2. Januar 2007, 20:39 Uhr - von Dr. Kai Gniffke
Nun kann man die Hinrichtung Saddam Husseins bis zum tödlichen Ende sehen. Im Internet kursiert ein Handy-Video, das alles zeigt: Die Vorführung des Delinquenten, das Umlegen der Schlinge, das Öffnen der Falltür. Ich frage mich, wann der erste TV-Sender die Nerven verliert und das alles zeigt. Bislang testen viele nur die Grenzen aus bis kurz vorm Öffnen der Falltür. Im Printbereich ist man da offenbar weiter.
Heute morgen haben wir in unserer ersten Konferenz des Tages um 10.30 intensiv diskutiert, wie wir mit den Bildern umgehen, und ob unsere bisherige Linie richtig war. Kurz nach der Hinrichtung am Samstagmorgen haben wir den Tod Saddams gemeldet. In den Tagesschau-Ausgaben am Vormittag war dann die Vorführung Saddams am Ort der Exekution zu sehen. Weil unsere Sendungen noch innerhalb des Kinderprogramms liefen, haben wir das Umlegen der Schlinge nicht gezeigt. Als dies dann am Nachmittag und am Abend in der Tagesschau zu sehen war, hat dieses Bild viele Zuschauer erschreckt und angewidert. Dennoch hielten wir dieses Zeitdokument für sendbar, auch wenn einige in der Redaktion bereits hier lieber früher aus den Bildern ausgestiegen wären. Keinesfalls aber wären wir weitergegangen. Darüber herrscht auch heute bei ARD-aktuell Konsens: Die Würde des Menschen ist unantastbar - das gilt auch für einen Diktator, mag er noch so verabscheuungswürdig gewesen sein. Den Moment seines Todes zeigen wir nicht! Auch nicht den strangulierten Saddam am Galgen, den ich heute morgen in einer Boulevardzeitung sah. Man mag einwenden, dass wir abends ein Handy-Foto der in Tücher gehüllten Leiche Saddams gezeigt haben. Aber es war nicht voyeuristisch, nicht schockierend, nicht entwürdigend, auch nicht triumphierend.
Deshalb sehen die Zuschauer bei Tagesschau heute nur die bislang gesendeten Bilder und in den Tagesthemen aus dem neu aufgetauchten Video nur einen kurzen Ausschnitt. Beides sind Dokumente der Zeitgeschichte. Wir sind aber sicher, dass die Zuschauer auf die Bilder, die wir nicht zeigen, gut verzichten können. Und wenn ich ehrlich bin, denke ich auch an meine 10 und 13 Jahre alten Kinder, die gelegentlich die Tagesschau sehen. Sie verstehen sehr genau, was mit Saddam passiert ist - zeigen muss man es ihnen nicht.
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Dr. Kai Gniffke |
2.01.2007 20:39 Uhr
Kategorie: ARD-aktuell Chefredaktion
Schlagworte: Diktator, Hinrichtung, Koferenz, Saddam Hussein, Tagesschau, Tagesthemen
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Am 2. Januar 2007 um 21:55 Uhr
Da kann man nur sagen: “Daumen hoch” - eine gute Entscheidung. Mir gehen häufig die Bilder der Berichterstattung zu weit - gerade, wenn es um Krieg und Katastrophen geht und auch wenn die Tagesthemen/Tagesschau meistens auf die schlimmsten Bilder zu verzichten scheint, könnte man in meinen Augen noch einiges mehr an Bild-/Videomaterial weglassen.
Am 2. Januar 2007 um 22:02 Uhr
Guten Abend.
Glauben Sie wirklich, dass sie durch ihren “ARD-aktuellen Konsens: Die Würde des Menschen ist unantastbar -” die Menschen davon abhalten, sich das “ganze Video” auf anderen Sendern anzuschauen? Die “Konsumenten” wollen gefüttert werden. Neu, immer krasser und schockierend sollen in vielen Augen die Bilder/ Nachrichten sein, um am Fernseher gehalten zu werden. Wenn “RTL aktuell” seine Einschaltquote mit schockierenden Bildern steigern kann, werden sie dies tun. Leider!
Persönlich denke ich, sollte man die Bilder nicht senden. Da das Internet dem Fernsehen aber immer einen kleine Schritt voraus ist, wird Aktualität dort diktiert und Moralauffassungen dort gepredigt.
Am 2. Januar 2007 um 22:15 Uhr
Ich bedanke mich ausdrücklich für diesen verantwortungsvollen Umgang mit Bildern.
Der grauenhafte Umgang verschiedener Boulevard-Blätter mit Fotos oder Filmsequenzen dieser Art ist einer der Gründe, warum ich so etwas nicht lese. Es ist abscheulich, wenn solche Revolverblätter nun auch Leser auffordern Handyfotos einzusenden.
Am 3. Januar 2007 um 01:01 Uhr
Es ist gut das diese Grenze nicht überschritten wurde. Allerdings sieht man in mancherlei Dokumentationen Szenen, die eine Hinrichtung zeigen. Und zwar in voller länge.
Damit sind solche gemeint, welche sich z.B. mit dem 2.Weltkrieg oder dem in Vietnam befassen.
Das sollte aber nicht sein, auch wenn es sich dabei um historisches Material handelt.
Johannes
Am 3. Januar 2007 um 01:16 Uhr
Irgendwie beschleicht mich das untrügliche Gefühl, wir festigen mit dieser Geisteshaltung die teils schizophrene Realität, nicht nur der Medienwelt.
Hundertfach gespielter Mord und Totschlag in allen Formen “…nur im Spielfilmen..” und dann bei der blutigen Realität auf einmal moralische Bedenken zeigen.
Die Exekution hörte beim umlegen der Schlinge nicht auf. Auch nicht bei 3.000 toten Amerikanern und was weiß ich, 100.000 oder noch viel mehr toten Irakern.
Getötet und gemordet wird real..nicht fiktiv!!
Mal ein provokative Frage:
Warum hat man die Bilder nicht (vorbereitet ) gezeigt..in Phoenix um Mitternacht, mit einer glasklaren, ehrlichen rückhaltlosen, politischen Analyse, wer dies böse Spiel betreibt und mit welchen Interessen!
Oder ist das dem Zuschauer als Ganzes nicht zuzumuten?
Zwei Stunden war ich im Internet Leserbriefe studieren und ich kann mir einen tiefen sorgenvollen Seufzer ( um die Folgen nicht nur im Irak ) nicht ersparen.
Fazit: Ganz enorm viel gesellschaftlicher Diskussionsbedarf!!
Am 3. Januar 2007 um 02:29 Uhr
Saddam Hussein: Sein letztes Wort war “Mohammed”…
Saddam Hussein ist tot. Nach dem im Netz ein vollständiges Video der Exekution kursiert, stellt Kai Gniffke auf blog.tagesschau.de sich und uns die Frage, ob man das Video ansehen bzw. (als Fernsehsender) veröffentlichen sollte. Ich meine “Ja…
Am 3. Januar 2007 um 08:43 Uhr
Gut so!
Dieses kontroverse Thema zeigt, wie unterschiedlich die Erwartungshaltungen der Zuschauer sind.
Ich finde es gut, dass ARD Aktuell klar Stellung bezieht und sich von der Ausstrahlung derartigen Bildmaterials ausdrücklich distanziert.
Denn als Fernsehkonsument möchte ich zwischen solchen Sendern wählen können, die etwas zeigen und solchen, die es eben nicht tun.
Und wenn die ARD - und dann eventuell auch die anderen Öffentlich-rechtlichen - begänne, Hinrichtungen etc. zu zeigen, bliebe mir als Fernsehkonsument bald keine Wahl mehr.
Und falls jemand meint, er wäre näher an der Wahrheit, wenn er Exekutionen präsentiert bekommt, dann soll derjenige eben die Privaten sehen.
Am 3. Januar 2007 um 09:53 Uhr
Auch ich finde die Entscheidung die Videoaufnahmen nicht vollständig zu zeigen richtig!
Offensichtlich gibt es diskussionsbedarf auch zu diesem Thema, was aber nichts daran ändert, das auch ein “Schurke” nicht seiner Würde beraubt werden darf.
Am 3. Januar 2007 um 10:20 Uhr
Die Entscheidung der Tagesschau, die Hinrichtung nicht zu zeigen, zeugt von de Qualitaet der ARD. Dennoch bin ich der Meinung, auch das Umlegen der Schlinge haette man sich sparen koennen.
Am 3. Januar 2007 um 10:20 Uhr
Was erwarten wir ??
Soll eine Hinrichtung gezeigt werden ? und wen schockiert das überhaupt noch ? ist das Publikum nicht schon genug abgestumpft ? was erwarten wird von einer Gesellschaft die nachmittags so genannte “Talkshow” von einem unterirdischen Niveau ausstrahlt …
Jeder hat die Wahl sich das Video im Internet anzuschauen – oder es zu lassen.
Meiner Meinung nach, ist es richtig, das Video nicht in voller Länge im TV auszustrahlen.
Alle normalen denkenden Menschen haben ohnehin genügend Fantasie um zu wissen bei einer Hinrichtung passiert – wobei die Notwendigkeit der Todesstrafe in Frage gestellt ist …
Ich zumindest lehne die Todesstrafe ab…
Am 3. Januar 2007 um 10:24 Uhr
Ich persönlich stimme der Entscheidung der ARD-Redaktion zu und zwar nicht, weil ich das volle Video so grausam fände oder vor der Realität die Augen verschließen möchte, sondern weil ein Zeigen des Videos fuer mich keinen zusätzlichen Informationsgehalt liefern würde. Ich muss nicht wissen, wieviele Atemzüge und Augenaufschläge Sadam vor dem Öffnen der Falltüre noch gemacht hat. Weder bereichert mich das, noch interessiert es mich. Entscheidener ist für mich die Fragestellung, wie es so leicht möglich sein konnte, eine Aufnahme zu machen und wieso keine strengeren Kontrollen gegeben waren- zugleich aber merke ich, dass mir selbst diese Information nicht wichtig ist. Wenn ich ehrlich bin, dann ist es mir egal, ob jemand den Tod aufgezeichnet hat oder nicht und ob er ihn ins Netz stellt oder nicht. Ich werde mir diese Seiten nicht ansehen, sie sind nicht wichtig für mich.
Es mag ja sein, dass Uwe (02.01. 22:02) Recht hat, wenn er schreibt, dass die Zuschauer immer mehr “gefüttert werden möchten”, ich denke aber, dass dies keine einseitige Entwicklung ist und dass man auch nicht von “dem” Zuschauer reden kann. Die Medien liefern den Stoff und die Zuschauer reagieren. Voyeristische Darstellungen erfreuen sich hoher Beliebtheit - solange diese bestehen, werden seriöse Sender leider jene nicht mehr erreichen, die gerade Aufklärung nötig hätten. Ich bin der Meinung, dass das Fernsehen einen neuen Kurs einschlagen müsste. Für die privaten Sender wird das aber nicht funktionieren. Sie benutzen den von Un-Reflektiertheit und wenig Kritikfähigkeit gekennzeichneten Zuschauer um die Quoten in die Höhe schnellen zu lassen. Sie wissen, auf was “das Publikum” anspringt und nutzen dies schamlos aus um sich gegen die starke Konkurrenz behaupten zu können. Das Fernsehen entscheidet mit, was der Zuschauer sehen will, denn diese können reagieren nur und ich bin mir sicher, dass sie auch auf anderem Wege erreichbar sind. Aber der voyeristische Weg ist eben “einfach”. Und er sorgt dafuer,dass der Zuschauer “dumm” bleibt.
Zudem bin ich der Meinung, dass bei Nachrichten Titel und Darstellung zusammen passen muessen. In diesem Fall ging es um die Tatsache, dass jemand per Handy eine Aufnahme der Hinrichtung machen konnte und wie dies zu bewerten ist. Es ging garnicht darum zu sehen, wie sich die Hinrichtung in jeder einzelnen Sekunde vollzogen wurde. Würde mir diese gezeigt, dann würde ich vermutlich nur noch über den Akt der Hinrichtung sprechen und dabei ganz vergessen, dass ich jene Aufnahmen noch unterstütze.
Dieses Phänomen kann man sehr gut erkennen, wenn man solches Publikum, die lieber Boulevard-Blätter “ansehen” mal befragt, welche neuen Informationen sie aus den “Nachrichten” gewonnen haben. Sie wissen dann vielleicht, wie eine Hinrichtung aussieht, viel weiter aber wurde nicht gedacht.
Nun kann man sagen, dass ARD vielleicht eine geschickte Verknüpfung von hohem Informationsgehalt und Videodarstellung geschafft haette. Das halte ich aber fuer schwierig, da ein Video einer Hinrichtung zu provokant ist um nicht von der eigentlichen Sache abzulenken.
Und - jetzt wiederhole ich mich - es liefert mir keine neuen Informationen und interessiert mich auch nicht.
Wenn ich mich mit Hinrichtungen beschäftigen will, dann kann ich auf anderweitiges zahlreiches Material zurückgreifen.
Beste Grüße,
Sabine
Am 3. Januar 2007 um 10:35 Uhr
Niveaumässig stehen die Öffentlichen den Privaten an Flachheit in nichts mehr nach. Man lese dazu den Artikel von Oliver Kalkofe in Spiegel Online vom 1.1.2007. Eine Telenova nach der anderen, blöde Fernsehgerichte, stundenlange Stadel in irgendwelcher Form, dämliche Diskussionsrunden.
Klar, dass man dann auch ein bisschen toten Sadam zeigen muss, die Privaten tun es ja auch. Ja glaubt man wirklich, wir müssten dass alles sehen, um mehr zu verstehen? Jeder Zuschauer kann sich vorstellen, was es heisst, wenn ein Mensch gehenkt wird. Was soll die scheinheilge Diskussion darüber, was man zeigen soll und darf?
Es geht um die Bedienung der niedrigsten Instinkte des Menschen um Quote zu machen. Um nichts anderes.
Am 3. Januar 2007 um 11:12 Uhr
Wenn ich mich an die Schlagzeile einer bekannten angelsächsischen Tageszeitung erinnere, wo vom “Iraqie Butcher now burns in Hell” berichtet wurde, da drehte sich mir schon der Magen um.
Wenn man nun die Bilder der Hinrichtung, mit den massiven Beschimpfungen kurz vor Saddam Husseins Ableben, auch noch eingeflößt bekommen hätte … wiederlich.
Sie hätten ihn einfach bis an sein Lebensende hinter Gittern sperren sollen. Nun ist er Märtyrer für seine Anhänger und ich bezweifle das die Hinrichtung für den Frieden in der Region dienlich gewesen ist, eher das Gegenteil.
Am 3. Januar 2007 um 11:23 Uhr
Das töten und hinrichten wurde im Mittelalter als höchstes Lustgefühl für eine gaffende Menge empfunden. Wir sind wieder dahin zurückgekehrt. Und Geld wird außerdem noch damit auf allen Ebenen verdient. Das ist amerikanischer Fortschritt.
Am 3. Januar 2007 um 11:32 Uhr
Ich bin der gleichen Auffassung wie Herr Peuler. Aufklärung tut Not und die öffentlich rechtlichen Sender stehen hier in besonderer Verantwortung, die Realität so zu zeigen, wie sie ist. Natürlich nicht im Nachtmittagsprogramm! Realität zeigen heißt für mich nicht, die rollenden Augen einer Hinrichtung zeigen, sondern Kriegsgreul u.a. ungeschönt übermitteln und sich kritisch auseinandersetzen. Mein Sohn (18) schaut sich alles im Internet an, für ihn ist Fernsehen kein Medium auf das er sich verlässt. Das gibt mir zu denken.
Ich wünsche uns allen ein friedvolles 2007, auch wenn das schon fast utopisch klingt…
Am 3. Januar 2007 um 11:57 Uhr
bis ins 19.Jh. waren exekutionen teil der öffentlichkeit, teil der somit bewußt inszenierten zeugenschaft der gesellschaft am vollzug der rechtsumsetzung. damit wurde auch verdeutlicht, dass die menschen ein recht hatten an dieser teilnahme.
tausende briten und us-amerikaner sind für den irak gefallen, gestorben, ermordet, abertausende schiiten, kurden, iraner usw. von saddam liquidiert worden. jedem angehörigen dieser opfer muss das menschenrecht zuerkannt werden, zeuge der hinrichtung zu werden, zumindest genugtuung zu erfahren. und das ginge am besten über eine (tele)hinrichtung auf dem hauptplatz von bagdad.
Am 3. Januar 2007 um 12:06 Uhr
Für mich war das Video in der Tagesschau schon zu viel. Wie kann man so etwas abscheuliches in voller Länge zeigen? Die Hemmschwelle der Primaten, verzeihung, der Privaten wird weiter sinken. Vielleicht bekommen wir ja auf diesen Kanälen bald auch Kinderpornos zu sehen. Zuzutrauen wäre es ihnen. Ich hoffe inständig, dass die ARD bei ihrem Standpunkt bleibt und evtl. sogar noch ein Stück zurückrudert.
Grüße von Sanne
Am 3. Januar 2007 um 12:33 Uhr
Ein Mord, also auch ein staatlich verordneter Mord, (und darum handelt es sich schließlich bei einer Hinrichtung), sollte im Fernsehen nicht gezeigt werden. Auch die Vorbereitungen und das Zeigen eines Menschen in Todesangst, unmittelbar vor der Exekution, haben einen radikalen Ekelfaktor, auf den ich gerne verzichte. Das Verlesen der Nachricht hätte durchaus gereicht.
Am 3. Januar 2007 um 12:38 Uhr
Ich finde es nicht schlimm, dass man sowas sieht. Die Menschen sind nun mal so grausam, warum sollte man das im TV verschönern ?! Wenn man nur hört, der oder der wurde gehängt, denn denkt man da nicht drüber nach. Wenn man aber sowas wirklich mal sieht, denn wird einen das sicher eine Weile beschäftigen !!!
Am 3. Januar 2007 um 12:40 Uhr
Wenn man auf Grundlage von Gesetzen ein Todesurteil faellt, muss die Gesellschaft dieses Landes dazu stehen. Das heisst auch, man hat nichts zu verbergen und nichts zu beschoenigen, z.B. durch den Versuch die Hinrichtungsbilder zu unterdruecken. Aber es muss immer klar dabeistehen, am besten unabtrennbar im Bild: So sieht das schlimme Ende eines furchtbaren Moerders aus.
Und die Befuerworter der Abschreckungswirkung muessen die Bilder auch den richtigen Leuten zeigen: Politikern z.B. in Nordkorea, Simbabwe, Sudan usw. die heute Macht ausueben, die heute Verbrechen begehen, die sie heute nicht verhindern.
Am 3. Januar 2007 um 12:42 Uhr
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Ich bin erfreut, dass es noch Sender gibt, die sich den Luxus für sowas in der heutigen Zeit eher hinderlichem nehmen können. Schade, dass Innenminister Schäuble einer der unbelehrbaren ist, für die die Würde eher gestern statt morgen antastbar gemacht werden solle.
Dass Hinrichtungen nicht gezeigt werden sollten, hängt von der Tageszeit ab. Gerade in der Zeit des Kinderprogrammes sollte darauf verzichtet werden. Gegen abend aber, sollte sowas schon gesendet werden, da es zur Realität gehört. Krieg ist auch kein Lustspiel, sondern brutaler, tödlicher Ernst. Hussein war ein Diktator mit blutiger Hand der auch nicht vor dem Vergasen seines eigenen Volkes zurück schreckte. Warum solle man seine Hinrichtung nicht zeigen ? Aus politischer Korrektness heraus ? Politiker können alles relativieren und schönreden. Die Wahrheit bleibt für den Bürger dieselbe. Die Realität ist schlimmer als jeder Horrorfilm. Warum sollte man uns in Watte hüllen und davor bewahren ?
Am 3. Januar 2007 um 12:43 Uhr
ich glaube die Frage ist nicht ob wir, die zuschauer, soetwas sehen wollen, ich glaube eher es bestehen intressen uns solche bilder zu liefern, nicht nur uns sondern auch den leuten im iraq und mit sicherheit den Menschen in Amerika.
Ferner ist es so das wir am Tag unzählige Gewalttaten zu sehen bekommen; im Ersten genauso wie auf einem der Privaten, die Tage habe ich “100 Jahre” auf Phoenix gesehen
ich war erschrocken von der Brutalität.
Ich bin mir sicher das solche Bilder abschrecken und gleichzeitig abstumpfen, aber ich bekomme doch auch mit das morden, schlagen und vor allem anderen Menschen würdelos entgegentreten ist alltäglich, es wird durch die Medien gefördert.
Wir sollten uns überlegen wo die Gewalt herkommt, ob die Medien Ihrer Verantwortung nachkommt, uns und vor allem unsere Kinder zu schützen?
Herr Dr.Kai Giffke versucht zu erkären; verstehen kann ich es nicht. Kinder soll man schützen, und die Würde des Menschen ist unantastbar, ja das sollte höchste Priorität geniessen. aber auch Abends um acht und nicht nur während des Kinderprogramms.
Es ist nicht nötig solche Bilder zu zeigen, denken wir an die Killerspieldisskusion, da ging es letzendlich auch um nichts anderes, nur in diesem Fall könnten die Medien sich selbst kontrollieren.
Gruss aus Köln
Am 3. Januar 2007 um 12:44 Uhr
Das ist doch eine scheinheilige Diskussion. Alltäglich werden wir mit den üblichen Bildern von Bombenexplosionen, Crashs auf unseren Straßen oder den immer gleichen Bildern weinender Angehöriger auf irgendwelchen Flugplätzen gefüttert, um das Gieren nach Sensationsschaudern zu befriedigen, wohl dosiert und gerade mal ausreichend, das Kopfkino in Gang zu setzen.
Also bitte verschonen Sie uns mit solchen Argumenten wie die Würde des Menschen.
Am 3. Januar 2007 um 12:45 Uhr
Seit Jahren sehe ich mir die Nachrichtensendungen “Tagesschau” und “Tagesthemen” regelmäßig an.
Umso stärker erschüttert war ich am Tag der Nachricht von Saddam Husseins Hinrichtung, weil auch Sie das Video eines arabischen Senders zeigten, in welchem die letzten Schritte des Verurteilten bis auf die Falltür, das Anlegen eines schwarzen Tuchs und das Umlegen des Stricks zu sehen waren.
Liebe Nachrichtenredaktion, das ist keine Nachricht, sondern das ist inhumane, widerliche Grausamkeit!
Das will ich nicht sehen bei einem Sender, der sich auch von meinen Gebühren finanziert!
Wir Europäer lehnen die Todesstrafe aus guten Gründen ab. Die Ablehnung wird aber von der Lust am Zuschauen in Frage gestellt, wenn derartige Videos ausgestrahlt werden. Und welche Wirkung diese Bilder auf Kinder haben können, die durchaus eine um 20 Uhr beginnende Nachrichtensendung sehen, das mag ich mir nicht ausmalen. Ich erspare es Ihnen und mir, alle weiteren Gründe aufzuführen, die gegen das Senden derartiger Videos sprechen, viele andere Zuschauer haben zum selben Thema Stellung bezogen.
Meine Bitte an Sie: Riskieren Sie nächstens lieber Zuschriften, die anfragen, warum Sie etwas so Grausames NICHT gezeigt haben. Die Pflicht zum Bericht erfüllt auch eine schlichte Meldung der Geschehenisse OHNE Video.
Freundlich grüßt Sie
Renate Laib
Am 3. Januar 2007 um 12:53 Uhr
“Die Würde des Menschen ist unantastbar” heißt es in unserem Grundgesetz. Und dies sollte man auch jenen gegenüber jenen beherzigen, denen die Würde des anderen egal war - so wie es bei wohl zweifellos Hussein der Fall gewesen sein dürfte. Ein solches Video nicht zu zeigen weist für mich darauf hin, dass man sich über die Taten eines Despoten stellt. Ich brauche die Bilder nicht, die von den Momenten vor der Hinrichtung waren eigentlich schon zu viel.
Am 3. Januar 2007 um 13:00 Uhr
Doppelmoral mit hohem Resignationsfaktor - lasst uns Computerspiele verbieten, damit unsere Jugend geschützt wird
und nicht auf dumme Ideen kommt!
Was macht da schon ein bisschen Hinrichtung?
Reiz ist geil!
Meint Pressefreiheit auch Presseverantwortung?
Dem Motto folgend “Fernsehen macht den Dummen dümmer
und den Klugen klüger” wähle ich aus.
Am 3. Januar 2007 um 13:01 Uhr
Ein kategorisches Prinzip (nicht ein Grundsatz) der Rechtsordnung der zivilen Welt lautet: ‘Die Würde des Menschen ist unantastbar’. Punkt
Die Meldung über den Vollzug der Strafe hätte genügt. Die Bilder der Tagesschau tasten die ‘Würde des Menschen’ an. Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Dass die Bilder keine zusätzliche Information transportieren, ist lediglich ein Hinweis. Er erklärt jedoch nicht deren Unzulässigkeit. Diese ergibt sich aus dem Prinzip. Auch der Hinweis, dass die Bilder und Videos der Hinrichtung bereits veröffentlich sind, ändert daran nichts.
Am 3. Januar 2007 um 13:05 Uhr
also was hier gegen private geschrieben wird finde ich übertrieben. habe in keinem privatsender bisher die hinrichtung in voller länger gesehen.
finde es auch richtig, dass der letzte teil der hinrichtung nicht gezeigt wird. die würde des menschen sollte hier an erster stelle stehen. wichtiger als eine solche diskussion wäre allerdings, dass sich öffentlich rechtliche und private sender absprechen und über die todesstrafe generell diskutieren.
für mich ein riesen skandal, dass in einer “demokratie” menschen regelmäßig hingerichtet werden. wenn flächendeckend über den sinn der todesstrafe diskutiert würde, wäre eine diskussion wie oben nur zweitrangig.
Am 3. Januar 2007 um 13:15 Uhr
Ich lehne die Todesstrafe grundsätzlich ab. Daher möchte ich auch keiner (aktuellen) Hinrichtung beiwohnen - auch keiner halben. Deshalb waren mir die Bilder schon zu viel. Eine kurze Meldung hätte völlig ausgereicht.
Am 3. Januar 2007 um 13:16 Uhr
Warum soll man Hinrichtungen nicht zeigen,wenn sie in vielen Kändern noch üblich sind? Die geschnittenen Fernsehberichte schönen das doch nur alles und man vergisst es schnell wieder.
Aber den ganzen Ablauf einer Hinrichtung mit zu erleben und auf einmal wirklich zu sehen, wie ein Mensch durch die Hand eines anderen stirbt.Da wird einem anders zumute und man denkt dann (hoffentlich) länger drüber nach, was solche “Rechtsmaßnahmen” für weitreichende Folgen haben.
Außerdem: Warum werden uns Hinrichtungen aus der Nazizeit tagtäglich in Phoenix und N24 präsentiert und nicht wie Hussein gehängt wird? Ist eine Hinrichtung durch Erschießung
vielleicht “verkraftbarer” für den Zuschauer und eine Erhängung nicht?
Am 3. Januar 2007 um 13:16 Uhr
Wer bitte ist Saddam Husseins…
Hemmschwelle hin und her so ein Mensch hat hunderte ermorden lassen! Sowas muss in die Medien!
Ich finde das Mörder, Massenmörder und besonders Kindermörder einfach weg müssen! Das kann auch gezeigt werden!
Stell Dir nur vor deine Kinder- oder Familie hätte das erlebn müssen!
Top Leistung, bitte Bin Landen gleich mit dazu!
Am 3. Januar 2007 um 13:17 Uhr
Ich Persönlich finde es gut,dass die Stelle mit der Schlinge nicht gezeigt worden ist,denn wenn das Kleinkinder sehen,werden sie bestimmt das gleiche mit ihrem Freund nachmachen wollen,und was dabei herraus kommt,wollen wir ja nicht wissen.Was die Handy aufnahme betrifft,war zu erwarten.
Chris
Am 3. Januar 2007 um 13:21 Uhr
Auch von mir: Daumen hoch für die Entscheidung. Wer es unbedingt sehen möchte, kann sich das Video recht problemlos im Internet besorgen. Ich habe das auch getan, aber während ich mir die erste Minute angesehen habe, entschieden, daß ich es nicht zu Ende sehen *möchte*. Und diese Wahl möchte ich weiterhin haben und sehe an erster Stelle die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in der Verantwortung, eben dies zu ermöglichen.
Am 3. Januar 2007 um 13:22 Uhr
Ich möchte an dieser Stelle doch einmal daran erinner, daß es genau dieses aufgetauchte Video war welches die gesamte Wahrheit ans Tageslicht gebracht hat. Die offizielle Aufzeichnung sollte doch die Darstellung erwecken, daß es bei dieser Hinrichtung mit ” ORDENTLICHEN DINGEN ” zuging. Saddam Hussein war ganz entspannt, ein Geistlicher war auch anwesend …….. Um diesen Eindruck zu erwecken hat man ganz bewußt den Ton ausgeblendet. Was ist nun schlimmer, die Realität oder hier auch noch ganz bewußt hinters Licht geführt zu werden ?
Ich bin ein absoluter Gegner der Todesstrafe und auch mich haben diese Bilder geschockt. Allerdings gehöre ich auch nicht zu der Gattung Mensch ” Augen zu und durch “. Ich setze mich mit der Realität auseinander und erwarte deshalb eine Realistische Berichterstattung.
Am 3. Januar 2007 um 13:24 Uhr
Ein neuer Aspekt:
Ich kenne junge Menschen (jünger 35), die viele im Internet verfügbaren realen Filme von eben solchen Ereignissen (Tot durch Erhängen, Grausamer Mord von Entführungsopfern o.ä.) anschauen.
Diese jungen Menschen berichten aber auch von Bildern in ihren Köpfen die sie nie wieder los werden, die Bestandteil ihrer schlimmsten Träume sind …
Am 3. Januar 2007 um 13:24 Uhr
Die Tötung eines Menschen ist immer ein Verbrechen. Zumal diese Hinrichtung die politische Lage im Irak verschlechtern wird.
Eine lebenslange Freiheitsstrafe wäre ein Signal gewesen, aus der Spirale der Gewalt auszusteigen. Gewalt erzeugt Gegengewalt - das ist immer so und auch die Hinrichtung bestätigt diese These.
Die Tagesschau schaue ich mir schon lange nicht mehr an, weil mir dort zu viele Tote zu sehen sind - warum eigentlich? Brauchen wir diese Bilder, um zu verstehen, was passiert? Ich meine nicht. Die seriösen Zeitungen kommen fast komplett ohne Bilder aus.
MfG
M.
Am 3. Januar 2007 um 13:28 Uhr
Ich wollte mich schon lange mal bei der Tagesschauredaktion beschweren über die brutalen Bilder die ich mir im vergangen Jahr oft anschauen musste. Was mir da in den 20 Uhr Nachrichten gezeigt wurde hat mir häufig den Appetit verdorben. Ohne Vorwarnung wechselten die Bilder von Politikertreffen zu Bombenattetaten mit abgerissenen Körperteilen, Blutlachen in Farbe, Verbrannten Leichen usw.
Ich hatte garnicht die Gelegheit zum wegschauen. Mir wurde oft schlecht. Die Aufregung um das Saddam-Video aller hier beteiligten sind für mich völlig unverständlich. Hat hier überhaupt schonmal jemand die Tageschau gesehen. In einem Monat wenn wiedermal eine Autobombe explodiert werden wir alle wieder Details zu Gesicht bekommen und keiner beschwert sich oder macht sich wichtig. Wetten?
Am 3. Januar 2007 um 13:34 Uhr
Nein! aber man sollte auch offensiver die generelle Haltung der EU gegen die Todesstrafe darstellen insbesondere da es sich hier um eine Siegerjustiz handelt, die mit Menschenrechten nichts zu tun hat. Saddam hat mit Sicherheit nachweisbar gegen die Menschenrechte verstoßen, deshalb wäre ein Prozeß am internationalen Gericht in DenHaag angebracht gewesen. Diejenigen, die hier für den Prozess im Irak gesorgt haben, sind alle beim Nennen der Menschenrechte mehr als unglaubwürdig. Schöne Grüße an die US-Regierung.Warum wurde ein Prozess in DenHaag verhindert?
Für einen Christen kann nur Gott, der Schöpfer , das Ende des Lebens bestimmen. Hier sehen wir wie weit die viel beschworene Wertegemeinschaft der EU mit den USA eigentlich geht - in wichtigen Fragen der Menschheit garnicht.
Am 3. Januar 2007 um 13:47 Uhr
@w.dejan: Richtig, was Du über das “höchste Lustgefühl” schreibst. Nicht richtig der Ausdruck “wir sind ins Mittelalter zurückgekehrt” - wir waren noch nie auch nur ein Iota davon entfernt: Die voyeuristische Geilheit hat sich nur vom Marktplatz, vom Pranger oder von der Arena hin zum Fernsehen, Kino und der Knallpresse verlagert. Bis unsere sensationslüsternen Urtriebe auf evolutionärem Weg verkümmert sind und aus uns so etwas wie ein ethisch anspruchsvolles Wesen entsteht, gehen sicher noch einige Äönchen ins Land. Aber wahrscheinlich wird die Natur schon lange vorher erkannt haben, daß der Mensch eine Fehlentwicklung ist und sich entsprechend selbst korrigieren…
Am 3. Januar 2007 um 13:55 Uhr
Ich finde das ein vorlesen von Nachrichten dieser Art völlig reichen, denn im TV sieht man schon genug Bilder die unsere Gesellschaft verrohen oder abstumpfen lassen.
ARD sollte zur alten Qualität stehen und unwürdiges nicht zeigen. Ich meide weitgehend nicht öffentliches TV!
Am 3. Januar 2007 um 13:58 Uhr
Auch mir reicht die Tatsachen-Nachricht, daß Saddam Hussein gehenkt wurde. Statt den Ausschnitten aus dem Handy-Video wären weitere Bilder von Reaktionen anderer Politiker aufschlussreicher gewesen.
Ein schwaches Argument ist, daß andere Sender oder Zeitungen die komplette Hinrichtung zeigen könnten (z.B. Die Welt am Sonntag, die Hussein mit Strick auf der ersten Seite hatte). Gerade Menschen, die keinen Wert auf sensationsgieriges Fernsehen legen sollten sich weiterhin auf seriöses Fernsehen im Ersten verlassen können. Dies ist ein Qualitätsmerkmal und sollte auch beibehalten werden falls der Spitzenplatz der Einschaltquote unter den Nachrichtensendungen irgendwann verloren gehen sollte (was ich nicht hoffe).
Die Bilder von Saddam Hussein mit einem Strick um den Hals haben für mich den zusätzlichen Nachrichtenwert einer besoffenen Brittney Spears ohne Unterhose auf einer Party: garkeinen. Zynisch gefragt: Was soll er denn sonst um den Hals gehabt haben, als er gehenkt wurde?
Als kleinen Tip an die Redakteure: man stelle sich vor daß viele Menschen zur Tagesschauzeit um 20 Uhr mit dem Abendessen vor dem Fernsehen sitzen (von den Jugendlichen um 15 Uhr nicht zu reden). Wenn man verantworten kann daß einem der Bissen aufgrund der Bildauswahl auch zukünftig nicht im Halse stecken bleibt war die Auswahl richtig!
Am 3. Januar 2007 um 14:01 Uhr
Selbstverständlich ist es richtig die Hinrichtung nicht in voller Länge zu zeigen! Wo kommen wir denn hin wenn wir real vollzogene Exekutionen im europäischen Fernsehen zeigen. Vielleicht auch noch um 20Uhr zur Tagesschau, wo nicht nur klar denkende und zur Abgrenzung fähige Erwachsene zuschauen. Dann können wir ja auch langsam damit anfangen durch Unfall oder Mord getötete Menschen und ihre möglicherweise schrecklich entstellten sterblichen Überreste im Fernsehen zu zeigen. Vielleicht sollten wir auch Medienverträge mit ausländischen Fernsehsendern abschließen um amerikanische oder anderen Herrenländern Hinrichtungen in einer Sondersendung für kranke Köpfe zeigen zukönnen. Ich sag zu all dem NEIN!
Wen sowas interessiert, den frag ich, wozu gibt es das Internet?
Im ungeschützen Fernsehen reicht es ja wohl wenn von sochen Dingen berichtet wird! Wir haben alle genug Filme gesehen und ausreichend Vorstellungsvermögen um uns den Ablauf einer Hinrichtung im Geiste bildlich ausmalen zukönnen.
Allein schon die Diskussion über eine mögliche Austrahlung solcher Brutalität finde ich sehr nachdenklich. Die Antwort auf diese Frage sollte für jeden gesunden Verstand klar sein.
Es ist ja wohl ein Unterschied ob ich mir einen fiktiven Film oder reale Nachrichten anschaue. Wenn ich einen Film sehe, weis ich was mich erwartet. Bei den Nachrichten sollte das doch auch weiterhin der Fall sein. Nähmlich keine unützige Brutalität die geistig gesunden Menschen überrhaupt nichts bringt. Das würde nur den Gesamtnutzen der Nachrichten schmälern!
Noch kurz ein Statment zu einem Vorredner: Die Welt verbessert man nicht in dem man sich brutale Bilder von verhungerden Kindern in Afrika oder Kriegsbereichte anschaut! Jeder ist sich dem Elend der Welt bewusst. Ob man es wahr haben will oder nicht. Die Antwort, warum sogut wie niemanden wirklich dagegen vorgeht, ist sehr vielschichtig. Sie hat vorallem mit dem in uns steckenden und unser leben bestimmtenden Egoismus und Bequemlichkeit zutun.
Grüße Marcel
Am 3. Januar 2007 um 14:06 Uhr
Ich habe mir die Handy-Aufzeichnung im Internet angeschaut, um selbst zu sehen wie sehr mich das schockt - oder auch nicht.
Ehrlich gesagt schockiert es mich mehr, einen weinenden Vater duch die Straßen laufen zu sehen, in den Armen sein totes Kind, welches er aus seinem zerbombten Haus geborgen hat. Solche Bilder die (leider) “alltägliche” Situationen wiedergeben bekommt man permanent zu sehen. Bilder dieser Art bieten keinen Anlaß zur Diskussion, weil keiner weiß wer gerade gezeigt wird - kein Name, keine Lebensgeschichte. Wo ist hier der “Informationsgehalt”? Solche Bilder sollten doch schockieren, wachrütteln. Tun sie aber leider nicht. Jeden Tag x Tote bei einem Bombenanschlag im Irak, genauso alltäglich wie die Wettervorhersage oder der Verkehrsbericht - juckt keinen.
Wenn es nach mir ginge, würde ich “volle” Informationen über JEDES einzelne Schicksal weltweit, seien es elendig verhungernde Menschen oder Kriegsopfer auf 200 Sendern rund um die Uhr bringen. Mit Namen, mit Bildern der trauernden Hinterbliebenen, mit Fotos aus dem Familienalbum. Vielleicht sehen wir dann “klarer”. Eine Diskussion, ob es die Menschenwürde verletzt solche Bilder zu zeigen, halte ich für aberwitzig. Nicht das Zeigen des Bildmaterials kann die Würde antasten, das Geschehene tastet die Würde an, das Verhungern, die Hinrichtung.
Oder meinen Sie, es läßt sich “würdiger” verhungern oder hängen, wenn es keiner sieht?
Am 3. Januar 2007 um 14:13 Uhr
eine hinrichtung ist staatlich verordneter Mord. Ich lehne auch für Massenmörder die Ermordung durch einen vom Staat bezahlten Henker ab. Die Nachricht ist wichtig, jedes Bild ist barbarisch und nicht zu rechtfertigen.
Am 3. Januar 2007 um 14:38 Uhr
Das Konsumieren von Medien mit Kinderpornographie ist strafbar und wird verfolgt. Das ist gut so, denn die benutzten Kinder werden für Lustgewinn miß- und „verbraucht�, auch eine Form von Mord an menschlichen Wesen also. – Das Konsumieren von Medien, die Morde zeigen, kann doch dann nicht weniger strafbar sein? Oder gelten bei uns Rachsucht, Rassismus, Blutrausch und Blasphemie noch als ehrenwerte Motive?
Am 3. Januar 2007 um 14:43 Uhr
Stellvertretend für viele Vertreter der Susi-Sorglos-Generation schrieb Joe Kunze “Als kleinen Tip an die Redakteure: man stelle sich vor daß viele Menschen zur Tagesschauzeit um 20 Uhr mit dem Abendessen vor dem Fernsehen sitzen (von den Jugendlichen um 15 Uhr nicht zu reden). Wenn man verantworten kann daß einem der Bissen aufgrund der Bildauswahl auch zukünftig nicht im Halse stecken bleibt war die Auswahl richtig!”
Leute das kann doch nicht euer Ernst sein. Nachrichten als Untermalung des Abendmahls?
Adorno meint, es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Die Versuche einiger, sich der grausamen Realität zu entziehen, widern mich persönlich an.
Die Redakteure der tagesschau filtern, wie jeder andere Redakteur (mit der berühmten “1:30″ im Kopf) auch. Man sollte einen öffentlich-rechtlichen Fernsehkanal einrichten, auf dem jeden Tag Bilder von Verhungernden, Sterbenden und sonstigen Leidtragenden unserer Dekadenz gezeigt INKL. Analysen und Hinweise, wie diese Mißstände zu überwinden sind.
Die Bilder der Hinrichtung nicht zu zeigen, hat etwa vom “schönen Krieg” - intelligente Bomben, die kein ziviles Leben auslöschen.
3000 tote GIs und 120.000 tote Iraker werden nicht gezeigt.
UND NUR DARUM SIND WIR BEREIT, DIESES UNRECHT WEITERHIN ZU IGNORIEREN.
Am 3. Januar 2007 um 14:44 Uhr
filmaufnahmen über exekutionen werden doch nicht erst seit gestern gezeigt - egal ob im internet oder im fernsehen. weder rtl & co noch die öffentlich rechtlichen sender können meiner meinung nach für die austrahlung dieser handyaufzeichnung kritisiert werden.
sind wir doch mal ehrlich. die grenze, zwischen dem was gezeigt wird und was nicht, setzen wir: die zuschauer. wenn uns so etwas nicht “interessieren” würde, würde es nicht gesendet werden.
sicherlich haben die sender eine gewisse verantwortung bezüglich der themen und inhalte die gesendet werden, aber letztendlich sollte doch jeder für selbst entscheiden (oder für seine kinder), was er sehen möchte und was nicht.
mir hat die berichterstattung in den printmedien vollkommen gereicht und ich bin mir sicher, daß auch in früheren zeiten, als hinrichtungen noch öffentlich durchgeführt wurden, einige leute ganz bewußt zu hause geblieben sind, um damit ein zeichen zu setzen.
Am 3. Januar 2007 um 14:59 Uhr
Die Frage dieses Beitrags lautet doch: “Darf man Hinrichtungen zeigen?”
1.
Ich plädiere dafür, dass jedem mündigen Bürger die Medienkompetenz zugesprochen wird, selbst zu entscheiden, ob er/sie diese Hinrichtungen anschaut oder nicht.
Würden diese Bilder allerdings in Fernseh-Sendungen gezeigt, so wären dem Zuschauer diese Entscheidung abgenommen. Daher handelt die Redaktion in meinen Augen richtig und ethisch gut, indem sie das Video nicht in der Tagesschau zeigt.
Dennoch: Sollte sich jemand entscheiden, das Video anschauen zu wollen, so darf eine Redaktion ihm das nicht absprechen.
Der kulturelle Auftrag der öffentlich-rechtlichen Anstalten ist doch auch, jeden Bürger in Deutschland aufzuklären, ihm das demokratische Grundverständnis deutlich zu machen und jedem Menschen die Sinnhaftigkeit des Deutschen Grundgesetzes immer wieder vor Augen zu führen.
Wie soll das erreicht werden, wenn wir niemals verstehen würden, wie es ohne Grundgesetz und Demokratie in unserem Land zugehen könnte?
2.
Die Gründe warum das Video angeschaut wird, hat sowieso einjeder mit seinem Gewissen zu vereinbaren.
Im Video sieht man einen gebrochenen Menschen, der im Angesicht seines Todes verhöhnt und beschimpft wird. Saddam wurde von seinen Richtern und Henkern alle Menschenwürde abgesprochen.
Mir persönlich wird dadurch bewusst gemacht, dass die Todesstrafe mit meinem Moral- und Demokratieverständnis in keinster Weise zu vereinbaren ist - auch dann nicht, wenn es sich um einen Diktator handelt, der autoritär und barbarisch geherrscht hat.
Ich halte es für mich daher für richtig und wichtig, dass diese Informationen mir in Medien nicht vorenthalten werden.
3.
Die Tagesschau sollte die Macht des Internets erkennen und dies als das Forum nutzen, um Informationen, wie dieses Video, zur Verfügung zu stellen und sich damit intellektuell auseinander zu setzen.
Am 3. Januar 2007 um 15:14 Uhr
Ich finde es richtig, dass der Moment seines Todes nicht gezeigt wurde. Allerdings sollte die ARD hier dann auch konsequent sein - teichgroße Blutlachen nach Anschlägen im Nahen Osten oder ähnliche Bilder sollten Sie den Zuschauern dann auch nicht zumuten. Viele Kinder schauen um 20:00 noch fern, nicht immer unter Aufsicht der Eltern. Die Nachrichten aus der “Wahren Welt” sind oft ungleich schockierender als viele Horrorfilme oder Tötungsspiele am Computer - denn das Blut in den Nachrichten ist immer echt, dort sind echte Menschen gestorben.
Das gleiche gilt jedoch auch für die vielen Dokumentationen über die Zeitgeschichte - sowohl in den Filmen von Herrn Knopp werden abscheuliche Bilder aus dem KZ Auschwitz oder gehenkte “Kollaborateure” in den Straßen Berlins gezeigt - ist dies weniger abscheulich als die Hinrichtung Husseins? Die Gewichtung an dieser Stelle ist für mich nicht nachvollziehbar.
Am 3. Januar 2007 um 15:22 Uhr
Ja, man sollte Hinrichtungen auf jeden Fall zeigen. Vielleicht moderat zensiert und auf jeden Fall mit einem Warnhinweis vorweg.
Wichtig ist nur, dass man erkennen kann was wirklich geschieht. Man stelle sich vor jemand haette am damals am 11. die Kamera auf die sich naehernden Flugzeuge gerichtet - die Kamera aber eine Sekunde vor dem Aufschlag der Flieger auf den Boden gerichtet und dann gesagt: das war nur ein Trick.
Dass man diese Dinge bis zum Ende zeigen sollte hat ein paar Gruende:
Zum ersten weil sie eine unerbittliche Wahrheit des Lebens darstellen - ob man sich nun gegen sie ausspricht oder ob man sie gutheisst steht auf einem ganz anderen Blatt geschrieben.
Zum zweiten weil die Unterlassung dieses Material auszusenden dazu fuehren kann dass sich der Zuschauer nicht vergewissern kann ob das was wirklich erzaehlt wird auch geschehen ist. Zugegeben: mit einem Handy-Video oder Shaky-Cam kann man das heute auch nicht. Die Berichterstattung ueber eine Hinrichtung gehoert vermutlich zu den schwersten Momenten des Journalismus.
Zum dritten geht es um den Rest von Menschlichkeit. Es kann damit aber auch vermieden werden dass eine Hinrichtung so ausufern kann wie die von Diktator Hussein - mit Zwischenrufen, Beleidigungen und Werbung fuer den Politischen Rivalen - ohne jeden Respekt fuer den Gegenwaertigen Moment.
Am 3. Januar 2007 um 15:26 Uhr
Two thumbs up for the Tagesschau. Schade dass die Gesellschaft schon so verroht ist dass sie nicht vor der Veroeffentlichung solcher Bilder zurueckschreckt. Als in Kanada wohnender Deutscher hat man dies auf Grund der Naehe zur USA staendig vor den Augen. Ich muss aber auch sagen, dass Deutschland, und besonders die Boulevardmedien, nicht allzuweit davon entfernt sind. Die USA als grosses Vorbild ? Doch wohl nicht in allen Bereichen. Schade Deutschland, mit ethischem Hoffnungsblick auf die oeffentlich rechtlichen Medien, und einem Dank and die Personen die sich hier im positiven Sinn geaeussert haben.
Am 3. Januar 2007 um 15:31 Uhr
Ihre Kinder werden das Video so oder so auf YouTube und anderen Videoplattformen zu Gesicht bekommen. Warum also nicht (möglicherweise teilzensiert) veröffentlichen, bewerten und einordnen?
Wenn Menschen und Staaten so grausam sind, das Töten zu erlauben, dann muss das auch gezeigt und kritisch hinterfragt werden.
Am 3. Januar 2007 um 15:42 Uhr
genau, andi hat recht
wenn ein öffentlich-rechtlicher journalist meint die freiheit zu besitzen, aus pädagogischen gründen medien zensirern zu müssen, ist das schon echt peinlich — vor allem wenn man bedenkt, dass es natürlich ist, dass inzwischen mehr kinder und jugendliche als journalisten das video zu gesicht bekommen haben.
tztztz, die ard…, ROTFLMAO
Am 3. Januar 2007 um 15:51 Uhr
Da scheinen die Redaktuere der Tagesthemen ja reichlich gewaltgesättigt zu sein … täuschen die Argumente dieses Blogs doch darüber hinweg das die bisher von der Hinrichtung gezeigten Bilder bereits ein vernünftige Maß der Gewaltdarstellung längst überschritten haben.
Völlig unverständlich, die Behauptung: die Ausstrahlung der Leichenbilder sei weder voyeuristisch noch schockierend. Gute Nacht Mediengesellschaft.
Am 3. Januar 2007 um 15:54 Uhr
ich finde die ganze diskussion ganz schön scheinheilig. man bekommt fast den eindruck in deutschland lebten nur friedliebende, der gewalt abschwörende, dem mitbürger aus jeglicher not helfender bürger. jeder ist gegen gewalt im fernsehen. hinrichtungen? nein danke! wie ekelhaft!
böse öffentlich rechtliche, wie könnt ihr nur soetwas zeigen? und ich war auch noch gezwungen mir so eine sache anzuschauen. denn leider, leider war ich ( wie bei all den anderen grausamen meldungen in der tagesschau und den tagesthemen ) nicht in der lage rechtzeitig meinen fernseher auszuschalten, wo ich doch ein mündiger bürger bin.
und war es noch so grausam, morgen schaue ich mir wieder die nachrichten an, auch wenn es nur um die bestätigung meiner meinung geht, dass wir immer wieder abstossendes zu sehen bekommen!
genauso ist es doch mit den täglichen opfern auf unseren strassen: da ist niemand der hilft, im gegenteil: überall gaffer!
wir deutschen sind gross im “mit dem finger auf andere” zu zeigen. wir sollten viel lieber anfangen vor unserer eigenen haustüre zu kehren.
auf der strasse war zumindest niemand um, z.b. gegen das todesurteil gegen hussein zu protestieren…….oder habe ich mich getäuscht??!!
ich habe mir das video der hinrichtung im i-net angeschaut. nicht angenehm, aber ich hatte die möglichkeit jederzeit abzuschalten. und wenn man treuer zuschauer der privaten ist, wird man sowieso nur über die “harmlosigkeit” der szenen lächeln, denn in jeder 3.klassigen eigenproduktion der privaten ist mehr brutalität zu sehen, als in dem hinrichtungsvideo, auch wenn es eine wirkliche hinrichtung ist.
nein, so leicht kann man es sich als zuschauer nicht machen! jeder kann selbst entscheiden was er sich anschauen will!!! ich respektiere die entscheidung der tagesschau redaktion. obwohl es doch ein wenig nach “zensur” riecht. aber wie gesagt: jeder zuschauer hat genug möglichkeiten selbst zu entscheiden was er gucken will und was nicht. private finanzieren sich über werbeeinnahmen, welche sich über die zuschauerquote errechnen. was wohl passieren würde wenn ard/zdf nicht mehr so viel einnahmen über gebühren hätten und sich mehr über werbung/quote, finanzieren müssten…..? ob das kategorissche NEIN immer noch so katekorisch wäre?diesen gedanken lieber nicht weiterdenken…………….
gruss
jochen
Am 3. Januar 2007 um 16:09 Uhr
Ich habe in der “Tagesschau” das zensierte Video gesehen und konnte mir dadurch zumindest ein Bild von den Umständen machen, ich hatte damit kein Problem.
Wie barbarisch eine Hinrichtung sein mag wird jeder Zuschauer unterschiedlich beurteilen und daher war für mich die Ausstrahlung zu verantworten. Wer sehr dünnhäutig veranlagt ist sollte sich der in der “Tagesschau” gezeigten Realität nicht aussetzten, wer dabei auch noch isst und dann Verdauungsprobleme bekommt sollte generell seine Praxis der Essensaufnahme ändern.
Ich habe mir auch das Video im Internet angesehen, wirklich schockierend fand ich die schlechten Bilder nicht, man sah ja nichts unvorstellbares, aber für eine Ausstrahlung im Fernsehen sind die Bilder wirklich nicht geeignet.
Die Gratwanderung zwischen Information und Sensation ist immer sehr schwierig und nach meiner Meinung im “öffentlich-rechtlichen Fernsehen” bisher gut gelöst worden.
Fernsehen soll außer den “rosaroten Einlullsendungen” auch aufrüttelnde Informationen bringen.
Der Mensch ist nunmal zu sehr vielem fähig, siehe “Abu Ghuraib”, siehe aber auch “über 115000 legale Abtreibungen in Deutschland 2006″ !!
Wer zu dem einen ja sagt sollte das andere nicht verdrängen!
Am 3. Januar 2007 um 16:16 Uhr
Liebe Redaktion,
als überzeuger ” Öffentlich Rechtlicher” TV Konsument bin ich entsetzt über Ihre, als Zeitdokument verharmlosende, Ausstrahlung der Saddam Hinrichtung.Hängend oder nicht.
Meine Kinder sind 11 und 13, was soll ich denen erklären?Ob die das woanders sehen können, ist hier zweitrangig, weil wenn, dann nur heimlich. Was ist mit den Gefühlen von Erwachsenen? Wie soll man solche Grenzüberschreitungen ertragen?
Wodurch grenzt sich Ihre Berichterstatung gegenüber der Sensationspresse ( RTLII und Konsorten)ab?
Es bewußt nicht zeigen, dies wäre mutig gewesen und hätte Ihnen sehr viel Respekt von großen Teilen der Bevölkerung eingebracht. Die ” schweigende Mehrheit” eckelt sich vor diesen grenzlosen Entwicklungen, nicht nur beim Fernsehn.
Mit freundlichen Grüßen
L.S.K.
Am 3. Januar 2007 um 16:19 Uhr
Ich kann die Entscheidung des tagesschau-Teams nur begrüßen.
Seriöse Berichterstattung braucht solche Darstellungen nicht. Ich bin absoluter “tagesschau - Konsument” - wie übrigens alle anderen Familienmitglieder auch. Gerade die objektive und sehr kulturvolle Bereichterstattung im ARD ist der Grund dafür.
Auch in den Genfer Konventionen haben sich die Völker darauf verständigt, solche Dinge nicht zu zeigen. Für mich ist das ein Stück intelligenter Menschheitskultur. Niemand sollte sich auf das gleiche Niveau mit “kriegsgeilen” Leuten stellen.
Warum Phönix das Video gezeigt hat, wie ich das hier einem Beitrag entnommen habe, kann ich nicht verstehen. Das ist doch auch so ein Sender mit Charakter….
Also nochmals: großen Dank an das Redaktionsteam der tagesschau!
Beste Grüße
Torsten G.
Am 3. Januar 2007 um 16:30 Uhr
“Die Würde des Menschen ist unantastbar” finde ich gut und damit auch, daß das Video NICHT gesendet wird. Sicherlich kann man es auch woanders sehen, aber wer das will, soll das eben tun. Es hat keinen großen Nachrichtenwert, sondern dient lediglich dem kranken Voyeurismus einzelner. Medienkompetenz würde ich etlichen da draußen schon lange absprechen. Bei einigen debilen Programmformaten kann doch schon lange kein mündiger Bürger mehr vor der Glotze hocken.
Letztendlich kommt es aber auf den Sendekontext an. In einem Sendebeitrag, der sich gegen die Todesstrafe wendet, kann das gut als abschreckendes Beispiel dienen.
Am 3. Januar 2007 um 16:35 Uhr
In vielen Zuschriften wird die im Internet gezeigte Hinrichtung (die schau ich mir nicht an) mit den Bildern von Bombenanschlägen u.ä. verglichen. Der Vergleich hinkt! Der riesige Unterschied ist, die Opfer von Bombenanschlägen u.ä. sind bereits tot, wenn sie gezeigt werden. Die Verletzen leben! Das Schockierende am Zeigen der Hinrichtung ist, daß der ÜBERGANG vom Leben zum Tod gezeigt wird, an einem richtigen Menschen, kein Filtrick. Das sollte sich mal jeder so richtig auf der Zunge zergehen lassen, wie es dem Opfer in diesem Moment zumute ist. Brrr… Mir läuft es selbst beim Schreiben dieser Zeilen kalt den Rücken runter. Also raus mit solchen Bildern aus dem Fernsehen. Selbst wenn es vor dem allerletzen Moment abbricht. Wie schon viele vorher geschrieben haben: solche Bilder enthalten keine Information zu den politischen Verhältnissen, die zu dieser Hinrichtung führten.
Am 3. Januar 2007 um 16:44 Uhr
Saddam Husseins Hinrichtung hat bereits vor vielen Jahren begonnen. Und daran haben sich auch die öffentlich-rechtlichen Sender beteiligt. Das begann damit, daß man die amerikanischen Verlautbarungen zum Irakkrieg einfach übernahm und unkritisch weitergab. Der Höhepunkt war der Begriff “illegale Kämpfer”. Gemeint waren damit irakische Soldaten, die ihr Land gegen einen Aggressor verteidigten, der einen tatsächlich illegalen und urkapitalistischen Angriffskrieg gegen sie geführt hat…
Daß der Moment des Todes jetzt zum Diskussionspunkt wird, zeigt die Doppelmoral, die sich durch die Medienlandschaft zieht. Schauen Sie in ihr ARD-Programm, wie oft jeden Tag Menschen in Spielfilmen verbluten, aufgeschlitzt, durchlöchert und zerquetscht werden.
Wirklich mutig wäre es, das Video in voller Länge zu zeigen und entsprechend zu kommentieren, damit dem Zuschauer klar wird, daß es sich hier um (rechts-)staatlich geduldete Lynchjustiz gehandelt hat, daß hier gegen muslimische Traditionen verstoßen wurde und warum es absurd ist, daß Menschen mit “Al Sadr”-Shirts bei der Hinrichtung anwesend waren. Ein Kommentar, der klar macht, daß diese Hinrichtung eine gezielte Provokation darstellt - indem die Würde des Menschen (in diesem Fall Saddam Hussein stellvertretend für ein ganzes Volk) mit Füßen getreten wurde.
Wir müssen hoffen, daß dieses abscheuliche Video nicht die Wirkung hat, die sich seine Verbreiter davon versprechen.
Am 3. Januar 2007 um 16:45 Uhr
Die Entscheidung finde ich gut, aber nicht mutig o.ä. - eher fragwürdig, denn abgerissene Körperteile oder zur Schau gestellte abgeschlagene Köpfe mussten wir auch schon ertragen.
Die Welt ist grauenhaft und solche Bilder gehören dazu, zudem treten sie den bereits aufgetauchten Verschwörungstheorien entgegen. Aber der Tagesschaukonsument muss auch die Möglichkeit haben, Nachrichten ohne solche zwangsvorgesetzten Bilder zu sehen, denn wie es oben schon steht: manche Bilder brennen sich so sehr ins Gehirn, dass man sie nie wieder loswird.
Am 3. Januar 2007 um 16:48 Uhr
Ich freu mich sehr, dass es hier diese Diskussion gibt. Ich habe seit langer Zeit mal wieder die Tagesschau-Homepage aufgesucht und bin hier erst über die Bilder der Hinrichtung gestolpert. Ich fand die Bildersammlung sehr interessant, auch wenn die Eindrücke bei den letzten 3 schon ziemlich beklemmend waren. Ich hab hier einen Link auf ein Handyvideo von der Hinrichtung gesehen und ihn bewusst nicht angeklickt, da ich es einfach nicht sehen wollte. Man muss es nicht sehen und um zu verstehen.
Hier dann im Blog zu lesen, dass eine überdachte “Zensur” greifen soll fand ich sehr erfreulich. Nicht jedesmal ist die Fernbedienung griffbereit um schnell noch auszublenden
Am 3. Januar 2007 um 16:54 Uhr
Bis ins späte Mittelalter waren Bestrafungen und Hinrichtungen ein öffentliches Gesellschaftsereignis. Seitdem sie in der zivilisierten Welt verboten sind, ist der Mensch auch nicht friedlicher geworden.
Im Gegenteil.
Wenn ich die fiktive Gewalt auf Kinoleinwänden und Fernsehschirmen sehe komme ich mehr ins Nachdenken welch kranke Köpfe sich da ausmisten.
Und Soldaten werden immer noch weltweit zu Mördern erzogen.
Was sollen also die plötzlichen Skrupel und das Gemähre um Menschenwürde beim Senden und Anschauen einer Hinrichtung?
Am 3. Januar 2007 um 16:57 Uhr
Ich glaube, dass es mittlerweile egal ist, was man im Fernsehen zeigt. Die meisten Menschen haben sowieso keinen Bezug mehr zur Realität und da gibt es für sie keinen Unterschied mehr, ob dies nun ein Horrorfilm oder ein Snuff-Movie ist.
Wenn die ARD jeden Tag (auch Mittags) Bilder von blutenden Leichen aus dem Irak, Afghanistan oder Somalia zeigt, dann darf man sich nicht mehr beschweren, dass auch so ewtas wie eine Hinrichtung gezeigt wird.
Es ist egal wieviel von der Hinrichtung gezeigt wird. Die Moral dieser Gesellschaft ist sowieso auf dem Nullpunkt und alle Moralaposteln wie die Kirche sind doch zu einer Randerscheinung der Gesellschaft verkommen.
Wir leben in einem Zeitalter, dass kurz vor dem moralisch/ethischen Ende steht.
Am 3. Januar 2007 um 16:58 Uhr
zu dieser ganzen disskusion…:
nachdem ich also das handy-video gesehen habe wurde mir offensichtlich, dass es einfach nur ehrlich war und von den “öffentlichen” uns zuschauern wiederum einfach nur ein zensiertes angedreht wurde! ( ohne ton) Natürlich..die beschimpfungen-hasstriaden die zu hören waren..diese hätten durch sorgfältige auswahl der
vollstrecker unterbunden werden können! Das musste nun wirklich nicht sein beim letzten gang des diktators. Ausserdem- so viel war auf dem handy-video nun wirklich nicht zu sehen ausser dass er fällt und in tüchern eingewickelt dalag.Da gibt es bei den “öffentlichen” in anderen dokumentationen mehr film material und erschreckenderes.
Zur todesstrafe für schwerverbrecher jeglicher art, bei “100%-tiger gewissheit”, bin ich dafür, die gehören weg !
Leider wurden schon viele unschuldige amtlich vom leben zum tod vollstreckt.
Natürlich sollten vollstreckungen nicht unbedingt zu zeiten, bei denen zu erwarten ist dass kinder (noch) vor dem bildschirm sitzen,gezeigt werden, die alternative wäre eine angekündigte sondersendung mit entsp. hinweis und somit auch zuschauer die freie auswahl haben ob man es anschauen möchte oder nicht.
Fazit: über das internet sind “ehrlichere” informationen in hülle und fülle einzuholen…und niemand muss…
johann
Am 3. Januar 2007 um 17:00 Uhr
Der Auftrag von seriösen Magazin- und Nachrichtensendungen (aber auch der Printmedien und Internetpräsenzen) ist die Bereitstellung und objektive Aufarbeitung von Information für den Zuschauer. Die sich zu stellende Frage in den Redaktionsbüros sollte also lauten: sind bewegte oder unbewegte Bilder notwendig, um ein Mehr an Information zu vermitteln?
Dies ist aus meiner Sicht hier nicht der Fall; die Nachricht von der Hinrichtung genügt mir. Angehörige von Regimeopfern mögen nach Beweisen als Genugtuung lechzen (was, seien wir mal ehrlich, ein beklagenswerter aber realer Wesenszug des Menschen ist), die breite Öffentlichkeit aber braucht diese Bilder nicht zu sehen. Es gibt sicher Bereiche, in denen gezeigte (Folgen von) Gewalt für eine stetige Wachsamkeit des Geistes gegenüber den immer wieder auftretenden Übergriffen der Bestie Mensch sorgen können (z.B. Terror- oder Kriegsfolgen), so dass jeder in seinem Umfeld ein Stück weit dafür eintritt, dass Menschlichkeit (im guten Sinne) die Oberhand behält.
Dies ist hier nicht gegeben und ich würde es daher angesichts des ohnehin schon beklagenswerten Zustands der Medienzunft und des nicht minder traurigen Bildes, das seine Konsumenten abgeben (wobei man hier trefflich darüber streiten mag: wer von beiden kam zuerst?), für bedenklich halten, hier Stoff für derbe Stammtischgespräche oder, Gott behüte, Trittbrettfahrer zu liefern. Natürlich erschwert dies die Auseinandersetzung mit dem Thema Todesstrafe, aber dies ist nicht Gegenstand der momentanen Diskussion und es gibt nun wirklich genügend andere Auslöser für eine derartige Auseinandersetzung als ausgerechnet diesen Fall. Sollte man aber dennoch entscheiden, diese Bilder zu zeigen (ich habe sie noch nicht gesehen), so gehört zwingend in den Vorspann dazu eine Aufarbeitung der Gräueltaten des Regimes, da es sonst zu einer isolierten Betrachtung und somit zu einer Verwässerung der Wahrheiten kommt (der Täter wird vermenschlicht, die Opfer werden anonymisiert und ihrer wird nicht gedacht).
Am 3. Januar 2007 um 17:11 Uhr
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Vollkommen richtig. Nur, die Würde des Menschen wird nicht durch die Veröffentlichung eines Videos mit Füßen getreten, sondern durch die Verhängung und Ausführung der Todesstrafe selbst. Die Veröffentlichung der gesamten Videoaufnahmen könnte vielleicht dazu beitragen, dass mehr Menschen von dieser unzivilisierten, barbarischen Strafe Abstand nehmen.
Am 3. Januar 2007 um 17:13 Uhr
Todesstrafe ist Mord - zumindest nach meiner westeuropäisch geprägten Auffassung. Ein Video der Hinrichtung ist somit ein bewegtes Abbild eines Mordes. Es macht da keinen Unterschied den ganzen Weg zu zeigen, oder nur die Hälfte mit dem Hinweis “und dann wurde er erhängt”. Mord ist Mord und Tod ist Tod. Als Zuschauer bin ich also somit auch Zeuge eines Mordes - damit drängt sich jetzt die Frage auf “Bin ich auch Mittäter, weil ich das gesehene nicht verhindert habe?” Vielleicht eine etwas subtile Fragestellung, aber ich kann mich dieses unguten Gefühls nicht verwehren. Das Video bietet keinen inhaltlichen Wert, der hätte gezeigt werden müssen. Ein Foto mit entsprechenden Kommentar hätte mir als Zuschauer den gleichen Informationsgehalt vermittelt. Auch wenn andere Medienanbieter der Gruselgeilheit der Konsumenten mit solchen Bildern entgegenkommen, war mir die Tagesschau bisher der beste Garant einer angemessenen Bildberichterstattung. Dieses Gut darf uns nicht verloren gehen. Denn an welcher Stelle muss ich wegsehen oder abschalten um nicht doch irgendwann in der Tagesschau den ganzen Mord zu sehen zu bekommen, weil die Abwägungen der Redaktion ermessensweise geändert wurden ?
Am 3. Januar 2007 um 17:28 Uhr
Ich habe mich entschieden, mir das Video im Internet anzuschauen. Entscheidend ist dabei nicht die Exekution an sich, sondern sind die äußeren Umstände. Die Situation würde ich als eine Hahnenkampfatmosphäre bezeichnen. Viele schreien rum, demütigen den Verurteilten, machen Souvenir-Handyaufnahmen, als seien es Prügeleien auf dem Schulhof, der Ort ist ein runtergekommenes Loch. Insgesamt konnte man nicht von der souveränen Vollziehung der wichtigsten weltöffentlich wahrgenommenen Staatshandlung der irakischen “Regierung” reden.
Der einzige, der in der Situation Würde gezeigt hatte, war Saddam Hussein. Gut ist, dass die Berichterstattung der Tagesschau genau diese traurige und beklemmende Botschaft rübergebracht hat.
Am 3. Januar 2007 um 17:29 Uhr
Es besteht ein Recht ( und auch die Pflicht ) auf Information, sofern die Information von öffentlichem Interesse ist. Es darf jedoch nicht zu “öffentlichem Interesse” werden, die Privatsphäre und schon gar nicht die Würde eines Menschen zu missachten. - Daher verlasse ich mich gern auf die Nachrichten-Redaktionen insbesondere von ARD und ZDF,die aus meiner Sicht stets selbstkritisch hinterfragen, ob sie Ihrer Verantwortung gerecht werden oder auch gerecht geworden sind. Ich weiß dies sehr zu schätzen !
Am 3. Januar 2007 um 17:36 Uhr
Ich bin traurig, ganz einfach traurig, dass der Mensch so weit ist, die anderen Menschen entwürdigen zu wollen und müssen, um eigene Ziele zu erreichen (kommerzielle, politische, usw.) Und ob man es will oder nicht will, muss man an diesem teilnehmen. Denn diese Bilder sind überall gegenwärtig. Dieses gerade macht mir grosse Sorgen, was die Zukunft unserer Kinder angeht. Ich glaube an bessere Welt; ohne Gewalt, mit mehr Freundlichkeit und Verständniss unter uns Menschen. Ich hoffe auch, dass es irgendwann so weit wird, keine Gewalt in der Welt zeigen zu können.
Am 3. Januar 2007 um 17:37 Uhr
Man sollte sich vielleicht vor Augen halten, dass gerade durch die Veröffentlichung der Bilder der Hinrichtung ,die Vorstellung und der Wunsch Husseins, als Märtyrer zu sterben,erfüllt wurde.
Diesen Wunsch hätte man ihm nicht erfüllen sollen!Ich stelle mir vor wie er in seinem Grab liegt und sich ins Fäustchen lacht, wie (Entschuldigung für die Ausdrucksweise)blöd man eigentlich sein und überhaupt irgendetwas von der Hinrichtung zeigen konnte. Für seine Anhänger ist das eine Bestätigung seiner Macht und seines Einflusses. Also, für das nächste Mal: lasst es lieber und zeigt so gut wie gar nichts!
Am 3. Januar 2007 um 17:41 Uhr
In der modernen bleibt nichts verborgen. Selbst eine Hin-
richtung nicht.
Gemeint ist die Hinrichtung von Sadam Hussein. Aufgenommen
wurde diese mit einem Foto Handy.
Die Urheber dieses Videos wird man wohl kaum ermitteln
können. Auch wer dieses Video ins Internet gestellt hat, damit
es angesehen werden kann. Auch von Kindern.
Und da wird es gefährlich. Denn Kinder sollten sich so etwas
überhaupt nicht anschauen.
Es ist sowieso geschmacklos eine Hinrichtung zu filmen und
dann diese Bilder in der Öffentlichkeit preiszugeben.
Und die privaten Fernsehsender fliegen ebenfalls darauf.
Nein, so etwas sollte verboten werden und natürlich die
Todesstrafe überhaupt.
Am 3. Januar 2007 um 17:53 Uhr
Ein Bild des toten Diktators hätte gereicht. Die letzten paar Minuten des inneren, nicht sehbaren, Todeskampfes gehören nicht dem Informationsanspruch der Öffentlichkeit. Dazu gehört lediglich die verifizierte Nachrit über den Tod Saddams.
Das öffentlichrechtliche Fernsehen ist den Grundrechten verpflichtet. Der Logik des Recht auf Lebens folgend ist die Todestrafe verboten. Nirgendwoher wäre die Legitimität der Tötung eines Menschen außerhalb von Notwehr ableitbar. Zur logisch-moralischen Folgewirkung gehört, dass Bilder einer Hinrichtung in der deutschen Medienöffentlichkeit nichts zu suchen hat.
ARD und ZDF sollten bei ihrer Berichterstattung weiterhin nicht den Voyerismus bedienen, sondern sich auf Sachinformation beschränken. Diese Beschränkung wäre ein Gewinn des der Humanität verpflichteten Journalismus.
Am 3. Januar 2007 um 17:59 Uhr
Warum bezichtigen wir eigentlich unsere voyeuristischen Beduerfnisse eigentlich immer der moralischen Verwerflichkeit? Warum soll man sich das Saddam-Video nicht angucken duerfen? Ich fand es sehr interessant und hatte keine Ahnung, wie unprofessionell die Hinrichtung aussehen wuerde. Sie gemahnte ziemlich stark an diverse fruehere Geisel-Enthauptungen irgendwelcher Terrorheinies. Ob es in die Tagesschau gehoert haette, darueber kann man streiten - die armen Kinder usw. usf. - , aber warum nicht ins Nachtmagazin? Die Verachtung, die der Bildungsbuerger hier bspw. der BILD fuer das Zeigen ach so verwerflicher Einzelbilder der Hinrichtung entgegenwirft verstehe ich nicht. Schlimm finde ich eher die Texte, die die BILD mitliefert, die einem suggerieren, dass hier einer bekommen hat, was er verdiente. Diese Schlussfolgerung mag doch bitte jeder selber ziehen, insbesondere in einem Land, in dem die Todesstrafe laut Verfassung verboten ist.
Am 3. Januar 2007 um 18:00 Uhr
Die Würde eines Menschen wird am meisten missachtet indem man ihn tötet. Das Zeigen der Bilder, welche ohne Strafe gar nicht existieren würden, ist für mich absolute Nebensache. Meiner Meinung nach, wird viel zu wenig die Todesstrafe als solche in den Medien kritisiert. Das Strick-Umlegen wird gezeigt, das Öffnen der Falltür nicht. Für mich macht das alles keinen großen Unterschied. Fakt ist, dass Saddam Hussein tot ist. Ein Mensch verurteilt zum Tode, weil er selber über Menschenleben geurteilt hat. Eine verlogene Strafe. Eine verlogene Diskussion an dieser Stelle.
Am 3. Januar 2007 um 18:06 Uhr
Sehr geehrter Herr Dr Gniffke,
herzlichen Dank fuer Ihren Kommentar und Ihre Einstellung. Ich wuenschte diese Einstellung wuerden andere Fernsehstationen bzw. Printmedien mit Ihnen teilen. Es ist einfach nicht nachvollziehbar aus welchen Gruenden wir uns tagtaeglich die blutigen Bilder in den Nachrichten anschauen muessen.
Zum Glueck gibt es noch Sender, die die Wuerde des Menschen respektieren und nicht aufgrund von Einschaltquoten bzw. verkauften Ausgaben alles zeigen muessen. Sind die Menschen so phantasielos gerworden? Aber gut, das fuehrt dann doch etwas zu weit.
Ich wollte mich nur fuer Ihren Kommentar bedanken und verbleibe
mit freundlichen Gruessen
Nanette Jaeger
Am 3. Januar 2007 um 18:06 Uhr
Wenn ein Mensch gewaltsam zu Tode kommt, gibt es keinen Besiegten und keinen Sieger. Dann verlieren alle zusammen
Am 3. Januar 2007 um 18:13 Uhr
Die Todes-Strafe verstößt gegen das europäische Menschenrechtsverständnis. Ob das Zeigen einer Hinrichtung irgendeinen Nachrichtenwert hat, ist für mich eher zweifelhaft. Aber gut ist, wenn sich die ARD wenigstens darüber Gedanken macht.
Am 3. Januar 2007 um 18:14 Uhr
Das Video ist ein wichtiges Zeitzeugnis. Es muss in voller Länge gezeigt oder zumindest mündlich oder schriftlich wiedergegeben und diskutiert werden. Nicht unbedingt sofort, aber zu geeigneter Zeit, an geeigneter Stelle.
Das komplette Video ist ein beschämendes Zeugnis unserer Gegenwart. Die Justiz, letztlich die Regierung des Iraks, von Teilen der politisch Verantwortlichen in den USA aufgestachelt, begibt sich moralisch gesehen auf die gleiche Ebene wie der Massenmörder Hussein. Mit der im Video gezeigten Hinrichtung wird auf grausame und erniedrigende Art und Weise das Recht auf Leben verletzt. Das komplette Video zeigt wie Hussein noch kurz vor seinem Tod von einer Schar wild gewordener Beobachter beschimpft wird und nicht einmal mehr die Möglichkeit erhält das Glaubensbekenntnis zu Ende zu sprechen. Das ist unwürdig.
Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass es den Giftgasopfern, die Hussein zu verantworten hat, auch nicht besser gegangen ist.
Genau an diesem Punkt aber gibt unsere Demokratie und das humanistisch-christlich geprägte Menschenbild das ich für mich verinnerlicht habe eine andere Antwort Eben nicht “Auge um Auge” und “Zahn um Zahn”, das ist Blutrache, Vergeltung und die Sprache der Fundamentalisten und derjenigen die einfache Antworten auf schwierige Fragen suchen, sondern „Achtung der Menschenrechte“ auch für die Feinde der Demokratie. Das ist oft unendlich schwierig, aber letztlich der Preis für ein Leben in Frieden.
Eine Regierung kann nicht gleichzeitig die Menschenrechte achten und die Todesstrafe verhängen. Wenn der Staat selbst die Tötung eines Mörders anordnet, ist es schwierig zu erklären, dass die Ermordung eines Menschen Unrecht darstellt.
Ich möchte mich immer wieder versichern, ob die Menschen mit denen ich in Deutschland und in Europa lebe, diese Haltung mittragen können. Dazu ist eine ständige Diskussion notwendig. Die intensive Aufarbeitung der aktuellen Ereignisse im Irak durch die Medien kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
Für mich persönlich ist die Ächtung der Todesstrafe ein zentraler Prüfstein für die Frage ob ich in diesem Land leben kann oder nicht.
Am 3. Januar 2007 um 18:34 Uhr
Meines Erachtens war die ARD-Entscheidung richtig, aber nicht weitgehend genug - für die Information, dass Saddam Hussein gehenkt wurde und um das Ausmaß dieser Tatsache zu begreifen, ist es wahrlich nicht erforderlich, ihn mit der Schlinge um den Hals zu zeigen - welchen zusätzlichen Informationsgehalt das dem Zuschauer bringen soll, erschließt sich mir nun wirklich nicht.
Am 3. Januar 2007 um 18:39 Uhr
Grundsätzlich bin ich gegen jede Zensur. Ich möchte mir meine eigene Meinung bilden und auch nicht von irgendeinem Journalisten umfassende Information durch Weglassen vorenthalten lassen! Wenn ich im Internet das Saddam Hussein-Hinrichtungsvideo anschaue, nicht weil ich mich an dessen Tod ergötze, sondern mich das Drumherum interessiert: ob mir das jetzt was nützt oder nicht, ist meine Sache! Gottseidank gibt es nun das Internet und den leichteren freien Zugang zu Informationsquellen für jederman/frau! Jetzt kann ich selbst aussortieren, selbst wegschauen wenn’s zu grausig ist - und muss nicht mehr auf das Vorgekaute eines wohlmeinenden öffentlich-rechtlichen Journalisten angewiesen sein!
Rainer Dittrich, München
Am 3. Januar 2007 um 18:41 Uhr
Hinrichtungen sind staatlich genehmigter Mord. Sollte nicht sein…….entsetzlich……….furchtbar genug zu ahnen….wissen…was sich Menschen antun………muss man/Frau nicht noch sehen…..desillusioniert nur noch mehr…Andrea
Am 3. Januar 2007 um 18:45 Uhr
Ich hätte eine Nachricht ohne Bilder für angemessen gehalten. Das Filmsequenzen dieser Hinrichtung enstehen konnten und dazu noch gehandelt wurden, dass finde ich schäbig. Das sehe ich auch unabhängig von allen Taten Sadam Husseins.
Verantwortungsvoller Journalismus zeichnet sich manchmal auch durch Zurückhaltung aus. Den Rest erledigt dann das Internet, leider.
Am 3. Januar 2007 um 18:52 Uhr
Ich denke, in den nächsten zehn Jahren wird die Sensationsgeilheit noch weitere Kreise ziehen und es werden Live-Exekutionen im Fersehen zu sehen sein.
Natürlich gegen Bezahlung ( Pay-TV). Andere Dinge bekommt man ja schon zu sehen. Man sollte sich nur einmal das “normale” Fernsehprogramm ansehen.
Man fühlt sich schon seit längerem wieder in´s Mittelalter versetzt, nur mit moderneren Mittel, aber die Geisteshaltung geht wieder zurück dorthin.
Fortschritt? Ja, klar, denn man richtet mit modernen Methoden. Schmerzfrei, der Scheiterhaufen wurde ja abgeschafft…
Mann oh mann, ich kann über manche Dinge echt nur den Kopf schütteln.
Fakt ist, daß:
1. durch die Hinrichtung keines der Saddam-Opfer wieder lebendig wird.
2. die Hinrichtung keinem wirklich genützt hat und Saddam deswegen auch nicht mehr bereut hat als vorher… geht aj auch nicht…
3. die Todesstrafe an sich sinnlos und schon fast blasphemisch ist, denn damit spielen die Verantwortlichen Gott.
Es knnte doch auch jeder mal bei sich selbst anfangen…
Oder??
Am 3. Januar 2007 um 18:56 Uhr
Bei Autounfällen, Bahnunglücken oder Naturkatastrophen wird im TV bewusst darauf verzichtet, Leichen oder Leichenteile zu zeigen. Das ist richtig so. Und deshalb ist es auch richtig, nicht weitere Bilder von Saddam Husseins Hinrichtung zu zeigen (ich habe noch die Bilder von der Erschießung von Rumäniens Diktator Ceaucescu und seiner Frau im Kopf - widerlich!).
Umso entsetzter bin ich über einige Zuschriften hier, die sogar eine öffentliche Hinrichtung Saddams fordern, das Zuschauen dabei als “Menschenrecht” bezeichnen. Ich dachte eigentlich, wir hätten das Barbaren-Zeitalter längst überwunden…
Am 3. Januar 2007 um 18:57 Uhr
Nicht alles, was machbar ist, ist auch wünschenswert. Die Entscheidung, die Exekution nur teilweise zu zeigen, ist richtig. Schließlich erwarte ich gerade von den Öffentlich-rechtlichen einen besonders verantwortungsbewussten Umgang mit medialen Inhalten. Hier darf kein Platz für Sensationsberichterstattung oder Voyeurismus sein.
Leider wird durch die technischen Möglichkeiten des Web 2.0 ein sorgsamer Umgang mit derart bedenklichen Inhalten immer mehr eingeschränkt.
Am 3. Januar 2007 um 19:01 Uhr
Danke, liebe Tagesschau!
Ihr seid die Nachrichtensendung Nr.1 und steht bei mir für Sachlichkeit, Neutralität und Objektivität.
Am 3. Januar 2007 um 19:02 Uhr
…bravo! Schön, das es noch Journalisten gibt, die nicht nur Vorgefertigtes unbearbeitet ins mediale Wettrennen rotzen, sondern sich an minimalen ethisch-moralischen Standarts orientieren!
Gerade auch der Umgang mit solchen Dingen generiert “Welt” und deren Wahrnehmung/ Weltsicht. Ich befürchte schon jetzt, das dieses Video auf unserem Schulhof der Renner sein wird.
Am 3. Januar 2007 um 19:28 Uhr
Ich selbst habe den Fehler gemacht, mir das vollständige Video im Internet anzuschauen. Ich war schockiert über die Bilder, über die Grausamkeit einer Hinrichtung als solcher. Ebenso bestürzt war ich allerdings über meine eigene Neugier, die mich dazu gebracht hatte, den Tod eines Menschen zu beobachten.
Wenn dies überhaupt etwas positives bewirkt hat, dann zumindest die Bestätigung der Ansicht, dass die Todesstrafe unter keinen denkbaren Umständen zu rechtfertigen ist.
Am 3. Januar 2007 um 19:30 Uhr
Ich finde es schön, daß sich ein Fernsehsender noch davor scheut die letzten intimen Momente eines Menschen öffentlich zu zeigen. Jeder Mensch sollte das Recht haben würdevoll zu sterben, (auch, wenn das bei Saddam nicht wirklich der Fall war), egal warum und wie er stirbt !
In der heutigen Zeit ist die ethische Frage in den Medien viel zu sehr der Sensationslust gewichen.
Am 3. Januar 2007 um 19:53 Uhr
Im Fernsehen muß so etwas nicht unbedingt gezeigt werden -
vielleicht mit vorheriger Ankündigung, so dass bei “Nichtbedarf” umgeschaltet werden kann.
Viele Kommentatoren hier reden auch davon, dass die gezeigten Bilder von der Leiche oder mit der Schlinge um den Hals schon “zuviel” waren… Hallo? Ich verstehe nicht ganz, warum? Nur weil es Saddam ist, richtig? Weil man diesen Menschen “kennt”… Verspürt man die gleiche große Empörung, wenn man xy, den man noch nie gesehen hat, mit einer Schlinge um den Hals in der Zeitung sieht? ..
Wenn ich mir da Bilder und Szenen aus div. Reportagen in den Kopf rufe, muß ich feststellen, dass dies einer Hinrichtung extrem nahe kommt. Da ist für mich kein Unterschied, ob ich eine Reportage über einen Krieg sehe, und da wird jemand erschossen - fällt zu Boden.. so etwas hat man doch auch schon oft gesehen! Wie gesagt, die Empörung und der Ekel sind wahrscheinlich nur so groß, weil man diesen Menschen “kennt”.
Ich habe das Video gesehen - und wissen sie warum? weil ich - fragen sie mich nicht warum - auf solche Gedanken kam, es war viell. nur ein Fake. Dass seine Macht doch noch sehr groß war, alle Anwesenden waren auf seiner Seite - er sollte totgeglaubt sein… etc… Ja - hören Sie auf zu Lachen !!…
Und eben dieses “Recht”, zu sehen dass es wirklich stimmt, sollte man, gerade den Betroffenen, den Angehörigen der zahlreichen Opfer, zugestehen.
Noch etwas zum Schluß: Ich finde, die Gesellschaft ist viel zu sehr verweichlicht - für solche Menschen, die solch grausames getan haben, ist das Erhängen doch keine Strafe! Die gehören irgendwo angebunden, und jeder darf mal…. Ist doch wahr..
Am 3. Januar 2007 um 20:15 Uhr
Hallo Herr Dr. Gniffke,
Ihren ethisch einwandfreien Umgang mit solchen Nachrichten schätze ich sehr und unterscheidet nachwievor die Tagesschau von allen KOMMERZiellen Nachrichtensendern. Nein, ich möchte solche Filme auch nicht sehen müssen.
Grundsätzlich verstehe ich die Aufregung um den Filmer und dessen Bilder allerdings nicht. Was ich viel verabscheuungwürdiger finde ist das, was diese Bilder dokumentieren. Das Erniedrigen eines im Augenblick seiner Hinrichtung betenden Mannes im Beisein vermeintlich rechtsstaatlicher Organe - seien seine Taten verabscheuungswürdig oder nicht. Das ist sicherlich viel Widerlicher als das Veröffentlichen dieses Vorganges selber.
Am 3. Januar 2007 um 20:24 Uhr
Einen schönen Abend wünsche ich!
Ich selbst habe mir das Video am Silvesterabend eher versehentlich heruntergeladen. Dass es illegal gefilmt wurde, hatte ich nicht geahnt.
Den ganzen Trubel darum verstehe ich allerdings nicht. Denn: Die Sequenz ist völlig verwackelt, den Ton kann man nur erahnen und das Öffnen der Falltür muss man genau beobachten.
Ich finde, das Video sollte gezeigt werden. In diesen Tagen kursieren die wildesten Gerüchte, was dort zu sehen sei. Es löst die gesammelte Spannung darüber, glaube ich.
Um den Autor des Beitrags auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen: Lassen Sie sich doch mal ein paar Dateien aus den Handys von Freunden ihrer Kids zeigen. Anschließend warte ich auf ihren ernüchternden Bericht zum Fall Saddam´s…
Am 3. Januar 2007 um 21:02 Uhr
also ich persönlich finde man sollte soetwas schon zeigen an diesem video sieht man doch das beste beispiel wie die medien alles so hinbiegen wie sie es gerne hätten
im offiziellen viedeo is zb nicht zu sehen wie alle anwesenden saddam verhönen und beleidigen und da spricht noch jemand von “die würde des menschen is unantastbar” ???
sone dinge werden natürlich rausgeschnitten
nene ich finde man sollte soetwas schon zeigen jedoch nicht im nachmittagsprogram
wer horrorfilme mord u totschlag usw im tv sehen kann der sollte bei realen dingen nicht behaupten :
soetwas ist unzumutbar mit dem gewissen der menschen
Am 3. Januar 2007 um 21:09 Uhr
Die Todesstrafe gehört nicht zu unserer Kultur und zu unserer Ethik. Sie hat bei uns keinen Wert und sollte sie auch nie haben. - Das ist kein Gefühl der Schwäche.
Sicher mag es schwer sein, ein Urteil zu finden.
Eine Strafe muß und sollte es auch immer für Verbrechen geben, denn Schuld und Sühne gehören zusammen.
Deshalb gehören Verbrecher weggesperrt - isoliert von den “Guten”.
Jeder der schon einmal in seinem Leben bei einer Hinrichtung zuschauen mußte - sollte zutiefst davon angewidert sein. Denn die Todesstrafe gehört ins Mittelalter und wir leben im 21. Jahrhundert.
Hinrichtungsbilder sich anzuschauen - ist dumme Sensationslust.
Henker sein - ist ein Verbrechen !
Unsere Kinder und auch wir sollten lernen einen respektvollen und mit ethischen Werten behafteten Umgang miteinander zu pflegen.
Ich bedanke mich deshalb für die rücksichtsvolle verantwortungsvolle Art der Berichterstattung.
Es würde mich auch freuen, wenn uns auch in Zukunft Bilder von Hinrichtungen erspart bleiben.
Am 3. Januar 2007 um 21:20 Uhr
Im Zeitalter des Internet bin ich froh, dass ich mir als Deutscher im Ausland noch einigermasen glaubhafte und mehr oder weniger objektive Nachrichten aus good old Germany ansehen kann.
Ohne Internet koennte ich mir diesen letzten Luxus nicht leisten.
Ich begruesse es sehr, dass die oeffentlich rechtlichen Sender noch einen andere Aufassung der Berichterstattung haben.
Jede Berichterstattung ist Manipulation.
Wer es sehen will, kann es im Internet oder auf anderen Kanaelen ansehen, jede Person kann es fuer sich entscheiden.
Allgemein haben Nachrichten sowieso eher einen negativen Beigeschmack (Naturkatastrophen, Ungluecke jeglicher Art, Attentate, Kriege, Morde, Arbeitslosenzahlen, Steuererhoehungen, Leistungskuerzungen, Wetter….
Die Welt ist teilweise grausam genug und wir sollten Hemmschwellen nicht noch weiter abbauen.
Teilweise geht Berichterstattung zu weit und foerdert Nachahmungstaeter.
Vieles wird hinter dem Begriff “Zeitdokument” versteckt.
Eine letzte Anmerkung…
In welcher Weise hilft mir ein Video ueber eine gerichtlich angeordnete Hinrichtung in meiner politischen Meinungsbildung?
Peter Padar
Kalifornien
Am 3. Januar 2007 um 21:32 Uhr
Die Entscheidung die von Seiten der ARD getroffen wurde unterstütze ich. Das Video habe ich im Internet gesehen und war sehr ergriffen von den Bildern. Solche Dinge muß jeder für sich entscheiden dürfen. Deshalb bin ich sehr für die Kontrolle im öffentlich rechtlichen Bereich. Es wird früher oder später einen Hollywoodstreifen geben, der ähnlich wie bei Truman Capote das Hängen in voller Länge und in bester Digitalqualität zeigen wird. Die Grenzen verwischen zu schnell zwischen Fiktion und Realität. Ein weiterer Grund sich im Rahmen des Bildungsauftrages davon zu distanzieren.
Am 3. Januar 2007 um 21:39 Uhr
Diese gesamte Hinrichtung und die Art und Weise, wie sie in vielen Medien kommunziert wird, ist ein einziges Armutszeugnis der gesamten zivilisierten Welt und entlarvt beispielslos, welches katastrophale Verständnis von Menschenwürde vorherrschend ist.
Ich finde es richtig, dass Sie dieses Video nicht ausstrahlen. Es wird in einer Woche sowieso kein Mensch mehr danach fragen, woran sie die historische Bedeutung dieser erniedrigenden Bilder erkennen können.
Ich finde es falsch, einen zu Tote Verurteilten in den letzten Zügen seines Lebens mit Schlinge um den Hals oder auf dem Weg zur Vollstreckung zu Filmen und zu Senden, eseidenn, es geschieht zu seinem Ausdrücklichen Wunsch und passt in das Format Ihrer Sendung - eine Nachrichtensendung ist dies nicht.
Im Irak sieht man deutlich, wohin Rache führt - niemals zum Frieden.