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ARD-Hauptstadtstudio

15. Oktober 2017

Knappe Ergebnisse in Niedersachsen

Die niedersächsischen Parteien kokettieren ja ganz gerne damit, dass es in Hannover lange Wahlabende und knappe Ergebnisse gibt. Das hat nachvollziehbare Gründe. Zum einen hat sich in Niedersachsen länger als in fast allen Bundesländern die klassische Struktur der großen Volksparteien erhalten. SPD und CDU sind strukturell beide noch in der Lage, Ergebnisse deutlich über 30 Prozent zu erzielen, denn das Land hat zum einen eine intakte Industriestruktur, vor allem in der erfolgreichen Automobilindustrie, und zum anderen stark landwirtschaftlich geprägte Regionen. So hat jedes Lager seine Hochburgen, und der Wahlkampf 2017 war nicht das erste Kopf-an-Kopf-Rennen der SPD und CDU.


Ein anderer wichtiger Aspekt kommt hinzu: das ungewöhnliche niedersächsische Wahlrecht. Das bedeutet kurz gesagt, dass sich das Verhältnis der Stimmanteile der Parteien nicht zwingend genauso in der Mandatsverteilung im niedersächsischen Landtag widerspiegelt. Eine Partei, die eine Mehrheit der Stimmen hat, kann theoretisch trotzdem bei den Mandaten in der Minderheit sein.

Die Niedersachsen verteilen die Mandate nämlich nachdem früher in der alten Bundesrepublik weit verbreiteten de Hondtschen Höchstzahlsystem. Das allein sorgt schon dafür, dass die Verteilung nicht immer ganz proportional ist. Hinzu kommt aber, dass Überhangmandate in Niedersachsen nur zum Teil ausgeglichen werden. Im Ergebnis bedeutet das ein Vorsprung bei den Stimmanteilen für eine Partei oder ein Bündnis von zum Beispiel 1,0 Prozentpunkten kann durchaus später bei der Mandatsverteilung ins Gegenteil umschlagen, in eine knappe Minderheit.

4 Kommentare

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1: Jens:

15. Oktober 2017 um 19:14 Uhr

Sehr geehrter Herr Schönenborn!

Wie ist es zu verstehen, dass die Anderen bei einem vorläufigen Ergebnis von 1,8% um 2,9 Prozentpunkte zugelegt haben?

Mit bestem Dank

    : Jörg Schönenborn:

    15. Oktober 2017 um 21:39 Uhr

    Sehr geehrter Herr Dunkel,
    vielen Dank für Ihren Kommentar. In der Tat ist es so, das die Zahlen der "Sonstigen" durch einen technischen Defekt für eine Weile falsch auf der Seite von tageschau.de dargestellt wurden. Dieser Fehler ist inzwischen behoben.

    Freundliche Grüße aus dem Wahlstudio

2: Rainer Hock:

15. Oktober 2017 um 23:18 Uhr

Guten Abend, mein Alter ist 70 Jahre und ich gehöre damit zu der Altersgruppe, die gerade in Ihrem Kommentar, als die "Alten" apostrophiert wurde. Was für eine öffentliche Diskriminierung. Ich treibe Sport, reise in ferne Länder, und lasse mich sicher nicht von einer "Schrift aus den 60er Jahren" leiten, um meine politischen Entscheidungen zu treffen!! Ich habe selten so einen subjektiven Kommentar gehört!

3: Howtoget.site:

16. Oktober 2017 um 21:13 Uhr

Danke

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