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ARD-aktuell Chefredaktion

5. August 2013

Thomas Roth, der Anchorman

Heute feierte Thomas Roth Premiere. Wobei das nicht ganz richtig formuliert ist, würde er wohl sagen. Denn er  hat nicht gefeiert, er hat seine journalistische Arbeit gemacht. Roth steht für Sachlichkeit, für Kompetenz und für ein Wissen, das uns alle von Neuem beeindruckt hat. Wir neigen hier oben im Norden eher zur Nüchternheit. Bei aller gebotenen hanseatischen Zurückhaltung darf ich aber vermelden: Das passt.

 

Ich selbst kenne Thomas Roth aus seiner Zeit als Leiter unseres Hauptstadtstudios in Berlin, als ich dort Korrespondent war. Von daher weiß ich, er ist ein Vollblutjournalist, das war uns allen klar.  Er ist einer, der mit seiner Person für den öffentlich-rechtlichen Nachrichtenjournalismus steht. Er war im südlichen Afrika, in Russland, in Amerika, in Berlin. Er hat Mandelas Befreiung mit eigenen Augen gesehen, russische Regierungen bei Sturz und Aufstieg begleitet, ihm sind Artilleriegeschosse im Tschetschenien-Krieg um die Ohren geflogen, Bundestagswahlen in Berlin waren fast schon kleinere Ereignisse in dieser Journalistenvita. Sein Wissen beruht auf Erfahrung. Er war schon fast überall. Des großen Gerd Ruges Leitmotiv, rauszugehen zu den Menschen, weil man nur so Land, Leute, politische und wirtschaftliche Strukturen wirklich kennen lernen kann – Thomas Roth hat das gemacht. Er war da draußen, er kennt die Welt.

Man könnte glauben, dass diese “Whiteheads”, so bezeichnete ihn ein Print-Kollege, schon alles wissen. Gute Journalisten aber zeichnen sich wohl zuerst dadurch aus, dass sie nie genug wissen. Dass die Neugier und das Engagement nie erlahmt. Die Akribie jedenfalls, der Arbeitseifer, mit dem sich Thomas Roth in den Redaktionsalltag bei den Tagesthemen gestürzt hat, nötigt mir Respekt ab.

Die Redaktion kniet sich jeden Tag von Neuem in das Weltgeschehen rein. Wir wollen erklären, einordnen, gewichten und dabei das wirklich Wesentliche vom Unwichtigen trennen. Schon jetzt, nach wenigen Tagen der Zusammenarbeit lässt sich erkennen, dass uns Thomas Roth eine große Hilfe sein wird. Und ich bin sicher, dass er auch dem Publikum eine wichtige Hilfestellung wird leisten können, in dem er die Weltgeschehnisse, die großen wie die kleinen, sortiert, aufbereitet und vermittelt. Was ein echter Anchorman eben macht.

Die Sendung gerade war kurz, zu kurz für meinen Geschmack. Aber in den Pausen eines Fußballspiels erreichen wir mehr Menschen als üblich. Das ist schön und freut uns. Ich lade alle Zuschauerinnen und Zuschauer, alle Anhänger der Tagesthemen ein, sich das auf der Strecke anzuschauen. Guter Journalismus setzt auf Beständigkeit, auf Zuverlässigkeit. In dieser Event-orientierten Zeit der Häppchen, auch des Häppchen-Journalismus wollen wir einen Gegenentwurf  bieten. Die Tagesthemen wollen der Hektik und Überspanntheit des Zeitgeistes mit gutem Journalismus begegnen. Wir haben dafür ein exzellentes Team vor der Kamera mit unserer Anchorwoman Caren Miosga und Ingo Zamperoni, der die beiden vertritt.

Mit Thomas Roth, das ist nicht erst seit heute meine feste Überzeugung, haben wir für diesen Kurs den vakanten Moderationsposten ideal besetzt. Wir haben nicht das Gefühl, als würde er gerade ankommen. Bei uns herrscht der Eindruck, als sei er nie woanders gewesen.    

 

8 Kommentare

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1: christiane zeller:

5. August 2013 um 23:00 Uhr

thomas roth bei den tagesthemen.
ich habs mir gerade angeschaut. herzlichen glückwunsch! warum nicht eigentlich schon früher?
neben seiner offensichtlichen kompetenz gehört er zum glück nicht zu den “steifen moderatoren”, sondern wirkt schlagfertig und scheint nicht phrasen wiederzukäuen, die man schon x-mal in den nachrichten des tages gehört hat. man hört ihm gerne zu, finde ich. man wird ihm das abnehmen, was er sagt.
ich jedenfalls freue mich darauf, noch viele tagesthern anzuschauen, wo er der moderator ist.

2: ralRo:

5. August 2013 um 23:24 Uhr

Nun ja, ob Herr Roth die beste Variante ist, wird sich erstmal herausstellen. Dennoch, viel Glück für die nächsten Sendungen.

3: Louis XIV:

6. August 2013 um 07:47 Uhr

Ich habe de Thomas Roth schon immer gerne gesehen und freue mich, dass er jetzt die Tagesthemen moderiert.

4: Holger Kübrich:

6. August 2013 um 11:03 Uhr

Herzlichen Glückwunsch an Thomas Roth.
Mit seinen Erfahrungen und seiner ruhigen Art und Weise, Ereignisse verständlich und kurz den Zuschauern zu vermitteln, das wird mit Herrn Roth gelingen. Viel Erfolg.

5: Sennheiser:

6. August 2013 um 12:42 Uhr

Ja es war ein zu kurzes Vergnügen (schlimm, dass die Tagesthema wegen belangl,oser Fussballspiele auf 21 Prozent ihrer Originallänge gekürzt werdem!) aber es macht klar, dass Roth genau die Kompetenz ausstrahlt, die ein Moderator einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkorganisation haben muss – ruhig und sachlich, ohne Albernheiten oder unerträgliches Dauergrinsen wie bei Herrn Zamperoni oder Herr Lorig – die gehören eher in die Unterhaltungsindustrie als zu ARD-aktuell. Vielleicht wird Roth ja noch ein zweiter Hanns Joachim Friedrichs!

6: Jan:

6. August 2013 um 16:00 Uhr

so unterschiedlich sind die geschmäcker.

ich hätte mir gut herrn zamparoni als festen moderator neben frau miosga vorstellen können. der thomas roth von gestern hatte für mich drei merkwüdigkeiten zu bieten: er nuschelt etwas, er sprach nsa deutsch aus und im bericht hieß es dann nsa englisch und dann sprach er noch von jemmen und frau zervakis von jemen.

aber vielleicht stimmt man sich in sachen aussprachen künftig mehr ab :-)

7: ;-)*LOL:

7. August 2013 um 08:29 Uhr

Vllt. können wir das Wort KARRIERE besser, und intensiver ersetzen durch “ERFOLG. Alle müssen sie bis zur Rente arbeiten, jeder muss einen Job ausüben. Aber nicht jeder hat eine Karriere in Form von Erfolgsleiter hochklettern, sowohl vom Status her, als auch finanz. Aspekt.
Erfolg im Job spielt eine große Rolle, hab ich Olli Briesch. ;-) LOL
Einen Joib.;-)

8: KlareSprache:

17. Oktober 2013 um 23:24 Uhr

Ingo Zamperoni spricht verständlich und Thomas Roth nuschelt sich immer noch einen zurecht.
Ich würde mir wünschen, dass in der Position des “Anchorman” auch die Sprachqualität eine Rolle spielt. Eine klare Sprache und gute Verständlichkeit ist für mich in dieser Position eine der wichtigsten Kriterien, die Herr Roth bisher nur sehr unzureichend erfüllt.

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