Kompromiss-Suche in Durban
von Werner Eckert 11. Dezember 2011 2:24 Uhr
Der Streit war hart: die EU will in den Abschlusspapieren für die Klimakonferenz den Begriff “legal outcome” herausverhandeln. Sie will eine härtere Wortwahl die klar macht, dass es bei den dann startenden Verhandlungen bis 2015 zu einem rechtlich bindenden Vertrag kommen soll. Einem, der alle Staaten umfaßt. Indien besteht auf dem weichen Wort. Das Land will “keinen Blancoscheck” ausstellen, hat Angst am Ende selbst zu Klimaschutzmassnahmen gezwungen zu werden, obwohl in Indien pro Kopf nur ein Viertel der Emissionen entstehen wie in Deutschland. Die indische Delegierte Jayanth Natarajan hält eine emotionale Rede. Die Dokumente benachteiligten ihr Land ohnehin. Es hat ein hin und her mit Zustimmung für beide Seiten gegeben. Jetzt -2 Uhr Ortszeit- hat die südafrikanische Außenministerin Maite N’Koana Maschabane kurz unterbrochen und sich - umringt von Delegierten und Fotografen – mit Indien und der EU auf einen Kompromiß zu einigen. Er könnte “outcome of legal force” heißen. Diplomatie ist das Ringen um Worte.








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13. Dezember 2011, 06:31 Uhr
An den Grenzen der Lächerlichkeit.
Wie kann ein Politiker zur Klimakonferenz nach Durban reisen und dort den Hampelmann machen? Er und alle anderen wussten doch, was da auf ihn zukommt. Selbst Staaten wie Canada, die einmal ernsthaft mitgemacht haben, kneifen heute und lassen sich von der Geld-und Ölmaffia am Nasenring durch die Manege führen. (Umweltzerstörender Ölsand-Abbau). Da hilft kein guter Wille und auch keine Vereinbarung, da hilft nur knallharte Konkurrenz von neu entwickelter sauberer Energie, die dann wesentlich billiger ist als Fossile Energie und die Nachfrage nach fossilen Produkten einbrechen lässt.
Wir Deutsche brauchen uns da nicht zu verstecken, wir sind nicht besser. Selbst die kleine Verbesserung, grossflächig von dicken Autos auf Elektrofahrzeuge umzusteigen bekommen wir nicht hin. Wir bauen und verkaufen lieber spritfressende Protz-Autos mit hohem Gewinn.
Fazit: Wir können konferieren solange wir wollen, nur über Geld und Gewinn ist das Problem zu steuern.
14. Dezember 2011, 07:38 Uhr
Gerade mal drei Tage nach Durban ist trotz Kanada-Debakel schon wieder normales Geschäft. Vorgestern ging es noch hoch her im Mainblog. Und heute? Gut einige Einträge waren nur Emotions wie immer, aber auffallend viele waren sehr sachlich und konstruktiv. Wie machen WIR nun weiter? Ohne Nachrichten keine Diskusion? Mein Vorschlag wäre in Analogie zur Schuldenuhr eine Emissionsuhr in eine Tagesschauecke zu stellen. Weiterhin sollte ein Fragenpaket routinemäßig neben der Sonntagsfrage stehen. Die Nachrichten und Kommentare einen eigenen Link bekommen, damit man sich a. nicht immer wiederholen muß und b. für das tägliche (zB. Schul-)Leben Material hat. Wer findet bei Wiki die richtigen Stichworte, wenn man kein Themenüberblick bekommt. Wie sollen Politiker sich vorbereiten, wenn sie nur auf Lobbyisten hören müssen, weil ihnen niemand Strategien anregt. Das Gedächtnis der Politiker ist noch kürzer als das der Normalbürger. Und als Wähler ist es auch schlau mal in ein Memo zu schauen.
14. Dezember 2011, 11:57 Uhr
Es ist kaum eine Woche rum und schon sind “die nächsten vier Säue durchs Dorf getrieben”.
Kanada, GB-Sperre, 500.000 Euro, Splitterpartei-Rücktritt….
Was bleibt also von Durban?
…Ein Partei-Verbots-Versuch 2.0 und ein Amok-Lauf in Belgien…
Durban? War da was??
…Freigeschaltete Karten-Verkäufe für ein Sportereignis….
Wie hieß die Stadt noch mal?? ….
…sehr gute Umsätze für “unterm Weihnachtsbaum”…
Was war da??? …..Rauschschschsch…sch..
14. Dezember 2011, 19:05 Uhr
Warum geht sowas immer in die Hose?
Das hat direkt nichts mehr mit “Durban” zu tun, aber die Frage ist doch, warum solche Versuche von gegenseitigem Einvernehmen mit Verzicht auf Gewinn und Vorteile für den Einzelnen immer im Sand enden?
Meine Vermutung: Das liegt an der Urbotschaft unserer Gene. Neben visuellen Eigenschafren sind auch einfache Erfahrungen und Verhaltensweisen mit in den Genen der Lebewesen gespeichert und werden weitergegeben über alle Entwicklungsformen, vom Insekt zum Warmblütler, zum Wolfsrudel, über die Affenhorden bis zum Mernschen. (Siehe Ameise und Bienen bei den Insekten und Fressverhalten beim Wolf und Affen)
Das Programm
Raffgier: Soviel wie möglich für mich und meinen Clan
Macht: Ich will als erster fressen und erstmal mir den Bauch vollschlagen
Agressivität: Keiner darf meinem Futter zu nahe kommen oder es mir streitig machen.
Mit der späteren Intelligenz zum Waffenbau und den Urinstinktem in den Genen ist das Problemwesen “Mensch” geboren.
15. Dezember 2011, 12:43 Uhr
Man darf die mögliche Entwicklung natürlich nicht 100% schwarz sehen. (Vor allem nicht als Gebührenzahler
) Ein möglicher Vorteil aus der spanischen Bau-Spekulation ist, dass die eventuell versunkenen Niederländer komplett zu den Iberern übersiedeln können – bei einem Wohnungsbestand von 1,5 pro Haushalt und zig-zehntausende Leerstände kaum ein Problem. Ach ja, die Tomaten wären auch schon da. Und für Trixi (Da muss ich fein winken!) wäre sicher ein Schloss übrig. Wenn man dann die überflüssigen Golfplätze abschaltet (Verbrauch: Equivalent ca. 8.000.000 Ew.) hätte man die Hälfte der “Flüchtlinge” versorgt. Die andere Hälfte bringen wir in der Eifel (goede vakantie) und am Kahlen Asten (Hollands höchster Berg) unter.
Ernsthaft: Wir müssen damit rechnen, dass die “Tiefländer”, finanziell begründet, gegen den steigenden Meersesspiegel nicht mehr deichen können.
Und global: Was ist NL im Vergleich zu Bangladesh und Wüstenbildung?
Denkt an die Worte von Dr. Hermann Scheer!
17. Dezember 2011, 13:33 Uhr
@5: MenschMeier-Technik + @4: Rudi
Schöner K-Lauer mit dem Gefühlszahler
Mit der Frage nach den Genen und der Frage nach dem Wohin sind wir genau bei der Durban Nachbearbeitung. Was Globalpolitisch nicht mal ansatzweise geklappt hat muß nun innenpolitisch als Realität angenommen werden. Da die Weltgemeinsachft in Durban durch nichthandeln beschlossen hat, daß wir eine Katastrophe haben wollen sollten wir deutsche mal nachdenken, wie wir damit umgehen wollen. Um meine Forderung nach Klimaforschung mal zu substantiieren: Wann werden von Wo Wieviel Menschen eine neue Heimat suchen.
Politisch (jetzt kommen die Gene) dann die Frage wieviel davon wollen wir aufnehmen. Platz hätten wir locker für 100.Mio zusätzliche Weltbürger. Aber bei der Fremdenfeindlichkeit wird es eng. In der ersten Phase geht es nicht nur ums Deichen (auch mit neuen Konzepten) sondern auch um den Im-Wasser-Hochbau. Das traue ich den NL zu. Es kommen also Polonesier nach DE ->
zB.Götheinstitut bracht mehr…
21. Dezember 2011, 11:44 Uhr
4: Wenn man die Entwicklung ausschließlich auf die animalische Ebene verschiebt, ist man – verklausuliert ausgedrückt – bei dem Urheber von Helmut Qualtingers legendärer Lesereise angekommen und schnell bei dessen (Urheber) kruder Sicht der Dinge.
Wir müssen sehr vorsichtig sein, mit einfachen Lösungen in einer hochkomplexen, verwobenen Welt.
Das Gute an der heutigen Zeit ist, dass man sich selber sehr schnell einen eigenen Überblick verschaffen kann – dieses aber auch heute noch (z.B. Sendeplatzvergabe) nicht unbedingt erwünscht erscheint.
Es gibt recht gute Dokus, die – gerade mit dem zeitlichen Abstand ihrer Entstehung – und der dazwischen liegenden Entwicklung, vermutete Gründe und damalige Vorhersagen bestätigen oder verwerfen. Beispielhaft seinen nur (2004) Fernando Solanas Chronik einer Plünderung und Hubert Saupers Darwins Alptraum genannt. Statt sie in den Archiven zu verstauen, wären diese/ähnliche Dokus sonntagabends nach der TS angesagt und zu diskutieren.
21. Dezember 2011, 18:17 Uhr
Lassen wir nochmal die Gene sprechen. Dieses Urprogramm der Gene ist nützlich und notwendig, solange nur Klauen und Zähne zur Verfügung stehen. Es ist dort lebensnotwendig, weil wichtige Erfahrungen und Erkenntnisse weitergegeben werden, ohne dass jeder zuvor seinen eigenen Lernprozess durchlaufen muss. Sobald aber die Intelligenz zum Waffenbau dazukommt, ist der “Horror” geboren.
Dass diese Urinstinkte auch beim Menschen immer noch wirksam sind kann man an folgendem Erkennen:
- Jeder versucht sich zu bereichern. Ditatoren haben Geldbeträge beiseite geschafft, sie sie in hundert Leben nicht verbrauchen können. Wofür?
- Leute bestimmter Kasten müssen sich beweisen (Militärs) Wenn neue Waffen bereitstehen, wird solange gestänkert, bis sie auch eingesetzt werden. 1. u. 2. Weltkrieg, Irakkrieg usw.
- Jeder versucht sich nach vorn zuschieben und Macht zu erlangen, als Büroleiter, Manager oder General.
Wir sind die Krone der Schöpfung? mitnichten, nur die Krone der Parasiten.
22. Dezember 2011, 12:43 Uhr
@8: Rudi:
) besteht Hoffnung!!! – wenn der brillante Inhalt(!) nicht durch Medienverkürzung entstellt wird. Schöne Weihnacht und einen guten Rutsch allerseits.
Ihre Betrachtungsweise „Der Mensch, gefangen im animalischen Status Quo“ kann ich nicht teilen, da er die Ur-Begründung des Neoliberalismus ist.
Die „unsichtbare Hand des Marktes“ versagt bei langfristigen, generationenübergreifenden Perspektiven. Ressourcen-Management ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die (Und da liegt die Krux in der Sache) vom Individuum zu erfüllen ist.
Das „Tier im Menschen“ zu bändigen war – weltweit und unabhängig voneinander – Ursache und Zielsetzung aller Kulturkreise.
„Mit den Füßen in der Steinzeit und dem Kopf im (arg strapazierten) Atomzeitalter“ ist das eine Herausforderung, die die Menschheit erneut an die Grenzen ihrer Existenz führt.
!!!Aber so lange es noch Menschen gibt, die ohne Präsident zu sein „Berliner Reden“ halten, (zwischen zwei Zigaretten