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09.02.2010

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Die fast perfekte Kampagne

5. November 2008, 06:06 Uhr - von Jörg Schönenborn

Klar, Obama hat die fast perfekte Wahlkampagne gefahren. Dazu gehörte hervorragende Organisation, zielgenaues Ansprechen von Wählerinnen und Wählern durch Telefonanrufe, Helfer, die von Tür zu Tür laufen und Emails. Und natürlich hat er die über 600 Millionen Spenden klug eingesetzt.

Aber bei einer ehrlichen Analyse muss man auch folgendes sehen: Die Demografie der Vereinigten Staaten hat sich in den letzten Jahren Stück für Stück verändert. In früher republikanische Staaten, sind junge gut ausgebildete Hochschulabsolventen umgezogen, etwa nach Colorado, wo sie rund um Denver und Boulder gut bezahlte Jobs gefunden haben.

Klassisches demokratische Klientel: Die spanischen Einwanderer ziehen immer weiter nach Norden und spielen damit eine noch wichtigere Rolle bei den Wahlen. Anders als John Kerry 2004 hat Obama es geschafft, die Hispanics mit einer fast Zweidrittel-Mehrheit hinter sich zu bringen. Ein wichtiger Baustein für seinen Sieg.

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11 Reaktionen zu “Die fast perfekte Kampagne”

  1. 1: Peter

    Bei den “African Americans” hat Obama mehr als 90% erhalten. Rassismus hat wohl doch eine wichtige Rolle gespielt … der schwarze Rassismus zugunsten Obamas.

  2. 2: siegfried koschorke

    hallo, jörg schönenborn & team
    wie oben zu lesen ist, hatte obamas hatte für den wahlkampf ungefähr 600 millionen us$ zur verfügung. bis jetzt gab es eine ziemlich lückenlose offenlegung der entstandenen kosten - nicht zuletzt aufgrund der ‘competition’ im wettlauf ums höchste staatsamt. was mich interessiert ist, was mit dem rest geschieht: gibt es traditionell einen verwendungszweck für den rest der spenden (beider kandidaten)?

  3. 3: siegfried koschorke

    kommentar zum kommentar 1 — ich hoffe ja noch, dass der ausdruck “schwarzer rassismus” vom autor in richtung “zusammenhalt” korrigiert wird.
    rassismus ist zu diskriminierend für etwas, was überall passiert, wenn eine (gefühlte) minderheit einen kristallisationspunkt findet - und seien es auch nur die weissen söckchen in sandalen gepaart mit kurzen hosen deutscher urlauber in südlichen ländern!
    -sig.

  4. 4: webmaster

    Liebe User,

    da wir diesen Beitrag von Herrn Schönenborn versehentlich zweimal veröffentlicht hatten - einmal unter der Überschrift “23:35, Washington D.C.” - haben wir die Doublette gelöscht.
    Die Kommentare, die sich auf den anderen Eintrag bezogen, hängen wir nun an diesen Beitrag an.

    Bitte entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten.

  5. 5: M. Bödecker

    “Spanische Einwanderer”?
    Was hat diese Einwanderer dazu gebracht Spanien zu verlassen?

  6. 6: A. Bossler

    Obama hat die Wahl gewonnen und als Buergerin dieses Landes bin ich unendlich froh und erleichtert! Es wird nun viele Analysen geben ueber die Waehlergruppen, die Rassenfrage, die Rolle von Obamas Organisation usw. Das ist alles angebracht. Aber ich denke, der entscheidende Punkt ist der: was Amerika derzeit eint, sind unsere gemeinsamen Sorgen. Egal woher wir kommen, welche Hautfarbe wir haben, in welchem Bundesstaat wir leben: im November 2008 haben eigentlich alle Amerikaner die gleichen Sorgen. Um den Arbeitsplatz, die steigenden Kosten, grosse Verluste (!) in unserer Altersversorgung durch die Finanzkrise, der Wert unserer Haeuser, Krankenversicherung und ja, auch den Klimawandel. Katrina hat die Augen geoeffnet. Vor 4 und 8 Jahren waren die Themen fuer die verschiedenen Waehlergruppen unterschiedlich; heute sind sie fuer alle gleich. Deshalb hat Barack Obama so viele Menschen angesprochen. Und deshalb gab es die vielen Freiwilligen, wie heute auch bei der Telefonaktion, die vorher noch nie in ihrem Leben an so etwas teilgenommen hatten. In einem privaten Wohnzimmer, welches die Hausbesitzer 5 Tage lang als Standort fuer diese Aktion zur Verfuegung stellten. Die Hautfarbe des Kandidaten spielt im Amerika von 2008 kaum noch eine Rolle. Und wer das bezweifelt, der schaue z.B. auf Obama’s Ergebnis in den Neuengland Staaten. 98% der Bevoelkerung von Maine ist weiss; Obama hat hier mit 20% Vorsprung vor John McCain gewonnen. In einem Bundesstaat, der in vielem Sarah Palin’s Alaska sehr viel aehnlicher ist als Obama’s Illinois. Amerika hat den Wandel gewaehlt; nun muessen wir zeigen, dass wir auch bereit sind, diesen Wandel weiter mitzutragen.

  7. 7: Christian

    Ich würde es ebenfalls nicht als Rassismus unter Schwarzen, sondern eher als “Solidarität” einer Bevölkerungsgruppe untereinander bezeichnen - absolut verständlich und für jeden nachvollziehbar.
    Wir sollten uns freuen, dass die Amerikaner aus Ihrer Geschichte gelernt haben, vermutlich sind sie dbzgl. schon viel weiter als gedacht, und vor allem viel weiter als wir, oder was sollte Ihr Kommentar heute früh im TV, Zitat:
    “Auch ich habe im Wahlkampf oft nicht an die Hautfarbe gedacht - ER BENIMMT SICH JA AUCH GAR NICHT SO”,
    doppel-autsch!

  8. 8: US-Wahlen und die Blogosphere « Gedankensolo

    [...] alle drin im Park, 04:27 Uhr “Yes-we-can”-Sprechchöre, ein Meer aus Fahnen, 05:04 Uhr Die fast perfekte Kampagne, 06:06 Uhr “Hello Chicago”, ruft Obama, 06:06 Uhr 23:35, Washington DC, 06:07 [...]

  9. 9: Kowalskie

    “Dazu gehörte hervorragende Organisation, zielgenaues Ansprechen von Wählerinnen und Wählern durch Telefonanrufe, Helfer, die von Tür zu Tür laufen und Emails.”

    Warum schreiben sie nicht, was sie auch gesendet haben ? Widermal sehr einseitig von ihnen, um nicht zu sagen, sie sind befangen, da sie Fakten und ihre persönliche Meinung nicht auseinanderhalten können.
    Es war doch, so denke ich, sogar im Ersten die Tage zu sehen, für Obama machten selbst 13jährige! schon Wahlkampf, indem sie via Telephonlisten, potentielle bzw. noch unentschlossene Wähler anruften und in Gespräche verwickelten, mit nur einem Ziel, daß Obama gewählt werden sollte.
    Ich frage mich, wie sie, bzw. die deutsche Medienlandschaft darauf reagieren würden, wenn z.B. die Linke, ebenfalls 13jährige aktiv für ihren Wahlkampf einspannt, und damit meine ich nicht Handzettel verteilen.

    Was mich auch ungemein stört, dieser Schwachsinn von wegen die Hautfarbe würde ja keine Rolle mehr spielen etc. Sagt mal, seid ihr alle blind ? Klar spielt sie eine Rolle, weil man sie eben sieht, die Frage ist nur, wie man damit umgeht.

    Zum anderen, als Gebührenzahler muß ich auch mal die Frage stellen, warum ARD und ZDF vor Ort waren, nicht nur in deren Studios, sondern auch mit diversen Außenreportern. Hätte es nicht gereicht, wenn nur ein Sender voll übertragen hätte ?
    Oder war das ein kleiner Wettkampf zwischen ARD und ZDF ? Denn Eindruck hatte ich jedenfalls, und den kann mir auch keiner nehmen, besonders wenn ich da die üblichen Verdächtigen gesehen habe, Maischberger und Co, und diese… naja, ich verkneifs mir… ist doch immer dasselbe.

  10. 10: Andreas

    Sind die Hispanics “klassisches demokratisches Klientel”? Warum haben sie dann vor vier Jahren nicht in gleichem Umfang Demokraten gewählt? Es ist viel mehr so, dass die Hispanics mehrheitlich eigentlich Vorbehalte gegen Schwarze haben, was man im Vorwahlkampf deutlich sehen konnte. Insofern möchte ich hinter die obige Analyse ein dickes Fragezeichen setzen.

  11. 11: Johannes

    Wirklich ein wunderbarer Sieg!
    Ich selbst bin gerade in Amerika und es ist einfach nur umwerfend. Ich wünschte, wie hätten einen ähnlichen Wahlkampf und eine ähnliche Begeisterung für Politik in Deutschland.
    Ich möchte übrigens auch der ARD für ihr hervorragende Berichterstattung danken. Habe beinahe die gesamte Sendung verfolgt und es war sehr interessant und hatte einen hohen Informationswert.

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