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09.09.2010

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Tagesschau App

30. Dezember 2009, 00:14 Uhr - von Dr. Kai Gniffke

Kurz vor Weihnachten wurde ich in einem Gespräch von der Deutschen Presseagentur gefragt, wie wir es denn mit den Smartphones wie z.B. dem iPhone halten. Da ich ja für Transparenz bin und mir nichts Böses dabei dachte, habe ich wahrheitsgemäß geantwortet, dass es im neuen Jahr auch eine Tagesschau-App geben wird. Es wird Ihnen möglicherweise nicht verborgen geblieben sein, dass dieses Gespräch eine gewisse Wirkung in der Presse hatte, wobei sich insbesondere der Springer-Verlag sehr verdient gemacht hat.  Holla, was da alles aufgefahren wurde: Bundestagesabgeordnete, Staatsminister, Verlegerverbände, private Rundfunkanbieter und sogar der Bund der Steuerzahler. Heute wird wegen meiner App-Ankündigung sogar das komplette Gebührensystem in Frage gestellt. Eine feine Gelegenheit, sich einmal mit den nüchternen Fakten zu beschäftigen.

Natürlich habe ich mich gefragt, was da so schlimm an einer Tagesschau-Applikation für ein iPhone ist. Schreiben die das,  um uns a) eine kostenlose Werbekampagne zu organisieren oder b) schreiben sie wider besseres Wissen oder fehlt c) hier einfach die Faktenbasis? Da Option a absurd ist, und ich auch an Möglichkeit b nicht glauben möchte, konzentriere ich mich auf c) also auf das, was wir künftig machen möchten, warum wir es tun, und was wir überhaupt dürfen. Zunächst aber noch ein kurzer Blick auf die Vorwürfe gegen die Tagesschau - für all die User, die diese Debatte in der Weihnachtszeit nicht mitbekommen haben. Man wirft uns vor, dass wir mit einer kostenlosen Tagesschau-App den Markt für solche iPhone-Applikationen beeinträchtigen und durch gebührenfinanzierte Inhalte eine potentielle Erlösquelle der Verlage austrocknen. Dies sei besonders verwerflich, weil wir dafür auch noch zusätzliches Geld ausgäben bzw. von den Gebührenzahlern erheben würden. Ich hoffe, dass ich das einigermaßen neutral und richtig wiedergegeben habe.

Was wollen wir? Wir möchten eine kostenlose App anbieten, wie es viele kommerzielle und öffentlich-rechtliche Anbieter bereits seit geraumer Zeit tun. Dabei wollen wir ausschließlich die bereits vorhandenen Inhalte (!!!) unserer Fernsehnachrichtensendungen und von tagesschau.de anbieten. Das ganze technisch angepasst an Smartphone-Funktionen: 1. benutzerfreundliche Navigation durch unsere Videos, Fotos und Texte mit guter Suchfunktion. 2. Bequeme Abrufbarkeit unserer Sendungen als Livestream, Podcast und Audio. 3. Die Möglichkeit, unsere Produkte zu bewerten und zu kommentieren und mit uns in den Dialog einzutreten.

Warum machen wir das? Weil die Tagesschau die Aufgabe hat, die Menschen in Deutschland mit aktuellen, an Relevanz orientierten Nachrichten zu versorgen. Wir tun dies in der Überzeugung, dass ein solches Nachrichtenangebot wichtig ist für den Zusammenhalt und die Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft. Die Tagesschau ist gewissermaßen eines der letzten großen “Lagerfeuer”, um das sich Millionen von Menschen aller Altersgruppen versammeln. Und das längst nicht mehr nur im Fernsehen. Deshalb bieten wir unsere Inhalte seit Jahren für die mobile Nutzung für Handys an (z.B. mobiles Angebot von tagesschau.de oder “Tagesschau in 100 Sekunden”). Nichts anderes ist auch die geplante App. Wir beschränken uns dabei auf das harte Nachrichtengeschäft und werden dem “interaktiven BILD-Girl” sicher keine Konkurrenz machen.

Dürfen wir das medienrechtlich eigentlich? Es geht bei unserer App darum, ein bereits bestehendes Angebot auch auf einer neuen technischen Plattform nutzbar zu machen. Die Inhalte von tagesschau.de sollen gegenüber dem, was bisher schon verbreitet wird, bei der geplanten Applikation nicht verändert werden. Der Rundfunkstaatsvertrag verweist in diesem Zusammenhang in § 11f auf die Programmrichtlinien, die von ARD und ZDF zu den Genehmigungsverfahren für Telemedien zu erstellen sind. Diese mit der EU abgestimmten Richtlinien führen u.a. aus: “Ein neues oder verändertes Angebot liegt insbesondere unter folgenden Voraussetzungen nicht vor (Negativkriterien): (…) 3. Verbreitung bereits bestehender Telemedien auf neuen technischen Verbreitungsplattformen (Technikneutralität); 4. Weiterentwicklung im Zuge der technischen Entwicklung auf bereits bestehenden Plattformen.” Den kompletten Text erspare ich Ihnen und hoffe, dass Sie mir vertrauen, dass ich nicht sinnentstellend gekürzt habe.

Geben wir dafür zusätzliches Geld aus? Nein! Der Content für diese App ist wie erwähnt bereits vorhanden und erfordert deshalb kein zusätzliches Personal geschweige denn zusätzliche Gebühren.  Es ist ein einmaliger Programmieraufwand erforderlich. Dies müssen und können wir im Rahmen unseres Wirtschaftplanes leisten. Aber nochmals: kein zusätzlicher Aufwand, keine zusätzlichen Gebühren. Alles andere ist frei erfunden.  Mich befremdet der Vorwurf gegen unsere potentielle “Gratis-App” doch sehr, zumal beinahe alle Verlage und Privatsender Gratis-Apps anbieten. Ich versuche mir gerade vorzustellen, welche Empörungswelle durch das Land ginge, wenn wir jetzt auch noch Geld für diese bereits von Gebühren finanzierten Inhalte nehmen würden.

Mein heutiger Eintrag ist länger geworden als sonst. Aber ich habe mir Mühe gegeben, genau zu sein und mir Polemik zu verkneifen. Denn es gilt das, was ich schon am Montagmorgen nach Weihnachten in unserer ersten Konferenz gesagt habe. Wir werden uns sachlich mit der Kritik auseinandersetzen. Wir werden dabei unsere journalistischen Grundsätze nicht über Bord werfen und den Respekt gegenüber den Kolleginnen und Kollegen in den Verlagen wahren, die wirklich in einer schwierigen Situation stecken. Aber wir sind nicht für diese Situation verantwortlich, sondern sollen wohl eher gerade als Sündenbock herhalten. Möge niemand von uns verlangen, dass wir nun die Hände in den Schoß legen und die Medienentwicklung verschlafen. Das ist ehrlich gesagt nicht mit meinem Arbeitsethos vereinbar und wird der Leistung zahlloser Redakteure nicht gerecht, die mehr als ein halbes Jahrhundert lang die Tagesschau als Institution in dieser Gesellschaft verankert haben.

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154 Reaktionen zu “Tagesschau App”

Seiten: [1] 2 »

  1. 1: Joker

    “Schreiben die das, um uns a) eine kostenlose Werbekampagne zu organisieren (…)”

    Es geht eher darum die eigenen Apps zu pushen (Springer) und das eigene Gesicht mal wieder in die Öffentlichkeit zu halten (BdSt, diverse Politiker).

    Ich freue mich auf das tagesschau-App. Solange die “Qualitätsjournalisten” von Springer, Spiegel und Co. weiterhin Sch. für Geld verkaufen, zahle ich die GEZ-Gebühren ohne Magenschmerzen.
    Wenn davon auch Florian Silbereisen und Smartphoneanwendungen mitfinanziert werden verkrafte ich dies, im Austausch gegen echten Journalismus.

  2. 2: Christian Rohweder

    Lieber Dr. Kniffke,

    dass insbesondere die Damen und Herren aus dem Hause “Springer” aufschreien war zu erwarten. Denn sie sehen sich plötzlich einer qualitativen hochwertigen Alternative auf dem iPhone gegenüber und müssen dann womöglich gleichziehen. Ich finde, das wäre dann doch etwas viel verlangt. Das können Sie denen doch wirklich nicht antun ;-)

    Ich wünsche einen guten Rutsch und ein erfolgreiches 2010!

  3. 3: Gelonto

    Gut geschrieben, danke.

  4. 4: Kai Grünler

    Jede werbefreie auf reine Nachrichten konzentrierte App ist zu begrüßen. Ich freue mich bereits auf die Tagesschau-App, da bin ich mir wenigstens sicher, das Fakten und keine Meinungsmache dahinter stehen.

  5. 5: joe

    Zu der Transparenz und Offenheit Ihrer Beiträge erspare ich mit heute mal jeden Kommentar, sonst wird das hier wieder nicht veröffentlicht.
    Eine App für das iPhone / iPod touch herauszubringen, finde ich sehr gut, werde sie mir zu gegebener Zeit auch gerne laden. Bitte berichten Sie hier davon, sobald das Ding zu haben ist! Ohne die Diskussion verfolgt zu haben, kann ich die angebliche scharfe Kritik anderer Sender und Verlage nicht verstehen, da stimmt ich Ihrer Argumentation zu. Freue mich schon auf die App!

  6. 6: Bambergforever

    Vor allem kann man Tagesschau.de auch jetzt schon wunderbar auf’m IPhone nutzen. Also wieso regen sich die Privaten so auf? Mit ihrer Verschlüsselungstaktik, egal ob nun über Astra (HD-Kanäle) und über Kabel Deutschland, oder auch den kostenpflichtigen Apps bzw. Internetseiten werden Sie doch eh früher oder später einen Bauchplatzer hinlegen.

    Ich freu mich schon auf die IPhone App, hoffentlich funktioniert das Livestreaming dann auch über Edge bzw. UMTS.

    Die Bild hat doch nur Angst das nun keiner mehr für ihre App monatlich bezahlen. Aber ist Bild.de nicht die am meisten aufgerufene Nachrichtenseite? Also alles nur meckern auf hohem Niveau und gegen den Verbraucher!

    Schließlich war es ja auch damals RTL, denen wir es zu verdanken haben, das ARD/ZDF während Olympia keine 24h-Zusatzkanäle mehr machen durften. Sonst hätte ja angeblich keiner mehr RTL geschaut.

    Sowas geht also immer nur gegen den Verbraucher

  7. 7: Martin H.

    Wie sieht’s denn eigentliche mit der Welt abseits von Apple aus?
    Sind auch “Apps” für Windows Mobile, Android, WebOS … geplant?
    Wäre schade, wenn nicht…

  8. 8: Talon Bingis

    Sehr geehrer Herr Dr. Gniffke,

    ich möchte Sie expliziet bestärken in Ihrem Vorhaben, eine tagesschau.de App für das iPhone zu schreiben, welche das bisherige, exzellente Webangebot für dieses Smartphone aufbereiter und ggf. sortiert.

    Dass der Axel-Springer-Verlag (Nichts gegen den wissenschaftlichen Springer-Verlag)dagegen Sturm läuft, verständlich. Als kommerzieller Anbieter hat er ein Problem mit “ettbewerbsverzerrenden” unabhängigen Medien.

    Ich habe nur eine Bitte an Sie: Bleiben Sie nicht bei einer iPhone-App. Klar, diese Smartphone-Plattform ist weit verbreitet und vor allem homogen, aber ich würde Sie bitten, Ihre App auch für andere gängige Plattformen wie Android, Maemo, Blackberry, Windows Mobile und vor allem WebOS von Palm anzubieten. Dies wäre einer Argumentation a la Grundversorgung auch zuträglich (und mir als Palm Pre Besitzer würde es den Alltag vereinfachen)

    mfg
    Talon Bingis

  9. 9: Jan

    Es kann unmöglich Teil der ja so zwingend nötigen Grundversorgung sein, dass privaten Medien, die um jeden Leser kämpfen müssen, auf einem Gebiet, das mit Fernsehen nur noch sehr begrenzt zu tun hat Konkurrenz gemacht werden muss - von einem Sender, der seine Kunden zwangsverpflichtet.

  10. 10: Colophonius

    Herr Dr. Gniffke,

    natürlich haben Sie damit Recht, dass der Aufschrei über die Tagesschau-App maßlos übertrieben ist. Aber die Frage was eine App für eine sehr spezielle Zielgruppe (iPhone-Nutzer) mit dem Auftrag einer Grundversorgung zu tun hat, darf erlaubt sein. Auch wenn die Erstellung der Software nur einmalig Kosten verursacht, sind es eben Ausgaben die eigentlich für das Rundfunkprogramm verwendet werden sollten. Ganz zu schweigen vom Hosting der Videos.
    Zudem frage ich mich generell was das öffentlich-rechtliche Fernsehen im Internet sucht. Im Gegensatz zum terrestrischen Funk kann hier jeder senden und empfangen (Blogs &c.). Eine institutionalisierte Grundversorgung ist also im Internet gar nicht nötig.

  11. 11: Mario Theodoridis

    Was GEZ-Gebühren anbetrifft wäre es schön wenn man Internet Gebrauch mittels Benutzername und Passwort bezüglich machen könnte. Ich wohne in den Staaten und würde liebend gerne Gebühren bezahlen, wenn ich dafür ARD und ZDF über das Internet empfangen könnte. Ich bin ganz bestimmt nicht der einzige Deutsche im Ausland der sich über so etwas freuen würde.
    Dem Kommentar von Martin H. stimme ich definitiv auch zu.

  12. 12: Wollux

    Sorry, aber da bin ich blöd. Ich telefoniere lediglich mit dem Handy. Kann man denn mit dem IPhone nicht in’s Internet? Wenn ja, ist es ja wirklich nur eine Frage der Formatierung (Bildschirmanpassung), wenn nein - Na dann sollten die das mal schleunigst ändern! Bei anderen Handies wird doch auch mit dem Internetzugang geworben! Ich dachte, man kann am IPhone (oder Internet-Handy) alle Internetbeiträge ansehen, die man auch am Computer betrachtet, man hat eben nur Probleme wegen des kleineren Bildschirmes. Da bin ich jetzt verwirrt …

  13. 13: Dirk Küpper

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Internetgemeinde.
    Die Menschen in der BRD haben das Recht und die Pflicht sich durch Medien zu informieren. Ob das mit einer Website, iPhone-App, Zeitung, Radio, Fernseh, Buschtrommel oder Rauchzeichen geschieht ist sowas von egal.
    Liebes ARD Team, lassen Sie sich nicht vom Weg abbringen. Er ist richtig und gut.

  14. 14: kallisto

    Kein Grund zur Verwirrung, natürlich ist mit dem iPhone und auch auch mit anderen Smart Phones der Zugang zum Internet möglich, warum also die App? Ich zitiere einfach mal den Original Text.

    “[...]Das ganze technisch angepasst an Smartphone-Funktionen: 1. benutzerfreundliche Navigation durch unsere Videos, Fotos und Texte mit guter Suchfunktion. 2. Bequeme Abrufbarkeit unserer Sendungen als Livestream, Podcast und Audio. 3. Die Möglichkeit, unsere Produkte zu bewerten und zu kommentieren und mit uns in den Dialog einzutreten.[...]“

  15. 15: Tim

    Wer ein App für das iPhone zur Grundversorgung zählt, der hat eine sehr selektive Wahrnehmung von den Gadgets und Mediennutzung der Bevölkerung. Um es mal auf die Spitze zu treiben: Wie wäre es mit mehr Golf-Berichterstattung? Incl. Schlägertests in Ratgeber Technik und der Besuch der schönsten Plätze im Ratgeber Reise. Den Verlautbarungen der Clubs ist Golf auf dem Weg zum Volkssport.

    Klar ist das App eigentlich Kleinkram und wird überbewertet. Im Grunde geht es doch nur darum, dass die ARD und ihr Flagschiff Tagesschau möglichst hip und modern wirken. Die hitzige Diskussion ist nur dadurch zu erklären, dass neue Kleider den maroden Körper nicht besser machen und den Reformbedarf verkleistern.

  16. 16: Volker

    @ Colophonius

    Die Begründung für den Auftritt der öffentlich rechtlichen Programme im Internet ist ganz einfach: Ich muss für einen Internetfähigen PC momentan Rundfunkgebühren zahlen (Fernsehen ist geplant). Wenn ich dann keine Inhalte über das Internet abrufen kann, wäre es schlichtweg Abzocke. Dann könnte ich auch auf Toaster Rundfunkgebühren erheben. Damit kann man schließlich auch nicht Radio hören.

    Der Schritt mit der App ist da nur logisch und konsequent. Die Inhalte müssen dann auch in einer nutzbaren Form präsentiert werden. (Internetfähige Handys sind rundfunkgebührenpflichtig!)

    Ausdrücklich zustimmen muss ich auch dem Kommentar von Martin H. Es kann nicht sein, dass nur IPhone-Benutzer ein entsprechendes Angebot bekommen. Es muss ein plattformunabhängiges Angebot für alle Samrtphone-Varianten da sein. Ansonsten muss ich unterstellen, dass die Öffentlich Rechtlichen Querfinanzierungen von Apple erhalten.

  17. 17: Steffen

    Die Diskussion bzw. Argumente der privaten Anbieter sind lächerlich. In der Online-Ausgabe der Horizont stand in einem Kommentar sinngemäß gar, dass den privaten Sendern nichts anderes übrig bleibt, als Barbara Salesch und Konsorten zu produzieren.

    Die einzige Frage für mich ist (und in den vorherigen Kommentaren klang das schon an) : Warum auf ein propritäres Format wie Apple setzen? Immerhin unterstützen die meisten Smartphones schon HTML5, und damit verbundene Video-Funktionalitäten!

  18. 18: Hans

    Da ich treuer Bildblog-Leser bin, bin ich mir ziemlich sicher, dass b) zutrifft

  19. 19: Jörg Rupp

    Ja, das ist auch mein Horn, in das ich tuten möchte. Nicht nur iPhones, sondern alle Smartphones. Die Querfinazierung könnte nämlich auch von der Telekom kommen, nicht nur von Apple.
    Ansonsten vielen Dank für diesen konstruktiven Beitrag.

  20. 20: Tino Junghans

    Ich gebe zu, selbst kein großer Fan der GEZ zu sein. Dennoch halte ich es für absolut sinnvol und notwendig die Menschen mit den aktuellen Nachrichten zu informieren. Wenn die Gesellschaft sich so wandelt, dass derartige Informationen vermehrt online bgerufen werden, dann sollte diesem erkennbaren Wandel auch gerade durch die öffentlich-rechtlichen Sender Rechnung getragen werden. Zudem gehe ich davon aus, dass gerade durch die Möglichkeit der Nutzung dieser “Technologien” durch alle Anbieter ein Höchmaß an unabhängigen Medien den Nutzer erreicht. Es kann nicht sein, dass etwa nur privatfinanzierte Medien, die ggfs. abhängig sein könnten, derartige neue Wege beschreiten können. Dies gilt umso mehr, wenn der Kostenaufwand dafür in überschaubarem Rahmen liegt.
    Sofern ein Mehraufwand für die Programmierung der App notwendig ist, wäre ich deshalb sogar bereit dies etwa durch eine Spende mitzufinanzieren, auch wenn ich dies momentan gar nicht nutze. Ich gehe davon aus, dass dies auch andere tun würden. Also weiter so!!!

  21. 21: B.J.

    Gleichwohl der Aufschrei vom Springer-Verlag überzogen ist: Die App dient meines Erachtens letztlich dazu, die unsinnige Rundfunkgebührenpflicht für die so genannten neuartigen Rundfunkempfangsgeräte zu zementieren.
    Wenn Sie der Meinung sind, Ihre Inhalte sind im Internet unverzichtbar, investieren Sie doch bitte Ihre kostbare Zeit lieber in die Entwicklung eines vernünftigen Authentifizierungs- und Authorisierungsverfahren für Onlinemedien, so dass nur Zahlende Zugang erhalten. Oder ersparen Sie der deutschen Bevölkerung gleich den geldverbrennenden Verwaltungswasserkopf GEZ mit seinen fragwürdigen Eintreibermethoden - und führen Sie stattdessen eine Steuer ein.

  22. 22: renneh

    Lieber Herr Dr. Gniffke,

    interessant, daß Ihnen zur Bild-Zeitung nur das Seite 1 Girl einfällt. Amüsant auch Ihre Behauptung, sie hätten sich Mühe gegeben sich Polemik zu verkneifen.

    Daß ein Rundfunktstaatsvertrag der unter Vorsitz von Kurt Beck zustande gekommen ist eine App für das iPhone erlaubt verwundert nicht. So wird die App die Sie heute planen morgen als Grund dafür herhalten, daß auch für iPhones die volle GEZ Gebühr gezahlt werden muß.

    Der Axel Springer Verlag muß - anders als ihre Rentenanstalt mit angeschlossenem Sendebetrieb - mit seinen Zeitungen und deren Online-Ablegern Geld verdienen. Daß er gegen die ausufernden Angebote der ARD eine Kampagne startet ist nur zu verständlich. Daß die Kampagne ziemlich durchsichtig ist, und die gestrige Bild-Schlagzeile und der Bericht eher schwach, geschenkt.

    Am Ende wird bei großen Teilen der Bevölkerung die Assoziation: iPhone App -> Erhöhung der GEZ Gebühren hängenbleiben. Und die Akzeptanz der GEZ ist sowieso zunehmend abnehmend.

    Die Diskussion wird im kommenden Jahr ganz sicher weitergeführt werden. Und beide Seiten werden ihre Interessen zu wahren wissen. Es geht schließlich um sehr viel Geld!

  23. 23: Wollux

    @ 14, kallisto

    Danke! Dann verstehe ich allerdings die Aufregung auch nicht.

  24. 24: Werner Albrecht

    Natürlich ist der Versuch die Tagesschau online zu verbreiten löblich. Doch im Windschatten der ARD segelt die GEZ mit. Plötzlich gibt es noch mehr neuartige Empfangsgeräte und die Pflichtabgabe darauf. Wie wäre es mit dem Wichtigsten des Tages auf einer Frischmilchpackung. Damit könnte man den Tetrapack zu einem gebührenpflichtigen, neuartigen Empfangsgerät umfunktionieren.
    Das Gebührensystem der ÖR gehört dringend geändert. Eine pauschale Haushalts-/Firmenabgabe oder noch besser eine prozentuale Beteiligung am Haushalt des Bundes. Keiner braucht die Stasi 2.0 (GEZ).
    Letzt endlich ist der Bildungsauftrag der ÖR obsolet. Niemanden kann man dazu zwingen, dass Telekolleg Mathematik anzusehen. Wer sich weiterbilden möchte, hat im dazu Internet (noch) viele Möglichkeiten. Wenn dies in Zukunft nicht mehr möglich wäre, könnten die ÖR einspringen. Doch zuerst sollte man das Spielfeld dem freien Wettbewerb überlassen.

  25. 25: Jasmin Chang

    Ich warte schon die ganze Zeit darauf, dass die Öffentlich-Rechtlichen, egal ob ARD oder ZDF, mit apps kommen. Gerade bei Auslandsaufenthalten wäre es prima, wenn man ohne Probleme auf die Seiten und Videos Zugriff zu nehmen könnte. Der Bedarf wird größer werden, da neben dem i-phone immer mehr Leute den i-pod touch haben, mit dem man auch ins Internet gehen kann. Es ist dann nicht mehr notwendig, eine Laptop mitzuschleppen.
    Gerade als GEZ-Zahler finde ich es sinnvoll, dass auch hier Geld investiert wird.
    Ich erhoffe mir, dass apps kommen, mit denen man auch die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen anschauen kann. Darin sind wahre Schätze enthalten, die man sich gerne anschaut.

  26. 26: Alex

    Hallo und Danke für Ihren ausgiebigen Blogeintrag zu diesem Thema. Seit Ihrer in der Zeitung zitierten Äußerung beobachte ich die BILD-Kampagne mit Argusaugen und wünsche mir nur eines:
    Hoffentlich macht die ARD durch diesen Verlautbarungs-journalismus der BILD keinen Rückzieher. Auf das App der ARD warte ich schon seit ich ein Iphone habe, denn erst dann werden neutrale Fakten auch auf dem kleinen Begleiter empfangbar sein. Bislang standen dazu meist nur Apps der “Privaten” zur Verfügung, leider.
    Ja, ich zahle Gebühren und ich zahle Sie gerne, gute Ware kostet eben gutes Geld und Qualität ist kein Zufall! Früher waren es die die terrestrischen Radio- und Fernsehfrequenzen die der Grundversorgung dienten - diese werden mittlfristig abgeschaltet - die digitale Zeit hat begonnen. Heute dient der Grundversorgung, digitales Fernsehen, das Internet und damit auch der PC und das Smartphone. Ich sehe das App als einen Teil der Grundversorgung in der neuen Zeit. Eben mein “Lagerfeuer” in der Westentasche, um Ihre Worte aufzugreifen.

    Lassen Sie sich nicht durch die Kampagne der BILD abbringen, denn irgendwann wird auch der Digitalbeauftragte des Springer-Konzerns (K.D.) merken, daß es nicht gut ist sich besser zu machen, indem man andere schlecht macht.

    In diesem Sinne, Ihnen und dem ganzen Team von ARD-Aktuell alles Gute für 2010.

  27. 27: Martin Weigert

    Danke für diesen Beitrag! Ich hoffe, Sie ziehen Ihre Pläne durch!

    Eine kleine Randnotiz: In Schweden hat das öffentlich-rechtliche Fernsehen SVT gerade eine iPhone-App seines Online-Streaming-Angebots SVT Play vorgestellt (wartet zur Zeit auf Freigabe im App Store). SVT Play ist quasi die ZDF Mediathek in Schweden. SVT will also nicht nur sein Nachrichtenprogramm kostenlos auf das iPhone bringen, sondern sämtliche online verfügbaren Inhalte! Und: Es gab keinerlei kritische Reaktionen, weder von den Privaten noch von der Politik. Wenn bereits verfügbare Inhalte lediglich auf ein neues Empfängergerät angepasst werden - das schon lange nicht mehr nur eine spezielle Zielgruppe bedient - dann ist allen Akteuren in Schweden klar, dass man dagegen einfach nichts sagen kann.

    Ich würde mir wünschen, dass auch in Deutschland ein besseres Verständnis für Technologie-Themen bei Politikern vorhanden wäre (denn Medien-Themen sind heute auch immer Technologie-Themen), und dass wir in Zukunft etwa weniger Bewahrermentalität sehen.

  28. 28: Robin Weiss

    Ich kann ebenfalls nur hoffen, dass Sie Ihre Pläne für eine iPhone App nicht einstampfen. Interessant ist hier wieder einmal mit welcher fachlichen Inkompetenz sich Politiker zu Wort melden, angestachelt durch die Springer Presse. Der Vergleich hinkt zwar sehr, aber gewisse Parallelen kamen mir in den Sinn als ich auf EinsFestival in den letzten Tagen den “Baader Meinhof Komplex” in HD gesehen haben.

    Sie wollen mithilfe eine iPhone-App bereits verfügbare Inhalte für die derzeit populärste Smartphone Plattform technisch optimiert präsentieren, was ist dagegen zu sagen ?

    Zum Thema verweise ich auf einen sehr lesenswerten Artikel auf DWDL.de.

    dwdl.de/story/24095/schnellwahltaste_1_die_debatte_um_gratisapps/

  29. 29: Florian

    Die Ankündigung einer Tageschau-App hat mich doch etwas überrascht und auch geschockt. Die ARD interpriert seit Jahren ihren eigentlich Auftrag sehr freizügig und wird dabei sehr stark durch regierende Parteien beeinflußt. Bestes Beispiel war die anfangs fehlende Berichtserstattung über die Piratenpartei oder auch die vielfach berechtigte Kritik an der GEZ - welche von der ARD natürlich nur als liebevolle Organisation dargestellt wird.

    Was mich persönlich auch schon lange stört: Auf den öffentlich-rechtlichen werden seit langen keine aktuellen Science-Fiction-Serien gezeigt. Allerdings wenn ich mir die lieblose Übersetzung und Verstümmelung der Serie Raumschiff Enterprise (besonders die Episode Weltraumfieber) anschaue, ist das wohl auch besser so…

    Die ARD sollte sich auf ihren eigentlichen Auftrag konzentrieren und die Verbindungen zu den Parteien zerstören und nicht dauernd mit unnötigen Aktionen (IPhone-App) Geld der GEZ-Opfer sinnlos aus dem Fenster werfen.

  30. 30: Ralph

    Sehr viel Kritik ernten die zusätzlich entstehenden Kosten durch die Programmierung der Anwendung. Vielleicht sollte man alleine das schon mal ins rechte Licht stellen. Ein versierter Programmierer kann auf dieser Plattform in sehr kurzer Zeit eine sehr hochwertige Anwendung realisieren. Verglichen mit anderen Kosten, die in ihrem Hause anfallen, dürften die Entstehungskosten dieser Software wohl wirklich nicht relevant sein. Wer mockiert sich denn über die Einspielung von Bildern aus irgendwelchen Dritt-Liga Fussballspielen? Oder die Live-Stellungnahme von unbedeutender Person XY zu Thema ABC? All das kostet meiner Meinung viel mehr und trägt mitunter bestimmt weniger zur Grundversorgung bei.

    Ach ja, Grundversorgung und was hat die ARD im Internet zu suchen … ich gehe mal davon aus, dass die ARD auch über Satellit zu empfangen ist und vermutlich auch über Kabel. Das geht doch ebenfalls deutlich über die Grundversorgung (via Antenne) hinaus, nicht wahr?
    Ich sehe es durchaus als relevanten Auftrag, den Wandel der Medienlandschaft im Auge zu behalten und sich den neuen Strukturen anzupassen. Sonst läuft man sehr schnell Gefahr, dem o.g. nicht mehr nachkommen zu können. Hier geht es aber weniger um eine iPhone-App im Speziellen, sondern um das Geamtbild.

  31. 31: Oliver

    Springer und Konsorten haben das Internet nicht verstanden und wissen es nicht zu nutzen. Es gibt bereits unzählige kostenlose wie auch kostenpflichtige Apps auf dem Markt. Dabei ist leicht feststellbar, dass Kunden für gute Leistung auch gerne Geld ausgeben. Die Leistung bei der BILD-App - nur als Beispiel - ist aber eher schlecht und wird nur mit zwei von fünf möglichen Sternchen bewertet. Trotzdem war die BILD-App einige Zeit auf Platz eins der meistverkauften Apps! Und dass obwohl es zahlreiche kostenlose News-Apps gibt, z.B. von N-TV oder - kombiniert mit Internet-Radio - vom WDR.

    Springer und Murdoch wird es so gehen, wie seinerzeit der Musikindustrie. Und irgendwann werden sie merken, dass sie der Zeit gewaltig hinter her hinken.

    Aus meiner Sicht hat der ÖRR sogar die Pflicht für Inhalte zu sorgen, die auch auf Smartphones bequem abrufbar sind und die den gängigen Formaten(!) des Internets entsprechen. Für die Gebührenzahler sind Smartphones wie auch Internet-PC “neuartige Empfangsgeräte”. Wenn ich für mein Telefon Gebühren zahlen muss, dann möchte ich auch bitteschön etwas dafür kriegen! Das bedeutet: die Inhalte müssen für mobile Endgeräte aufbereitet werden!

    Ich empfehle dem ÖR in dieser Sache keinesfalls einzuknicken! Es erscheint mir nicht abwegig, dass sich die Politik auf die Seite der TV-Industrie schlägt. Möglicherweise auch nur die europäische Rechtssprechung. Dann erwäge ich aber eine Klage, weil ich für meine Gebühren keinen Gegenwert erhalte.

  32. 32: Mathias Herbst

    Sehr geehrter Herr Dr. Kai Gniffke,

    es ist spannend zu beobachten, mit welcher Selbstverständlichkeit kostspielige Internetauftritte von Gebührengeldern (www.tagesschau.de) finanziert werden und im Anschluss daran die Nachnutzung des Content auf Mobile Devices - in diesem Fall das iPhone - propagiert wird.

    Dabei wird lapidar darauf hingewiesen, dass das nicht mehr kostet - das ist falsch. Sie geben Geld für tagesschau.de aus - ist das nichts? Der Traffik, der für den Transport der Nachrichten auf das iPhone anfällt, muss ebenfalls bezahlt werden - oder sind Sie als ISP mit Verträgen zu jedem anderen ISP weltweit konnektiert? Ja - das müssen Sie bezahlen und nicht der Empfänger!

    Wieviel kostet den Gebührenzahler das Betreiben der ausfallsicheren Hardwareplattform von tagesschau.de und der Traffik, der täglich aufläuft? Wieviele Terabyte sind das jeden Monat, die der Gebührenzahler zu bezahlen hat? Was kostet die Übernahme des Content in die Plattform tagesschau.de jeden Monat? Wieviele Personen (Redakteure, Administratoren, Dienstleister) sind täglich daran beteiligt?

    Bemerkenswert ist auch, dass für das Erstellen dieser iPhone-App Geld notwendig ist und wenn Sie darauf verweisen, dass dieses Geld übrig ist, dann wäre es vielleicht an der Zeit, die Rundfunkgebühren zu senken statt sie demnächst wieder zu erhöhen. Wenn Sie Geld übrig haben, dann sind Sie hiermit aufgefordert, mir meinen Differenzanteil auszuzahlen!

    Lese ich Ihren Artikel und erinnere mich daran, was eine Internetplattform für ca. 100000 User, die ich letztens gebaut habe, kostet und an monatlichen Kosten verschlingt, dann empfehle ich Ihnen nochmal mit den verantwortlichen Abteilungsleitern das Budget durchzugehen und zu prüfen, ob ihre Aussage, dass es nichts kostet, so stehen gelassen werden kann…

    MFG

  33. 33: Dennis Petersen

    Lieber Dr. Gniffke,

    mich würde einmal interessieren wozu wir in Deutschland überhaupt die Tagesschau benötigen? Aus meiner Sicht haben wir (noch) in Deutschland eine qualitativ hochwertige Presse die verschiedene politische Strömungen abbildet. Ich finde es sehr schön in der TAZ, Bild und FAZ verschiedene Meinungen zu einem Thema lesen zu können.
    Und Sie müssen zugeben, dass diese Medien Probleme damit haben gegen eine kostenlose Alternative anzukämpfen. Diese Probleme werden weiter verschärft, wenn Vertriebserlöse wegfallen. Ich würde auch nicht behaupten, dass die Verlage in Geld schwimmen werden, was momentan gerade Regionalverlage hart trifft.
    Für mich ist es auch polemisch, wenn Sie das Bild-Girl hervorheben, wenn z.B. auch die Welt Kompakt eine kostenpflichtige Applikation anbietet. Genauso sind gerade regionale Nachrichten bei abendblatt.de kostenpflichtig geworden. Und überraschenderweise verdienen beide ihr Geld mit „harten“ Nachrichten.
    Ich möchte das öffentliche Fernsehen in Deutschland per se nicht in Frage stellen. Aber reicht nicht ein Angebot, wie es z.B. PBS in Amerika anbietet? Auch dort haben sich Nachrichtensender herausgebildet, die den Konsumenten Nachrichten aus unterschiedlicher politischer Richtung anbieten. Jedem Bürger ist es selbst überlassen, ob er CNN oder Fox News einschaltet oder die New York Times liest um sich zu informieren. Ich glaube auch, dass man den Menschen in Deutschland zutrauen kann, sich selbst auszusuchen woher sie Informationen beziehen und wie sie diese zu interpretieren haben. Dazu braucht es keine Tagesschau auf allen Kanälen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dennis Petersen

  34. 34: Fred Fez

    Lassen Sie sich von Springer, BILD, und ihren politischen Freunden blos nicht irremachen. Es ist ja auch ein Mißverständnis, zu glauben, die Klientel von BILD (”Ich will: Brüste auf Zeitungstitelseite, irreführende sensationsheischerische tendenziöse Berichterstattung, die bei Unglücksfällen die Opferbilder von Facebook klaut”) sei identisch mit der der Tagesschau (”Ich will: Tagesschau”).

    Aber es war entlarvend, wer sich hier alles für diesen verdummenden “Qualitätsjournalismus” aus dem Hause Axel Springer in die Bresche warf. Wenn der Markt nun dafür sorgt, dass dieses unzeitgemäße Medienangebot den Bach hinuntergeht, ist es sicher nicht Aufgabe deutscher Politiker, es zu retten. Sehr merkwürdig also, das alles.

  35. 35: Richard Rundheraus

    1. Die Behauptung, die App würde ohne Zusatzkosten entstehen, ist natürlich unzweifelhaft und eindeutig eine Lüge. Die App entsteht durch Programmierarbeit, Programmierarbeit kostet Arbeitsstunden und Arbeitsstunden kosten Geld. Mein Geld, denn ICH als Rundfunkteilnehmer bezahle über die Rundfunkgebühren alle Mitarbeiter der ARD.

    2. Da die App nicht kostenlos aus der hohlen Hand entsteht sondern bezahlt werden muß ist die Frage der Verhältnismäßigkeit zu stellen.

    2a Die Verhältnismäßigkeit ist hier m.E. nicht gegeben, da das Iphone nur ein einziges Smartphone unter vielen darstellt. Will ARD künftig für jedes Smartphone eine App bereit stellen (Symbian-Plattform, Pre, Android, WindowsMobile um nur einige gegenwärtige zu nennen) dann wird das unzweifelhaft erhebliche Geldmengen fordern. Die wiederum ich über meine Rundfunkgebühren zu erbringen habe.

    2b Die Verhältnismäßigkeit ist auch deshalb nicht gegeben weil kein neues Angebot geschaffen sondern nur ein bestehendes für eine winzig kleine Randgruppe der Rundfunkempfänger “komfortabler” gemacht wird. Das weglassen der App würde also keinerlei Nachteil für die Gebührenzahler bedeuten, jedoch Kosten einsparen.

    In der Summe bedeutet das: Die App ist nicht nur überflüssig und diskriminierend, sie ist auch unwirtschaftlich und muß daher sofort fallen gelassen werden.

  36. 36: SAJ

    Wer ein Smartphone hat kann damit auch Webseiten sich anzeigen lassen, somit ist m.E. die Vebreitung von Apps unnötig.
    IMPOV:
    Und nur weil es ein App gibt und dieser kostenlos zu nutzen ist, sollte die noch lange kein wietere Legitimation für GEZ-Gebühren für Smartphones sein.
    Dem Kommentar von Martin H. stimme ich auch definitiv auch zu.

    MfG
    SAJ

  37. 37: Volker Rieck

    Ein zweischneidiges Schwert:
    Ich hätte persönlich nichts gegen eine Tagesschau App bin allerdings auch Nutzer der Welt App und werde die, obwohl ich die Zeitung aboniert habe, auch weiter nutzen, selbst bei € 2,99 oder mehr im Monat.
    Der Wettberwerb wird aber schon verzerrt, wenn ein ähnliches Produkt beim einen Anbieter Geld kostet und beim anderen nicht. Wir sind leider immer noch in der “Alles muss umsonst sein” Mentalität, die Frage, welche App der User mehr nutzen wird, ist leicht zu beantworten, es wird die Tagesschau sein, nicht auschließlich wegen der Qualität, sondern weil sie kostenlos sein wird.
    Ich befürchte allerdings etwas ganz anderes: Die Rundfunkanstalten klagen ja schon seit Jahren über zu geringe Gebühren. Deren Probleme werden fast nur auf der Einnahmeseite diskutiert. Ich habe selten gehört, dass über Einsparungen nachgedacht wird. Im Gegenteil, Sender versenken viel Geld in der Bankenkrise wie der MDR.
    Wenn jetzt aber mehr und mehr Apps zum Portfolio der Sender gehören, dann wird damit unter Garantie die nächste GEZ Erhöhung begründet, denn ganz kostenneutral wird diese App nicht erstellt werden können.
    Daher kann ich mir auch vorstellen, dass die Tagesschau App Geld kostet. Dann hätten wir Wettberwerb und der besser möge gewinnen.

  38. 38: Stephan Budach

    Sehr geehrter Herr Dr. Gniffke,

    ich freue mich bereits schon jetzt auf die Tagesschau App. Ich komme leider viel zu selten dazu die Tagesschau um 20 Uhr zu sehen und da bin ich über einen weiteren Weg, bequem an die Nachrichten der Tagesschau-Redaktion zu kommen, mehr als dankbar.

    Dass das iPhone als Platform ausgewählt wurde ist nachvollziehbar, denn sie bietet die besten Vorraussetzungen für so eine Applikation. Einfache Bedienung und bestens recherchierter Content - so stelle ich mir eine ideale News App vor.

    Gutes Gelingen,
    Stephan Budach

  39. 39: Florian L.

    Guten Tag,
    auch ich habe Ihren Artikel gelesen und sehe den Aufschrei diverser, für ihren qualitativen Journalismus bekannten Verlage als unangebracht an. Denn wie können Informationsquellen aus komplett anderen journalistischen Schichten miteinander konkurrieren? Ich denke, womit ich allerdings niemandem zu nahe treten möchte, dass für Bild-Leser die Tagesschau keine Alternative ist und umgekehrt.

    Allerdings kann ich die Begrenzung auf Apples IPhone nicht gutheißen; so gibt es auch noch andere große Plattformen im Mubilfunkgeschäft (Windows Mobile, Symbian und Android). Warum diese immer wieder hinten angestellt werden kann ich nicht nachvollziehen. Mitmenschen die kein IPhone besitzen zahlen die selben Gebühren wie Windows Mobile-Benutzer, erhalten dafür aber nicht dieselben Leistungen. Bitte sehen Sie dies nicht als massive Kritik sondern eher als Anregung und Aufforderung.

    Ihnen allen wünsche ich einen guten Start ins neue Jahr!

    Mit freundlichen Grüßen,
    Florian L.

  40. 40: Michael

    Einerseits wenn gebührenfinanziert haben die öffentlich rechtlichen dafür zu sorgen das ihre Inhalte überall verfügbar sind, andersrum würde ich lieber gerne 3 Euro für die App zahlen und dann auf Gebühren verzichten. Das GEZ System wird in Zukunft ein Auslaufmodell werden und so sichert sich halt schon jeder seinen Platz für die Zeit danach.

  41. 41: JC

    Ganz knapp: ich erwarte solche Angebote sogar, ich zahle dafür schließlich Gebühren. ;-)

  42. 42: nüüül

    Hallo,

    Punkt 1: tagesschau-iPhone-App an sich ist eine tolle Sache
    Punkt 2: Warum beschweren sich die Verlage etc. müssen die Privaten Sender nicht so schon jeden Abend gegen die Tagesschau selbst ankämpfen, damit jemand deren “Nachrichten” schaut? Mir kommen die Tränen…
    Punkt 3: Weiter machen (Blackberry - App ? (-: )

    Anstatt sich einem Wettbewerb zu stellen, mal den Allerwertesten zusammenzukneifen, wird erstmal gemault, gemeckert, gedroht etc.

    Willkommen in der deutschen Wirtschaft… (-:

    Weiter so!

  43. 43: Berliner Blogger

    Grundsätzlich finde ich die Art und Weise, wie Axel Springer sich mal wieder auf ein Thema stürzt armselig wie immer. Journalismus kann man das nicht nennen. Grundsätzlich finde ich den Gedanken, dass die ARD ein bereits vorhandenes Angebot in einer “netteren Form” anbieten möchte, ebenfalls gut und lobenswert.

    ABER: Ebenfalls “grundsätzlich” sehe ich es wie schon vorige Kommentatoren sehr zweischneidig… Ich bin kein besonderer Fan der GEZ Regelung und empfinde diese als altmodisch/nicht zeitgemäß und in großen Teilen sogar als äußerst unfair.

    Meine Begründung ist hier zu lesen: kauderwwwelsch.de/2009-12-15/gezeter-um-die-gebuehren-brainstorming-und-aufruf/

    Zugegeben, meine Auffassung mag extrem erscheinen. Ich bin durchaus für Information, Bildung und Kultur zu haben, was die ÖR jedem Bundesbürger bieten soll. Das muss auch irgendwie bezahlt werden. Die Art und Weise wie das jedoch derzeit noch geschieht, ist meiner Ansicht nach jedoch unverhältnismäßig, überholt sowie für viele einfach unfair gestaltet. Hier sind dringend zeitgemäße Anpassungen erforderlich. Ausserdem sehe ich bei einem Blick in das Programmheft der Sender kaum einen Unterschied, was die Beiträge der ÖR und der privaten Sender betrifft. Und um mal ein extremes Beispiel zu bringen: eine “Wetten das…”-Sendung, in der die Kandidaten Tierkacke am Geruch erkennen und das Tier benennen sollten… Das sehe ich nicht als “Information, Bildung und Kultur”. Das ist für mich nicht mal “Unterhaltung”! Sondern einfach nur Müll. Das kann ich mir auch kostenfrei (!) auf einem privaten Sender “reinziehen”. Und selbst da WILL ich das nicht sehen!

    Nun ja… Ich hoffe, dass sich die Ministerpräsidenten der Länder da noch einmal zusammensetzen, die aktuellen (noch viel extremeren) Überlegungen über Bord werfen und ein faires Modell entwerfen, was Information, Bildung und Kultur für alle zusichert.

  44. 44: Michael H

    Hallo Herr Gniffke,

    was mich bei der Diskussion stört ist, dass Sie einen Punkt außer Acht lassen: Die Grundversorgung ist meiner Ansicht nach doch primär auf Hörfunk/TV beschränkt- alle anderen Angebote sollen doch Programm begleitend sein.

    Deshalb finde ich es in Ordnung, wenn Sie die Tagesschau (in welcher Version auch immer) als Video oder Podcast auf welches Smartphone auch immer Bringen!

    Was ich nicht in Ordnung finde: Wenn Sie auch noch auf dem Smartphone mit ihren guten Artikeln und Bilderstrecken den Verlagen das Leben schwer machen. Wenn die FAZ eine App hat, die 2,5 EUR im Monat kostet - und man dort gute Beiträge bekommt - bei Ihnen aber auch Textbeiträge kostenlos- denken Sie nicht, dass Sie hier der FAZ das Leben schwer machen könnten (Beispiel).

    Herzlichst
    Michael H

  45. 45: Tom Rollenhagen

    Lieber Dr. Gniffke,

    Sie widersprechen sich doch selbst und das innerhalb des gleichen Absatzes; unabhängig davon ob die Massnahme im Wirtschaftsplan budgetiert ist oder nicht:

    “Geben wir dafür zusätzliches Geld aus? Nein!”
    “Es ist ein einmaliger Programmieraufwand erforderlich.”

  46. 46: Felix

    Sehr geehrter Herr Gniffke,

    was sie da betreiben ist Polemik!

    1. Sie bieten überhaupt nichts kostenlos an. Weder Ihr Fernseh- noch ihr Radio- oder gar Internetangebot ist in irgendeiner Weise kostenlos: Es wird teuer bezahlt von den Gebührenzahlern!

    2. Sie schreiben, dass sie den einmaligen Programmieraufwand im Rahmen ihres Wirtschaftplanes leisten können. Das ist doch genau der Knackpunkt: Diesen Aufwand müssen sie gar nicht leisten: Ihre Inhalte sind ja bereits über Smartphones abrufbar - ganz einfach über den Webbrowser. Ihrem Versorgungsauftrag ist damit Genüge getan! Sie rechtfertigen aber im Nachhinein ihre überzogenen Forderungen an die Gebührenzahler mit Leistungen, die weit über Ihren Auftrag hinausgehen. Wenn Sie Geld übrig haben, geben Sie es den Gebührenzahlern zurück, anstatt es überflüssigerweise an eine kleine Gruppe von iPhone-Besitzern zu verschenken!

    3. Sie verzerren den Wettbewerb auf diese Weise auch auf dem deutschen Smartphonemarkt. Aber das ist ja nicht neu: Während andere Smartphoneanbieter teure Werbung bezahlen müssen, berichten Sie sogar in den Tagesthemen bereitwillig über das jeweils neuest iPhone.

  47. 47: Eric

    Mein allergroesster Wunsch waere es, wenn man alles, was oeffentlich-rechtlich ist, einfach abschaffen koennte. Keine Gebuehren, kein schlechtes Programm mehr.

  48. 48: Christian Menne

    > Dabei wollen wir ausschließlich die bereits vorhandenen
    > Inhalte (!!!) unserer Fernsehnachrichtensendungen und von
    > tagesschau.de anbieten.

    Widerspricht dem tatsächlich jemand? Der Kritikpunkt ist ja nicht, dass Gebühren für die Neuerstellung des Contents erhoben werden, sondern dass der Content, der ohne Marktdruck rein über garantierte Einnahmen (Gebühren - wieviel waren das nochmal? Sieben *Milliarden*?) finanziert werden konnte, dazu genutzt wird, um die privatwirtschaftlich agierenden Anbieter aus einem Markt zu drängen. An anderer Stelle des Wirtschaftssystems würde man von wettbewerbsschädigenden Dumpingpreisen eines marktbeherreschenden Unternehmens sprechen.

    Dazu kommt die in meinen Augen durchaus berechtigte Frage, ob die öffentlich-rechtlichen Anstalten in jede Mediennische drängen müssen. Eine Grundversorgung über Radio und TV ist ja gewährleistet, an der jeder der möchte teilnehmen kann.

  49. 49: Oliver

    Die Diskussion lässt viele Fragen im Moment noch offen, die geklärt werden müssen und ich möchte hier keinen langen Kommentar mit meiner Meinung verfassen. Was ich persönlich wichtig finde und als Bedingung für eine solche Applikation setze:

    Die Anwendung muss auf allen mobilen Plattformen verfügbar sein und dazu noch identisch, ohne dass jemand mit einem iPhone einen Vorteil gegenüber einer Person mit einem aktuellen Symbian- oder Android-Smartphone hat!

    Wenn ihr es schafft auf allen Oberflächen eine ordentliche Applikation zu veröffentlichen bin ich für die Tagesschau-Applikation.

    Viele Grüße
    Oliver - Smartphonearea.de

  50. 50: Chris

    Mal ganz von der Diskussion um die iPhone-App abgesehen, auch wenn ich die Idee ansich gut finde, mir jedoch wie einige anderen hier Sorgen mache, dass sie als Rechtfertigung für GEZ-Gebühren für iPhones oder gar Erhöhungen der GEZ-Gebühren genutzt werden wird: Warum eigentlich GEZ? Grundversorgung gut und schön, aber ob ich nun GEZ bezahle oder Kabelanschluss, macht doch eigentlich keinen Unterschied. Wieso nicht Pay-TV draus machen? Dann kann jeder selbst entscheiden, ob er öffentlich-rechtlich empfangen möchte oder nicht. Und selbst im Ausland, wie einige hier schreiben, wäre dann der kostenpflichtige Bezug der Angebote möglich und insofern würde eine zusätzliche Geldquelle geschaffen. Aber ich glaube, da wird die Angst rumgehen, dass es einfach viel zu viele geben wird, die das Angebot dann nicht mehr beziehen, wenn sie nicht vom Staat dazu gezwungen werden. Da sollte man sich dann aber fragen, warum das so ist. So sehr ich persönlich auch die Nachrichten auf ARD liebe - für mehr als das schalte ich die ARD extremst selten ein, und ich glaube, das geht vielen genauso…

  51. 51: max

    @32: Mathias Herbst
    So penetrant & lernresistent falsch wie sie “Traffik” schreiben und betonen könnte man fast glauben sie arbeiten bei einem der “Qualitätsjournalismus” Plattformen im Hause Springer.

  52. 52: xm29oicw

    Das hört sich ja alles ganz plausibel und korrekt an, doch wenn diese iPhone-App im Januar kommt, OHNE dass zeitgleich eine technisch und funktionell gleichwertige “App” für die Android-, Symbian- usw. Plattform kommt, dann ist dass eine Ungleichbehandlung unter den Gebührenzahlern. Es ist mir nicht ersichtlich, warum man für eine Minderheit unter den Gebührenzahlern und Handynutzern extra eine App programmieren muss. Sind die iPhone-User etwa zu faul oder unfähig, um die bereits existierende Seite speziell für Handy aufzurufen??? Also im Klartext, entweder für ALLE Plattformen, oder für keine, ansonsten gibt es sicher eine Möglichkeit dagegen zu klagen

  53. 53: MacRadge

    Ich freue mich auch auf die App. Weiter so und am Puls der Zeit bleiben!

  54. 54: buchleser

    Sehr geehrter Herr Dr. Gniffke,

    vielen Dank für Ihre Klarstellung. Für mich zeigt der Vorgang um die Tagesschau-App ganz deutlich auf, wie notwendig die öffentlich-rechtliche Grundversorgung im Bereich Nachrichten ist. Marschieren die Zeitungen und Interndienste der Verlage doch ganz schnell im Gleichschritt, wenn es deren Eigentümer nur wollen.

    Für mich persönlich ist es durch die Verbreitung im Internet und auf mobilen Geräten erst wieder möglich geworden, die Tagesschau zu sehen, weil ich beruflich bedingt eigentlich nie dazu komme, klassisches TV einzuschalten. Alleine dafür bin ich auch bereit (obwohl ich kein anderes TV-”Empfangsgerät” mein Eigen nenne), die fälligen Gebühren zu bezahlen.

    “Nachrichten” alleine können nicht rentabel produziert werden - dafür sind sie zu teuer, ihre Haltbarkeit zu kurz, die “Umfelder” für Werbung gerade dann nicht interessant, wenn die Reichweiten hoch sind, bei Katastrophen, Attentaten, politischen Auseinandersetzungen. Selbst CNN kann nur überleben, weil mit TimeWarner eine massive Infrastruktur querfinanziert wird und man durch Unterhaltungsangebote den Profit macht.

    Also gibt es nur die Möglichkeit, entweder echtes Pay TV einzuführen für Nachrichten oder diese Angebote über ein Umlagesystem zu finanzieren. Echtes Pay TV hat den Nachteil, dass eine soziale Selektion statt findet - wer arm ist, kann sich nicht mehr informieren. Ein Umlagesystem führt häufig zu politischen Einflussnahmen (oder Versuchen).

    Ich finde, da ist Deutschland doch einmal auf einem richtigen Weg, gerade im internationalen Vergleich.

    Solange es eine BILD-Zeitung gibt, brauchen wir als “Gegenmittel” die Tagesschau.

  55. 55: Herr F.

    Ist doch ganz einfach, wenn die BILD sich mit der Tagesschau wirklich in Konkurrez sieht, dann müssen sie doch nur eine App machen, die WESENTLICH besser ist, als die Tagesschau-App. Dann bezahlen die Leute auch für deren Inhalte. Interessant wie weit sich Herr Döpfner von der eigentlichen Intention des Journalismusses entfernt hat. Es scheint ihm nicht um das Grundrecht des Erhaltens von Informationen zu gehen, sondern nur darum, wie man als Konzern mit Informationen möglichst viel Rendite aus selbigen ziehen kann. Schade, so wird das nie was.
    Es ist ebenfalls sehr zu bezweifeln, dass Internetinhalte von AS es wert sind, eine Bezahlbereitschaft denen gegenüber zu haben. Vor allem bei den zig hochwertigen Alternativen. Da muss man schon was bieten, wovon alle abhängig sind…

  56. 56: Birol

    Gut so. Ich freue mich auf das tagesschau App. Springer und co
    wollen nur abzocken. Weiter so…..

  57. 57: Jens Best

    Das Internet hat dem klassischen TV längst den Rang abgelaufen. In ein paar Jahren werden wir uns fragen, ob “dieses Fernsehen” noch zur Grundversorgung gehört.

    Eine smartphone-app ist vollkommen selbstverständlich und ich erwarte eigentlich mehr als nur “die üblichen Inhalte” - dies allerdings nicht nur für die apps, sondern das gesamte Online-Angebot der ÖRs

    Ich will permanente Verfügbarkeit aller Video-Inhalte, bessere Verschlagwortung und Interaktivität derselben; ein Forum, in dem über neue Inhalte mit den Zuschauern diskutiert werden kann etc. - kurz Partizipation, Kollaboration und Qualität - angeboten von Redakteuren, die unabhängig von Profit(gier) und Manipulation ihre Arbeit machen können.

    Wenn das System der ÖRs im digitalen Zeitalter aufrecht gehalten werden soll, muss endlich mal mutig gemeinsam nach vorne geprescht werden. Der aktuelle Rundfunkstaatsvertrag und die Schmutzkampagne der Springer-Presse und ihre Lakaien sind falsche Signale für einen unabhängigen Journalismus.

    Aber es muss eine Diskussion über den Gebührenumfang und seine transparente Verwendung geführt werden. Der ÖR-Apparat muss modernisiert werden.
    Das hat aber nichts mit der tagesschau und ihrer app zu tun, im Gegenteil, ihr könntet mal mehr Biss an den Tag legen, eure 15min sind oft nicht mehr als ein besseres Schlafmittel.

  58. 58: case

    Dem Beitrag kann ich nur zustimmen. Der Gedanke, auch mobile Nutzer anzusprechen, ist natürlich völlig richtig, und die ARD sollte sich von dem Gezetere nicht ins Bockshorn jagen lassen.
    Allerdings muss ich meinen Vorrednern Recht geben, dass man sich dabei nicht auf eine Plattform (iPhone) beschränken sollte. Ein ähnliches Angebot für Android, Windows Mobile, usw. entkräftet auch teilweise den Vorwurf, dass hier nur eine kleine Benutzergruppe angesprochen wird.

    Das ganze Heulen und Zähneklappern bei Springer und Konsorten beruht wohl eher auf der Unfähigkeit der Zeitungs-Verlage, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, die auch im digitalen Zeitalter tragfähig sind, und auf deren überzogenen Rendite-Erwartungen.
    Es ist natürlich einfacher, alten Wein in neuen Schläuchen im Internet teuer zu verkaufen.
    Dieses Problem ist ja durchaus nicht neu, wie man u.a. bei Stefan Niggemeier und Thomas Knüwer häufig und detailliert nachlesen kann.

  59. 59: Pit

    Ganz ehrlich gesagt sind mir die GEZ - Gebühren egal, wenn ich die Möglichkeit bekomme, mich sinnvoll und komptetent zu informieren. Ich bin nicht bereit, für den Springer - Verlag und seine Bild - Apps auch nur einen Cent zu bezahlen. Da können die ihre Propaganda Maschinen auf Hochtouren laufen lassen. Ich freue mich darauf, jederzeit auf die Tagesschau Inhalte zugreifen zu können.

  60. 60: Bild Kriter

    Hallo Herr Dr. Kai Gniffke,

    vielen Dank für diese ehrliche Stellungnahme. Machen Sie sich keine Sorgen, die Jungs und Mädels vom Axel Springer Verlag sehen nur Ihre Felle davonschwimmen und können sich selber nicht eingestehen, den medialen Wandel der Zeit verpasst zu haben und versuchen nun die letzte Bastion (Bild, Abendblatt >> “Qualitätsjournalismus”) zu retten.

    In diesem Sinne!

  61. 61: Stefan

    Sie sind einfach verlogen!
    Sei sagen die gez zahler haben kein recht auf iphone apps,hd sender,mediatheken u.s.w

    Auf der anderen seite machen sie das alles!

    Für wenn?
    wieso machen sie ard hd,wenn doch gkein gez zahler ein recht darauf hat?
    Wieso kann ich ard hd über den PC gucken,aber nicht über den tv!

    Wieso weigern sie sich die vod inhalte bei t-entertain,zur verfügung zu stellen!

    Ich habe einen fernseher,also da was offenbar vom System als führend angesehen wird,also erwarte ich das ich mit meinem lcd nicht permanent in die röhre gucke!

    Kommen sie endlich ihrem auftrag nach!
    Und er heißt rundfunk veranstalten,und nicht die hauptaktivitäten ins internet zu verlagern,und den tv kunden nur ncoh mir resten abzsupeisen!

    ICH ERWARTE BIS SPÄTESTENS MITTE 2010,DIE VOD INHALTE ÜBER MEINEN NETZBETREIBER SEHEN ZU KÖNNEN!

  62. 62: Gerhard Müller

    Herr Kniffke spürt offensichtlich, daß das gegenwärtige Konstrukt von Öffentlich-Rechtlichen, Privaten etc. auf den Prüfstand gehört. Es ist nicht mehr zeitgemäß und fordert zunehmend den Unmut der Bevölkerung heraus, die sich seine Informationsquellen nicht zwangsverordnet zugeteilt sehen möchte.

  63. 63: CPreuss

    Bitte lassen Sie sich nicht vom Kurs abbringen. Keiner bestreitet mehr ernsthaft, dass das Internet, auch das mobile, Teil der Informationsgrundversorgung ist. Und ich finde es kundenorientiert, den Zugang zu den Inhalten so einfach wie möglich zu gestalten.
    Ich bin heilfroh, dass wir das öffentlich-rechtliche System haben. Ebenso, dass es daneben vernünftige private Medien gibt. BILD wird ja immer mehr zur Reklameplattform für Produkte aller Art. Vielleicht sollten die neben Strom, Gas und Handyverträgen demnächst auch noch iPhones verkaufen, dann profitieren die sogar von der Tagesschau-App.
    Guten Rutsch, und Danke, Tagesschau.

  64. 64: Daniel

    Vielen Dank für Ihren aufschlussreichen Kommentar.
    Ich begrüße die tagesschau-App ebenfalls sehr und kann den Aufschrei nicht nachvollziehen. Vor allem nicht, dass sich die Politik einmal mehr einmischt und wieder nach einem Verbot geschrien wird. Dieses Jahr war das Jahr der Verbote, habe ich das Gefühl.

    Dass ausgerechnet der Springer Verlag aufspringt, kann ich wiederum nachvollziehen. Schließlich ist er es, der die iPhone User melken will wie eine Kuh. Mit dem Argument, iPhone und Apple User wären zahlungsfreudige Kunden.
    Zunächst sollte man mit dem iPhone keinen Zugang mehr auf die Webseiten von bild.de und welt.de bekommen. Die bild.mobil und welt.mobil App werden kostenpflichtig angeboten, ja, sogar ein Abo muss abgeschlossen werden, um sich diesen Mi*** ansehen zu können. Wegen mir sollen die auf ihrer App sitzen bleiben.

    Plötzlich kann man sich nicht mehr die Hände reiben und sieht nicht mehr den Rubel rollen. Schließlich bietet die tagesschau-App kostenlosen Zugang. Allerdings zu Qualitätsjournalismus. Plötzlich muss der Axel Springer Verlag doch Inhalte schaffen, die sich vom Rest abgrenzen, um die Bezahlung für Inhalte rechtfertigen zu können. Wobei, die Inhalte der BILD… grenzen die sich nicht schon von seriösem Journalismus ab?! ;-)

    iPhone und Apple User sind zwar zahlungsfreudig. Aber für qualitativ hochwertige Dinge, die sich vom Einheitsbrei abheben.

    Ich begrüße Ihre tagesschau-App sehr und wünsche allen
    einen guten Rutsch ins neue Jahr.

  65. 65: Florian

    Diese Diskussion zeigt doch deutlich warum wir die Tagesschau-App brauchen. Wer den Artikel dazu in der Bild gelesen hat wird wissen wo der Hase lang läuft. Es geht hier einzig und alleine um Stimmungsmache gegen die Öffentlich- Rechtlichen. Andere Zeitungen ziehen natürlich mit, wie z.B. der Spiegel der auch sehr subjektiv über das Geschehen berichtet hat. Und subjektiv sind keine Nachrichten sondern Meinungen. Und warum soll ich für die Meinungen der Bildzeitung zahlen die ich auch kostenlos in Blogs kriege. Mich hätte mal interessiert wenn die GEZ bzw. ARD größter Werbekunde des Axel-Springer-Verlag wäre, wie dann der die Titelseite ausgesehen hätte. Warscheinlich gaaanz anders. Soviel zur unabhänigkeit und objektivität von Qualiätsjournalisten.
    Es treib schlichtweg die Angst in den Verlagshäusern um sich. Man hoffte, mit den Apps kann man sich endlich mal eine ergiebige Quelle für neue Einnahmen erschließen um die Rendite zu verbessern, aber die Hausaufgaben hat man dabei nicht gemacht. Die Verlage sind schlichtweg nicht in der Lage sich was innovatives einfallen zu lassen um Geld für eine App zu rechtfertigen. Wenn man überlegt wie lange die Verlagshäuser (aber auch die Tagesschau) brauchen um überhaupt auf die Idee zu kommen eine App zu erstellen, dann wird es klar warum sie im Internet kein Geld verdienen. In vielen anderen Bereichen gibt es die doch schon seit Monaten.
    Zum Ende:
    Zur Tagesschau-App: Natürlich ist es wichtig auch andere Smartphoneanbieter zu bedienen.
    Zu Pay-TV: Dann ist es nicht mehr öffentlich (-rechtlich)!
    Zu Internet: m.M.n. gehört das Internet längst zur Gundversogung dazu. Wer hier schreibt, und was anderes behauptet ist ein Heuchler.

  66. 66: KT

    Verstehe das Tamtam nicht. Mein Smartphone ist - wie jedeas andere internetfähige Handy, also so etwa ab Baujahr ‘97) schon lange voll gebührenpflichtig, also darf ich wohl auch erwarten, daß mir die bezahlten Inhalte auch für dieses Gerät problemlos und passend abrufbar zur Verfügung gestellt werden.

    Warum sich alle auf das iPhone stürzen, bzw. die angebliche Bevorzugung so skandalös finden, verstehe ich auch nicht. Zum einen wird im Text ja ganz allgemein von Smartphones gesprochen. Zum anderen sind ja auch andere Anbieter neben Apple dazu übergegangen, die für ihre Geräte verfügbaren Programme “apps” zu nennen. Das hat sich wohl inzwischen im Sprachgebrauch etabliert.

    Unabhängig davon finde ich die Begründung für die Gebührenpflicht für Smartphones und PCs absolut an den Haaren herbeigezogen; aber das sehen ja auch schon einige Gerichte ähnlich kritisch. Ich hoffe, der Quatsch kippt endgültig und es bleibt bei der Gebührenpflich für dedizierte TV- und Radioempfangsgeräten.

  67. 67: Manfred

    Wozu braucht man für alles eine App? Es gibt doch RSS Feeds. Diese sind perfekt dafür geeignet News auf mobile Geräte zu bringen. Man müsste eben nur einen Full-Feed anbieten, und nicht nur die Headlines und ein Intro. Das kostet kein zusätzliches Geld, man braucht dafür keine extra App entwickeln, es ist vollkommen technologie-neutral, d.h. es funktioniert auf iPhone, Android, Windows Mobile/CE, Palm, Symbian und selbst auf älteren Mobiltelefonen, die nur J2RE unterstützen lassen sich RSS Reader installieren. Es gibt Webbasierte RSS Reader wie Google Reader, es gibt sie im Browser integriert, es gibt sie als native Anwendungen für Windows, Linux, Mac, Unix, BSD, Zeta/BeOS, OS/2, AmigaOS, ReactOS, DOS, und was es sonst noch an Betriebssystemen so gibt. Also warum keine Full-Feeds anbieten? Das ist in den meisten CMS und Blog-systemen nur ein kleiner Schalter.

  68. 68: JVossenberg

    In meinen Augen sollte sich die ARD (und auch das ZDF) auf die WIRKLICHE grundversorgung konzentrieren. Solange die GEZ die Rundfunkgebühr als “Zwangsabgabe” von jedem einzieht, der einen Rundfunkempfänger hat, sollten diese Einnahmen nicht für die Programmierung solcher “Spielereien” ausgegeben werden (auch wenn die Aufbereitung des Inhalts nichts kosten sollte, was ich bezweifle da zumindest weitere technische Übertragungswege “bedient” und unterhalten werden müssen).
    Deutschland sollte ein Pay-per-View-System, ergänzt durch ein gebührenfinanziertes Grund-Angebot an Nachrichten (minimalst), erhalten! Sobald wir in Deutschland ein solches Pay-per-View-System haben, kann jeder Sender (auch die ARD) mit den Einnahmen machen, was er will — vorher nicht! Bei Pay-per-View zahlt der Kunde/Nutzer, wenn er zufrieden ist. Wenn er ein Angebot (oder eine ganze Angebotspalette) nicht will, wird’s bald zu teuer, sie anzubieten. Auf diese Weise findet eine natürliche Selektion der Angebote statt — Müll wie bei den Privaten und solche Spielereine wie die iPhone-App würde es dann vermutlich nicht mehr geben.

  69. 69: xm29oicw

    @CPreuss (63)
    “Keiner bestreitet mehr ernsthaft, dass das Internet, auch das mobile, Teil der Informationsgrundversorgung ist”

    Das Internet gehört vielleicht zur Informationsgrundversorgung, allerdings nicht der ÖR. Die ÖR (und die GEZ zu deren Finanzierung) wurden in einer Zeit geschaffen, als der Sendebetrieb und die dazu nötige technische und finanzielle Ausstattung für private Firmen kaum möglich waren. Dafür wurde der Rundfunkgebührenstaatsvertrag und die GEZ geschaffen, um die Finanzierung sicherzustellen. Die Gebühren für die sogenannten “neuartigen Rundfunkempfangsgeräte” kamen ja dazu, weil bei vielen Handys der Radioempfang möglich ist. Allerdings deckt sich diese Informationsgrundversorgung nicht mit dem Auftrag, dass die ÖR (auch wenn sie noch so hochwertige Inhalte anbieten) auch ein Internetangebot etablieren. Es nennt sich wie der Name schon sagt, RundFUNK (auch wenn der Empfang bzw. die Verbreitung auch über Kabel und SAT realisiert werden). Das Internet ist ein anderes Medium, mit dem Inhalte/Nachrichten sehr viel leichter und kostengünstiger verbreitet werden können als über Fernsehen/Radio. Von daher hat der Informationsauftrag der ÖR in diesem Medium eigentlich keine Berechtigung, die ÖR kommen ja auch nicht auf die Idee, jetzt plötzlich eine Zeitung aufzulegen oder? Und wenn schon die Onlineangebote der ÖR bestehen bleiben, ist eine spezielle “App” dafür auf jeden Fall überflüssig. Vor allem vor dem Hintergrund, dass diese nur für eine verschwindend geringe Anzahl von Gebührenzahlern überhaupt nutzbar ist. Dazu möchte von Herrn Gniffke mal etwas hören…

  70. 70: Blogwart

    Ich frage mich, ob die meisten, die sich schon auf das Tagesschau-App freuen, das nicht noch bereuen werden. Nicht heute oder morgen vielleicht, aber in den nächsten Jahren. Denn die Ausbreitung des gebührenfinanzierten “Rundfunks” bedeutet in einem zunehmend konvergenten Mediensystem, dass eben dieser “Rundfunk” omnipräsent auch in Medienfeldern unterwegs ist, die bislang z.B. von Verlagen beackert wurden.

    Die “Grundversorgung” wird somit zur “Rundumversorgung” mit dem Alleinstellungsmerkmal, nicht wirtschaften zu müssen. Es ist dabei unerheblich, ob man die Springerpresse mag oder nicht. Genauso unerheblich ist, ob ein iPhone App kommt oder nicht. Das App ist letztlich nur das Symbol dafür, dass die ÖR selbst in die kleinsten Nischen vordringen, in denen sich gerade die zarte Hoffnung von Medienunternehmen gebildet hat, im Internet auch mal Geld verdienen zu können.

    Ich möchte aber nicht in ein paar Jahren eine Medienlandschaft vor mir haben, die von den bislang 23 TV- und 165 Radiosendern der ÖR noch zusätzlich um zwei Dutzend Websites und Apps eben jener Anstalten zugepflastert ist. Dann geht es nämlich nicht nur “Bild” und Co an den Kragen, sondern auch den Qualitätsmedien - die übrigens heute schon an der Nutzungsverschiebung hin zum Web leiden und kaum mehr kostendeckend arbeiten können.

    Wer aber berichtet dann kritisch über die Einflussnahme der Parteien auf die ÖR? Zum Fall Brender etwa, den der HR ganz ausblenden wollte? Oder die Verschwendung innerhalb der Anstalten, etwa über die Millionen, die die ÖR-Tochter “Degeto” Harald Schmidt überweist? Und über die Regierungsnähe eines BR? Und wo bitte steht überhaupt geschrieben, dass die Öffentlich-Rechtlichen ein so tolles Programm machen? Ich sehe eine weitegehende Boulevardisierung der ÖR in Konkurrenz zu den privtaen Vollprogrommen, hinzu kommen Spartenprogramme für News, Kinder, junge Erwachsene (zdf_neo!) usw.

    Die Betriebsblindheit von ARD & Co ist offensichtlich, als Regulativ sind privatwirtschaftliche Medien unbedingt notwendig. Es wird demnach Zeit, den “Grundversorgungsauftrag” der ÖR zeitgemäß zu definieren. Sie sollen sich im Internet bewegen dürfen, keine Frage, aber nicht als Krebsgeschwür, das aus Gebührenmilliarden finanziert wird.

  71. 71: Marc

    Hallo,

    also meiner Meinung nach ist es nicht gerechtfertigt GEZ-Gebühren dafür zu nutzen um Internet-Inhalte und ggfs. eine kleine Menge an Leuten (iPhone Nutzer) durch die Masse zu finanzieren. wer die Möglichkeit hat im Internet zu surfen oder ein iPhone besitzt hat meiner Meinung nach auch Radio/Fernsehen und kann sich auch darüber informieren. Ich glaube es muss nicht mit jeder technisch machbaren Lösung versucht werden Informatioen an den Mann zu bringen, sonst wären ja zb Videowände in den Städten, Strassen etc. auch eine Sache die von der Masse getragen werden kann und eine Rechtfertigung der Gebührenerhöhung darstellen könnte. Die Frage ist doch bis wann sich die Leute das gefallen lassen mit dem “PAY-TV”. Ich kann nur für mich sprechen, aber als normal arbeitender Bürger stehen einem die ÖR nur ca. 5 Stunden pro Tag zur Verfügung (schlafen muss man ja auch mal). Und für die Zeit dermassen überzogenen Gebühren zu verlangen ist aus meiner Sicht falsch. Ein kleiner Betrag wäre in Ordnung um wirklich die Grundversorgung sicherzustellen, aber die Grundversorgung muss nicht mit über 20 TV-Sendern (jeder hat wahrscheinlich sein eigenes Internetangebot !!! ) und über 100 Radiosendern (wahrscheinlich auch mit eigenem Internet-Angebot) erfolgen. Packt alle Internet-Angebote der Sender zusammen, dann muss man auch nicht auf so vielen Seiten suchen.

    Guten Rutsch euch allen trotzdem

  72. 72: jg

    Sehr geehrter Herr Dr. Gniffke,

    ich freue mich sehr darüber das Sie bemüht sind das Angebot der ARD und der Tagsschau weiter auszubauen. Die Einführung eines iPhone Apps ist hierbei ein guter und richtiger Schritt und ich würde mir wünschen das diese Angebote auch auf anderen Plattformen verfügbar gemacht werden.
    Allerdings ist mir ein Punkt doch unverständlich und zwar der Zeitpunkt der Ankündigung dieses Apps. Es ist doch eigentlich bekannt das jede Ausweitung der Angebote der Öffentlich Rechtlichen im Internet von den Privaten mit Argusaugen verfolgt wird und es ist ja nicht die erste Kampagne die in diesem Bereich gegen Sie gefahren wird. Eine Ankündigung im Bereich der Winterpause in dem keine großen Themen erkennbar sind ist da mehr als ungünstig.
    Sie haben damit Bild&Co eine gute Steilvorlage geliefert die nicht hätte sein müssen.
    Ich wünsche ihnen in Zukunft ein noch besseres Auge dafür wie Öffentlickeit, in ihrer Berichterstattung und eigenen Öffentlichkeitsarbeit, inszeniert und instrumentalisiert wird. Den dies ist ein Bereich in dem man überhaupt nicht genug wachsam sein kann.

    Mit freundlichen Grüßen
    JG

  73. 73: superblub

    Es gibt doch schon seit einiger Zeit das WDR Radio als App auf dem iPhone. Übrigens eine wirklich fantastische Angelegenheit. Worin besteht der Unterschied, die Tagesschau-Inhalte nun auch als App anzubieten?

  74. 74: Walter

    Der Markt wird entscheiden, die Kunden. Bei der Tagesschau ebenso wie bei BILD.
    Innovationen kommen und gehen.
    Was bleibt ist praktisch, einfach und sinnvoll.

    Guten Rutsch!
    Kopf hoch

  75. 75: case

    Wie schon in #26 angesprochen ist es sehr verwunderlich, hier in den Kommentaren immer wieder zu lesen, dass die Grundversorgung angeblich nur in den traditionellen Bereichen TV/Rundfunk stattfinde.
    Ich habe gerade noch mal meinen Kalender zu Rate gezogen, und wir befinden uns tatsächlich nicht im Jahr 1995, sondern (fast) in 2010. Jemand, der heutzutage das Internet als Primär-Informationsquelle (natürlich nicht für alle Menschen, aber für viele) unter den Tisch kehren möchte, macht sich völlig lächerlich.
    Die mobile Internet-Nutzung ist natürlich noch nicht gleichermaßen weit verbreitet, aber ich kann nichts dagegen einwenden, wenn die Öffentlich-Rechtlichen hier in die Zukunft blicken, und dabei vielleicht auch neue und/oder jüngere „Kunden“ gewinnen, wie in Kommentar #54 angesprochen.
    Im Übrigen würde mich nicht wundern, wenn die gleichen Leute, die wegen der Tagesschau-App ein solches Theater veranstalten, im nächsten Atemzug ARD und ZDF als überflüssiges „Rentnerfernsehen“ beschimpfen.

    Abschließend möchte ich diejenigen Leser, welche das Modell der öffentlich-rechtlichen Sender an sich in Frage stellen, fragen, ob sie mit den Verhältnissen in den USA vertraut sind.
    Dort gehören nicht nur die populären Fernsehsender, sondern auch die meisten Zeitungen, irgendwelchen großen Konzernen, denen es völlig egal ist, ob sie korrekte und qualitativ hochwertige Informationen verbreiten - Hauptsache, unterm Strich kommen 20% Rendite raus. Dies führt nicht nur zu einer völlig verzerrten, von Lügen, Halb- und Unwahrheiten geprägten öffentlichen Debatte, sondern auch dazu, dass manche Themen einfach totgeschwiegen werden, weil sich die Eigentümer der Sender nicht gegenseitig an den Karren fahren möchten, und die öffentlichen Stationen wie NPR oder PBS als Gegengewicht praktisch nicht präsent sind.

    Erstaunlicherweise scheinen viele anzunehmen, dass jeder Verleger und jedes andere Privat-Unternehmen sozusagen ein Gott-gegebenes Recht haben, mit ihren althergebrachten Methoden auf unbegrenzte Zeit Geld zu verdienen.
    Ich bin zwar kein Freund der GEZ als Institution, oder ihrer Arbeitsweise, aber unsere derzeitige Lage ist der Alternative einer von rein privaten Unternehmen geprägten Medienlandschaft, sowohl bei TV/Rundfunk, als auch im Internet, bei weitem vorzuziehen. Dafür bin ich auch gerne bereit, die Gebühren zu bezahlen.

  76. 76: Daniel

    Ich warte schon lange auf eine vollwertige und seriöse Nachrichten-Applikation für das iPhone. Die existierenden Apps der Privaten sind für mich den Download nicht wert, und RSS-Feeds mit mehr als nur Überschriften+Teasern sind auch sehr rar gesäht. Daher freut es mich zu lesen, dass Sie weiter an Ihren Plänen zu einer tagesschau-App festhalten. Ich hoffe sehr, dass die Springer-Propaganda dies nicht verhindern wird und freue mich außerordentlich auf die tagesschau auf meinem iPhone.

    Freundliche Grüße
    DS

  77. 77: Siegfried

    Hab ich jetzt eigentlich was falsch verstanden? Ein iPhone ist doch eines der Geräte warum wir für die GEZ 5 Euro bezahlen, falls wir noch kein TV haben oder es geschäftlich nutzen.
    Ist denn damit eine Finanzierung nicht bereits erfolgt?

    Außerdem hat eine Tagesschau App sicherlich den Vorteil, dass sie ohne Werbung auskommen wird und das Tagesschau Angebot dem iPhone gemäß liefern kann.

    Ich freu mich jedenfalls schon drauf.
    Siegfried

  78. 78: gmulder

    wollen wir mal so sagen: schön, dass sie eine Iphone-App machen - wann kommt die für Android?

    Kostenlos ist die Iphone App natürlich weder für sie noch für den Nutzer: sie setzen dafür Gebühren ein (die der Nutzer zahlt). Die Entscheidung, die Gebühren für soetwas einzusetzen und nicht für sagen wir mal ein weiteres Drehbuch von Frau Heinze kann ich nur begrüßen.

    Ich denke, der Weg der öffentlich-rechtlichen ins Internet ist ein richtiger und notwendiger. Und sei es nur, um den Wettbewerb der Systeme (den sog. Markt der Großverlage vs. die gemeinschaftliche Einrichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: letzteres ein Modell übrigends, das in in der Diskussion um neue Geschäftsmodelle für den Journalismus auch in den USA positiv besprochen wird) aufrecht zu erhalten.

    Daher wünschen wir uns:
    - einen Journalismus der öffentlich-rechtlichen (einen Gruss auch ans ZDF an der Stelle), der jeden Tag ein bisschen besser und und dafür weniger parteipolitisch beinflusst wird,
    - ein Gebührensystem, das nicht so byzantinisch-undurchsichtig an Geräten und Nutzungszusammenhängen aufgehängt ist wie das jetzige, sondern einfach ( evtl. personenbezogen: eine Person / ein Haushalt zahlt eine Summe für einen Lizenz, egal wo er/sie das nutzt/nutzen) und vor allem international: für Expats und alle, die deutsche Nachrichten wollen, eine Möglichkeit, diese überall zu empfangen.
    …. nicht, dass diese Liste etwa vollständig wäre..

    In diesem Sinne: auf ein interessantes 2010 (und ein vermutlich noch interessanteres zweites Jahrzehnt in diesem Jahrtausend).

  79. 79: jb

    Wie schon mehrfach erwähnt: Bitte nicht nur für das iPhone - die Internetseite ist schließlich aus gutem Grund auch nicht nur auf Apples Safari optimiert.
    Idealerweise stellen Sie eine API zur Verfügung (ermöglichen also, dass jeder mit entsprechenden Programmierkenntnissen die Inhalte holen kann) - so sparen Sie sich den Aufwand, auf mehreren Plattformen zu entwickeln, und lassen die plumpe Springer-Kritik ins Leere laufen.

  80. 80: Jens

    Ich begrüße es sehr wenn es für alle Smartphones und das iPhone entsprechend aufbereiteten Content zum Abruf gibt. Die Kosten für die einmalige Entwicklung solch einer App sind sicherlich nicht der Rede wert und den Inhalt kann sich heute schon jeder Internetnutzer kostenfrei herunterladen.

    Ich freue mich auf die App!

    Viel wichtiger ist aber die Diskussion über die Grundversorgung aller Deutschen mit Nachrichten, deren Finanzierung und die Verbreitung.

    Insbesondere beim letzteren gibt es die Möglichkeit einer kostengünstigen Verbreitung einmal produzierter Inhalte. Die entsprechenden Möglichkeiten sollten hier möglichst offen genutzt werden.

    Ich halte es für eine Frechheit das ich GEZ Gebühren bezahle und auf Reisen im Ausland keine Tagesschau oder das ZDF im Internet ansehen kann.

    Trotzdem allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2010

    Jens

  81. 81: Hannes

    Danke Herr Gniffke für diesen Artikel!

  82. 82: Markus B.

    Ach Herr Gniffke, dann haben Sie ja mal wieder eine Schaufel voll Aufmerksamkeit. Da freuen Sie sich doch bestimmt drüber.

    Was nützt die tollste “App”, wenn der Inhalt nicht stimmt? Machen Sie lieber anständig recherchierte Nachrichten und kupfern nicht bei den Privatsendern ab.

    Sie sollten sich auch nicht so in den Vordergrund drängen sondern Ihre Nachrichten machen.

  83. 83: Herald

    Ein gelungener Artikel. Ich freu mich auf dieses App.
    Auch von mir ein Dank an Herr Gniffke für diesen tollen Artikel.

  84. 84: Dennis

    Ich bin leidenschaftlicher Tagesschau-Schauer und halte diese für die neutralste und beste Nachrichtensendung. Dies vorneweg. Ich besitze zwar kein iPhone, dafür aber ein Samsung Smartphone.
    Ich bin ein Gegner dieser ihrer App-Kampagne. Es ist schlicht und einfach NICHT ihre Aufgabe dies zu tun. UMTS wird bisher ausschließlich Privat angeboten und genutzt. Ein App-Angebot halte ich somit für nicht notwendig.

    Wenn außer diesem Mangel an Notwendigkeit auch noch eine Weitergabe des Ganzen über GEZ-Gebühren fällig wird, halte ich das für eine Unverschämtheit. Wird das App eingeführt ist mir das wie bereits angedeutet relativ egal. Werden die Kosten an den Kunden weitergeleitet halte ich das für einen klaren Gerichtsfall.

    Aufpassen ARD.

  85. 85: marie

    Gut gebrüllt, Miezekätzchen.
    Die Einführung kostenloser öffentlich-rechtlicher Apps ist völlig ok. Wenn Springer dadurch Euros verliert, dann kann man das doch nur begrüßen. Und dennoch, auch wenn der Tenor hier im blog als auch in der Bevölkerung Zustimmung ist, soweit ich das beurteilen kann, ich möchte wetten, spätestens in einer Woche wird die tagesschau einknicken und bis auf Weiteres klein beigeben und verzichten. Ich leite diese pessimistische Sicht aus dem äußerst defensiven Stil und Inhalt ab, in dem Ihr Beitrag, Herr Gniffke, verfasst ist. Meiner Meinung nach müssten Sie viel mehr auf die niedrigen Motive von Springer und den anderen Gegnern der kostenlosen tagesschau Apps abheben. Ein verblödetes und politisch uninformiertes Volk lässt sich viel leichter als Kanonenfutter in den Krieg schicken, mit Niedriglöhnen ausbeuten und mit Boulevardzeitungen und -sendungen zerstreuen. Die Paragraphen eines Rundfunkvertrages, die ja selbst schon ein Skandal sind, lassen sich doch locker mal eben verändern bzw. anders auslegen.

  86. 86: Stefan

    Grüße aus Indien,

    jeden Tag freue ich mich aufs Neue, die Tagesschau und die Tagesthemen sehen zu dürfen. Alles per Podcast.

    Ein App fürs iPhone, ja gerne, aber bitte auch für Symbian und Co, dann geht es noch einfacher als jetzt schon.

    Bitte machen Sie doch mal ein angenehmes Bezahlsystem für Freiwillige, dann bekommen Sie auch meinen Anteil, den ich mir hier im Ausland im Moment spare. Ich zahle ja schließlich auch gerne für meine Download-Zeitschriften.

    Sonnigen Gruß
    Stefan

  87. 87: Henning

    ich finde es sehr sehr richtig, dass auch die ARD mit der Tagesschau im Appstore vertreten sein wird. Ich hoffe sehr, dass sich die ARD nicht anderen einschüchtern läßt und eine App veröffentlicht, egal was wann wer sagt. Bild hat nur Angst um die Umsatzeinbußen (die hoffentlich folgen werden) wenn es eine Tagesschau-App geben wird.
    Egal was Politiker sagen (die haben hoffentlich eh andere Schwerpunkte in diesen Zeiten), bringt die App in den Store!

  88. 88: Peterman

    Wenn alles was technisch machbar ist als Grundversorgung notwendig ist weiß man wann die nächste Gebührenerhöhung kommt. Eigentlich nichts schlimmes, nur wie kann ich dem entgehen? Zur Grundversorgung für die Gebührenzahler gehören heute schon viele Fernsehprogramme die nicht von vielen Bürgern empfangen werden können aber von allen bezahlt werden. Wo wird das Angebot enden und die Gebührenerhöhungen? Für welche Geräte werden noch zusätzlich Gebühren anfallen?

  89. 89: Kai Gniffke

    Habe gerade die Kommentare durchgelesen. Tolles Echo. Allein schon die Vielzahl der Reaktionen finde ich prima. Natürlich freue ich mich über viel Zuspruch. Tut ja auch mal gut in diesen Tagen. Aber es gibt auch eine Menge Fragen und einige kritische Stimmen. Ich schaffe es nicht, auf jeden einzelnen zu reagieren. Werde heute abend oder morgen noch mal was schreiben. Stichworte werden sein Kosten, Wettbewerbsverzerrung, Anwendung für verschiedene Smartphones, Umgang mit kritischen Kommentaren.

  90. 90: Bürger

    Herr Dr. Gniffke,

    lassen Sie sich nicht von den Verlegern rund um Springer beeinflussen. Alles was die wollen, ist zu verhindern, dass die öffentlich-rechtlichen eine Rolle in der zukünftig zusammengewachsenen Welt von Fernsehen und Internet spielen. Es gehört sehr wohl zum Grundversorgungsauftrag, den Bürger auch über das Medium Internet informiert zu halten. Da das Internet immer mobiler wird, dürfen auch Smartphones nicht ausgeschlossen werden. Wie Sie auch richtig bemerkt haben, sind die Inhalte ja sowieso bereits verfügbar, nur eben nicht so komfortabel über eine “App”, sei es nun auf dem IPhone, Android-Phones oder anderen.

    Klären Sie die Papageien in der Politik auf, was Ihr Vorhaben bedeuteut.

  91. 91: knalli

    Schade, das leider Einige der Beiträge von Nutzern verfasst wurden, die scheinbar a) keine Ahnung von der Materie haben der b) bewusst Unwahrheiten in die Welt setzen wollen. Damit meine ich nicht reine Meinungsäußerungen, denn die darf jeder haben.

    Räumen wir mal auf:

    (1) Ich will es auf einer sachlichen Ebene versuchen, wobei es natürlich eine Sache der Bewertung bleibt, aber: Wie kann man BILD (in diesem Kontext meine ich jetzt wirklich diese Zeitung) als qualitativ hochwertig bezeichnen? Das war nicht als Humor extra ausgezeichnet, also als purer Ernst. Dem kann man nur entgegen: Es gibt in Deutschland wohl hoffentlich noch genügend Leute, die echte Nachrichten wie die Tagesschau haben wollen.

    (2) Mehraufwand allgemein wäre immens: Nach dem Durchlesen des Posts ist mir aufgefallen, das die App alleine wohl nicht alles ist, was kommt. Podcasts sind schließlich nur Audio-/Videofeeds als RSS (technisch gesehen eine Nullnummer), man muss nur die Dateien bereitstellen. Das ist total unabhängig vom Device (selbstverständlich muss eine Unterstützung eingebaut sein, das ist jedoch für Multimediaendgeräte wie jeder normale PC oder neue Smartphones selbstverständlich).

    (3) Mehraufwand der eigentlichen App: Wie bereits angedeutet sind so genannte native iPhone Apps (im Gegensatz zu einer normalen Internet “Webapp”) in der Lage, spezielle iPhone-Funktionen anzubieten. Es ist ja nur der Zugang, nicht der Inhalt. Theoretisch könnte das auch jemand “Drittes” machen.

    (4) Apps für andere Geräte: Da wird es amüsant bis komisch, denn selbstverständlich ist die iPhone-Penetration noch nicht so ausgeartet, wie auf dem privaten Computerbereich (Stichwort Windows/Linux/MacOS), aber es erinnert auch hier an die lange Zeit vorherrschende Unterstützung von WMV für die Videos. Das hat keinen gestört, weil die meisten Windows hatten. Nicht alle, aber die meisten. Das nun für das iPhone als Smartphone-Spitzenreiter als erstes eine App gemacht wird, scheint jedoch für den einen oder anderen gänzlich unpassend sein - warum eigentlich?

    Für Nicht-Multimedia-Handys hat es schlechtweg keinen Sinn, abgesehen der Tatsache, das kaum ein Nutzer daran Interesse findet. Und die anderen Smartphone-Hersteller haben zwar auch schöne Geräte, aber keine Kunden gehen soviel online wie.. mit dem iPhone.

    (5) Wie kommt die App zum Kunden? Ein vergleichbares Angebot wie von Apple gibt es seit kurzer Zeit für Android und Palm.. beide sind jedoch relativ unbedeutend in ihrer Größe und ihrem Angebot im Vergleich zu dem großen Bruder (*g*).
    Wie soll ein normaler Windows-Mobile oder Blackberry an solch eine App kommen? Und wie soll er erfahren, dass es eine solche überhaupt gibt?

    (6) Ich stelle mal die Behauptung auf, dass die iPhone-Anwendung keine derartigen direkten Traffic-Mehrkosten entstehen lässt, als das sich das auf die Gebühren eins einzelnen bemerkbar machen lässt. Wir leben schließlich nicht mehr im finsteren Traffic-Mittelalter. Einige Nutzer werden auch die mobile Anwendung auch anstatt ihrer Desktopanwendung (aka Browser) nutzen. Man sollte die Rechnung also nicht zu früh schließen.

    (7) Weil wir bei den technischen Details sind, HTML5: Ich traue der Tagesschau sogar im Gegensatz der anderen zu, das sie das als einer der ersten machen werden. Nur kann heute eben nicht jedes Smartphone HTML5 (eigentlich nur iPhones und Geräte mit Android) - und da es noch nicht endgültig ist, gibt es einige technische Dinge, die sich noch entscheiden müssen (Stichwort Videocodec). Außerdem bringt einem HTML5 nicht automatisch iPhoneOS (oder AndroidOS)-Mehrwerte. Das sind partielle, aber nicht komplette Schnittmengen.

    Persönlich finde ich, dass ist ein guter Schritt. Kurz, wie Nr 41 (JC) bereits sagt, wie jedes andere Smartphone gehört auch das iPhone bereits(!) zu einem gebührenpflichtigen Endgerät - entschuldigung, da darf ich dann auch entsprechende, angepasste Software erwarten, falls das möglich ist. Ansonsten dürfte man auch nie eine HD-Version der Tagesschau anbieten, denn: einen HD-Fernseher (für den man Gebühren zahlt) hat ja nicht jeder, und ist nicht Grundversorgung. Blödsinn? Ja. Umgekehrt ist das zwar auch, aber wir können an dieser Stelle nicht auch noch das Fass mit GEZ-Rechtmäßigkeit aufmachen.

    Das Beispiel aus Schweden zeigt mal wieder, das man hier wirklich teilweise sehr technologiefeindlich hantiert. Ob Unwissen, Angst oder Dummheit.. ich weiß es nicht. Da aber nicht alle Schlauen im Norden wohnen, muss eine Mischung sein ;)

  92. 92: Hannes

    Immer dieses Tagesschau und Tagesthemen gebashe!

    Die ARD macht immer noch die besten und neutralsten Nachrichten in Deutschland!

    Es mag zwar angebrachte Kritikpunkte geben, aber wenn man sich die Alternativen ansieht weiß man, was man an der Tagesschau hat.

    Nie im Leben kommen die Nachrichtenshows der Privatsender an die der ARD heran.

  93. 93: Stefan

    >Apple hat offenbar iPhone-Apps, in denen dem Dalai Lama gehuldigt wird, aus der chinesischen Version des Apple-Software-Shops App Store geworfen. Mindestens fünf dieser Lama-Apps sind nicht mehr über die chinesische Version des App Store zu beziehen, darunter Zitatesammlungen und eine virtuelle Dalai-Lama-Gebetsmühle. Dass hinter der Nicht-Verfügbarkeit System steckt, unterstreicht das Verschwinden einer weiteren App, die der uigurischen Menschenrechtsaktivistin Rebiya Kadeer gewidmet ist. Apple reagiert auf Anfrage von “PC World” ausweichend: “Wir halten uns an lokales Recht. Nicht jede App ist in jedem Land zu haben.”

    Weil Apple auch schon zuvor mit den chinesischen Behörden kooperierte und bestimmte Spiele in China nicht anbot, spekuliert ein chinesischer App-Entwickler, liege es doch nahe, dass Apple nun auch den Zugang zu bestimmten Anwendungen in China blockiert.

    Quelle:Spiegel online

    Und sowas wollen die ör auch noch unterstützen!
    Da haben sich die richtigen gefunden!

    Ich bin ja mal gespannt ob diese nachricht heute in den tagesthemen,ist wenn nicht wissen wir warum!

  94. 94: frank

    Grüße aus Berlin,
    ich freue mich sehr auf die kostenlose “app” und über ihre kundenorientierte Einstellung zum Thema Nachrichten. Zugänglichkeit und Komfort sind für mich sehr wichtige Indikatoren eines gelungenen Informationsaustausches in unserer Gesellschaft.

  95. 95: Sven

    Ich freue mich SEHR auf die tagesschau-app, nicht beirren lassen von der niveaulosen Springer-Presse…

  96. 96: Bernd

    Die Musikindustrie hat’s vorgemacht, die großen Verlagshäuser in Deutschland machen es zeitlich verzögert nach:

    Absturz durch “Kostenlos”-Kultur im Internet !

    Technisch bei der Musikindustrie nicht zu verhindern (mp3 Tauschbörsen) sitzen inzwischen viele Leute lieber vor dem aufgeklappten Laptop als vor der aufgeschlagenen Zeitung.
    Für Information zu zahlen ist damit hinfällig geworden, im Gegenteil die Geschwindigkeit und die Informationsbreite der online Medien ist uneinholbar, und die große Masse der Verbraucher wird nicht zum zahlen bereit sein, was es mit Google/Bing Suche und ein paar Mausklicks weiter umsonst gibt.
    Davor haben die Verlagsmanager Angst, sie werden nicht mit der öffentlich-rechtlichen Konkurrenz mithalten können.
    Eine Beschränkung der Online Aktivitäten der ARD und des ZDF sehe ich kritisch, eben weil der ganze mediale Zug Richtung Internet fährt und Fernsehen insbesondere bei den Jugendlichen nur noch ein Komplementärmedium ist.
    Wie schlecht gerade die privaten Info-Angebote sind zeigt ein kurzer Blick auf N24 und (marginal besser) n-tv.
    Ausführliche Recherche (Landesstudios in den Bundesländern,Auslandskorrespondenten, etc. kosten eben Geld und die hat n-tv wohl nicht. Die Engländer sind dank der öffentlich-rechtlichen BBC auch besser versorgt, im Kommerz US-TV ist Information trotz MSNBC, Fox News, CNN nicht viel besser. Es läuft fast auf allen Kanälen dasselbe magere Nachrichtenangebot, kaum Hintergrund Infos und viel Werbung jede 10 Minuten. Nach der Reklame zurück zum nächsten Terroranschlag. Nein, danke.
    Zu einer Demokratie gehört auch die Chance auf Bildung, und wenn man(n) will ist das TV ein Fenster zur Welt (Weltspiegel, Auslandsjournal, etc.).
    Das der Springer Verlag die Tagesschau App Diskussion mit der unglückliche GEZ Struktur vermischt ist ideologisch bedingt.
    Eine allgemeine Medien Haushaltsgebühr, obligatorisch von jedem Haushalt in D. einmal zu zahlen wäre gerechter !
    Sonst kommt sich der normale GEZ Zahler im Freundeskreis so langsam ziemlich einsam vor wen alle seine Spezln nicht zahlen, er selbst aber schon…

  97. 97: Stephan

    “Ich versuche mir gerade vorzustellen, welche Empörungswelle durch das Land ginge, wenn wir jetzt auch noch Geld für diese bereits von Gebühren finanzierten Inhalte nehmen würden.”

    => In der Tat! Ach, kämen Sie nur auf diese Idee, dann hätte der Spuk der Gebührenfinanzierung durch alle Bürger, deren Fernseher, Autoradios, Handies mit Radio, Radio in der Ferienwohnung, internetfähiger PCs etc. ein Ende.
    Denn den an Sie gestellten Auftrag erfüllen Sie schon Jahre nicht mehr. Dies ist einfach daran zu beobachten, daß nur die Mischung von ARD und ZDF-Nachrichten ein einigermaßen verzerrungsfreies Bild der politischen Meinung liefert.

  98. 98: Peter

    Meine sehr geehrten Damen und Herren, was da so freundlich daher kommt, ist nichts anderes als die nächste Begründung, entweder wieder die Gebühren zu erhöhen oder neue Zahlungspflichtige zu erfinden oder am besten beides. Wie wäre es denn mal mit einer Gebührensenkung? Die technische Entwicklung haben Sie genauso verschlafen wie die Zeitungsverlage, aber sie haben ja staatliche Geldeintreiber, die dafür sorgen, das ihr System weiter läuft! Was bitte haben Sportübertragungsrechte, Seifenopern, volkstümliche Musik usw. mit GRUNDVERSORGUNG zu tun? 8 Milliarden kassieren Sie im Jahr! Ich glaube, da ist was aus dem Ruder gelaufen.

  99. 99: Christian

    ‘ 36:
    Und wieder ein Gebühren gefeiertes ARD-Premium-Qualitätsvieh, welches speziell für den kostenlosen Verzehr auf einer großen, saftigen, grünen Aue großgezogen wird.

    ‘ Gniffke:
    “Wir tun dies in der Überzeugung, dass ein solches Nachrichtenangebot wichtig ist für den Zusammenhalt und die Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft.”
    Stiftung Warentest bestanden.

    ‘ 92:
    ” Es mag zwar angebrachte Kritikpunkte geben, aber wenn man sich die Alternativen ansieht weiß man, was man an der Tagesschau hat.”
    Diese Leistung überzeugt.

    Danke an alle no names, die 2009 viel Überzeugungsarbeit geleistet haben. Danke, dass es euch überhaupt gibt! :-)

  100. 100: Volker

    Ich muss jetzt schon mit meinem Gebühren die Streams für dir Programme von ARD, ZDF und den vielen anderen öffentlich-rechtlichen Programmen zahlen und kann sie nicht nutzen, da ich in einem DSL-freien Gebiet wohne. Nun muss auch noch die Erstellung und Pflege von Programmen bezahlt werden, die ich auch nicht nutzen möchte, da mir die I-Phone Tarife zu teuer sind. ARD und ZDF sollten sich auf due Grundversorgung konzentrieren und dafür braucht man nicht über 30 Kanäle. Davon wird das Programm nicht besser. Alle anderen angebote können heute zu kleinem Geld abgerechnet werden. Wenn sie von der Qualität Ihrer Produkte überzeugt sind, können sie das App ja für ein paar Euro Jahresgebühr verkaufen.

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