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Auslandskorrespondenten

27. Oktober 2015

Statement zur Wahl in Polen

Liebe Internetgemeinde!

Als ehemaliger ARD-Korrespondent in Warschau (2009 – 2014) habe ich mich am Wahlabend über Twitter zu Wort gemeldet und meine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, Kaczynski und seine “Partei für Recht und Gerechtigkeit” sollten die Wahl trotz entgegenlautender Umfragen nicht gewinnen. Ich habe das sehr flapsig formuliert und werde seitdem im Netz in übelster Weise angegriffen und beschimpft. Da aber auch ernsthafte Stimmen darunter waren, suche ich durchaus die Diskussion. Über Twitter ist das bei erlaubten 140 Zeichen nur schwer möglich. Da ich keine eigene Webseite habe und einer der Vorwürfe ist, als ehemaliger ARD-Korrespondent sei ich nie privat und könne ich mich doch nicht auf eine Seite schlagen, habe ich die Kollegen von tagesschau.de gebeten, mir Raum zur Verfügung zu stellen, damit ich meine Argumente ausbreiten kann. Freundlicherweise haben sie dem zugestimmt.

Zunächst einmal: Natürlich habe ich das Recht, mich als Privatperson zu äußern. Wie könnte man mir dieses Recht absprechen, nur weil ich Journalist bin? Natürlich ist meine Meinung nicht immer deckungsgleich mit der der ARD oder des ARD-Studios in Warschau. Aber dass ich mich privat äußern darf, gerade, wenn ich keinen Berichterstattungsauftrag habe, ist im Rahmen der Meinungsfreiheit eine Selbstverständlichkeit. Ich bin ein mündiger und kritischer Bürger, der sich große Sorgen darüber macht, dass Europa angesichts der Flüchtlingskrise immer weiter nach rechts rückt. Dumpfe, rechte Parolen wie von Le Pen in Frankreich, der FPÖ in Österreich, von der AfD und von Pegida in Deutschland, aber auch von Kaczynski in Polen können in meinen Augen nicht die Lösung sein. Kaczynski ist ein Scharfmacher, der in meinen Augen Polen spaltet und in seinen Reden mit niedersten Instinkten der Menschen spielt. Ich werde mich immer wieder dagegen verwahren! Wenn Polen ihn trotzdem wählt, ist das natürlich eine Angelegenheit des polnischen Volkes, die ich in einer Demokratie zu akzeptieren habe. Trotzdem darf ich natürlich den Wahlausgang auch in einem anderen Land kritisieren. Unbenommen bleibt in dem Zusammenhang natürlich, dass jeder polnische Wähler sicher einen subjektiv-richtigen Grund für seine Wahlentscheidung hat. Auch mir ist aufgefallen, wieviel objektive Fehler die Politiker der polnischen Bürgerplattform in den letzten Jahren gemacht haben. Insofern war dieser Denkzettel für sie zu befürchten und hilft vielleicht bei einer Erneuerung der PO.

Dazu kommt, dass ich in meinen knapp sechs Jahren in Polen das Land ungeheuer lieb gewonnen habe. Ich habe es in allen Himmelsrichtungen bereist, ich habe versucht, die schwierige polnische Sprache zu lernen, ich mag vor allem die gradlinigen Menschen und die freundliche Art, wie sie gerade uns Deutschen gegenüber auftreten. Und das nach dem unfaßbaren Leid, das wir im 2. Weltkrieg durch die Nazis über sie gebracht haben. Polen ist also, wie ich es in meinem privaten Twitter-Account genannt habe, tatsächlich mein “Lieblingsland” geworden. Ich möchte also, dass es Polen nicht nur wirtschaftlich gut geht, dass die deutsch-polnischen Beziehungen gedeihen und dass das Land eine starke und wichtige Rolle in Europa und in der EU spielt. Dieser Zustand war in meinen Augen unter Präsident Komorowski und Premierminister Tusk erreicht. Ich befürchte, dass Polen nach dem Wahlsieg der Rechten nun wieder abrutscht in das, was wir vor zehn Jahren schon einmal hatten: Polen als isolierter Bremser in der EU, äußerst schwierige und komplizierte deutsch-polnische Beziehungen, billige Hetze auf beiden Seiten, Polen mit Klima-Vetos und ein Polen, daß nicht begreift, dass die Flüchtlingswelle die europäische Idee und damit auch die EU gefährdet. Kaczynski bezeichnet Orban ja gerne als sein politisches Vorbild.

Die Beschimpfungen haben einen Grad erreicht, den ich nicht mehr akzeptabel finde. Ich begehe keine “Volksverhetzung”, ich bin kein “Nazi”, die schlimmeren Ausdrücke zitiere ich hier nicht. Und auch Trittbrettfahrer, die mit meinen privaten Äußerungen jetzt eine Generalabrechnung mit WDR oder ARD versuchen, sind leicht durchschaubar. Wir können gerne sachlich darüber reden, ob ich in der Eile und der Beschränktheit auf 140 Zeichen zu flapsig oder unglücklich formuliert habe. Aber bitte in einem Rahmen, der zivilisierten Menschen entgegenkommt. Dass ich niemals einen Polen beleidigen wollte, erklärt sich nach meinen Zeilen hoffentlich von selbst.

Und jetzt geben wir der neuen polnischen Regierung die berühmten 100 Tage, um sich zu orientieren. Vielleicht (hoffentlich) haben sich meine geäußerten Bedenken ja dann schon in Luft aufgelöst.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Adrian

21 Kommentare

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1: Harald Matschke:

27. Oktober 2015 um 13:58 Uhr

Leider ist das gerade gelesene notwendig, um der unerträglichen Hetze entgegen zu treten. Helfen wird es wenig. Der Hetzer will seine Macht dokumentieren und Angst verbreiten. Da die Politik nicht rechtzeitig entgegen getreten ist und sogar selber hetzt, brauchen wir Journalisten, die deutlich machen, was da passiert. Die 1920er und 30er liegen offenbar zu weit zurück. LEIDER! Adrian bitte weiter so. ARD: Pfui für Euren Widerruf!

2: MarisaP:

27. Oktober 2015 um 14:51 Uhr

Ihren Blog-Eintrag kann ich zu 100% ‘unterschreiben’. Es ist erschreckend, dass in so zahlreichen Ländern rechte Parteien die Regierung stellen. Genauso erschreckend ist es, wie Menschen beleidigt werden, die nichts weiter tun als eine humane und vernünftige Meinung zu haben und zu äußern bzw. lediglich positiv oder optimistisch zur Aufnahme von Schutzbedürftigen stehen.
Warum überhaupt sollten Journalisten kein Recht auf eigene Meinung haben? Auch Journalisten sind Privatmenschen und sollten deshalb auch frei ihre Meinung äußern ‘dürfen’.
Es ist auch äußerst kurios, dass gerade diejenigen Menschen beleidigen, die ihre Meinung äußern, die selbst immer wieder auf ihre Meinungsfreiheit bestehen. Man denke nur an “Hogesa” oder “Pegida”, die behaupten, die BRD sei,eine

3: S.Wesolowski:

27. Oktober 2015 um 15:03 Uhr

Sehr geehrter Herr Adrian,
Sie moechten, dass es Polen wirtschaftlich gut geht und dies sei angeblich unter Komorowski und Tusk der Fall gewesen.
Heutzutage ist die Wirtschaft von einem Zustand einer dauerhaften Asymetrie gezeichnet. Das ist der Fall sowohl unter den Buergern in Polen und Deutschland. Einige Buerger hatten nunmal in PL das Glueck an der makrooekonomisch positiven Entwicklung teilzuhaben. Es wurden Neuwagen gekauft und Wohnungen gebaut. Leider gibt es auch eine grosse Gruppe an desillusionierten Menschen die keine Perspektive haben. Sie waren gezwungen fuer einen Niedrigstlohn zu arbeiten oder das Land zu verlassen. Eine Familiengruendung war wenig aussichtsreich. Eine Medaillie hat zwei Seiten. Junge Menschen wussten nicht was sie machen koennen um etwas zu aendern. Sehr viele Betriebe wurden in Polen stillgelegt, es waren nicht nur Kohlezechen und Stahlhuetten sondern etliche Werften , Maschinenbaubetriebe. Der Schein einer pos. Entwicklung truegt !

4: MarisaP:

27. Oktober 2015 um 15:12 Uhr

Ihren Kommentar kann ich zu 100% unterschreiben! Zum einen ist es wirklich erschreckend, dass immer mehr EU-Länder nach rechts driften; zum anderen ist es genauso erschreckend, wie Menschen beleidigt (u. z.T. sogar bedroht) werden, nur weil sie sich positiv o. optimistisch zur Aufnahme von Schutzbedürftigen äußern.
Und überhaupt, warum sollten Journalisten nicht eine eigene Meinung haben? Denn: Journalist/in sein ist ein Beruf, d.h. also, dass man auch Privatmensch ist, wenn man gerade nicht arbeitet. Somit haben auch Journalisten das Recht, ihre Meinung frei äußern zu ‘dürfen’.
Zudem ist es schon äußerst kurios, dass gerade diejenigen Menschen wg. ihrer Meinung beleidigen, die selber immer wieder auf ihre Meinungsfreiheit bestehen➡ siehe bspw. “Hogesa” o. “Pegida”, die meinen, die BRD sei eine Diktatur, da sie nicht frei ihre Meinung sagen dürfen. Doch hat das noch mit Meinungsfreiheit zu tun, wenn man so gegen alles Fremde&Andersartigehetzt o. gar zu Straftaten aufruft?
Danke&LG

5: Bede:

27. Oktober 2015 um 15:21 Uhr

Natürlich darf jeder eine persönliche Meinung vertreten! Ich hoffe nur, dass gerade die Presse in Deutschland sich an die Regeln des Kodex hält und zumindest versucht objektiv zu bleiben bei der Berichterstattung (auch ohne Lieblingspolitiker). Leider bin ich schon innerhalb der ersten Stunden nach der Wahl auf sehr tendenzielle Artikel gestoßen (ich kann gerne Beispiele zuschicken – Halbwahrheiten außerhalb des Kontext z.B., welche objektiv anders klingen als die Quelle – ein populäres Mittel, man lügt zwar nicht aber macht PR). Das heutige Polen ist aufgeschlossen gegenüber Europa, hat aber auch eine eigene Sicht welche eben nicht der der 68-er entspricht. Na und? Haben die 68-er die Wahrheit für sich gepachtet? Und wie Sie schrieben könnte wieder eine billige Hetze auf beiden Seiten losbrechen. Schlimm, denn die Beziehungen PL-DE waren noch nie so gut. Polen profitiert von der EU und Deutschland ebenso von den wachsenden Exporten (ca. 47 Mld. Euro/Jahr). Let’s stay constructive! :)

6: Steffen M.:

27. Oktober 2015 um 16:08 Uhr

Sehr geehrter Herr Adrian,

ich möchte die Gelegenheit nutzen und Ihnen hier mein Statement zu Ihnen und Ihren Journalistenkollegen abgeben. Journalisten sind zum großen Teil nicht mehr neutral in ihrer Berichterstattung, die ich als Bürger z.B. von einem GEZ-finanziertem Medium erwarten darf. Sobald Journalisten persönliche Meinungen in Berichte einbringen oder ihre Plattformen, die die Medien für die sie arbeiten ihnen bieten, zur persönlichen Meinungsdarstellung nutzen, muß man sich auch über deren Konsequenzen im Klaren sein. Personen, die sich dazu äußern möchten, die anderer Meinung sind, haben nicht *Ihre* Möglichkeiten der Darstellung ihrer Meinung. Also werden Sie Kritik, egal in welcher Form (Twitter, Facebook, usw.) ertragen müssen. Journalismus darf nicht nurmehr auf Schlagzeilen aus sein, auch wenn ich für den Wettbewerb der Medien Verständnis habe. Qualität, statt Parolen und das Verbreiten von Polemik, muß Vorrang haben. Ein Einzelner kann nicht über *Polen* urteilen.

7: M3:

27. Oktober 2015 um 16:15 Uhr

Ich was mich angeht nehme Entschuldigung an als ein ethnischer Pole. Meiner Meinung nach es ist mehr als angebracht. Ich fühlte mich beleidigt durch Ihre unüberlegte Wortwahl. Besorgnis ausdrücken ist vollkommen in Ordnung, jemanden als dumm zu bezeichnen nicht. Ich möchte auch erwähnen dass die rechten Parteien genauso zu dem demokratischen Spektrum gehören wie die Linken. Das Volk – der Souverän entscheidet und ich habe Vertrauen meinem Volk gegenüber, auch wenn ich mir vielleicht ein wenig anderes Wahlergebnis wünschen würde.

8: Wojtek:

27. Oktober 2015 um 16:35 Uhr

Mir ist anhand der Berichterstattung über Polen leider klar geworden,wie einseitig die deutschen öffentlich-rechtlichen Medien sein können. Was Kaczynkski und PiS angeht nur noch leider als Hetze zu beschreiben.Der Mann wird als Diktator,Antidemokrat,EU-Hasser und gegenübner Deutschland als feindlich eingestellt beschrieben.Man und Sie wohl auch macht sich Sorgen um die Presse-und Meinungsfreiheit in Polen.Da frage ich Herr Adrian ,wo waren sie als Warschau-Korrespondent als der Inlandsgeheimdienst ABW die Redaktionsräume der “Wprost” durchgesucht hat,weil diese Zeitung sich kritisch über die PO-Regierung geäussert hat?Gab es ein Bericht darüber?
Gab es ein Aufschrei ,dass die Pressefreiheit gefährdet ist?Wo waren sie,als der Verlag,der das regierungskritische Magazin “Uwazam Rze” herausgegeben har an einen regierungsnahen “Buissnesmann” verkauft worden ist,der kurzez Zeit später die ganze Redaktion herausgeworfen hat?
Nur 2 Beispiele von sehr vielen unter der PO.

9: MaxPower:

27. Oktober 2015 um 16:42 Uhr

Hallo Herr Adrian,

bitte lassen Sie sich nicht von ein paar Meckerern einschüchtern. Das ist gerade im trend und wird sich auch wieder legen. Durch familiäre Verbindungen interessiere auch ich mich stark für Polen. Ihre Reportagen und Vlogs waren immer sehr interessant. Ich habe Sie als meinungsstarken Journalisten kennengelernt; auch wenn ich nicht immer Ihrer Meinung war. Das schätze ich sehr an Ihnen. Bitte hören Sie nicht auf damit.

10: Battmer-Holz:

27. Oktober 2015 um 17:15 Uhr

Teile vollkommen die Bedenken Adrians.Habe nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses ebenfalls getwittert: ” noch ist Polen nicht verloren “,diesen Satz können wir zumindest für Europa jetzt wohl vergessen! Auf zu #Kaczynski Runde zwei! Und dabei bleibe ich,wir haben die erste K-Runde ja schon durchlitten.

11: Ralf Goertz:

27. Oktober 2015 um 17:43 Uhr

Europa steht vor einer Zeitenwende. Statt über Ungarn, Slowakei, Tschechien und jetzt Polen die Nase zu rümpfen, über FPÖ, Front National, AfD, Republikaner oder Pegida herzuziehen, sollte auch die Medienindustrie froh sein, dass es auch Andersdenkende gibt. Denen das eigene Land noch was bedeutet. Das scheint bei vielen Medien unpopulär zu sein. Aber es ist gut, dass diese Wende immer umfangreicher wird.

12: Horst Richter:

27. Oktober 2015 um 18:14 Uhr

Hallo, sehr geehrter Herr Adrian. Schon am Sonntagabend habe ich Ihren Tweet gelesen, favorisiert und per Retweet weiter geleitet. Ich gebe Ihnen uneingeschränkt recht in Ihrer Aussage, dass Ihre Äußerungen, wenn auch durchaus flapsig formuliert, ihr gutes Recht sind. Auch ich habe das große Glück, seit mehr als 20 Jahren Polen (als Land und vor allem die Menschen) kennen zu dürfen. Selbstverständlich wurden in Polen im Zuge der Öffnung und der wirtschaftlichen Erstarkung Fehler gemacht. Und ja, es geht nicht allen Polen so gut, wie sie es sich selbst wünschen. Aber zweifelsohne haben die Brüder Kaczynski dem Land, der Wirtschaft und dem mündigen Volk keine Europäische Perspektive gebracht. Leider sind die Opfer dieser Demagogen schnell und zahlreich bereit ihre Wahlstimme der vermeintlich “falschen” Partei zu geben. Nun ist es an uns, dieser rechtslastigen Politik Einhalt zu gebieten. Bitte lassen Sie sich auch zukünftig nicht “klein-reden”.

13: Lukas:

27. Oktober 2015 um 18:53 Uhr

Ich lese grundsätzlich kein Twitter, bin mir aber sicher dass es in ihren 140 Zeichen nichts gab wofür man sich entschuldigen müsste. Wieso dieses Medium heutzutage als Komplettabbild der menschlichen Seele herhalten muss ist leider schleierhaft.

Was die Wahl in Polen angeht würde ich mir trotzdem eine etwas differenziertere Sichtweise wünschen u.a. auch durch Menschen die dort eine Zeit lang gelebt haben. In den Medien und auch in ihrem Blogeintrag liest man nur vom bisherigen Erfolg Polens, wenig von den Schattenseiten. Dies mag ich angesichts von Millionen von Exilpolen nicht glauben. Anlasslos verlässt man sein Heimatland nicht so einfach.

Was waren nun die Gründe wieso es in Polen einen Machtwechsel gab. Die Flüchtlingskrise war es vermutlich nicht. Ob diese Wahl, wie meist überall zu lesen, eine “Orbanisierung” zur Folge haben wird wäre auch interessant. Immerhin ist die PiS keine „AfD“ Protestpartei, ich habe sie bisher mit der bayerischen CSU verglichen (mit etwas mehr “S”).

14: Adrian Brückner:

27. Oktober 2015 um 19:47 Uhr

Es ist absurd Herrn Adrian anderes zu unterstellen, als Sorge um sein in all den Jahren so freundlich und liebevoll besprochenes Polen. Jeder der seine Beiträge in all den Jahren verfolgt hat, wird diese Einschätzung teilen.Seine nachgeschobene Erläuterung und Einschätzung der politischen und gesellschaftl. Lage in ganz Europa beschreibt die Sorge, die jeder klar Denkende z.Zt. hat. Katastrophal, dass diese Klarheit so viele niemals erreichen wird. Kompliment Herrn Adrian f. seine Berichterstattung und Mut zum politischen Statement. Adrian Brückner, Berlin

15: Martin:

27. Oktober 2015 um 19:48 Uhr

Sehr geehrter Herr Adrian,

was Sie während der Zeit in Polen (und scheinbar auch in Deutschland) nicht zu lernen vermochten – das einfache und ehrliche “przepraszam, jesli kogos urazilem”, das hätte gewiss für Viele gereicht.

Freundliche Grüße,
Martin

16: STOPP:

27. Oktober 2015 um 20:49 Uhr

Wahlergebnisse müssen auch Folgen haben. Regierungen hatten es nicht geschafft, der Bevölkerung die Angst zu nehmen.

Ich frage, welche IDEE steckt in EUROPA?
Solidarität, oder nur schmarotzen.

Europa muss auch den Wählern zeigen, welche Folgen ihre Wahlergebnisse haben werden.

Europa muss menschlich bleiben!

17: Pole:

27. Oktober 2015 um 22:09 Uhr

Rechts (CDU/CSU) darf anscheinend nur Deutschland wählen. Wenn Polen rechts wählt und mal an die eigene Wirtschaft denkt, statt an Aldi, Lidl, Deutsche Bank, E-ON usw., dann gibt es gleich einen Aufschrei des Entsetzens “Was erlaube sich Pole!” frei nach Trappatoni. Nun, lieber Herr Adrian, die Polen möchten, daß Ärzte nicht nach Berlin auswandern, sondern in Polen bleiben…

18: Klaus:

28. Oktober 2015 um 08:58 Uhr

Lieber Herr Adrian,
als jemand, der Ihr Interesse für Polen teilt und Ihre Beiträge schätzt, möchte ich Ihren Kommentar unterstützen. Selbstverständlich muss es auch Journalisten möglich sein, ihre private Meinung zu äußern, so wie Sie es getan haben. Ich teile die Befürchtungen über die Entwicklung in Polen unter einer absoluten Mehrheit der Nationalkonservativen, habe aber noch eine Rest-Hoffnung auf das Rebellische der Polen, die sich nicht alles gefallen lassen. Leider hat man in Polen fast nur noch die Wahl hat zwischen rechtsnationalistisch, rechtskonservativ, rechtspopulistisch und rechtsextrem. Es ist ein Trauerspiel, wie die Sozialdemokraten unter Miller & Co. abgewirtschaftet haben und wie wenig sich aufgeklärte, linksliberale oder grüne Strömungen bisher formieren konnten. Ein Grund könnte sein, dass viele junge, aufgeklärte, weltoffene Menschen lieber ihr Glück im Ausland versuchen, als sich an den verkrusteten Strukturen zuhause abzuarbeiten.

19: Thomas:

29. Oktober 2015 um 23:18 Uhr

Zitat: “Dumpfe, rechte Parolen wie von Le Pen in Frankreich, der FPÖ in Österreich, von der AfD und von Pegida in Deutschland”

Warum, werter Herr Adrian, ist das wohl so? Weil wir in Europa eine Völkerwanderung epochalen Ausmaßes ausgelöst haben und die Menschen spüren, welcher Sturm auf uns zurast. Kleine Rechnung gefällig?

Gehen wir einmal konservativ von 1 Mio. Asylbewerbern in 2015 und von nur 500.000 in 4 Folgejahren aus (wie Siegmar Gabriel prophezeit), so wird unsere Willkommenspolitik bis Ende 2019 allein 3 Mio. Neubürger ins Land rufen. Rechnen wir für die 74% Alleinreisenden nur mit einer 50-prozentigen Berechtigung zum Familiennachzug und gehen wir weiterhin von vier Familienangehörigen aus, so würden daraus in Summe 7,38 Millionen Neusiedler. Laut Zentralrat der Muslime werden 80% oder 5,9 Mio. davon Glaubensbrüder sein, meist afrikanisch-arabischer Prägung. Niemals werden wir diese Menschen integrieren können.

Das alles wollen die Polen nicht. Und sie haben recht

20: Meinungsquirl:

12. November 2015 um 07:41 Uhr

Das Problem ist sicher nicht ein einseitiger privater Kommentar eines Journalisten, insofern haben Sie völlig recht, sich gegen persönliche Anfeindungen zu verwahren.

Schwieriger wird es, wenn man sich den größeren Zusammenhang anschaut. Hier wäre die ARD (nicht Sie persönlich) in der Pflicht, für ein paar Dinge zu sorgen, um die Neutralität der Berichterstattung zu gewährleisten:

- Personalpolitik, in der bewusst darauf geachtet wird, bei Neueinstellungen nicht einfach Journalisten zu nehmen, die gut ins Team passen (einseitiges Meinungsspektrum), sondern eine Vielfalt und Kontroverse zu fördern

- Redaktion, die darauf achtet, dass persönliche Meinungen in Kommentaren bleiben und die eigentlichen “Nachrichten” wieder eine neutrale Information bieten

Einzelne Hasskommentare wird es immer geben, aber im Schnitt könnte die ARD viel dafür tun, dass sie weniger negativ wahrgenommen wird und das hätte auch für einzelne Journalisten und deren Kommentare eine Auswirkung.

21: Wojciech Żełaniec:

14. November 2015 um 10:46 Uhr

Zitat: “Dumpfe, rechte Parolen wie von Le Pen in Frankreich, der FPÖ in Österreich, von der AfD und von Pegida in Deutschland”

Lieber Herr Adrian, meinen Sie das Obige echt, oder wollen Sie nur beleidigen?

Schon die sozialen, wirtschaftlichen, rechtlichen und sonstige Realitaeten in F, A, D einer-, Pl andrerseits, sind so verschieden, dass man die PiS schwerlich mit Le Pen u.s.w. vergleichen kann. Keines der obengenannt. Laender — mit d. Ausnahme D., aber nur zum kleinen Teil — hat beispielsweise 45 Jahre lang unter einer linksextremistischen Diktatur gelitten….

Koennten Sie vielleicht mit einem kleinen Beispielchen einer von der PiS ex officio verbreiteten “dumpfen rechten Parole” aufwarten? Bei der Samoobrona, der Liga Polskich Rodzin wuerden Sie fuendig, meine ich, beider PiS wird das wohl kaum moeglich sein…

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