Zu Beginn dieses Beitrags muss ich mich kurz outen: Ich bin ein Flieger-Fan. Alles was Flugzeuge angeht – das ist mein Ding. Insofern stand für mich bei der Papstreise gestern ein echtes Highlight auf dem Programm: Ein Flug mit der „Konrad Adenauer“ – der A340 der Bundeskanzlerin, die diese Benedikt XVI. für seine innerdeutschen Flüge zur Verfügung gestellt hat.

Interessant war das Unterhaltungsprogramm an Bord unserer Regierungsmaschine – es gab nämlich auch Videofilme, die man am Bildschirm vor dem Sitz auswählen konnte. Mich hätte jedoch vor allem interessiert, ob sich Benedikt XVI. das Angebot mal angesehen und falls ja, was er dabei gedacht hat. Zur Auswahl stand nämlich unter anderem „Gullivers Reisen – da kommt was Großes auf uns zu“.

Das werden sich die Erfurter wohl auch gedacht haben – zumindest diejenigen, die bei Sicherheitsstufe eins mal kurz versucht haben, über die Strasse zu kommen. Es ist ja ganz schick, in einem eigenen Bus für die Wichtig-Wichtig-Vatikan-Presse mit einer Polizeieskorte und Blaulicht vom Flughafen ins Pressezentrum gebracht zu werden, aber bei der Sicherheit insgesamt wurde in Erfurt echt übertrieben. Während der Fahrt vom Flughafen ins Zentrum stand nämlich entlang der gesamten Strecke auf beiden Seiten der Strasse alle 50 Meter ein Polizeibeamter. Auf mich hat das, vor allem auch im Zusammenhang mit der Forderung, die Anwohner sollten doch bitte Ihre Fenster schließen, einen ziemlich martialischen und nicht gerade einladenden Eindruck gemacht. Mal unabhängig davon, dass päpstliche Limousine und Papamobil gepanzert sind, ist das für Ansehen des Botschafters der Frohbotschaft Jesu vielleicht auch ein bisschen kontraproduktiv: Leute, der Papst kommt, macht gefälligst die Fenster zu! Leicht irrwitzig war dann, dass die breite Strasse vor dem Pressenzentrum und dem Hotel, in dem alle Journalisten wohnten, auch gesperrt war. Die sogenannten – und übrigen auch nachts gut bewachten Wellenbrechergitter – waren sogar verriegelt. Da es keinen anderen Weg gab, musste der komplette vatikanische Pressepool in Erfurt über die Absperrung klettern – im Sonntagsanzug natürlich. Papstreisen, bin ich fast versucht zu sagen, machen gelenkig.