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ARD-aktuell

1. Januar 2018

Glückwunsch – Warum die „tagesthemen“ auch nach 40 Jahren immer noch so wichtig sind

Die Nachrichtenwelt ist komplexer und schneller geworden. Jeden Tag rauschen Eil-Meldungen über das Smartphone, wird in Sozialen Netzwerken debattiert und Themen gesetzt.
Das sind viele lose Fäden, die am Ende eines Tages zusammengeführt, gewichtet und bewertet werden müssen. Das ist die Kernaufgabe der „tagesthemen“, die diese Aufgabe seit 40 Jahren machen: Den Blick am Ende eines Tages auf das Wichtigste des Tages zu richten. Klingt einfach, ist es aber nicht immer.
Die „tagesthemen“ erklären, analysieren und vertiefen. Das übergeordnete Ziel ist es, dass jeder Bürger sich eine Meinung bilden und somit an der Demokratie teilhaben kann.

Das erfordert Mut von der Redaktion. Die „tagesthemen“ müssen aussortieren und das bisweilen radikal. Zwischen vier bis sechs Beiträge schaffen es pro Tag in die Sendung. Häufig tut das Weglassen weh und es erfordert von der Redaktion mutig wie ein Chirurg den Schnitt in den Nachrichtentag zu setzen.

Das führt zu vielen Diskussionen und manchmal auch zu viel Kritik von außen. „Hätte man nicht dieses oder jenes auch machen können?“. Klar, hätte man auch. Natürlich gibt es immer wieder gute Gründe für andere Themen, gerne auch für sieben, acht oder neun Beiträge in einer Sendung. Aber nach 30 Minuten ist nun mal Schluss. Und wenn jedes Thema mit Tiefgang versehen werden soll, brauchen die Reporter Zeit. Vor dieser Herausforderung steht die Redaktion und die Korrespondenten an jedem Morgen von neuem.
Wo kann man Tiefe bieten? Was kann man erklären? Wo lohnt sich die Analyse? Diese Frage muss jeden Tag neu beantwortet werden.

Die „tagesthemen“ erlauben sich von Montag bis Donnerstag einen Kommentar zu senden. Über das Thema und die Autorin bzw. den Autoren wird in der Runde der Chefredakteure der ARD abgestimmt.
Dieser Kommentar wird danach in der Regel in den sozialen Netzwerken ebenfalls wieder kommentiert. Von „Endlich sagt`s mal einer“ bis hin zu „völlig am Thema vorbei“.

Hin und wieder gibt es Beleidigungen, die unter die Gürtellinie gehen und unsäglich sind. Manchmal wird der Kommentar geteilt und damit weiterverbreitet. Manche verbreiten sich viral. So bekommt er Aufmerksamkeit, was gleichwohl das größte Lob für die Journalistin oder den Journalisten ist.

Obwohl der Kommentar extra an- und abmoderiert wird, ist es für viele Zuschauer schwierig an der Stelle zu trennen: Zwischen „berichten“ und „kommentieren“. Zumal der Kommentar nicht die Meinung der „tagesthemen“-Redaktion widergibt, sondern die des Journalisten, der ihn liest. Aber genau das macht ihn so einzigartig: Jemand, der etwas von der Sache versteht, gibt zugespitzt seine Meinung wieder.
Ob man diese Meinung teilt oder nicht, ist fast schon egal. Alle die sich damit auseinander setzen, sind danach um eine Meinung reicher. Das ist wichtig für einen gesellschaftlichen Diskurs. Wenn ich es anders sehe, muss ich diese Meinung aushalten können. Auch das ist Demokratie.
Durch dieses tägliche Durcheinander der Nachrichten führen die Moderatoren die Zuschauer. Sie ordnen den Tag. Egal ob Hanns-Joachim Friedrichs, Sabine Christiansen, Ulrich Wickert, Gabi Bauer, Anne Will oder heutzutage Caren Miosga und Ingo Zamperoni. Während früher nur Worte halfen, um die Welt zu sortieren, steht heute ein modernes Studio zur Verfügung. Vielleicht das tollste in Europa.
Die hintere Wand bietet Platz für Animationen, Graphiken und Fotos. All das nutzen die „Anchor“, um die ganze Stärke der „tagesthemen“ auszuspielen: vertiefen und damit Zusammenhänge aufzeigen. Am Ende wird eine Sendung wie eine Symphonie komponiert, die alle Sinne anspricht. Mit einem großen Ziel: nach jeder Sendung soll der Zuschauer ein Stück schlauer sein.

9 Kommentare

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1: Karsten:

2. Januar 2018 um 10:39 Uhr

Hallo tagesthemen, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, wenn ich diesen Blogpost und die restlich Berichterstattung zum Thema 40 Jahre tagesthemen lese. Fangen wir mal vorn an: Ich finde öffentlich-rechtliches Fernsehen durchaus eine gute Erfindung und wäre froh, wenn es gute Nachrichtensendungen gäbe. tagesthemen mögen für die Zielgruppe 95+ wichtig sein, ich bin 46 und hab nicht das Gefühl, dass mich die tagesthemen irgendwo da abholen, wo ich bin, das schafft vielleicht mit Mühe die heute+ an guten Tagen, tagesthemen nie. Ich brauch an niemand, der mir ab Abend bescheid stößt, wie ich die Welt zu sehen habe, gute, sachliche und möglichst objektive Berichterstattung würden schon völlig reichen. Zu feiern, das das Sendekonzept 40 Jahre lang im Wesentlichen gleich geblieben ist, zeigt doch, dass die ARD gar nicht begriffen hat, dass sie die politisch interessierte Zielgruppe unterhalb der 95+ gar nicht mehr adressiert. Geht mal ins Land hinaus und sprecht mit den Leuten …

2: Dorothea:

2. Januar 2018 um 13:05 Uhr

Gern erinnere ich mich an Hans Joachim Friedrichs. Lang ist's her!

3: Karl:

2. Januar 2018 um 14:53 Uhr

Sendung mit Tendenz, mit politischer Richtung
Oft stört mich, dass es eine politische Richtung gibt. Z.B. wenn Frau Mioska, über eine politische Handlung von Präsident Trump berichtet, nur auf "ihn" deutet, der an der Wand riesig zu sehen ist auf einem "Kunstwerk", das den Präsidenten zeigt, wie er der Freiheitsstatue quasi unter den Rock ans Geschlechtsteil greift. Verächtlicher geht es nicht, kein Bezug zum direkten Thema. Das und vieles Ähnliches erzeugt Solidarität mit Trump und Wut auf Tagesthemen, obwohl ich ursprünglich genau anders herum tendiere.

4: STOPP:

2. Januar 2018 um 20:00 Uhr

Herzlichen Glückwunsch,
hier mein persönlicher Komentar.

Was ist Pressefreiheit? Was ist Meinungsfreiheit?
Ermöglicht weiterhin bissige Beiträge, denn das ist das höchste Gut der Demokratie.

Vielen Dank!

5: Wolfgang Siebert:

3. Januar 2018 um 00:30 Uhr

Danke für die vielen guten & sachlichen Sendungen! Bin keineswegs 95+ (s.o.).
Die tt setzen einen Maßstab für das politische Niveau in Deutschland – fernab jeglichen Populismus' und fernab aller Fluten von Fake-News & Verschwörungstheorien: in der Tat ein Leuchtturm, ein Fels in der Brandung. Wenn es die tt nicht gäbe, hätte das auch eine indirekte negative Wirkung auf die politische Kultur im deutschsprachigen Raum. – Wer meint, die tagesthemen würden den Zuschauern etwas vorschreiben (Karsten?), dem erwidere ich: "Locker bleiben! Es geht nichts verloren, wenn man die Dinge anders sieht…". – Man muss nur über alle Standpunkte nachdenken und die Zusammenhänge (auch die historischen) im Blick behalten.
Meine Kritik: Viel zu oft fallen tagesthemen aus oder werden verkürzt gesendet. – Wenn das wegen Sportereignissen 'sein muss' (??), sollten fehlende Teile zumindest via Internet geliefert werden…
Wünsche Glück & Erfolg für die nächsten 40 Jahre!

6: Peter:

3. Januar 2018 um 00:54 Uhr

Gratulation!

Das war eine gut gemachte Sendung der Tagesthemen mit der Doppel-Moderation und dem erfreulichen Wiedersehen mit den guten ehemaligen Moderatoren. Würdig zum 40. Geburtstag! Danke.

7: Gerd von Lachner:

4. Januar 2018 um 20:33 Uhr

Wetter.
Landschaftsbezeichnung als ,Untertitel`.
Bei den Wetter-Nachrichten werden meines Erachtens sehr schöne Landschaftsbilder eingeblendet, wobei man im Internet erfahren kann, wo die Örtlichkeit ist.
Ich bin oft sehr daran interessiert, wo bestimmte Bilder gefertigt wurden, weil es hier so sehr schöne Örtlichkeiten gibt.
Vielleicht wäre es für die Zuschauer des Fernsehens auch sehr informativ und interessant, wenn dort der
Landschaftsbereich gleich als Untertitel erscheinen würde.

8: Ohrenzwicker:

12. Januar 2018 um 18:12 Uhr

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.(Bertholt Brecht)Herzlichen Glückwunsch zum 40.

9: Frank BRUST:

13. Januar 2018 um 09:39 Uhr

Weil es eine neues Wetterformat gibt!
Riesengroßen Dank an Karsten Schwanke von den Tagesthemen für die erste deutsche klimapolitische Wettervorhersage (12.01. 21:45Uhr ab Minute 18:43)!
Er hat verhindert, dass ich nach dem Interview mit Frau Nahles und dem unterirdischen Kommentar von Reinald Becker meinen Fernseher aus dem Fenster geworfen habe.
Die zu Wort gekommenen in den Beiträgen über die Sondierung reden schon nicht mehr von Klimaschutz, weil es hochnotpeinlich ist, welchen politischen Stellenwert er in den Sondierungen bekommen hat. Die GroKo muss scheitern, wenn unseren Enkel*innen eine lebenswerte Welt erhalten werden soll. Ich wünsche mir eine APO 2.0 – Klimaschutz.

Bitte ab jetzt täglich eine klimapolitische Wettervorhersage; nochmals überschwänglichsten Dank. Hr. Schwanke ist ab sofort mein "Top-Wetter-Prognoseur"! Um die Bedeutung klarzumachen verrate ich, dass er Frau Kleinert damit abgelöst hat.

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