Alles Gute für 2012
von Dr. Kai Gniffke 2. Januar 2012 23:40 UhrHeute gibt es viele gute Gründe nach langer Zeit mal wieder im Tagesschau-Blog einen Text zu schreiben. Zunächst einmal wünsche ich Ihnen, liebe User von tagesschau.de, für 2012 Glück und Gesundheit. Das ist erst mal das wichtigste. Zugleich blicke ich gespannt auf das neue Jahr, das für unsere Redaktion eine wichtige Wegmarke bedeutet und möchte Sie – wenn Sie Lust haben – daran teilhaben lassen. Und last not least war heute ein so interessanter Nachrichtentag, dass ich meine Freude am tagesschau-blog und am Schreiben wiederentdeckt habe.
Ich habe mich eine ganze Weile nicht mehr geäußert im Tagesschau-Blog. Irgendwie hatte ich den Eindruck, über alle Themen des Tagesschau-Alltags schon x-mal geschrieben zu haben. Dabei war ich mir sicher, dass es die Nutzer ödet, wenn ich immer wieder begründe, warum wir nun dieses oder jenes Thema in der Sendung hatten oder eben nicht. Letzteres mag ja vielleicht immer noch so sein, keine Ahnung. Aber es gibt wieder Themen satt, zu denen ich hier gerne meine Gedanken sortieren würde. Zum Beispiel die Wulff-Berichterstattung. Dies wäre heute einen eigenen Blog-Eintrag wert. Aber wie es aussieht, bleibt uns das Thema wohl noch ein wenig erhalten.
Das Jahr 2012 bringt uns eine gewaltige Veränderung. Ende dieses Jahres nehmen wir unser umgebautes Studio in Betrieb. Das ist alles andere als trivial. Denn wir schmeißen nicht nur die alte Deko raus, sondern erneuern auch unsere komplette Technik, mit der wir seit mehr als 10 Jahren arbeiten: Kameras, Grafiksysteme, Bild- und Tonmischpulte und Grafiksysteme. Die betagten Geräte werden dann gegen HD-taugliches Equipement ausgetauscht. Damit einher geht ein fundamentaler Wechsel unserer Workflows. Denn künftig unsere große (beinahe 20 Meter lange) Medienwand im Studio journalistisch sinnvoll zu bespielen, ist eine große Chance, aber zugleich eine ganz neue Herausforderung. Für das Design besteht dazu die Anforderung, dass Sie als Zuschauer einerseits merken, dass die Tagesschau einen zeitgemäßeren Look bekommen hat, andererseits sollten Sie sofort erkennen, dass Sie bei der Tagesschau sind und nicht bei irgend einer Nachrichtensendung.
Im Moment sind die Bauarbeiten im Studio ARD 2 in vollem Gange. Parallel dazu definieren wir die Arbeitsabläufe und arbeiten Schulungskonzepte aus. Denn es nutzt die anspruchvollste Technik nichts, wenn wir sie im hektischen Nachrichtenalltag nicht perfekt beherrschen. Und nicht zu vergessen: Die Tagesschau wird nicht nur im Fernsehen verändert aussehen. Unser Erscheinungsbild wird sich auf allen Ausspielwegen verändern, auch hier. Das entscheidende aber wird sein, dass der Inhalt bleibt. Bei aller Veränderung der Optik bleibt unser Ziel für 2012 guter und verlässlicher Nachrichtenjournalismus. Auf ein Neues!








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03. Januar 2012, 08:29 Uhr
Bei aller Euphorie über neues Aussehen und “zeitgemäßerem Look”: Es kommt immer noch auf den Inhalt an. Die Mätzchen bei “heute” haben gezeigt, dass bessere Technik nicht zwangsläufig eine bessere Sendung erzeugt. Die Umstellung auf HD-Technik erscheint notwendig; alles andere ist m. E. zweitrangig und sollte in Anbetracht knapper Kassen niedriger gehängt werden. Ich weiss jetzt schon, wenn ich die tagesschau eingeschaltet habe, mehr Schnickschnack brauche ich nicht.
03. Januar 2012, 14:52 Uhr
> Medienwand
Sie meinen eine Kopie des ZDF-3D-Erklärraums in 2D?
03. Januar 2012, 20:33 Uhr
Frohes Neues!
Bei allen technischen Erneuerungen und Spielereien, das Wichtigste ist und bleibt das ordentliche Handwerk auch der Reporter und Redakteure.
03. Januar 2012, 21:40 Uhr
Was geschieht eigentlich mit der “alten” Studiotechnik? Ich hoffe, die wird nicht einfach verschrottet. Bestimmt gibt es Interessenten bei kleineren Sendern, lokalen Fernsehmachern, Universitäten mit Medienausbildung, Firmen, die Videos produzieren usw.
“Alt” ist für mich etwas Anderes als 10 Jahre. “Alt” sind die alten Röhrenradios! Aber die sind natürlich erst recht zu schade zum Wegwerfen. In Mainz gibt es ein Fernseh-Museum, bisher nur Sammlung ohne Ausstellungsräume. Landet dort Manches?
Der reine Deko-Kram kann weg. Oder lässt sich der auf eBay versteigern? Die “altbekannten” Moderatorinnen bleiben uns ja hoffentlich noch ganz lange im neuen Studio erhalten
04. Januar 2012, 23:40 Uhr
Die Medienwand? Da habe ich ebenfalls schlimme Befürchtungen.
Bitte nicht mehr Schickimicki und überflüssigen Tand!
Ein einfaches Schaubild statt einer Animation bringt oft mehr. Lieber gute präzise Erklärungen als alberne, überladene Multimedia-Präsentationen.
Auf den Punkt bringen, nicht die Last erhöhen!
05. Januar 2012, 14:37 Uhr
Warum wird eigentlich der Bild-Zeitung eine solche Macht zugestanden? Es ist doch kein Geheimnis, dass die Bild-Zeitung gerne zu unlauteren Mitteln greift und Personen, die nicht kooperieren wollen, bedroht und erpresst. Auch ohne CDU-Anhänger oder Wulff-Fan zu sein, und ohne zu behaupten, Wulff habe sich nichts zu Schulden kommen lassen: Wer in die Fänge dieses unseriösen, sexistischen Mediums gerät, kann einem nur noch leid tun. Ich finde es langsam nur noch unerträglich, in einem Land zu leben, das so scheinheilig die Pressefreiheit hochhält und gleichzeitig den Kai Diekmanns dieser Welt soviel Macht einräumt!
13. Januar 2012, 12:50 Uhr
Es wird unerträglich, dass die Medien von dieser Schlammschlacht nur deshalb nicht lassen wollen, weil es ihnen nicht gelungen ist, unseren Bundespräsidenten aus dem Amt zu entfernen. Wenn auf einem Flug ein Platz in der Business-Class frei ist, ist überhaupt nicht zu beanstanden, wenn das Kabinenpersonal den in der Economy-Class sitzenden Bundespräsidenten fragt, ob er den freien Platz nicht einnehmen will. Ob und welche Meilen dafürt genutzt werden, ist völlig belanglos. Den Medien geht es um die Schlagzeilen, die sie mit vulgärem Papparazzi-Journalismus aus kommerziellen Gründen selber produzieren wollen. Ein abscheuliches Schauspiel. Journalisten begeben sich, ob bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, der Bild-Zeit oder F.A.Z. auf das niedrigste Niveau der Scheinheiligkeit und Doppelmoral. Dass dem Ansehen unseres Staates damit intensiv geschadet wird, ist diesen Personen so egal wie nur irgendwas. Mich wiedert das an.