Irgendwie ist es schon ein ziemlich merkwürdiges Gefühl, aus einem Flugzeugfenster zu schauen und zu wissen, dass gerade hunderte Kameras auf einen gerichtet sind und dass der Start gleich live im Fernsehen übertragen wird.



An Bord der “Regensburg”, dem Lufthansa-Airbus, den Benedikt XVI. für seinen Rückflug nach Rom an diesem Abend bereits zum dritten Mal nutzt, sitzen wir diesmal in der ersten Reihe und können den Kollegen draußen bei der Arbeit zusehen. Alle Vatikanberichterstatter, die mit dem Papst reisen, müssen schließlich schon lange vor ihm an Bord sein. Obwohl das diesmal fast nicht geklappt hätte. Wir mussten ja – Spezialservice, um Zeit zu sparen – schon mittags im Hotel unser Gepäck abgeben und für den Flug einchecken. Auch die Sicherheitskontrollen liefen mobil in der Papstbesuch-Pressestelle in Freiburg. Da wir zum päpstlichen Reisetross gehörten, wurden wir anschließend mit speziellen Bussen direkt aufs Vorfeld des Lahrer Flughafens gefahren.

Eigentlich, wie gesagt. Die Busse hatten nämlich Polizeischutz, einen sogenannten Lotsen, der – bei Bedarf auch mit Blaulicht – vorausfährt. Bei der Hinreise nach Freiburg hat man für uns sogar mal kurz die A5 gesperrt, damit wir auch ja vor dem Papst in Freiburg sind und über seine Ankunft berichten können. Dumm nur: Bei der Rückfahrt, ebenfalls unter Zeitdruck, hat sich der Polizeilotse grandios verfahren. Das Polizeiauto heizte nämlich volle Pulle an der Autobahnausfahrt Lahr vorbei und der Busfahrer natürlich hinterher. Kleines Problem: Nach Lahr kommt erstmal lange nichts – die nächste Ausfahrt ist Offenburg. Das bedeutet mal locker 40 Kilometer Umweg oder etwa 25 Minuten Verspätung – insofern ganz gut, dass der Lotse nicht für den Konvoi von Benedikt XVI.  zuständig war. Der Papst war allerdings auch schon unterwegs… Als es die Kollegen dann schließlich noch rechtzeitig vor ihm an Bord schafften, sahen sie jedenfalls recht gestresst aus.

Die Piloten der “Regensburg” waren übrigens navigatorisch besser drauf. Sie sind problemlos auf dem richtigen römischen Flughafen Ciampino gelandet. Von dort ist Benedikt XVI. direkt nach Castel Gandolfo zurückgefahren, in seine Sommerresidenz außerhalb Roms, um sich von der Reise zu erholen. Ich weiß auch, dass er da angekommen ist. Ich kenne nämlich seinen Fahrer.