Anruf bei Kai
von Dr. Kai Gniffke 3. Januar 2012 22:51 UhrDie sechsminütige Wutrede von Christian Wulff auf der Mailbox des Bild-Chefredakteurs hat ja mittlerweile schon fast Kultcharakter, obwohl nur sehr wenige den exakten Inhalt kennen. In der Bevölkerung entsteht möglicherweise der Eindruck, dass man in mancher Redaktion als Politiker Berichte bestellen oder abbestellen kann und mit entsprechenden Deals oder Drohungen gerne auch mal den Spin der Berichterstattung verändern kann. Gab es solche Anrufe wie bei Kai Diekmann vielleicht auch bei Kai Gniffke?
Um es gleich vorweg zu sagen. Meine Mailbox ist ziemlich blank. Kein Präsident, kein Regierungssprecher, nicht einmal ein Staatssekretär oder ein Hinterbänkler aus dem Bundestag hat mir auf die Box gemault. Auch im Festnetz Fehlanzeige. Häufig werde ich gefragt, wie oft es denn Versuche der politischen Einflussnahme auf die Tagesschau gibt. Und kaum jemand glaubt mir so recht, dass es diese Versuche wirklich nicht gibt. Ich muss damit leben: Kein Schwein ruft mich an! Woran liegt das eigentlich?
Die einfachste Erklärung wäre, dass die politischen Akteure die Tagesschau für unwichtig halten oder ihre mediale Wirkung geringschätzen. Kann sein. Zwei andere Gründe scheinen mir wahrscheinlicher. Erstens haben seit 1952 Generationen von Nachrichtenjournalisten hier den Ruf der Tagesschau begründet als einer bis zum Starrsinn unbeeinflussbaren Institution. Diese Sturheit hat sich in der Politik rumgesprochen. Bis heute ist die Redaktion dieser Tradition verhaftet und würde mich wohl allenfalls mitleidig anschauen, wenn ich mit dem Vorschlag käme, heute mal nicht über den Bundespräsidenten zu berichten. Zweitens sind Angriffe auf die ARD und die Tagesschau-Redaktion wegen der föderalen Struktur äußerst schwierig. Neun Landesrundfunkanstalten mit Intendanten, Direktoren und Chefredakteuren wachen über unser Programm, hier funktioniert das checks and balances. Glauben Sie mir, ich habe mehr als einmal über die das föderale Prinzip unseres Vereins gestöhnt, aber für uns als Nachrichtenmacher ist es der Garant unserer Unabhängigkeit. Da kann anrufen wer will.








blog.tagesschau.de – Preisträger des Grimme Online Award
Wir über uns – Blicken Sie hinter die Kulissen der tagesschau
Die Homepage des ARD-Hauptstadtstudios
Extra 3 Blog – die einzige Satiresendung
MONITOR-Blog – mitdenken, mitreden, mitstreiten
Panorama-Blog – das Politikmagazin im Ersten
radioeins Medienmagazin – ein MUSS für alle Gebührenzahler
REPORT MAINZ – Das Politikmagazin des SWR im Ersten
report München – das Politikmagazin im Ersten
Weltbilder-Blog – mit 80.000 Fragen um die Welt
ZAPP-Blog – das Medienmagazin
03. Januar 2012, 23:09 Uhr
Sie arbeiten aber auch nicht investigativ, oder? Wie oft werden denn die Redakteure von Monitor etc. angerufen?
04. Januar 2012, 00:48 Uhr
Da stimmt wohl mit Ihrer Mailbox was nicht. Ich habe ihnen (der Tagesschau) schon 3 eMails gesendet und nur einmal von Herrn Schönenborn eine freundliche Antwort erhalten,. Ich würde micht gerne mit Ihnen über einiges unterhalten, mal am “Stammtisch” bei einem Kirschsaft austauschen. Schade.
In einem Pressehaus, daß sich über Anzeigen finanziert ist die Abhängigkeit wohl größer als bei Ihnen. Und wenn auf der Haben-Seite auch der Gut-Will von Informationsbeschaffung abhängt und man nicht nur von den Anderen abschreiben will ist eine Verflechtung nicht sicher aber warscheinlich. Leider läßt diese Feststellung alle Optionen offen: Wer hat bei wem welche Wünsche zuerst gestellt. Sicher ist die Presse selbstbewuster geworden. Aber vor Freundschaften ist keine Organisation gefeit.
Ich sehe ein solches Gespräch auch eher als emotionalen Ausrutscher. Auch ein Herr Wulff weiss, daß mit der Presse schlecht Kirschenessen ist. Seine Nerven liegen blank. Verwundert mich nicht.
04. Januar 2012, 01:03 Uhr
Ich denke, hier überschätzen sie den Ruf der Tagesschau als “unbeeinflussbare Institution”. Vielleicht nicht den Ruf selbst, sondern eher einen Ruf, den die Tagesschau nicht hat: knallharter investigativer Journalismus. Dafür sorgfältig geprüfte Fakten. (Unwahr ist jedoch, das Meldungen über die Entdeckung Amerikas nicht veröffentlicht wurden, bis Peter von Zahn sie durch erste “Bilder aus der neuen Welt” bestätigen konnte….)
Aus diesem Grund glaube ich ohne Probleme, dass bei ihnen keine Versuche der Einflussnahme erfolgen. Wenn die Tageschau über etwas berichtet, ist es dazu zu spät. Aus der Geschichte wurden bereits Fakten.
Aber fragen sie doch mal bei den Kollegen von Monitor/Panorama/Report nach, wie deren Anrufbeantworter aussieht.
04. Januar 2012, 03:13 Uhr
Gut, dass es derartige Einschüchterungsversuche bei ARD-aktuell nicht gibt. Aber wie von meinen Vorrednern schon erwähnt, sind Ihre Sendungen auch keine investigativen Magazine. Und dass die föderale Struktur der ARD-Anstalten vor Einschüchterungsversuchen abschreckt oder diese gar verhindert, ist so auch nicht ganz richtig. Beispiel: die dreisten Versuche des Finanzunternehmers Carsten Maschmeyer. Vor ziemlich genau einem Jahr, im Januar 2011, versuchte Carsten Maschmeyers Anwalt mit einem Schreiben an alle ARD-Intendanten die bevorstehende Ausstrahlung einer Sendung der Panorama-Redaktion über Maschmeyers AWD und seine Nähe zur Politik zu verhindern. Die Reportage wurde dennoch ausgestrahlt. Maschmeyers Vorgehen wurde u.a. vom DJV scharf kritisiert. Hier haben investigative Journalisten und Programmchefs Courage gezeigt. Übrigens: auch ob dieser Einschüchterungsversuche fand die Reportage ein breites Echo bei Medien und Publikum.
04. Januar 2012, 08:44 Uhr
Dann also wird die BILD-Zeitung ernster genommen als Sie?
Aber ich mache das anders, hätte gern die Mailadresse von dem. Hänge privat mehr im Netz als diese Bespaßung am Telefon!
04. Januar 2012, 09:04 Uhr
Keine Einflussnahme? Schon mal was von Bayern gehört?
04. Januar 2012, 09:07 Uhr
Es gibt zwei andere Erklärungen:
Warum sollte man die Tagesschau blockieren? Sie fasst den Tag zusammen. Wulffs Kredit war in der Tagesschau erst Thema, als es in anderen Medien war. Brisante Geschichten kommen nicht durch die Redaktion der Tagesschau ans Licht und lassen sich dort auch nicht blockieren.
Die Erklärung kann auch eine andere sein: die Telefone der ARD klingeln auf Intendantenebene. Und da der Parteienproporz bereits in Fleisch und Blut übergegangen ist, weiß jeder Parteivorstand, wann er seine 30 Sekunden O-Ton bekommt um über aktuelle Geschehnisse etwas zu sagen. Es ist ein Verwaltungsakt des Politischen.
04. Januar 2012, 09:15 Uhr
… dass es auch beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk (erfolgreiche) Einflußnahme durch aktive Politiker gibt zeigt u.a. dieses Beispiel vom rbb: http://www.kaffeetexte.de/radio-fritz-loscht-den-offenen-brief-von-su-holder-an-die-familienministerin/
hier wurde ein Beitrag nach Beschwerde der Familienministerin entfernt.
04. Januar 2012, 09:37 Uhr
“Neun Landesrundfunkanstalten mit Intendanten, Direktoren und Chefredakteuren wachen über unser Programm, hier funktioniert das checks and balances.”
Das ich nicht lache. Schauen Sie sich mal um, wieviele Dokumentationen und Filme mit Sperrvermerken versehen sind (das bedeutet, dass diese nicht mehr bei den ÖR ausgestrahlt werden dürfen) und das mit teils an den Haaren herbeigezogenen Gründen. Die Einflußnahme kommt dabei z.B. ja auch von den Kirchen, die nun aus meiner Sicht überhaupt nichts in den Rundfunkräten zu suchen haben. Die Rundfunkräte an sich sind schon nichts anderes als eine Ansammlung von medialen Lobbyisten.
Checks and Balances ist genau das, was bei den ÖR nicht richtig funktioniert.
04. Januar 2012, 10:26 Uhr
9: Tim Krahnert: …Dokus mit Sperrvermerken…
Welche genau?
Nein, nein, es geht um Sendeplätze.
Die Doku zum Tod von Herrn Havel “nachts um zwölf” spricht Bände.
Denn vor anderen fremden Politikern (z.B. die mächtigen Swastika-Regenten in Ungarn) wird Servilität gezeigt – statt strikte Solidarität mit den Kollegen.
Ist es die Angst der (festen-freien) Mitarbeiter um das Reihenhäuschen? Oder reicht bereits im Vorfeld “die Auswahl der Kader…”
Sperrvermerk war gestern!
04. Januar 2012, 11:36 Uhr
Das ist wie bei Harry Potter, irgendwann kommen tausend Eulen
04. Januar 2012, 12:00 Uhr
Wieso denn anrufen? Wofür gibt es denn Parteisolten, welche ja auch gleichzeitig “Journalisten” sein können?! Die wissen ja automatisch was zu tun ist…. soll es nicht nur bei der BILD geben…
04. Januar 2012, 12:04 Uhr
Für meine Begriffe hat gestern Abend im Tagesthemen-Interview Frau Professor Gertrud Höhler als bisher einzigste die”wahre” tiefenpsychologische Dimension der Person von Herrn Wulff und seiner Handlungsweise beleuchtet.
Herrn Wulff ist nicht nur der eigene Maßstab verrutscht, sondern erscheint auch als eine gespaltene Persönlichkeit. Zwar alles “menschlich” – jedoch schon seit Wochen nicht mehr präsidiale!
04. Januar 2012, 12:11 Uhr
[...] Die “Wutrede” von Bundespräsident Wulff in der “Bild”-Chefredaktion hat schon fast Kultstatus. Ist politische Einflussnahme in Redaktionen normal? Folgte nach dem Anruf bei Kai Diekmann auch ein Gespräch mit Kai Gniffke? Nein, sagt der Chefredakteur von ARD-aktuell – und erklärt, warum. [mehr] [...]
04. Januar 2012, 12:16 Uhr
Und was war dann mit den “Scheibenwischersendungen, die wiederholt vom Programm abgesetzt wurden?
04. Januar 2012, 12:18 Uhr
Naja, die Tagesschau ist zum einen nicht bekannt dafür, dass sie “investigativen Journalismus” betreibt. Sie berichtet, was am Tage geschehen ist. Zum anderen funktioniert m.E. die “Schere im Kopf” bei den Journalisten der Tagesschau schon sehr, sehr gut. Anders sind einige wiederkehrende Propaganda-Meldungen aus der Bundesregierung (wie z.B. die monatliche Arbeitslosenstatistik oder die unendliche Geschichte vom Euro, der positiv ist für die Deutschen) nicht zu erklären.
Ich schaue die Tagesschau, wenn ich wissen will, wie die offizielle Regierungslinie zu einem Thema lautet. Das wird natürlich nicht immer direkt verkündet, aber wenn man ein wenig zwischen den Zeilen liest (und zusätzlich auch unabhängige Medien konsultiert), dann bekommt man sehr schnell heraus, was “Berlin” denkt. Diesen Zweck erfüllt die Tagesschau gut.
04. Januar 2012, 12:21 Uhr
[...] Die “Wutrede” von Bundespräsident Wulff in der “Bild”-Chefredaktion hat schon fast Kultstatus. Ist politische Einflussnahme in Redaktionen normal? Folgte nach dem Anruf bei Kai Diekmann auch ein Gespräch mit Kai Gniffke? Nein, sagt der Chefredakteur von ARD-aktuell – und erklärt, warum. [mehr] [...]
04. Januar 2012, 12:25 Uhr
Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass sich unser Bundespräsident zu diesen Anrufen hat hinreißen lassen. Bevor er so Anrufe tätig, wird er doch sicherlich aus seinem hochkarätigem Beraterstab den ein oder anderen fragen, was er davon hält.
Bei uns im Staat gilt doch der Grundsatz “in dubio pro reo” (Im Zweifel für den Angeklagten). Solange es nicht zweifelsfrei bewiesen ist, dass der Bundespräsident tatsächlich diese Anrufe gemacht hat, sollte eigentlich kein Wort darüber berichtet werden.
Die Mailboxen der in der Presse genannten Persönlichkeiten sind doch nicht für jedermann zugänglich, sondern nur von den betreffenden Personen. Wenn das anders sein sollte, kann man in Zukunft die Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes vergessen – im speziellen Nachrichten auf Mailboxen.
PS: Ich erwarte eigentlich noch eine Stellungnahme von Herrn Gniffke zu den vorherigen Kommentaren und von Redakteuren der “investigativen” Magazine Report und Panorama.
04. Januar 2012, 12:26 Uhr
Ihr Bericht laesst erahnen, dass sich wohl Anrufe bei anderen Berichterstattern, siehe “Bild” wohl schon mal lohnen …
Fuer mich beruehigend zu lesen das es auch Unterschiede gibt, da koennen wir sicher Stolz auf das foederale System in D sein. An anderen Orten hingegen machen Medien allzugern die ganze Politik und Entscheidungen werden massiv durch die Medien beeinflussest, wenn nicht gar gesteuert. Da machen die “grossen” Demokratien leider keine Ausnahme.
Daher, meinen Glueckwunsch an die ARD, bitte weiter so.
04. Januar 2012, 12:28 Uhr
Vielen Dank Herr Dr. Kai Gniffke,
Ihr Beitrag beruhigt mich und gibt mir Hoffnung das die Presselandschaft in diesem Land nicht vollends von Politik und Lobbykratie dominiert wird.
04. Januar 2012, 12:30 Uhr
Unabhängig ? Aha… wäre mir aufgrund der Berichterstattungen bezüglich der politischen Schönrederei neu… aber egal… vielleicht denken sich auch unsere “Volksvertreter” nur, dass ein Eingreifen gar nicht nötig ist da die Berichterstattung auf Ihren “Kanälen” stets so glatt und wohlgesonnen verläuft ??? Nicht umsonst hat die Kanzlerin es als schade bezeichnet, dass sich heute Menschen auch ausserhalb der “zwei grossen Sender” informieren können. Von den oben genannten Sendungen “Scheibenwischer” etc. mal ganz abgesehen…
04. Januar 2012, 12:33 Uhr
Schöner Beitrag. Es sei erwähnt, dass ich Herrn Wulff nicht überzeugend finde, weder jetzt, noch zu einem früheren Zeitpunkt. Aber ganz so einfach ist die Problematik nicht. Einfach ist einzig der Punkt, dass die Anzahl der Fettnäpfen für einen Politprofi schon beachtlich ist. Andererseits fürchte ich, dass alles was Herrn Wulff richtigerweise vorgeworfen wird, nicht die Ausnahme ist. Leider. Einzig die öffentlich-rechtlichen Sender werden aufgrund ihrer sicheren Finanzausstattung wenig auf die Interessen eventueller Geldgeber achten. Andererseits wird jede Lokalzeitung in vorauseilendem Gehorsam auf die Befindlichkeiten eventueller Geldgeber achten. Der Eine wird wegen eventuellem politischem EInfluss hofiert der andere wegen eventueller Werbung. Wobei Werbung ja vielleicht manchmal nur der Verschleierung direkter Zahlung dient.
04. Januar 2012, 12:36 Uhr
Sehr geehrte Herr Dr. Gniffke,
so ganz stimmt Ihre tolle, reine, saubere Aussage bestimmt nicht. Sehr gut kann ich mich noch an die erfolgreiche Einflussnahme der CSU und Herrn Franz Josef Strauss erinnern. Da ging es um den Proporz der Präsenz der politischen Parteien. Da wurde in Sekunden gerechnet. Die Intervention war deshalb erfolgreich da die CSU unterrepräsentiert war. Auch von den Kirchen gab es in dieser Hinsicht Einflussnahme. Natürlich müssen auch positive und negative Meldungen im Proporz stimmen.
Wo die wirkliche Beeinflussung der Tagesschau stattfindet, darüber haben meine Vorschreiber schon alles gesagt. Also, warum sollte noch jemand, der Einfluss nehmen will, bei Ihnen anrufen? Sie und Ihre Mitarbeiten können also ganz strikt auf hartem Kurs bleiben, solange Sie sich im vorgegebenen Terrain befinden.
04. Januar 2012, 12:43 Uhr
[...] Anruf bei Kai | blog.tagesschau.de Kai Pahl schreibt ein wenig selbstgefällig, daß er – bekanntlich im Gegensatz zu Kai Diekmann – keine Anrufe auf seiner Mailbox hätte und schiebt das auf die legendäre Unbeeinflußbarkeit der Tagesschau-Macher. Von diesem hohen Ross holen ihn die Kommentatoren jedoch ziemlich schnell. Ein Leser schreibt: „Aus diesem Grund glaube ich ohne Probleme, dass bei ihnen keine Versuche der Einflussnahme erfolgen. Wenn die Tageschau über etwas berichtet, ist es dazu zu spät. Aus der Geschichte wurden bereits Fakten.“ [...]
04. Januar 2012, 12:45 Uhr
Dennoch ist in der Art ihrer Berichterstattung sehr klar, dass die Tagesschau eine poltische Agenda hat und keineswegs der ‘Wahrheit’ verschrieben ist.
Oder, um es unverblümter zu sagen, die Tagesschau betreibt auf hohem Niveau Propaganda. Es ergibt sich also die Frage – wenn niemand sie anruft, woher erhalten sie denn die Richtlinien, gegen wen sie hetzen sollen?
04. Januar 2012, 12:51 Uhr
Das ganze Feuerwerk zum Jahreswechsel um Herrn Wulff lenkt doch prima ab von der gesamten Problematik, in welchem Umfang wer was wann (nicht) gewusst hat im Zusammenhang mit dem Thüringischen Terrortrio.
Keine Worte der Welt machen aus einem Herrn Wulff einen Herrn Gauck.
Einen solchen Präsidenten könnten wir SEHR GUT gebrauchen.
Leider fürchtet die jetzige Koalition aber genau einen solchen.
04. Januar 2012, 12:53 Uhr
Wenn wir alle einmal ehrlich sind, der “Bildzeitung” (Springer-Presse) eilt “kein guter Ruf” voraus! Medien besitzen sehr viel Macht, weil sie die Meinung der Bevölkerung immens beeinflussen können, und dessen ist sich der “Springer Verlag” auch sicherlich bewusst, bei dem was er tut. Die wissen ganz genau, dass sie dadurch in der Lage sind, Menschen, egal wer das auch immer ist, zu hetzen, und dadurch auch zu zerstören (was die Springer-Presse ja auch tut)! Und das sollte nicht der Sinn der “Pressefreiheit” und des “Journalismus” sein! “Journalismus” sollte auch seinen Beitrag dazu leisten, unsere Welt zu einer “besseren” zu machen, gerade weil die Medien so viel Einfluss auf die “Meinung” der Bevölkerung haben! Ich persönlich bevorzuge lieber die “öffentlich-rechtlichen” Medien, weil die einen klaren Auftrag haben, nämlich zu “informieren”, und keine “Propaganda” zu machen, wie es die “Springer-Presse” tut!!
04. Januar 2012, 12:59 Uhr
Lieber Herr Gniffke,
bitte stellen Sie sicher, dass das Interview mit dem Bundespräsidenten LIVE bei ARD und ZDF ausgestrahlt wird und nicht etwa nachträglich bearbeitet und vom Präsidialamt authorisiert über den Sender geht.
SOVIEL MUT UND STANDFESTIGKEIT MUSS MAN EINEM BUNDESPRÄSIDENTEN ABVERLANGEN DÜRFEN!
Viele Grüße
04. Januar 2012, 13:04 Uhr
Mal so ganz am Rande: Angesichts der Aktualität des Themas fragt man sich, warum DasErste bzw. PHOENIX am kommenden Sonntag statt “60 Jahre INTERNATIONALER FRÜHSCHOPPEN” nicht den “Presseclub” sendet.
Haben die Verantwortlichen etwa Angst davor, dass ihnen der Strom abgeschaltet werden könnte …?
04. Januar 2012, 13:04 Uhr
Wozu bitte? Die tagesschau macht doch nichts anderes als den Agenturen ticker vorlesen, machmal geschönt durch Jounralisten vor Ort die dann eben dort den Ticker ablesen – live!.
Medien Maniplulation an dieser Stelle findet nicht statt – warum sollte sie auch?
04. Januar 2012, 13:08 Uhr
Naja, also ich habe auch mal beim Rundfunk gearbeitet (als Tontechniker) und habe sehr oft miterelebt wie Redakteure es scheuen (vor allem in den Werbefinanzierten Programmen) etwas zu senden, was anecken könnte. Da braucht erst gar keiner anrufen. Es herrscht vorrauseilender Gehorsam.
Sehen Sie sich doch mal die Nachrichten (inklusive Tagesschau) an. Das ist doch nur Boulevard.
Die Redakteure haben unheimlich schiss, dass der Intendant ihnen eins überzieht. Das war mein Eindruck beim Rundfunk.
04. Januar 2012, 13:09 Uhr
Hallo Herr Dr. Kniffke,
Ich bin vor wenigen Minuten wieder in meinem Heimatort Melbourne gelandet, nach 2 Wochen Urlaubs In Bayern, zum Zwecke des Familienfests.
Als grosser “Supporter” der Tagesschau auch hier in Australien darf ich mich erstmal bedanken für Ihre, wenn auch evtl. als “Frühzünder” erkenntliche Depeche. Um bei der Musikgruppe zu bleiben: der Modus Operandi dürfte sich in den nächsten Tagen dann vielleicht doch noch etwas detaillierter erklären.
Nicht, dass ich sagen könnte: “Wir haben doch voll all dem, was gerade passiert, nichts gewusst”.
Nein, ganz im Gegenteil, ich bin überzeugt davon, dass endlich einmal so richtig ordentlich aufgraeumt werden kann. Natürlich sind wir uns eins, dass Springer & Co Nachrichten “generieren”, sei es investigativ oder “vegetativ”, auf den Dativ kommt es bei “Bild” sowieso meist an.
Ich frage mich nur persönlich, wieso es einen Herrn Wulff nun ausgerechnet trifft, evtl. mal in den eigene Archiven kramen…
04. Januar 2012, 13:12 Uhr
Weder Gauck noch Wulf!!!! (Alles ein Klüngel)
Man sollte über den ehemaligen Exekutivdirektor der UNEP nachdenken.
Prof. Klaus Töpfer kennt die Welt, ist im Ausland nachhaltig hoch geachtet und nicht Mitglied im “Hannover-Club”.
Die Frage ist:
Darf ein Könner so eine Position haben, im Chor der “Nieten in Nadelstreifen”.
04. Januar 2012, 13:15 Uhr
Der Bundespräsident hat auf Mailbox dem Redakteur der Bild eine Strafanzeige angedroht für den Fall,
dass dieser das Drumherum um den privaten Hauskauf veröffentlicht. Hat noch keiner daran gedacht, dass der Bundespräsident sich wegen versuchter Nötigung nach § 240 StGB in einem besonders schweren Fall strafbar gemacht haben könnte? Immmerhin hat er als Amtsträger und oberstes Verfassungsorgan versucht, eine ihm unliebsamen aber wahren Bericht zu verhindern.
04. Januar 2012, 13:15 Uhr
Großartig! Allenthalben wird hier (freilich nicht ganz unberechtigt) darauf hingewiesen, dass die Tagesschau keinen investigativen Journalismus betreibe. Aber sollen wir jetzt daraus schließen, dass sich die “Bild” auf diesem Gebiet in der Vergangenheit hervorgetan hat? “Bild” bildet nicht, sondern manipuliert. Mich würde wirklich mal interessieren, welche journalistische Netzwerke im Hintergrund der causa Wulff aus welchen Motivationen heraus tätig geworden sind.
04. Januar 2012, 13:24 Uhr
Leider können auch die öffentlich-rechtlichen Nachrichten nicht frei sein von bewußten Manipulationen. Es werden immer die Themen und die Informationen gefiltert, die für eine bestimmte politische Position passen. Selbst die Auswahl von Kurzinterviews (1.30 Min.) gaukeln dem Zuschauer eine sog. allgemeine Meinung vor, die empirisch so nicht vertretbar ist. Teilweise können sie bei der Besetzung der Moderatoren schon den politischen Filter erkennen. Was die Springer-Presse für einen Aufstand macht, um den BP aus dem Amt zu jagen, ist nur noch peinlich. Die Eitelkeit des Herrn Dieckmanns als Chefredakteur hat nach meiner Ansicht das ganze Problem geschaffen und nicht die Kreditvergabe an den ehemaligen Ministerpräsidenten Wulff. Wulff ist auch nicht mein Mann. Ich hoffe nur, dass er dem Possenspiel der Bildzeitung und den journalistischen Gefolgschaften der Chefredaktion BILD standhält und nicht freiwillig zurücktritt.
Mit freundlichen Grüßen jojen
04. Januar 2012, 13:29 Uhr
Sehr geehrter Herr Dr. Gniffke,
der Unterschied zwischen Springer und ARD-Aktuell ist: Sie haben einen öffentlich-rechtlichen Auftrag und Sie unterliegen der Aufsicht von unabhängigen Gremien wie Rundfunkrat und Verwaltungsrat. Die Rundfunkfreiheit ist ein solch hohes Gut, daß es nicht nur den sehr wohl funktionierenden Strukturen innerhalb der ARD überlassen wird diese zu schützen, sondern ausdrücklich von politisch und wirtschaftlich unabhängigen Gremien – anders als beim ZDF – überwacht wird. Das weiß auch der Bundespräsident aus seiner Zeit als Ministerpräsident in Niedersachsen
04. Januar 2012, 13:38 Uhr
Ja lüg ich denn! Wir werden zum sparen ,von der Politik ,
erzogen! So günstig wie möglich einzukaufen oder bei den
Banken den niedrigsten Zinssatz zu verhandeln , gehört wohl
dan auch dazu. Für mich ist es an hypochrisie kaum zu
übertreffen wenn die würde des Menschen , wie im fall
Wulf, mit einem 4% Darlehen verurteilt wird. Es gibt
wahrlich wichtigere Probleme . Wer keine sünden hat
werfe den ersten Stein . Heuchelei!!!
04. Januar 2012, 13:39 Uhr
Daß Stellungnahmen freigegeben werden müssen, ist doch kein Geheimnis. Vielleicht gilt das nicht für das spontane Interview eines Sportschau-Redakteurs mit dem Stürmer des VfB kurz nach dem letzten verpatzten Heimspiel, aber wohl schon für die Stellungnahme des Bundespräsidenten.
Zumal sich Wulff in einer brisanten Situation befindet.
Ich kann da keinen “Angriff” auf die Pressefreiheit sehen. Auch ist die Drohung mit strafrechtlichen Konsequenzen erlaubt – denn das bedeutet lediglich, daß das die Publikation des Interviews auf strafrechtliche Tatbestände hin geprüft wird. Liegt ein solcher nicht vor, muß Diekmann auch keinerlei Konsequenzen fürchten.
Ich nehme an, daß Wulff das Recht hat, die Publikation der Stellungnahme zu verbieten. Setzte sich Diekmann darüber hinweg, wäre dies ein Straftatbestand und hätte rechtliche Folgen.
Warum also die ganze Aufregung?
04. Januar 2012, 13:40 Uhr
[...] Blog: Kein Anruf bei Kai Abgelegt unter Nachrichten [...]
04. Januar 2012, 13:51 Uhr
Da haben Sie aber Glück gehabt. Wie Thomas Leif mal in “Zapp” zum besten gab, lag die Aversion der Unionspolitiker gegen Nikolaus Brender daran, dass dieser gedroht hatte, eine versuchte Einflussnahme von Politik und Lobbygruppen öffentlich zu machen. Und wir wissen doch, was mit Brender passiert ist.
Wulffs erste Tat als Ministerpräsident von Niedersachsen war ein Scharmützel mit dem damaligen NDR-Intendanten Jobst Plog um stärkeren Einluss im NDR. Denkbar also, wenn er was von der Tagesschau wollte nähme das andere Wege.
Vielleicht denkt er sich aber auch: Den Dr. Gniffke, den brauch’ ich nicht anrufen. Der ist brav.
04. Januar 2012, 13:52 Uhr
Als Ausländer, der seit Jahrzehnten sehr intensive Beziehungen zu Deutschland pflegt, Gestatte ich mir folgende Meinungsäusserung: An das Staatsoberhaupt eines derart relevanten Landes wie Deutschland müssen harte moralische und ethische Anforderungen gestelltt werden. Auch der präsidiale Stil ist wichtig. Nicht zu vergessen das persönliche Format des Amtsträgers und die Anforderungen an seine Wortmacht. Berlin ist nicht Chisinau/Moldawien. Nichts gegen Moldawien, aber ich vermute, dass das Anforderungsprofil für einen deutschen Staatschef vom derzeitigen Amtsträger nicht ganz ausgefüllt werden kann. Es ist tragisch, aber Christian Wulff wäre ein Rücktritt ans Herz zu legen.
04. Januar 2012, 13:54 Uhr
Hallo Herr Dr. Gniffke,
vielleicht liegt es auch nur an Ihrem Bekanntheitsgrad, warum kein Politiker oder Lobbyist bei Ihnen anruft. Ich wußte bis gerade auch nicht, wer Dr. Kai Gniffke ist, obwohl ich regelmäßig Tagesthemen und Tagesschau sehe. Aber Kai Diekmann kannte ich, obwohl ich keine Bild lese
Machen Sie einfach einen netten Versuch mit Google. Geben Sie in Google Kai gefolgt von einer Leerstelle ein. Die Autovervollständigung bietet Kai Pflaume und an zweiter Stelle Kai Diekmann an. Selbst wenn ich dann ein g eingebe wird ihr Namen nicht angeboten. Erst wenn ich noch ein n dazugebe als “Kai Gn” ist ihr Name zu sehen.
Ich gebe zu es ist nicht repräsentativ aber die Google-Vervollständigung sagt viel über die Wichtigkeit eines Suchbegriffes aus.
Mit freundlichen Grüßen
Ein Unwissender
04. Januar 2012, 14:05 Uhr
Herr Dr. greift einen hauchdünnn Faden, um einen überdimensionierten Wasserkopf zu rechtfertigen. Dabei ruft in Wahrheit deswegen niemand bei der Tagesschau an, weil es in den Schlammschlacht-Meldungen stets heißt: “wie aus einem Bericht der BILD hervorgeht”.
04. Januar 2012, 14:08 Uhr
[...] See the article here: Blog: Kein Anruf bei Kai [...]
04. Januar 2012, 14:13 Uhr
Wer sowieso mutlos ist, den braucht man nicht beeinflussen: Eigentlich peinlich, sich hier so selbst auf die Schulter zu klopfen, wenn man für die Sendeformate verantwortlich ist, die im Rahmen der öffentlich-rechtlichen Information am wenigsten investigativ und in diesem Sinne auch am wenigsten aufklärerisch tätig sind.
Tatsache ist doch, dass die Tagesschau von wirklich heißen Eisen solange die Finger lässt, bis sie wieder so kalt sind, dass man sich garantiert nicht die Finger dran verbrennen kann. Das gilt nicht nur für investigative Geschichten anderer (selbst recherchierte Stories haben Sie ja nie im Angebot): Das gilt für alle neu aufkommenden, überraschenden Themen. Es ist halt alles bemüht staatstragend und an den vorgegebenen Terminen des Berliner Polit-Betriebs orientiert. Spannende, echte News? Fast immer Fehlanzeige!
04. Januar 2012, 14:19 Uhr
Sehr geehrter Herr Dr. Gniffke
meta-tagesschau.de ruft in manchen Fällen politischer Brisanz und auch anderen zu online-Abstimmungen auf. So auch in der aktuellen Wulff Affäre.
Was steckt dahinter, wenn der Redaktion das Ergebnis nicht einmal eine Resonanz in den Nachrichten wert ist?
Auch wenn Herr Schönborn diese Zahlen als nicht repräsentativ darstellt, ich sehe das gänzlich anders, sind diese Meinungsäußerungen doch von Interesse.
Warum also diese Abstimmungen?
04. Januar 2012, 14:21 Uhr
@Andreas Graeff 12:04
“Das Fernseh-Interview” mit Frau Prof. Höhler fand wohl in dem gestrigen heute-journal statt?
04. Januar 2012, 14:23 Uhr
[...] Anruf bei Kai aber bei mir nicht. Die sechsminütige Wutrede von Christian Wulff auf der Mailbox des Bild-Chefredakteurs hat ja mittlerweile schon fast Kultcharakter. Der Mitschnitt des Telefonats mit dem gegelten Bild-Menschen Rubikon ist überschritten” – So könnte Wulffs Anruf klingen klingt schon ziemlich lustig. [...]
04. Januar 2012, 14:29 Uhr
Der Wulff kann erzählen, was er will – einem Möchtegern, der Leute unter Druck setzt, glaube ich kein Wort mehr. Und ein Parlament, daß dies unbestraft zuläßt, verdient keinen Respekt.