5. November 2008, 00:49 Uhr - von Jörg Schönenborn
Es ist spannend, was die Wahltagsbefragung mir hier auf den Laptop ins Studio liefert. Das einzige Problem dabei ist: Ich erinnere mich noch gut an 2004, als es früh eine gute Tendenz für Kerry gab und der am Ende die Wahl doch noch verloren hat. Deshalb will ich auch gar nicht darüber schreiben, wie hier im Laptop das Duell Obama gegen McCain steht.
Es gibt andere spannende Daten. Zum Beispiel, dass wohl in der Tat die Hispanics, die spanisch sprechenden Einwanderer, eine große Rolle bei dieser Wahl spielen werden. In keiner Gruppe hat Barack Obama gegenüber der letzten Wahl stärker hinzugewonnen als bei dieser. Die Weißen, deren Anteil an der Wählerschaft seit Jahren kontinuierlich sinkt, stellen jetzt noch 75 Prozent der Wähler. Zum Vergleich 1984 bei Ronald Reagans Wiederwahl waren es noch 86 Prozent. Die Schwarzen werden momentan mit dreizehn Prozent angegeben, das wäre Rekordwert.
Ansonsten ist erstaunlich, wie wenig Bedeutung offensichtlich die Hautfarbe der Kandidaten hat. Neun Prozent nennen das als einen wichtigen, zehn Prozent als einen weniger wichtigen Faktor. Macht 19 Prozent, die angeben, in der Wahlkabine auch über die Hautfarbe der Kandidaten nachgedacht zu haben. Das ist wirklich nicht viel.
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Jörg Schönenborn |
5.11.2008 00:49 Uhr
Kategorie: US-Wahl
Schlagworte: Barack Obama, John McCain, US-Wahl, USA
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Am 5. November 2008 um 00:54 Uhr
Selbst wenn Obama nicht gewinnt.
Ist es nicht so dass er viel erreicht hat, was Hautfarbe/Rassismus angeht, verdammt viel erreicht hat?
Er hat doch ein Thema - ohne es (klugerweise) anzusprechen - neu belebt und in die Diskussionen eingebracht.
Am 5. November 2008 um 08:46 Uhr
[...] 14:30 Uhr, 23:45 Uhr Anstehen für das Obama-Fest, 23:55 Uhr Sorgen Sie für gute Laune, 00:06 Uhr Die Hautfarbe hat kaum Bedeutung, 00:49 Uhr Nur nicht irritieren lassen, 00:58 Uhr Kein Republikaner wird Präsident ohne Ohio, [...]
Am 5. November 2008 um 15:40 Uhr
Ob man 19% “nicht viel” findet, halte ich für diskutabel. Zudem möchte ich zu bedenken geben, dass einige derjenigen, für die die Hautfarbe ein wichtiges Kriterium bildet, vielleicht wenigstens schon kapiert haben, dass das heutzutage nicht mehr als besonders klug gilt - und dies deshalb bei der (Face-to-Face)-Wahltagsumfrage nicht angeben. Soziologen nennen das soweit ich mich erinnere “Antwort-Verzerrung durch soziale Erwünschtheit” oder so ähnlich.
Am 8. November 2008 um 13:45 Uhr
Aber kann es nicht auch sein dass Leute, für die die Hautfarbe ein wichtiges Kriterium darstellt, eben nicht gegen sondern für Obama entscheiden um ein Zeichen zu setzen. Gibt es dafür Zahlen?