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ARD-aktuell/Verifikation

2. Juni 2016

Hochwasser in Simbach: Auf dem Bahndamm, im Lkw, am Fenster

Häuser liegen in Trümmern, Autos stecken mit dem Dach voran im Schlamm, Straßenlaternen sind wie Strohhalme umgeknickt. Am Tag nach dem verheerenden Hochwasser wird in Simbach am Inn das Ausmaß der Katastrophe deutlich. In Niederbayern hat die Flutkatastrophe mindestens fünf Menschen das Leben gekostet.

Auch bei Facebook, Twitter und YouTube sammeln sich seit gestern vielerlei Eindrücke. Menschen in Ausnahmefällen wie derzeit in Braunsbach oder Niederbayern werden zu Zeugen, halten per Griff zum Mobiltelefon das Geschehen – manchmal das Unfassbare – fest. Mit Freunden oder der Familie geteilt, landet manches Video über Umwege oder direkt im Internet. Die Folge: Likes, Shares, Retweets – beeindruckende Filmchen verbreiten sich in Windeseile.

Eine Herausforderung auch für die Tagesschau: Die Redaktion beobachtet die Socialmedia-Kanäle und greift besondere Aufnahmen heraus. Um eine umfassendere Berichterstattung von herausragenden Momentereignissen zu ermöglichen, werden entsprechende Momentaufnahmen auf ihre Herkunft und ihren Inhalt hin überprüft.

Auf dem Bahndamm

Ein besonders beeindruckendes Foto veröffentlichte gestern bereits die Agentur dpa. Als Agenturkunde entschieden wir uns, dieses Bild in unseren Programmen zu zeigen:

Tagesthemen am 1. Juni 2016 - Simbach am Inn

Tagesthemen am 1. Juni 2016 – Simbach am Inn

Tagesschau-Facebook-Seite: Simbach am Inn

Tagesschau-Facebook-Seite: Simbach am Inn

Heute entschieden wir uns, dem Foto nachzuspüren: Über den Begleittext der Agentur konnte der Fotograf des Bildes heute schnell ermittelt werden: Walter Geiring, freier Fotograf, wohnhaft in Simbach am Inn – tätig auch für die Passauer Neue Presse. “Morgens bin ich normal raus zur Arbeit”, beschreibt Geiring im Gespräch den gestrigen Tag. Geplant war ein regulärer Arbeitstag, um als Fotograf Bilder von vermeintlich kleineren Überschwemmungen im Umland von Simbach zu machen. Am Mittag aber realisierte Geiring angesichts unbeschreiblicher Wassermassen das wahre Ausmaß der Situation: “Straßen waren weggespült, die Bundesstraße gesperrt, überall war Wasser. Da war klar: Auch mein Viertel ist abgesoffen”.

Walter Geiring wurde unvermittelt vom Beobachter zum Betroffenen: Auf der Suche nach einem Weg zu seinem Wohnhaus gelangte er auch auf den Bahndamm zwischen Simbach und Braunau am Inn. Am Mittag – und damit auf dem Höhepunkt des Hochwassers – entstanden dort schließlich obiges Foto für die Passauer Neue Presse/dpa und ein paar Sekunden Bewegtbild. Mit Blick in Richtung Braunau zeigt das Video deutlich, mit welcher Wucht die Wassermassen durch die Straßen drückten:

Wie Walter Geiring erst später feststellte: Sein Haus stand im Erdgeschoss bis über die Fenster unter Wasser: “Möbelstücke sind ersetzbar”, sagte er heute nach einer Nacht im Dachboden. “Dass aber Menschen gestorben und noch immer einige vermisst sind, das ist das wahre Drama dieser Geschichte.”

Im Lkw

Wie schnell die Fluten des kleinen Simbach die Region überfluteten, macht ein anderes Video klar: Gefilmt aus dem Führerhaus eines Lkw zeigt es die anrauschenden Wassermassen in Echtzeit. In gerade einmal einer Minute steigt der Pegel auf einer Schnellstraße so stark an, dass mehrere Autos an den schwereren Lkw vorbeigeschwemmt werden.

Hier die Originalaufnahme von Johannes Obermair: Sie zeigt, wie schnell das Wasser auf der B12 anstieg. In dem Moment als er die Aufnahme beendet, hatte das Wasser bereits sein Führerhaus erreicht. Mit Gewalt öffnete er die Dachklappe des Fahrzeugs und rettete sich auf das Fahrzeugdach:

Die Recherche erledigte in diesem Fall der Bayerische Rundfunk vor Ort: Kameramann Klaus Schubert traf beim Dreh auf der B12 in Simbach durch Zufall einen Mitarbeiter der Spedition Bachleitner. “Wir suchen unseren Lkw”, war der Anfang des Gesprächs, an dessen Ende der Satz stand: “Ich hab’ übrigens gleich ‘nen Film gemacht.” Wie sich herausstellte, war Fahrer Johannes Obermair zwischen den Anschlussstellen Simbach in Fahrtrichtung Passau von den Fluten überrascht worden. Als das Wasser ins eigene Führerhaus eindrang, endet das Video. Eine Reihe von Fotos – aufgenommen vom eigenen Fahrzeugdach – dokumentiert schließlich das vorläufige Ende der Dienstfahrt: Lkw samt Ladung und Pkws unter Wasser.

Lkw - Bild Johannes Obermair

Lkw – Bild Johannes Obermair

Die weiteren Aufnahmen von Johannes Obermair finden Sie hier in einer Bilderstrecke auf Tagesschau.de.

Am Fenster

Ein ebenfalls anschauliches Video fand sich während der Recherche im Twitterkanal von Sven Ryou:

Durch einen kurzen Austausch war klar, dass @Sven_Ryou das Video selbst gepostet hatte. Um einen Vorher-Nachher-Vergleich machen zu können, baten wir den User um eine Videoaufnahme an selber Stelle am Tag danach:

Bei uns widmete sich die Webvideo-Unit der tagesschau den beiden Videos und erstellte folgenden Beitrag für die Tagesschau-Facebookseite:

Vorher/nachher: 24 Stunden liegen zwischen diesen beiden Aufnahmen. ‪#‎Hochwasser‬

Wolfgang Wichmann

23 Kommentare

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1: Kallus:

2. Juni 2016 um 21:13 Uhr

Die Hochwasser werden häufiger und heftiger kommen: Subventionierte “Bio-Energie” aus “nachwachsenden Rohstoffen” verschärfen das Problem! In weiten Teilen, so auch in Polen, Mitteldeutschland, Tschechien, vermutlich auch in Bayern, wurden riesige Land-Flächen umorientiert! Zum Teil: Raps, auch Mais, soweit das Auge schauen kann! Vernichtung von Wiesenflächen, Sträuchern, Planierungen, Versiegelung der Böden! Leider dadurch: Die Hochwasser werden häufiger und heftiger kommen: z.B. in Bayern, in Tschechien, in Schlesien, Polen, Sachsen u.a.!

2: americafl:

2. Juni 2016 um 21:24 Uhr

Warum schreiben hier so Weinige ???
wenn in meinem Land ein Tornado runter kommt oder sonst was durch die Natur geschied, schreiben viel mehr Leute.

3: TutWasFürEureNachkommen!!:

2. Juni 2016 um 22:50 Uhr

Wann tun wir endlich etwas für die Umwelt?? Alles Verbauen mit Beton = CO2 Ausstos bei der Herstellung des Betons, Waldrodungen = CO2 wird freigesetzt. Autofahren für nur wenige Meter täglich. Stromverbrauch verschwenung Pur. Im Konsum Verschwendung alles muss man doppelt haben und wird Neu gekauft statt repariert. Kleiderkäufe zu oft. Verschwendung bei den Lebensmittel. Wenn jeder jew 1/3 je reduzieren würde. Und mal studiert was brauchen wir wirklich? Die Welt vegetiert dahin. Es ist schon (fast) zu spät. Zuerst muss die Arktis geschmolzen sein und danach Grönland die Hälfte. Aber jetzt haben wir es ja gut, nach uns die Sinflut.

4: Retama:

2. Juni 2016 um 22:51 Uhr

Heftige Wolkenbrüche hat es immer schon gegeben. Durch den intensiven Maisanbau aber, der erst im Juli den Boden halbwegs bedeckt, prallen die Regentropfen ungehindert auf das Erdreich, lösen die Bodenpartikel und schwemmen sie ab. Regenwürmer, die mit ihren senkrechten Gängen für eine Niederschlagsversickerung sorgen, gibt es auf Maisfeldern so gut wie keine mehr. Der Oberboden verschlämmt und nun rinnt das Wasser nur noch oberflächlich ab, statt zu versickern (wie in Wiesen oder Wäldern). Die braune Brühe ergießt sich in die nächsten, kanalisierten Bäche und das Malheur wird immer größer, die Hochwasserpegel steigen flussabwärts immer höher. Mit der Flut wird wertvoller Humus und fruchtbarer Oberboden abgetragen und landet als nährstoffreicher Schlamm in den Flüssen. Dieser setzt die Kieszwischenräume zu, so daß viele Fischarten ihre Laichplätze verlieren und die Äcker immer lebensfeindlicher werden, weil der unfruchtbare Unterboden freigelegt wird. Es ist eine einzige Katastophe !

5: paul:

3. Juni 2016 um 00:20 Uhr

@Kallus
Selten so einen Unsinn gelesen. Genau, die Bio-Energie. Und die Bodenversiegelung ist “Zubebonieren” nicht Rapsanbau.
Siehe Dieter Nuhr. “Wenn man keine Ahnung…” und so.
Warum nicht HAARP? Ist ja noch größerer Unfug.

6: miclau:

3. Juni 2016 um 02:09 Uhr

…. 1.500 Euro Soforthilfe … Wozu soll das gut sein? Für einen neuen Flachbildschirm, damit wir die EM nicht verpassen? Das Haus ist abgesoffen (oder weggespült), sch…egal, Hauptsache, wir sehen “Jogi`s Jungs…

7: journalist:

3. Juni 2016 um 03:26 Uhr

Zitat:
“… Menschen in Ausnahmefällen wie derzeit in [Manhattan] werden zu Zeugen, halten per Griff zur [Kamera] das Geschehen – manchmal das Unfassbare – fest. Mit Freunden oder der Familie geteilt, landet manches Video über Umwege oder direkt im Internet. Die Folge: Likes, Shares, Retweets – beeindruckende Filmchen verbreiten sich in Windeseile.

Eine Herausforderung auch für die Tagesschau: Die Redaktion beobachtet die Socialmedia-Kanäle und greift besondere Aufnahmen heraus. Um eine umfassendere Berichterstattung von herausragenden Momentereignissen zu ermöglichen, werden entsprechende Momentaufnahmen auf ihre Herkunft und ihren Inhalt hin überprüft”

Euer Recherche-Team hat demnach die Amatuer-Videoaufnahmen und Bilder des 11.Septembers, die es der Öffentlichkeit präsentiert hat und noch bis heute präsentiert, demzufolge mindestens einmal gründlich auf Urheberschaft und Echtheit geprüft, verstehe ich das richtig?
Euer Team hat dafür nach Augenzeugen gesucht und mehrere befragt?

8: schönerLEBEN:

3. Juni 2016 um 05:08 Uhr

Das Problem mit den Gründen und nun auch UNS im reichen Mitteleuropa treffenden Folgen ist doch wesentlich vielschichtiger als Pro & Kontra von Energieumstrukturierungen…Zynisch könnte man meinen: WILLKOMMEN IN DER REALEN WELT DEUTSCHLAND !!!
Grüße aus Indien, Brasilien, Mexiko…
Doch all dies bringt UNS nicht weiter. Mein herzliches Beileid für all die Gestorbenen.

9: Peter:

3. Juni 2016 um 06:21 Uhr

Macht ihr das immer so? Fotos erst verwenden und dann am Folgetag vielleicht überprüfen? Was hat dpa mit social media zu tun?

Verwirrter Peter

10: d.fender:

3. Juni 2016 um 07:42 Uhr

Anstatt Bilder oder Berichte zu verifizieren, um die Sensations- oder Neugier einiger weniger wie jetzt bei den Unwetterkatatrophen zu befriedigen und Zeit in den “sozialen” Netzwerken zu verschwenden, würde es dem Ruf der Tagesschau gut anstehen, zum seriösen Journalismus, gerne mit “Qualität” davor, zurückzukehren und das Internet gegebenfalls für seriöse Recherche zu nutzen. Dazu gehört auch, nicht wahllos Bilder um der Bilder willen in Berichte einzufügen, sondern sich zu fragen, ob die ausgewählten Bilder sinnvoll, inhaltlich richtig und notwendig sind. Aktuelles Beispiel: Bild zeigt HK416, Bildunterschrift: Soldaten sind mit G36 zufrieden. Auch wäre es schön, wenn überprüft würde, ob die Artikel orthographisch, faktisch und inhaltlich korrekt sind.Da kostet ein neues U-Boot angeblich einmal 2 Mio, dann 2 Mia, beide Angaben sind völlig unrealistisch. Insbesondere bei der Ukraine- und Syrienberichterstattung werden oft dubiose sogenannte NGOs gerne als Quellen genutzt.

11: Peter:

3. Juni 2016 um 08:26 Uhr

Die videos von Facebook und Co haben im Fernsehen nichts verloren. Wenn man etwas berichtet, sollte man selbst Reporter hin schicken oder wenigstens die Bilder von professionellen Journalisten benutzen.
Die Anzahl der Gaffer und Leute, die alles mit ihrem Handy aufnehmen ist unterträglich. Durch die Veröffentlichung solcher Videos wird der Anreiz noch größer bei Rettungseinsätzen zu stören.
Auch hilft die Sensationsmache überhaupt nicht. Im Gegenteil, statt Hilfe gibt es nur Versprechen der Politik, Versicherungen versuchen sich vor Zahlungen zu drücken etc.
Und solche Unwetter hat es schon immer gegeben, man hat es nur vergessen. Wo ich wohne ist seit 60 Jahren so etwas nicht passiert, davor aber schon. Und in vielen Ländern Asiens oder auch in den USA ist die Natur ein Bestandteil des Lebens. Und wenn dort etwas passiert hört man oft, ja die haben ja auch nur Holzhäuser oder das ist alles nicht stabil was die bauen. Jetzt lernt man in Deutschland, Natur ist eben doch stärker.

12: Matthias F.:

3. Juni 2016 um 08:26 Uhr

Klimawandel wegen zu viel CO2 und zu viel Beton überall.

Wann wird der Raubbau an der Natur endlich aufhören? Warum wird das EEG-Gesetz gestoppt und die Kohleverstromung dadurch indirekt weiter gefördert?

Nun denn… mit sugestiven Fragen wird viel Verunsicherung geschafft und anschließend eine leichte Lösungen angeboten.

Das Klimawandel wissenschaftlich nicht nur am CO2 hängt und darüber hinaus auch ein ganz natürliches Phänomen ist, dass alle paar Jahrhunderte wieder kommt, passt nicht in die einfachen Erklärungen der Welt.

Das die Subvention der erneuerbaren Energien mittels EEG-Umlage mittelfristig zu großen sozialen Verwerfungen und Unruhen führen würde, wurde von der Politik richtig erkannt.

Vorschlag:
1/3 bis 1/2 der Förderung zu alternativen Energien verbindlich in den Ausbau von Stau- und Substanzschutzmaßnahmen stecken, DAS wäre eine wirklich sinnvolle Begegnung des Klimawandels: Die Polizei steckt ihr Geld auch nicht nur in Prävention sondern auch in Streifenwagen.

13: Gauston:

3. Juni 2016 um 08:48 Uhr

Ich bin für die Echtzeitbilder dieser Flut erstmal dankbar. – Ich habe selbst – gottseidank – noch keine derartige Flut erlebt. Die Bilder des Tsunami habe ich gesehen, aber irgendwie nicht verstanden.
Was hier aus dem LKW heraus gezeigt wird, ist schauderhaft. Das Wasser kommt mit einer großen Geschwindigkeit und Unaufhörlichkeit, dass einem echt angst und bange wird. Wenn mancher sich dann noch zufällig im Keller oder in der Garage aufgehalten hat…
Ich bin erschüttert und beeindruckt.

14: DerVolli:

3. Juni 2016 um 09:03 Uhr

Zu 11: Peter: Also Sie waren offensichtlich noch nie in einem Hochwasserkrisengebiet. Natürlich gibt es Katastrophentourismus, das will ich gar nicht abstreiten. Aber alle Videos hier sind von *Betroffenen* gepostet worden, die in ihrem Fahrzeug oder Häusern festsaßen. Als Passauer kann ich Ihnen auch sagen, 2013 wäre an bestimmte Stellen – nämlich auch genau da, wo es besonders schlimm war! – gar kein Reporter mehr hingekommen. Und da finde ich es sehr gut, wenn die Berichterstattung durch sorgfältig ausgewählte Videos und Bilder ergänzt werden kann. Denn es gibt auch leider immer wieder Leute, die die Heftigkeit der Überschwemmungen anzweifeln und die Fähigkeit der Leute in Frage stellen, rechtzeitig zu reagieren. Da sind gerade solche Videos wie das des LKW-Fahrers einfach wertvoll!

15: crumble:

3. Juni 2016 um 09:35 Uhr

Wieso rechtfertigt sich die ARD jetzt fuer die Berichterstattung bei Naturereignissen?

Wichtiger waere so eine Aufarbeitung ueber die Filterung der Nachrichten in der Fluechtlingskrise und der Berichterstattung ueber Ruestungsgueter. Da waere es nett zu erfahren, warum es da keine neutrale Berichterstattung gibt.

Ich haette auch gerne mal gewusst, warum es kaum noch normale Nachrichten in das Tagesschau-Portal schaffen. Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft scheint es nur noch zu geben, wenn Fluechtlinge oder Nazis dabei vorkommen.

Wenn ihr erklaeren muesst, dass ihr korrekt ueber das Wetter von Gestern berichtet, scheint ihr den Karren ja ordentlich in den Dreck gefahren zu haben.

16: nie wieder spd:

3. Juni 2016 um 09:37 Uhr

Und die neue Kritik von Amnesty international bezüglich der Flüchtlingsaufnahme in der Türkei muss wahrscheinlich nun auch noch schnell im Netz recherchiert werden? Wahrscheinlich vom Recherchenetzwerk von NDR, WDR und SZ. Und das kann Jahre dauern, wie man heute bei euch lesen kann. Oder warum liest man bei Tagesschau.de nichts darüber? Aber dafür seit 2 Stunden in allen anderen Medien

17: Oliver:

3. Juni 2016 um 10:25 Uhr

Ich komm aus einem Ort in dem es ähnlich wie in Simbach ist – alle ca. 100 Jahre kommt im Sommer ein Starkregen der den Ortskern überflutet, da er im Talgrund liegt. Das Einzugsgebiet ist wie bei Simbach Wiesen, Felder und etwas Wald über mehrere Quadratkilometer.

Ein Blick in die “Chronik von Simbach am Inn, von Jakob Groß, Landshut 1864″ zeigt, dass es in Simbach identisch ist. Zitat: “Am 22. Juli 1823 gegen Abend richtete ein Wolkenbruch sehr viele Verwüstungen an. Die Bäche der ganzen Gegend schwollen zu reißenden Strömen und beschädigten Felder, Gärten und Wohnhäuser. In Simbach ertrank hierbei eine Frauensperson bei dem Versuche, Vieh aus einem Stalle zu retten. Das Andenken an diese Ueberschwemmung lebt unter dem Namen der “Magdalenagüß” noch allerorten in der Erinnerung des Volkes” Zitat Ende.

Entweder man akzeptiert es oder zieht aus dem Talgrund weg. Abflussmengen die bei mehreren Hunderten der üblichen Menge sind, kann man kaum beherrschen, bzw. die Kosten sind exorbitant.

18: Ed:

3. Juni 2016 um 11:37 Uhr

Schön, dass die ARD noch Bildinhalte und -quellen prüft. Selbst die Partei mit der Kernkompetenz Umweltschutz veröffentlicht auf der Homepage ihres Kreisverbandes OPR ein Bild zum Gedenken an die Fukushima-Katastrophe, welches eine brennende Ölraffinerie zeigt! ( http://www.buendnisgruenes-opr.de/home/ ) Und belässt dieses Bild sogar nach Hinweisen an die Redaktion und den angeblich verantwortlichen Bundesverband der Grünen auf der Seite. So einfach mogeln sich also Internet-Hoaxes auf hunderte angeblich seriöser Nachrichtenseiten und offenbar auch auf die Website einer vermutlich ahnungslosen politischen Partei.

19: Chnutz:

3. Juni 2016 um 13:36 Uhr

Zunächst zum Thema “Wer ist schuld”:
Bodenversiegelung (hier z.B. durch den neuen, LKW-breiten asphaltierten Radweg neben der Straße, wo vorher ein Feldweg war und täglich ca. 10 Radfahrer fahren) und -verdichtung (durch die schweren Landmaschinen) ist sicher ein Problem.
Hier wohnen wir aber am Wald und einer Streuobstwiese. Trotzdem haben die ca. 70 Liter Regen in nicht mal 24 Stunden gereicht, um das Wasser durch unsere Häuser fließen zu lassen.
Dagegen ist nicht viel zu machen, Unwetter kommen alle zig Jahre mal vor. Mein Haus steht seit mind. 1740 da und wenn das Wasser hinten reinläuft, durchquert es die Küche, läuft die Treppe herunter und vorne aus der Haustür wieder heraus, ohne größeren Schaden anzurichten.
Zur Quellennutzung:
Ich finde es völlig in Ordnung, auch Privatquellen nach Prüfung zu nutzen.
Mich irritiert es aber, zu lesen, dass sie öfter erst NACH Verwendung geprüft werden.
Gaffer gab es schon, als es noch keine Handys gab, da ist nicht die Filmnutzung Ursache.

20: Radostin:

3. Juni 2016 um 20:14 Uhr

“heftige Wolkenbrüche hat es schon immer gegeben”. Ja, das sagte der Meterologe vom DWD auch “ein starker Regen”. Was es bisher nicht gegeben hat sind die Pilzwolken (“Superzelle”) welche den heftigsten Starkregen jetzt regelmässig vorhergehen. Eine Pilzwolke entsteht wenn eine starke Energiequelle die umgebende Luft schlagartig erhitzt. Die Wolke wächst so schnell dass am Rand turbulente Verwirbelungen stehen. Die Meteorologen sind überrschascht, weil sie nicht erklären können woher diese Energie kommt. Atombomben sind es augenscheinlich nicht. Also: Woher kommt die gewaltige Energiemenge eine gewöhnliche Regenfront schlagartig ein paar km anzuheben?

21: Monika:

4. Juni 2016 um 12:28 Uhr

Ich bin schon froh, wenn ich lese, dass doch viele auch meiner Meinung sind und die Katastrophe menschengemacht ist. Natürlich gab es früher auch Überschwemmungen. Aber was vor 100 Jahren den Bach runter ging,war biologisch abbaubare. Wieviel “Gift” in der Suppe geschwommen ist…
Aber wir leben fröhlich weiter, wird sich an unserer Lebensweise etwas ändern? ???
Nein- bis dann mal etliche Tausend gleichzeitig absaufen und dann ist es sowieso zu spät! (Wenn nicht jetzt schon!)

22: TutWasFürEureNachkommen!!:

4. Juni 2016 um 20:41 Uhr

Ja klar gab es immer wieder Katastrophen. Aber der Meeresspiegelanstieg und Erwärmung ist steigend. Krass ausgedrückt, es ist jetzt schon zu spät. Man kann die Folgen eher eindämmen. Es ist egoistisch nur im jetzt zu denken oder auf die eigene politischen oder ökonomischen Karriere fixieren.
Es muss jeder bereit sein auf Dinge zu verzichten oder zu Kompensieren.Krass, wieviel wir verschwenden.Die Zeit die wir verschwenden in Smartphones zu glotzen und zu konsumieren.uswMan könnte sorgvoller sein in Bezug:
Autonutzung Kleiderkauf
Nahrungsmittel
Elektronik
Verpackung
Wasserverbrauch
Medikamente
usw.
Es wäre schön wenn viele Mitziehen würden,denn es geht um uns alle.
Mann kann die Welt nicht Retten und alles für jeden gerecht machen, aber diese Zahlen stimmen mich doch nachdenklich:
2008 laut UNO hungerten 800 Mio Menschen, im Vergleich dazu gab es in den reichen Ländern 100e Mio Menschen an Übergewichtigen
2007 10 Mio Kinder starben an Hunger

23: Stephan Becker:

5. Juni 2016 um 14:39 Uhr

Sehr geehrte Damen,
ich möchte Sie auf ein drei Jahre altes Interview hinweisen, das die Ursachen aber gleichzeitig auch die Lösungen für die in der letzten Woche bis heute sich ereigneten Sturzfluten aufzeigt:

“Diversity is King
October 2013

What they [staatliche Berater] found is that we could only infiltrate half an inch of water or moisture per hour [als er mit der Landwirtschaft 1992 anfing]. (…) The last test they did at my place over a year ago indicated that we can infiltrate over eight inches per hour.”
http://www.acresusa.com/media/downloads/October13_Brown.pdf

Es geht also u.a. um den Unterschied bei der Versickerungfähigkeit von Ackerböden zwischen 12L/qm/h und 200L/qm/h. Die Experten von Fakultäten wie Wasserbau, Geologie oder Agrarwissenschaften an den verschiedenen Exzellenz-Universitäten in Deutschland können sicher noch mehr dazu sagen.

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