Skip to Content

ARD-aktuell

9. Februar 2016

Das Augenzeugenvideo aus dem Zug

Seit heute Abend gibt es ein Video auf YouTube, das ein Fahrgast in Bad Aibling unmittelbar nach dem Unglück im Zug gedreht hat. Das Video dokumentiert den Schockzustand, das Trauma und die Verletzungen der Menschen im Zug. Die Bilder der Opfer und das Wehklagen der Menschen, das über Minuten zu hören ist, kann man kaum ertragen. Schwer zu entscheiden, ob wir dieses Video für die Berichterstattung in der Tagesschau verwenden.

Mein erster Impuls war “Geht gar nicht”, das sollten wir den Leuten nicht zumuten. Soll sich doch jeder der mag, das Video im Netz aufrufen. Dann kann man sich bewusst entscheiden, ob man das ansehen möchte. Außerdem müssen wir zunächst sichergehen, ob das Video authentisch ist. Stammt es von heute? Zeigt es das Unglück von Bad Aibling? Kann es ein Fake sein? Unser Verifikationsteam hat die Quelle und den Inhalt geprüft, so dass wir sicher davon ausgehen, dass es sich um das handelt, was es vorgibt zu sein. Also bleibt die Frage für uns “zeigen oder nicht zeigen”?

Sehr schnell herrscht in der Redaktion Einigkeit, dass wir die Verletzten nicht zeigen, die in dieser traumatisierten Situation gefilmt wurden. Auch ihr Weinen, ihr Stöhnen und ihre Hilferufe sollten wir auf keinen Fall dokumentieren, und zwar aus Respekt vor den Opfern. Außerdem würde es mit Sicherheit viele Zuschauer verstören, die nicht schnell genug an die Fernbedienung kommen. Auf der anderen Seite ist das Video ein authentischer Blick auf das Unglücksgeschehen. Wir zeigen schließlich ja auch die Rettungsarbeiten, die Bergung der Verletzten und den Zug von außen. Deshalb komme ich zu dem Ergebnis, dass dieses Bildmaterial unsere Berichterstattung ergänzt und dass wir darauf zurückgreifen sollten. Aber wir tun es so verantwortungsbewusst wie wir können. Wir zeigen nur eine Sequenz ohne Bilder von Verletzten und ohne Ton. Sie mögen einwenden, dass ist ein halbherziger Kompromiss. Ein Kompromiss vielleicht, aber einer, der dem journalistischen Informationsauftrag ebenso gerecht wird, wie dem Respekt gegenüber den Opfern – und den Zuschauern. In der Tagesschau hatten wir die Bilder am Anfang unseres Aufmachers, auf tagesschau.de haben wir eine Auswahl aus dem Rohmaterial getroffen.

Bleibt noch eine Frage. Wie kann jemand in einer solchen Situation mit so vielen Verletzten über mehrere Minuten mit dem Smartphone einfach “draufhalten”. Dieses Verhalten ist doch eigentlich empörend. Aber auch dieser Mensch hat das Unglück im Zug miterlebt, ist möglicherweise traumatisiert und hätte sich anders verhalten, wenn er als Unbeteiligter an die Unglücksstelle gekommen wäre. Ich möchte mir über ihn kein Urteil erlauben.

174 Kommentare

RSS Feed der Kommentare

1: Dr. Mabuse:

9. Februar 2016 um 20:57 Uhr

Auf dem Video konnte ich rein gar nichts erkennen. Der Informationsgehalt geht gegen Null. Ich finde, da braucht man überhaupt nicht mehr über ethische/moralische Gesichtspunkte diskutieren. Das Video ist schlichtweg überflüssig. Wenn ich mir solche Sachen angucken will (und das will ich nicht!), gehe ich direkt zu youtube.

2: Stefan Bartels:

9. Februar 2016 um 20:59 Uhr

Ich denke, ein solches Video befriedigt nur die Sensationslust der Leser/Zuschauer. Bietet es wirklich Informationen, die notwendig sind, um über das Zugunglück ausreichend informiert zu sein?
Ich denke nicht und habe mir das Video deshalb auch nicht angesehen.

Löblich ist, dass Sie die Entscheidungsfindung dokumentiert haben, auch wenn ich zu einer anderen Entscheidung gekommen wäre.

3: Meinungsquirl:

9. Februar 2016 um 21:04 Uhr

Es hätte auch gereicht, bei der “Geht gar nicht” Linie zu bleiben.

Am Ende müssen Sie in der Redaktion aber selbst wissen, wo der Grad zwischen Information und dem Befriedigen von Neugierde sowie dem verlangen nach Skandal ist. Ich werde mir sicher nicht anmaßen, dass ich ein besseres Rezept zum Umgang mit der Berichterstattung bei akuten Katastrophen hätte.

4: Dr. Reinhard Schmid:

9. Februar 2016 um 21:05 Uhr

Es wird einfach mit dem Handy draufgehalten, und die Betroffenen haben keine Chance, sich zu wehren. Indem Sie dieses Video zeigen, bestätigen Sie leider diejenigen, die überhaupt keine Skrupel mehr kennnen. Das wird auch durch die gegebene Begründung nicht besser. Schade, dass selbst die Tagesschauredaktion am Ende doch der Versuchung erlegen ist, Sensationsgier zu befriedigen.

5: martini1960:

9. Februar 2016 um 21:14 Uhr

Ich werde mir das Augenzeugenvideo des Unglücks auf YouTube auf gar keinen Fall ansehen. Außerdem, wer hat die Opfer gefragt, ob sie gefilmt werden wollen bzw. ob ein Film veröffentlicht werden darf?! Das ist unkorrekt. Ich weiß nicht, ob dabei nicht sogar gegen Gesetze verstoßen wird. Für ganz legal halte ich das nicht. Bin aber kein Rechts-Experte. Ich empfinde es als respektlos und entwürdigend.

6: Daniel:

9. Februar 2016 um 21:17 Uhr

Das ist nicht nur ein Frage der Moral. Es sei auf den neuen §201a verwiesen:
“Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer …
eine Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, unbefugt herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt”
Zur Verbreitung dieses ungeschnittenen Videos auf YT sollte sich schnellstens die Polizei einschalten.

7: Kurbelursel:

9. Februar 2016 um 21:18 Uhr

Jetzt auch das noch?

Mir hat heute mittag schon gereicht im SN Ihr Titel
“Das Zugunglück von Bad Aibling in Bildern”
Wie kann man nur?!

8: Dr. Reinhard Schmid:

9. Februar 2016 um 21:22 Uhr

P.S.
Angesehen habe ich mir das Video nicht. Es hat mir schon gereicht, dass ich vor einigen Tagen mit ansehen musste, wie einige Gaffen mit ihren Handys bei einem Pkw-Unfall dummdreist draufgehalten haben, während die Sanis die Verletzten geborgen haben.

9: Alexander Walz:

9. Februar 2016 um 21:24 Uhr

Nein, bitte nicht zeigen.

Die Aufnahmen des Zugunglückes bei Santiago de Compostela 2013 waren schon zuviel.

10: Hanna:

9. Februar 2016 um 21:25 Uhr

Wenn der Satzbau mal ein ordentlicher wäre, das wäre wundervoll.
Das passiert leider echt oft. Es kommen Wörter doppelt vor oder ein “sich” ergibt an der Stelle einfach keinen Sinn, so wie oben in dem Text. Ich finde das schmälert leider die Qualität.

11: Philipp:

9. Februar 2016 um 21:26 Uhr

Falsche Entscheidung!
Wie viele Leser/ Zuschauer von heute, filmen beim nächsten Unglück lieber anstatt Erste Hilfe zu leisten – “… die Anderen werden schon helfen”

12: Zaraschustra:

9. Februar 2016 um 21:27 Uhr

Eine Veröffentlichung dieses Videos ist überflüssig. Es gibt m.E. keinerlei journalistische Notwendigkeit dafür. Das Menschen Schmerzen haben und leiden, nach einem solchen Unfall, muss nicht weiter dokumentiert werden. Das kann sich jeder Mensch selber vorstellen.

Interessanter finde ich da schon den Aspekt, dass wir mittlerweile soweit sind, dass selbst traumatisierte Menschen zuerst zum Handy greifen und mit dem Filmen anfangen.

13: Gast:

9. Februar 2016 um 21:28 Uhr

Ich schließe mich dem o.g. Kommentar an. Es lässt sich schwer durch Trauma herleiten, wenn erstens in der Situation das Smartphone draufgehalten und zweitens der Film später ins Netz gestellt wird. Zusätzlich traumatisierend ist aber mit hoher Wahrscheinlichkeit, in der ohnmächtigen Situation in eine Kamera zu blicken. Völlig überflüssig vom öffentlich-rechtlichen Sender, diesen “Bürgerjournalismus” zu unterstützen.

14: Michael Maucher:

9. Februar 2016 um 21:29 Uhr

Einfach berichten , ungeschönt , unzensiert , un-belehrend , ohne Wertung ….. Berichterstattung eben . Und das wäre gut, besonders heutzutage für viele Bereiche. Deshalb heisst es : Nachrichten …
Und jeder kann sich selbst seine Meinung bilden ohne Beinflussung .

15: Steffen Kühnel:

9. Februar 2016 um 21:30 Uhr

Ja, geht gar nicht! Werde morgen früh bei meiner Polizeidienststelle Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gegen den Ersteller des Videos erstatten!

16: Chris:

9. Februar 2016 um 21:30 Uhr

Es ist lobenswert, die Entscheidung zu begründen.
Das Video habe ich nicht gesehen und habe auch kein Bedürfnis danach. Auf solche Sensationen kann ich verzichten und hätte es begrüßt, wenn die Tagesschau mit Rücksicht für die Opfer und auch vieler Zuschauer von der Ausstrahlung abgesehen hätte.

17: Betrachter:

9. Februar 2016 um 21:30 Uhr

Einverstanden.
Ich finde es gut, dass der Beitrag gesendet wurde und wie er aufbereitet wurde.
Ich sehe hier keine Opfer, deren Persönlichkeitsrechte beschädigt werden und es gibt Aufschluss darüber, welche Kräfte bei diesem Unglück wirkten.
Die Kritik am Ersteller des Videos kann ich nur bedingt nachvollziehen. Zwar halte ich das Hineinstellen mit Bildern von Opfern auch für strafrechtlich relevant, in der hier gezeigten Form ist es allerdings ein Zeitdokument.

18: Ulrich Maiß:

9. Februar 2016 um 21:31 Uhr

In meinen Augen haben Sie als wichtiger Bestandteil einer öffentlich-rechtlichen Anstalt auch die Aufgabe, sich der zunehmenden Sensationslust und Verrohung in den Medien entgegen zu stellen. Weder die Bilder der Bergungsarbeiten, noch die aus dem Inneren des verunglückten Zuges haben hohen Informationsgehalt. Sie sprechen lediglich die emotionale Seite der Zuschauer an. Es wäre ja denkbar, dass eine eigenständige Position der Tagesschau durchsetzbar wäre. Eine Position, die sich auf Inhalte konzentriert und nicht auf Sensationen. Das wäre ein wünschenswertes Alleinstellungsmerkmal…

19: Fabian:

9. Februar 2016 um 21:32 Uhr

Mir ist unbegreiflich, wie Sie zu der Entscheidung kommen konnten, dieses Video zu veröffentlichen. Dass der Mann im Zug es für nötig hielt (aus welchen Gründen auch immer), zu filmen – eigentlich bedrückend genug. Dass er es anschließend auch noch auf YouTube hochgeladen hat oder hat hochladen lassen – noch bedrückender. Dass sie es dann aber weiterverbreiten, und das ausgerechnet als Mitarbeiter der “guten alten Tagesschau”, finde ich nicht mehr nur bedrückend, sondern moralisch verwerflich.

Wie meine Vorredner schon gesagt haben: Der Erkenntnisgewinn dieses Videos ist gleich null, es ist (selbst in der von ihnen geschnittenen Variante) einfach nur schaurig – und wer es unbedingt sehen will, findet es schon selber auf YouTube. Hier tun Sie nicht einer “journalistischen Pflicht” Genüge, Ihre Berichterstattung wird dadurch kein Stück ergänzt, sondern eher konterkariert – und gerade von Ihrer Redaktion hätte ich da mehr Augenmaß erwartet. Enttäuschend!

20: Paule:

9. Februar 2016 um 21:33 Uhr

Ich kann nicht sehen, welchen zusätzliche Information dieses Video liefern soll – insofern unüberflüssig. Das nächste Mal ist ‘geht gar nicht’ definitiv die besser Entscheidung.

21: Friedemann:

9. Februar 2016 um 21:34 Uhr

Liebe Redaktion, super! vielen Dank für die Dokumentation der Entscheidungsfindung. Ich halte das für einen guten und verantwortungsvollen Umgang – auch im Kontext Lügenpresse – mit den verschiedenen Interessenlagen.
Ich selbst könnte sogar auf die bewegten Bilder der Bergung Verletzter verzichten – für dergleichen gibt es Actionfilme, kann aber auch verstehen, dass in unserer Zeit unbewegte Bilder nicht mehr funktionieren.

22: Fritz Müller:

9. Februar 2016 um 21:35 Uhr

Damit haben Sie sich auf oder sogar unter das Niveau der Bildzeitung begeben. Es gibt nur eine klare Antwort dazu: NEIN ZU SOLCHEN INHALTEN !!!

23: Cedric:

9. Februar 2016 um 21:35 Uhr

Ich finde die Art und Weise wie hier transparent, selbstkritisch und reflektiert die eigene Berichterstattung dokumentiert und erklärt wird sehr gut. Kompliment an die Redaktion. Und obwohl ich mir auch auf Youtube das Video nicht angeguckt habe, finde ich den bearbeiteten Ausschnitt bei tagesschau.de in jedem Fall erwähnenswert, auch um einen gewissen Eindruck von dem Video zu bekommen.

24: pipilampumpf:

9. Februar 2016 um 21:36 Uhr

“Auf der anderen Seite ist das Video ein authentischer Blick auf das Unglücksgeschehen.”

Was glauben Sie, wie sich die Hinterbliebenen fühlen, wenn sie solche Aufnahmen sehen? Oder wenn Sie alleine darüber Kenntnis haben, dass da vielleicht ihr verstorbenes Kind, Mutter … zu hören, zu sehen … ist?

Solche Aufnahmen stehen dem Verarbeitungsprozess der Trauer mit Sicherheit entgegen.
Wenn ich wüsste, dass da mein Bruder drin wäre, sorgen solche Aufnahmen für immer wieder aufreißende Wunden.
Also menschlich und mitfühlend ist es nicht,so etwas zu filmen und es ist auch nicht menschlich und mitfühlend (mit den Angehörigen) soetwas zu veröffentlichen.

Das gilt für Gewaltvideos genauso wie für Unglücksvideos.Das geht gar nicht.

“Wir zeigen schließlich ja auch die Rettungsarbeiten, die Bergung der Verletzten und den Zug von außen.”

Und selbst die Bilder des zerschmetterten Zuges finde ich schon grenzwertig sehen. Wie wird es da den Angehörigen gehen?

25: Der Belgarath:

9. Februar 2016 um 21:37 Uhr

Ich möchte meinen Vorrednern zustimmen. Dieses Video ist mit der Würde der Opfer schlichtweg unvereinbar, sein Informationsgehalt vernachlässigbar gering.

Allerdings stecke ich in einem Dilemma – ich selbst habe es ja zumindest in Teilen gesehen, und wie wollte ich reinen Gewissens dann anderen das verwehren, was ich mir selbst zugestanden habe?

Dennoch – in vergleichbaren Situationen sollten Sie standhaft bleiben und solche Videos nicht zeigen, Sie haben auch eine Vorbildfunktion für andere Medien!

26: Uwe Barkmeyer:

9. Februar 2016 um 21:38 Uhr

Danke Dr. Reinhard Schmid, genau ihre Worte wollte ich auch reinschreiben. Was für eine unglaubliche Rechtfertigung. Selbst die Tagesschauredaktion ist schon von dieser Gier der Bilder erfasst. Einfach schrecklich !

27: MW:

9. Februar 2016 um 21:39 Uhr

Ich werde mir weder hier noch bei YT dieses Bildmaterial anschauen, weil ich es moralisch verwerflich finde, mich am Unglück der Anderen zu ergötzen und hoffe, dass der filmende Mensch eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung bekommt.
Dieses Verhalten ist indiskutabel und mit Sicherheit steht der Mensch nicht unter Schock, sondern lässt sich für diese “Leistung” feiern.
Und dass Ihre Redaktion überhaupt nur darüber nachdenkt, dieses Bildmaterial zu verwenden zeigt mir deutlich, wie nah Sie an die sensationsheischenden Medien gerückt sind.
Das hat nichts mehr mit Journalismus zu tun!

28: Pham Nuwen:

9. Februar 2016 um 21:47 Uhr

Ihre Begründung für das Zeigen des Videos, man berichte ja schließlich auch über die Bergungsarbeiten ausserhalb des Zuges könnte unpassender nicht sein. Wenn über ein Begräbnis berichtet wird kommt ja auch keiner auf die Idee, zusätzlich noch eine Bildübertragung aus dem Sarg zu machen. Finde ihre Entscheidung falsch und bedauerlich.

29: rokko:

9. Februar 2016 um 21:49 Uhr

Ja herrlich,
lasst euch feiern. “Geht gar nicht” na klar.
Nichts zeigen und dann den Moralischen raushängen lassen.
Es stünde euch besser zu Gesicht nichts zu zeigen.

30: M. K.:

9. Februar 2016 um 21:49 Uhr

Soetwas geht gar nicht. Die Begründung, weil ein Opfer es selbst gedreht hat, können wir es teilweise zeigen, hat nichts mit einer sachlichen Bewertung zu tun.
Dieses Video ermutigt Menschen mit dem Smartphone draufzuhalten, statt selbst zu helfen. Als Rettungssanitäter erlebt man immer wieder, dass der Respekt vor Rettungseinsatzkräften abnimmt. Dies wird auch durch eine Studie des Münchener BRK unterstützt.
Das Video befriedigt nur Sensationsgier und hat keinen inhaltlichen Informationsgehalt, der einen Mehrwert bringt.
Später wenn Einsatzkräfte mit den Folgen der physischen Spätfolgen zu kämpfen haben, wird nicht mehr darüber berichtet, weil es keine nennenswerte Schlagzeile bringt. Ich wünsche allen Kollegen, die hier einen Einsatz hatten, dass sie das Erlebte gut verarbeiten können.

31: KOmmentator:

9. Februar 2016 um 21:49 Uhr

den Hinweis auf die Existenz des Videos finde ich schon höchst zweifelhaft.
Wenn Sie schreiben, dass es auf Youtube zu finden ist, kann man auch nicht von einem Trauma des Ersteller/der Erstellerin ausgehen, denn dann hätte es der oder die nicht hochgeladen.

32: CP:

9. Februar 2016 um 21:52 Uhr

Menschen die in Not sind zu filmen gehört schon in die unterste Schublade. Diesen Film noch ins Internet zu stellen finde ich höchst bedenklich.

Des Weiteren kann ich nicht nachvollziehen, dass das Video hier gezeigt wird. Auch wenn es stark geschnitten wurde, ist es für die Opfer eine Zumutung.
Warum sollte man auch einen “authentischen Blick” bekommen? Um die Neugierde zu befriedigen? Wie ekelhaft…
Bleiben Sie bitte bei seriösen Berichterstattungen. Das Klientel, welches auf solche Videos “abfährt” bedienen sie (hoffentlich!)sowieso nicht.

33: Markus Voss:

9. Februar 2016 um 21:56 Uhr

Ja, möglicherweise steht derjenige, der diese Aufnahmen gemacht hat zum Zeitpunkt der Aufnahmen unter Schock – deshalb sollten wir uns über die Aufnahmen selber kein Urteil erlauben. Ich frage mich allerdings, ob ich jemandem, der dieses Zugunglück offenbar gering bis nicht verletzt überlebt hat, zugestehen muss, dass er oder sie nichts besseres zu tun hat, als diesen Film Stunden nach dem Unglück ins Netz zu stellen? Dazu habe ich einen ganz klaren Standpunkt. Nein!

34: Michael Gerber:

9. Februar 2016 um 21:58 Uhr

Meiner Meinung nach müssen solche Bilder nicht veröffentlicht werden: Informationsgehalt für die Öffentlichkeit gleich null, moralische Bewertung: Unethisch, und damit für eine öffentlich rechtliche Institution eigentlich tabu. Dafür bezahlen die Betroffenen sicher ihre Zwangs-beiträge nicht, um mit Horrorbildern von der nächsten Bahnreise abgehalten zu werden, obgleich die Strasse viel gefährlicher ist.
Da hilft es auch nicht, dass der falsche Gewissens-entscheid der Intendanz öffentlich gemacht wird. Die Presse möchte sich gern als moralische und Kontrollinstanz in der Demokratie sehen – die Realität: Moralische Verderbtheit, Sensationslust und Mutmassungen, schlimmer noch als die deutsche Politik!

35: Frank:

9. Februar 2016 um 21:59 Uhr

Ich habe mir das Original Video in Gesamtlänge angesehen und muss nun sagen,dass es besser nicht gezeigt wird.

Es sollte bei sachlicher Berichterstattung bleiben.

36: Kay B.:

9. Februar 2016 um 21:59 Uhr

Gute Frage, schwieriges Thema.
Ich habe mir das Video angesehen. Etwa 5 Minuten, dann konnte ich nicht mehr.

Das hat nichts mit Gore- oder Sensationslust zu tun, sondern mit dem Verlangen, das ganze Ausmaß dieser Katastrophe zu erahnen. Es war schrecklich – das hätte ich mir auch vorher denken können. Aber die Emotionen die dieses Video in einem hervorbringt sind unglaublich viel Intensiver als ein “kalter” Bericht über 10 Tote und etliche Verletzte. Mein Mitgefühl, Verständnis und meine Anteilnahme an diesem Unglück sind dadurch um ein vielfaches größer.
Ist das wichtig? Für mich persönlich war es diese Erfahrung (wirklich wirklich wirklich erschütternd). Und ich bin der TS dankbar, dass sie mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass so ein Video existiert. Und das hat die Redaktion auf die höchstmöglich respektvolle Weise getan. Kein reisserischer Kommentar, keine emotionale Überschrift. Nur ein kurzer, tonloser Ausschnitt.

Von meiner Seite: Danke und gute Arbeit Tagesschau.de!

37: Joachim Hauschild-Brutillot:

9. Februar 2016 um 22:04 Uhr

Es ist genauso wie mit dem von mir kritisierten Beitrag in der Tagesschau vom 18.11., mit dem sich nun der NDR-Rundfunkrat befassen wird. Das Video dokumentiert gar nichts, es bedient allein
Sensationslust. Da kann Herr Gniffke noch so sehr von Informationsauftrag und Verantwortungsbewusstsein faseln. Wer das Video sehen will, kann das auf youtube tun; im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat es nichts zu suchen. Bleibt die Frage: was wurde dafür bezahlt?

38: alfredrabe:

9. Februar 2016 um 22:06 Uhr

Wenn der Impuls “geht gar nicht” (ein Ausdruck, der meiner Meinung nach den 14jährigen vorbehalten bleiben sollte) damit begründet wird, man könne “es den Leuten nicht zumuten”, ist doch schon alles gesagt. Selbst empfindet es der Redakteur offensichtlich als gar nicht so schlimm. Ich jedenfalls empfinde es als schlicht piätetlos solche Bilder zu publizieren oder ansehen zu wollen, als Bedürfnis nach Sensation und Quote. Um dem “journalistischen Informationsauftrag” gerecht zu werden, gäbe es täglich mehr als genügend andere Themen, bei denen ich oft Gründlichkeit vermisse.

39: Redenhalter:

9. Februar 2016 um 22:11 Uhr

Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie kommt man auf die Idee kommt diesen Ausschnitt zu zeigen. Nicht weil er zu schockierend wäre, sondern schlicht weil man absolut nix drauf erkennt. Irgendwelche dunklen Wackelaufnahmen, die ihr noch dazu auf die dreifache Breite verzerrt (Original ist hochkant, bei euch 16:9), das bringt dem Zuschauer keinen Informationsgewinn, es befriedigt nichtmal Sensationsgier. Es ist einfach völlig sinnlos.

40: Snoop:

9. Februar 2016 um 22:11 Uhr

Die Kommentare von Herrn Gniffke finde ich als Ergänzung des üblichen Geschehens immer aufschlußreich. -In diesem Fall hätte es ausgereicht darauf hinzuweisen, warum man das Video nicht zeigt. – Ich habe kurz auf Youtube hereingeschaut. Ich würde in Erwägung ziehen gegen den Filmer wegen unterlassener Hilfleistung juristisch vorzugehen und wegen der Verletztung der Persönlichkeitsrechte der Opfer

41: Nordwind:

9. Februar 2016 um 22:11 Uhr

Nein, Sensationsvideos sind nicht informativ und nutzen niemanden. Welches Wissen wurde denn damit vermittelt, dass über die normale Berichterstattung hinaus geht? Hat die Tagesschau für dieses Video bezahlt? Auf jeden Fall hat damit ein “Gaffer” Aufmerksamkeit bekommen, die nicht gerechtfertigt ist.

42: Nordring:

9. Februar 2016 um 22:11 Uhr

Ich sehe das auch so; mit oder ohne Ton: welchen Informationsgehalt hat dieses Video denn bitte genau?

43: Klarname:

9. Februar 2016 um 22:14 Uhr

Also das Video zu zeigen, so wie es hier geschnitten ist, sehe ich kein Problem drin. Das Aufnehmen lässt den Opfern wirklich keine Chance, dazu Nein zu sagen. So was finde ich typisch Zeitgeist, weil jemand die Chance wittert “was vorzeigen zu können”. Nun, da es auch woanders zu sehen sein wird, habe ich kein Problem damit, dieses Tun “zu bestätigen”, indem man Ausschnitte zeigt (man muss es mit Moral usw. nicht übertreiben).
Und der, der das aufgenommen hat, da wüsste ich gerne, was wirklich das Motiv war. Denn es kann ja sein, dass es überhaupt nicht zutrifft, dass jemand “was vorzeigen wollte”. UNSER BLICK UND DENKEN versucht sich einen Reim daraus zu machen und wir sollten nie vergessen, dass wir genauso jemanden etwas unterstellen können, wie es zutreffen kann, dass der Jemand ein Egoist ist.
Ich jedenfalls hätte die Leute gefragt, ob alles in Ordnung ist oder wie man helfen kann, oder dass Hilfe sicher kommt usw.. – aber das sieht man jetzt auch nicht, ob das geschehen war.

44: Sabine Gotzes:

9. Februar 2016 um 22:19 Uhr

Schrecklich…
Wie kann man in diesem Moment überhaupt auf die Idee kommen, das ganze Grauen auch noch zu filmen. Das ist das wirklich Schlimme…!!! Der Filmende hätte besser erste Hilfe leisten sollen. Pervers.

45: Wolfgang Staiger:

9. Februar 2016 um 22:19 Uhr

Vor 1600 Jahren hat Augustinus in seinen Bekenntnissen folgendes geschrieben: “Was aber hat es zu bedeuten, dass der Mensch Schmerz emmpfinden will bei dem Anblick trauriger und tragischer Dinge, die er doch niemals selbst erdulden möchte? Und dennoch will der Zuschauer von ihnen Schmerz erdulden und eben der Schmerz ist seine Lust. Was ist das anderes als ein leidenvoller Wahnsinn? (…) Wahres Mitleid erfreut sich des Schmerzes nicht.”
Hätte die Redaktion doch nur diese Erkenntnis umgesetzt,- und sie hätte Größe bewiesen.

46: Vera Müller:

9. Februar 2016 um 22:21 Uhr

Danke, dass Sie das Video nicht veröffentlicht haben!

47: Kurt:

9. Februar 2016 um 22:23 Uhr

Ich wüsste nicht, warum es irgendeinem Informationsbedarf entgegenkommen sollte, wenn dieses Video überhaupt gezeigt wird. Aber dennoch respektiere ich die Entscheidung. Was ich persönlich aber gar nicht nachvollziehen kann ist, dass man in einer solchen Situation daran denkt sein Smartphone zu nutzen, um das Geschehen aufzunehmen. Vielleicht bin ich mit 45 Jahren ja schon zu alt, um den Automatismus des ständigen Aufzeichnen seines Lebens per Video und Bild zu verstehen. Jedenfalls kämen für mich nur zwei Dinge in Betracht, die ich tun würde: Entweder soviel Angst haben, dass ich zu nichts mehr fähig wäre oder wenn das nicht der Fall sein sollte, schauen wo ich helfen könnte. Alles andere ist in meinen Augen falsch.

48: Klausi:

9. Februar 2016 um 22:24 Uhr

Ich finde es gut, dass Sie den Prozeß der Entscheidungsfindung darlegen und damit auch zur Diskussion stellen. Auch kann ich Ihre Entscheidung grundsätzlich nachvollziehen und finde, dass Sie einen guten Weg gefunden haben, mit derartigem Material umzugehen. In diesem speziellen Fall muss ich mich jedoch einem Vorredner anschließen: was hier übrig geblieben ist, hat für mich leider keinen Informationsgehalt und bietet keinerlei Mehrwert.

49: Der Joggel:

9. Februar 2016 um 22:24 Uhr

Nur weil ein Inhalt angeboten auf einer Internetseite angeboten wird, heißt das nicht automatisch, dass ich da auch drauf klicken muss. Dass man es sich nicht leicht gemacht hat, ob dieses Video auf die Internetseite der Tagesschau gehört oder nicht, glaube ich. Am Ende war es eine bewußte Entscheidung der Redaktion. Für mich war es eine bewußte Entscheidung, das Video mir nicht anzuschauen, alleine der Titel oder beschreibende Text haben mir ausgereicht, diese Entscheidung für mich zu treffen. Medienkonsum hat sich in Zeiten des Internets verändert. Verantwortungsbewußter Umgang mit Medien heißt nicht, diese Verantwortung gänzlich an Dritte abzugeben und sich hinter dann zu beschweren, wie man nur könne …

50: Wolfgang Janzen:

9. Februar 2016 um 22:24 Uhr

Privatsender müssen sich über Werbeeinnahmen finanzieren und daher sensationshungrig und skrupellos agieren. Das öffentlich-rechtlich, zwangsabgaben-finanzierte Fernsehen kann solche Gründe nicht anführen. Ich darf besser nicht darüber nachdenken, wieviel der skrupellose Handy-Filmer für die Verwertungsrechte erhalten hat – bezahlt von meinen Gebühren.

51: Bolko Flitzewind:

9. Februar 2016 um 22:25 Uhr

Wenn ich euch dazu entscheidet, dann warnt doch bitte vorher im Video davor, dass es sich um verstörendes Material handelt.

52: Harald:

9. Februar 2016 um 22:25 Uhr

Zitat: “Ich möchte mir über ihn (..den Filmenden) kein Urteil erlauben.”

Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen. Hier steht doch sogar mögliche unterlassene Hilfeleistung im Raum.
Und selbst wenn man einwendet, dass sei eine außergewöhnliche Schocksituation: Der Filmende hat doch das Video bei vollem Bewußtsein danach, als er wieder zu sich kam weiterverbreitet. Was soll das? Das Phänomen tritt immer häufiger auf: Leute filmen Verkehrsunfälle und fahren daran vorbei usw.

Dadurch, dass sie sowas zeigen anstatt sich darüber zu empören motivieren sie solche Leute geradezu.

53: Peter:

9. Februar 2016 um 22:28 Uhr

Dies ist mein erster Post auf Tagesschau.de und das auch nur, weil ich es unverantwortlich finde ein Video zu verwenden, welches von jemandem aufgenommen wurde, der hätte helfen müssen oder zumindest nicht filmen sollen. Auch wenn nur Teile gezeigt werden, so ligitimiert es die Aufnahme an sich. Als treuer Leser hoffe ich auf zukünftig mehr Seriösität und denke das Video sollte entfernt werden.

54: martini1960:

9. Februar 2016 um 22:34 Uhr

Ich werde mir das Augenzeugenvideo des Unglücks auf YouTube auf gar keinen Fall ansehen. Außerdem, wer hat die Opfer gefragt, ob sie gefilmt werden wollen bzw. ob ein Film von ihnen veröffentlicht werden darf?! Das ist unkorrekt. Ich weiß nicht, ob dabei nicht sogar gegen bestehende Gesetze verstoßen wird. Für ganz legal halte ich das nicht. Bin aber kein Rechts-Experte. Ich empfinde es als respektlos und entwürdigend.

55: Britta Pallulat:

9. Februar 2016 um 22:39 Uhr

Wenn man das Video kaum ertragen kann, dann kann man davon ausgehen, dass der Filmende es auch nicht ertragen hat, was er gerade erlebt. Und dann wäre seine Aufnahme ein verzweifelter Versuch der Verarbeitung oder der Wunsch, mit dem Erlebten nicht allein sein zu müssen… Trotz aller Technik sind wir alle doch noch menschlich!

56: imalipusram:

9. Februar 2016 um 22:39 Uhr

Durch den Hinweis auf das Internetvideo machen Sie es einem großen Benutzerkreis erst bekannt. Es anzusehen halte ich für Voyeurismus. Es mag für die Menschen von Wichtigkeit sein, die es sich beruflich ansehen müssen, da sie das Unglück zu untersuchen haben, in der Allgemeinheit hat es nichts zu suchen.

57: Martin Franger:

9. Februar 2016 um 22:39 Uhr

“Sehr schnell herrscht in der Redaktion Einigkeit, dass wir die Verletzten nicht zeigen, die in dieser traumatisierten Situation gefilmt wurden.”

Auch wenn sie das Video nicht in seiner vollen Länge auf Tagesschau.de verlinkt haben – in dem Moment, in dem sie – und sei es nur in Auszügen – auf das Video aufmerksam machen, zeigen sie es auch. Der Weg zum Originalvideo ist nicht weit. Und dank ihres übergroßen Hinweisschildes auch nicht zu übersehen.
Die Tatsache, dass sie diesen Umstand wissentlich in Kauf genommen haben und diesem fragwürdigen, verstörenden Video ein Forum geboten haben, zeugt jedenfalls ganz sicher nicht von Respekt vor den Opfern.

58: Maverick:

9. Februar 2016 um 22:42 Uhr

“…. Respekt gegenüber den Opfern …” ist kompromisslos!!!! Ein Grundsatz, den sich im Grunde jeder ohne große Diskussion zu Herzen nehmen sollte. Die Öffentlich-rechtlichen sollten hier eine Vorbildfunktion einnehmen, auch wenn es Quote kostet!

59: Max Marcher:

9. Februar 2016 um 22:45 Uhr

Menschen die in Not sind zu filmen ist leider ein Phänomen, welches immer mehr zunimmt. Und als ob dies nicht schlimm genug wäre, wird das Bildmaterial auch noch im www verbreitet. Ich hoffe, dass ihn ein Opfer wegen unterlassener Hilfeleistung anzeigt!

Liebe Redaktion! Hier hätte man nicht überlegen müssen… das Video zu zeigen – auch auschnittsweise – ist völlig daneben!

Meine Gedanken sind bei den Opfern!

60: Hans:

9. Februar 2016 um 22:45 Uhr

Ich finde Ihre Argumentation ist sehr stichhaltig und lässt mich Ihre Entscheidung sehr gut nachvollziehen. Ich persönlich hätte das Video nicht veröffentlicht, da es für mich keinen notwendigen Mehrwert an Informationsmaterial darstellt, dies ist jedoch kein Vorwurd, da Sie wie gesagt Ihre Entscheidungsfindung nachvollziehbar dadargestellt haben. Vielen Dank

61: Antje:

9. Februar 2016 um 22:45 Uhr

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen…ich habe mir das Video auch erst gar nicht angeschaut. Aber ich bin empört und irritiert darüber, dass sie zu der Entscheidung gelangt sind, dass man Ausschnitte sendet. Ich finde das peinlich für die Tagesschau und skandalös! Was wollen solche Menschen? Wichtig sein?!? Gaffen und sich daran hochziehen, dass einem selbst nichts passiert ist? Hauptsache die Gaffer haben er was zum Reden gefunden und in diesem Fall haben Sie genau das gleiche getan! Schade, dass es soweit gekommen ist…mein Vertrauen haben Sie nicht mehr!

62: Mad:

9. Februar 2016 um 22:48 Uhr

1. Unterlassene Hilfeleistung
2. Skrupellos
3. Unnötig

63: Karl Oker:

9. Februar 2016 um 22:53 Uhr

Ein Video, wo nichts zu sehen ist + ein Kommentar zu dem Video, wo nichts zu sehen ist. Macht zwei Nachrichten, an deren Stelle man über Relevanteres hätte berichten können. Aber das wäre aufwändiger gewesen.

64: imalipusram:

9. Februar 2016 um 22:53 Uhr

Das Video anzusehen halte ich für reinen Voyeurismus. Durch den Hinweis darauf machen Sie es einem großen Benutzerkreis erst bekannt. Es mag für die Analyse des Unglücks von Interesse sein, in der Allgemeinheit hat es, auch in Ausschnitten, nichts zu suchen.

65: Crosterland:

9. Februar 2016 um 22:55 Uhr

Einfach nur schrecklich, dieses Unglück. Erschreckend aber auch, dass sich jemand findet, den Tod, das Leid der Verletzten auch noch zu filmen. Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Der Filmer hätte lieber helfen sollen, als seine Sensationsgier zu befriedigen, vielleicht gäbe es dann einen Toten weniger. Aber das ist heute wohl schon “normal” bei bestimmten Leuten, die bei Verkehrsunfällen lieber filmen als helfen.

Nachdenklich macht es mich jedoch auch, dass Herr Dr. Gniffke für das Verhalten des Filmers im Zug irgendwie Verständnis sucht. Warum nur, um den nichtssagenden Videoausschnitt hier in der Tagesschau zu rechtfertigen? Dafür haben wir doch die Bildzeitung, SAT1 und RTL.

66: Peter:

9. Februar 2016 um 22:55 Uhr

Ich fand es gut, darüber zu berichten. Der Zusammenschnitt hat zwar quasi Null Informationsgehalt, aber ohne den Bericht hätte ich möglicherweise garnicht erst von dem Video erfahren. So kann jeder selbst die Entscheidung treffen, ob er es sehen möchte oder nicht.

Hut ab!

67: Martin:

9. Februar 2016 um 22:55 Uhr

Worin soll der Informationsgehalt liegen?

68: Britta Pallulat:

9. Februar 2016 um 22:56 Uhr

Wenn man das Video kaum ertragen kann, dann kann man doch davon ausgehen, dass der Filmende es auch nicht ertragen hat, was er gerade erlebt. Und dann wäre seine Aufnahme ein verzweifelter Versuch der Verarbeitung oder der Wunsch, mit dem Erlebten nicht allein sein zu müssen…

69: Sarina:

9. Februar 2016 um 22:56 Uhr

Das einzige Argument pro Zeigen, das ich aus dem Text erkennen kann ist: weil es da ist. Ein Informationsgehalt ist, wie andere schon geschrieben haben, nicht erkennbar.
Ein solches Video mit dem Zeigen der Unglücksstelle gleichzusetzen, halte ich fast schon für zynisch. Außerdem haben sich auch hier in den letzten Jahren die Grenzen zur Sensationslust verschoben. Heute ist gern mal eine abgedeckte Leiche zu sehen (als besonderes Leckerchen darf auch ein Fuß rausschauen), oder es wird gezeigt, wie schwer verletzte Menschen geborgen und/oder abtransportiert werden. Das alles beinhaltet keinerlei Erkenntnisgewinn und ist allein Ausdruck des Rennens um die Quote.

70: querTexter:

9. Februar 2016 um 22:58 Uhr

Ich finde das Verhalten von tagesschau.de hier in fast allen Punkten vollkommen richtig. Zwar hat der gezeigte Ausschnitt quasi keinen Informationsgehalt. Aber der Kommentar von Herrn Dr. Gniffke, der direkt daneben verlinkt ist, erklärt
- Warum das Video derart bearbeitet wurde
- Wo jeder, der dies möchte, das komplette Video findet
- Warum es sinnvoll ist, sich zweimal zu überlegen, ob man das Original anzuschauen möchte
Das ist aus meiner Sicht absolut transparent und lässt jedem Konsumenten die Freiheit, seine Entscheidung für oder gegen das Original selbst zu treffen.
Eine Wertung des Verhaltens des Filmers möchte ich mir ebensowenig anmaßen – einen Hinweis auf das Themenfeld “unterlassene Hilfeleistung” fände ich hier allerdings angebracht, denn das Phänomen, dass das Filmen kritischer Ergeignisse für einige Menschen im 21. Jahrhundert offenbar dringlicher erscheint, als erste Hilfe zu leisten, sollte m.E. spätestens jetzt gründlich öffentlich diskutiert werden.

71: Sejerland:

9. Februar 2016 um 22:58 Uhr

Die Güte eines Nachrichtensenders erkennt man vielleicht auch gerade an der Güte seiner Quellen. Hier haben Sie sich ganz deutlich vergriffen. Auch “aufgehübscht” gehört so eine Sache nicht in die Nachrichten sondern eher in die Schmuddelecken des Internets.

Nein, Herr Gniffke. Kein Dokument der Zeitgeschichte sondern eher Voyeurismus der Generation Youtube. Wer sollte – bei Sinnen – überhaupt in einer solchen Situation auf die Idee kommen, anstatt zu helfen solch eine Katastrophe zu filmen?

Verwursten Sie doch bitte nicht alles an Material, auch wenn Sie es umsonst über YT kriegen können. Danke.

72: Was soll das:

9. Februar 2016 um 23:00 Uhr

Was soll das? Der Informationsgehalt des Videos geht gegen Null. Warum also zeigen? Und dann noch wichtig darüber reden? Ein Halbsatz in einem Beitrag, dass es Augenzeugenvideos gibt, die aber aus Respekt vor den Opfern nicht gezeigt werden, fände ich aufrichtiger!

73: Kurt Schilling:

9. Februar 2016 um 23:01 Uhr

Guten Tag,

bitte auf keinen Fall zeigen. Uns geht jeglicher Respekt und Achtung verloren gegenüber Menschen in Not, Not, was ja die persönlichste und intimste Situation im Leben eines Menschen ist.

Eigentlich gehört dieser fehlgeleitete Mensch, der gefilmt hat, hart bestraft. Um ein Exempel zu statuieren und um gewissenslose Menschen künftig zurück schrecken zu lassen, anstatt zu helfen an die eigene Selbstdarstellung zu denken.

Gruß Kurt

74: RegioBahn:

9. Februar 2016 um 23:02 Uhr

Welchen wirklichen Nutzen hat ein Video aus dem Inneren des Unglückszuges für unbeteiligte Personen? Was sind die Fakten, welche Erkenntnisse gibt es, welche technischen Einrichtungen waren vorhanden oder schadhaft? Fragen, die interessieren. Die Verzweiflung verunglückter Menschen zu zeigen ist reiner Sensationsjournalismus, der Quoten sichern soll. Die ARD sollte sich von diesem Niveau ganz klar distanzieren, gesicherte Fakten dafür um so klarer publizieren.

75: Klaus Neumann:

9. Februar 2016 um 23:04 Uhr

Ich finde es abscheulich solche Bilder zu zeigen, auch wenn man hier zensiert hat. Fakt ist doch, dass die Sensationslüsternen jetzt erst auf Youtube gehen, um das Original zu sehen. Ich kann nachvollziehen, dass der Mann der gefilmt hat selbst unter Schock stand. Aber das berechtigt meiner Meinung nach nicht, so etwas der Öffentlichkeit zu zeigen! Ich habe die Meldungen verfolgt und als einer der ersten das Video ein Stück gesehen und das sofort an Youtube gemeltet, mit der Bitte das zu entfernen: Hier die Antwort von Youtube:

“Thisis Atest
+Klaus Neumann
Sehe ich anders, dass ist ein zeitgeschichtliches Dokument.
Damit für die Öffentlichkeit wertvoll.
Abgesehen davon spricht ihre Zensurbitte für einen Geist der gegen unsere Freiheit gerichtet ist.”

Ich bin sprachlos! Wie sollen die Opfer und Angehörigen damit umgehen. Abscheulich!

76: w8kupUrope:

9. Februar 2016 um 23:07 Uhr

Wenn schon die ÜBERLEGUNG bemüht wird
SOLCHE viralen Aufnahmen eines Unfalls zu zeigen,
dann frage ich mich warum solche Überlegungen nicht bei viel gesellschaftsrelevanteren Themen angestrengt werden…
Etwa in den Krisenregionen in denen Menschen zur Zeit ein Leid unausmessbaren Maßes erleben … unausmessbar , weil die vielen Asylverweigernden Menschen zumeist nicht aufgeklärt werden, was es bedeutet Leid zu ertragen. Die Authentizität des kürzlich erschienen Drohnenvideos aus Syrien konnte auch nicht restlos geklärt werden….Dennoch wurde es gezeigt.
Warum erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist?

Warum KLÄREN öffentlich rechtliche Medien nicht fühzeitiger die Lebensumstände und Ursachen Krisenregionen AUF?

Es wundert mich nicht, daß viele unentschlosesene oder uninformierte Menschen auf Halbwahrheiten und die Angstbilder rechter Menschenfänger hereinfallen.
Die Öff. Rechtlichen Sender kommen, meiner Meinung, ihrer gesellschaftlichen Rolle und Aufgabe NICHT nach!!

77: Manfred Buttke:

9. Februar 2016 um 23:08 Uhr

Ich habe mir den Video nicht angesehen. Ich möchte mir den Video auch nicht ansehen. – Ich würde der Redaktion DRINGEND den § 323 BGB empfehlen. Der sog. “Jedermann-Paragraph”. – Es gibt keinen Zweifel: der Mensch, der diesen Film gedreht hat, hat entschieden, das dies wichtiger ist, als Erste-Hilfe zu leisten. Die Sache ist damit ein Fall von den Staatsanwalt.
Ich möchte Frau Nahles zitieren: “Es gilt das Grundgesetz – was in anderen Schriften steht, ist Privatlektüre.” –
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten nehmen für sich einen Bildungsauftrag in Anspruch. –
Was also soll die Botschaft sein, die die ARD gem. diesem Auftrag vermitteln will? –
“Egal, was im Gesetz steht – macht Videos/Fotos?”
Mit solchen “Beiträgen” verwirkt die ARD ihren (zweifelhaften) Anspruch gem. Rundfunkgesetz.

78: K. Maria:

9. Februar 2016 um 23:17 Uhr

Es ist sehr zu hoffen, dass es Klagen geben wird gegen die Veröffentlichung dieses Videos, welches ich mir selbstverständlich NICHT ansehen werde.
Ist der Begriff Pietät so sehr aus der Mode gekommen?

79: Nicola:

9. Februar 2016 um 23:24 Uhr

Nein, mit so einer in meinen Augen billigen Argumentation kommen Sie bei mir nicht weg. Ich will nicht einmal Ihren Ausschnitt anschauen, denn ich kann den Informationsgehalt nicht erkennen. Warum muss der Zuschauer wissen, was im Zug abgegangen ist. Warum? Das ist der erste Schritt Richtung RTL und BILD – bitte lassen Sie es den letzten Schritt gewesen sein und machen Sie das nie nie wieder. Ich als Privatmensch und als ehemalige Journalistin wäre Ihnen sehr dankbar. Bitte nicht auch noch die Tagesschau – bitte nicht!

80: Frank Seeger-Hupperten:

9. Februar 2016 um 23:27 Uhr

Nicht alles, was man kann, muss man auch tun. Der Schrecken und das Leid, das durch dieses schwere Unglück ausgelöst wird, wird in ausreichender Weise durch die ‘herkömmlichen’ Bilder dokumentiert. Weder erhöht es den Respekt für Getötete und andere Betroffene noch ist es präventiv, solche Bilder zu zeigen. Warum dann also, warum??? Die Hemmeschwelle für Handyaufnahmen, die immer häufiger und immer tiefer die Privatsphäre von Menschen verletzen, wird durch die Nutzung solcher Bilder nur mehr und mehr herabgesetzt. Das kann in keinem Fall Auftrag von Medienanstalten – schon gar nicht von öffentlich-rechtlichen – sein.

81: Christian:

9. Februar 2016 um 23:31 Uhr

Es ist absolut unverantwortlich, diese Situation zu filmen und dann auch noch zu verbreiten. Die Tagesschau sollte nicht versuchen, ihr Niveau zu senken, um Quote zu machen. Schade. Eine vertane Gelegenheit, ein Zeichen zu setzen – fuer die Opfer, gegen Voyeurismus und Skandalsucht.

82: René:

9. Februar 2016 um 23:31 Uhr

Das Video bietet, in welcher Form auch immer, keinen seriösen journalistischen Informationsinhalt und von daher stellt sich eigentlich auch gar nicht die Frage nach der Veröffentlichung.

In der Originalfassung, in die ich nur kurz schaute um festzustellen ob der Filmer wirklich so dreist war wie man es sich denken konnte, sieht man hilflose Opfer denen nicht geholfen wird. Informationsgehalt null, nur Sensationsgierbefriedigung für einige Leute die ich als psychisch krank bezeichnen möchte.

In der geschnittenen Fassung von tagesschau.de sieht man quasi nix mehr, da das Bildformat verfälscht wurde und wenn doch ist es nur das leere innere eine kaputten Zuges. Der Informationsgehalt ist immer noch null, aber zumindest wird wenig bis null Sensationsgier befriedigt.

Im Endeffekt kommt also null Informationsgehalt und -gewinn heraus, warum also veröffentlichen als seriöses Medium?

Davon ab wird der Filmer hoffentlich noch belangt, da stehen ja einige anklagbare Sachen im Raum.

83: Lisa Bell:

9. Februar 2016 um 23:33 Uhr

Ich finde es unglaublich, dass sie das Video zeigen bzw darauf hinweisen, denn der Ausschnitt der auf Tagesschau.de gezeigt wird ist inhaltslos.
Zuerst zeigen sie den Videoausschnitt und als es Kritik hagelt versuchen sie sich zu rechtfertigen. Sie sollten es endlich rausnehmen und sich schämen!
Was wenn es Ihre Angehörigen wären, ihre Mutter, ihr Sohn, ihr Partner die dort ohne Zustimmung voller Angst und verletzt gezeigt werden? Würden Sie es dann auch noch zeigen wollen/die Aufmerksamkeit drauf lenken wollen oder sogar dem Filmenden Geld dafür geben?
Ihr Verhalten ist unverständlich und falsch!
Nehmen sie es endlich raus und sparen sie sich ihre Rechtfertigung. Entschuldigen Sie sich bei den Opfern und deren Angehörigen.
Der Filmende gehört verklagt und ich hoffe, dass auch die Ard Konsequenzen aus dieser offensichtlich falschen Entscheidung zieht! So etwas sollte nicht gefilmt werden und sie untersützten das noch? Pfui.

84: Christian Moser:

9. Februar 2016 um 23:37 Uhr

Ihre Berichterstattung in diesem Fall widert mich an. Ein solches Video zu zeigen und nun auch schon gleich im nächsten Bericht über den Menschen zu spekulieren der womöglich “versagt” hat, nützt niemandem etwas, ausser Ihrer Leser- und Zuschauer-Quote. Dass einzige was hier versagt hat ist die Technik die ein menschliches “Versagen” erst gar nicht zulassen dürfte. Jeder von uns “versagt” zig Mal pro Tag im täglichen Strassenverkehr. Viele kleine Unaufmerksamkeiten die in der Regel ohne Folge bleiben – wir sind demnach alle “Versager”! Weiter so! Es wird auch hier wieder so sein wie immer. Die Halbwertzeit des Präsentation solcher Ereignisse wird maximal zwei Wochen sein bis der nächste “Versager” neues Material liefert. Der Versuche der Argumentation der Notwendigkeit, ein solches Video nun zu präsentieren, erschliesst sich mir in keiner Weise.

85: Rolf Herzog:

9. Februar 2016 um 23:39 Uhr

Immer weniger Qualität, immer mehr Sensation: der TSJournalismus wird seinem Auftrag seit geraumer Zeit nicht mehr gerecht. Die Argumentation Dr. Gniffkes überzeugt nicht: die Zerstörung ist von außen zu sehen, das Video (der Ausschnitt) bringt keine zusätzliche Information.

86: Alexander:

9. Februar 2016 um 23:52 Uhr

Sowohl die Veröffentlichung wie die Begründung sind sehr gut. Ich sah das gesamte Video und ein nüchterner Bericht kann nicht die Traumatisierung so gut vermitteln wie das Video auf YouTube. Dennoch sind die Gründe für das Zeigen eines Ausschnitts nachvollziehbar. Im Übrigen, der Filmer benutzt sein Handy im Video als Taschenlampe und hilft ständig Leuten die verletzt sind ohne bewusst zu filmen. Es deutet darauf hin das er zu Beginn filmen wollte und am Ende nicht mehr an die Aufnahme dachte.

87: A.Finck:

9. Februar 2016 um 23:52 Uhr

Der Filmer stand evtl. unter Schock ? Ganz sicher nicht. In dem gesamten 6 Minuten langen Film auf YouTube ist deutlich zu erkennen wie dieser Mensch filmend an mehreren deutlich verletzten Personen vorbeigeht und zwar OHNE zu helfen.
Beim Versuch ein Trümmerstück im Abteil zu beseitigen wird sogar das Handy an eine andere Person übergeben.
Aber ja ….
In Zeiten von Facebook und Co. ist es ja wichtig selbst hilflose und schwer verletzte Menschen zu filmen.
In welcher Zeit leben wir? Es ist einfach nur traurig.

88: Philipp Hohmann:

10. Februar 2016 um 00:04 Uhr

Ich schließe mich den meisten Kommentaren an. Es ist nicht richtig das Video zu zeigen. Ich bin erschüttert, dass es überhaupt in Betracht gezogen wurde. Es gibt keine Gründe das Video zu zeigen und es wurden auch keine genannt. Sie nutzen es lediglich um Aufmerksamkeit zu bekommen. Es hat keinen Informationsgehalt. Jeder kann sich vorstellen wie schrecklich die Situation sein muss. Alles andere als das Video sofort zurückzunehmen würde bei mir eine unangenehme Erinnerung an ihre Redaktion hinterlassen. Sie sind nicht traumatisiert und bei vollem Bewusstsein. Stellen Sie sich vor Sie würden einen Familienangehörigen auf diesem Video wiederfinden, würden sie es immer noch hochladen? Nein, dass macht man nämlich nicht.
Ich lese oft Kommentare und füge eigentlich nie etwas hinzu aber in diesem Fall und weil ich vielleicht glaube, dass es hier bei Euch liebe Redaktion wichtig war, sehe ich es als meine Pflicht.
Liebe Grüße Philipp

89: Fasst es nicht:

10. Februar 2016 um 00:10 Uhr

Kann sein, dass der “Produzent” des Videos zum Zeitpunkt des Drehs unter Schock stand. Ziemlich sicher sogar. Das entschuldigt evtl. sein Verhalten in diesem Moment, macht es aber nicht besser. Bis zum Hochladen des Videos bestand zudem sicher die Möglichkeit, diesen Schritt zu reflektieren oder sich hierzu Rat einzuholen. Für mich ist dies keine Kurzschlusshandlung. Hier handelt es sich um eine grundsätzliche Einstellung zu diesem Thema und der Betroffene ruft dieses Verhalten ganz einfach automatisch ab.

P.S. Will nicht herausbekommen, wie ich mich in solch einer Situation verhalte…

90: Christian Schröder:

10. Februar 2016 um 00:20 Uhr

Ich wünsche dem Urheber dieses Videos an dieser Stelle herzlichst, dass die mediale Aufmerksamkeit ganz besonders die Staatsanwaltschaft aufmerksam macht und ein Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung eingeleitet wird.

Wenn es in diesem Land mittlerweile möglich ist, dass rechte Hetzer vor Gerichten für dumpfe Facebook Kommentare verurteilt werden, müsste doch auch für die mit der Erstellung und Veröffentlichung eines solchen Videos verbundene Respektlosigkeit vor den anscheinend schwerwiegender Verletzten eine juristische Ahndung möglich sein.

91: Christian Schröder:

10. Februar 2016 um 00:20 Uhr

Ich wünsche dem Urheber dieses Videos an dieser Stelle herzlichst, dass die mediale Aufmerksamkeit ganz besonders die Staatsanwaltschaft aufmerksam macht und ein Ermittlungsverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung eingeleitet wird.

Wenn es in diesem Land mittlerweile möglich ist, dass rechte Hetzer vor Gerichten für dumpfe Facebook Kommentare verurteilt werden, müsste doch auch für die mit der Erstellung und Veröffentlichung eines solchen Videos verbundene Respektlosigkeit vor den anscheinend schwerwiegender Verletzten eine juristische Ahndung möglich sein.

92: G. Voss:

10. Februar 2016 um 00:20 Uhr

Ist das wirklich Ihr Auftrag? Was wollen Sie damit erreichen? Konkurrenz zu Facebook oder Twitter? Wer hat Sie damit beauftragt? Sind wir jetzt auf Bild-Zeitungs-Niveau? Das Rausschneiden von Ton und Fotos von Verletzten macht es nicht besser!

93: Michael:

10. Februar 2016 um 00:20 Uhr

Ich habe mir das Video auf YT angesehen.
Neben dem pietätlosen, sieht man deutlich wie Menschen helfen, und versuchen eine Überblick über die Lage zu gewinnen.
Wenn man genau darauf achtet, merkt man wie auch der Videomacher anderen hilft und ihen den Weg freimachen und später sogar sein Handy aus der Hand gibt um mit anzupacken.
Von daher finde ich es hochgradig unangemessen von der Tagesschauredaktion, von ihrem Wunsch bei der reisserischen Sensation mitzumachen und ihrer Verantworung abzulenken, indem sie auf den Videomacher verweisen.
Er hat keinen Pressecode dem er nachgehen muss, er hat geholfen, er hat mitorganisiert, wie man sieht.
Und er hat sein Handy laufen lassen, na und? in vielen Fällen z.B. Flugzeugunglücken sind gerade diese Aufnahmen aufschlussreich und wichtig.
Das wirklich garstige war das die Top 3 Kommentare unter dem Video von Pressevertretern waren, die Kontakt herstellen wollten um das Video zu publizieren. Und ihr gehört zu dieser Gruppe dazu.

94: Michael:

10. Februar 2016 um 00:23 Uhr

Ich habe mir das Video auf YT angesehen.
Neben dem pietätlosen, sieht man deutlich wie Menschen helfen, und versuchen eine Überblick über die Lage zu gewinnen.
Wenn man genau darauf achtet, merkt man wie auch der Videomacher anderen hilft und ihren den Weg freimachen und später sogar sein Handy aus der Hand gibt um mit anzupacken.
Von daher finde ich es hochgradig unangemessen von der Tagesschauredaktion, von ihrem Wunsch bei der reißerischen Sensation mitzumachen und ihrer Verantwortung abzulenken, indem sie auf den Videomacher verweisen.
Er hat keinen Pressecode dem er nachgehen muss, er hat geholfen, er hat mitorganisiert, wie man sieht.
Und er hat sein Handy laufen lassen, na und? in vielen Fällen z.B. Flugzeugunglücken sind gerade diese Aufnahmen aufschlussreich und wichtig.
Das wirklich garstige war das die Top 3 Kommentare unter dem Video von Pressevertretern waren, die Kontakt herstellen wollten um das Video zu publizieren. Und ihr gehört zu dieser Gruppe dazu.

95: Alex:

10. Februar 2016 um 00:32 Uhr

Ich habe auf Youtube das Video angesehen.
1) Es ist richtig, es nicht im Fernsehen zu zeigen. (Der informationslose Ausschnitt auf tagesschau.de ist auch verzichtbar.)
2) Die Luftbilder von der Unfallstelle im Fernsehen, das Dobrinth-Interview, das Augenzeugen-Interview und letztlich auch die Unfall-Fakten enthalten aber auch nur wenig Information. Sie befriedigen vielstärker die Sensationslust als das Youtube-Video.
3) Für meine Zukunft hat das Youtube-Video mehr Relevanz, weil ich darüber nachdenke, was ich in dieser Situation richtiges tun könnte.

Der Filmende hat übrigens auch ein paar Dinge richtig gemacht/gesagt. Ich fürchte, ich hätte trotz Erst-Helfer-Schulung nicht allzu viel besser gemacht. Da aber schon Kleinigkeiten entscheidend für Leben oder Tod sein können, mein Fazit:

BESUCHT ERSTE-HILFE-KURSE!!!
Dann seid Ihr besser auf solche Situationen vorbereitet. Das ist noch bedeutsamer als diese (auch wichtige) Debatte.

96: Roland V.:

10. Februar 2016 um 00:32 Uhr

Man oh man, ich weiß schon warum ich mir die Tagesschau immer seltener antue. Solch ein Video sollte souverän weggelassen werde und nicht dazu noch eine Meinungsfindung geblogt werden als Ausrede für ein Video mit null Informationsgehalt. Schon traurig wie sich unser Staatsfernsehen vom billigen Mainstream mitreißen lässt.

97: Michel:

10. Februar 2016 um 00:41 Uhr

Was wollen Sie uns denn mit diesen Bildern genau sagen? Was wollen Sie dokumentieren? Was vermitteln? Wie es in einem Zug aussieht, der gerade mit 100 km/h frontal in einen entgegenkommenden Zug gerast ist?
Na vielen Dank!
Ihr Ausschnitt hat einzig den Effekt, eine Sensation zu erzeugen – “Live aus dem verunglückten Zug!”.
Das nehme ich Ihnen als Journalismus nicht ab. Das hat eben keinen journalistischen “Wert”! Obendrein mit dieser argumentativ schwachen “Erklärung” der Frage nach dem Warum?
Ich bin entäuscht!

98: Dirk:

10. Februar 2016 um 00:43 Uhr

Das war eine eindeutige Fehlentscheidung. Liebe ARD, bleibt bei der seriösen, Abstand wahrenden Berichterstattung und verzichtet konsequent darauf, derart Gier einer kleinen Klientel entgegenzukommen. Dafür gibt es doch weiß Gott schon unzählige Quellen genug. Es besteht doch kein Zwang, so etwas zu zeigen – vielmehr die Pflicht, es bewusst nicht zu tun.

99: Michael Geib:

10. Februar 2016 um 00:48 Uhr

Sachliche Berichterstattung ok. Szenen im Detail: NEIN. Die brauchen wir nicht!

Ich fühle mit den Angehörigen.

Dank an die Einsatzkräfte!!!! Jeder kann Opfer werden! Danke für den Einsatz!

Niemand benötigt Details um zu erahnen wie schlimm dies ist!!!

100: Roger C.:

10. Februar 2016 um 01:01 Uhr

Ich möchte von der TS über das juristische Nachspiel für den/diejenige, welche/r das Video veröffentlicht hat, informiert werden. Das Filmen mag noch unter Schockzustand irgendwie erklärbar sein, das Veröffentlichen aber nicht. Ekelhaft.

101: Christoph Trautwein:

10. Februar 2016 um 01:09 Uhr

Das Sehen von Katastrophen-Videos sollte Pflicht werden damit sich jeder überlegt wie er in so einer Situation handeln würde. Das rettet Menschen.

102: Patrick A.:

10. Februar 2016 um 01:09 Uhr

Liebe Tagesschau-Redaktion,
leider habe ich diesen Artikel erst nach meiner Email an Sie gefunden und Ihre Sichtweise nun durchgelesen, doch bin ich weiterhin anderer Meinung:

Wie wäre es denn mit einer Umfrage unter den Lesern Ihrer Seite, wer so etwas überhaupt sehen möchte?
Eine Legitimation, warum etwas “veröffentlichbar” ist werden Sie für sämtliche Themen finden, wenn Sie denn wollen, aber bisher hatte ich den Eindruck, dass Sie eher aufbereitete Nachrichten mit Informationsgehalt veröffentlichen und keinen Horror / Sensationsjournalismus, sehr schade…

103: olsen:

10. Februar 2016 um 01:22 Uhr

Die Redaktion der TS sollte sich schlicht schämen somit ein Teil der Gafferkultur geworden zu sein. Dann doch lieber das Orginal und BILD und Co konsumieren.
Echt zum heulen was uns hier als Journalismus verkauft wird.

104: Konz:

10. Februar 2016 um 01:31 Uhr

Ich fände es schön wenn Medien ihre Informationspflicht wieder ernst nähmen, von der die Rede ist. Ist es Information, wenn über Minuten die Tagesschau über ein Unglück berichtet, ein dubioses Video eingeblendet wird, eine Direktschaltung gemacht wird, in der nur Spekulationen verbreitet werden? Gibt es in dieser Welt so wenige Informationen für die die Informationspflicht auch zuträfe? Sie werden einfach dem Sensationsjournalismus geopfert (in diesem Zusammenhang ist das Wort Journalismus wohl falsch).

105: angellite:

10. Februar 2016 um 01:33 Uhr

Und diese Sensationslust der Öffentlich Rechtlichen zahlen wir auch noch mit einem unfreiwilligen Rundfunkbeitrag!

106: Anette:

10. Februar 2016 um 01:35 Uhr

Ich bin sehr enttäuscht von der Tagesschauredaktion über diese Entscheidung, der Erklärungsversuch ist nur peinlich und pseudo-reflektiert…blabla es gehört zur Berichterstattung…. Es ist ja wohl nochmal etwas ganz anderes, Bilder von außerhalb zu senden als von einem Betroffenen aus welchen Gründen auch immer im Inneren aufgenommene. Das zeigt nur, dass Sie nicht mehr in der Lage sind, sich frei gegen Sensationsgier und die Sogwirkung des Internets zu entscheiden. Aber dies auch noch so inhaltsleer zu rechtfertigen, ist zum fremdschämen. Zumal Ihre detaillierten Beschreibungen des Films beim Lesen des Kommentars Bilder (und Töne)im Kopf entstehen lassen. War das Absicht…?

107: Hausamsee:

10. Februar 2016 um 01:36 Uhr

Ich habe mir das Video in kompletter Länge auf Youtube angeschaut. Es wurden keine Persönlichkeitsrechte von irgendjemand verletzt. Was ich hörte, waren zwei besorgte Männer und eine Frau, die sich durch den Zug vorgearbeitet haben. Die sicher unter unglaublichem Schock standen. Die Verletzte beruhigt haben. Wenn ich mit dabei gewesen wäre: Ich bin mir nicht sicher, ob ich unter Schock, nicht auch mitgefilmt hätte. Ich hatte mehrfach den Eindruck, dass da jemand unter Schock stand, und einfach sein Handy in der Hand ließ. Profis würden sicher auch draufhalten. Dieses Video wurde nicht aus Sensationslust auf “Youtube” veröffentlicht. Jemand wollte seine schlimmes Erlebnis verarbeiten.

108: Thorsten:

10. Februar 2016 um 01:39 Uhr

Mir stellt sich ebenfalls die Frage, welchen Informationsgehalt dieses Video hat, denn ich kann darauf nichts erkennen. Dieser geht für mich auch gegen Null und hätte man aus meiner Sicht erst gar nicht veröffentlichen brauchen.
Stattdessen bleibt für mich ein großes Fragezeichen, was die Tagesschau damit bezweckt. Ich weiß es nicht.

109: Katja Faßhauer:

10. Februar 2016 um 01:54 Uhr

Ihre Redaktion hätte die Möglichkeit, sich der Verrohung der Welt entgegenzustellen. Das wäre für Sie ganz einfach. Es würde Sie nichts kosten. Dennoch gelingt es Ihnen nicht. Warum?

110: Isabell:

10. Februar 2016 um 02:47 Uhr

Nun, nachdem der Gedenkstein für die toten Schüler und Lehrer aus Haltern auf br.de in voller Pracht mit allen Vor- und Nachnamen zu sehen war, woraufhin ich prompt eine Mail an die Redaktion geschrieben habe, wundert mich das hier nicht – ich kann mich nicht einmal mehr darüber ärgern.
Genauso, dass schon jetzt wild spekuliert wird, ohne etwas zu wissen. Genau wie beim Absturz der Germanwingsmaschine. Aber irgendwie muss man die Sendezeit ja füllen.

Absolut niveaulos, so etwas auch nur in Ausschnitten zu veröffentlichen und dem “Produzenten” so auch noch Bestätigung in seinem Verhalten zu geben – das ist in meinen Augen das Bedenklichste an der Sache. Dass ein Video von einem Unfall, auf dem Verletzte zu sehen sind, die um ihr Leben fürchten, keinen Info-Gehalt hat, sondern rein die Sensationsgier degenerierter Zuschauer befriedigt, ist eh klar.

Meine Anteilnahme und Respekt gilt den Opfern, ihren Familien und den unzähligen Einsatzkräften, die statt filmen Leben gerettet haben.

111: Kati Henkel:

10. Februar 2016 um 03:50 Uhr

Für mich ist die Information, dass es dieses Video gibt, schon zu viel!
Natürlich braucht es Bilder, auch bewegte, die das Elend und die Not auf unserer Welt dokumentieren, hervorgerufen durch Terror und Gewalt, etc.
Bei solch einem tragischen Unglück bedarf es jedoch keiner Fotos oder Filme, die uns das Leid noch näher bringen.
Menschen filmen sich heutzutage in den unmöglichsten Situationen, das sei ihnen umgenommen. Der einzige Grund aber, dieses Video der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wäre die Tatsache, dass es zur Aufklärung dieses Unglücks beitragen könnte.

112: Stephanie Ludwig:

10. Februar 2016 um 06:32 Uhr

Welchen Informationsgehalt soll es bitteschön haben, wenn ich mir das unglaubliche Leid der Verunglückten ansehe? Ich verzichte darauf, insbesondere mit Respekt gegenüber den Opfern. Das geht gar nicht.

113: Schade:

10. Februar 2016 um 07:48 Uhr

Lasst doch das nächste mal bitte so Filmchen draußen! Das so welche Kräfte walten wenn zwei Züge aufeinanderprallen ist jedem der die Tagesschau guckt bekannt. Wenn ich das Video schauen will, gehe ich auf bild.de – die brauchen die Klicks da privat – von der Tagesschau erwarte ich mehr und vor allem keinen Blogeintrag warum doch.

Schade!

114: Tim:

10. Februar 2016 um 07:59 Uhr

Sie fragen sich also ernsthaft, wie jemand in so einer Situation filmen kann? Die Antwort ist ganz einfach: Weil Sie (und andere) es zeigen. Weil es im Netz Klicks erzeugt…

115: Schade1:

10. Februar 2016 um 08:01 Uhr

Wenn ich das Video sehen will, gehe ich auf Bild.de oder youtube.com, die brauchen die Klicks da privat. Von Ihnen erwarte ich einfach mehr und vor allem kein Blogeintrag ob ja oder nein. Da gibt es keine Diskussion. Klares NEIN und das zeigen auch die Kommentare hier.

Das bei einem Zugunglück enorme Kräfte wirken sollte jedem auch ohne das Video bekannt sein. Die Feuerwehrmänner stehen als Sichtschutz für die Presse vor dem Zug und wenn Sie keine Bilder von gegenüber kriegen, nehmen Sie welche aus dem Zuginneren? Von extern? Was ist das? Ihr nächster Blogeintrag sollte eine kritische Reflexion sein – bitte im Tagebuch, denn wir brauchen nicht zu lesen was wir schon wissen.

Bilder von Augenzeugen, die nicht genug Abstand zur Situation haben sollten Sie nicht zeigen.

116: Stefan Vachal:

10. Februar 2016 um 08:13 Uhr

Welche kranke Person filmt in so einem Moment anstatt sich um Verletzte zu kümmern?
Traurig, unverschämt, eine Schande.

117: Olf:

10. Februar 2016 um 08:27 Uhr

Da offenbar so viele Rechtsexperten unter den Kommentatoren sind, mal eine Frage:

Ist es eigentlich Notwehr, wenn jemand, der durch die ungesetzliche, unerlaubte Anfertigung von Bild- und Tonaufnahmen in seinen Persönlichkeitsrechten VERLETZT wird, sich – notfalls mit Gewalt – gegen diese Tat zur Wehr setzt? Selbstverständlich nur in dem Maß, das zur Abwehr des Angriffes angemessen ist, etwa durch eine gezielte “Entwaffnung” des Angreifers bzw. durch Unschädlichmachen der “Waffe” (in diesem Fall das Smartphone).

Ja, diese Frage ist durchaus provokativ gemeint, da ich hier das unerlaubte und unerwünschte Filmen mit einem körperlichen Angriff gleichsetze, aber in Anbetracht dessen, was – auch hier bei der Tagesschau – mit diesem Filmmaterial gemacht wird, sehe ich das auch zumindest in Grenzbereichen als gleich schwerwiegend für die Opfer an.

118: Christoph Becker:

10. Februar 2016 um 08:35 Uhr

Liebe Tagesschau, was soll das?
Was für einen Sinn macht es diesen Ausschnitt des Videos zu zeigen.
Informationsgehalt Null, man kann ein paar Trümmer, Sitze, Feuerlöscher erkennen.
Wenn man wirklich einen Eindruck von dem Geschehen sehen und es ertragen möchte müsste man es komplett schauen.
Sorry, das ist unter Bild- und RTL-Niveau.
Die Vorstellungskraft der Zuschauer geht weit über diese sinnlosen Wackelbilder hinaus mit denen hier ein Informationsgewinn vorgegaukelt wird.
Ein tagesschau-Seher kann auf so etwas verzichten.

119: Philipp:

10. Februar 2016 um 08:36 Uhr

Ich bin leider extrem enttäuscht. Dass ausgerechnet die Tagesschau dieses Video veröffentlicht und damit dessen Entstehung indirekt nachträglich unterstützt, finde ich schockierend. Sie sorgen mit dafür, dass solche Videos überhaupt gemacht werden. Und Herr Gniffke sollte sich auch hier in den Kommentaren äußern, anstatt nur einmalig seine Sicht der Dinge darzulegen. Man sieht ja hier auch gut, wieviel Unterstützung diese Position hat. Ein schlechter Tag für die ARD, der ich doch grundsätzlich so gerne (ver)trauen möchte.

120: gebührenzahler:

10. Februar 2016 um 08:37 Uhr

Schade, ich hatte gehofft die “Öffentlich Rechtlichen” hätten einen höheren Anspruch an sich selbst, da war ich wohl ein wenig naiv…
Leider können sich die verbliebenen aufrechten Journalisten (davon gibt es genug) wohl kein Gehör mehr verschaffen. Quote sticht wohl alles aus.
Ich gucke das Video nicht, weder hier noch irgendwo anders.
gebührenzahler

121: Dominic:

10. Februar 2016 um 08:45 Uhr

Welche Eindrücke soll ich durch dieses Wackelvideo gewinnen? Und noch wichtiger: Wem soll das dienen? Gut, dass Sie hier durch die Kommentare sehen, dass Ihre Entscheidung falsch war, Herr Gniffke. Sie ist einfach nicht nachvollziehbar und die Begründung des “authentischen Blicks” ein schlechter Witz. Wenn dieses Amateurvideo der einzige authentische Beweis für das Unglück gewesen wäre, ist die Sachlage sicherlich eine andere. Aber in diesem Fall bringt dieser “authentische Blick” keinem etwas, außer den Sensationsgierigen, die sich aber sowieso das komplette Video schon zehn Mal angeschaut haben.
Gut, dass Sie ihre Entscheidung zu dieser Veröffentlichung so transparent offenlegen. Gerne mehr davon, auch bei anderen Themen, das dient auch Ihrer Glaubwürdigkeit und sorgt dafür, dass wir alle differenzierter argumentieren können. Gerne verzichte ich dafür auch auf einen millionenschweren schlechten Tatort, falls es am Geld scheitern sollte…

122: quax:

10. Februar 2016 um 08:46 Uhr

Wie einige Vorredner: es ist unerträglich, dass die Tagesschau immer mehr der angeblichen Sensationsgier des Publikums (und ist das wirklich so?) nachgibt. Und die Begründung hierzu ist wirklich haarsträubend. Mit journalistischem Auftrag hat das gar nichts mehr zu tun – dann gehen Sie doch zu der Zeitung die ein “Bild” macht, wenn Sie ihren Auftrag so verstehen. Mal ganz abgesehen von den Themen Moral, Würde, Datenschutz, Persönlichkeitsrecht, Strafrecht wie schon mehrfach ausgeführt hier.

123: AchtBar:

10. Februar 2016 um 09:02 Uhr

Wenn schon jemand als Unfallbeteiligter und Überlebender den Nerv hat, unmittelbar danach ein Video am Unglücksort zu drehen, dann sollte es einzig und allein dazu dienen, das Geschehen für Ermittlungen zu dokumentieren.
Über eine Veröffentlichung – wo auch immer – sollte noch nicht einmal nachgedacht werden.
Eine Ergänzung der Berichterstattung ist in dieser Form unseriös und strikt abzulehnen.
Wenn ich mir vorstelle, ich würde nach einem Unfall gefilmt werden und fände meinen verzweifelten Überlebenskampf in der Tagesschau oder auf Youtube wieder, würde ich den dafür verantwortlichen Personen gerne mal nach der Genesung begegnen. Das braucht auch nur ganz kurz zu sein.
Völlig unmöglich und unfaßbar so eine Veröffentlichung, auch wenn hier auf den gezeigten Bildern niemand zu erkennen ist. Aber wie schon andere erwähnten: Nachahmer fühlen sich legitimiert.

124: Daniel:

10. Februar 2016 um 09:04 Uhr

Ich fände es richtig das Video zu zeigen. Es zeigt nun mal die Wirklichkeit bei diesem schrecklichen Ereignis. Die Leute die hier die Moralkeule schwingen kommen mir vor wie wenn sie alles böse dieser Welt verschweigen wollten. Nur die heile Welt zeigen und knuddlige Tierbabies damit sie weiter in ihrer Scheinwelt leben können nach dem Motto “Okay, aber die Wahrscheinlichkeit das mir sowas passiert ist ja gleich Null”.

125: Alex:

10. Februar 2016 um 09:12 Uhr

Ich habe auf Youtube das Video angesehen.
1) Es ist richtig, es nicht im Fernsehen zu zeigen. (Der informationslose Ausschnitt auf tagesschau.de ist auch verzichtbar.)
2) Die Luftbilder von der Unfallstelle im Fernsehen, das Dobrinth-Interview, das Augenzeugen-Interview und letztlich auch die Unfall-Fakten enthalten aber auch nur wenig Information. Sie befriedigen vielstärker die Sensationslust als das Youtube-Video.
3) Für meine Zukunft hat das Youtube-Video mehr Relevanz, weil ich darüber nachdenke, was ich in dieser Situation richtiges tun könnte.

Der Filmende hat übrigens auch ein paar Dinge richtig gemacht/gesagt. In solchen Situationen tun leider viele Unsinniges. Ich fürchte, ich hätte trotz Erst-Helfer-Schulung nicht allzu viel besser gemacht. Da aber schon Kleinigkeiten entscheidend für Leben oder Tod sein können, mein Fazit:

BESUCHT ERSTE-HILFE-KURSE!!!
Dann seid Ihr besser auf solche Situationen vorbereitet. Das ist noch bedeutsamer als diese (auch wichtige) Debatte.

126: S. Hoy:

10. Februar 2016 um 09:15 Uhr

1) Was versucht dieser Beitrag, Herr Dr. Gniffke? Mir scheint Sie möchten Transparenz herstellen. Mit Verlaub, ich komme nicht umhin, dass sich mir die Frage nach selbstgefaelligen, selbstdarstellerischen Motiven hinsichtlich dieses Beitrages aufdraengt. Es liegt an der Art der vemeintlich differenzierten Haltung, wobei sichtliche Luecken in der Rechereche offenbar werden.

2) In der Psychotherapie gilt es als hilfreiche Imaginationsübung eine Kameratechnik anzuwenden. I.e. sich vorzustellen eine Kamera auf das schreckhafte Ereignis zu setzen, es zu betrachten ohne von den Affekten und Inhalten überflutet zu werden. Distanzierung. Ich wünsche mir etwas mehr Recherche ehe eines Verfassens scheinbar kritischer Fragen. Auch aus Respekt vor diesem Opfer des Geschehens. Ich denke, es wäre dergleichen auch von einem Herren Ihres Ranges zu erwarten. Insebosendere bei solchen Themen.
Insebesondere, wenn Sie mit Begriffen wie “Trauma” hantieren.

Mit freundlichen Gruessen,
S.Hoy

127: ALex:

10. Februar 2016 um 09:28 Uhr

Meine Sensationslust wird durch die Luftbilder mit den verkeilten Zügen letztendlich mehr gekitzelt als durch das Youtube-Video. Müsste ich jetzt die Moralkeule gegen die erfolgte Berichterstattung einschließlich Brennpunkt schwingen?

In einer moderierten Dokumentation könnte man sogar mehr aus dem Video zeigen. Die Doku könnte erklären, was bei den Rettungskräften abläuft und was der Einzelne tun kann. Dann ist auch die Zeit für den juristischen Vorlauf.

Für die aktuelle Berichterstattung finde ich das Vorgehen der Redaktion richtig.

128: Rainer:

10. Februar 2016 um 09:29 Uhr

Das entspricht nur dem Niveau, auf das die Öffentlich Rechtlichen in den letzten Jahren gesunken sind.

129: wagen17:

10. Februar 2016 um 09:32 Uhr

Ich war als Retter bei dem Zugunglück im Jahre 2000 in Brühl dabei. Damals gab es noch keine Smartphones. Gott sei Dank. Noch heute leiden einige Kollegen unter dem, was sie damals gesehen haben, manche konnten ihren Beruf nicht mehr ausüben. Viele Opfer des Unfalls leiden immer noch und betreten auch heute noch keine Züge mehr. Man sollte das Grauen nicht auch noch Unbeteiligten zeigen, da reicht die “normale” öffentliche Berichterstattung.

130: Alexandra:

10. Februar 2016 um 09:52 Uhr

So etwas zu zeigen, ist überflüssig wie ein Kropf und in ethisch-moralischer Hinsicht allerunterste Schublade.

Zeigen Sie doch mal die Überwachungs-Videos aus dem Kölner Bahnhof in der Silvesternacht. Wäre auch eine Sensation. Aber das ist wohl politisch nicht erwünscht.

131: J.Krautz:

10. Februar 2016 um 10:00 Uhr

“…ein authentischer Blick auf das Unglücksgeschehen.” – wozu? Dazu bedarf es für mich keiner verwackelter Handybilder aus einem deformierten Zug mit einem Informationsgehalt von NULL.
Dazu kommt noch das ungute Gefühl, daß der filmende Gaffer (egal, ob Betroffener oder nicht) für das Zücken seines Handys in einer derartigen Lage auch noch belohnt wird.

In meinen Augen ist ihre Entscheidung dieses Handyschnipselchen zu veröffentlichen falsch gewesen. Aber leider ist diese Sensationshascherei auch bei den öffentlich-rechtlichen Programmen kein Fremdwort mehr.

132: Dummy:

10. Februar 2016 um 10:10 Uhr

Das Video hat eine so schlechte Qualität, dass man sowieso nicht viel erkennen kann.

133: somewhereovertherainbow:

10. Februar 2016 um 10:18 Uhr

Großes Lob an den Verfasser dieser Erklärung zur Entscheidung der Redaktion. Eine solch differenzierte Abwägung und insbesondere die hier gebotene Transparenz ist für mich lobenswert. DAS ist der Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen und genau DARUM ist es wichtig, dass es nicht nur quotenabhängige Privatsender gibt. Weiter so!

134: Wolfgang:

10. Februar 2016 um 10:22 Uhr

Welchen Erkenntnisgewinn bringt so ein Video? Gar keinen: Man kann genauso weiterleben, ohne ein solches Video gesehen zu haben. Folgerungen für unser Leben lassen sich dadurch nicht ableiten.
Erhöhe ich dadurch die emotionale Betroffenheit? Mit Sicherheit nicht! Es führt eher zu einer Abstumpfungsreaktion.
Es wäre schön, wenn ARD & Co eine stärkere Trennschärfe zu RTL 2 aufweisen würden. Aber leider scheint der Weg ja vorgezeichnet zu sein.

135: Gregor Keuschnig:

10. Februar 2016 um 10:23 Uhr

So sinnvoll es ist, ein solches Video nicht zu zeigen, so inkonsequent ist es dann, Standbilder hieraus zu extrahieren. Ebenso überflüssig sind die immer wieder neu aufgelegten Spekulationen um die Unfallursache, die den Charakter von Kaffeesatzlesereien haben. Motto: Wir wissen nichts, aber reden darüber in aller Ausführlichkeit. Informationswert: Null. Warum wartet man nicht einfach die Untersuchungsergebnisse ab? Wo bleiben denn da die journalistischen Standards?

136: ea:

10. Februar 2016 um 10:32 Uhr

Ich habe mir das Orginalvideo ganz angesehen. In meinen Augen ist es okay, das Video zu veröffentlichen. Die Leute wollen Information, und das Video bietet diese (im Gegensatz zur verdünnten ARD-Fassung).
Die Abbildung der Gesichter dürfte (bzw. sollte) vom allgemeinen Informationsinterresse gedeckt sein. Es handelt sich ja nicht um einen Eingriff in die Privatsphäre, schließlich ist es im Zug entstanden.

Ja, viele finden diesen Kommentar sicher nicht gut. Die Welt besteht aber nicht nur aus Schokoladenkuchen und regenbogenfarbenen Einhörnern. Es gibt auch die andere, die traurige Realität. Durch die Veröffentlichung stirbt keiner und keiner wird verletzt.

137: Carsten:

10. Februar 2016 um 10:58 Uhr

Mich interessiert, ob die Tagesschau bei dem Urheber des Films die Zustimmung zur Sendung eingeholt hat und ihm die Nutzungsrechte für die Ausstrahlung honoriert hat. Oder hat die Redaktion einfach auf YouTube “zugegriffen”? Wäre letzteres rechtlich korrekt? Muss ich mit der Veröffentlichung von Videomaterial auf meinem YouTube-Kanal damit rechnen, dass dieses Material auch im Free-TV ausgestrahlt wird? Eine Veröffentlichung im Netz mit der Freigabe der Verlinkung bedeutet ja nicht gleichsam, dass der Urheber seine Bilder im TV oder als Screenshot in Printmedien sehen möchte. Über eine Antwort, wie dies generell bei der Tagesschau gehandhabt wird und in diesem konkreten Fall war, wäre ich dankbar.

138: Ich:

10. Februar 2016 um 11:14 Uhr

Gute Entscheidung das Video nicht zu senden.Obwohl… Was ist eig. mit dem Videos die dauernd aus den Krisengebieten / Krisengebieten gesendet werden? Die sind wohl voll OK? Das Leid anderer Menschen zu zeigen… ..in einen uns fremden Land?

Also schön sachlich bleiben und auch auf „DIESE“ schrecklichen Videos verzichten.

139: Steffi:

10. Februar 2016 um 11:41 Uhr

Egal, ob das Video im Zug, auf einem Hochhaus oder im Wald gedreht wurde, das Veröffentlichen von anderen Personen ist strafbar. Jeder Mensch hat ein Recht auf das eigene Bild, sei es ein Foto oder ein Video.
Herr Coolio hat scheinbar aus seinem Namen Programm gemacht.
Meiner Meinung nach sollte das Video sofort entfernt werden. Jeder der Lust hat, seine Blutlust zu befriedigen, kann sich einen Splatter ansehen. Ein öffentlich zugängliches Video mit Schmerzensschreien eines Unfallortes hat im frei zugänglichen Internet absolut NICHTS verloren! Auf Youtube greifen auch minderjährige Kinder zu! Ich denke, dass diese die Belastung, die aus dem Video hervorgehen kann, keineswegs einschätzen können. Dass die Medien auf den Zug aufspringen und es publizieren, macht das Ganze nur noch wesentlich schlimmer.

ea: keiner wird verletzt? Vielleicht nicht körperlich. Aber einen feinfühligen Menschen kann so ein Video sehr wohl psychisch verletzen.

Was tun die Medien nicht alles für Geld…

140: TL:

10. Februar 2016 um 13:07 Uhr

Die Verbreitung solcher Videos befördert die Verrohung und den Niedergang der Zivilgesellschaft: Künftig werden noch mehr “Menschen” bei der Frage “Helfen oder filmen?” sich für letzteres entscheiden.

141: Volker Heitkamp:

10. Februar 2016 um 13:22 Uhr

Das Handyvideo ohne jegliche Erklärwirkung als Beitragseinstieg hat mich sehr geärgert. Die Wiedergabe zur möglichem menschlichen Versagen ohne jede Prüfung auf ihren Gehalt (“es ist aber nur ein Gerücht”) von Frau Barthelmann in den Tagesthemen verwundert nur noch mehr.

Wenn die Prüfung von Informationen auf Belastbarkeit (2. Quelle) nicht mehr stattfindet und die ARD zur Abspielstation von Youtube-Videos wird, schafft sich der Journalismus ohne Not selbst ab.

142: lupe:

10. Februar 2016 um 13:31 Uhr

Sie schrieben:
“Bleibt noch eine Frage. Wie kann jemand in einer solchen Situation mit so vielen Verletzten über mehrere Minuten mit dem Smartphone einfach “draufhalten”.”

Sie kündigen eine Frage an, fragen und schließen die Frage mit einem Punkt ab.
Bitte beachten Sie zukünftig die einfache Regel, dass eine Frage mit einem Fragezeichen beendet wird.

143: Anja:

10. Februar 2016 um 13:42 Uhr

Es ist das Allerletzte. Warum reicht kein Text? Bei so etwas braucht man keine Bilder. Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Unfall. Dann kommt einer und filmt. Es ist nicht nur die Belastung für die, die das nachher sehen – es ist eine Belastung für die Verletzten am Unfallort. Das Gleiche gilt für jedes Bild eines Crashs auf Straßen. Pfui.

144: Colin:

10. Februar 2016 um 13:51 Uhr

Und wenn der Filmer eingeklemmt war und dachte, er sollte besser filmen als gar nichts machen, falls Filmaufnahmen hilfreich wären? (Habe mir den Film jedoch nicht angesehen – vielleicht hat er sich doch herum bewegt?) Dann wäre das Uploaden zu Youtube geschmacklos, aber vermutlich keine Anzeige wegen unterlassene Hilfsleistung angebracht. Wenn man ausserdem urplötzlich von 100km auf 0km pro Stunde anhält und sich in Trümmern befindet, kann auch leicht ein Schockzustand bzw. Verwirrung eintreten. Darf man dennoch nur rationales Verhalten erwarten, wie einige Kommentatoren hier scheinbar erwarten?

145: Faktum:

10. Februar 2016 um 15:20 Uhr

Ehrlich gesagt, kann ich den Unmut der Leute in diesen Kommentaren nicht verstehen.
Ich glaube nicht, dass der Filmer die Intension hatte, sich oder der Welt die Möglichkeit zu geben, die Sensationslust zu befriedigen. Ich denke, wir leben in einer Zeit, in der wir jeden Tag von Tragödien durch die Medien überschwemmt werden….Über ertrunkene Menschen,
Kriegsgefallene, Flugzeugabstürze….keiner ist mehr sensibilisiert für solche schlimmen Ereignisse, sondern jeder überfliegt es und geht oberflächlich drüber hinweg ! Solch ein Video, kann auch manchmal dokumentieren, wie schlimm sowas ist und wir entwickeln mehr Sympathie für die Menschen die das Betrifft, da uns das Ausmaß bewusst wird. Es darf nur nicht (auch) zur Routine werden.
Die heftigen und unfassbar schlimmen Ereignisse in Kriegsgebieten, haben wir auch den Kriegsberichterstattern zu verdanken. Ohne diese Menschen, würden wir wahrscheinlich, noch abgestumpfter sein und in unserem Hedonismus versinken.

146: Gast 333:

10. Februar 2016 um 15:25 Uhr

Die Welt ist leider grausam. Als Einzelner hat man immer die Möglichkeit, wegzuschauen. Das gilt für die Wirklichkeit und auch bei journalistischen Beiträgen. Wollen wir die Berichterstattung eigentlich immer mehr einschränken, weil es immer jemanden gibt, der sie nicht ertragen kann, dem sie nicht gefällt oder der sie falsch verstehen könnte?
Das Zugunglück war furchtbar – es gibt Bilder davon – selbstverständlich sollten diese in Sequenzen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, nachdem das Material gesichtet wurde.
Meiner Meinung nach sollten wir zurück zu der Grundvorstellung von journalistischer Arbeit: Die Welt transparenter zu machen. Die gezeigten Bilder waren angemessen, es gab Augenzeugenaufnahmen, also sollten diese in bestimmter Form auch gezeigt werden. Wenn wir bei jeder Aussage, jedem Bild, erst die Befindlichkeiten jedes Einzelnen abfragen wollen, können wir die freie Berichterstattung auch gleich abschaffen.

147: Hannes66:

10. Februar 2016 um 15:50 Uhr

Ich hätte mir eher Videoaufnahmen gewünscht, die Seehofer, Dobrindt und sonstige Koryphäen beim Blutspenden zeigten, so als Vorbild für “das Volk”.

Aber die sind wohl dabei nicht gefilmt worden!

148: willi wachtel:

10. Februar 2016 um 16:56 Uhr

Das video wurde zuerst auf liveleak veröffentlich, dort wo man sich viele Kopfabschneidervideos anschauen kann. Komischerweise werden diese hier nicht gezeigt.

149: Marius:

10. Februar 2016 um 19:34 Uhr

Traurig, Herr Gniffke,

was einem hier als ‘Nachrichten’ verkauft wird! Wo bitte bleibt denn hier die gesellschaftliche Verantwortung? Dem modernen Voyeur- und Spannerjournalismus sollte man bitte nicht so unterstützen.
Pietätlos wird mit der Handykamera doch mittlerweile überall ‘draufgehalten’ und sofort in die Öffentlichkeit gepustet.

Informationsgehalt des Katastrophenfilmchens: Null. Reiner Schockfaktor: Schon eher.
Niveau der Tagesschau: Tendenz deutlich abwärts…!

150: Gast 333:

10. Februar 2016 um 20:23 Uhr

Frau Steffi/ 139: Ich frage mich, wie sie sich bisher durch die moderne Welt bewegt haben …
Ihr sinngemäßes Zitat: Solche Videos hätten nichts im frei zugänglichen Internet zu suchen. … Wissen Sie eigentlich, was alles in Ihrem frei zugänglichen Internet zu finden ist? (Die Frage ist wohl eher, was nicht zu finden ist …)
Weil Sie die Kinder ansprechen – da gibt es nur eins: Sobald die virtuell unterwegs sind, sollte man ihnen Medienkompetenz beibringen. Das kann übrigends niemandem schaden. Sie sprechen die feinfühligen Menschen an – dann schauen Sie lieber nie wieder Nachrichten. Oder bekommen hier einige Tagesschau-Rezipienten nur bei einem bayrischen Zugunglück nervliche Probleme – wenn die Kamera aber auf hungernde Kinder, ausgebombte Städte oder verletzte Kriegsopfer aus anderen Ländern hält, ist es gut auszuhalten …?

151: Maria A.:

10. Februar 2016 um 21:13 Uhr

Warum nun so ein Video dermaßen diskutiert wird, erschließt sich mir absolut nicht! Die Leute sind heutzutage doch regelrecht handysüchtig. Es gibt allzu oft Aufnahmen zu sehen, die Amateure gedreht und dann veröffentlicht haben. Als man tagelang so eine Zufalls-Aufnahme zeigte, wo zwei Polizisten einen Demonstranten abführten und einer der beiden Polizisten dem einen Schlag in den Bauchbereich gab, da haben die Journalisten keinerlei Bedenken dazu geäußert. Man hörte nichts Kritisches dazu, sondern die Öffentlich-Rechtlichen zeigten ebenfalls häufig diese Aufnahmen. Es wurde wohl daraufhin der Beamte ermittelt und gegen ihn ein Verfahren eingeleitet. Zufällig las ich gestern in unserer Tageszeitung, dass der Polizeibeamte in zweiter Instanz freigesprochen wurde.

152: HaGK:

10. Februar 2016 um 21:33 Uhr

Wie charakterlos ist eigentlich der “Herr”, welcher bei diesem schrecklichen Unglück Videos machte, anstatt den Verletzten zu helfen !! Bestimmt hat er dieses auch noch “exklusiv” verkauft.

153: Allsichtbrille:

10. Februar 2016 um 22:22 Uhr

Vielleicht ist diese Situation auch nur die Folge des Digitalen Panopticons, ursprünglich erfunden u.a. von Jeremy Bentham und analysiert u.a. durch Michel Foucault, in das wir durch die Digitale Revolution mit Haut und Har hineingezogen worden sind. Projekte wie “Periscope” mit dem Werbespruch “lets you explore the world through the eyes of somebody else” und viele andere Beispiele belegen das: Fast alles ist überall in Echtzeit hörbar, sichtbar, erfahrbar, teilbar. Mit Skype z.B. kann man fast mit jedem/-r auf der Welt jederzeit und mit bidirektionaler Livecam sprechen – wenn man die jeweilige Sprache kann oder eben auf Englisch. Das alles ist ein Informationskaleidoskop, das sich immer schneller dreht. Dem Rausch der Omnipotenzphantasie einer “Allsichtbrille” sollten gerade nachmoderne Nachrichtenredaketionen nicht erliegen. Deswegen finde ich den im konkreten Fall gewählten Kompromiss eine gute Lösung.

154: Erwin48:

10. Februar 2016 um 23:39 Uhr

ea schreibt unter Nr. 136: “Die Abbildung der Gesichter dürfte (bzw. sollte) vom allgemeinen Informationsinteresse gedeckt sein. Es handelt sich ja nicht um einen Eingriff in die Privatsphäre, schließlich ist es im Zug entstanden.” Moment mal! Verletzt wurde zwar nicht die Privatsphäre, aber sehr wohl die Persönlichkeitsrechte der Gefilmten. Ein Gesicht eines einzelnen zu filmen ist auch in der Öffentlichkeit nicht ohne dessen Erlaubnis gestattet. Ich hoffe, dass sich die Betroffenen dagegen wehren! (Falls sie nicht drängendere Sorgen haben, was zu vermuten ist.)

155: Enduring Freedom?:

11. Februar 2016 um 00:48 Uhr

Ich möchte mich dem Kommentar von “38: alfredrabe” anschließen. Ich empfinde es nicht nur als respektlos, sondern halte es für üble Heuchelei, mit welcher gekünstelten “Professionalität” und scheinbaren Vorsicht die Redaktion hier vorgegangen sein will, um das Gesicht zu wahren. Doch es ist, was es ist – pure Sensationsgier, die hier von einem öffentlichen Sender bedient wird. Leider wieder mal ein Fall, der es unerträglich erscheinen lässt, dass ich gezwungen bin, für so einen Schund auch noch Gebühren zahlen zu müssen.
Und wenn Herr Dr. Kniffke etwas von “journalistischen Informationsauftrag” faselt, dann frage ich mich ebenso, wo der z.B. in Berichten über den Afganistan-Einsatz bleibt. Hat denn dort nicht ein einziger Soldat, oder Afghane mit seiner Kamera mal gefilmt, was so eine intelligente Bombe anrichtet? Hier sieht man sich komischerweise nicht einem “journalistischen Informationsauftrag” so imperativ unterworfen …

156: Prof. Norbert Nowotsch:

11. Februar 2016 um 11:13 Uhr

Als ich die mit dem Handy gefilmte Videosequenz in der Tagesschau gesehen habe, war ich ziemlich erschüttert. Ich hätte es bei der ARD nicht erwartet. Die Sequenz hat keinen Informations- oder Erkenntniswert, durch den Hinweis können sich aber weitere “Hobbyfilmer” ermutigt fühlen, ähnliches mit schlimmeren Bildern und Nachfolgen zu “produzieren”, um so “auch in die Tagesschau zu kommen”. Das Internet ist voll von
solchen Entgleisungen, mit Journalismus oder (Recht auf) Information hat das nichts zu tun, gar nichts.

157: Entenbürzel:

11. Februar 2016 um 12:48 Uhr

Um mal eines klar zu stellen. Der sogenannte „Filmer“ hat vor allem eines versucht: In dem zu dieser Tageszeit völlig dunklen und zerstörten Waggon Licht zu erzeugen. Licht um sich zu orientieren und, wie man merkt, auch um mit anderen Passagieren in Kontakt zu treten und ihnen teils beim Befreien Dritter zu helfen.
Ich habe mir das Original unter Qualen angesehen und erlaube mir daher dieses Urteil.

Dass die Kamera mitlief, ist klar. Die einfachste Möglichkeit, mit einem Smartphone Licht zu machen ist, die Kamera laufen zu lassen. Wer natürlich so schlau ist, eine Taschenlampenapp zu installieren, kann auch ohne Filmen leuchten.

Draufgehalten hat der Smartphonebesitzer im Übrigen auch nicht. An keiner Stelle ist erkennbar, dass die spätere Verwertbarkeit von Aufnahmen in Form schneidbarer Szenen einen Antrieb darstellt.

158: Entenbürzel:

11. Februar 2016 um 12:55 Uhr

„Ich möchte mir über ihn kein Urteil erlauben“ schreibt Gniffke. Er tut aber genau das. Die vorausgegangenen Entschuldigungen für den „Filmer“ sind halbherzig. Jedenfalls nicht so ernst gemeint, wie die Rechtfertigung für die Redaktion. Am Schluss ist Gniffke der Rechtschaffene, und der Filmer bleibt der arme Irre.

Das ist etwas anderes als zu sagen:
„Es war nicht richtig, so ein Video auf YT hochzuladen, aber vielleicht musste der Filmer das verarbeiten. Wir haben aber nix zu verarbeiten und unterlassen die Veröffentlichung dieses nichts sagenden Streifen“

159: Entenbürzel:

11. Februar 2016 um 13:06 Uhr

@olf: Sie fragen: „Ist es eigentlich Notwehr, wenn jemand, der durch die ungesetzliche, unerlaubte Anfertigung von Bild- und Tonaufnahmen in seinen Persönlichkeitsrechten VERLETZT wird, sich – notfalls mit Gewalt – gegen diese Tat zur Wehr setzt?“

Vermutlich wird man nicht dafür belangt. In diesem Fall wäre das Ergebnis toll gewesen. Die Verletzten und deren Retter, die — zufällig gefilmt wurden, wären im Dunkeln gesessen.

Die meisten Kommentatoren inklusive Gniffke haben so wenig Vorstellungsvermögen, dass ihnen der eigentliche Sinn des Griffs zur Kamera anscheinend beliebig lang verborgen bleibt. Hut ab vor so viel Ignoranz.

160: Kurt Schilling:

11. Februar 2016 um 14:30 Uhr

zu 159 und davor.

Diese Erklärungsversuche sind meiner Ansicht nach beschämend.
In diesem Thread geht es doch nicht darum, ob jemand eine Videokamera eingeschaltet hatte, aus versehen oder zum Beleuchten.
Es geht doch um das Entsetzliche, einen solchen Film über YT oder die Tagesschau zu verbreiten.
Das ist das Beschämende und wahrscheinlich sogar strafbare an diesem Tun.
Gruß Kurt Schilling

161: Maverick301:

11. Februar 2016 um 15:02 Uhr

Meine Güte nee, was ist hier eigendlich los? Es wird heute gegen alles, aber auch alles gepestet. Was ist denn dabei, wenn hier ein Video des Unglücks gezeigt wird? Wenn Menschen sich quälen, gequält und gefoltert werden, darüber regt sich keiner auf, aber über ein Unglück, was hätte weitaus noch schlimmer kommen können, wird Palaber gemacht. Verstehe ich nicht. Es gibt wichtigeres.

162: Entenbürzel:

11. Februar 2016 um 15:36 Uhr

zu 160: @KurtSchilling.

Sie sollten mal grundsätzlich erklären, was an einem Erklärungsversuch beschämend sein kann.

Mich stört, dass von Kommentatoren hier dem „Filmer“ unterstellt wird, er habe den Film (ggf. aus egozentrischen Motiven) erstellt, statt den Leuten zu helfen oder andächtig in der Ecke zu sitzen. Das ist eine Verzerrung der Realität und darüber habe ich geschrieben.

Und was das Hochladen und Verbreiten angeht, ist definitiv die TS-Redaktion moralisch fragwürdiger unterwegs als der Betroffene, der zufällig einen Tag später ein Augenzeugenvideo auf seinem Händi findet und es halt auf einer kostenlosen Plattform hochlädt.

Ich will das Verhalten des Unfallopfers (1 Tag nach der Katastrophe!) nicht rechtfertigen, aber mir geht der heuchlerische Kommentar von Gniffke auf den Senkel. Ich denke, das ist aus meinen vorangegangenen Kommentaren ersichtlich.

Und wenn Sie mir noch meine Frage beantworten könnten…

163: Entenbürzel:

11. Februar 2016 um 15:56 Uhr

152: @HaGK
1. Der „Filmer“ wird’s wohl nicht verkauft haben, sonst wär es nicht auf Youtube.
2. Der „Filmer“ hat versucht, zu helfen. Mehr als Licht zu machen, die Situation zu erkunden und mit anderen zu beratschlagen kann man im Schock von niemandem erwarten.

Ich wünsche Ihnen nicht, dass Sie einmal in eine solche Situation geraten. Vom warmen Sofasessel aus lässt sich nämlich wohlfeil Erste Hilfe leisten. In der Praxis sieht dann alles ganz anders aus. Ich erlaube mir das zu schreiben, weil ich schon mehrfach EH geleistet habe und trotz wiederholter Schulung viele Fehler gemacht habe. Daher kann ich es nicht leiden, wenn Leute, die in Stresssituationen, für die sie nicht eigens geschult sind, nicht 100% richtig handeln, dafür abgewatscht werden.

164: Derfnam:

11. Februar 2016 um 19:39 Uhr

Wenn der Filmer nur “Licht” machen wollte, hätte er es nicht hochladen müssen. Spätestens hier versagt diese Argumentationskette.
Ich sehe es auch so, daß in einem “seriösen” öffentlich-rechtlichem Medium diese Art von Sensationsjournalismus NICHTS zu suchen hat. Echter Respekt gegenüber Opfern und Helfern wäre es gewesen, das Video nicht zu zeigen!

165: Pe4ter H. Nissen:

11. Februar 2016 um 19:49 Uhr

Die Argumentation von Herrn Gniffke ist in keiner Weise überzeugend. Ob er es hören will oder nicht, die Tagesschau hat sich dem Prinzip der Sensationslust unterworfen. Einfach nur erbärmlich!

166: Walters Sicht:

12. Februar 2016 um 13:13 Uhr

An meine Tageszeitung.
Ihr Bericht, liebe xZ-Redakteure, über das Unglücksvideo mit der Aufforderung zur Meinungsäußerung verdient Beachtung. Ich habe die Tagesschau am Dienstag nicht gesehen, und das Video im Internet werde ich mir nicht ansehen, nicht nur mir zuliebe.
Pietät bedeutet nicht nur Achtung vor Toten, sie sollte noch mehr gegenüber den Überlebenden und den Angehörigen beachtet werden. Für gebotene Achtung der Menschenwürde gibt es auch rechtliche Sicherheit. Die Retter und Helfer bei Unglücksfällen wissen das, die Schaulustigen (beschönigend so genannt) werden auf Abstand gehalten.
Aus gutem Grund weisen Sie in ihrem Artikel auf den einschlägigen Paragrafen des Strafgesetzbuches hin. Wenn ein Pressebeschimpfer – wie zu lesen – alle Rechte für sich in Anspruch nimmt und nicht bedenkt, wie es ihm als Betroffenem in so einem Unglücksfall erginge, dann sollte Rechtssicherheit für alle den Ausschlag geben. Es ist zu wünschen, dass ein Betroffener Strafantrag stellt.

167: rwadel:

12. Februar 2016 um 16:54 Uhr

Alles für die Quote/Klicks?
Schamlos!

168: ohrenzwicker:

13. Februar 2016 um 10:28 Uhr

Das Genöle in der Höhle ohne sachlichen Bezug nervt mittlerweile. Herr Gniffke könnte sich doch auf den Kopf stellen und mit den Zehen wackeln, er wird es den “Kämpfern der eigenen Wahrheit” nie recht machen können. Eigene Wahrheiten sind aber eben nunmal nur eigene Wahrheiten und nicht allgemein gültig. Nehmt mal eure Scheuklappen ab und erweitert euren Blickwinkel; denn wer über den Tellerrand schaut, sieht mehr von der schutzigen Tischdecke, anstatt nur das Muster vom Tellerboden.

169: Iannis70:

14. Februar 2016 um 15:23 Uhr

Äh, das Unglück geschah bei stockdunkler Nacht, der Videofilmer hat das Kameralicht genutzt um sich zu orientieren nach dem Zusammenprall. Daran ist zunächst weder etwas verwerfliches noch etwas außergewöhnliches.

Warum es dann bei YT auftaucht, ist dagegen schon grenzwertig, man weiß nicht wer es warum hochgeladen hat. Der Ausschnitt der Tagesschau zeigt nichts, was irgendeinen Informationswert hätte, also hätte man es auch gleich bleiben lassen können.

Der Hinweis, dass das komplette Video auf YT zu sehen ist, schürt lediglich die Sensationsgier der Leser.

Und es ist höchst bedenklich, dass die Tagesschau derartige Sensationslust mit einem ansonsten nichtssagenden Video auch noch fördert.

170: Demokratiezukunft2016:

9. März 2016 um 22:46 Uhr

Hallo Herr Gniffke,

Zu diesem Punkt:

“Bleibt noch eine Frage. Wie kann jemand in einer solchen Situation mit so vielen Verletzten über mehrere Minuten mit dem Smartphone einfach “draufhalten”.”

sage ich mal: dieses Video ist ganz offenbar deshalb ueberhaupt erst mal entstanden, weil die werte Bahn selbst solche Dinge sehr oft abstreitet. Hier ging es wohl darum, die Wahrheit zu dokumentieren fuer etwaige Regressansprueche von verletzten Passagieren gegenueber der Bahn und wohl auch als Beweismittel vor Gericht.

Denn ohne solche Beweise werden zum Beispiel auch von Versicherungen solche Dinge sehr oft abgestritten. Leider trifft dass auch in anderen Fällen zu. So gab es vor Kurzem einen Fall von einer Mutter, die durch so eine Video einen Behandlungsfehler an ihrem Sohn nachweisen konnte und nur so auf diesem Wege sich Regress erstreiten konnte.

171: Demokratiezukunft2016:

9. März 2016 um 22:52 Uhr

hi Herr Gniffke

Zu dem Fall mit dem Behandlungsfehler den ich angesprochen habe, mal hier der Internet-Bericht:

http://www.arcor.de/content/leben/fitness_gesundheit/4633984,1,Gesundheit–Handyfotos-von-Behandlungsfehlern-z%C3%A4hlen-als-Beweismittel,content.html

Allerdings war es absolut richtig, solche Sequenzen – ohne dass ich sie jetzt gesehen habe sondern nur den normalen Tagesschau-Bericht von dem Unglueck in Bad Aibling – nicht zu zeigen. Da hatten Sie völlig recht Herr Gniffke. Solange solche Videos keinerlei Erkenntnisgewinn bringen, nutzen sie nichts.

Aber wenn solche Videos die Zerstörungen an den Zuegen selbst – also nur den reinen Blechschaden OHNE die Opfer – gezeigt hätten, wäre es durchaus in Ordnung gewesen. Solche Videos können aber als Beweismittel vor Gericht dienen. Aber wenn sowas bezweckt wird, sollten solche Videos nicht in den Nachrichtenblöcken erscheinen und auch NICHT im Internet.

172: Demokratiezukunft2016:

9. März 2016 um 22:54 Uhr

Von daher Herr Gniffke, schließe ich mich diesen Ausfuehrungen von Ihnen:

“Auf der anderen Seite ist das Video ein authentischer Blick auf das Unglücksgeschehen. Wir zeigen schließlich ja auch die Rettungsarbeiten, die Bergung der Verletzten und den Zug von außen. Deshalb komme ich zu dem Ergebnis, dass dieses Bildmaterial unsere Berichterstattung ergänzt und dass wir darauf zurückgreifen sollten. Aber wir tun es so verantwortungsbewusst wie wir können. Wir zeigen nur eine Sequenz ohne Bilder von Verletzten und ohne Ton. Sie mögen einwenden, dass ist ein halbherziger Kompromiss. Ein Kompromiss vielleicht, aber einer, der dem journalistischen Informationsauftrag ebenso gerecht wird, wie dem Respekt gegenüber den Opfern”

absolut an und ich stehe hinter Ihnen. Denn Voyeurismus muss in der Tat nicht sein.

173: Katja Faßhauer:

11. März 2016 um 13:41 Uhr

Sehr geehrter Dr. Gniffke,

heute hat der Deutsche Presserat die Veröffentlichung des Augenzeugen-Videos in der “Abendzeitung” als “unangemessen sensationell” und “presseethisch nicht aktzeptabel” gerügt. Auch wenn Sie offenbar einer solchen Rüge entgangen sind, haben Sie nun vielleicht doch Anlass, die Veröffentlichung bei tagesschau.de noch einmal zu überdenken und in der Rückschau womöglich neu zu bewerten.

Mit freundlichem Gruß

174: Jens Köhler:

14. März 2016 um 01:39 Uhr

Dieses Video – egal in welcher Form – zu zeigen, ist an Perversität nicht mehr zu überbieten. Dabei spielt es keine Rolle, ob gekürzt oder ungekürzt, mit Ton oder ohne. Es ist eine ungeheuerliche Geringschätzung der Opfer. Jeder hat die schockierenden Bilder der Unglückszüge gesehen. Da muss man nicht auch noch das Innere der Züge bis ins Kleinste zu inspizieren. Wobei ich mich noch immer frage, wie jemand, der so ein Unglück überlebt hat, nichts besseres zu tun hat, als sein Smartphone einzuschalten und loszufilmen, anstatt sich so schnell wie möglich in Sicherheit zu bringen. Für mich ist dieses Video strafrechtlich genau so relevant, wie Gaffer auf der Autobahn. Dass sich die Tagesschau hier zum – im übertragenen Sinne – wenn auch gekürzt, zum Mittäter macht, ist einfach ungeheuerlich!

Ihr Kommentar

Bitte geben Sie Name und E-Mail-Adresse an.
Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentarrichtlinien

Um zu verhindern, dass Gruppen oder einzelne Nutzer die Kommentarfunktion des Blogs für politische Werbung oder die Verbreitung von beleidigenden oder rassistischen Texten missbrauchen, sind wir gezwungen, Einträge nur nach vorheriger Kontrolle durch die Redaktion zu gestatten. Wir bitten um Verständnis.

Kommentarrichtlinien im Detail