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21.11.2009

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And the winner is….

4. November 2008, 03:30 Uhr - von Andreas Cichowicz

Oma Obama ist tot. Vor wenigen Tagen noch hatte Barack Obama sie besucht, als es ihr schon schlecht ging.

Als seine Mutter vor vielen Jahren an Krebs starb, war er zu spät gekommen - er hat das immer bereut. Seine weiße Großmutter hat ihn geprägt, war in vielem für ihn Vorbild. Nun wird sie seinen vielleicht größten Triumpf nicht mehr erleben.

Sarah Palin hat keinen Amtsmissbrauch begangen. Zu diesem Urteil kommt der Untersuchungsbericht in der Affäre eines von ihr geschassten Polizeichefs, der in Familienangelegenheiten nicht ihrem Rat folgte. Kam gerade rein, diese Nachricht. Klingt ein bisschen wie bestellt und widerspricht dem Urteil eines Parlamentsausschusses in der Angelegenheit. Gerade noch rechtzeitig für die News - zu spät für die Wahl?

Ich kannkeine Fakten, keine Hintergründe mehr sehen und hören. Bis jetzt habe ich an der Struktur der über 10stündigen Live-Wahlsendung gearbeitet. Dutzende Filme müssen angetextet werden, mit 7 KorrespondentInnen draußen Fragen verabredet, Interviews durchdacht und Fragen sortiert werden. Die Sendung hat weit über 200 Einzelpositionen und viele verschiedene Elemente. Dann Stellproben im Studio, das gefühlte 20 qm groß ist und in der Kameras und Mitarbeiter eng nebeneinander stehen. Da muss jede Bewegung, jeder Gang, jede Fahrt sitzen. Heute morgen Riesenstress. An einer unserer Talkplätze stehen muskelbepackte Männer und drohen:”Want a bad day? - wollt ihr einen schlechten Tag”. Nicht zu spaßen. Einer der Fahrer ist nicht Mitglied der Gewerkschaft. Die anderen drohen, die Kabel zu zerschneiden und einen Riesenaufstand zu machen. Das ist Amerika. Aber genauso vertrackt ist, dass News-Produktionen von Gewerkschaftern nicht bestreikt werden dürfen. Und wir sind ja keine Hollywoodcrew. Als sich das Problem nach langen Erklärungen und der Mithilfe der Polizei löst, kommen Mitarbeiter aus der gegenüber liegenden Regierungsbehörde und erklären uns, dass unser Übertragungswagen, der in der Straße parkt, verschwinden muss. Wir haben alle Genehmigungen, die Polizei sagt: alles okay - aber wenn die Regierungsbehörde nicht mitspielt, gibt es kein Pardon. Wir müssen aus Pennsylvania, einem Nachbarstaat, einen anderen, kleineren Übertragungswagen mit schlechterer Technikausstattung anfordern. Jetzt hilft nur noch Daumendrücken.

Aber was nun wirklich nicht geht in einer langen Live-Sendung: Unausgeschlafen sein. Und deshalb - ab in die Koje für heute! God bless.

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5 Reaktionen zu “And the winner is….”

  1. 1: Helmut

    And the Winner is…bestimmt ein Amerikaner!!
    Wenn man die Nachrichten bei uns verfolgt und speziell den Blog hier bei tagesschau .de könnte man glauben wir würden in Germany wählen. Ein absolut überzogenes Theater was hier in Deutschland von den Medien veranstaltet wird. Da schießt mir spontan der Ausspruch eines älteren Amerikaners durch den Kopf, den wir 2007 im mittleren Westen getroffen haben. Auf seine Frage, wo wir her kommen, antwortete ich:” From Germany”
    Er schüttelte den Kopf und sagte: I never heard about”….
    Das ist der Unterschied! Amerika interessiert sich nur für sich und wir nur für die Anderen, anstatt uns um unsere Bedürfnisse und Verbesserungsmöglichkeiten im eigenen Land zu kümmern.
    Anders ausgedrückt: Kein Ami-Sender würde Sondersendungen über die Wahl in Deutschland bringen. Warum machen wir so ein Aufhabens um die US Wahl, die eigentlich die ureigenste Angelegenheit der Amerikaner ist?

  2. 2: B. Vieth

    @1:
    Es ist schon ein kleiner Unterschied, ob eine bzw. die einzig verbliebene Weltmacht wählt oder ein Land, das irgendwo in Europa ein wenig Einfluss ausübt. Deutschland hat einen gewichtigen Anteil an der Weltpolitik, nicht mehr und nicht weniger. Die USA sind halt ein anderes Kaliber und dass es wichtig ist, wer das Land nun führen wird, dürfte doch klar sein. Sicher mag manches überzogen erscheinen, ist aber nun auch Wesen einer Medienwelt, dass deren Vermittler zu bestimmten “Exzessen” neigt, um schließlich aus der Masse der Medien herauszustechen. Wer das Ergebnis der US-Wahl als ureigenste Angelegenheit der Amerikaner betrachtet, verkennt doch ein wenig den politischen Einfluss.

  3. 3: Jonas Schaible

    Weil die USA nun einmal immer noch das einflussreichste Land, wenn schon nicht mehr deutlich der Erde sind, dann in jedem Fall für das amerikanisierte Westeuropa.
    Mal abgesehen davon, dass es einem politisch interessierten Menschen zu eigen ist, sich auch für Politik außerhalb des eigenen Landes zu interessieren. Daher nämlich “politisch interessiert”… Wieso Sie übrigens nicht, wieso sie erst ein Beispiel für ein Scheuklappendasein erwähnen, um im Anschluss das Gegenstück - nämlich das Schauen über den eigenen Tellerrand hinaus - zu kritisieren, wird sich mir wohl nicht mehr erschließen.

    Ich verstehe außerdem das ganze Aufhebens um die verstärkte Berichterstattung aus den USA nicht. Es gibt genug Medien, die Sie umfassend über andere Themen informieren. Bei der SZ war heute beispielsweise das Scheitern der Hessen-SPD “Thema des Tages” - nicht die Wahl. Kaufen, lesen, die Wahl ignorieren. Zumal ich davon ausgehe, dass um 20 Uhr und zu den anderen bekannten Zeiten trotzdem auch noch andere Nachrichten laufen. Sie haben also alle Informationen, die Sie sonst auch bekommen, plus viele aus den USA. Ist doch ideal. Die Sondersendung hat ob des großen Interesses in Deutschland auf jeden Fall seine Berechtigung.

    Trotzdem schreibt man “Triumph” immer noch mit “h” und ohne “f”. Sagt mir mein Gefühl, sagt mir der Duden. ;)

  4. 4: Jonas Schaible

    Das “nicht, wieso sie” in Zeile sechs muss selbstredend weg. Ich hätte es doch noch einmal auf Fehler überprüfen sollen. Verzeihung.

  5. 5: Helmut

    @2 Meine Kritik richtet sich gegen die aus meiner Sicht überzogene Berichterstattung über die US Wahlen. Leider haben die USA durch den unsäglichen Präsidenten Bush und seine Mannschaft (der Präsident kann sicher nicht alles alleine entscheiden) in den letzten 8 Jahren bewiesen, dass berechtigte Zweifel an dem Führungsanspruch der USA bestehen. Wer Länder mit Kriegen überzieht, dazu Lügen benutzt und die Finanzwirtschaft weltweit in ein Chaos stürzt (hat sicher nicht alles Bush gemacht) der ist zunächst für mich kein Vorbild mehr!
    Die Zukunft von uns liegt in Europa und im Osten. Die Bush Administration hat auch nichts unterlassen um Europa nicht zu kräftig werden zu lassen. Die USA denken nur an ihren Vorteil und nicht an das der Nachbarn und anderen Länder. Ich selbst habe einen Senator im US TV erlebt, der sinngemäß geäussert hat: Nur was für die USA gut ist zählt.
    Mit dieser oft anzutreffenden Einstellung tue ich mich schwer deren Führungsanspruch anzuerkennen. Ein Land das Kriege führt Millionen Gelder “verbrennt” durch mehr als unseriöse Finanzierungen und für seine Bürger keine Krankenversicherung hat (Ausnahmen große Betriebe) ist für mich kein Vorbild. Möge es einer neuen Mannschaft gelingen das weltweit zerstörte Vertrauen wieder aufzubauen. Die Menschen in Amerika hätten es verdient!

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