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ARD-Hauptstadtstudio

13. März 2016

Wahlen: Senden aus dem Zelt

Jörg Schönenborn

Zelte werden immer populärer. Bisher kennen wir das aus Schwerin und Potsdam, das in den Landtagen nicht genug Platz ist, um all die Wahlstudios unterzubringen und deshalb draußen vor der Tür Zelte aufgebaut werden. In Hamburg ist dem Senat das Parkett im Rathaus zu schade, deshalb versammeln sich die Journalisten immer in einer Messehalle. Und jetzt sind wir auch in Stuttgart als Camper unterwegs: der Landtag wird umgebaut deshalb sind wir mobil im Vorhof des Stuttgarter Schlosses.

Die Abläufe in den Arbeitscontainern sind wie immer: Unsere Hochrechner bekommen stündlich Daten über die Wahltagsbefragungen. Aus den drei Bundesländern erwarten wir bis 18 Uhr jeweils zwischen 25.000 und 33.000 Interviews, die die Grundlagen für die Prognose bilden.

Und natürlich gucken wir auf die spannenden politischen Fragen, die die Umfragen nahelegen: Zum Beispiel wie stark die AfD in die drei Landtage einzieht. Das neue Parteien beim ersten Antreten im jeweiligen Wahlgebiet starke Ergebnisse erreichen, auch schon mal zweistellig werden können, ist nicht neu. Die bisherigen „ Bestwerte“ erzielte in Hamburg 2001 die Schill-Partei mit 19,4 % und die Sachsen-Anhalt 1998 die DVU mit 12,9%.

Bei anderen Parteien stellt sich die Frage, ob bisherige Tiefstände unterboten werden, in Baden- Württemberg hatte die CDU bei der Wahl 1952 mit 36,0 % ihre bisherigen Tiefstand, die SPD bei der Wahl 2011 mit 23,1%.

Die Grünen wiederum hatten ebenfalls bei der letzten Wahl in Baden Württemberg mit 24,2 % das bisher beste Ergebnis ihrer Partei überhaupt in der bundesdeutschen Geschichte vorgelegt. Auch hier ist ja nach den Umfragen ein neuer Rekord denkbar.

Und vielleicht brauchen wir ja auch diese Grafik heute: bisher schlechtestes Ergebnis der SPD in Sachsen-Anhalt ?

Mehrfach haben wir diskutiert in welcher Reihenfolge wir die Prognosen um 18 Uhr senden, mittlerweile fällt die Antwort nicht mehr schwer, in allen drei Ländern ist es politisch spannend, also gehen wir entweder alphabetisch oder nach der Bevölkerungsgröße der Bundesländer vor. Das Ergebnis ist jeweils das gleiche: Erst Baden-Württemberg, dann Rheinland-Pfalz, dann Sachsen-Anhalt.

3 Kommentare

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1: Mikado:

13. März 2016 um 18:16 Uhr

Jede Menge von Prozentzahlen und Umfragen, aber nur nachher ist man wirklich schlauer.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Sie mit Ihrer Kaffeesatzleserei daneben lägen, Herr Schöneborn.

Was kostet das alles eigentlich den Gebührenzahler, frage ich mich.

2: Christian Dorau:

13. März 2016 um 18:46 Uhr

Viel fassungsloser als die AfD-Stimmanteile macht mich Sigmar Gabriels Reaktion unmittelbar nach den Hochrechnungen: Jeweils runde zehn Prozent(!) Verlust in zwei Bundesländern und ein in etwa unverändert Stimmanteil im dritten – und der Mann stellt sich vor die Kamera und erzählt ernsthaft beim ihm “überwiege natürlich die Freude”! Offenbar müssen noch viel mehr Wähler der AfD ihre Stimme geben, damit der Protest irgendwann auch bei Herrn Gabriel ankommt. An dessen Adresse kann man da wirklich nur festellen: Erstens absolut nichts verstanden und zweitens bester Wahlkämpfer der AfD!

3: ohrenzwicker:

14. März 2016 um 09:41 Uhr

Das Wahlergebnis ist das Produkt der investigativen Berichtebestattung vieler Medien. Wo sind denn die landespolitischen Themen tagtäglich besprochen worden? Wann sind denn mal die Linken zu Wort gekommen? Das waren doch Wahlveranstaltungen für die CDU und die AfD. Roman Herzog sagte damals:”Es muss ein Ruck durch das Land gehen.” – Das haben die Medien geschafft, einen Rechtsruck. Die Propaganda für “die Mitte” war in Wahrheit eine für “die Rechte”. Konservativer geht es nun wirklich nicht mehr.

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