doch das mit den Bildschirmen, oder? Nundenn, das wurde alles schon zu Genüge erörtert, genug gestänkert…
Am 20. Juli 2010 um 21:52 Uhr
Das mit den Creative Commons Lizenzen ist eine schwierige Sache. Man muss da ganz andere Vertraege mit allen Beteiligten machen, man kann ploetzlich nicht mehr einfach jedwede Musik in einem Beitrag verwenden, kann keine Archivbilder verwenden, usw, usw. Ich habe das in Norwegen beim staatlichen NRK mitverfolgt, die gehen in die Richtung, aber es dauert sehr lange. Zum Glueck ist man dort vorausschauend genug, dass da schon seit einer ganzen Weile dran gearbeitet wird, und so kann man die ersten Sendungen jetzt ganz ofiziell als torrents bekommen. AD und ZDF wuerden sicherlich gut daran tun, sich das mal anzuschauen und evtl. Erfahrungen auszutauschen (und Oslo ist ja auch immer eine Reise wert).
Am 20. Juli 2010 um 21:52 Uhr
Ich habe lange gesucht, aber den Grund für dieses Gesetz finde ich nirgends (abgesehen von den Serverbelastungen, die aber kein Grund für ein solches Gesetz sein können). Grenzt das Ganze nicht schon an Zensur?
Am 20. Juli 2010 um 21:53 Uhr
Ich schlage das Anlegen einer Subdomain vor, auf der diese “illegal vorhandenen” Artikel weiterleben dürfen: depubliziert.tagesschau.de
Am 20. Juli 2010 um 21:55 Uhr
Lösungsvorschlag:
Inhalte downloadbar oder als Torrent-Files bereitstellen. Die Cloud kümmert sich dann schon um die dauerhafte Verfügbarkeit.
Inhalte, die nicht (mehr) veröffentlicht sind sollten doch eigentlich ohne urheberrechtliche Konsequenzen anderweitig gespeichert und veröffentlicht werden können, oder?
Am 20. Juli 2010 um 21:56 Uhr
Ein anständiger Server, ein nettes kleines Script, und schwups — alles, was hier auftaucht, steht noch mal woanders (auch Links lassen sich mit etwas mehr Aufwand sicher anpassen). Technisch ist das also wohl machbar. Die Frage ist, ob diejenigen, die genug Geld in die Hand nehmen & das umsetzen können, nicht direkt eine Horde Anwälte im Nacken hätten …
Aber doch, CC-Lizenz wäre ein guter Anfang. Damit könnte man arbeiten.
Meint
Frosch
Am 20. Juli 2010 um 21:57 Uhr
Wenn einfach nur die Links gelöscht werden könnte man doch eine Hobby-HP aufmachen, die einfach jeden Tag alle verlinkungen zu der Tagesschau.de Datenbank aktualisiert und speichert. Die Inhalte werden ja nicht gelöscht, sondern nur aus der HP rausgenommen…
Am 20. Juli 2010 um 21:57 Uhr
@Tobias
Der SPIEGEL würde wohl aber durchaus über seine eigene Löschaktion informieren, ebenso wie es die Tagesschau für ihre Inhalte tut. Davon abgesehen wird ja von einigen Kommentatoren hier gerade die Veröffentlichung solcher Prozesse eingefordert, auch um den Unsinn solcher Aktionen aufzuzeigen - wo wäre sie besser aufgehoben als in der Tagesschau selber?
Das Problem bei diesem Thema ist, dass es auf keiner Plattform wirklich neutral kommuniziert werden kann, denn alle sind interessegeleitet: die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten lehnen die Depublizierung ab, die privaten und Zeitungsverleger fordern sie. Jedes Medium hat eine unternehmenspolitisch geleitete Meinung dazu.
Am 20. Juli 2010 um 21:58 Uhr
Schade fand ich z.B., dass die RBB-Produktion “24 Stunden Berlin” oder so ähnlich nach 7 Tagen wieder gelöscht wurde. Man hatte da ja kaum die Chance das tatsächlich am Stück zu schauen, und auch über Tage verteilt dauert es länger als 7 Tage. Hätte ich gerne zuende geschaut und auch später noch anderen empfohlen. Hatte ja durchaus dokumentarischen und zeitgeschichtlichen, allgemeinbildenden Charakter und entsprach m.E. dem Auftrag des ÖR.
Ob das aufgrund der Gesetzeslage oder aufgrund von anderen, evtl. wirtschaftlichen Entscheidungen des RBB selbst gelöscht wurde, weiß ich dabei allerdings nicht.
Am 20. Juli 2010 um 21:59 Uhr
Hallo, meine Frage wäre…..
Wer profitiert von dieser ganzen Löschaktion?
Die Politiker? Oder wir die Leser?
Ich glaube ich wohne in China oder in Russland
So fängt es an und endet wo ? Das ist erst der Anfang von der Zensur des Internets…
Sorry das Internet unterliegt ja schon seit geraumer zeit, in Deutschland der Zensur….für Die es noch nicht wissen
Ciao freies Internet
Am 20. Juli 2010 um 22:00 Uhr
Die Lösung zu dem Thema steht ja schon da (zwischen den Zeilen): Nicht-gebührenfinanzierte Mirror-Nachrichtenserver, die neu publizierte Inhalte sofort spiegeln und parallel im Netz anbieten - ohne “Verfallsdatum”. Damit wird zwar die Urheber-Site uninteressanter als die umfassendere Spiegel-Site - Aber wenn das politisch so gewollt ist…
Bleibt nur die Frage, ob das urheberrechtlich zulässig ist.
Am 20. Juli 2010 um 22:01 Uhr
So geht die Wissensgesellschaft an den Interessen der Verleger zu Grunde.
Am 20. Juli 2010 um 22:03 Uhr
Ich finde es eine Frechheit, vorallem wenn man bald GEZ-Gebühren nach Haushalten zahlen muss. Ich habe keinen Fernseher, weil ich bisher alles wichtige im Internet nachschauen konnte.
Bitte, ich will eine Petition, wer macht mit? Oder gibts schon eine?
Am 20. Juli 2010 um 22:04 Uhr
Zwei Fragen:
1) Erklären Sie doch bitte mal, welchen Sinn der Verweis auf Wikileaks* hat. Das ist kein Archiv, da gehts um Erstveröffentlichung sensiblen Materials …
2) Warum wird publiziertes Material nicht unter eine freie Lizenz (z.B. Creative Commons) gestellt? Es ist ja schön, wenn Inhalte “an anderen Stellen im Netz” auftauchen - nur müssen die netten Menschen, die sich diese Mühe machen, dazu das Urheberrecht der ARD verletzen. Sie müssen sich also strafbar machen …
Auch heute geistern ja gute Beiträge oder Sendungen der ARD bei Youtube oder via Torrent im Netz herum. Nun habt ihr mal die Gelegenheit, ganz fortschrittlich (und öffentlichkeitswirksam!) die nicht-kommerzielle Weiterverbreitung des unsinnigerweise zu löschenden Materials zu legalisieren. Bezahlt haben wir ja bereits dafür …
/T
*Aus http://wikileaks.org/wiki/WikiLeaks:About/de
Wikileaks ist ein unzensierbares Wiki für die massenhafte und nicht auf den Absender zurückzuführende Veröffentlichung und Analyse von geheimen Dokumenten (’Leaks’, ‘Leakings’, leaking = etwas ohne Autorisierung oder amtlicher Genehmigung aufdecken, trotz Bemühungen um Geheimhaltung).
Am 20. Juli 2010 um 22:05 Uhr
Schlimm ist vor allem, daß man keine Links mehr auf diese Seiten setzen kann, da man nicht weiß, wielange die Seiten noch online sind. Linksammlungen zu politischen Themen, Blogs und Foren werden in Zukunft ohne ARD und ZDF auskommen müssen.
Am 20. Juli 2010 um 22:08 Uhr
Das ganze ist der Einfluss der privaten Medien, die diese Richtlinien durchgesetzt haben, da sie Angst davor haben, aufgrund sinkender Druckzahlen und sinkender Werbeeinahmen Einnahmeverluste zu erleiden. Da wird ein (vermeintliches) Gratis-Angebot wie tagesschau.de als unfaire Konkurrenz gesehen. Das Problem ist dabei sehr viel tiefer gehend: Die meiste Werbung ist schlichtweg irrelevant. Was interessiert mich die Werbung für den neuen Horch A9, wenn ich ihn mir als Student eh nicht leisten kann? Was interessieren mich die Stellenanzeigen der Firma Wernher, welche CEOs für Geschäftsbereiche suchen? Warum soll ich irgendwelche Partnervermittlungsseiten anklicken, wenn ich momentan nicht auf eine Partnerschaft aus bin? Und dann kommen diese irrelevanten Werbungen nicht einmal, sondern tage- bis wochenlang die selben. Es ist erwiesen, dass mehr als die Hälfte der Leser dieser Online-Medien Schüler und Studenten sind. Wieso machen also die Herrschaften Privatanbieter nicht mal relevante Werbung?
Natürlich ist es einfach, die Konkurrenz durch öffentlich-rechtliche Anbieter anzuprangern. Es ist die berühmte Sache mit dem Anprangern des scheinbar naheliegenden (siehe Killerspiele Amokläufe). Doch erst, wenn die letzte Sendung aus dem Netz ist, die letzte Seite irgendwo im Datennirvana verschwunden ist und die letzte “freie” Konkurrenz der Vergangenheit angehört, werden die kommerziellen Anbieter bemerken, dass irrelevante Werbung nicht angeklickt wird…
Am 20. Juli 2010 um 22:10 Uhr
Wieviel Unsinn wird von unseren Politikern noch produziert ?
Man sollte sich nicht wundern daß immer mehr Politikverdrossenheit in unserer Republik gesteigert wird.
Wir reden von Einsparung ? Wieviel kostet diese Kommision zur Erarbeitung der Regelung, wieviel kostet der Instanzenweg zur Beschlussfassung, u.s.w. ?
Man sollte doch über Aufwand und Nutzen mehr nachdenken.
Am 20. Juli 2010 um 22:11 Uhr
Was da mit den Rundfunkgebühren für ein Schindluder getrieben wird, ist echt der Wahnsinn. Solange die Herrschaften nicht wieder zu einer sinnvollen Regelung zurückgefunden haben, sind meine Rundfunkgeräte vorerst “abgemeldet”. Für diese Form der Politik sehe ich schwarz. Ein Clown, wer für das Löschen von Inhalten Geld von mir haben möchte.
Am 20. Juli 2010 um 22:12 Uhr
Ich ahnte bereits lange, dass die krude Idee einer ‘Verweildauer’-Beschränkung irgendwo ein analoges Vorbild haben muss. Nach langer Suche glaube ich es hier gefunden zu haben. Zumal die zuständige Kommission das Ende der Verweildauer ihres ausgewählten Objekts noch selbst dokumentiert: http://www.youtube.com/watch?v=6D-z6sTs3pU
Am 20. Juli 2010 um 22:13 Uhr
Sorry ARD, aber da müsst ihr schon selber etwas dagegen tun.
Habt ihr das Gefühl Wikileaks (weil ihr darauf verlinkt in diesem Beitrag), habe das Geld für Lau, Terrabyte-weise ÖR-Videos zu hosten?
Einfach widersetzen, den Löschadmin zufällig in die Ferien schicken und den zuständigen Behörden den Finger zeigen. Die Damen und Herren Politiker sind mehr abhängig von euch als umgekehrt…
Am 20. Juli 2010 um 22:13 Uhr
Wie wäre es denn, wenn die Tagesschau und andere öffentlich rechtliche Webseiten einfach alle Inhalte unter einer Creative Commons ähnlichen Lizenz veröffentlichen? Dann könnte jeder Nutzer ohne rechtliche Probleme die Sendungen herunterladen und selbst bei Youtube oder speziell dafür eingerichteten Seiten hochladen. Natürlich ist es dann unmöglich, einen einmal publizierten Artikel wieder verschwinden zu lassen, aber die möglichen Nachteile sollten nicht so umfangreich sein. Der “Remix-Kultur” im Netz könnte mit einer freieren Lizenzvariante von CC (z.B. die Erlaubnis der Verwendung in nicht kommerziellen und kommerziellen Produkten) übrigens auch wunderbar etwas in die Hand gegeben werden, sodass einmal erstellte Artikel immer wieder verwendet werden könnten.
Am 20. Juli 2010 um 22:14 Uhr
Viel Wahres wurde hier schon in den Kommentaren gesagt: Zunächst einmal, in welchem Rahmen die Tagesschau selbst über dieses Thema berichten darf und sollte. Da die Redakteure und ihre Arbeit selbst betroffen sind ist hier selbstverständlich die Objektivität und Neutralität in der Berichterstattung beeinträchtigt. Eine Äußerung wie hier, in Blogform, oder als Kommentar in den Tagesthemen mag da passend erscheinen, da die Äußerung der persönlichen Meinung gut zu erkennen ist.
Eine sehr gute Idee aus einem anderen Kommentar sollte man genauer betrachten: Die Allgemeinheit finanziert über die GEZ den öffentlich rechtlichen Rundfunk, da erscheint es doch sinnvoll die Inhalte allgemeinfrei zu veröffentlichen. Die Creative Commons Lizenz mit dem Ausschluß kommerzieller Weiterverwendung finde ich persönlich sehr attraktiv für diese Inhalte. Dadurch lässt sich ein Mißbrauch durch private Medien ebenfalls verhindern.
Allerdings halte ich diese sinnvolle Idee für wenig realistisch. Wenn man die öffentlich rechtlichen Anstalten beobachtet, so fällt doch auf, dass Entscheidungsträger dieser Medien nicht im Zeitalter von Web2.0, Creative Commons und OpenSource Gedanken angekommen sind und oft noch sehr traditionelle Wege gehen anstatt neues zu wagen.
Am 20. Juli 2010 um 22:15 Uhr
Werden die Inhalte dann in vollem Umfang nicht mehr erhältlich sein? Oder wird da ein entsprechender Hinweis unter/über einem Zusammenfassungstext des fehlenden Inhalts stehen, der genau sagt, warum dieser Inhalt nicht mehr vorhanden ist und den Leuten auch sagt, was sie tun können, damit das nicht mehr so ist?
Am 20. Juli 2010 um 22:19 Uhr
Von meiner Seite erwartungsgemäß Trauer und ein leises “war ja klar”. Das Hauptproblem ist wohl, dass die Recherche für “freie” Journalisten bzw. “Suchende” im weitesten Sinne deutlich erschwert wird. Hinzu kommt, dass akademisch korrekte, kritische Reportagen (beispielsweise über die Irak/Afghanistan-Aggression) weitgehend kompliziert werden, da man Originalmeldungen nunmehr schlecht miteinander vergleichen kann.
Dies obliegt nun allein den Journalisten der jeweiligen Sender. Das Problem dabei ist, dass (bei allem Respekt) diese in Ihrer Meinungs- und -viel wichtiger- Handlungsfreiheit extrem eingeschränkt sind. Ich verweise auf den hohen Erfolgsdruck und die Angst vor Arbeitslosigkeit bzw. Konflikten mit den Vorgesetzten.
Wir haben es also mit einer klar autoritären Verteilung von Informationen zu tun, bei denen dem gemeinen “Volke” wichtige Inhalte vorsätzlich vorenthalten werden.
Kallisti.
Hagbard Celine, H.M., S.H.
Am 20. Juli 2010 um 22:20 Uhr
Diese Regelung ist ein Witz, ein typisches Beispiel für deutsche IT-Gesetzgebung und ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die so blöd sind, für einen Computer GEZ-Gebühren zu zahlen.
Ein Witz, da ein irrsinniger Aufwand getrieben wird, Inhalte, die zuerst mit großem Aufwand für die Veröffentlichung produziert wurden, der Öffentlichkeit wieder zu entziehen.
Ein typisches Beispiel für deutsche IT-Gesetzgebung, da hier wieder einmal totales Unverständnis der Politik für IT-Themen deutlich wird und wieder einmal einfach dem Druck einer dahergelaufenen Lobbyorganisation nachgegeben wurde, anstatt wenigstens echte Sachverständige zu befragen, oder einfach gesunden Menschenverstand walten zu lassen.
Ein Schlag ins Gesicht der armen Idioten, die tatsächlich glauben, ein internetfähiger Computer sei “ein neuartiges Rundfunkempfangsgerät” (siehe IT-Kompetenz) und deswegen dafür Rundfunkgebühren entrichten, denn deren Gebürengelder werden jetzt dafür verschwendet, ihnen Inhalte, für die sie eine Gebühr GEZahlt haben, vorzuenthalten.
Ein Tipp an die öffentlich rechtlichen Redaktionen: Inhalte unter CC-Lizenzen stellen und per p2p verbreiten.
Oder “aus Versehen” die eigentlich zu löschenden Inhalte per “Sicherheitslücke im System” weiterhin bereitstellen. Anders macht ihr euch genauso lächerlich, wie die Witzfiguren, die sich diesen Mist ausgedacht haben.
Am 20. Juli 2010 um 22:21 Uhr
Wenn schon nicht mit einer vorhandenen Lizenz wie creative commons, wäre doch hier ein Ausweg über eine hausgemachte Lizenz, die eine Weiterverbreitung nachdem ein Text/Inhalt zurückgezogen wurde, erlaubt, zumindest zu erwägen. Das Selbstverständnis der Öffentlich Rechtlichen müsste sich wegbewegen vom Gedanken, maximales return of investment zu erreichen, indem alle Rechte zum Zweck einer späteren Weitervermarktung gehalten werden. Mir würde sehr gefallen, wenn in Deutschland ein Selbstverständnis wachsen würde, dass etwa dem entspricht, was dem Konzept der Public domain entspricht. So gehört jedes Dokument einer amerikanischen Behörde per se der public domain; und was sind die öffentlich-rechtlichen Sender anderes, als Behörden der Information für die Öffentlichkeit.
Am 20. Juli 2010 um 22:24 Uhr
1. Unter welcher Lizenz stehen die in der ARD-Mediathek angebotenen Videos?
2. Wer programmiert mir ein System, das die Videos + Beschreibungen automatisiert herunterlädt, einen Torrent generiert und die Beschreibung samt Torrent-Link im Web veröffentlicht?
Speicherplatz habe ich hier genug (~8TB). Der rest lässt sich bestimmt über Spenden finanzieren.
Am 20. Juli 2010 um 22:25 Uhr
Nimmt die Deutsche Nationalbibliothek die Sachen nicht?
Am 20. Juli 2010 um 22:27 Uhr
Schade, dass die Presse immernoch nicht verstanden hat, was Wikileaks ist und wie es funktioniert.
Ein Auszug: “A leaked document was secret” http://wikileaks.org/wiki/Writer%27s_Kit
Vielleicht ist es dann besser, wenn Inhalte nach 12 Monaten verschwinden, dann könnte man sich wieder auf die Kernthemen konzentrieren und mehr Zeit in Recherchearbeit stecken.
Am 20. Juli 2010 um 22:29 Uhr
Leider vergessen Viele dass wir in Deutschland Bildungsmangel haben. Kaum ein Zuschauer der Privaten wird sich so schnell auf diesen Blog verirren, dafür aber umso mehr im Sinne der Medienmogule und seiner Informationsbeschaffer argumentieren und die GEZ gebühr weiterhin verfluchen.
Schafft die GEZ ab, nennt es TV Gebühr für Bildungsfernsehen, streicht die Werbeblöcke weg, lasst die leute freiwillig zahlen und verschlüsselt es ordentlich.
Erst wenn der pro7/sat1 Junkie verblödet und der RTL Fan eingeschläfert im TV Sessel hängen, dann werden die Leute hoffentlich mal aufwachen und merken, für was man Geld zahlen muss und für was nicht.
Ich weiß als EX-Sky Kunde auch nicht mehr, warum ich für ständig nervendes Werbefernsehen und schlecht kommentierte Sportereignisse zahlen sollte.
… und ja, lasst alles was jemals digital dokumetiert wurde online für Abonennten zugänglich. Nach Jahren kann es ja für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Wir leben im Informationszeitalter (und auch noch im Zeitalter der Aufklärung wie es aussieht), d.h. man sollte auch Zugriff auch zeitlich ältere Ansichten haben, denn nirgends lernt man besser, als aus Fehlern der Vergangenheit.
Am 20. Juli 2010 um 22:35 Uhr
Wikileaks ist als Sammelstelle für depublizierte Inhalte ungeeignet. Besser wäre das Internet Archive unter http://www.archive.org/ dessen Ziel es ist digitale Daten langfristig kostenlos zur Verfügung zu stellen. Wenn die öffentlich-rechtlichen Anstalten einigermaßen freie Lizenzen verwenden würden (zumindest für die Beiträge, die kein Fremdmaterial enthalten), könnten die depublizierten Inhalte dort sicherlich problemlos gesichert werden.
Am 20. Juli 2010 um 22:38 Uhr
Was für ein Glück, daß mich das “System-TV” nicht interessiert!
Macht doch einfach was ihr wollt………………………………..
Am 20. Juli 2010 um 22:43 Uhr
den begriff “depublizieren” gibt es nicht nur nicht, er ist auch so offensichtlich, dass es knistert.
“löschen” klingt negativ, aggressiv und ist glücklicherweise sogar technisch falsch. “aus dem netz nehmen” ist zu lang und klingt nach rückzug. “nicht mehr anbieten” klingt auch nicht gerade nach positivem merkmal öffentlich-rechtlich finanzierter medienhäuser.
nun also “depublizieren”. stilistisch, lexikalisch, ökonomisch und politisch ein armutszeugnis.
wie schade. verlierer sind die zuschauer und hörer der ard, entwickler interessanter aggregationsmodelle und damit die verbreitung der ard-inhalte.
und natürlich der stil des hauses. depublizieren. tut mir leid, ich bin ungern so emotional, aber ich finde das wirklich armselig.
.~.
Am 20. Juli 2010 um 22:44 Uhr
Ist schon interessant, dass offensichtlich privat finanzierte Informationen beliebig lange verfügbar sein dürfen und relativ seriöse Informationen der ÖR nicht…. Was da konkret für Interessen dahinter stehen, dürfte bis dato nicht wirklich bekannt sein.
Tageszeitungen bieten auch einen Zugriff auf vorhandene, eigene Archive an - gegen Bezahlung.
Für Anhänger von Archivinformationen und wenn der ÖR wirklich kundenorientiert arbeiten möchte auf dem bisherigen Niveau, wäre die Einrichtung von pdf-Downloads eine Lösung. Dann könnte sich jeder ggf. interessante Beiträge selber abspeichern und die ARD nach Vorgabe die Beiträge nach einer Woche OFFLINE stellen….
Aber das wäre wohl zu einfach.
Am 20. Juli 2010 um 22:44 Uhr
@Kreuvf: Bisher landet man schlicht und einfach auf einer 404-Fehlermeldung (page not found). Daß die im Tagesschau-Layout erscheint, macht’s nicht besser. Das heißt: Die Links sterben tatsächlich.
Am 20. Juli 2010 um 22:46 Uhr
Ich hab das jetzt nicht gelesen, was da so alles geschrieben wurde.
Die Datenkrake google ist ja nicht gerade der Freund der Datenschützer, aber gibt es denn da keine Möglichkeit für ein “gentlemen-agreement”, dass google einfach seinen Speicher für die ÖR-Seiten etwas aufstockt?
Da hätte ich überhaupt keine Probleme.
Grüße! M.
Am 20. Juli 2010 um 22:49 Uhr
Ich vermute vor allem bei den Politikern ein Motiv, das mich an einen Bekannten erinnert. Der war als politischer Gefangener in der DDR im Gefängnis, weil er offen gegen die politische Propaganda der SED polemisiert hatte und sich dabei als Beweis auf Artikel in älteren Ausgaben des beliebten Neuen Deutschlands bezog.
Der Vergleich der SED Politik mit früheren Aussagen war ihm als staatsfeindliche Hetze ausgelegt worden. Darauf reagieren Diktatoren allergisch.
Nicht jeder Politiker ist so souverän zu sagen: “Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern”. Kleinere Geister versuchen hingegen ihre Spuren zu verwischen, damit man sie nicht beim Wort nehmen kann. - Ihre Spuren im Internet! - Das ist absurd!
Ich stelle immer öfter fest, dass wir endlich im ach so freien Westen angekommen sind, und mit uns das ganze längst überwunden geglaubte Geprassel von Gestappo und MFS - es steckt einfach zu tief im Menschen…
Am 20. Juli 2010 um 22:55 Uhr
Ich lebe im Ausland und habe daher nur die Möglichkeit mich über das Internet zu informieren. Damit wird jetz wohl Schluss sein. Also sucht man sich eine anere Quelle der Information. Schade!
Am 20. Juli 2010 um 22:56 Uhr
Also ich würde ja die Inhalte die 7 Tage die sie verfügbar gemacht werden können einfach auf einem Torrent-Tracker, der nicht mit den Rundfunkanstalten in Verbindung gebracht werden kann, zu veröffentlichen und diese 7 Tage lang zu seeden.
Am 20. Juli 2010 um 22:57 Uhr
Die Idee mit den Creative Commons-Lizenzen klingt interessant. Ich muss Enno (#9) zustimmen, dass sich ARD und ZDF umhören sollten bei anderen Sendeanstalten, die schon diesbezügliche Erfahrungen gemacht haben.
Stichpunkt “Objektivität und Ausgewogenheit”:
Gibt es überhaupt Leute, die nicht aus dem Dunstkreis der Verleger-Lobby und der ihr hörigen Politiker-Kasten kommen, und die diese Löschaktion für sinnvoll oder notwendig halten?
Am 20. Juli 2010 um 22:58 Uhr
Man sollte sich unter diese Umständen generell weigern noch Gebühren zu bezahlen, da hier Fremde ungefragt über mein (Mit)Eigentum bestimmen…!
Am 20. Juli 2010 um 22:59 Uhr
@michael
das Gleich dachte ich gerade auch.
Man müsste nur eine Webseite generieren, die alle Daten vorhält und auf anfrage einen Torrent ausspuckt. Eine “ÖRBay” so zu sagen, wobei aber der Tracker immer eine Kopie vorhält. Und hier kommt das rechtliche Problem ins Spiel. Wenn man das in Absprache mit den ÖR machen könnte, so dass man nicht verklagt wird würde ich mich durchaus an der technischen Realisierung beteiligen. Server + Bandbreite müssten durch Spenden realisiert werden.
Am 20. Juli 2010 um 23:08 Uhr
“Warum Sie künftig auf tagesschau.de (und bei anderen öffentlich-rechtlichen Angeboten) möglicherweise nicht mehr das finden, was Sie suchen, haben wir Ihnen hier erklärt.”
Der Artikel “Warum Sie nicht mehr finden, was Sie suchen” wurde leider seinem Titel überhaupt nicht gerecht, die eigentlichen Gründe, bzw wie dieser ominöse Rundfunkvertrag zustande kam, werden komplett im Dunkeln gelassen. Nur über Umwege erfährt man, dass der Druck von Privaten und Verlagen kam.
Zum Thema selbst kann ich nur sagen, dass auf jeden Fall die Vernichtung dieser qualitativen, von Bürgern bezahlter Beiträge verhindert werden muss, da sie der Vernichtung von Wissen selbst gleichkommt. Sollen wir uns in Zukunft darauf verlassen, dass die Privaten das schon richten werden? Nein, danke!
Am 20. Juli 2010 um 23:24 Uhr
Hey super, dann können die Poltiker und Wirtschaftsweisen auch weiterhin jeden Mist erzählen, spätestens nach 12 Monaten ist er sowieso nicht mehr nachzulesen. Na, so lässt es sich doch regieren!?
Am 20. Juli 2010 um 23:30 Uhr
Was wird denn in dem Zusammenhang aus der Mediathek? Die ist doch vor nicht all zu langer Zeit für eine Menge Gebührengelder eingerichtet worden, im Übrigen eine hervorragende Sache für die ich sehr gern Gebühren zahle, wird die jetzt auch “dedupliziert”?
Am 20. Juli 2010 um 23:32 Uhr
Also mal Nägel mit Köpfen:
Aufruf zum Kündigen von Zeitungs - und Zeitschriftenabos. Den Verlagen gehts doch letztlich um die Auflage und damit um die Werbeeinnahmen. Darum hat die Verlagslobby soviel Druck aufgebaut (wie Bertelsmann Stiftung und Konsorten das machen können wir uns vorstellen) . Warum soll ich 5,76 EUR für ein “neuartiges Rundfunkgerät” zahlen und dann doch nur kastrierte Inhalte sehen?
Am 20. Juli 2010 um 23:37 Uhr
Ich finde die Entscheidung richtig.
Die ÖR haben im Netz nichts aber auch garnichts verloren. Weg mit dem gesammten Onlineangebot.
Solange ein internetfähiger PC und die dazugehörige Leitung nicht zum Existenzminimum zählen kann es nicht sein dass die Gesammtheit der Bürger gezwungen wird ein ÖRes Angebot im Netz zu bezahlen.
Am 20. Juli 2010 um 23:51 Uhr
@derAndere: Sie finden es also in Ordnung, für Lindenstraße und Musikantenstadl Gebühren zu zahlen, aber nicht für tagesschau.de?
Um auf Onlineinhalte zugreifen zu können, braucht man nicht zwangsläufig einen eigenen PC mit Internetanschluss. Es gibt zum Beispiel auch Bibliotheken, Internetcafes und Universitäten.
Aus erster Hand kann ich Ihnen versichern, dass sehr viele unter 25-jährige heutzutage ihre Nachrichten nicht mehr hauptsächlich aus Zeitungen oder dem Fernsehen, sondern aus dem Internet beziehen. Umso wichtiger, dass dort ein unparteiisches, nicht werbefinanziertes Angebot vorhanden ist.
Am 20. Juli 2010 um 23:52 Uhr
Einfach lächerlich das Ganze. Einfach deutsch!
Am 20. Juli 2010 um 23:55 Uhr
Vorweg: Ich bin ein vehementer Gegner der via GEZ verordneten publizistischen Zwangsernährung, die keiner essen will aber bezahlen muss. Ich will die Abschaffung dieses Systems. Diesen Beitrag zu lesen und zu kommentieren - wenn ich dafür bezahlen soll, ok, dann aber wenn ich das will, ansonsten mag mir die Möglichkeit versperrt bleiben, einverstanden.
Doch muss ich meinem erklärten Feind diesmal beispringen.
Die gesetzlich verordnete Deaktivierung von Webinhalten ist ein mit nichts zu begründender Eingriff in die Presse- und Meinungsfreiheit. Verschwörungstheoretisch liegt die Annahme nahe, dass vergessene Inhalte neuem politischen Blödsinn den Weg ebnen, so dass dem Vergessen also ein wenig nachgeholfen wird - von politischer Seite, die ja angeblich soooo wenig den öffentlich-rechtlichen Rundunk (analog: öffentlich-rechtliche Web-Aktivitäten) zu steuern hat.
Hier hat die Politik versehentlich ihr Gesicht gezeigt: Die öffentlich-rechtlichen Anstalten sind nicht unerwünschte “Grundversorgung” sondern Staatsinstrument. Und werden derzeit also illegal finanziert, woran sich durch die “Haushaltsabgabe” nichts ändern wird.
Trotzdem bin ich bei den erbosten Kolleginnen und Kollegen und teile ihre Verärgerung. Was da erfunden wurde, das ist ein Tritt in die Weichteile aller Medienleute.
Am 20. Juli 2010 um 23:58 Uhr
Super Artikel! Gleich mal bookmarken!
Ach, shit, da war ja was… Kann ich in nem halben Jahr ja gar nicht mehr drauf zugreifen… ^^
Wirklich ein Armutszeugnis für Deutschland, das neue Telemediengesetz…
Am 21. Juli 2010 um 00:04 Uhr
Nabend!
Genau in diesem Zusammenhang habe ich die WDR Intendantin, Frau Monika Piel, vor kurzem angeschrieben.
Das Schreiben, sowie die Antwort vom WDR sind hier zu finden:
http://www.alios.org/blog/2010.....tsvertrag/
Gruss
Markus
Am 21. Juli 2010 um 00:07 Uhr
Ich finde das Medienangebot der ÖR im Internet sehr gelungen und freue mich gute Sendungen auch im Nachhinein Online nochmals anschauen zu können, dass hier die Privaten dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, ist eine Frechheit!!
Am 21. Juli 2010 um 00:12 Uhr
Ich möchte mich der Anfrage anschließen, alle Inhalte, für die Sie ausreichend Rechte haben, unter freie Lizenzen zu stellen.
Lizenzen, die sich eignen:
* GPLv3: Jeder kann es nutzen und muss seine Änderungen wieder freigeben. Die verbreitetste Lizenz von Freier Software → http://gnu.org/licenses/gpl.html
* cc-by-sa: Wie GPL, nur mit etwas schwächerem Schutz und mehr schönen Bildern
→ http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/
* cc-by-nd: Darf nicht geändert werden → http://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/
(Sie können auch mehr als eine Lizenz nutzen, wenn sie möglichst breite Weiternutzung ermöglichen wollen)
Damit könnten Sie einfach arbeiten wie bisher und nach der Produktion prüfen, ob Sie ausreichend Rechte für freie Lizensierung haben.
Wenn ja, einfach frei lizensieren (die stärkste Lizenz, die sie nutzen können: GPL > cc-by-sa > cc-by-nd), aber für spätere Nutzung auch unfreie Nutzung möglich halten (wenn die Nachricht später mit unfreien Bildern bereichert werden soll). Durch saubere Quellenangaben könnte das sogar automatisiert werden.
Unfreie Nutzung möglich halten heißt einfach, vom Macher der Sendung vorlangen, dass er auch unfreie Nutzung erlaubt. Wenn die Lizenz erst nachträglich hinzugefügt wird, dürfte das automatisch so sein, da die Macher dann alle verschiedenen Nutzungen erlauben sollten (um keine inkompatibilitäten mit Archivmaterial zu erzeugen, also alle Materialien zu nutzen).
Nebenbei finde ich es klasse, dass Sie die Informationen dazu in der 20:00 Uhr Tagesschau gebracht haben. So ein tiefgreifender Eingriff in die Pressefreiheit und Ihren Bildungsauftrag ist definitiv wichtig genug dafür!
Und so habe ich ihn im Video-Podcast gesehen.
PS: Nur nichtkommerziell nutzbare cc-lizenzen sind dafür sinnlos. Damit könnten Sie nämlich die Werke nicht nutzen, die andere mit Ihren Beiträgen erstellen.
PPS: Um der Gefahr zu begegnen, dass auch dieser Blog-Beitrag bald verschwindet, habe ich meinen Beitrag auch auf meiner eigenen Webseite veröffentlicht → http://draketo.de/licht/politi.....e-lizenzen
Am 21. Juli 2010 um 00:15 Uhr
Schlimm, diese Entwicklung…
Ich bin gezwungen, die vollen Gebühren zu bezahlen, nutze aber (fast) nur die Onlineinhalte. Und jetzt sollen die beschnitten werden? Grauenvoll!
@derAndere
Sie werden nur gezwungen, für das Onlineangebot zu zahlen, wenn Sie keinen Fernseher, dafür aber einen internetfähigen PC haben.
Ich jedenfalls zahle den vollen Satz. Egal, ob ich das Onlineangebot nutze oder nicht. ÖR nutze ich aber selten im TV und nie im Radio.
Nicht falsch verstehen: Mir passt die GEZ überhaupt nicht. Aber solange ich sie zahlen muss, sollen die Gelder auch vernünftig verwendet werden.
viele Grüße
EricCartman
Am 21. Juli 2010 um 00:16 Uhr
@55
Sie ignorieren bei dieser Argumentation voellig das Kosten-Nutzen-Verhaeltnise beim Onlinearchiv. Bandbreite und Speicherplatz sind heutzutage billig. Die Zugriffe werden vorwiegend auf aktuelles Material betreffen. Die Kosten fuer das Archiv betragen sicher weniger als, sagen wir, 5%.
Gleichzeitig ist mit dem Archiv ein wesentliches Standbein fuer serioese und nachpruefbare Nachrichtenrecherche verloren, also ein essentieller Bestandteil des urspruenglichen Auftrags der ÖR in unserer Gesellschaft. Vor 20 Jahren haette so ein Archiv niemandem genutzt, waere allerhoechstens in grossen Bibliotheken verfuegbar gewesen. Heute koennte jeder Realschueler seine Arbeit mit Artikeln aus der Tagesschau untermauern.
Ich archiviere bereits einige hochwertige Sachen aus dem Hoerfunk. Privates Archivieren und weitergeben an Freunde ist meist auch ausdruecklich erlaubt. Aber solang das Copyright bei der Tagesschau bleibt, kann man keine offiziellen Archive betreiben. Selbst wenn die Tagesschau von Schadenersatzklagen absieht weiss man nicht, wer sonst noch rechte an den Inhalten hat.
Am 21. Juli 2010 um 00:21 Uhr
Oben fällt das Stichwort “Interessensausgleich”. Ausgleich wofür? Dafür, dass die privatwirtschaftlichen Inhalte einfach nicht das Niveau der öffentlich-rechtlichen Anstalten haben?
Was hier passiert ist einfach peinlich und der reinste Schildbürgerstreich. Und der Bürger ist doppelt der Dumme: Erstens vergeudete Rundfunkgebühren und zweitens verdummt er einfach bei den privaten “Nachrichten”. Ach sorry, da heißt es ja “News”.
Am 21. Juli 2010 um 00:21 Uhr
die idee informationen zu vernichten kennen wir schon und sie wird bei jedem mal duemmer! ein kniefall vor RTL&Co der am ende allen schadet…
Am 21. Juli 2010 um 00:26 Uhr
Der eigentliche Skandal ist, dass die Öffentlich-Rechtlichen ihre Internetpublikationen und -depublikationen durch Zwangsabgaben finanzieren. Dass Spass-Medium Internet taugt grundsätzlich nicht zur Grundversorgung. Und gelöschte Internetseiten schon mal gar nicht. Finanziert euch ausschließlich über Werbung oder verzieht euch aus dem Internet!
Am 21. Juli 2010 um 00:30 Uhr
Es muss sich niemand über die schwache Wahlbeteiligung wundern, wenn die Politik Zeit für so einen absoluten Schwachsinn vergeudet. Frau Merkel und Co., haben Sie nichts besseres zu tun???!!!!!
Am 21. Juli 2010 um 00:32 Uhr
“die Inhalte verbleiben in unserer Datenbank, werden aber nicht mehr über unsere Webserver ausgespielt. Die Meldungen dürfen wieder “leben”, wenn ein Ereignis eintritt, das eine erneute Berichterstattung rechtfertigt.”
So lese ich oben im ursprünglichen Artikel.
Die Diskussion um Rechte ist wohl ein Scheingefecht, gehört in einen anderen Krieg, denk ich.
Seit wann hat ein erteiltes Copyright automatisch (also ohne anderslautendem Vertrag mit dem Rechtegeber) ein Verfallsdatum, und dann auch noch ein in einem Telemediengesetz festgelegtes?
Das ist nicht logisch. (Zitat Mr. Spock)
Am 21. Juli 2010 um 00:41 Uhr
@Alter Falter: Das „Spaß-Medium“ Internet ist meine primäre Informationsquelle. Für allgemeine Inhalte via Tagesschau-Podcast, für Spezialthemen sowieso (freie Software, Spiele, …).
Fernsehen nutze ich nur, um mit meiner Frau ein paar Serien zu sehen. Für Informationen ist ein reines Frontalmedium ohne Kommentarfunktion und Verifikationsmöglichkeiten meiner Meinung nach gänzlich ungeeignet.
Radio nutze ich zur Zeit gar nicht - abgesehen höchstens dann und wann von einem Livestream von Deutschlandfunk.
Für die Onlineangebote der öffentlich Rechtlichen zahle ich allerdings gerne GEZ, denn die sind wirklich nützlich. Und gerade das wird von der Politik zerstört!
Am 21. Juli 2010 um 00:46 Uhr
Diese Regelung ist meiner Meinung nach genau so unsinnig wie die Tatsache, dass Schulen, die ja auch öffentlich rechtliche Institutionen sind, aufgenommene Schulfunksendungen, die ja nur für Schulen produziert werden, diese nach einem Jahr löschen müssen. Wenn man überlegt, dass erstens diese Sendungen (Produktionen) ja von den Eltern der Schüler durch ihre Beiträge finanziert werden und dass zweitens die öffentlich rechtlichen Sender auch einen Bildungsauftrag haben, wundert mich das schon sehr.
Am 21. Juli 2010 um 01:05 Uhr
Während normale Publisher und Verlage mit eigenem Mut und Geld Online-Angebote aufbauen, schaffen es die Politiker, per GEZ eine Staatsabgabe, mit der ARD & ZDF von allen Bürgern zwangsweise bezahlt werden müssen - ob sie das nun konsumieren wollen oder nicht.
Statt Marktwirtschaft Planwirtschaft. so lange der “mündige Bürger” nicht frei entscheiden kann, ob er das Politiker-Fernsehen sehen und bezahlen will oder nicht, solange sollen die Öffentlich-Rechtlichen die Klappe halten - und sich aus dem Internet heraushalten.
Hier gibt es nämlich noch Wettbewerb - und der Staatsfunk sollte seine GEZ-geschmierten Finger raustun.
Am 21. Juli 2010 um 01:09 Uhr
Ist doch an den Universitäten das gleiche Theater:
Forscher forschen mit Steuergeldern und entdecken tolle Sachen. Dieses Wissen publizieren sie in Büchern, die bei privatrechlichen Verlagen verlegt werden. Die Universitätsbibliotheken wiederum müssen diese Bücher teuer kaufen (ofmals für 100,- bis 400,- Euro pro Buch). So blecht der Steuerzahler erneut für etwas, was er eigentlich kostenlos im Internet vorfinden sollte.
Am 21. Juli 2010 um 01:10 Uhr
Unsere gesamte Politik ist von Lobbyisten und Neocons unterwandert. Ob unser öffentlich-rechtlicher Rundfunk, unsere Bundesbahn oder unsere Autobahnen (siehe Horror-A1) — all das, was in der Bonner Republik einst als hohes gemeinwesentliches Gut aufgestellt wurde, wird schleichend zugrundegerichtet. Das schlimme daran ist, dass dies mit System erfolgt. Und immer wieder kommt das Argument: Die Privaten können’s besser, effizienter, kosteneffektiver.
Dass hier am Ast der letzten Bastion der vierten Staatsgewalt gesägt wird, interessiert einmal mehr die wenigsten. Aber das liegt auch daran, dass Das Erste und das ZDF zu spät gemerkt haben, was ihnen blüht. Immerhin regt sich jetzt in den Funkhäusern Widerstand. Daher Lob an Jörg Sadrozinski für seinen Mut — mehr davon, aber dann bitte auf die Startseite und nicht in dieses versteckte Blog!
Gebührenzahler und Bürger dieser Republik, wehrt Euch gegen diesen Mist, gegen den privatwirtschaftlichen Einfluss auf unsere Politiker. Redet mit den Politikern, schreibt böse Briefe, bloggt. Und an die Journalisten: Seid endlich mutiger! Die Zeit der Zurückhaltung ist vorbei.
Am 21. Juli 2010 um 01:26 Uhr
Warum gehorchen denn die Rundfunkanstalten einem solchen Telemediengesetz? Journalisten mit Rückgrat sollten die Inhalte einfach online belassen und sich auf Artikel 5 des Grundgesetzes berufen:
“Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.”
Es wäre sicher im Interesse der Gebührenzahler! Den Tag möchte ich nicht erleben, an dem per Polizeiaufgebot Tagesschau-Berichte von Servern gelöscht werden.
Willkommen im Kommunikationsverhinderungszeitalter!
Am 21. Juli 2010 um 01:33 Uhr
Wie wäre es mit einer Fernsehkampagne in den ÖR gegen die Machenschaften und Verquickungen der privaten Medienanstalten? Eine Aufklärungskampagne nach dem Motto: “RTL - gefährdet ihre Gesundheit” oder “Pro7 - gefährdet ihren Bildungsstand”. Wäre kein Verstoß gegen die Meinungs- und Pressefreiheit. Jedenfalls sollten endlich die Leute über diese “Privaten” aufgeklärt werden und wer weiß, wer noch ein wenig was im Kopf hat, wird dann demnächst wegschalten, wenn es heißt: “Sat1.News”. Sollen die Privaten doch gucken, wo sie bleiben.
Gilt übrigens auch für die BILD-Zeitung. Es sollte mehr über solche und ähnliche Medien aufgeklärt werden. Wir leben in einer Demokratie. Demokratie kann nur funktionieren, wenn der Bürger politisch mündig ist, d.h. er sich unabhängig informiert und zwar aktiv. Medien wie “BILD” und andere schließen jedoch politische Bildung vollständig aus. Der Bürger “verdummt” und ist nicht mehr in der Lage, seinem demokratischen Auftrag nachzukommen.
Damit es nicht falsch verstanden ist: Ich rede nur von Aufklärungskampagnen gegen diese Form der privaten Medien und Rede nicht von einem Verbot oder sonstigen Bestimmungen, die man den Privaten auferlegen soll, sondern alleine um eine umfassende Informierung über diese, damit mehr Menschen verstehen können, wie sich private Medien auswirken.
Am 21. Juli 2010 um 02:09 Uhr
Ich kann mich dem Grundtenor nur anschließen. Depublizieren?! Löschen und vorenthalten wohl eher. Wo führt das alles bloß noch hin ?!
Für ein wenig Kurzweil zu dem Thema Qualitätsfernsehen sich einfach einmal den Film ‘Free Rainer’ zu Gemüte führen.
In Kürze beschrieben handelt es sich darum, dass die Fernsehquoten gen qualitativ ‘höherwertigerem’ (sicherlich z. T. eine subjektive Sache) Sendungen manipuliert werden.
Am 21. Juli 2010 um 02:34 Uhr
…”depublizieren” ist definitiv Kandidat für das Unwort 2010.
Ich frage mich wirklich wie man auf sowas kommt…naja das wir in groß Schilda leben war mir schon länger klar aber..?
Könnte man nich den Verursachern ihren, durch diesen Schwachsinn entstandenen “Müll” zur “Entsorgung” zu schicken, auf dass sie an Depublikationen ersticken (…frei nach dem Verursacher-Prinzip?) am besten gleichzeitig bis die server qualmen…
Am 21. Juli 2010 um 02:55 Uhr
Hallo,
ganz so einfach ist es ja nicht.
Zunächst: Ich halte das Programmangebot der öffentlich-rechtliche Sender für unverzichtbar. Ich will gar nicht erst auf die Privaten und deren Qualität eingehen.
ABER: Ich glaube das der Hauptgrund für diese Engagements der öffentlich-rechtlichen im Netz ist den Gebührenzahler zu zwingen GEZ zu bezahlen. Egal welchen neuen Begriff man dafür auch benutzen mag.
Wer sich an die Anfänge der TV-Satelliten erinnert, kennt die Geschichte, die sich nun gerade wiederholt.
Damals konnte man mit einem Sat-Spiegel plus Receiver ein beachtliches Programmangebot haben, ohne dafür von der GEZ zur Kasse gebeten zu werden.
Damals hatten wohl die Sendeanstalten vertreten durch die GEZ, Angst ihr Geschäftsmodell zu verlieren. Konnte doch jeder der wollte sich kostenlos direkt aus dem Weltraum unterhalten lassen, sogar auch aus dem Ausland Sendungen sehen.
Wichtig war doch damals nur eins: Der Monitor oder der Fernseher durfte keinen TV-Tuner (Empfänger) eingebaut haben. Prompt konnte die GEZ keine Gebühren mehr kassieren.
Als Gegenreaktion machten sich nun die öffentlich-rechtlichen Sender daran ebenfalls ihre Programme über Satellit zu verteilen und damit das Geschäftsmodell zu retten.
Daraus resultierte: Ab sofort mussten auch Satelliten TV - Seher die sagen wir mal, wenn sie aus Italien waren und ihr Heimatprogramm sehen, wollte an die deutsche GEZ Gebühren abdrücken. Denn da hatten ja die öffentlich-rechtlichen die Möglichkeit eröffnet ihre Programme auch über Sat-TV zu sehen. Eine geniale Masche abtrünnige, die den Gebühren aus dem Weg gehen, wollten wieder zu zahlenden GEZ Mitgliedern zu machen, ob sie nun wollten oder nicht.
Für die öffentlich-rechtlichen Programm Anbieter wäre es ja ein leichtes ihr Internetangebot zu verschlüsseln und nur zahlenden Kunden an ihrem Angebot teilhaben zu lassen.
Sorry, auch wenn ich persönlich für die Programm Angebote eigentlich schon gerne GEZ zahle, halte ich diese Art der Geldeintreiberei doch für ziemlich daneben.
Genauso könnte doch die Bundesbahn jedem, schon alleine aufgrund, weil er in der Lage wäre, einen Bahnhof zu erreichen, präventiv zu Kasse bitten würde.
Leute, wenn ihr wollt, dass nur Gebührenzahler das sehen können verschlüsselt Eueren Kram.
Diese Masche halte ich aber für Abzocke so wie damals bei der Sat Geschichte.
Nicht jeder will das sehen was ihr anbietet, dann sollte er meiner Meinung nach auch nicht dafür zahlen müssen.
Wo leben wir denn?
Am 21. Juli 2010 um 03:04 Uhr
@72: Schöner Wettbewerb. Sehen wir ja wo uns das hinführt - BILD zeigt, dass Qualität nicht unbedingt massentauglich ist, genauso wie RTL und Konsorten.
Eine unabhängige Berichterstattung ist im Internet mindestens genauso wichtig wie im Fernsehen, wenn nicht gar viel wichtiger. Es geht hier nicht um den Aufbau eines Wissensmonopols auf Bürgerkosten. Mal abgesehen davon werden die Beiträge ja sowieso erstellt, nur landen sie dann eben wieder in der Mülltonne nach einer Woche.
Wo bleibt denn da der gesunde Menschenverstand?
Nun schön, Sie argumentieren gegen Sinn und Zweck der ÖR allgemein. Dagegen mag man ja noch Argumente finden. Aber Artikel zu vernichten, die bereits mit unseren Gebühren erstellt wurden? Das ist doch nichts halbes und nichts ganzes, sondern nur eine enorme Geldvernichtungsmaschinerie.
Am 21. Juli 2010 um 03:07 Uhr
Als in den USA lebender Deutscher bin ich ein regelmaessiger Nutzer der Onlinedienste der Tagesschau. Als ich letzens ueber diese Meldung stolperte wollte ich meinen Augen kaum trauen. Dieses Trauerspiel erscheint wie ein Paradebeispiel fuer einen lautstark wiehernden Amtsschimmel. Diese Regelung kann ich nur als groben Unfug ansehen, welcher der Gemeinschaft in keiner Weise nutzt und sofort abgestellt werden sollte. Es ist schier unverstaendlich wie jemand guten Gewissens solch einem Unsinn zustimmen konnte.
Am 21. Juli 2010 um 03:10 Uhr
@michael: sehr interessante Frage:
“Wäre es möglich die von den Öffentlich-Rechtlichen produzierten Inhalte unter einer Lizenz zu veröffentlichen, die es erlaubt diese unbegrenzt weiter zu verbreiten und weiter zu bearbeiten (zum Beispiel eine Creative Commons Lizenz)?”
Wie Michael schon sagt, wäre es damit denkbar, dass immerhin einzelne User die Inhalte nachhaltig archivieren und öffentlich zur Verfügung stellen könnten. Damit könnte man zumindest verhindern, dass die Angebote nach 12 Monaten oder sogar wenigen Tagen nicht mehr aufrufbar sind.
Wobei Kulturgüter, die mit öffentlichen Geldern finanziert werden, auch von Grund auf frei zugänglich sein sollten. Und es sollte Aufgabe des Staates sein, dies zu gewährleisten. Denn was aktuell geschieht ist eine Zwangs”depublikation” von Informationen, die über öffentliche Gelder schließlich vom Steuerzahler finanziert wurden. Und deren Löschung - wie zum Hohn - wiederum der Steuerzahler bezahlen muss. Wir zahlen also erst die Produktion - und im Anschluss daran deren Vernichtung …
Tja, und die Privaten sind die Gewinner, weil sie nicht unter dieser Zwangsdepublikation stehen. Damit haben es die Lobbyisten der Privaten vermocht den öffentlichen Informationsraum künstlich zu verkleinern - und damit den Markt ihrer Angebote zu vergrößern.
Am 21. Juli 2010 um 04:01 Uhr
Tagesschau.de ist meine taegliche Informationsquelle (ich habe nicht die Zeit jeden Tag auf zig Seiten zu surfen um meine Infos zu recherchieren). Ohne die Moeglichkeit auf vorhergegangene Nachrichten zuzugreifen ist diese Quelle nur noch ein Rinnsal. Wer diese Infos finanziert ist mir eigentlich wurscht… nur dass mir jemand Informationen, die schon im Netz vorhanden waren wieder ‘vorenthält’ finde ich katastrophal. Ich weiss, eine etwas vereinfachte Sichtweise, aber die Frage duerfte berechtigt sein: Wozu Geld und sinnlose Stunden verschwenden (und damit auch die Motivation der tagesschau Redaktion) wenn man eigentlich gar nichts tun muesste. Wenn ich in fuenf Jahren meinem Sohn von der Ölpest im Golf von Mexico erzähle und nicht mehr das Recht darauf habe auf der Seite meines Vertrauens darüber nachzulesen, dann weiss ich auch nicht warum wir nicht gleich Wikipedia verbieten. (Oder zumindest sämtliche Inhalte mit einem Verfallsdatum versehen.) Naja, mit ein bisschen Glueck habe ich bis dahin kein Creutzfeldt-Jakob und kann mich noch erinnern. Ach, daran erinnern Sie sich nicht? Dann suchen sie mal schön! (….traurigtraurig…)
Am 21. Juli 2010 um 05:52 Uhr
Dass sich ein Medienunternehmen an die Rahmenbedingungen staatlicher Gesetze knebeln muss zeigt den ganzen Irrsinn des offentlich-rechtlichen Rundfunk Konzepts. Der Rundfunkänderungsstaatsvertrag ist dabei nur die Spitze de Eisbergs.
Die ARD ist die weltweit best finanzierte Rundfunkanstalt und lechzt dennoch jährlich nach mehr Finanzmitteln. Ihre Einnahmen sind gesetzlich geregelt und damit ein Freischein zum verschwenderischen Umgang. Vergleicht man die Stellung unserer Rundfunkanstalten ARD und ZDF mit anderen privaten oder halbstaatlichen Medienunternehmen (BBC group, CNN) erscheint der internationale Einfluss des deutschen öffentlich-rechtlichen geradezu lächerlich. Zusätzlich sollte der konstante staatliche Einfluss (Rundfunkänderungsstaatsvertrag , Einfluss auf die Intendatenwahl) sehr an der Unabhängigkeit unserer öffentlichen Medien zweifeln lassen.
Über solche Tatsachen wird natürlich ungern selbstkritisch berichtet. Gerne aber werden Nutzer von tagesschau.de mit Eigenpropaganda über die knappen Runfunkgebühren oder einschränkende Gesetzesvorlagen belästigt. Ziehen sie doch bitte selbst die konsequenz und lösen die Ihre Bindung an den Staat. Bedenkt man ihre Programmgestaltung (konstante Werbung, Sendungen werden je nach Quote an- und abgesetzt) haben sie ja schon weite Schritte in Richtung privates Fernsehen gesetzt. Aber natürlich ist es sehr bequem mehrere Milliarden Euro aus der Tasche der Bundesbürger einzukassieren. Irgendwie müssen schließlich die kulturell hochwertigen Beiträge, wie z.B. das Musikantenstadel bezahlt werden.
Am 21. Juli 2010 um 06:35 Uhr
1984 lässt grüßen!Was sind schon Nachrichten von gestern?
Krieg ist Frieden…
Am 21. Juli 2010 um 08:23 Uhr
Alle Internetinhalten auf den Seiten der öffentlich-rechtlichen Sender werden von den GEZ-Gebühren bezahlt. Wenn ich eine Zeitung / Zeitschrift kaufe und diese selbst archiviere, dann kann ich diese Inhalte auch nach jahrzehnten nachschlagen. Warum ist dies nicht im Staatsvertrag berücksichtigt worden ? Warum hat die Lobby der Zeitungsverlage ein so große Angst vor den öffentlich-rechtlichen Medien ? Darauf gibt es meiner Meinung nach nur eine Antwort: “es regiert der Kommerz”. PS. die ist eine Meinung eines kleinen Gewerbetreibenden !
Am 21. Juli 2010 um 08:31 Uhr
Das ist wirklich ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn die Veröffentlichung unter freien Lizenzen geschehen würde, wäre ich auch sofort bereit, diese weiter zu verteilen. Andernfalls ist mir das Risiko allerdings zu hoch.
Wäre gut, wenn sich da ein paar Leute zusammenschließen könnten, natürlich wäre auch eine Antwort aus dem Hause der ARD zum Thema freie Lizenzen gut.
http://www.jonas-e.de/kontakt.php oder via twitter @joe_lue
Am 21. Juli 2010 um 08:40 Uhr
Ist dieser Eintrag eigentlich in 7 Tagen depubliziert?
Am 21. Juli 2010 um 08:43 Uhr
Ich habe ja den Eindruck, ARD und ZDF legen den Rundfunkstaatsvertrag absichtlich sehr, sehr restriktiv zu ihren Ungunsten aus, um Stimmung gegen die privaten Verleger zu machen.
Ich erinnere mich noch wie das hier im Blog (oder in Nachrichtensendungen, siehe http://wp.me/pajwW-11) zuging, als die Redakteure rumweinten, ob des neuen Staatsvertrags und die Hälfte der Tatsachen verschwiegen.
Denn trotz aller Online-Aktivitäten der Verlage ist es noch immer so, dass diese die Kosten für die Webangebote auch reinspielen müssen, während bei den ÖR die Rundfunkgebühren die Millionen/Milliarden nur so reinspülen.
Am 21. Juli 2010 um 08:58 Uhr
Wieder einmal wird hier das Recht des Internetusers durch Politiker (also Marionetten der Lobbyisten) eingeschränkt. Hier setzt sich nur etwas fort, was schon lange an unserer Informationsfreiheit nagt.
“Ja” zum spiegeln der Beiträge. Ich weiß nicht was da urheberrechtlich passieren soll.
“Ja” zu einer Petition, wie erfolgreich Petitionen sein können, könnt hier im Archiv nachlesen.
Wer kann die Petition erstellen, oder mir unterstütztend Hilfe beim erstellen zu kommen lassen, ich bin in dieser Sache nicht rechtssicherß
Am 21. Juli 2010 um 09:01 Uhr
Den Link zu den Petitionen habe ich Dummerle vergessen:
https://epetitionen.bundestag.de/
Am 21. Juli 2010 um 09:08 Uhr
heißt das jetzt, dass es im deutschen ÖR-Fernsehen keine Wiederholungen mehr geben wird?? Klasse!
Denn das wäre die konsequente Weiterführung der “Depublizierung” und ein Gewinn für die Zuschauer.
Am 21. Juli 2010 um 09:12 Uhr
@Wolfgang bist Du nun bei der Konkurrenz, oder woher kennst Du all diese (von Dir nicht konkret) dargestellten Zahlen? Wo sind Deine Quellen?
Am 21. Juli 2010 um 09:16 Uhr
Vorschlag: Stellt die Inhalte einfach unter einer Creative Commons Lizenz an anderer Stelle wieder ins Netz… dagegen kann niemand etwas unternehmen.
Ändert die Lizenz so ab das der entsprechende Inhalt verbreitet werden kann und alle sind glücklich.
Am 21. Juli 2010 um 09:17 Uhr
Alles für die Katz. Hat was von der klassischen Wegwerfgesellschaft im Sinne von verschwinden lassen. In dem Fall völlig unverständlich, weil nur hochwertige und gut recherchierte Beiträge verfasst werden, mal abgesehen von den Zuschauerreaktionen.
Ist dieser Blog auch gefährdet?
Am 21. Juli 2010 um 09:17 Uhr
Alles, was öffentlich bezahlt ist, sollte der Öffentlichkeit gehören. Sprich public domain sein, nicht CC- oder GPL-beschränkt. Uns sollten die Bilder der ESA gehören, die Erfindungen von Fraunhofer und die Beiträge von Monitor.
Am 21. Juli 2010 um 09:19 Uhr
Wenn schon diesen Blödsinn, dann schlage vor, dass mindestens über jedem Inhalte rot und deutlich ein Depublizierungsdatum stehen muss.
Am 21. Juli 2010 um 09:21 Uhr
Depublizieren = Privatisieren. Wir wissen doch ganz genau wozu das dient. Der Bürger wird dazu gezwungen Inhalte von privaten Berichterstattern zu erwerben. Diese kriegt man meistens nur gegen einen bestimmten Betrag oder mit einem Abo.
Wir werden ausgebeutet! Inhalte nach wenigen Tagen zu vernichten ist so als würde eine Bibliothek all Bücher verbrennen, die älter als 1 Jahr sind. Wie absurd ist das denn.
Am 21. Juli 2010 um 09:23 Uhr
Eine derartige ‘depublikation’ ist natürlich ausgemachter Unsinn.
Zeigt er doch das allgemeine Interesse an den Interessen der wirklich Interessierten (was ein Satz).
Geht es nun wirklich nicht anders (davon gehe ich einfach mal aus), wäre ein Plattform, die den ÖR gehört, auf der all diese Inhalte gelagert werden und die über allgemeine Internet Werbung finanziert wird, zumindest ein Kompromis.
Nachdem die Inhalte hier (Tagesschau.de) für den genannten Zeitraum werbefrei zugänglich waren, werden sie auf eine dann nicht mehr werbefreie Plattform verschoben.
Auf diese Weise würde sich das Archiv zum Teil selber tragen und der freie Zugriff wäre dennnoch gewährleistet.
Das ist nur so eine Idee. Über Umsetzbarkeit habe ich mir keine Gedanken gemacht
Am 21. Juli 2010 um 09:26 Uhr
Zeitungen und Sender können sich gegenseitig das Leben schwerer machen und damit auch uns Nutzern. Doch wir haben inzwischen die Wahl. Damit entsteht eine neues Gleichgewicht zwischen Print, Rundfunk/ Fernsehen und Internet.
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte…
Am 21. Juli 2010 um 09:30 Uhr
Von mir gibt es eine klare Unterstützung für die dauerhaft Verfügungsstellung aller Inhalte.
ARD und ZDF usw. machen so gute Arbeit, ich möchte die Artikel auch noch später Nachlesen können!