Sehr geehrter Herr Steinbrück,
Mit Interesse habe ich Ihren Redebeitrag heute im Bundestag verfolgt. Ihre Freude am rhetorischen Hakenschlagen war durchaus eines Hasens würdig. Um so mehr muss ich mich über das billige Wortspiel am Ende Ihres Beitrags wundern, das einem ehemaligen Finanzminister wahrlich nicht zur Ehre gereichte: “Nach meiner Wahrnehmung sind wir im Augenblick nach dem chinesischen Kalender im Jahr des Hasen. Und genau diesen Eindruck macht diese Regierung.” Gegen diese Formulierung möchte ich mich als sensibler Wasserhase in aller Form verwahren.

Der chinesische Hase hat nichts mit dem deutschen Hasenfuß gemein. Der chinesische Hase gilt als talentiert, ehrgeizig und clever. Aus dem Bauch heraus trifft der Hase die richtigen Entscheidungen, und er zeichnet sich durch einen ausgeprägten Sinn für Kunst aus. Mit anderen Worten: Als Vergleichsgröße für diese Regierung herzuhalten, das hat der Hase nicht verdient. Vielleicht sollte man stattdessen den Hund bemühen. Menschen, die im Jahr des Hundes geboren sind, wie beispielsweise am 10. Januar 1947, werden als wenig experimentierfreudig, exzentrisch, eigensinnig und egoistisch beschrieben. Aber das wissen Sie bestimmt längst. Hochachtungsvoll – Ute Welty

Der Hase Steinbrück