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ARD-aktuell

30. Oktober 2017

Besuch aus Dresden

Ab und zu sind bei uns Besuchergruppen zu Gast, die sich ansehen, wie wir die Tagesschau produzieren. Ich nutze diese Gelegenheit oft, um von unserem Publikum Feedback aus erster Hand zu bekommen. Meist ist die Resonanz positiv – klar, es sind eher die Fans, die die Tagesschau besuchen. Bei unserem heutigen Gast war ich mir nicht so sicher, ob wir dabei gut wegkommen: Benedict Bartsch kommt aus Dresden, ist 13 Jahre alt und betreibt den YouTube-Kanal Brainfox.


Benedict hatte uns angemailt, ob er sich mal unseren Laden ansehen könne. Habe ihn kurzerhand eingeladen, und heute zeige ich ihm die Redaktion von ARD-aktuell. Berichtet die Tagesschau genug über Sachsen? Schon allein diese Frage des Chefredakteurs aus Hamburg an den 13jährigen aus Dresden zeigt den Unterschied der Perspektiven. Für Benedict spielen Kategorien wie „Ostdeutschland“ oder „Westdeutschland“ überhaupt keine Rolle. Deshalb wünscht er sich auch nicht mehr „Osten“ in den Nachrichten. In der 10.30-Konferenz sitzen wir beide am Kopfende. Meine Frage, wie er die Tagesschau findet, beantwortet er knapp: „Schon sehr ernst“. Und sollten wir das Ernste ändern? „Auf gar keinen Fall!“ Die Konferenzteilnehmer jubeln. Aber eine Nachrichtensendung für Jugendliche und junge Erwachsene wünscht sich Bendict schon. Eine Sendung mit jungen Presentern (vielleicht Benedict Bartsch?), mit „jüngeren“ Themen, aber keinesfalls mit gekünstelter Jugendsprache. Und vielleicht mit einem anderen Namen, meint er. Okay, ich weiß, „Tagesschau“ klingt nicht nach Coolness, aber was spricht eigentlich gegen ein bisschen Retro?


Wir sind inzwischen bei unserem Social-Media-Team angekommen. Schnell muss es bei Nachrichten gehen, und gut verständlich sollen die Videos sein – das ist der Anspruch des Youtubers. Deshalb gefallen ihm unsere Instagram-Videos gut. Die Facebook-Seite der Tagesschau nutzt er nicht, Twitter auch nicht, und unser Youtube-Kanal kommt in seiner Kritik nicht gerade gut weg. Was aber bei ihm gut ankommt, ist unser Fernsehstudio. Es ist immer wieder überraschend zu sehen, wie sehr alle Besucher, selbst die Generation Z, beim Anblick des Tagesschau-Studios beeindruckt sind.


Wir haben von unserem Besuch aus Dresden heute eine Menge erfahren. Der Blick eines 13jährigen auf unsere Angebote kann uns nur nutzen. Aber auch Benedict – so war mein Eindruck – hat der Besuch bei der Tagesschau gefallen. Ob das tatsächlich so war, sehen wir in seinem nächsten Video in seinem YouTube-Kanal Brainfox. Danke für den Besuch, Benedict.

2 Kommentare

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1: Klaus-Peter Schuckies:

31. Oktober 2017 um 11:09 Uhr

Guten Tag nach Hamburg, erst einmal finde ich die Arbeit der Redaktion von ARD-aktuell gut und wertvoll. Ein mehr an guter Berichterstattung, ohne das alte "Feindbilddenken" national wie international, wünsche ich mir aber schon. Denn ich empfinde, es gibt wieder verstärkt das Klischee von Gut(West)und Böse(Ost). Aber gerade in einer sich wandelnden Zeitenwelt müssen die Nachrichten und Informationen aus Deutschland, Europa, Asien, Afrika und Übersee dem Befürniss nach Frieden, Freiheit, Eigenständigkeit, Solidarität, Ökologie und Menschenwürde entsprechen und nicht mit dem alten Denken (wieder) behaftet sein. Da glaube ich waren die öffentlich-rechtlichen Anstalten schon einmal weiter, auf den richtigen Weg gewesen als derzeit, zu mindest ist das mein heutiger tendenziöser Eindruck von den Leitmedien.

2: Ich:

3. November 2017 um 01:48 Uhr

Kein "Osten" mehr ist vielleicht nur die Sicht eines unbedarften Jugendlichen. Geografisch leben wir nun mal im Osten Deutschlands.

Viel schlimmer fände ich es, wenn Begriffe wie "neue Bundesländer" fallen. Hier wird ja explizit auf die Teilung Deutschlands angespielt.

Sorry Benedict, "Osten" hat seine Berechtigung wie Westen, Süden oder Norden.

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