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ARD-DeutschlandTrend

4. September 2016

Flüchtlingspolitik entscheidet die Wahl

Zu den Standardfragen in unserer Wahltagsbefragung, also unter jenen Wählerinnen und Wählern, die direkt nach der Stimmabgabe noch einmal einen Stimmzettel für die ARD ausfüllen, gehört die Frage nach den wahlentscheidenden Themen. Hier kann jeder Befragte zwei Kreuze machen, unter verschiedenen vorgegebenen Themen addieren sich die Werte oft auf mehr als 100 Prozent. Die erste Auswertung macht deutlich: Das Wählerlager ist klar gespalten. In jene Gruppe, für die klassische Themen wie Gerechtigkeit und Wirtschaftspolitik am wichtigsten sind, und eine andere Gruppe, für die die Flüchtlingspolitik und innere Sicherheit über allem stehen.

Und diese Gruppe hat die AfD so stark gemacht. Die AfD-Wähler geben die Flüchtlingspolitik mit 52 Prozent als wichtigstes Wahlmotiv an, gefolgt von sozialer Gerechtigkeit mit 47 Prozent und innerer Sicherheit mit 26 Prozent. Noch deutlicher dominiert das Thema Flüchtlingspolitik bei dem Teil der AfD-Wähler, die von anderen Parlamentparteien gewechselt sind. So nennen unter den ehemaligen SPD-Wählern, die jetzt AfD angekreuzt haben, 65 Prozent die Flüchtlingspolitik als entscheidend, und bei den ehemaligen CDU-Wählern 57 Prozent, und unter den ehemaligen Linken-Wählern 61 Prozent.

Bei den übrigen im Parlament vertretenden Parteien: SPD-Wähler nennen soziale Gerechtigkeit zu 59 Prozent, gefolgt von Wirtschaftspolitik mit 51 Prozent. Bei CDU-Wählern genau umgekehrt: Wirtschaftspolitik 68 Prozent und soziale Gerechtigkeit 35 Prozent. Und bei den Wählern von Linken und Grünen steht die soziale Gerechtigkeit mit 73 Prozent, bzw. 58 Prozent als wichtigstes Motiv ganz oben.

7 Kommentare

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1: Karl-Heinz Völkel:

4. September 2016 um 18:27 Uhr

Warum werden bei der Wählerwanderung zur AfD „Die Grünen“ unter andere Parteien geführt? Das zurückhalten dieser Zahl ist mir schon in der Sendung zur Landtagswahl in Baden-Würtemberg aufgefallen, wo die Grünen immerhin den Ministerpräsidenten stellen.

2: Jörg Schönenborn:

4. September 2016 um 19:55 Uhr

Sehr geehrter Herr Völkel,
bei der Wählerwanderung zur AfD haben wir die Grünen unter andere Parteien geführt, da es sich bei der Wahl hier in Mecklenburg-Vorpommern lediglich um einen geringen Wert von 3.000 handelt.
Herzliche Grüße
Jörg Schönenborn

3: Klaus Hommel:

4. September 2016 um 20:12 Uhr

Es ist schon erstaunlich festzustellen, daß in einem Bundesland mit sage und schreibe 6000 Flüchtlingen, diese zum Anlaß genommen werden um eine (gelinde gesagt) extrem neoliberale und rassistische Partei wie die AfD zu wählen. Das CSU Mantra (in Form von mehrfachen Verschärfungen der Asylgesetze) hat in letzter Konsequenz der AfD nur noch mehr Panikwähler in die Arme getrieben. Diesen möchte ich ins Stammbuch schreiben: Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber.
Und bitte Frau Merkel: Treten Sie nicht mehr an. Die Demokratie lebt vom Wechsel und bitte muten Sie uns nicht noch weitere 4 graue und entscheidungsarme Jahre zu. Ich möchte ihnen ihren Satz: Wir schaffen das! gerne abnehmen, aber seit über einem Jahr sind sie uns den zweiten Teil schuldig geblieben: WIE!

4: Karl-Heinz Völkel:

4. September 2016 um 21:30 Uhr

Vielen Dank für ihre Antwort, Herr Schönenborn, aber ich muss noch mal wegen Baden-Würtemberg nachhaken. Dort stellten die Grünen in der abgelaufenen Legislaturperiode den Ministerpräsidenten, der vom Wähler in der Wahl bestätigt wurde. Trotz des hohen Stimmenanteils der Grünen wurden sie in der Grafik für die Wählerwanderung zur AfD unter „andere Parteien“ geführt. Bekommen wir bei der anstehenden Landtagswahl in Berlin diese Zahl in der Grafik zu sehenauch wenn das für die Grünen und deren Wähler unangenehm ist? Ich hingegen fühle mich unangenehm, wenn mir und den anderen Zuschauern diese Zahl vorenthalten wird.

5: K.Schmitt:

4. September 2016 um 21:50 Uhr

Sehr geehrter Herr Karl-Heinz Völkel,

dies sind die Vorboten, dass diese Partei so langsam in die Bedeutungslosigkeit abrutscht. Die Grünen sind wie die FDP in den 80/90 Jahre. Haben ihr Fähnchen immer nach dem Wind ausgerichtet. Und eine weitere Steuererhöhungspartei verkraftet mein Geldbeutel auch nicht mehr. Leider sind die Grünen in Rheinland-Pfalz gerade so über 5% gekommen.

MfG

Schmitt

6: Ansgar Rudolf:

5. September 2016 um 09:46 Uhr

Der eigentliche Punkt ist doch der Stillstand einer Berliner Großen Koalition, die zuletzt radikal die Grünen umarmt hat, und eine Politik links von der Kanzlerparteiklientel forziert hat.

Es gibt zu wenig Opposition. Die FDP ist abgetaucht. Die Grünen unter Hofreiter sind farblos, die Linke für viele historisch nicht wählbar.

Und dann sagt Herr Hommel „Das CSU Mantra (in Form von mehrfachen Verschärfungen der Asylgesetze) hat in letzter Konsequenz der AfD nur noch mehr Panikwähler in die Arme getrieben.“ Nein. Es fehlt wählbare Opposition und innerparteiliche Demokratie. Die Leute hätten auch CSU in MVP gewählt. Wenn ich mit der Kanzlerpolitik unzufrieden bin, kann ich nur AfD oder Linke wählen. Wähle ich CDU ist das eine Bestätigung von Merkels Linkskurs, auch wenn dieser Kurs von der CDU Basis gar nicht mitgetragen wird und man nur weiss, dass Spaltung nicht ankommt. Wie Schröders Agenda 2010 fischt Merkels Flüchtlingspolitik in fremder Klientel. CSU sollte bundesweit antreten.

7: ohrenzwicker:

5. September 2016 um 21:22 Uhr

Solange die SPD nicht gewillt ist mit rot-grün zu koalieren, ist sie auch nicht gewillt eine sozial gerechtere Politik umzusetzen. Weder die Rechten noch die Linken haben die Gesetze der letzten Jahrzehnte für die Bürger dermaßen verschlechtert, das war doch die „Mitte“.

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