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21.11.2009

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Neues von Osama

20. März 2008, 23:55 Uhr - von Dr. Kai Gniffke

Gestern gab es mal wieder eine neue Botschaft von Osama Bin Laden. Und weil die Dinger medial saugut abgehen, hat er heute gleich noch eines seiner berüchtigten Audios hinterhergejagt. Nun könnte man das ganze ja als lästiges Generve eines Kriminellen abtun, hätte es nicht weltweite Auswirkungen. In unserer Redaktion sorgt der Bursche jedenfalls für reichlich Diskussionsstoff, denn eins ist klar: Ohne Medien könnte Osama seinen Laden dicht machen.

Ich habe hier ja schon gelegentlich die Frage erörtert, inwieweit wir uns zum nützlichen Idioten der Terroristen machen, wenn wir über ihre Taten berichten. Da habe ich eine klare Position: Über terroristische Anschläge, bei denen Menschen zu Schaden kommen, muss man berichten, auch wenn wie im Irak eine politische Destabilisierungsstrategie dahinter steht, die ohne die Berichterstattung längst nicht so gut funktionieren würde. Wie aber sollen wir Nachrichtenleute uns bei den (zunächst folgenlosen) Video- bzw. Audiobotschaften verhalten? Wir wissen, dass Osamas Aufrufe eine gewisse Wirkung entfalten. Das gibt seinen kruden Botschaften sogar die Relevanz, die dann den Nachrichtenwert ausmachen kann.

Heute haben wir das Thema aufgegriffen, weil wir der Ansicht waren, dass die Menschen in Deutschland auf unterschiedlichen Wegen von der Osama-Botschaft erfahren haben und nun wissen wollen, ob die Gefährdungslage hierzulande dramatischer wird. Nach der Recherche unserer Korrespondenten haben wir dann eine Meldung gemacht. Eine saubere Wortmeldung und das war’s. Kein Rauschebart-Video, keine Panikmache, aber eben auch nichts verschweigen, nur weil uns der Al Kaida-Mann nicht passt. So werden wir es weiter handhaben. Sollen doch die Kollegen von Al Dschasira die Terror-Botschaften als Endlos-Schleife senden. Wer’s mag, kann sich das ganze ja dann dort oder bei YouTube ansehen oder wasweißich - vielleicht kann man sich die Dinger schon für 99 Cent bei iTunes runterladen. Eine Verlautbarungsplattform wird die Tagesschau nicht, weder für Terroristen noch für sonst wen.

blog tagesschau.de - hinter den Nachrichten.

 

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39 Reaktionen zu “Neues von Osama”

  1. 1: Robert

    Guten Abend,

    an solchen Abenden wünscht man sich eine Tagesschau, die auch das dargestellte in den Medien einordnet. Denn viele Radiosender, die viele Leute ja tagsüber informieren, posaunten diese Geschichte plakativ und unreflektiert in die Welt. Und die Leute erschrecken.

    Und dann würde es, glaube ich, vielen Menschen helfen, wenn ihnen jemand am Abend deutlich sagt, dass viele Medien an diesem Tag einfach übertrieben haben.

    Nach dieser trockenen Tagesschau-Meldung sind die Leute nicht unbedingt aufgeklärter. Eher verunsicherter. Ist es jetzt doch nicht so schlimm? Spielt es die Regierung einfach nur herunter? Überall sagten sie doch heute, dass Bin Laden neue Anschläge plant, stimmt das etwa gar nicht?

    Ich kenne keinen Mittelweg. Doch ein offenerer Umgang mit der Präsenz anderer Medien und kritischen Reflektionen über die Berichterstattung zum Beispiel in der Bild-Zeitung würde, so glaube ich, vielen Menschen helfen. Denn dann kommt die Erkenntnis, dass man eine Berichterstattung hinterfragen und kritisch sehen - und nicht einfach konsumieren sollte. Für viele Leute gilt immer noch: “Das hab ich im TV gesehen/in der Zeitung gelesen, das stimmt.”

    Der Blog hilft dabei schon sehr gut.

    Frohe Ostern.

  2. 2: beobachter

    Das Thema OBL ist fast so universell wie das Wetter, jeder weiß etwas dazu, aber nichts ganz Genaues. So sprießen krudeste Theorien weltweit zu dem Burschen überall in Foren (!) und in Blogs (!). Und jeder Blog (oder Forum) generiert ja einen Meta-Blog (oder ein Meta-Forum) usw.
    Auf diese Art wird die Osama -Debatte zum Selbstläufer und das ist ja die Absicht dieses Terroristen.
    Wer seine Biographie und alles im Netz frei Zugängliche studiert, der findet eine narzistisch-selbstfixierte Persönlichkeit von krankhafter Geltungssucht. Für einen echten Kämpfer mit der Waffe in der Hand war er nicht mutig und nicht kräftig genug. Verstand und Organisationskraft hat er natürlich.
    Aus dieser Geringschätzung anderer heraus schöpft er den Antrieb, es allen zu zeigen, daß er der wahre Kämpfer für den Islam und gegen den Erzfeind, den Westen in Gestalt der verhaßten USA ist. Das Psychogramm ist da ziemlich einfach zu erstellen. Durch die geglückten Aktionen wurde er gefährlich, dadurch steigt er wiederum im Ansehen seiner Anhänger und das macht ihn dann noch gefährlicher, das ist der circulus vitiosus. Dieses Rad dreht sich dann weiter.
    Solche Fanatiker sehen denn Sinn im Untergang, im Märtyrertum, der sie unsterblich macht. Je grandioser, monströser dieser Untergang ausfällt, desto besser, ist die innewohnende Logik. Aus seiner Sicht läuft es optimal, wenn er viel Aufmerksamkeit hat, wenn die Menschen im Westen sich vor ihm fürchten. Darum ist es wichtig, sich keiner Panik hinzugeben und hier im Westen Business as usual zu betreiben und nicht auf die Leimrute des Terroristen zu kriechen. Irgendwann wird er erwischt und dann ist er der Märtyrer, der er sein will. Was soll’s, man kann’s nicht ändern. Den Mann nicht so wichtig nehmen, aber ihn auch nicht unterschätzen dabei, ein Dilemma. Man vergleiche nur den “Che”- Kult.
    Gleich kommen vielleicht die “Che”- Bewunderer zu Wort. :-D
    Von “Che” sind ebenfalls die zarten Hände überliefert.
    für die einen Terrorist, für die anderen ein Revolutionär oder Märtyrer. Da hilft nur noch Psychologie, aber im umfassenden Sinn…..

  3. 3: era

    Ohne einen weiteren großen Anschlag wird Al Qaida in den nächsten Jahren wieder in die Einzelteile zerfallen. Die Anführer der einzelnen Subgruppen (zB der GSPC) sind genau so lange an Bord, wie sie dadurch Medienpräsenz erlangen. Fehlt die gemeinsame Plattform, werden sie sich ziemlich schnell über Ziele und Prioritäten in die Wolle kriegen. Es stecken halt immer noch intolerante Eiferer dahinter, auch wenn sie es hinbekommen haben, eine schicke “Worldwide-Jihad”-Fassade drüberzukleistern. Al Qaida hat sich von den Fehlern und der Ignoranz des Westens im Umgang mit den Muslimen ernährt.

    Wenn wir es hinbekommen, insbesondere der arabischen Welt mit Interesse und auf Augenhöhe gegenüberzutreten (und ich glaube, nach langer Zeit des Schwarz-Weiß-Denkens sind wir auf dem langsamen Weg dahin), dann marginalisieren wir Leute wie Bin Laden und Zawahiri (den ich nach wie vor für die eigentlich treibende Kraft hinter Al Qaida halte). Denn solche Extremisten, daß hat auch die neue, bahnbrechende Studie von Esposito/Mogahed gezeigt, sind (wie Extremisten in allen Ländern) in der muslimischen Bevölkerung eine Minderheit, die von gerade mal 7% der Bevölkerung unterstützt wird. Die meisten Muslime wollen eine selbstbestimmte Demokratieform mit verankerten religiösen Grundwerten.

    Mein Vorschlag für den Umgang mit allen weiteren Qaida-Botschaften lautet deshalb: Stellen sie den Behauptungen der Eiferer die Realität der Umfrage entgegen. So können die Medien den Schaden wieder gutmachen, den sie durch die allzu bereitwillige Ausstrahlung der “sensationellen” Bin Laden-Tapes nach dem 11.9. angerichtet haben. Und sie reformieren vielleicht auch gleich noch das verzerrte Bild der Mehrheitsgesellschaft über die Muslime hierzulande.

  4. 4: Alexander Ewering

    Herr Gniffke, Sie haben eine sehr einfache und naive Sichtweise der Dinge. Traurig fuer einen Chefredakteur.

  5. 5: evolutionsfehler

    Weltweite Auswirkungen von Osamas Gelatsche? Ich lach mich schief! Ist damit die mehr oder weniger freiwillige Selbstkasteiung des Westens gemeint? Deswegen bringt ihr ihn also, jetzt hab ichs. Danke! *nacktausziehundallesgeldaufdentischleg
    Ich glaub nicht, dass er auch nur einen Zipfel von Europa wegbomben könnte, da gibts ganz andere.
    6 Mrd. Menschen reden nunmal viel zusammen, es kommt immer darauf an was ein Medium gerade bezwecken soll und wen es sich dafür herauspickt, die Leute glotzen eh alles.

    Wie oft hat Osama in den letzten Jahren gedroht? Wie oft muss sich meine Regierung bei mir für verfassungswidrige Gesetze entschuldigen? Wieviele Anschläge gab es? Wieviele davon gehen nachweislich auf das Konto von Osama? Wer hat genug Waffen verkauft um jetzt endlich mit hundert Blondinen auf einer sonnigen Insel zu sitzen? Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Wen Intressierts?

    Ich hoffe er bringt bald jeden Tag ein neues Video, damit es medial genauso saugut abgeht wie getötete Zivilisten im Irak oder aufeinandergehetzte Afrikaner.

  6. 6: Larylin

    @4:
    Da würde mich doch durchaus interessieren wie Sie darauf kommen das Herr Gniffkes Sichtweise vereinfacht oder naiv wäre.

    Ich für meinen Teil stimme dem Blogeintrag zu, informieren ja, zur Schau stellen… nein danke.

  7. 7: zustimmer

    herr gniffke, ihre Aussage besteht fast nur aus Rechtfertigung.
    Es ist einfach irrelevant, wer diese Botschaften veröffentlicht.
    Die einzige Frage ist nur, ob es für die ARD wichtig sein könnte dies zu tun und hier zeichnet sich ein kein homogenes Bild ab, wie sie versuchen es darzustellen. Wenn Gewaltausübung oder -drohung nicht ausreichen würde um auch direkt gezeigt zu werden, wäre die gesammte Berichterstattung über Afrika und Asien sehr anders verlaufen in den letzten Jahren. Als Beispiel hierfür sollten Kongo, Israel und China ausreichen.
    Es wird hier ganz klar mit unterschiedlichen Maßstäben gewertet und das ohne Grund.

  8. 8: Jutta Rydzewski

    Zunächst einmal möchte ich der Meinung Nr. 5 (evolutionsfehler) aus vollem Herzen zustimmen. Sehr geehrter Herr Dr. Gniffke, es fällt auf, vielleicht soll es sogar auffallen, dass Sie einerseits die Bin Laden Berichterstattung versuchen zu rechtfertigen, aber andererseits den Eindruck erwecken (wollen), so richtig wirklich passt Ihnen das alles nicht, was nun dieses Phantom, denn nichts anderes ist dieser Bin Laden, Ihnen an Ärger und Kopfzerbrechen bereitet. Sie wirken auf mich ambivalent, sozusagen hin- und hergerissen. Ist Ihnen nicht auch aufgefallen, dass Bin Laden immer dann auf der Bildfläche erscheint, wenn es gerade mal wieder so passt? Wird dieses Phantom nicht immer dann hochgezogen, wenn es die “weltpolitische Terrorlage” erfordert? Halten Sie es nicht auch für möglich bzw. sogar sehr wahrscheinlich, dass dieser Bin Laden schon lange das Zeitliche gesegnet hat? Doch wie auch immer, ich bin ziemlich sicher, dass man mit diesen “Meldungen” die Menschen gar nicht mehr in der “gewünschten” Form erreicht, obwohl einige Stellungnahmen in diesem Blog das Gegenteil vermuten lassen. Der Bin Laden Virus ist demnach sehr tief in einigen Köpfen eingepflanzt.;-) Dennoch behaupte ich, dass sich der Unterhaltungswert “Bin Laden” seinem Nullpunkt nähert, zumindest bei den aufgeklärten und klar denkenden Menschen, die sich von dieser vordergründigen Terrorhysterie und Panikmache einfach nicht mehr anstecken lassen. Lassen Sie diesen Herrn bei seiner nächsten Videonummer, von wem sie auch inszeniert sein möge, einfach weg. Es gibt ganz andere und viel wichtigere Probleme, Nummer 5 hat darauf hingewiesen. Der Rechtsstaat, unser Rechtsstaat wird nicht von diesem Phantom gefährdet, sondern in immer dreisterer Form von der politischen Klasse, in Sonderheit von Ministern der aktuellen Regierung. Da wünschte ich mir eine Berichterstattung, die erheblich kritischer ist, auch bzw. gerade von den Öffentlich-Rechtlichen. In diesem Sinne BIN-WEG.;-))

    Mit freundlichem Gruß
    Jutta Rydzewski

  9. 9: Hanna

    Als ich zum ersten Mal von der neuen Botschaft Bin Ladens las, war davon die Rede, dass die Authentizität des Bandes nicht eindeutig geklärt sei. Nachfolgend war hiervon keine Rede mehr in den Medien. Die Meldung wurde als Fakt praesentiert.

    Die USA befinden sich im Präsidentschafts-Wahlkampf; die Bevölkerung ist kriegsmüde. Der Kampf gegen den Terror braucht dringend eine Rechtfertigung. Eine Anschlagsdrohung kommt in dieser Situation nicht gerade ungelegen. Ob sie ausreicht, die Bevölkerung von der Bedrohung zu überzeugen, ist fraglich. Sollte es jedoch zu einem neuen grossen Anschlag kommen, könnte das Blatt sich wenden.

    Vor der Verbreitung solcher Meldungen ist es essentiell, Quellen aus erster Hand zu prüfen, um Medienkonsumenten nicht unbeabsichtigt in die Irre zu führen.

    Nachrichten sollten in erster Linie informieren und aufklären und nicht verwirren oder irrational ängstigen.

    Da die Drohung Bin Ladens(?) weder einen wesentlichen Informationswert enthält noch dem Leser/Zuhörer/Zuschauer konkrete Hinweise gibt, wie er sich angesichts der Drohung verhalten oder schützen solle, kann ich darin nur ein Propagandamittel erkennen - zu wessen Vorteil, ist fraglich.

  10. 10: beobachter

    @ 8 und 9

    Wußte ich es doch, daß die Verschwöriker auftreten werden, für die Bin Laden nur eine Erfindung der pösen USA ist.
    OBL sollte man nicht so wichtig nehmen, doch die Verschwöriker auch nicht!

    In diesem Sinne BIN-WEG.;-))

  11. 11: Konfusius

    Ey Dr. Kai - echt klaren sprech gefunden, so richtig bloggy. Turnt mich mächtig an, klar ey OBL is immer ne Nachricht, lass dich nicht zum Idioten machen, das schaffst du schon…

  12. 12: Klaas Klever

    Zitat: “Da habe ich eine klare Position: Über terroristische Anschläge, bei denen Menschen zu Schaden kommen, muss man berichten…”

    Genau das ist das Problem, dass nur Nachrichten mit Todesopfern, mindestens aber zahlreichen Schwerverletzten überhaupt eine Chance auf Sendung haben.

    Dass am 4. Februar in Kolumbien 8 Millionen (!!) Menschen gegen Terrorismus demonstriert haben, ist der ARD keine Meldung wert. Hätte einer der 8 Millionen Demonstranten einen Polizisten angegriffen, wäre es die Meldung Nr.1 in der Tagesschau gewesen.

  13. 13: Gregor3

    Um diesem Rentnerclub noch was hinzuzufügen: Wir müssen viel mehr gegen den internationalen Terror kämpfen und daran glauben, dass die Bischöfe in diesem Land keinen Sex haben ausserdem gucken jetzt alle im Internet den Film “Zeitgeist” an und Kai Gniffke erzählt uns dann morgen in seinem gediegenen pseudojungen Deutsch warum darüber noch nichts in der “HEILIGEN 20 UHR” war

  14. 14: Jonas Bär

    @ Kai Gniffke

    Mann, Herr Kniffke,

    Sie haben hier im Block ja ganz schön was abgekriegt.
    Nun gehe ich mal davon aus, dass sie als Chefredakteur deswegen nicht gleich in Minderwertigkeitskomplexe bekommen.
    Obwohl…
    …ein wenig fällt schon auf, dass hier eine Diskrepanz zwischen der ewigen (und im Sinne von CI sicherlich auch vorgeschriebenen) Selbstbeweihräucherung der Tagesschau in ihren Blog-Einträgen und der Kritik insbesondere auf diesem Beitrag vorherrscht.

    Zunächst einmal finde ich es gut, dass Sie sich einer solchen Kritik stellen. Allerdings wüsste ich gerne einmal, was Sie sich persönlich von dieser Resonanz (auch Kritik) annehmen. Wie bewerten Sie beispielsweise nun Ihren Blogeintrag selbst, nachdem Sie diese Reaktionen darauf gelesen haben?

    Ich würde mich freuen, wenn Sie sich auch diesem Dialog stellen würden…

  15. 15: Alex

    Die ersten Gedanken die mir beim lesen der einzelnen Beiträge gekommen sind, wie können die Mitredenden hier Dr. Gniffke Naivität vorwerfen, wo sie doch selber solch ein immernoch aktuelles Thema mit einer Naivität sondersgleichen behandeln? Mal ganz abgesehen, von einigen völlig unqualifizierten Äußerungen.

    Das was Dr. Gniffke hier sagt, ist das, was zur erfolgreichen Bekämpfung der einzelnen Terrorzellen nötig ist. Es existieren zahlreiche Schläfer in den einzelnen westlichen Ländern, die selbstständig agieren und die “Geschäftsidee Heiliger Krieg” aufgenommen haben und umsetzen wollen. OBL hat damit ein System aufgebaut, was zum Selbstläufer gewortden ist, ein System in dem er selbst entbehrlich ist. OBL ist lediglich eine Person, aber diese Person hat eine Ideoligie geschaffen, die so lange weiterlebt, wie die westliche Welt immer wieder neuen Zündstoff liefert, insbesondere die USA. Darauf hat OBL spekuliert und sein Plan geht auf.

    Das größte Problem unserer Zeit sind die Geheimdienste der einzelnen Länder. Durch strikte Geheimhaltung zum Schutz der inneren Sicherheit, wird die Bevölkerung im Dunklen gelassen. Das einzige, was sie mitbekommt ist das, was ihnen die Presse liefern kann, was sich meistens aber nur auf neue Terrorbotschaften, verhinderte oder begangene Anschläge beschränkt. Dabei ist die effektivste Waffe gegen den Terrorismus doch eben die Aufklärung der Bevölkerung.

    Zu dieser Aufklärung jedoch zählt nicht das verbreiten der Videobotschaft der Terroristen, denn da stimm ich Dr. Gniffke zu, genau das will die “Organisation”. Wie kann ich eine Nachricht an meine Gotteskrieger schneller verbreiten als durch die Medien der westlichen Welt?? Gar nicht! Einige Sender lecken sich die Finger nach solchen Bändern. Gehen wir mal ein paar Jahre zurück, genauer zum 11.9.2001. Warum flog das zweite Flugzeug erst spät nach dem ersten in den Tower?? Damit die westlichen Medien genug Zeit hatten alles live zu senden und wirklich jeder dabei zusehen konnte, wie das Symbol für den westlichen Kapitalismus und die westliche Wertevorstellung zerstört wurde. Aus diesem Fehler sollten wir gelernt haben und uns nicht weiter brav zum Werkzeug der Terrorzellen machen lassen!!!

    Abschließend möchte ich Elmar Theveßen aufgreifen, der in seinem Buch “Schläfer mitten unter uns” die Problematik des islamistischen Terrorismus sehr deutlich herausstellt.

    Theveßen vergleicht dort den islamischen Terrorismus mit einer Krebserkrankung, bei der aus “völlig gesunden normalen Zellen” nach Einwirkungen von außen “gnadenlose Killer”. Früher kannte man zur Behandlung dieser Krankheit nur das herausschneiden der befallenen und die chemische Abtötung der übriggebliebenen Zellen, mit der Folge, dass sich ein “erneutes Ausbrechen der Krankheit in vielen Fällen nicht verhindern lässt.”
    Dabei gibt es doch schon längst neuere Methoden. In denen wird zunächst das Wachstum der Blutgefäße des Krebsgeschwürs gestoppt, die Abwehrkräfte des Körpers gestärkt und bei den genetischen Vorraussetzungen für den ausbruch der Krankheit angesetzt. Diese Kombination verspricht den größten Erfolg.
    Übertragen auf den Terrorismus bedeutet das, dass man zunächst die Geldzufuhr zu den einzelen Zellen stoppen, aber auch die sozialen und politischen Ungerechtigkeiten in unsern Heimatländern bekämpfen muss, da sich der Terrorismus daraus ernährt (Blutzufuhr).
    Gleichzeitig muss die Öffentlichkeit über mögliche Gefahren aufgeklärt werden um deren Wachsamkeit zu wecken, da die Terroristen die Unauffälligkeit in der Masse zum eigenen Vorteil nutzen. Folglich muss die Geheimhaltungstaktit der Sicherheitsdienste umgekehrt werden (Abwehrkräfte steigern).
    Letztlich muss die Gesellschaft auch wissen, womit sie rechnen muss und was für die Terroristen alles möglich ist. (Genetischer Ansatz).
    All diese Maßnahmen im Verbund, sind die wirksamste Waffe gegen den Terrorismus und die beste Alternativen zu den Schusswaffen und Bomben die derzeit als “Wasserpistole” eingesetzt werden.

    In diesem Sinne, mit freundlichen Grüßen

    A.O.

  16. 16: beobachter

    @ 15: Alex

    Nicht schlecht, Alex, diese Analyse, aber…….

    OBL stammt aus Saudi-Arabien , seine Familie und er wurden aber dort nie richtig anerkannt, eine Folge des wahabitischen Herrscherhauses, der Religion und des dortigen Feudalsystems. Die Haupt- und Staatsreligion ist der zum sunnitischen Islam gehörende salafitische Islam. In der Region gibt es vieles im Überfluß, Öl, Geld, Waffen, Spannungen, Gegensätze. Dazu kommt der Konflikt mit Israel. Die Attentäter stammen meistens aus guten Berufen, sind Ärzte, Ingenieure, Studenten und gläubige Moslems.
    Vieles läuft innerhalb der Clans ab, auch Verheiratungen. Man bleibt lieber unter sich. Und jetzt wollen Sie alles austrocken (die Geldflüsse) und den kranken Organismus heilen. Ihr Rezept dazu war: “Folglich muss die Geheimhaltungstaktit der Sicherheitsdienste umgekehrt werden (Abwehrkräfte steigern)”
    Dort alles (vieles) geheim - bei uns alles öffentlich?

    Was soll denn damit erreicht werden, außer Heiterkeit oder Kopfschütteln über die Naivität des Westens?

    In diesem Sinne, mit freundlichen Grüßen

    beobachter

  17. 17: Kai

    Tonbandaufnahmen werden vor Gericht nur selten als Beweis zugelassen.

    Was heisst “Nach der Recherche unserer Korrespondenten” ?

    Ich gehe davon aus, dass Sie sich die besagte Audio-Aufnahme von der “Quelle” heruntergelanden haben und von 3 bis 5 verschiedenen unabhängigen europäischen Spezialisten besätigt wurde, dass es sich absolut zweifelsfrei um die Stimme des Besagten handelt.

    Oder etwa nicht?

    Haben Sie sich etwa nur von dem auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierten US-Institut “SITE” per E-mail oder Telefon sagen lassen, dass selbiges die Aufnahme dem Besagten zuschreibt?

    In diesem Fall wäre es meines Erachtens nicht richtig gewesen das Thema als Schlagzeile auftauchen zu lassen. Höchstens als Nebenmeldung.. etwa “Aufnahme welche möglicherweise die Stimme des Besagten enthält.. etc.”

    Alles andere wäre unprofessionell und angesichts der gegenwärtigen Weltlage unverantwortlich.

    Wie war das also mit der Recherche?

    Grüsse

  18. 18: beobachter

    @ 17: Kai

    Höchste Vorsicht ist angebracht, aber……..

    Nehmen wir einmal die Arbeits-Hypothese an, die Videos sind ein Fake oder OBL ist schon längst 6 Fuß unter der Erde. Was wäre daraus zu folgern?
    Al Dshasira (Jazeera) ist darauf reingefallen und große Teile der islamischen Welt.
    Hätten die USA die Verantwortung dafür, wie so oft von den Veschwörikern vermutet wird, dann hätten die USA sich selber die Probleme geschaffen, gegen die sie kämpfen. So etwas soll ja immer mal vorkommen, das soll man nie völlig ausschließen. Aber im Fall OBL doch sehr unwahrscheinlich, dann gäbe es die Bilder sicher wie damals bei Saddam oder seinen Söhnen Udai und Kusai oder bei “Che”, das wäre doch ein großer Propanganda-Erfolg, den sich keiner entgehen läßt.
    Stecken dagegen islamistische Kreise hinter einem Fake, dann bleibt diese Gefahr bestehen in vollem Umfang.
    Diese Theorien sind einfach unlogisch!
    Die Theorien der Verschwöriker bleiben in meiner Einschätzung nach eben “Theorien von Verschwörikern”!

  19. 19: jürgen schierholz

    Genau. “Der Alte vom Berg” hat sich mal wieder gemeldet, sein geistiges Pendant aus dem Westen tut das ja auch noch ab und an, auch wenn es zunehmend irrelevanter wird.Einiges haben sie schon gemeinsam erreicht, den einen Irak wird es wohl nie mehr geben. Jedoch, wie schon die Historie aller Invasoren uns zeigt: in Afghanistan geht Ihnen die Puste allmählich aus ! So auch jetzt, die rein militärische Lösung scheitert, das etwas andere deutsche Konzept, aufbauen, fördern und sichern, setzt sich immer mehr durch. In diesem Zusammenhang ist die Haltung bzw. die Gewichtung der latest news vom Osama angemessen.

  20. 20: Kai

    ..und die Recherche?
    wie sah denn nun die Recherche genau aus?
    Grüsse

  21. 21: zuschauer

    Eine Videobotschaft von OBL führt nicht gleich zu einem Riesenbeitrag in der Tagesschau - gute Entscheidung.
    Was ist aber, wenn der Papst in Rom einen Ostergruß verkündet? Darüber wird, noch vor politischen Themen und Meldungen aus Tibet, minutenlang berichtet. Betrifft uns das wirklich mehr als die Ankündigung eines Terroranschlags? Mich würde interessieren, wie so etwas bewertet wird.

  22. 22: Hanna

    @10:
    Von einer Verschwörung kann so weit nicht die Rede sein. Wie erklären Sie sich die Verbreitung einer nicht bestätigten und soweit irrelevanten Drohung?

    Niemand sollte je muede werden, Dinge kritisch zu hinterfragen.

    Ich finde es VERSTÖREND, dass Fragesteller sehr schnell einer subversiven Gruppe von Verschwörern zugeordnet werden. Wer die Wahrheit spricht, sollte Fragen nicht fürchten.

    Wenn kritische Geister behandelt werden wie Sektenangehörige, da sie sich nicht blind der Meinung der Masse anschliessen, so frage ich mich, was uns “Freiheit” überhaupt bedeutet.

    Früher hiess es, ‘Wer nicht fragt, bleibt dumm.” Folglich galt der Wissbegierige als klüger als die anderen.

    Heute heisst es, ‘Wer fragt, der kann nicht glauben. Wer nicht glauben kann, ist subversiv, glaubt an Verschwörung, schadet dem System.’ - Naja, das war ja schon immer so, irgendwie.

    Es bleibt zu hoffen, dass unsere Journalisten den Mut haben, der Wahrheit stets bedingungslos auf den Grund gehen zu wollen.

  23. 23: Profimaulwurf

    Also mir kommt er vor, wie einer dieser Opas aus der Muppets Show …. wenn das alles nur nicht so ernst währe.

    Obwohl, von so einem lasse ich mir nicht vorschreiben, wie ich zu leben habe. Es gibt Dinge, die sind 1000 mal gefährlicher als er.

    Also degradieren ich ihn doch wieder zu einem Balkoninsassen

  24. 24: Orakel

    An Dr.Gniffke:
    Ich finde Sie sollten einmal Stellung zu dem Beitrag von 17: Kai nehmen, der die Echtheit der Nachricht anzweifelt.
    Wie kann die Tagesschau von jemanden Nachrichten so verbreiten, als wenn es ganz klar ist, dass sie authentisch ist ??
    Dies ist für mich ein gefährliches Kapitel von Suggestion, mit dem Medien Meinungen manipulieren… ob bewusst oder fahrlässig ?! Dies wirkt für mich sogar groteskt, das Sie sich ja wie beschrieben sträuben OBL-Nachrichten zu melden.
    Im Detail:
    Der Hinweis in der Nachricht, dass die Botschaft im Internet veröffentlicht wurde und die andere Nachricht auf einem anderen Nachrichtensender verbreitet wurde, reicht nicht aus, - im Gegenteil: es ähnelt einer Gerüchteküche! (=Super-Gau einer Nachrichtenredaktion).
    Versuchen Sie doch wenigstens Aussagen von verschiedenen analytischen Quellen (z.B. Institute, Uni’s, BND) bzgl. der Nachricht zu erhalten und formulieren Sie dann Ihre Nachricht entsprechend (z.B. wie der BND bestätigt… oder …allerdings wurde die Echtheit der Nachricht von … nicht bestätigt).
    Wenn erhebliche Zweifel an der Echtheit bestehen sollte man dies auch betonen und senden!
    Man darf nicht vergessen, dass solch eine Aussage auch auf die Verursacher /Sympathisanten wirkt, - die sich bestärkt fühlen würden, wenn Fakes ungeprüft verbreitet werden.
    Übrigens: Genauso würden sie sich auch bei angezweifelten ‘Botschaften’ geschwächt fühlen!

  25. 25: jürgen schierholz

    Ja, das ist allerdings wirklich ein erwägenswertes Problem, fake or not….Garnicht auszudenken, OsBiLa six feet under…und irgendein ein double. Und man bräuchte garnicht lange nach der Nützlichkeit einer solchen Täuschung zu suchen. Sie liegt auf der Hand; damit wird handfeste imperialistische Poltik gemacht.
    Aber keine Bange ,wenn `s denn mal auffliegen sollte,… im Zweifelsfalle wird der kalte Krieg dann wiederaufbereitet. Die Anzeichen mehren sich.

  26. 26: Mowitz

    Benazir Bhutto erklärte am 2.November 2007 in einem Interview mit David Frost in der BBC den weltweit seit den angeblich von ihm befohlenen Attentaten vom 11.September 2001 unauffindbar verschwundenen angeblichen Chef der angeblich unschlagbaren Terrororganisation “Al Kaida”, Osama Bin Laden, für “ermordet”. Und sie nannte auch den Namen seines angeblichen Liquidators: Ahmed Sheikh. Vollständiger Name: Ahmed Omar Saeed Sheikh. Darüber berichtete Tagesschau nicht, schlimmer noch, nicht einmal in Ihrem Forum durfte ein Hinweis auf dieses Interview erfolgen. BBC selbst entschuldigte sich nach heftiger Kritik für die Zensur mit dem Hinweis, Bhutto habe sich versprochen. Na, so was auch. Zum Glück gibt es noch You Tube.

  27. 27: stellensuche24.com » Blog Archive » Neues von Osama

    [...] Neues von Osama Gestern gab es mal wieder eine neue Botschaft von Osama Bin Laden. Und weil die Dinger medial saugut abgehen, hat er heute gleich noch eines seiner berüchtigten Audios hinterhergejagt. Nun könnte man das ganze ja als lästiges Generve eines Kriminellen abtun, hätte es nicht weltweite Auswirkungen. In unserer Redaktion sorgt der Bursche jedenfalls für reichlich Diskussionsstoff, denn eins ist […] [...]

  28. 28: beobachter

    Theorien um OBL gibt es doch genug, das hört ja nie auf.
    einfach mal “Benazir Bhutto Osama bin Laden” in Google eingeben. Zu finden ist dann auch das:
    “Benazir Bhutto hatte Angst vor einem möglichen Attentat. Die ermordete pakistanische Oppositionsführerin wurde laut einer posthum erscheinenden Autobiografie auch vor einem geplanten Attentat unter Beteiligung von Osama bin Ladens 16-jährigem Sohn gewarnt. Präsident Pervez Musharraf und eine „ausländische muslimische Regierung“ hätten sie darüber informiert, dass vier Selbstmordkommandos ihre Tötung planten, zitierte die in London erscheinende Zeitung „The Sunday Times“ Auszüge aus ihrem Buch.”
    (welt.de/politik/article1627923/Liess_bin_Ladens_Sohn_Benazir_Bhutto_ermorden.html)

    Was jetzt wahr ist, dürfte enorm schwierig sein bei der ganzen Situation. Viele Geheimdienste und viele Journalisten hätten sicher gerne gewußt, was ist Dichtung oder Desinformation und was ist Wahrheit.

  29. 29: Hanna

    ad Beobachter (28):
    Worauf wollen Sie hinaus? Sollen wir Dichtung und Halbwahrheiten von den Medien erwarten?

    Wahrheit hätte in dem von Ihnen genannten Fall nur für Benazir Bhutto Bedeutung gehabt. Für alle anderen genügt es, im Nachhinein über vage Hinweise im Rahmen einer Autobiographie informiert zu werden.

    Wenn Journalisten nicht zwischen Dichtung, Desinformation und Wahrheit unterscheiden können, so müssen sie sich auf sicher geklärte Wahrheit in ihren Meldungen konzentrieren, selbst wenn die möglicherweise weniger interessieren wird. Letztlich sucht oder sollte der Konsument nichts anderes jenseits der Regenbogenpresse suchen.

    Desinformation ist Sache von Politikern und Geheimdiensten. Wenn diese sich der Medien für ihre eigenen Zwecke bedienen, sind Demokratie und Freiheit in Gefahr.

  30. 30: Mowitz

    Zitat:
    Stammt neue „Bin Laden Drohung“ von Geheimdiensten?
    Von EKKEHARD SIEKER, 20. März 2008:

    Das meldet die Nachrichten-Agentur AFP:
    „Washington (AFP) - El Kaida-Chef Osama bin Laden hat Europa wegen der in dänischen Zeitungen veröffentlichten Mohammed-Karikaturen mit Vergeltung gedroht. Europa müsse sich auf eine “Abrechnung” gefasst machen, sagte der Chef des Terrornetzwerks in einer Tonbandbotschaft, von der das auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierte US-Institut SITE berichtete. Der Leiter des ebenfalls auf Islamisten-Websites spezialisierten US-Instituts IntelCenter, Ben Venzke, nahm die Drohung ernst. Bin Laden hatte sich zuletzt Ende Dezember zu Wort gemeldet.“ (1)

    Doch was ist von dieser AFP-Meldung zu halten? Als Quelle der Nachricht wird von AFP das US-Institut SITE angegeben. Doch das SITE-Institute (Search for International Terrorist Entities-Institute) existiert gar nicht mehr. Jeder kann dies überprüfen unter der Homepage des Instituts: http://www.siteinstitute.org . Dort erfährt man, daß das Institut – das angeblich auf privater Basis international agierende Terroristen aufspüren wollte – „seine Tätigkeit eingestellt hat“ (2).

    Anschließend wird in der AFP-Meldung der Inhalt dieser aktuellen Nachricht, die also von einem nicht mehr existierenden Institut stammt, von einem gewissen Ben Venzke vom US-Institut IntelCenter als ernst zu nehmende Drohung und damit auch als echt interpretiert. Doch wer ist dieser Experte und dieses Institut? Ben Venzke ist Geschäftsführer von IntelCenter, einem Institut, das angeblich Terrorismus-Analysen im weitesten Sinne betreibt und dessen Kundschaft nach eigenen Angaben vorrangig „aus dem Militär, den Strafverfolgungsbehörden und den Geheimdiensten in den USA und in anderen verbündeten Staaten rund um die Welt“ stammt (3).

    Die Meldung beruht also auf einer Quelle, die nicht mehr existiert und auf der Interpretation eines Experten, dessen Institut auch für die Geheimdienste in den USA arbeitet. Dies alles hätten auch AFP und die anderen Verbreiter dieser Nachricht in kurzer Zeit recherchieren können und der Öffentlichkeit mitteilen müssen.

  31. 31: beobachter

    @ 29: Hanna
    Ihrem Zitat:
    Wenn Journalisten nicht zwischen Dichtung, Desinformation und Wahrheit unterscheiden können, so müssen sie sich auf sicher geklärte Wahrheit in ihren Meldungen konzentrieren, selbst wenn die möglicherweise weniger interessieren wird. Letztlich sucht oder sollte der Konsument nichts anderes jenseits der Regenbogenpresse suchen.

    Desinformation ist Sache von Politikern und Geheimdiensten. Wenn diese sich der Medien für ihre eigenen Zwecke bedienen, sind Demokratie und Freiheit in Gefahr.”

    stimme ich zu!

    Und wenn Sie einmal vergleichen Ihren Eintrag #9:

    Zitat:
    “Die USA befinden sich im Präsidentschafts-Wahlkampf; die Bevölkerung ist kriegsmüde. Der Kampf gegen den Terror braucht dringend eine Rechtfertigung. Eine Anschlagsdrohung kommt in dieser Situation nicht gerade ungelegen. Ob sie ausreicht, die Bevölkerung von der Bedrohung zu überzeugen, ist fraglich.”

    oder den Eintrag #8

    Zitat:

    “Wird dieses Phantom nicht immer dann hochgezogen, wenn es die “weltpolitische Terrorlage” erfordert? Halten Sie es nicht auch für möglich bzw. sogar sehr wahrscheinlich, dass dieser Bin Laden schon lange das Zeitliche gesegnet hat?”

    dann ergeben sich aus diesen Zitaten (und anderen, auch späteren!) für mich eben neue noch ungeprüfte und unverifizierte Theorien mit einem Drall der Vermutungen in eine ganz bestimmte Richtung. Das ist zulässig, das so zu sehen.

    Es aber ständig zu wiederholen und zu verbreiten, wo auch immer, ist nicht die Aufgabe kritischen Journalismus!

    Beantwortet das Ihre Frage: “Worauf wollen Sie hinaus?”

    Selber schreiben Sie ja:
    Zitat:
    “Desinformation ist Sache von Politikern und Geheimdiensten. Wenn diese sich der Medien für ihre eigenen Zwecke bedienen, sind Demokratie und Freiheit in Gefahr.”

    Sehr richtig!
    Und daran beteilige ich mich auch als Kommentator nicht, erlaube mir aber, davor zu warnen, falls Sie das verstehen wollen.

  32. 32: Hans Loker

    Mit Aufmerksamkeit und großem Interesse habe ich alle Beiträge zu diesem Blogeintag gelesen und möchte zusammenfassen:
    In Sachen OBL sind sehr viele Kritiker und Experten unterwegs, die vor hellseherischen Qualitäten und einem beeindruckenden umfassenden Wissen nur so strotzen. Nach einem größeren Crash könnten/würden Meinungen und Beurteilungen bzgl. der Großwetterlage schnell umschlagen.
    Die Kritik an Dr. Gniffke finde ich deshalb überzogen!

  33. 33: Hanna

    @31/Beobachter:

    “Und daran beteilige ich mich auch als Kommentator nicht, erlaube mir aber, davor zu warnen, falls Sie das verstehen wollen.”

    Vielen Dank. Das will ich gerne verstehen. Ihr Kommentar #10 hatte einen anderen Ton. Wenn sie näher hinsehen, werden Sie feststellen, dass man Hinterfrager nicht einfach als ‘Verschwöriker’ bezeichnen sollte. - Im übrigen müssen Sie sich ja nicht an der Debatte beteiligen.

    @30/Mowitz
    Vielen Dank.

  34. 34: beobachter

    @ 33: Hanna
    Der Begriff “Hinterfrager” (mit Drall!) war sehr euphemistisch bzw. schönredend!
    Und Sie bestätigen das ja auch dauernd und davor darf ich doch “warnen”! Gestattet?

    @ 30: Mowitz
    Damit bestätigen Sie ja alles! Die Basis des OBL-Videos ist unsicher - daher Vorsicht damit!

    @32: Hans Loker
    Hier kein Dissenz. :-D

    Hinterher heißt es dann vielleicht: “Hätten wir doch vorher die Warnungen vor Anschlägen nur ernst genommen……”

    (Principiis obsta

    doch

    “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!”

    (Michail Gorbatschow)

  35. 35: Provokateur

    Der Verlauf dieses Blogs ist doch hochinteressant. Von der Frage nach der Sinn- und Werthaftigkeit einer Audiobotschaft ungeklärter Echtheit mit einer dümmlich-pauschalen Rachedrohung eines karikaturenhaften arabischen Höhlengeistes offenbart sich nun mehr und mehr die Ambivalenz der Wahrnehmung der Islam-Terrorismus-Thematik bei einigen Diskutanten.
    Der islamische Terrorismus richtet sich gegen die Werteordnung, auf der unsere westlichen, freiheitlich-demokratischen Gesellschaftsordnungen beruhen. In dieser Grundablehnung bis hin zum Haß auf diese Ordnungen ergeben sich plötzlich merkwürdige ideologische Parallelitäten mit den extremistischen “Außenenden” unseres politischen Spektrums nach links und rechts.
    Statt sich auf den real vorhandenen Feind (igitt, was für ein Wort!!) zu konzentrieren und möglichst viel Intelligenz auf die Steigerung der Effizienz seiner Bekämpfung zu verwenden, wird nach den abstrusestmöglichen Verschwörungs-Macht-Korruptions- und Mafia-Theorien der “herrschenden Klasse” gegen ihre unterdrückten und verblendeten Völker (hier durchaus gleichzusetzen mit “Fernsehzuschauer”) gesucht. Oder es wird der in endloser Wiederholung immer noch haltlose Unfug von den “gesellschaftlichen Ursachen” des Terrorismus (siehe weiter oben bereits klar beantwortet) ins Feld geführt.
    Einmal ganz provokant gefragt: Wie würden wohl die Bewertungen manches “freigeistig-nonkonformen” Diskutanten aussehen, wenn die islamischen Terroristen sich bei ihren Anschlägen auf die “Repräsentanten der herrschenden Klasse” der westlichen Gesellschaften “beschränken” würden? Darf ich daran erinnern, daß schon einmal unsere roten Terroristen im Nahen Osten trainiert wurden?
    Es ist m.E. eine wichtige Aufgabe seriöser Journalisten, penibel darauf zu achten, daß der Kampf gegen den Terrorismus generell nicht unauffällig für Drittzwecke instrumentalisiert wird. Dies gilt aber sowohl für die Instrumentalisierung durch autoritäre Kontrollfanatiker (Gruß nach Washington) als auch durch extremistische Kräfte innerhalb unserer westlichen Demokratien.

  36. 36: beobachter

    So geht es weiter:

    Aus der WELT:
    Zitat:
    Video-Drohung

    “Al-Qaida setzt sich selbst ein Ultimatum
    Bin Laden hat al-Qaida zu Terroranschlägen in Europa aufgerufen. Damit hat er sich vor allem selbst ein Ultimatum gesetzt: Sollte es in diesem Jahr keine al-Qaida zuordenbaren Terroranschläge in Europa oder den USA geben, ist ihre Reputation als globale Terrororganisation dahin.[.....]

    Flehender Appell an die Terroristen, endlich zuzuschlagen

    Mit der Botschaft von Montag und den fast schon flehentlichen Appellen an ihre Anhänger, jetzt doch endlich zuzuschlagen, hat al-Qaida vor allem sich selbst ein Ultimatum gesetzt. Sollte es in diesem Jahr keine al-Qaida zuordenbaren Terroranschläge in Europa oder den USA geben, ist ihre Reputation als globale Terrororganisation dahin. ”
    Zitat ende

    (welt.de/politik/article1835779/Al-Qaida_setzt_sich_selbst_ein_Ultimatum.html)

  37. 37: Marcel Bartels

    Mich wundert, wie Audios eines Toten soviel mediale Aufmerksamkeit bekommen können. Die Videos sind so offensichtlich gefälscht, dass sie glatt als Karikatur durchgehen könnten.

    Wer könnte so etwas tun? Im Jahr 2006 hat das US- Militär eingestanden, durch ein “Zarqawi PSYOP Program” die Rolle von Al-Kaida im Irak gezielt hochzuspielen, um ihrem Krieg gegen den Irak im Irak aber auch zu Hause mehr Legitimation zu verschaffen.

    Ich denke, die Tagesschau nimmt, dadurch, dass sie so tut, als sei es irgendwie wahrscheinlich, dass das Audio-Band von Bin Laden stammt, an der psychologischen Kriegsführung gegen die eigene Bevölkerung teil.

  38. 38: era

    @37: Woher haben Sie denn die Gewissheit, daß es sich um eine Fälschung handelt? Liefern sie doch mal Belege, oder soll sich die Tagesschau jetzt auf Vermutungen stützen?

    Sicher wurde von Seiten der USA mit Falschdarstellungen im Hinblick auf Al Qaida Politik gemacht. Aber anders als damals wird die Veröffentlichung eines solchen Bandes unter den heutigen Bedingungen Bush mehr schaden als nützen. Illustriert es doch das Versagen der Amerikaner bei der Terroristenhatz. Auch um die Terrorwarnstufen (in der Vergangenheit ein gern genutztes Mittel zur Panikmache) ist es ja auffällig still geworden.

    Im Übrigen gibt es auch keinen belastbaren Beleg für ein Ableben Bin Ladens. Wenn er tot wäre, warum schreiben dann prominente Scheikhs aus dem Umfeld des radikalen Islams offene Briefe an ihn, in dem sie seine Strategie und Ideologie angreifen? Die wüßten mit Sicherheit, wenn es wegen des Ablebens oder der Gefangennahme von Osama einen neuen Ansprechpartner bei Al Qaida gäbe. Und jetzt erzählen sie mir bitte nicht, die würden auch von den Amerikanern bezahlt…

    Auch Verschwörungstheoretiker müssen sich die Frage nach Belegen gefallen lassen. Und die Tagesschau tut gut daran, nur das zu senden, was halbwegs wenigstens halbwegs abzusichern ist. In diesem Fall hat sie meiner Meinung nach den bestmöglichen Kompromiß gewählt. Kurze Meldung über die Existenz eines solchen Bandes und dessen Inhalt, ohne daraus zu zitieren. Und für die psychologische Kriegsführung sind solche Meldungen heutzutage doch eh nutzlos, die meisten Deutschen lassen sich von Bin Laden schon lange nicht mehr erschrecken.

  39. 39: Hanna

    [Eine saubere Wortmeldung und das war’s. - So werden wir es weiter handhaben. - Eine Verlautbarungsplattform wird die Tagesschau nicht, weder für Terroristen noch für sonst wen.]

    Dr. Gniffke,

    eine Verlautbarungsplattform benötigt wohl kaum mehr als eine saubere Wortmeldung.

    Wie sehen Sie die Leserkommentare zu diesem Thema? Beeinflussen sie ihre bisherige Einschätzung, ihre Informations’pflicht’ betreffend? -

    Es wäre nett, wenn Sie ein kleines feedback in den Kommentarfluss einfliessen lassen könnten.

    Vielen Dank.

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