Online-Wahlkampf – bringt das was?
von Linda Zervakis 17. September 2011 17:41 UhrMorgen wählt die Hauptstadt und wir, das Team von tagesschau.de, beobachten für Sie wieder die Reaktionen im Netz. Mit Berlin endet das Superwahljahr 2011 – insgesamt hat es dann in diesem Jahr sieben Landtagswahlen gegeben. Deshalb würden wir gerne von Ihnen wissen: Wie wichtig ist Online-Wahlkampf für Sie und hat er Sie bei Ihrer Wahl-Entscheidung beeinflusst? Sie können uns auch über Twitter (http://twitter.com/#!/tagesschau) oder über unsere Facebookseite (http://de-de.facebook.com/tagesschau) erreichen.








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17. September 2011, 18:10 Uhr
Also wirklich Wahlkampf muss nicht sein. Aber es kann nicht schaden ein paar Youtube-Videos und Statements von Kandidaten online zu stellen.
Ich finde es aber extrem wichtig, dass man sich einfach über die Programme von Parteien informieren kann. Dabei sollten es ein bisschen mehr sein als nur leere Plakat-Sprüche, aber auch nicht so erschlagend-umfangreich wie das komplette Parteiprogramm.
17. September 2011, 21:03 Uhr
Ich werd das erst spezifizieren, wenn ich auch online WÄHLEN kann!
Zum Glück kann man bis dahin die grinsenden Gesichter unserer Volksvetreter immer noch wegklicken, im Gegensatz zu den zugekleisterten Straßenzügen.
17. September 2011, 23:39 Uhr
Muss meinem Vorredner Tobias da nur recht geben: Abgesehen von abgedroschenen Platitüden sieht man mMn viel zu wenig, von dem, wofür Parteien eigentlich eintreten. Abgesehen von einer austauschbaren Politikerschablone und dem Name derjenigen, ist ja recht wenig Inhaltvolles auf den Wahlplakaten ersichtlich.
Politik erscheint dem einfachen Bürger nicht als transparent genug, deswegen auch die um sich greifende politische Passivität in Deutschland, vor allem unter den Erstwählern. Von einem Online-Wahlkampf mache ich mir insgeheim große Hoffnungen, auch Innovationen der Bundesregierung wie abgeordnetenwatch.de gehen in der richtigen Richtung. Mal sehen, wie sich das entwickeln wird, Demokratie scheut sich jedenfalls nicht vor seinen Bürgern.
Man muss sich überhaupt erstmal klarmachen können, warum, und überhaupt wen, man denn eigentlich wählen sollte, bevor das Konzept der aktiven politischen Mitarbeit vom Volke aus überhaupt begreifbar wird.
18. September 2011, 07:09 Uhr
Wahlkampf, weder online noch live, muss generell nicht sein.
M.E. ist dies einer der Hauptgründe für unsere Finanzmisere. Hier werden Versprechungen gemacht, die später durch Schulden erfüllt werden. Die Kandidaten drängen in lukrative Posten und Ämter und fassen dafür später jeden in die Taschen. Es ist doch logisch, dass hier keiner uneigennützig Wahlkampf macht. Es wird hie, wie im Gerschäftsleben üblich, viel investiert, um noch viel mehr zu bekommen. Mir kann doch keiner erzählen, dass dies alle nur aus edlen Motiven heraus gemacht wird.
Mein Vorschlag: Lasst uns unsere Volksvertreter durch ein Losverfahren bestimmen, jeweils für 4 Jahre, 50% heute und 50% in 2 Jahren, dann ist immer eine Überlappung da, wo der Neue vom Alten lernen kann. Die Volksversammlung wählt dann den Kanzler. Unser schlimmstes Übel, der Lobbyismus, wäre dann auch kalt gestellt.
18. September 2011, 14:06 Uhr
Und warum es so wichtig ist vllt. morgen schon den Leitfaden aus dem FF draufzuhaben!
18. September 2011, 15:06 Uhr
Ich erwarte außer mangelhafter Krisenbewältigung und Machtgeilheit nichts mehr von unseren Politikern, egal in welcher Aufmachung sie sich mir und der Öffentlichkeit präsentieren. Ich entscheide mich im Gegensatz zu anderen Enttäuschten nicht für Wahlenthaltung. Werde auch künftig von meinem Stimmrecht Gebrauch machen: GROSSES KREUZ über den gesamten Stimmzettel. So kann sich die “schweigende Mehrheit” Luft machen. Würden alle Enttäuschten so verfahren, hätten “die da oben” bald keine Ausreden mehr und würden idealerweise Platz machen für einen Neuanfang.
18. September 2011, 15:39 Uhr
Ja, bringt was , siehe Obama. Für mich nur bedingt, ich bin kein Berliner. Wahlprogramme und Personen schaue ich mir aber eher im Internet oder Life (in der Kneipe) an als auf Plakaten oder in Broschüren. Talkshows, Reden/Auftritte und Podiumsdiskusionen sind leider wenig aussagekräftig, weil hier die Retoriker die Nase häufig vor den Informierten haben, was nicht immer einfach zu erkennen ist.
Gut ist, wenn Dritte diskutieren zB. internationaler Frühschoppen, weil unter gegenseitiger Diskusionskontrolle agregierte Meinungen auch vom Tellerrand (ausländische Jounalisten) zur Sprache kommen.
27. September 2011, 23:15 Uhr
Eigentlich ist mir Wahlkampf egal. Meine Entscheidung ist irgendwann gefallen, dann blieb ich dabei. Auch bei der nächsten Wahl habe ich nicht vor, anders zu wählen.
Trotzdem sind die Online-Auftritte interessant. Man kann sich schnell und einfach über die Wahlprogramme informieren. Ich lese ganz gerne, was dort steht. Auch wenn es an meiner Wahlentscheidung jetzt nichts mehr ändert. Außerdem möchte ich doch mal “aus der Nähe” sehen, wem ich da meine Erststimme gebe. Auch wenn “aus der Nähe” nur auf dem Bildschirm ist.
Manchmal gehe ich absichtlich auf die Seiten radikaler Parteien. Nein, ich bin da nicht verführbar. Aber mal reinschauen, das kann interessant sein. Manches ist so allgemein, dass es bei jeder Partei stehen könnte. Das ist natürlich der Köder für Unbedarfte. Meine Lehre aus der Geschichte: niemals antidemokratisch wählen!