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ARD-aktuell

9. November 2016

Trump: Für die Überraschung gibt es Gründe

Es zeichnet sich klar ab, wie diese unerwartete Wende zustande gekommen ist. Donald Trump hat vor allem im mittleren Westen, aber auch in anderen Bundesstaaten sehr viel stärker bei Männern ohne College-Abschluss gepunktet als erwartet und von den Demoskopen bei ihren Berechnungen unterstellt. Hillary Clinton hat es umgekehrt nicht geschafft das Potential der Minderheitenwähler auszuschöpfen. Sowohl bei den Schwarzen als auch bei den Hispanics bleibt sie deutlich hinter den Werten zurück, die Barack Obama vor vier Jahren erreicht hat. Bei den Hispanics kommt Clinton laut Wahltagsbefragung nur auf 65 Prozent, Obama erreichte 2012 71. Bei den Schwarzen erreicht sie 88 Prozent, Obama lag weit über 90. All ihre Versuche in Staaten wie Florida gerade diese Gruppen in den letzten Tagen zur Wahl zu motivieren, sind offenbar gescheitert.

Umgekehrt leben in den klassischen Industriestaaten im mittleren Westen, Ohio, Michigan, Wisconsin und Pennsylvania, besonders viele weiße Wähler ohne College-Abschluss, meist Arbeiter, die entweder ihren langjährigen Arbeitsplatz verloren haben oder bei weitem nicht mehr so gut bezahlt werden wie früher. Die Wahltagsbefragung zeigt, dass Trump in dieser Gruppe einen so hohen Vorsprung hat, wie seit über 30 Jahren bei keiner Wahl beobachtet. In dieser Gruppe erreicht er 67 Prozent, Hillary Clinton nur 28 Prozent. Ein Vorsprung von 39 Punkten. Zum Vergleich: Mit Romney hatte in dieser Gruppe 2012 nur einen Vorsprung von 26 Punkten. Und noch eine klare Botschaft geben die Trump-Wähler: Sie haben ihn gewählt, weil sie klare Veränderungen wollen im Land, und nicht nur einen faden Kurswechsel.

40 Kommentare

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1: Wolfgang Rehmer:

9. November 2016 um 07:02 Uhr

Ich hoffe das aus dieser Wahl Lehren für uns hier in Deutschland gezogen werden. Auch wird das Lager der Unzufriedenen immer größer, wie die letzten Landtagswahlen wohl deutlich gezeigt haben.In der Berichterstattung zu den Wahlgründen der US Amerikaner war von Wählern “ ohne College Abschluss“ die Rede. Also eigendlich der Traditionellen Arbeiterklasse die unter der Gewinnmaximierungsdoktrin der derzeit Regierenden mit am meisten zu leiden hat. Parallelen zu Europa sind nicht von der Hand zu weisen. Also muss man in Bildung investieren und nicht noch mehr Macht und Rechte für Weltweit agierendeRiesenkonzerne, siehe TTIP etc.zulassen.
Und mal auf die hören die anderer Meinung sind.

2: ladycat:

9. November 2016 um 07:24 Uhr

Gratulation Mr. Trump!
Die Vernunft hat gesiegt.
Besorgniserregend ist, dass immer noch so viele Leute glauben, dass sich die Hochfinanz (Wall-Street) der Sorgen der Normalbürger annehme.

3: R. Fischer:

9. November 2016 um 07:50 Uhr

Guten Morgen,
für mich ist es immer wieder lustig, wie bei Herrn Schöneborn so viele Wahl-Prognosen dann tatsächlich von der Realität abweichen. Das schreckt die ARD trotzdem nicht von der selbstgefälligen Bezeichnung „Wahlexperte“ ab. Der Vorbericht von gestern ist schon nicht mehr abrufbar. Dafür wird uns heute erklärt, warum so gewählt wurde. 🙂

4: Christian H.:

9. November 2016 um 07:58 Uhr

Interessant an diesem Ergebnis ist wieder mal, dass die Meinungsforschungsinstitute es nicht recht vorhergesehen haben und die deutschen Medien und die deutsche Politik schon gar nicht. Sagen viele Bürger aus Angst, Frust oder anderen Gründen bei Befragungen gar nicht mehr was sie denken? Leben Journalisten und unsere Politiker in einer eigenen (Wunsch)-Welt und schauen nicht mehr genau hin?

5: Andreas Schepers:

9. November 2016 um 08:25 Uhr

Guten Morgen.
Amerika hat gewählt und ich habe Angst. Angst in vielerlei Hinsicht. Ich halte Trump für eine Katastrophe. Ein Rassist, ein Lügner, ein Egomane. Ausgerechnet so einer soll die Interessen der „abgehängten“ vertreten. Hallo, geht’s noch?
Weiter mach mir Angst, dass dies, „der Protestwähler“, nur um „denen“ eins aus zu wischen ins offene Messer rennt! Das werden wir auch nächstes Jahr hier so erleben. Den linken Kräften traut man nicht zu etwas zu ändern, deshalb wählt man Rechts. Komische Logik.

6: F. Bühler:

9. November 2016 um 08:31 Uhr

Ich stimme Herrn Rehmer voll zu: Es muss bei uns mehr in Bildung investiert werden. Das bedeutet sowohl, dass die Schulgebäude angemessen ausgestattet sein müssen, als auch, dass in mehr Lehrkräfte investiert werden muss. Individualisiertes Lernen braucht mehr Personal.
Außerdem muss in unserer Gesellschaft eine echte Gerechtigkeitsdebatte geführt werden. Und es muss eine Vermögenssteuer eingeführt werden, die diesen Namen auch verdient. Ansonsten brauchen wir uns in naher Zukunft nicht über amerikanische Verhältnisse wundern.

7: Namudar Öztürk:

9. November 2016 um 08:41 Uhr

Ich sage nur Hakuna Matata alles wird gut 🙂

8: C.Petsch:

9. November 2016 um 08:55 Uhr

Man kann dieses Ergebnis als Teil des Lernprozesses der amerikanischen Demokratie sehen. Wir in Deutschland hatten erst eine faschistische, danach im Osteneine sozialistische Diktatur. Beides war keine gute Idee. Am Ende der vier Trump Jahre wird Amerika hoffentlich gelernt haben, dass ein Populist an der Spitze einer Partei, die sämtliche Wirtschaftsbemühungen der Demkraten im Kongress blockiert hat und Amerkia an Weihnachten vor zwei Jahren mit ihrer Blockadepolitik an den Rand des Staatsbankrotts gebracht ebenfalls keine gute Idee ist. Ich bin mal gespannt, wie es Donald Trump schaffen will, die amerikanische Wirtschaft anzukurbeln, wenn es sich von der Welt komplettt abkapseln will, Stichwort Brexit 2.0. Will er das aus seiner eigenen Tasche bezahlen?

9: I. Flechtner:

9. November 2016 um 09:00 Uhr

Die Logik von Herrn Schepers erschließt sich mir auch nicht. Ich glaube kaum, dass die „Abgehängten“ in so großer Zahl mal eben zur „Protestwahl“ gehen. Ich glaube da muss man sich ein bisschen mehr Mühe geben, mit der Analyse. Herr Rehmers Kommentar erscheint mir da doch näher an der Realität.

10: angelika duck:

9. November 2016 um 09:18 Uhr

Wem das nicht paßt:

Nun dürfte klar sein, wohin der Raub an der Masse führen wird!
Es sollte grundlegend umgedacht werden. Nun muß dafür gesorgt werden, daß es eben weniger Perspektivlose ohne College Abschluss gibt.

Statt in shareholder value für die Finanzriesen lieber mal das viele Geld aus den Gewinnen in die Gesellschaft aller investieren. Ausbildung, Ausbildung, Ausbildung !!! Das hätte Zukunft!

11: M. Kerner:

9. November 2016 um 09:19 Uhr

@Christian H.

Wieso finden sie es interessant, dass man dem Ergebnis von Meinungsforschungsinstitute nicht vertrauen sollte? Diese beruhen auf Statistiken bzw. auf Stichproben, dass sich diese irren können, finde ich nicht interessant sein, sondern ist eine Tatsache.
Die Aufgabe eines Politikers sehe ich wiederum nicht in der korrekten Vorhersage von Wahlergebnissen.

12: Kritiker:

9. November 2016 um 09:46 Uhr

Gesetze der Statistik!

Man könnte zwar denken, dass Umfragen nicht sehr genau sind, weil sie auf Zufallswerten beruhen, aber dem ist nicht so! Wenn die Stichprobe groß genug ist, ist das Ergebnis erschreckend genau! Diese Gesetzmäßigkeiten sind auch kein Geheimwissen, sie sind ein wichtiger Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit! Unser eigener Körper funktioniert nach den Gesetzen der Thermodynamik -> Und das sind statistische Gesetze!

Hierbei geht es um die Wahl in jedem Bundesstaat einzeln.
Wenn man in einem Bundesstaat zufällig ausgewählte 1000 Menschen befragt, wird dieses Ergebnis schon sehr nahe am Endergebnis liegen!

Ich habe die Daten nicht im einzelnen ausgewertet, aber dass so oft daneben gelegen wird wie hier – immmer zu Gunsten von Hillary – halte ich für extrem unwahrscheinlich.

13: Hallenser:

9. November 2016 um 10:04 Uhr

Wenn man die breite Mittelschicht immer mehr entmündigt und für die Politik einer abgehobenen sich selbst für elitär haltenden Kaste zur Kasse bittet, muss man sich nicht über solch ein Ergebnis wundern. Dieser Wandel ist bei uns ebenso deutlich spürbar! Eine Elite diskutiert über eine Bundespräsidentenwahl ohne Einbeziehung des Volkes. Über CETA und TTIP, über die Aussetzungen des Dublin II- und Schengen-Abkommens, Rüstungsexporte, Multikulti, die geplanten Ausgaben von 100 Milliarden € bis 2020 für die merkelsche Migrationspolitik, die oft unkontrollierte Aufnahme von über 2 Millionen Migranten … wird einfach über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entschieden. Wenn man es in Berlin nicht endlich erkennt, dass unser Demokratiesystem mit viel mehr Elementen direkter Demokratie ( Volksabstimmungen/Volksentscheide auf Bundes- und Länderebene ) verändert werden muss, dann wird man eine gleiche Entwicklung wie in den USA fördern. Wenn dann die Rechten in CDU/CSU die oberste Kanzlerin wegputschen und ein Bündnis mit der AfD eingehen, braucht man sich wirklich nicht mehr wundern.

14: Bambauer:

9. November 2016 um 10:08 Uhr

Die Befangenheit gegenueber dem kandidaten Trump hat sich letzendlich als Pferdefuss fuer die Umfragen erwiessen.

Auch Schwarze, Hispanics und Frauen wollen eine verlaessliche, starke Politik und die konnte Clinton offensichtlich nicht bieten. Die Annahme, dass diese Waehlergruppen Trump kategorisch ablehenen wuerden , war falsch.

15: Uli.F:

9. November 2016 um 10:21 Uhr

Zur Lösung des Problems, höre ich immer nur Bildung, Bildung, Bildung!
Bildung kann sicherlich nicht schaden, aber das Problem lösen wird es nicht.
Wenn wir alle Akademiker sind, wird dies nur dazu führen das deren Anteil im Niedriglohnsegment steigt.
Was wir brauchen, sind wieder faire Rahmenbedingungen für alle Schichten und keine kontinuierliche Umverteilung von unten nach oben.

16: Christian:

9. November 2016 um 10:26 Uhr

So ein Ergebnis kommt zustande, wenn die etablierten, angeblich seriösen und unabhängigen Medien dem Volk diktieren wollen, was man zu denken und was man zu wählen hat. Donald Trump sei ja nur ein Ventil für alte ungebildete weiße Männer… Hoffentlich wachen die Medien / Politikerklasse hierzulande endlich auf und hört auf, AfD-Sympathisanten plump zu beschimpfen.

17: Birgit L.:

9. November 2016 um 10:34 Uhr

Das Zeitalter der Populisten hat schon längst begonnen. Siehe Putin, Orban, Erdogan. Jetzt auch noch Trump. Das sollte eine deutliche Warnung für die Politik in Deutschland sein. Viele Menschen fühlen sich nicht ernst genommen und verstanden von Politikern, die sich mehr Gedanken darum machen, wie man Firmen von der Erbschaftssteuer befreien kann als darum, dass sich Schüler nicht mehr auf die Schultoilette trauen, weil sie zum Himmel stinkt. Die Banken(zockern) Milliarden zuschustern, aber die Infrastruktur im Land verkommen lassen. Die dem Zahlbürger bei jeder Gelegenheit in die Tasche greifen, sich aber selbst eine völlig überdimensionierte Versorgung genehmigen und nach der Politik ausgesprochen lukrative Pöstchen in der Wirtschaft übernehmen. Die Altersarmut trotz lebenslanger Arbeit nicht ungeheuerlich finden. Politiker sind keine Eliten (=Auswahl der Besten) sondern Marionetten der Wirtschaft, die unterwegs noch ihren eigenen Vorteil mitnehmen. Zuhören und handeln ist gefragt!

18: faxen dicke:

9. November 2016 um 11:22 Uhr

es heißt ja, das Amerika uns immer 5 jahre vorraus sei.
dann hat frau Merkel jetzt noch fünf jahre zeit, wichtige Veränderungen vorzunehmen.
die nächste große Koalition kommt und damit das ende. Europa wird sich verändern, die etablierten Parteien haben ausgedient. ich hoffe es bleibt friedlich. lang lebe die Demokratie.

19: Andreas Schepers:

9. November 2016 um 11:22 Uhr

@I. Flechtner
Sagen sie mir, wie sind die letzten Landtagswahlen so ausgegangen? AfD auf Stimmenfang und überall in den Landtagen mit min 10% Stimmenanteil eingezogen.
Wenn nun bei den nächsten Bundestagswahlen die AfD mehr Stimmen bekommen würden, könnten sich die Hardliner der CDU/CSU durchaus eine Koalition mit denen vorstellen! Der Kurs der CDU/CSU steht ja noch nicht fest! Und Trump hat in den USA jede Menge “Abgehängte” b.z.w „Protestwähler“ erreicht. Mehr als viele gedacht haben! Wenn also unseren „Rechten“ auch dieses Desaster glückt, und davor habe ich Angst, dann passiert hier genau das Gleiche. Rechtsruck!
Auf eine weitere Periode „Einheitsbrei“, Groko, haben ja heute schon viele keine Lust mehr, mich eingenommen! Alternativen? Doch nicht am rechten Rand! Sozialabbau kann man doch nicht in nationaler Kleinstaaterei lösen.
Soziale Probleme können in Zukunft nur mit pragmatischen und unkonventionellen Lösungen und dem Umbau der Gesellschaften beseitigt. Grundeinkommen zB.

20: Rainer:

9. November 2016 um 11:42 Uhr

Ein Narzisst und ein politisch völlig Unerfahrener wird Präsident der einzig verbliebenen Weltmacht und der wichtigsten Demokratie.
Da ergeben sich viele Fragen: Ist die USA weltpolitisch noch eine Ordnungsmacht? Bleibt die Demokratie die humanste und effektivste Regierungsform? Welche Zukunft hat unsere EU, wenn vermehrt Zäune und Mauern gebaut werden? Welche Lehren ziehen Frankreich und Deutschland für ihre Wahlen im kommenden Jahr?

21: Busdriver61:

9. November 2016 um 11:44 Uhr

Jetzt ist passiert, Trump wird Präsident. Für mich ist es das Ergebnis einer falschen Politik in Amerika aber auch bei uns in Europa. Nach dem Fall des eisernen Vorhangs entwickelte sich ein entfesselter Kapitalismus in der westlichen Welt. Globalisierung und Liberalisierung waren die Schlagworte und das Maß aller Dinge. Also wurde fleißig dereguliert und die Waage verschob sich immer mehr von der Arbeit zum Kapital. Keiner hat die Menschen gefragt und sie das so wollen und auch SPD und die Medien sangen das hohe Lied der Liberalisierung der Wirtschaft. Wenn wir Populisten verhindern wollen, muss die Politik Ängste und Sorgen der Bürger ernst nehmen. Also wirklich in einen Diskussion mit den Bürgern eintreten, Kritik aufnehmen und Antworten liefern. Mit der weichgespülten Politik der letzten Jahre kommen wir nicht weiter. Ich bin keine Freund der CDU, aber Politiker vom Schlage Boßbach brauch das Land. Menschen mit Ecken und Kanten und nicht nur Politikprofis.

22: bernd holz:

9. November 2016 um 11:45 Uhr

eine sehr angenehme botschaft aus amerika und sie trifft absolut auf europa zu,da die „etablierten2 nur noch sich selbst sehen,sich verwirklichen wollen ohne rücksicht auf die wähler und das land.ein hoffnungssignal das politik vom kopf auf die füße gestellt wird.in europa ist die zeit ebenso reif,dass sich die bevölkerung klar für alternativen entscheidet um ihre kultur und länder zu bewahren.

23: Axel K.:

9. November 2016 um 11:46 Uhr

Amerika wird wohl umdenken müssen. Und das ganze als Protestwahl abzutun finde ich grundlegend falsch.
Protestwahl, das ist auch wieder so ein kolportiertes Wort der Medien. Das ist doch Unsinn, dass, wenn ich etwas nicht möchte, dieses als Protest zu bezeichnen, nur weil es nicht dem von den Medien erwarteteten Ausgang entspricht. Wenn erwachsene Bürger eine Politikerin nicht wählen, weil sie sich von dieser nicht verstanden fühlen, sich nicht wert geschätzt fühlen, dann ist das kein Protest, sondern die freie demokratische Entscheidung des Wählers.
Statt zu überlegen, warum diese Wahl so ausgegenagen ist, wird einfach gesagt, ach, das war ja nur Protest. Nehmt die Wähler, egal, was sie wählen ernst.
Und das auch für unser Land. Sie sind ALLE Bürger dieses Landes. Und sie dürefen ALLE ihre Meinung äußern und ich würde erwarten, das diese Meinung respektiert wird. Sonst macht man es sich zu leicht.

24: M. Kerner:

9. November 2016 um 11:59 Uhr

@Kritiker Umso größer die Stichprobe umso genauer die Vorhersage, was ist daran erschreckend? Im übrigen beruhen vermutlich nur wenige Statistiken auf Zufallswerten, außer diese möchten z.B. die Erzeugung von solchen bewerten.
Ja, Statistik ist ein wichtiger Bestandteil der Wissenschaft und nein, das macht Statistik nicht wahr. Techniken aus der Wissenschaft sind nicht per se richtig.

Warum sollte das Ergebnis aus 1000 zufällig gewählten Personen „schon so sehr nahe am Endergebnis“ sein? Warum 1000? Warum zufällig? Statistik ist toll, aber bei weitem nicht einfach.

Haben Sie denn nur Statistiken gesehen in denen Hillary derart weit vorne lag, dass ein statistischer Fehler das jetzige Ergebnis nicht erklären kann?

25: Uldus66:

9. November 2016 um 12:23 Uhr

Ich kann zwar den Klassenkampfparolen nicht folgen, es scheint aber offensichtlich, dass in den USA die politische Klasse vor lauter Nabelschau die Fähigkeit der sorgsamen Selbstreflektion verloren hat.
Vielleicht deshalb der Aufruf an die europäischen Politiker: „nehmt Euch selbst mal nicht immer so wichtig!“ Wenn am Morgen nach der Brexit-Entscheidung zwei deutsche Europapolitiker nach mehr Macht für Brüssel rufen, dann haben sie den Schuss nicht gehört. Etwas mehr Vertrauen in die „normalen“ Bürger, etwas weniger Bevormundung und klare Bekenntnis zu einer eigenen Persönlichkeit und Meinung tut not.
Ich habe auch Angst, aber weniger vor Trump, als vor unseren eigenen nächsten Wahlen…

26: kritimus:

9. November 2016 um 12:26 Uhr

@12: Kritiker: Ganz so einfach ist es eben nicht, in den Wahlumfragen muss immer ein Konzept des „likely Voters“ gebildet werden, aber wie sieht dieser wahrscheinliche Wähler aus? Diese Frage ist eben sehr zentral, da es schlicht falsch ist, per Zufallsstichprobe davon auszugehen, dass jeder den man telefonisch/über Internet erreicht letztlich auch wählen geht. Genau das denke ich, will Herr Schöneborn ansprechen mit dem Fehler bezüglich der Wahlteilnahme von weißen Männern ohne College-Abschluss.

27: mimuel:

9. November 2016 um 12:36 Uhr

Die Wahl könnte was positives bewirken: Alle Prognosen sind Quatsch! Vielleicht lernt ihr Medien mal daraus, dass die Kaffeesatzleserei nur Zeit und Geld kostet und am Ende dem Sieger geholfen hat. Es wäre mal interessant, wie viele Wähler sich aufgrund von Prognosen haben beeinflussen lassen – aber die Statistik fehlt bei euch.

28: Juliana Keppelen:

9. November 2016 um 13:37 Uhr

Die Diskrepanz zwischen veröffentlichter Meinung und tatsächlicher Meinung in der Bevölkerung konnte nicht größer demonstriert werden. Zu glauben, dass nur alte unzufrieden weiße Männer vorwiegend Herr Trump gewählt haben ist Wunschdenken. Die Berichterstattung in den ÖR und Leitmedien zugunsten von Frau Clinton hatte etwas surreales und ging an der Wirklichkeit meilennweit vorbei. Vielleicht ist das jetzt sozusagen der Schuss vor den Bug für die Meinungsmacher und „Eliten“ um sich näher an den Tatsachen und nicht nach dem Wunschdenken einiger zu orientieren. Wenn das jetzt durch die Wahl von Herrn Trump geschehen würde, wäre das wenigsten etwas sinnvolles das dieser Herr für sich verbuchen könnte alles andere steht bis jetzt in den Sternen.

29: theoretiker:

9. November 2016 um 13:38 Uhr

Ich glaube, Churchill war es, der mal gesagt hat: „Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!“ Im Falle von Clinton muss man es wohl umformulieren: „Traue (besonders bei Wahlumfragen) keiner Statistik, die Du selbst gefälscht hast!“ Die Methoden der Statistik sind unbestechlich und liefern zuverlässige Ergebnisse. Selbst die Möglichkeit, dass der Befragte lügt, lässt sich einberechnen. Wenn die Ergebnisse nun so eklatant von den Prognosen abweichen, heißt das nichts anderes, als dass die Statistiken handwerklich schlecht gemacht waren. Die eigentliche Frage ist: Aus Versehen? Oder mit Absicht?

30: Juliana Keppelen:

9. November 2016 um 13:58 Uhr

Auf den einfachen Nenner gebracht die Diskrepanz zwischen veröffentlichter Meinung und normale „Volksmeinung“ konnte nicht besser demonstriert werden. Wenn das erkannt und bei den „Meinungsmachern“ verinnerlicht werden würde, hätte diese Wahl wenigstens etwas sinnvolles bewirkt.

31: TomausBremen:

9. November 2016 um 14:08 Uhr

Es muss also in Bildung investiert werden – klingt ja nicht schlecht. Spinnen wir diese Idee mal weiter. Es wird umfangreich in Bildung investiert – und in einigen Jahren haben wir nur noch Ab­i­tu­ri­enten. Und dann? Steigt dadurch der Bedarf an qualifizierten Arbeitsplätzen? Steigt dadurch die Anzahl der offenen Stellen? Wohl kaum. Der einzige Unterschied: statt unzufriedene Bürger ohne College-Abschluss gibt es dann unzufriedene Bürger mit College-Abschluss. Toll!

Der eigentliche Grund für die Unzufriedenheit ist der Raubtierkapitalismus. Das kapitalistische System beruht auf Konkurrenz – es kann nur Gewinner geben, wenn es auch Verlierer gibt. Alle, wirklich alle gemeinsam können nicht gewinnen – da es dann ja keine Verlierer mehr gibt, welche die ganze Show bezahlen.

Ich bin wahrlich kein Kommunist – aber diese neoliberalen Ideen finde ich zum Kotzen. Eine Lösung weiß ich natürlich auch nicht und mit Trump hat man wohl den Bock zum Gärtner gemacht – aber ich find´s gut!

32: KaaBee:

9. November 2016 um 14:09 Uhr

Schon schwenkt die TS ein – und viele andere Medien ebenso. Nun wird u.a. erwähnt, dass Trump Bücher geschrieben hat! Ist er am Ende gar ein Intellektueller, der sich nur der Sprache des einfachen Bürgers bedient, um mehr Gehör zu finden?
Mws
KaaBee

33: Wollux:

9. November 2016 um 14:16 Uhr

Herr Schönenborn,

wenn ich Ihre Rechtfertigung richtig verstehe, dann war der Grund für die tagelange Vorhersage eines Wahlsiegs für Clinton das Verhalten der Wähler bei bisherigen Präsidentenwahlen:

„… Trump … sehr viel stärker bei Männern ohne College-Abschluss gepunktet als erwartet und von den Demoskopen bei ihren Berechnungen unterstellt. Hillary Clinton hat es umgekehrt nicht geschafft das Potential der Minderheitenwähler auszuschöpfen.“

Das hat ja nun mit Umfragen weniger zu tun als mit der Annahme, dass die Wähler sich bei der jetzigen Wahl ebenso verhalten wie bei der Wahl zuvor.

Nun wurden die Prognosen ja vom s.g. „Partnersender“ übernommen und dann von Ihnen in der Tagesschau dargestellt. Deswegen meine Frage:

Gab es in den USA überhaupt Umfragen oder werden da die Wunschergebnisse der Wahlen auf der Grundlage bisheriger Wahlen verkündet?

Dann kann man sie m.E. auch von vorn herein vergessen und braucht sie hier in Deutschland auch nicht gewichtig zu verkünden!

34: m. kroell:

9. November 2016 um 14:37 Uhr

Ich bin erschüttert. Bisher fand ich unsere bundesrepublikanischen Wahlkämpfe oft unredlich – abstoßend.
Was für ein Irrtum! Nach diesem US-Wahlkampf(schlimmer geht`s hoffentlich nimmer)muss ich zugeben:
Wir leben im Paradies.

35: Anonymous:

9. November 2016 um 16:32 Uhr

In den USA gibt es keine Wahlkampfkostenerstattung. Der gesamte US-Wahlzirkus wird von einigen superreichen Grossspendern finanziert, die einfach an beide Parteien spenden und so immer auf der Gewinnerseite sind.

Auch Trump wird das erleben – sollte er versuchen, in die Hand zu beissen, die ihn gefüttert hat, wird er gegen die eigenen „Parteifreunde“ in Kongress und Senat regieren müssen.

Ich glaube, dass ein grosser Teil der Trump-Wähler nicht wirklich erwartet, dass Trump ihre Interessen beachtet, sondern die wollen nur noch, dass in Washington die Hütte brennt.

36: RogerBan:

9. November 2016 um 18:19 Uhr

Es schockiert mich zu sehen, wie hier Verschwörungstheorien von Menschen verbreitet werden, die sich durch Donald Trumps Wahl in ihrem kruden Weltbild bestätigt sehen. In den Umfragen, die ich gelesen habe, lag Hillary mal vorn und mal nicht, nie jedenfalls so deutlich, dass Ihr Sieg klar war. Auch die Experten haben ihren Sieg höchstens als wahrscheinlich und nie als sicher bezeichnet. Wer hier pauschal“Experten“ verurteilt, braucht wahrscheinlich auch keinen Arzt oder Bäcker, weil er eh alles selber besser kann. Und wer billige Anti-Politiker-Schelte betreibt, soll sich doch selbst bei einer Partei engagieren. Immerhin hat Frau Clinton nie das demokratische System in Frage gestellt. Wer Volksvertreter, die von einer Mehrheit des Volkes gewählt und damit gestützt werden als „Volksverräter“ bezeichnet, zeigt schon damit, dass ihm viel am Rechthaben liegt, aber nix an der Demokratie.

37: Pressley:

9. November 2016 um 18:53 Uhr

Ich finde es erschreckend, dass ein Land wie die USAkeine geeigneten Präsidentschaftskanditaten zur Verfügung hat. Schauspieler wie Reagan, oder Leute wie Bush und jetzt Trump sind m.E. nicht qualifiziert solch ein Land zu führen und zu repräsentieren.
Es ist einfach nur traurig so etwas mitansehen zu müssen.

38: JohnnyNintyNine:

9. November 2016 um 18:54 Uhr

Trump hat das nachgemacht, was Berlusconi in Italien vorgemacht hast. Bevor der Staat dich mit deinen Steuertricksereien dran bekommt, übernimm den Staat. Mit einem Unglaublichen Aufwand an Hetze und übler Nachrede und vielen Seifenblasen, die nun eine nach der anderen zerplatzen werden, hat er es in’s Weiße Haus geschafft, von wo aus er in den nächsten 4 Jahren eine gnadenlose Clientelpolitik betreiben wird. Die Erwartungen der Spender vor allem von der Finanzinvestorenseite und der NRA müssen bedient werden und er wird für sich selbst die besten Bedingungen für die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Weißen Haus schaffen. Ein paar teure Alibiprojekte wie den Bau der Mauer zu Mexiko wird er wohl in Angriff nehmen um wenigstens sagen zu können, das er Wort gehalten habe, aber Arbeitsplätze für die vielen Wähler aus prekären Verhältnissen, die er mobilisieren konnte, kann auch er nicht vom Himmel regnen lassen. Er wird sicher Schuldige finden, auf die er mit dem Finger zeigen wird.

39: M. Kerner:

10. November 2016 um 09:35 Uhr

@29 theoretiker:
„Die Methoden der Statistik sind unbestechlich und liefern zuverlässige Ergebnisse.“
Sie vertrauen also dem Ergebnis jeder Statistik die sie selbst erstellt haben und ziehen daraus zuverlässig Schlüsse?

„Selbst die Möglichkeit, dass der Befragte lügt, lässt sich einberechnen.“
Die Vielzahl der Faktoren die man mit einberechnen kann, macht Statistik also genauer?

„Wenn die Ergebnisse nun so eklatant von den Prognosen abweichen, heißt das nichts anderes“
Von welcher Statistik wurden sie denn eklatant enttäuscht? Und ab wann ist etwas eklatant für sie?

Keiner ihrer Thesen erweckte bei mir das Gefühl, sie würden sich wirklich mit Statistik auskennen, möchten aber hinter den Ergebnissen eine „Absicht“ erkennen. Aus Versehen? Oder mit Absicht?

40: Wollux:

10. November 2016 um 13:25 Uhr

„In den Umfragen, die ich gelesen habe, lag Hillary mal vorn und mal nicht, nie jedenfalls so deutlich, dass Ihr Sieg klar war. Auch die Experten haben ihren Sieg höchstens als wahrscheinlich und nie als sicher bezeichnet.“

Dann schauen Sie sich mal die Berichte/ Umfragen und die Meinungen auf meta.ts.de an – bis zum Abend des 8. November 2016 – 20:39 Uhr:

„ARD-Wahlexperte: Vorsprung für Clinton – aber nicht sicher“

… und in den Foren sind bis dahin etwa 90% von einem Wahlsieg Clintons ausgegangen – und irgendwie müssen sich ja all die User ihre Meinung gebildet haben!

„Zahlen und Fakten zur Wahl: Für die Überraschung gibt es Gründe“ (8. November 2016 – 22:33 Uhr)

Man hat sich getäuscht und es sind Erwartungen verbreitet worden, die sich nicht erfüllten! Das muss keine „Verschwörung“ gewesen sein (Ihr Text)aber eben eine falsche Einschätzung der Mehrheit bei der Tagesschau – was ja auch anschließend zugegeben wurde: „Wer nach dem Gefühl ging war der Wahrheit näher“(o.ä.)

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