Skip to Content

ARD-aktuell

12. Juli 2018

Deutschland spricht –

Als ZEIT online im vergangenen Jahr die Aktion „Deutschland spricht“ gestartet hat, waren wir alle ziemlich begeistert von der Idee, Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zum Gespräch zu bitten. Umso mehr habe ich mich gefreut, als uns die ZEIT vor einigen Monaten fragte, ob wir in diesem Jahr Partner bei dem Projekt werden möchten. Danke dafür. Heute haben wir mit 10 anderen Medienhäusern den Startschuss für „Deutschland spricht 2018“ gegeben.

Schon am ersten Tag haben sich bereits mehrere tausend Menschen gemeldet, die ein Gespräch mit einem Andersdenkenden führen möchten. Lässt sich gut an. Die Einteilung, wie jemand tickt, wird mit wenigen Fragen ermittelt. Dabei sind die Raster anhand von Themen wie Flüchtlinge, Fleischkonsum und Frauenrechte ebenso grob wie aussagekräftig. Wir bieten auf tagesschau.de die Möglichkeit, sich dafür zu registrieren und werden dann demnächst in den Tagesthemen und auf unserer Website berichten, wie die Gespräche gelaufen sind – wenn uns das eine oder andere Paar zuschauen lässt. Uns geht es nicht darum, eine Art Schaukampf abzubilden. Was soll also bei der Aktion herauskommen?

Sollen am Ende alle Beteiligten einer Meinung sein? Nein. Soll nicht mehr gestritten werden? Nein. Müssen sich hinterher alle gerne haben? Nein. Es geht vor allem um die Frage, wie gestritten wird. Es geht um Respekt vor dem Andersdenkenden und um Inspiration durch den Widerpart. Beide Teilnehmer des Gesprächs müssen dabei sicher einiges aushalten. Denn wenn bei den beiden bei bestimmten Themen sofort reflexhaft die ideologischen Jalousien runtergehen, wird das mit dem Gespräch nix.

Die beteiligten Medienpartner leisten damit einen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs. Damit wir uns richtig verstehen: Die Tagesschau fühlt sich nicht als Pannenhelfer der parlamentarischen Demokratie. Aber Diskussionsanreger wollen wir schon sein. Und wenn wir Menschen bei der Suche nach guten Lösungen und beim Ringen um den besten Weg für unser Land eine Hilfe sein könnten, das fände ich schon toll.

Kommentar

RSS Feed der Kommentare

1: Hellwig:

13. Juli 2018 um 18:43 Uhr

Grundsätzlich eine begrüßenswerte Idee, wenn sie denn anonym umgesetzt würde, etwa so, wie seinerzeit auf der Plattform "Diskutier Mit Mir" zur Bundestagswahl 2017.
Wer (gemäß der dazugehörigen Datenschutzerklärung) Vor- und Nachname, Geschlecht, Alter, Postleitzahl, E-Mailadresse und Handynummer angeben und dazu noch Fragen zu seinen politischen Ansichten angeben muss, offeriert -trotz versprochener Einhaltung der DSGVO- m. E. sehr leichtfertig seine Persönlichkeit auf dem "Silbertablett"; vorrangig an den Ausrichter "mycountrytalks" (Recherche führte zur "Zeit Online GmbH").
Warum also kein anonymer, unter Wahrung einer zuvor vereinbarten Netiquette, professionell-journalistisch moderierter Chat, wie im o. g. Beispiel erwähnt, der immerhin 20000 Diskussionen ermöglichte?
Ich bin gespannt, wieviele Menschen sich auf "Deutschland spricht" einlassen werden. Ich würde das Angebot gerne nutzen, werde es aber, aus o. g. Gründen, (daten)sicherheitshalber doch lieber unterlassen. Schade!

Ihr Kommentar

Bitte geben Sie einen Namen an.

Kommentarrichtlinien

Um zu verhindern, dass Gruppen oder einzelne Nutzer die Kommentarfunktion des Blogs für politische Werbung oder die Verbreitung von beleidigenden oder rassistischen Texten missbrauchen, sind wir gezwungen, Einträge nur nach vorheriger Kontrolle durch die Redaktion zu gestatten. Wir bitten um Verständnis.

Kommentarrichtlinien im Detail