Den Jahresbeginn habe ich in Washington verbracht. Und war überrascht, was für eine gnadenlose Schlammschlacht sich die US-Republikaner liefern. Schonungslos gehen sich die Kandidaten der Konservativen in den Primaries gegenseitig an die Gurgel im Kampf um die Nominierung für die Präsidentschaftswahlen. Heute steht allein der Mann im Rampenlicht, den sie im November aus dem Weissen Haus vertreiben wollen: Barack Obama.

Ich bin gespannt auf seine Rede zur Lage der Nation, die wir ab 2 Uhr 50 live im Ersten übertragen. Hier in der Hamburger Redaktion laufen schon Wetten darüber, wie der US-Präsident auftreten wird – als kluger und kühler Staatsmann oder als angriffslustiger Wahlkämpfer? Fest steht: es hängt sehr viel ab von diesem Auftritt im Kongress.

Die “Yes we can Euphorie” von 2008 habe ich immer noch vor Augen. Da wirkte der begnadete Redner Barack Obama auch auf uns Beobachter wie eine politische Lichtgestalt, Symbol eines neuen, eines anderen Amerika. Drei Jahre ist das erst her – politisch eine Ewigkeit. Viele sind inzwischen bitter enttäuscht vom einstigen Hoffnungsträger.

Kann Obama heute erneut begeistern, vermag er seine Anhänger zu mobilisieren? Oder werden ihn seine konservativen Gegner ausbuhen und verunsichern? Welche Rezepte hat der Präsident anzubieten für die kränkelnde Supermacht Amerika? Mit welchen Argumenten empfiehlt er sich für eine zweite Amtszeit?

Die Leiterin unseres ARD-Studios in Washington, Hanni Hüsch, ist überzeugt: diese Rede wird zur US prime time ein Strassenfeger! Wir sind live dabei und übertragen wie immer im 2-Kanal-Ton, also Obama im Original und in deutscher Simultanübersetzung. Stellen Sie sich einfach vor, sie würden früh aufstehen für einen packenden Boxkampf….. Ring frei für Obama!